Die Unternehmensbesteuerung in der Steuerlehre


Ausarbeitung, 2018
7 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A Welche Auswirkung hat die Wahl der Rechtsform eines Unternehmens auf die Besteuerung?
1. Rechtsformen in Deutschland
1.1 Einzelunternehmen
1.2 Personengesellschaften
1.3 Kapitalgesellschaften
1.4 Auswirkung der Rechtsform auf die Besteuerung

B 1 % Regelung vs. Fahrtenbuch nach EStG – Unterschiede für Unternehmer bzw. Arbeitnehmer
2. Bedeutung der 1 % Regelung
2.1 Bedeutung des Fahrtenbuchs
2.2 Welche Unterschiede bestehen zwischen
Unternehmer und Arbeitnehmer

C Umsatzsteuerliche Behandlung privater Kfz – Nutzung durch Unternehmer bzw. Arbeitnehmer
3. Bedeutung der Umsatzsteuer
3.1 Private KFZ – Nutzung durch Arbeitnehmer
3.2 Private KFZ – Nutzung durch Unternehmer

D 4. Quellenverzeichnis

Aufgabenstellung:

1. Welche Auswirkung hat die Wahl der Rechtsform eines Unternehmens auf die Besteuerung?

2. 1% Regelung vs. Fahrtenbuch nach EStG – Unterschiede für Unternehmer bzw. Arbeitnehmer.

3. Umsatzsteuerliche Behandlung privater Kfz-Nutzung durch Unternehmer bzw. Arbeitnehmer.

A Welche Auswirkung hat die Wahl der Rechtsform eines Unternehmens auf die Besteuerung?

1. Rechtsformen in Deutschland

Um die Auswirkungen der Besteuerung auf die Wahl der Rechtsform eines Unternehmens zu konkretisieren ist es wichtig zu verstehen, welche Rechtsformen es überhaupt gibt. In Deutschland gibt es drei große Rechtsformen: die Einzelunternehmen, die Personengesellschaften sowie die Kapitalgesellschaften. Jede Rechtsform wird vom Gesetz her ganz unterschiedlich besteuert und haftet entsprechend auch unterschiedlich, wobei letztere nicht Gegenstand dieser Hausarbeit ist. In den folgenden Kapiteln werden die einzelnen Rechtsformen beschrieben.

1.1 Einzelunternehmen

Die einfachste Rechtsform in Deutschland ist die des Einzelunternehmens. Einzelunternehmer sind Nichtkaufleute bzw. kleine Gewerbetreibende. Es werden keine Mindesteinlagen vorgeschrieben. Zur Gründung reicht eine Person aus. Einzelunternehmer haften uneingeschränkt mit ihrem Geschäfts- und Privatvermögen. Die Gewerbeanmeldung ist mit geringen Kosten verbunden.1

1.2 Personengesellschaften

Wesentlich interessanter geht es bei den Personengesellschaften zu. Eine Personengesellschaft beginnt mit der Aufnahme der Geschäftstätigkeit, benötigt aber mindestens zwei Personen, die sich zusammenschließen. Personengesellschaften des HGB sind als sogenannte Formkaufleute verpflichtet, ihren Gewinn durch Bilanzierung zu ermitteln. Dies betrifft z.B. die OHG oder die KG, auch wenn sie keine gewerbliche Tätigkeit ausübt. Bei der GbR kommt es auf die konkrete Tätigkeit an: Gewerbliche GbR haben grundsätzlich dasselbe Wahlrecht wie der Einzelunternehmer mit geringem Jahresumsatz und Jahresüberschuss. Bei einer VermietungsGbR ist steuerrechtlich zwingend eine Einnahmen Ausgaben-Rechnung durchzuführen. Eine Personengesellschaft erstellt keine Einkommensteuererklärung, sondern eine Erklärung zur einheitlichen und gesonderten Feststellung der Einkünfte. Der Gewinn wird dabei anteilig auf die Beteiligten verteilt; er ist von jedem Gesellschafter in der jeweils eigenen Einkommensteuererklärung zu versteuern. Die Gesellschaft ist selbst gewerbesteuerpflichtig und Schuldner der Umsatzsteuer. Die bezahlte Gewerbesteuer ist zwar auf Ebene der Gesellschaft nicht als Betriebsausgabe abzugsfähig, die Gesellschafter können sie anteilig aber auf die eigene Einkommensteuerschuld anrechnen.2

1.3 Kapitalgesellschaften

Kapitalgesellschaften sind GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) sowie die AG (Aktiengesellschaft). Kapitalgesellschaften sind juristische Personen, für ihre Entstehung ist ein spezieller Gründungsakt erforderlich. Die GmbH muss ein Stammkapital von 25.000 € und die AG ein Stammkapital von 50.000 € aufweisen.3 Beide Gesellschaftsformen haften mit ihrem Stammkapital.

1.4 Auswirkung der Rechtsform auf die Besteuerung

Die steuerliche Auswirkung der Unternehmen bei der Wahl der Rechtsform fällt auf unterschiedlicher Weise aus. Mit Hilfe der Einnahmeüberschussrechnung können viele mittelständische Einzelunternehmen ihren Gewinn ermitteln. Es ermöglicht besondere Gestaltungsmöglichkeiten und Verschiebungspotenzial zwischen den Wirtschaftsjahren. Eine GmbH dagegen ist handelsrechtlich dazu verpflichtet, stets eine Bilanz zu erstellen. Stellt ein Personengesellschafter seiner Firma Wirtschaftsgüter oder ein Darlehen gegen Entgelt zur Verfügung, mindern die Vergütungen im Ergebnis nicht den Gewinn der Gesellschaft. Die Vergütungen sind auf Ebene der Personengesellschaft als Betriebsausgaben abziehbar. Auf Ebene des Gesellschafters werden sie im sogenannten „Sonderbetriebsvermögen“ wieder hinzugerechnet. Im Ergebnis sind derartige Vergütungen damit nur Bestandteil der Gewinn- oder Verlustverteilungsabrede. Bei einer GmbH sind es dagegen Betriebsausgaben, sofern sie nicht zu einer verdeckten Gewinnausschüttung führen. Dafür versteuert der GmbH-Gesellschafter diese Einnahmen mit seinem individuellen Einkommensteuersatz. Die Besteuerung des Gewinns von Personengesellschaft und Einzelunternehmen erfolgt im Rahmen der Einkommensteuererklärung der Gesellschafter mit dessen persönlichen Steuersätzen. Dabei sind die Firmenerträge mit den übrigen Einkünften verrechenbar. So kann beispielsweise ein anteiliger Verlust aus der Gesellschaft die Steuerbelastung auf den Lohn des Ehepartners ausgleichen. Umgekehrt führen negative Mieteinkünfte dazu, dass der Unternehmensgewinn nicht versteuert werden muss. Selbst der private Börsenverlust kann genutzt werden, um die Einkommensteuer auf den Bilanzgewinn zu mindern. Die Gewinne der Personengesellschaft unterliegen – bei Religionszugehörigkeit des Gesellschafters – der Kirchensteuer. Der GmbH-Gewinn unterliegt der Körperschaftsteuer. Hier gilt keine Progression, sondern unabhängig von der Gewinnhöhe ein Steuersatz von pauschal 15 % plus Solidaritätszuschlag. Dafür lassen sich die Verluste aus der Kapitalgesellschaft nicht mit den persönlichen Einkünften verrechnen. Um die Gewinne verwenden zu können, bedarf es anders als bei Einzelunternehmern oder Personengesellschaften noch der Gewinnausschüttung. Die ausgeschütteten Gewinne unterliegen seit 2009 der Kapitalertragsteuer, wenn kein besonderer Antrag gestellt wird. Der Gewinn wird also noch einmal auf der Ebene des Beteiligten voll besteuert. Seit Anfang 2015 muss auch eine GmbH, die Gewinne an die Gesellschafter ausschüttet, grundsätzlich Kirchensteuer auf die Kapitalertragsteuer einbehalten und abführen. Nur Personengesellschaften und Einzelunternehmen haben die Möglichkeit, einen gewerbesteuerlichen Freibetrag von 24.500 € zu nutzen. Um diesen Betrag verringert sich der zu versteuernde Gewerbeertrag und damit auch die gesamte Gewerbesteuerbelastung. Die GmbH muss ab dem ersten Euro Gewerbesteuer zahlen. Auf den ersten Blick erscheint der geringe Körperschaftsteuersatz von 15 % zwar lukrativer als die Einkommensteuerprogression von bis zu 45 %. Hinzuzurechnen ist jedoch die Gewerbesteuer. Diese Kommunalabgabe kann bei Personengesellschaftern und Einzelunternehmern nicht nur auf die Einkommensteuer angerechnet werden, sondern es gibt auch noch einen Freibetrag. Die GmbH hingegen zahlt durch beide Abgabenarten zusammen rund 30 % Steuer. Außerdem müssen die Gewinne noch an den Gesellschafter ausgeschüttet werden. Dadurch fällt die Kapitalertragsteuer an, was die tatsächlich von den Gesellschaftern erhaltenen Gewinne weiter senkt. Damit erhöht sich die Gesamtsteuerbelastung bei der GmbH auf etwa 40 %.4

B 1 % Regelung vs. Fahrtenbuch nach EStG – Unterschiede für Unternehmer bzw. Arbeitnehmer

2. Bedeutung der 1 % Regelung

Die Überlassung eines Firmenwagens ist entweder pauschal, durch die sog. 1 % - Methode oder individuell mit der Fahrtenbuchmethode zu ermitteln.5 Die 1 % Regelung ist somit eine von zwei Möglichkeiten, private Fahrten mit einem Firmenwagen zu versteuern. Bei der Listenpreismethode, wie diese auch genannt wird, wird bei der Berechnung der Einkommensteuer der Einkommensteuer 1 Prozent des Bruttolistenpreises des Firmenwagens zum monatlichen Gehalt zugerechnet.6 Bei Überlassung eines Elektrofahrrads zur Privatnutzung ist die 1 % - Regelung anzuwenden.7

2.1 Bedeutung des Fahrtenbuchs

Neben der Pauschalmethode gibt es noch die individuelle, die Fahrtenbuchmethode. Statt der pauschalen Berechnung kann der Wert für Privatnutzung sowie der Nutzung für Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte auch durch Nachweis der tatsächlichen Kfz – Aufwendungen (durch den Arbeitgeber) und dem Führen eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs ermittelt werden.8 Durch Vorgabe des BFH (Bundesfinanzhof) werden folgende Anforderungen an ein Fahrtenbuch vorgegeben bzw. sind aufzuweisen:

- das Datum,
- das Reiseziel (Adresse mit Hausnummer) bzw. Reiseroute,
- die aufgesuchten Kunden / Geschäftspartner bzw. dienstliche Tätigkeit,
- Gesamtkilometerstand jeweils am Ende der Fahrt.9

Das Fahrtenbuch muss zeitnah und in geschlossener Form geführt werden. Alle Fahrten einschließlich der gefahrenen Kilometer sind vollständig und fortlaufend in einem Zusammenhang wiederzugeben. Elektronische Fahrtenbücher sind nur anzuerkennen, wenn sich daraus dieselben Erkenntnisse gewinnen lassen, wie aus manuellen Fahrtenbüchern.10

2.2 Welche Unterschiede bestehen zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer

Der Arbeitgeber muss in Abstimmung mit dem Arbeitnehmer für den monatlichen Lohnsteuerabzug das anzuwendende Verfahren festlegen (Fahrtenbuch oder pauschale Regelung). Es darf bei demselben Kfz während des Kalenderjahres nicht gewechselt werden. Der Arbeitnehmer ist aber nicht in seiner Einkommensteuererklärung an das für die Erhebung der Lohnsteuer gewählte Verfahren gebunden.11 Die Vorteilsgewährung eines Dienstwagens ist somit für den Arbeitnehmer nach dem Einkommensteuergesetz lohn- und sozialversicherungspflichtig. Im Folgenden ein Rechenbeispiel für die 1 % Regelung in Bezug auf das zu versteuernde Einkommen des Arbeitnehmers:

Matthias K. hat von seiner Firma einen Dienstwagen bekommen, einen Ford Mondeo in Grundausstattung zum Listenpreis von 19.990 € brutto. Matthias darf den Wagen auch privat nutzen. Weiterhin fährt er jeden Tag 20 Kilometer mit dem Wagen von der Wohnung ins Büro. Matthias verdient monatlich 3.000 € brutto.

Aus den Daten ergibt sich dann folgende Rechnung:

- Listenpreis des Dienstautos: 19.990 €
- Abgerundet auf volle 100 €: 19.990 €
- 1 % des Bruttolistenpreises: 199 €
- 0,03 % des Listenpreises pro Kilometer: 5,97 €
- Für 20 Kilometer: 119,40 €
- Der geldwerte Vorteil beträgt: 199 € + 119,40 € = 318,40 €

Die Lohnbuchhaltung muss also Herrn K.s monatliches Bruttogehalt auf 3.318,40 Euro berechnen. Dieser Betrag dient als Grundlage zur Berechnung der Lohnsteuerabzüge und der Sozialversicherungsbeiträge.12

Gehört bei einem Unternehmer der Pkw zum Betriebsvermögen, sind sämtliche Kosten als Betriebsausgaben absetzbar. Hierunter fallen auch Schuldzinsen, Versicherungsbeiträge und die Abschreibung (AfA) auf den Kaufpreis, der auf sechs Jahre verteilt wird. Bei Gebrauchtwagen ist der Zeitraum kürzer. Im Jahr des Kaufs des Pkw kann die AfA nur zeitanteilig ab dem Kaufmonat beansprucht werden. Die Besteuerung des Privatanteils nach der Fahrtenbuchmethode ist zwar mühseliger, lohnt sich aber in den meisten Fällen. Grundvoraussetzung ist ein ordnungsgemäß geführtes Fahrtenbuch, und zwar für das gesamte Jahr. Außerdem müssen sämtliche Kosten für das Fahrzeug in der Buchhaltung separat aufgezeichnet werden. Für die Ermittlung der Gesamtkosten sind die Bruttowerte maßgebend. So ist etwa die AfA, anders als bei den Betriebsausgaben, vom Kaufpreis inklusive Umsatzsteuer zu berechnen. Anhand dieser Daten werden dann die Kosten pro Kilometer ermittelt.

C Umsatzsteuerliche Behandlung privater Kfz – Nutzung durch Arbeitnehmer bzw. Arbeitgeber

3. Bedeutung der Umsatzsteuer

Gegenstand der Besteuerung sind nicht die Erträge, sondern vielmehr die Umsätze. Unter Umsatz kann grob der Verkehr zwischen Waren und sonstigen Leistungen verstanden werden. Anhand dieses Anknüpfungspunktes wird die Umsatzsteuer als Verkehrssteuer eingeordnet.13 Die Umsatzsteuer besteuert den Konsum, also den privaten Verbrauch bzw. einfach nur das Geldausgeben. Die USt wird nicht direkt vom Konsumenten gezahlt, sondern indirekt vom Unternehmen. Wenn ein Unternehmen Umsatz macht, so muss es USt zahlen.14 Die Umsatzsteuer beträgt seit dem 01. Januar 2007 19 %. Der ermäßigte Steuersatz seit dem 01. Juli 1983 7 %.

[...]


1 Vgl. www.aachen-ihk.de, Rechtsformen – Übersichtstabelle, abgerufen am 19.06.2018.

2 Vgl. www.seiler-kollegen.de, Unternehmensformen, abgerufen am 19.06.2018.

3 Vgl. Schulz, V. (2014), S. 13 f.

4 Vgl. www.seiler-kollegen.de. Unternehmensformen, abgerufen am 21.06.2018.

5 Vgl. Dittmann, W./ Haderer, D./ Happe, R. (2016), S.203 f.

6 Vgl. www.vlh.de, was ist die 1 % Regelung, abgerufen am 21.06.2018.

7 Vgl. Dittmann, W./ Haderer, D./ Happe, R. (2016), S. 204.

8 Vgl. ebenda, S. 205.

9 Vgl. ebenda.

10 Vgl. ebenda.

11 Vgl. ebenda, S. 208.

12 Vgl. www.rechnungswesen-portal.de, Lohnabrechnung bei Dienstwagen, abgerufen am 21.06.2018.

13 Vgl. Kreft, V. (2011), S. 224.

14 Vgl. Campenhausen, O./ Grawert, A. (2011), S. 159.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Die Unternehmensbesteuerung in der Steuerlehre
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Potsdam e.V.
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
7
Katalognummer
V434903
ISBN (eBook)
9783668760752
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unternehmensbesteuerung, steuerlehre
Arbeit zitieren
Christian Kerst (Autor), 2018, Die Unternehmensbesteuerung in der Steuerlehre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434903

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