Worin unterscheiden sich die Gedanken von Adam Smith und Friedrich List im Bereich der Arbeitsteilung?


Essay, 2015
6 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Essay: Worin unterscheiden sich die Gedanken von Adam Smith und Friedrich List im Bereich der Arbeitsteilung?

Der Begriff der Arbeitsteilung ist ein essentieller Bestandteil unserer heutigen Ökonomie. Die Teilung der Arbeit ist das Fundament für moderne Produktionsabläufe und damit die Grundlage für Wirtschaftswachstum. Bereits Adam Smith führte diesen Begriff in seinem Hauptwerk “Der Wohlstand der Nationen” von 1776, welches als Meilenstein und prägend für die heutige Ökonomie gilt, ein.

Friedrich List, der ebenfalls als Grundvater der Ökonomie gilt, näherte sich 65 Jahre nach Smith dem Begriff der Arbeitsteilung mit einer anderen Herangehensweise. Er setzte sich in seinem Werk “Das Nationale System der politischen Ökonomie”, kritisch mit den vorhandenen Auffassungen, speziell der von Smith, auseinander und stellte eine eigene Theorie zur Arbeitsteilung auf.

Im Folgenden werden die beiden Ansichten von Smith und List gegenübergestellt und Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten, sowie die allgemeinen negativen Aspekte aufgezeigt.

Zuerst wird der Begriff der Arbeitsteilung in Adam Smiths 1776 erschienen Werk “Der Wohlstand der Nationen” betrachtet. Smith definiert die Grundlage Arbeitsteilung bereits im ersten Kapitel seines Werkes so, dass verschiedene Teile eines Produktionsablaufes von verschiedenen Personen durchgeführt werden. Somit wird erreicht das eine Person nicht mehr in verschiedenen Gewerben tätig ist, wie es nach Smiths Ansicht früher der Fall war, als ein Bauer beispielsweise gleichzeitig als Tischler und Handwerker tätig war, sondern dass diese Person sich nun nur noch auf einen Beruf in einem Gewerbe spezialisiert.

In logischer Konsequenz führen diese Arbeitsteilung und die damit verbundene Steigerung der Produktivität nach Smith auch zu einer größeren Diversität und Ausbreitung der Berufe sowie der Gewerbe innerhalb eines Volkes.[1]

Smith behauptet, dass ökonomisch weit entwickelte Nationalitäten bereits eine hohe Arbeitsteilung aufweisen können und ihre Entwicklung auch auf diese Teilung der Arbeit zurückzuführen ist. Adam Smith ist der Ansicht, dass die Arbeitsteilung mit internationalem Erfolg einer Nation einhergeht und eine einzelne Nation durch diese im ״Weltganzen“ aufgeht.[2]

Weiterhin seien Arbeitsteilung und internationaler Erfolg zwei Faktoren die ohne einander nicht bestehen könnten.[3]

Als Ursprung der Arbeitsteilung definiert Smith den unterbewussten Trieb und Hang des Menschen zum Tausch, Handel und zur Hilfe gegenüber seinen Mitmenschen.[4]

Im dritten Kapitel seines Werkes zeigt Smith aber auch die Grenze der durch ihn definierten Arbeitsteilung auf. Diese liegt nach Smith in der Größe des vorhandenen Marktes.

Ist der Markt zu klein, sind die Menschen nicht ermutigt nur einer Beschäftigung nachzugehen, wie etwa der Arbeit in einer Nadelfabrik, da der über den Bedarf produzierte Überschuss nicht für einen Tausch ausreicht.[5]

Friedrich List greift im dreizehnten Kapitel “Die nationale Teilung der Geschäftsoperationen und die Konföderation der Nationalproduktiviät” seines 1841 verfasstem Werkes “Das Nationale System der politischen Ökonomie” die durch Adam Smith definierten Ansätze der Arbeitsteilung auf. So behauptet List, das Prinzip der Arbeitsteilung sei von Adam Smith und seinen Nachfolgern bisher nur unzureichend definiert und nicht konsequent zu Ende gedacht worden.[6] Zur einfachen Teilung der Geschäftsoperationen, wie sie Smith beschrieb, käme die sowohl körperliche als auch geistige Vereinigung der Individuen zu einem gemeinschaftlichen Zweck, was die Steigerung der Produktivität fördere.[7]

[...]


[1] Smith, Adam, Der Wohlstand der Nationen, hrsg. V. Horst Claus Recktenwald, London 1789, s. 10 ff.

[2] Smith, Wohlstand der Nationen, s. 18 ff.

[3] Smith, Wohlstand der Nationen, s. 10 ff.

[4] Smith, Wohlstand der Nationen, s. 10 ff.

[5] Smith, Wohlstand der Nationen, s. 19 ff.

[6] List, Friedrich, Das Nationale System der politischen Ökonomie, Stuttgart/Tübingen 1841, s. 165

[7] List, politische Ökonomie, s. 166

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Worin unterscheiden sich die Gedanken von Adam Smith und Friedrich List im Bereich der Arbeitsteilung?
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
2,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
6
Katalognummer
V436780
ISBN (eBook)
9783668786530
Sprache
Deutsch
Schlagworte
worin, gedanken, adam, smith, friedrich, list, bereich, arbeitsteilung
Arbeit zitieren
Hendrik Niehoff (Autor), 2015, Worin unterscheiden sich die Gedanken von Adam Smith und Friedrich List im Bereich der Arbeitsteilung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436780

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Worin unterscheiden sich die Gedanken von Adam Smith und Friedrich List im Bereich der Arbeitsteilung?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden