Subvention von gesundheitsfördernden Maßnahmen als Burnoutprophylaxe für das Personal des Unternehmens Kinderpflegedienst.com


Term Paper, 2018
17 Pages, Grade: 1

Excerpt

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Burnout-Syndrom
2.1 Burnout - Was ist das eigentlich?
2.2 Definitionen des Burnout
2.3 Ursachen und begünstigende Faktoren
2.3.1 Psychische/psychologische Ursachen
2.3.2 Arbeitsplatzbedingte Ursachen
2.3.3 Soziale Ursachen
2.3.4 Umweltbedingte Ursachen
2.4 Symptome des Burnout
2.5 Der Burnout-Verlauf

3. Burnoutprophylaxe in meinem Unternehmen

4. Antragsbogen für die Subvention

5. Mitarbeiterbefragungen als Instrument der Evaluation

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einführung

In dieser Abschlussarbeit, der Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefach- kraft, setze ich mich mit der Burnoutprophylaxe für die Mitarbeiter meines Un- ternehmens Kinderpflegedienst.com auseinander. Das Thema Burnout berührte mich sowohl in meiner beruflichen Laufbahn, als auch in meinem privaten Um- feld immer wieder. Ich wählte diesen Bereich aus, um meine eigenen Erfahrun- gen der Burnoutprophylaxe in meinem Unternehmen positiv einzubringen und um mich selbst fachlich weiterzuentwickeln. Mehrere Jahre arbeitete ich in einer psychiatrischen Klinik in Neumünster und habe die Bedeutung der Erkrankung „Burnout“ für Menschen Tag für Tag erlebt. Das „Ausgebrannt sein“, Zynismus, innere Leere und Hoffnungslosigkeit sind die Leitsymptome dieser Erkrankung und schränken die Erkrankten enorm in ihrer Leistungsfähigkeit im Privaten und am Arbeitsplatz ein. Lange Behandlungsphasen von durchschnittlich sechs bis zwölf Wochen, bedeuten eine hohe Belastung für die entsprechenden Unter- nehmen und deren Mitarbeiter. Laut einer AOK Veröffentlichung aus dem Jahr 2016 kommen auf 1000 Versicherte 325,4 Krankheitstage im Jahr aus der Ru- brik „Leitungskräfte der Kranken- und Altenpflege“. Dies ist Platz zwei in der Burnout Statistik aller Berufsgruppen1. Dies zeigt meiner Meinung nach deutlich auf, wie enorm wichtig es ist, sich als Leitung im Pflegedienst über die Bedeu- tung der Burnoutprophylaxe für Mitarbeiter aller Ebenen im Klaren zu sein. Im Qualitätshandbuch meines Unternehmens finden sich die Wörter „Stress“ und „Burnout“ bisher nicht wieder. Mein Ziel ist es, das Unternehmen für die Bur- noutprophylaxe zu sensibilisieren. Dies möchte ich erreichen durch die Imple- mentierung einer steuerfreien Subventionierung des Arbeitgebers von 44€ mo- natlich für gesundheitsfördernde Maßnahmen für alle Mitarbeiter. Verständnis der Erkrankung „Burnout“, möchte ich dem Leser durch eine umfassende Erläu- terung, zu Beginn näher bringen. Anschließend werde ich mein Vorgehen bei der Implementierung dieser Subventionierung, deren Ziele und die rechtliche Grundlage veranschaulichen. Ich entwickelte begleitend einen Antragsbogen, der für die Beantragung dieser Subventionierung in meinem Unternehmen gül- tig sein soll. Für die langfristige Arbeit mit dieser Maßnahme ist die Erhebung und Evaluation der Mitarbeiterbedürfnisse entscheidend. Den Ansatz der Eva- luation lege am Ende fest.

2. Burnout-Syndrom

Bevor der, für den ambulanten Intensivpflegedienst, in der Praxis relevante Teil geschildert wird, wird auf das Krankheitsbild selbst Bezug genommen. Zunächst wird der Begriff „Burnout“ erläutert. Anschließend werden verschiedene Defini- tionen aufgeführt, die Ursachen, Symptome und der Verlauf der Erkrankung er- läutert sowie eine AOK Veröffentlichung über attestierte Fehltage aufgrund von Burnout vorgestellt. Dies ermöglicht es dem Leser, das Krankheitsbild zu ver- stehen und die hohe Relevanz der Burnoutprophylaxe für Pflegepersonal, die auch auf andere Berufsgruppen transferierbar ist, zu erkennen.

2.1 Burnout - Was ist das eigentlich?

Gert Kowarowsky - (Dipl. Psychologe) beschreibt dies in seinem Buch „individualisierte Burnout-Therapie“ sehr gut. Er stellt dar, dass das Konzept „Burnout“ eine große Chance bietet, den Menschen mit klinisch relevanten Störungsbildern vorurteilsfreie Hilfe zuteilwerden zu lassen.

Der Autor stellt in einem Kapitel verschiedene Fallbeispiele von Patienten, die er in seiner psychologischen Praxis behandelt hat, vor. Die Patienten klagten eingangs alle über „Burnout“. Vom 48 Jahre alten Niederlassungsleiter, der multidimensionalem Stress durch Arbeit, Familie, Beruf und Affäre ausgesetzt ist, bis hin zur 24 Jahre alten Pädagogikstudentin, die sich vollkommen ausgebrannt fühlt, weil sie subjektiv empfunden „Tag und Nacht“ an ihrer Masterarbeit sitzt. Die Problematik sieht er darin, als behandelnder Arzt oder Psychologe, herauszufinden, was jeder Hilfesuchende individuell, unter dem als „Burnout“ bezeichneten Zustand, versteht. Da oftmals die Auffassung dieses Begriffs, für jeden der Hilfesuchenden, sehr unterschiedlich ist.

Der Begriff Resilienz (Latein: resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘) oder psychi- sche Widerstandsfähigkeit wird besonders hervorgehoben und beschreibt die Fähigkeit eines Menschen persönliche Krisen, durch Rückgriff auf persönliche und durch Sozialisation vermittelte Ressourcen, zu bewältigen. Diese Fähigkeit spielt eine entscheidende Rolle für die individuelle Krankheitsgeschichte. Burnout wird durch den Autor skizziert als ein Zustand der Erschöpfung und des ausgebrannt seins - ein nicht funktionales mit der Welt zurechtkommen.2

2.2 Definitionen des Burnout

Entgegen der ICD-10 Klassifizierung nach der WHO, die das Burnout-Syndrom als eigenständige Erkrankung nicht vorsieht3, steht der deutliche Anstieg der gesellschaftlichen Akzeptanz von psychischen Erkrankungen - auch des „Bur- nout´s“ - in unserer Gesellschaft. Ergänzend zum Punkt 2.1, in dem Burnout als subjektives Bild dargestellt wird, folgen nun drei Ansätze der medizinischen De- finition des Burnout.

1. „ Burnout oder Burnout-Syndrom (Englisch: burn out ´ausbrennen´) ist ein Oberbegriff für Typen persönlicher Krisen, die mit eher unauffälligen Frühsym- ptomen beginnen und mit völliger Arbeitsunfähigkeit oder sogar Suizid enden können.4

2. Definition nach Fr. Christina Maslach;

für die amerikanische Forscherin ist das Burnout-Syndrom durch drei Hauptkriterien definiert:

- Emotionale Erschöpfung: Die Person fühlt sich durch Anforderungen aus Privatleben und Beruf überfordert, sie empfindet Leere und Hoffnungslosig- keit.
- Entfremdung: Die Person hat eine distanzierte und zynische Haltung im Be- ruf. Die Menschen, die ihr im Beruf begegnen werden zu Objekten.
- Eingeschränkte Leistungsfähigkeit: Die Person hat das Gefühl, keine Er- folge mehr zu erzielen und keine Verantwortung mehr tragen zu können. Sie zweifelt an der Sinnhaftigkeit ihres Tuns5.

3. Definition nach Hr. Prof. Dr. Günther W. Maier;

Burnout ist eine Stressreaktion, meist sind beruflich sehr engagierte Menschen von emotionaler Erschöpfung und Zynismus betroffen. Diese Menschen behandeln Personen in ihrem beruflichen Umfeld eher als Objekte und verspüren kaum Erfüllung durch ihre Tätigkeit6.

2.3 Ursachen und begünstigende Faktoren

In der Fachliteratur finden sich immer wiederkehrend die vier großen Bereiche aus denen die Hauptursachen für das Burnout-Syndrom hervorgehen. Katego- risch untergliedert in psychische/psychologische-, arbeitsplatzbedingte-, sozia- le- und umweltbedingte Ursachen. Pflegepersonal, welches die größte Berufs- gruppe unseres Unternehmens darstellt, ist aufgrund all dieser Faktoren ge- fährdet. Die Belastung ist multidimensional: Aufopferung für die Patienten, stän- dige Erreichbarkeit, Einspringen und hohe Verantwortung für den Patienten, dies ist nur ein kleiner Teil des Pflegealltags. „Nein sagen“ fällt vielen Pflege- kräften schwer, da sie sich für ihre Patienten, Mitmenschen und Kollegen ein- setzen wollen.

2.3.1 Psychische/psychologische Ursachen

In Bezug auf die psychischen Erkrankungen gilt: Die Unterscheidung der vor- gebrachten Beschwerden des Patienten in Ursachen, Begleiterscheinungen oder Folgen von Burnout sind im Einzelfall schwierig. Viele Therapeuten berich- ten davon, dass ein vorurteilsfreies Behandeln eines, aus Patientensicht subjek- tiven Burnout, sich unabhängig von der eigentlichen Diagnose sehr erfolgreich Behandeln lässt. Dem Therapeuten ist es dabei bewusst, dass es sich in Wahr- heit nich um Burnout sondern um eine psychiatrische Diagnose handelt.7

Psychiatrische Diagnosen als mögliche Ursache für Burnout: Alkoholmiss- brauch oder Alkoholabhängigkeit, Angststörungen, Panikstörungen, Phobien, Hypochondrische Störungen, Zwangsstörungen, depressive Erkrankungen, bi- polare Störungen, posttraumatische Belastungsstörungen und Anpassungsstö- rungen.

2.3.2 Arbeitsplatzbedingte Ursachen

Kowarowsky hält es für dringend geboten, den Begriff Arbeitsplatzbedingungen um „ tätigkeitsbezogene Bedingungen 8 “ zu erweitern, denn es wäre fahrlässig Tätigkeiten wie in der Familie, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen u.v.m nicht als Arbeit zu bezeichnen. Für Ursachen durch tätigkeitsbezogenen Stress finden verschiedenste Forschungsgruppen - die mit unterschiedlichsten For- schungsmethoden arbeiten - eine sehr ähnliche Schnittmenge.9 Sie beinhaltet vorrangig folgende Faktoren: Arbeitsüberlastung, Über- und Unterforderung, mangelnde Anerkennung, Mangel an Selbstbestimmung, Mangel an Gemein- schaft, fehlende Perspektiven, der Zwang zur ständigen Verfügbarkeit, erzwun- gene Mobilität, Konflikte mit Vorgesetzten, Mobbing, Angst um den Arbeitsplatz, Wertekonflikte, Sinnkrisen und gerichtliche Auseinandersetzungen.

2.3.3 Soziale Ursachen

Sozial belastende Faktoren, die zu einem Burnout führen können sind u.a. ver- traute Kollegen/Vorgesetzte, die aus dem Unternehmen ausscheiden und im ungünstigem Fall zusätzlich durch, als subjektiv empfunden unangenehme Per- sonen, ersetzt werden. Des Weiteren können Veränderungen im Freundeskreis wie z. B. durch Wohnortveränderungen, Streit oder Tod ein Faktor sein. Auch stellt sich die Frage nach tiefgreifenden finanziellen Belastungen, die den sozia- len Status gefährden können.

Kowarowksy berichtet ergänzend dazu von einer gesamtgesellschaftlichen Veränderungsdynamik zwischen 1989 und 2017, die alles andere als Burnout reduzierend zu bezeichnen ist: „ Erosion sozialer Werte und traditioneller sozialerVerbände,Überflutung mit Informationen, zunehmende digitale Freundschaftenstatt realer zwischenmenschlicher Begegnungen, Verflachung der Tiefe undReduzierung der Häufigkeit realer sozialer Kontakte durch beruflich erzwungene Ortswechsel(…), zunehmende Einsamkeit(…).10

2.3.4 Umweltbedingte Ursachen

Die Autoren Muschalla und Linden zeigen auf, dass Hörprobleme, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und allgemeine Irritierbarkeit in direktem Zusammenhang stehen mit physikalischen Stressoren wie „Lärm, Vibrationen, Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Zugluft, Beleuchtung, Hygiene und Klima sowie Exposition mit verschiedenen chemischen Stoffen.11

Durch environmentale Einflüsse entstandene Erkrankungen, die als Berufs- krankheit anerkannt sind, belegen, dass diese Faktoren auch eine Ursache für das Burnout-Syndrom sind.

2.4 Symptome des Burnout

Wie bereits in der Definition unter Punkt 2.2 aufgeführt, ist das Burnout-Syn- drom durch die Weltgesundheitsorganisation nicht als eigenständige Erkrankung mit ICD-10 Diagnoseschlüssel aufgeführt. Im ICD-10 Kodex werden durch die WHO alle anerkannten Diagnosen über verschiedene Symptome definiert. Da dies hier von offizieller Seite fehlt, finden sich in den unterschiedlichsten Veröffentlichungen mehr als 130 Burnout assoziierte Symptome.

Die große Schnittmenge der Symptome wird vor allem gekennzeichnet durch: „ progredienten Verlust von Lebensfreude, persönlicher Gesundheit und Schaffenskraft; ausgeprägte körperliche und geistige Erschöpfung mit mangelnderRegenerationsfähigkeit, zunehmende körperliche Beschwerdevielfalt und Persönlichkeitsveränderungen.“12

Als konkret benannte Symptome findet man im Großteil der Fachliteratur immer wieder: Energiemangel, chronische Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörung, häufige Infekte, Kopf- und Rückenschmerzen, erhöhter Blutdruck, Herzrasen, Schwindel, Magen- und Darmbeschwerden, reduzierte Libido, sexuelle Funkti- onsstörungen, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Interessenlosig- keit, unbestimmte Angst, Ruhelosigkeit, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosig- keit, Ausweglosigkeit, Verlust der Empathie, unterschwellige Gereiztheit, Zynis- mus, Vernachlässigung der sozialen Kontakte und Hobbys. Diese Liste ist nur Beispielhaft für die Vielzahl der Symptome des Burnout-Syndroms.

Die Burnout Symptomatik versucht Faust als ein beobachtbares Schmelzen der Pyramide nach Maslow darzustellen, bei der den Betroffenen höher entwickelte Persönlichkeitsmerkmale fortschreitend verloren gehen, bis hin zur Suizidalität.

[...]


1 vgl. Internetquelle Registernummer 9

2 vgl. Kowarowsky, G. (2017)

3 vgl. Internetquelle Registernummer 2

4 Internetquelle Registernummer 1

5 vgl. Maslach, C. (2003)

6 vgl. Internetquelle Registernummer 8

7 vgl. Kowarowsky, G. (2017)

8 Kowarowsky, G. (2017) S.133

9 vgl. Kowarowsky, G. (2017)

10 Kowarowsky, G. (2017) S. 142

11 vgl. Muschalla, B. / Linden, M. (2013)

12 Kowarowsky, G. (2017) S. 27

Excerpt out of 17 pages

Details

Title
Subvention von gesundheitsfördernden Maßnahmen als Burnoutprophylaxe für das Personal des Unternehmens Kinderpflegedienst.com
Course
Weiterbildung zur Leitung einer Pflegeeinheit - Pflegedienstleitung
Grade
1
Author
Year
2018
Pages
17
Catalog Number
V432561
ISBN (eBook)
9783668769991
ISBN (Book)
9783668770003
File size
576 KB
Language
German
Notes
Sehr geehrte Leser*innen, Dies ist meine schriftliche Abschlussarbeit im allgemeingültigen wissenschaftlichen Stil. Die Arbeit wurde im Rahmen zur Erlangung der Berufsbezeichnung "verantwortliche Pflegefachkraft" im Sinne des §71 SGB XI verfasst. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen dieser Abschlussarbeit. Mit freundlichen Grüßen, - Rothenhagen
Tags
PDL, Pflegedienstleitung, Verantwortliche Pflegefachkraft, Burnout, Gesundheit, Prophylaxe, Psyche, Hausarbeit, Abschlussarbeit, Gesundheitsförderung, Maßnahmen
Quote paper
Curtis Alexander Rothenhagen (Author), 2018, Subvention von gesundheitsfördernden Maßnahmen als Burnoutprophylaxe für das Personal des Unternehmens Kinderpflegedienst.com, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432561

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