Auswirkungen des aktuellen Mindestlohns auf den deutschen Arbeitsmarkt


Hausarbeit, 2017
20 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit

2. Ölpreisschock
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Entstehung und Verlauf der Krise
2.2.1 US-Dollar-Abwertung
2.2.2 Jom-Kippur-Krieg
2.2.3 Maßnahmen der OAPEC
2.3 Auswirkungen auf die BRD
2.4 Zusammenfassung

3. Theorie zur Ölkrise

4. Wirtschaftspolitische Folgen
4.1 Auswirkungen auf die Konjunktur
4.2 Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit
4.3 Gesellschaftlich-politische Folgen
4.4 Zusammenfassung

5. Wirtschaftspolitische Maßnahmen
5.1 Sofortmaßnahmen
5.2 Langfristiges Umdenken der Regierung
5.3 Zusammenfassung

6. Wirtschaftliche Situation im Jahr 2016

7. Schlussbetrachtung

8. Literaturverzeichnis
8.1 Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Bei der Fahrt zur Tankstelle können viele Deutsche in diesem Jahr die Urlaubskassen schonen, denn der Ölpreis ist zur Freude vieler Bürger so niedrig wie schon lange nicht mehr. Das war aber nicht immer so, die vor knapp 43 Jahren eintretende Ölkrise brachte der damaligen BRD massive Folgen ein. Autobahnen ohne Autos, „Benzin ausverkauft“-Schilder an den Tankstellen, und Behörden, die die Heizung runterdrehten. Der Ölpreisschock von 1973 hat sich eingebrannt in das Gedächtnis der Deutschen. Folglich kommt bei den älteren Bürgern schon bei der kleinsten Erhöhung des Ölpreises Misstrauen auf. Zu groß waren die damaligen Folgen in der Wirtschaft, vor allen in der Industrie, wo es zeitweilig sogar existenziell bedrohlich wurde. Die damalige Abhängigkeit von dem Öl welche, die arabischen Staaten als politische Waffen einsetzten war der wesentliche Auslöser für die Krise.

1.2 Zielsetzung

In der folgenden Arbeit soll den Lesern beschrieben werden, vor welchen Problemen die BRD stand und wie es zu solch einen Zustand kommen konnte, in einem Land, welches sich im Aufschwung befand. Außerdem sollen im Folgenden nicht nur die ökonomischen Folgen, sondern auch die gesellschaftlichen Veränderungen durch die erste Ölkrise betrachtet werden.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit beginnt mit einer Definition des Begriff „Ölkrise“, im Anschluss folgt eine Darstellung der Krise sowie deren Gründe. Im dritten Kapitel soll anhand des AS-AD- Modelles die Theorie der Ölkrise aufgezeigt werden. Der Hauptkern der Arbeit beschäftigt sich mit den damals ergebenden Folgen. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der davor beschriebenen Folgen werden ebenfalls näher erläutert. Im sechsten Kapitel wird die heutige Situation analysiert und mit der Situation im Jahr 1974 verglichen. Die Hauarbeit schließt mit einem Fazit ab.

2. Ölpreisschock

2.1 Begriffsbestimmung

Damit die nächsten Punkte näher erläutert werden können, ist es notwendig zuerst zu definieren, was eine Ölpreiskrise ist. Die Ereignisse im Oktober 1973 und auch die damit verbundenen Folgen, welche in dieser Arbeit noch näher erläutert werden, werden alle der Ölkrise zugeordnet. Doch was kennzeichnet diese Krise?

Als Ölpreisschock wird eine Phase bezeichnet, in der ein starker Ölpreisanstieg stattfindet, welcher gravierende gesamtwirtschaftliche Auswirkungen hat. Die Erhöhung der Rohölpreise im Jahre 1973 löste in den Industrieländern schwere Rezessionen aus. Diese Erhöhungen entstanden jedoch nicht aus Ausschöpfung der Ölreserven, sondern hatten politische und ökonomische Hintergründe.

Gekennzeichnet war die Ölkrise durch die überraschend eintretende Angebotsverknappung durch die OPEC-Staaten. Diese Verknappung traf die sogenannten Industriestaaten deswegen so stark, weil die OPEC-Länder einen erheblich großen Anteil an der Versorgung von Erdöl getragen haben. Weitere wichtige Elemente für die Krise, waren die große Abhängigkeit und fehlenden Alternativen der betroffenen Länder.

2.2 Entstehung und Verlauf der Krise

Das Eintreten der ersten Ölkrise war keinesfalls Zufall oder ein plötzlicher Eintritt. Der Krise können zwei Hauptauslöser zugeordnet werden[1]. Die erste Phase beginnt im Jahre 1970 und läuft bis zum Beginn des israelisch-arabischen Krieges im Oktober 1973. Die zweite Phase datiert vom Beginn des Oktoberkrieges bis zur Aufhebung des Ölembargos Anfang 1974.

2.2.1 US-Dollar-Abwertung

Die erste entscheidende Ursache zur Herbeiführung der Erdölkrise findet im Jahre 1971 statt, nämlich mit der Aufhebung der Golddeckung des US-Dollars und der darauffolgenden Dollar-Krise. Um den Effekt des Dollar-Zerfalls auf die Erdölindustrie zu verstehen, ist es unerlässlich zu wissen, dass Förderländer wie Saudi-Arabien oder der Iran von Importländern wie den USA, Deutschland oder Japan stets in US-Dollar bezahlt wurden. Der US-Dollar war seit der Konferenz von Bretton Woods[2] im Jahre 1944 zu einem festen Wechselkurs von Gold gedeckt und diente weltweit als Leitwährung. Der US-Dollar genoss in den folgenden Jahren großem Vertrauen der Beteiligten und wurde in übergroßen Mengen ausgegeben. Aufgrund der hohen Ausgaben war die amerikanische Zentralbank Federal Reserve (FED) gezwungen die steigenden Ausgaben durch den Druck von zusätzlichen Dollars zu finanzieren. Die Deckung durch die Goldreserven reichte jedoch nicht mehr aus. Infolgedessen einigten sich am 14. Februar 1971 die USA mit den Ländern des Persischen Golfs in Teheran auf einheitliche Preise und den Wegfall aller Rabatte für Rohöl. Im Sommer desselben Jahres am 15. August hob der damalige Präsident Nixon die Golddeckung des US Dollars auf. Hierauf kam es zu einer starken Abwertung der US-Währung, welche wiederum zu einem Kaufkraftverlust der ölexportierenden Länder führte.

2.2.2 Jom-Kippur-Krieg

Am 6. Oktober 1973, dem israelischen Versöhnungstag „Jom-Kippur“ brach zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn erneut ein Krieg aus Es war bereits der vierte arabisch-israelische Krieg. Der Sechs-Tage-Krieg, einer dieser vielen Auseinandersetzungen zwischen den arabischen Ländern und der Israeli, war der wesentliche Auslöser für den Jom-Kippur-Krieg. Vom 05. Juni bis zum 10. Juni 1967 schaffte es Israel unter anderen den Gazastreifen, Westjordanien einschließlich der Altstadt von Jerusalem zu besetzen. Die Wut der arabischen Länder verschärfte sich, sie wollten die Gebiete wieder zurückerobern. Bis es schließlich am Versöhnungstag zum Angriff kam. Trotzt anfänglicher Erfolge verlief der Angriff nicht nach den Vorstellungen ägyptischer und syrischer Truppen. Der wesentliche Grund hierfür war der Eingriff der Amerikaner in den Krieg. Die USA unterstützen Israel mit erheblichem militärischen Mitteln und somit konnte Israel den Kriegsverlauf wenden.

2.2.3 Maßnahmen der OAPEC

Die Erdöl-Exportierenden-Länder reagierten auf diesen Angriff und beschlossen schließlich am 16. Oktober das Öl als Waffe einzusetzen. Die Exporte wurden mit sofortiger Wirkung um mindestens fünf Prozent gesenkt, inklusive fünf weiterer Prozent für jeden Monat bis zur Räumung der im Sechs-Tage-Krieg besetzten Gebiete der Israelis. Der Rückgang belief sich tatsächlich noch weit über den fünf Prozent.

Des Weiteren wurden nach dem Treffen der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) in Wien Strafen gegenüber der USA und der Niederlande verhängt. Der Grund für die Ölembargos war die Unterstützung Israels durch die beiden Staaten. Die übrigen europäischen Länder wurden nur noch mit 75 Prozent der bisherigen Menge beliefert. Das trieb den Ölpreis innerhalb kürzester Zeit um fast 70 Prozent nach oben.[3]

Ziel dieser beiden Maßnahmen war es den Druck auf das Ausland auszuüben, um eine Unterstützung für Israel einzustellen. Nachdem sich die Konfliktsituation im Nahen Osten entspannt hatte, hoben die OPEC-Länder die Fördermengen zwar wieder an, verlangten jedoch einen deutlich höheren Preis.

2.3 Auswirkungen auf die BRD

Der Zeitpunkt für die Erhöhung des Ölpreises war gut gewählt. Denn in Europa stand der Winter vor der Tür. Die Abhängigkeit der westlichen Staaten vom Öl war aufgrund der Jahreszeit noch stärker als davor. Erdöl war für die Industrienationen des Westens die wichtigste Energiequelle. Allein in der Bundesrepublik Deutschland wurde die Hälfte des Energiebedarfs durch das importierte Rohöl gedeckt. Davon stammten 75 Prozent[4] aus den arabischen Ländern. Die Einschnitte in Deutschland waren für jedermann spürbar. Denn die Ölkrise wirkte sich schnell auf mehrere Bereiche in Deutschland aus. Neben der Energiepolitik wurden unter anderen noch die Konjunktur, die Beschäftigtenzahl, die Nachfrage der Bürger und viele weitere Bereiche eingeschränkt. Vor allen die Industrie fürchtete sich vor den arabischen Ölboykott. Der reduzierte Mineralölsturm aus dem Nahen Osten gefährdete nicht nur die Produktionspläne, sondern auch die Kundschaft. Wie genau sich der Ölpreisschock auf die BRD ausgewirkt hat, wird in den folgenden Kapiteln näher erläutert. In dem die oben genannten Bereiche anhand deren Folgen dargestellt werden.

2.4 Zusammenfassung

Anders als oft behauptet, kam der Ölpreisschock nicht ganz überraschend, wie es in vielen Berichten immer wieder dargestellt wird. Wie in Kapitel 2.2.1 und 2.2.2 beschrieben hatten die US-Dollar-Abwertung und der langjährige Konflikt zwischen den arabischen Ländern und Israel wesentliche Auswirkungen für den Eintritt der Krise. Ausschlaggebend hierfür war der Kaufkraftverlust durch die ölexportierenden Länder und die Folgen der Maßnahmen der OEPEC-Mitglieder. Die zu drastischen Maßnahmen griffen, wie den Ölembargos für die Unterstützung von Israel, gegenüber den Niederlanden und den USA. Als auch den enormen Ölpreiserhöhungen, welche vervierfacht wurden. Die Auswirkungen der Krise traf Deutschland aufgrund der hohen Abhängigkeit vom Erdöl vor allen in der Industrie. Bevor explizit auf die wirtschaftspolitischen Folgen eingegangen wird, soll im folgenden Kapitel zunächst einmal die Theorie zur Ölkrise anhand eines Modells erklärt werden.

3. Theorie zur Ölkrise

Die Theorie zur Auswirkung eines Ölpreisanstiegs auf die Volkswirtschaft soll im folgenden Kapitel anhand des AS-AD-Modell von John Maynard Keynes näher erläutert werden. Das AS-AD-Modell ist die Weiterentwicklung des IS-LM Modells, mit dessen Hilfe es möglich war den Wert des BIP für den Güter- und Geldmarkt im Gleichgewicht zu bestimmen.[5] Jedoch basierte die Analyse auf der Annahme konstanter Preise. Mit Hilfe des AS-AD-Modell wird der Gleichgewichtswert des BIP in der kurzen und mittleren Frist bestimmt, wenn die Preise nicht konstant bleiben.

In der folgenden Abbildung wird von einer gleichbleibenden Gesamtnachfrage (AD/ aggregated Demand) und eines sinkenden Gesamtangebots (AS/aggregated Supply) ausgegangen, da die Erhöhung der Ölpreise nicht nur den Benzinpreis betrifft, sondern nahezu alle Wirtschaftsbereiche.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: AS-AD-Modell

Quelle: Blanchard, O, Illing, G (2014), Kapitel 6

Der Anstieg des Ölpreises ist jedoch in keiner der genannten Funktionen enthalten und wird im Modell als Erhöhung des Gewinnaufschlags angesehen. Die Folge dieser Erhöhung bedeutet einen Anstieg des Preisniveaus bei jedem Produktionsniveau Y. Die AS-Kurve verschiebt sich nach links oben. Die neue AS-Kurve verläuft durch den Punkt B, in dem die Produktion dem neuen gesunkenen natürlichen Produktionsniveau Yn’[7] entspricht und das Preisniveau gleich Pt-1 ist. Die Wirtschaft wird anhand der AD Kurve gespiegelt, welche sich von A nach A’ und im Laufe der Zeit auf A“ bewegt. Die Punkte Yn und Y’ stehen für die sinkende Produktion. Das neue niedrigere Produktionsniveau Yn’ wird erreicht, indem sich die Wirtschaft entlang der AS Kurve auf dem Punkt A“ abbildet. Das neue Preisniveau ist durch den in der Abbildung erklärten Prozess folglich höher als vor dem Ölpreisschock.

In der Abbildung 2 werden die kurz und mittelfristigen Folgen auf die Produktion, Zinsen und die Preise nochmal dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wirkung des Ölpreisschocks

Quelle: Eigene Abbildung in Anlehnung an Blanchard, O, Illing, G (2014), Kapitel 6

4. Wirtschaftspolitische Folgen

Nachdem im vorangegangen Kapitel die Erhöhung des Preisniveaus anhand des AS-AD-Modells dargestellt worden ist, sollen im folgenden Kapitel die wirtschaftspolitischen Folgen ausführlich erläutert werden. Im Kapitel 4 wird auf die Konjunktur, die Erhöhung der Arbeitslosigkeit und auf die gesellschaftlich-politischen Folgen eingegangen.

4.1 Auswirkungen auf die Konjunktur

Die damalige BRD befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Jahre 1973 in einer Hochkonjunktur, die wirtschaftliche Lage in Westdeutschland war hervorragend. Doch der dünner fließende Mineralölstrom aus dem Nahen Osten brachte nicht nur die Konjunktur in Gefahr, sondern auch das Wachstum der westlichen Volkswirtschaften. Nach dem Beschluss der arabischen Länder rund 15 Prozent weniger Öl an die europäischen Länder zu exportieren, reagierten die damaligen Politiker verblüfft. Sie kamen zur Erkenntnis, dass die Konjunkturdrosselung durch Rohstoffverknappung sehr viel brutaler wirkte als konventionelle Geldpolitik. Denn die Ölknappheit ist im Gegensatz zum Geldmangel eine feste Größe und nicht manipulierbar. Die Leute wurden vorsichtiger und das machte sich bemerkbar.

[...]


[1] Vgl. Chevalier, J.-M (1996):

[2] Das Ende von Bretton Woods, URL: https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Themen/2013/2013_10_14_das_ende_von_bretton_woods.html, Abruf am 15.07.2016

[3] Vgl. Hohensee, J (1996)

[4] Vgl. Chevalier, J.-M (1996):

[5] Vgl. Mankiw, G: (2011)

[6] Vgl. Blanchard, O.; Illing, G. (2014)

[7] Vgl. Blanchard, O.; Illing, G. (2014)

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen des aktuellen Mindestlohns auf den deutschen Arbeitsmarkt
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
2,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V433531
ISBN (eBook)
9783668755741
ISBN (Buch)
9783668755758
Dateigröße
630 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mindestlohn, Arbeitsmarkt, Wirtschaftspolik, Hausarbeit, FOM
Arbeit zitieren
Asat Ramadani (Autor), 2017, Auswirkungen des aktuellen Mindestlohns auf den deutschen Arbeitsmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433531

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