Die Relevanz der Darstellung Vergils in der Aeneis für das Verhältnis zwischen Griechen und Römer


Essay, 2016
10 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenkritische Einführung

3. Verschiedene Sichtweisen auf Vergils Aeneis

4. Fazit

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Einstmals verbrannten die Griechen das Haus des Priamos; heute nahm das Aeneas Ge- schlecht ihnen die Ehre des Grabes.“1 In Vergils Aeneis wird dies in der Weissagung des Anchisesüber die zukünftige Größe Roms vielmehr so dargestellt, dass Rom mit dem Krieg gegen Korinth und der anschließenden Zerstörung Korinths die trojanischen Ahnen rächt.2 In diesem Zusammenhang soll in dem folgenden Essay erläutert werden, wie relevant Vergils Darstellung in seiner Zeit für das Verhältnis von Römern und Griechen war. Dabei werden die Argumente mit antiken Quellen belegt und entsprechender Forschungsliteratur unterstützt. Deutlich wird in dem ersten Absatz, dass es verschiedene Ansichten gegeben haben mag. Dieses soll genauer untersucht werden.

Begonnen wird mit einer quellenkritischen Einführung, damit besser abgeschätzt werden kann, inwieweit die jeweilige Quelle zuverlässige Aussagen hat und in welche Richtung diese einzuschätzen sind. Für die Argumentation sind Vergils Darstellungen unerlässlich. Hierbei beziehe ich mich vor allem auf die Prophezeiung des Anchises in Verg. Aen. 6.835-853. Um einen Vergleich erstellen zu können, soll ein Abschnitt aus Ciceros Tusculum Disputationes (Cic. Tusc. 3.53) und ein Auszug aus der Anthologia Graeca (Anth. Gr. 7.297) dienen. In die- sem Zusammenhang soll der Aeneas-Mythos erläutert werden und auf welchen Dichter dieser sich zurückführen lässt. Als gemeinsames Ereignis behandeln die Auszüge die Zerstörung Korinths 146 v. Chr. und die Rache derüberlebenden Trojaner an den Hellenen, da das Haus des Aeneas die Römer laut Sage hervorgebracht haben soll. Die Griechen mussten sich nach der endgültigen Niederlage Marcus Antonius 31 v. Chr. bei Actium in das römische Reich eingliedern und befanden sich nun unter der Regierung des Augustus in einer neuen Weltord- nung.3 Desweiteren soll aufgezeigt werden, welches die römische und welches die griechische Sichtweise auf den Aeneas-Mythos gewesen sein mag.

2. Quellenkritische Einführung

Die Anthologia Graeca ist eine Sammlung von Epigrammen von mehr als 350 griechischen Autoren. Diese Epigramme sindüber einen weiten Zeitraum verteilt erstellt worden. Man findet Texte vom Beginn des Hellenismus bis in die christlich-byzantinische Zeit. Zurück geht die Anthologia Greaca in ihren Anfängen um 70 n. Chr. auf den Autor Meleager von Gadara, welcher ausgewählte Epigramme der bis dahin vergangenen sechs Jahrhunderte unter dem Titel Stephanos herausgab. Nach seinem Tod wurde die Sammlung fortgeführt. Mitte des 2. Jahrhunderts wurde erstmals der Name Anthologion bezeugt. Um 900 wurde von Konstantinos Kephalas daraus ein Querschnitt durch die gesamte Epigrammatik gemacht. Diese wurde etwa 80 Jahre später von einem unbekannten Redaktor wiederum um einige Bücher ergänzt. Die endgültige Fassung bestand ab dem Mittelalter. Der Abschnitt, der näher betrachtet wird befindet sich in Buch VII. Dort wurden vor allem Grabepigramme angeordnet.4 So auch zu finden in Anth. Gr. 7.297. Dort handelt es sich um die Grabinschrift des Griechen Polystratos, der ein Zeitzeuge der Zerstörung Korinths war.

In Ciceros Tusculae Disputationes, welches in der 2. Hälfte in 45 v. Chr. verfasst worden ist, geht es auch um die Situation der Korinther. In Cic. Tusc. 3.53 wird die Situation der Korin- ther als römische Sklaven dargestellt, die sich in ihrer Gestik, Aussprache und Art ihrer Um- welt angepasst hatten, so dass sie als Korinther nicht mehr wiederzuerkennen waren. Cicero, mit vollem Namen Marcus Tullius Cicero, wurde 106 v. Chr in Arpinium geboren. Bekannt geworden ist Cicero durch seine zahlreichen Reden, die ihn auf seiner politischen Laufbahn begleitet und berühmt gemacht haben. Obwohl Griechenland 168 v. Chr. den Status als Weltmacht an die Römer verloren hatte, trat die griechische Bildung ihren Siegeszug in Rom an. An dieser Bildung hatte auch Cicero teil. Dies zeigt sich vor allem in seinen Reden und Werken. Allerdings war Cicero bemüht den Stil der Griechen in seinen lateinischen Gerichts- reden zuübertrumpfen, da er der lateinischen Bildung zum Siegeszug verhelfen wollte. Sein Ausdruck und Stil für die Wiedergabe griechischen Gedankengutes war unvergleichbar, aller- dings immer von römischer Seite her durchdacht undüberprüft eingebracht worden.5

Publius Vergilius Maro, kurz Vergil, wurde 70 v. Chr geboren und starb 19 v. Chr. und war römischer Bürger. Ähnlich wie bei Cicero war es auch für Vergil grundlegend wichtig, dass für die römische Dichtung die griechische Dichtung in allen Formen und Werken eingeglie- dert war. Hervorzuheben ist, dass die Römer ebenso ein Streben besaßen, die griechische Dichtkunst nachzuahmen oder gar zuübertreffen. Vergil wuchs zur Zeit des Bürgerkriegs zwischen dem späteren Kaiser Augustus und Marcus Antonius auf. Vergil widmete Augustus einige seiner Werke und es wird vermutet, dass er ein großer Anhänger von diesem gewesen sein soll.6 Da Vergil Schulautor war und seine Werke Lehrstoff wurden, prägte er die Jugend und hat wahrscheinlich dadurch Einfluss auf die Erziehung und Einstellung der jungen Römer genommen.7 „V. hat in seinen letzten Lebensjahren von 29-19 mit der Aeneis aber ein Werk geschaffen, das für jeden Römer als Deutung seiner Stellung in der Welt und als Lebensauf- trag genommen werden konnte.“8 Die Aeneis gestaltet die griechischen Epen Ilias und Odys- see von Homer um und die Handlung wird auf den einen trojanischen Helden Aeneas kon- zentriert. Auftraggeber für die Aeneis war Augustus und ist Ausdruck seiner Bestrebungen an denälteren römischen Traditionen anzuknüpfen und diese zu beleben.9 Damit verknüpft Ver- gil die griechische mit der römischen Mythologie. Aeneas versucht nach der Zerstörung sei- ner Heimatstadt Troja unter Anleitung der Götter eine neue Heimat für sein Volk zu finden. Die Irrfahrt zu der neuen Heimat führt ihn an verschiedene Orte im Mittelmeerraum unter anderem Karthago. Die Fahrt endet nahe dem Ort wo Aeneas Nachfahre Romulus laut Sage Rom gründen sollte. Desweiteren ist in dem Aeneas-Epos eine Weissagungüber die Größe des römischen Reiches, der sogenannten Heldenschau und der Schilderung der damit einher- gehenden Rache an den Griechen für die trojanischen Ahnen und der Zerstörung Trojas enthalten.10 „Aeneas begründete ein Reich, das bis in die Gegenwart des Dichters dauert, ja in ihre erst seine wahre Entfaltung gefunden hat und den ganzen bekannten Erdkreis umfasst.“11 Vergil war, nach heutiger Forschung, sehr religiös. Dies würde seine Beschäftigung mit my- thischen Stoffen begründen, die er in seine Werke einarbeitete.12

3. Verschiedene Sichtweisen auf die Aeneis

In dem Epos Ilias des Griechen Homer wird Aeneas zum ersten Mal genannt. Somit wird deutlich, dass die Figur einer griechischen Erzählung entstammt. Dort wird Aeneas bereits vom griechischen Gott Poseidon prophezeit das Geschlecht des Dardanos vor der Ausrottung zu bewahren und König der Trojaner zu werden. In der Ilias endet Aeneas anders als in Ver- gils späterer Darstellung eines siegreichen Helden als Gefangener, Sklave und Verlierer.13 Einige Jahre nach dem Verfassen der Ilias versuchten sich die Griechen von eben jenen Zeilen zu distanzieren und umzudeuten. Dies lässt sich darin begründen, dass die Griechen damit die eigene Niederlage gegenüber ihren Feinden, den Römern und deren Herrschaftsanspruch be- stätigen würden. Desweiteren wurde auf diese Weise vermutlich versucht, die römische Vor- herrschaft zu erklären und gleichzeitig dabei einen Platz in der römischen Geschichte zu fin- den. So hat z.B. der griechische Geograph Strabo die Schilderung der Ilias so umgedeutet, dass Aeneas Troja nie verlassen hat oder Aeneas eine andere Landstelle mit dem Schiff angesteuert hat.14

Die Vernichtung der Stadt Korinth 146 v. Chr. als damals mächtigste Stadt Griechenlands führte nach heutiger Forschung zu einer Identitätskrise der Griechen. Zeitgenossen hielten dieses Erlebnis fest und aus griechischer Sicht kommt die Zerstörung Korinths mehr einem Massaker gleich. So lässt sich in dem Epigramm auf dem Grab des Polystratos lesen: „Ein- stmals verbrannten die Griechen das Haus des Priamos; heute nahm das Aeneas Geschlecht ihnen die Ehre des Grabes.“15 Mit dem dortigen Bezug zu dem Aeneas Geschlecht wird deut- lich, dass schon vor Vergils Aeneis der Mythos verbreitet gewesen sein muss.

Insgesamt zögerten die Griechen den Aeneas-Mythos zu akzeptieren, weil die Griechen vor allem an der Geschichte Roms antizipieren wollten. Dabei konnte dann Aeneas als Trojaner, dem stets antihellenischen Volk, nicht als Vorfahr der Römer gelten. Desweiteren wurde die Zerstörung Korinths als Verbrechen angesehen und die Griechen sahen sich von den anfangs gerechten Siegern in die Opferrolle durch die Römer gedrängt. Trotz aller griechischen Um- deutungen war der Aeneas-Mythos in der augustäischen Zeit unter Griechen und Römern weit verbreitet. Insgesamt muss Vergils Aeneis für die Griechen wie eine Rechtfertigung der römi- schen Expansion und Vergeltung für die trojanischen Ahnen gewirkt haben.16

Neben der Vermutung der Aeneis als römische Rechtfertigung soll der Grieche Pyrrhus den Mythos als erstes diplomatisch und politisch genutzt haben, um eine anti-römische Stimmung unter den im Westen angesiedelten Griechen zu erzeugen. Auch die Römer nutzten den My- thos in religiösen Kulten und in der Außenpolitik. In diesem Zusammenhang bestätigten die Römer ihre Verbindung zu Troja.17 Dabei wird in der Forschung unter anderem die Position vertreten, dass die Römer die Trojaner als Ahnen favorisierten, um zwar Teil der hellenischen Welt zu sein, sich jedoch auch von dieser abzugrenzen vermochten. Da Troja vernichtet war, konnten die Römer die Kultur selber bilden und auslegen ohne auf Widerstand zu treffen.18 Das mythische Ereignis der Aeneis wurde hingegen für die Römer zum Symbol der histori- schen Entwicklung. Begonnen wurde dies von dem Römer Ennius in seinen Annalen. Vergil hat mit Aeneas, dem Sohn der Venus, als Gründervater Roms und Vorfahre des Romulus als Epos verarbeitet.19 Außerdem wird Aeneas durch Vergil als Vorfahre der Gründer Roms und des Geschlechts des Augustus, Vergils Auftraggeber, näher beschrieben. „Vergils Aeneis zog als röm. Nationalepos eine direkte Linie von den alten Trojanern zu den Römern und unter- mauerte zugleich die Stellung des herrschenden Geschlechtes der Iulier, dasüber Asca- nius/Iulius, Aeneas und Aphrodite bis hin zu Zeus auf göttlichen Ursprung zurückgeführt wurde. Die Aeneis bestimmte fortan das Bild der Vorgeschichte Roms.“20 „Auf höchster Stufe sind Religion, Moral und aus männlicher Tapferkeit entspringende Leistung, verwirklicht virtus, in dem Helden verbunden, der damit zum Inbegriff des Römertums wird.“21 Die Rö- mer wollen sich damit eine eigene Tradition, Identität und kulturelle Übersetzbarkeit schaffen. So schreibt Cicero von der Bedeutung der griechischen Bildung, von der man sich zwaröf- fentlich distanzieren sollte, dieser aber trotzdem Beachtung schenken sollte.22 Allerdings be- schreibt ebenso Cicero seinen eigenen Gemütszustand gegenüber den Geschehnissen in Ko- rinth und zeigt sich dabei sehr erschüttert.23 Daran ist zu erkennen, dass selbst unter den Rö- mern das römische Vorgehen nicht komplett begrüßt worden sein kann. Vergils Einbeziehung der anfangs mächtigen und siegreichen Griechen und der prächtigen wie mächtigen Stadt Ko- rinth in sein Werk kann als Versuch gesehen werden, die kleinen Anfänge Roms neben derälteren Geschichte der Griechen und anderer Völker zu definieren. Dies unterstreicht die Be- schreibung der Griechen in der Aeneis als talentiertere Künstler, Bildhauer, Handwerker und Astronomen.24

Im Gegenzug beschreibt Vergil die Expansion der Römer und ihr Talent als Feldherren. Der Herrschaftsauftrag der Römer ist von dem Göttervater Jupiter angeordnet. Da Vergil den Herrschaftsauftrag in seinem Werk verarbeitet, zeugt dies von dem großen Selbstbewusstsein der Römer. Vergil schreibt: „Römer, doch du sei bedacht - dein Talent liegt hier -, unter dei- ner Hoheit die Völker zu lenken und Regeln des Frieden zu setzen, Unterworfne zu schonen und Stolze niederzuringen.“25 Dieser direkte Herrschaftsauftrag ist eine Rechtfertigung für die Expansion mit dem Ziel der Niederschlagung und Befriedung aller Völker und daher auch gleichzeitig als Drohung bzw. Kampfansage zu verstehen. Auch wenn anderen Völkern für ihr Talent Respekt gezollt wird, steht Roms Glanz und Macht im Vordergrund. Die Römer wechseln von der Opferperspektive zur Rolle als Sieger und Rächer ihrer Vorfahren.26 Der Sieg des Aeneas ist mehr als symbolischer Triumph, der durch göttlichen Willen, Intelligenz und menschlicher Tapferkeit ermöglicht wurde. Die Verlierer des Konfliktes sind nicht nur diejenigen die die Rolle des Bösenübernehmen, sondern auch gleichzeitig die Völker die von den Römern bezwungen wurden - mit besonderem Blick auf die Griechen als vorherige Weltmacht. Dabei wurden die Griechen durch Vergil als Schuldige und Mörder an den Troja- nern dargestellt und zudem als Provokateure für die Vernichtung Korinths durch eben jene Geschehnisse in Troja.27

Damit ist die Aeneis sowohl ein Anknüpfungspunkt an die griechische Vorgeschichte als auch ein Bezug an die damalige Gegenwart. Die Bedeutung der Aeneis für die Römer war daher vor allem im Sinne der Identitätsbildung gedacht und empfunden worden. Mit Bezug auf Vergils Lehrauftrag kann man in diesem Zusammenhang die Vermutungäußern, dass die Ae- neis bewusst als Lehrstoff von ihm verfasst und von Augustus in Auftrag gegeben worden war. Damit könnte für die junge Römer und der gesamten römischen Welt eine Identität ge- formt sowie verbreitet werden. „So konnte die Aeneis das Epos der Römer werden,über Grenzen und Zeiten hinweg bei den Völkern und Generationen Maßfür dichterische Vollen- dung sein und bleiben.“28

4. Fazit

Zusammenfassend zu sagen ist, dass die Relevanz von Vergils Darstellung in seiner Aeneis das Verhältnis zwischen Griechen und Römern in seiner Gesamtheit exemplarisch sehr gut darstellt. Hervorzuheben ist, dass im Vergleich zu anderen Quellen die ambivalente Haltung zwischen den zeitgenössischen Griechen und Römern deutlich wird. Aus diesem Grund ist die Ansicht zu der Aeneis je nach Abstammung unterschiedlich. Prägnant ist bei dem Vergleich von Verg. Aen. 6.835-853, Cic. Tusc. 3.53 und Anth. Gr. 7.297, die gemeinsame Opferpers- pektive zwischen Griechen und Römern - beide sehen sich aber in ihrer jeweiligen Darstel- lung gerechtfertigt. Erst befanden sich die Römer in der Opferperspektive in Form der ge- flüchteten Trojaner, dann als Sieger in Form der neuen Weltmacht.29 Die Griechen hatte an- fangs die Rolle der gerechten Sieger als vorherrschende Macht mit abschließender Rolle als Opfer und Geschändete.30 Zu Vergils Zeit bestand einiger Abstand zu der für die Griechen vernichtende Schlacht von Actium 31 v. Chr. vergangen. Das Ende der Schlacht führte dazu, dass das letzte hellenistische Reich - das Ptolemäerreich - und damit das gesamt hellenisti- sche Weltreich 30 v. Chr. in das römische Reich transformiert worden war.31 Die Aeneis stell- te für die Griechen eine Rechtfertigung für die Zerstörung Korinths und die Ablösung der Vorherrschaft dar. Aus dieser Position mussten die Griechen versuchen einen eigenen Platz in der römischen Geschichte und Macht zu finden. Dieser Versuch findet unter anderem in der Aeneis seinen Ausdruck. Diese Darstellung war für den Großteil der Griechen jedoch mehr als unzulänglich. Dies begründet sich in der Darstellung der römischen Wurzeln. Die Grie- chen wollten nicht die römischen Wurzeln in ihrem trojanischen Kontrahenten sehen, sondern vielmehr in ihren eigenen- so dass sozusagen eine neue Weltmacht aus der vorhergegangenen geboren wurde.

Die andere Seite der Medaille war die Sicht der Römer. Der Aeneas-Mythos bot für die Rö- mer die Chance ein Epos zu schaffen, dass ihr Selbstbildnis manifestierte und ihre Identitäts- findung förderte. Die Aeneis erklärte für die Römer als Nationalepos ihre Vorgeschichte und spiegelte ihre selbstdefinierten Ideale als ehrenvolle Eroberer sowie Helden und Ziele mit göttlichem Herrschaftsanspruch wieder mit Anbindung an die hellenistische Welt. Mit der Anbindung an alte griechische Sagen ermöglichten sich die Römer die Einrichtung eines Plat- zes in der damaligen Welt und als trojanische Nachfahren auch die Unabhängigkeit gegenüber den Griechen zu schaffen. Dabei ist die Aeneis nicht mit der Absicht verfasst worden die Griechen zu diffamieren. In der Aeneis werden vielmehr die kulturellen Leistungen der Grie- chen hervorgehoben. Worin gleichzeitig aber der römische Herrschaftsanspruchüber die ge- samte Welt betont und dem Selbstbildnis der damaligen Römer Worte verliehen wurden.32 Allerdings gibt es bezüglich der Taten der Römer unter ihnen ambivalente Haltungen. Demonstrativ lässt sich dies an Ciceros Darstellung zeigen, in denen erüber den Anblick des zerstörten Korinths erschüttert war.33

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Aeneis für das Verhältnis zwischen Griechen und Römer sehr wichtig einzustufen ist. Dies lässt sich nachhaltig in der ambivalenten Reaktion darauf begründen, welche die gesamten mehrdeutigen und auch teilweise nebulösen Reaktionen zwischen Griechen und Römern durchzieht.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

Quellen

- Anth. Gr. 7.297, Übersetzung in: Dietrich Ebener (Hg.): Die Griechische Anthologie in drei Bänden. 2.Buch, Berlin 1991.

- Cic. De orat. 2.153, Übersetzung in: Harald Merklin (Hg.): Über den Redner, Stuttgart 2006.

- Cic. Tusc. 3.53, Übersetzung in: Olof Gigon (Hg.): Marcus Tullius Cicero. Gespräche in Tusculum. Tusculanae disputationes. Lateinisch-deutsch., Düsseldorf u.a. 71998. x Hom. Il. 20.215-240, Übersetzung in: Wolfgang Schadewaldt (Hg.): Homerus. Ilias, Frankfurt 91992.

- Strab. Geogr. 13.1.53, Übersetzung in: Stefan Radt (Hg.): Strabons Geographika, Bd. 9: Buch IX - XIII, Göttingen 2004.

- Verg. Aen. 6.840, Übersetzung in: Niklas Holzberg (Hg. & Übersetzer): Publius Ver- gilius Maro, Aeneis. Lateinisch-Deutsch. Mit einem Essay von Markus Schavel, Ber- lin/Bosten 2015.

Literatur

- Gall, Dorothea, Art. Anthologia Greaca, in: Schütze, Oliver (Hg.): Metzlers Lexikon antiker Autoren, Stuttgart 1997, S.49-51.

- Gehrke, Hans-Joachim/ Schneider, Helmut (Hgg.), Geschichte der Antike. Ein Stu- dienbuch, Stuttgart 42013.

- Gruen, Erich S., Culture and National Identity in Republican Rome, New York 1992. x Hanslik, Rudolf, Art. Vergilius, in: Ziegler, Konrad u.a. (Hgg.): Der kleine Pauly. Le- xikon der Antike. Fünfter Band. Schaf bis Zythos. Nachträge, München 1975, Sp.1189-1201.

- Kröner, Hans-Otto, Art. Marcus Tullius Cicero, in: Schütze, Oliver (Hg.): Metzlers Lexikon antiker Autoren, Stuttgart 1997, S. 166-173.

- Ders., Art. Vergil, in: Schütze, Oliver (Hg.): Metzlers Lexikon antiker Autoren, Stutt- gart 1997, S. 742-750.

- Moormann, Eric M./Uitterhoeve, Wilfried, Lexikon der antiken Gestalten von Ale- xander bis Zeus, Stuttgart 2010.

[...]


1 Anth. Gr. 7.297, Übersetzung in: Dietrich Ebener (Hg.): Die Griechische Anthologie in drei Bänden. 2. Buch, Berlin 1991.

2 Vgl. Verg. Aen. 6.840, in: Niklas Holzberg (Hg. & Übersetzer): Publius Vergilius Maro, Aeneis. LateinischDeutsch. Mit einem Essay von Markus Schavel, Berlin/Bosten 2015.

3 Vgl. Gehrke, Hans-Joachim/ Schneider, Helmut (Hgg.), Geschichte der Antike. Ein Studienbuch, Stuttgart 42013, S.503.

4 Vgl. Gall, Dorothea, Art. Anthologia Greaca, in: Schütze, Oliver (Hg.): Metzlers Lexikon antiker Autoren, Stuttgart 1997, S. 49-51.

5 Vgl. Kröner, Hans-Otto, Art. Marcus Tullius Cicero, in: Schütze, Oliver (Hg.): Metzlers Lexikon antiker Autoren, Stuttgart 1997, S. 166-173.

6 Vgl. Kröner, Hans-Otto, Art. Vergil, in: Schütze, Oliver (Hg.): Metzlers Lexikon antiker Autoren, Stuttgart 1997, S. 742ff..

7 Vgl. Hanslik, Rudolf, Art. Vergilius, in: Ziegler, Konrad u.a. (Hgg.): Der kleine Pauly. Lexikon der Antike. Fünfter Band. Schaf bis Zythos. Nachträge, München 1975, Sp.1198.

8 Kröner, Art. Vergil, S. 746.

9 Vgl. Gehrke, Geschichte, 546.

10 Vgl. Verg. Aen. 6.835-853.

11 Kröner, Art. Vergil, S. 746.

12 Vgl. Ebd., S. 744ff.

13 Vgl. Hom. Il. 20.215-240, Übersetzung in: Wolfgang Schadewaldt (Hg.): Homerus. Ilias, Frankfurt 91992.

14 Vgl. Strab. Geogr. 13.1.53, Übersetzung in: Stefan Radt (Hg.): Strabons Geographika, Bd. 9: Buch IX - XIII, Göttingen 2004.

15 Anth. Gr. 7.297.

16 Vgl. Gruen, Erich S., Culture and National Identity in Republican Rome, New York 1992, S. 6.

17 Vgl. Ebd., S.44ff..

18 Vgl. Ebd., S. 30f.

19 Vgl. Hanslik, Art. Vergilius, , Sp.1196f...

20 Moormann, Eric M./Uitterhoeve, Wilfried, Lexikon der antiken Gestalten von Alexander bis Zeus, Stuttgart 2010, S.19.

21 Kröner, Art. Vergil, S. 750.

22 Vgl. Cic. De orat. 2.153, Übersetzung in: Harald Merklin (Hg.):Über den Redner, Stuttgart 2006.

23 Vgl. Cic. Tusc. 3.53.

24 Vgl. Verg. Aen. 6.847-850.

25 Verg. Aen. 6.851-853.

26 Vgl. Kröner, Art. Vergil, S. 747f.

27 Vgl. Ebd., S. 750.

28 Ebd..

29 Vgl. Verg. Aen. 6.835-840.

30 Vgl. Anth. Gr. 7.297.

31 Vgl. Gehrke, Geschichte, 503.

32 Vgl. Verg. Aen. 6.845-853.

33 Vgl. Cic. Tusc. 3.53.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Die Relevanz der Darstellung Vergils in der Aeneis für das Verhältnis zwischen Griechen und Römer
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
10
Katalognummer
V429867
ISBN (eBook)
9783668732056
ISBN (Buch)
9783668732063
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergil, Rom, Griechen, Aeneis, Relevanz
Arbeit zitieren
Alica Saathoff (Autor), 2016, Die Relevanz der Darstellung Vergils in der Aeneis für das Verhältnis zwischen Griechen und Römer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429867

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