Der Untergang der mykenischen Kultur


Fachbuch, 2018
55 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Einleitung

Die Transgenderisierung der Menschheit
Die Menschheit als Abbild des Muttersohnes
Der Ausweg aus der Selbstzerstörung

Symptome der Transgenderisierung
Die Demokratie als Folge der Homosexualität im antiken Griechenland
Die Welt in der Transformation
Die Erlösung von der Erbschuld
Das Ende der Ideologien
Monotheismus light

Der Untergang der mykenischen Kultur
Das dunkle Zeitalter
Religion in der mykenischen Kultur
Der Verlust der Demokratie in der Antike

Schluss

Literaturverzeichnis

Vorwort

Das Werk reiht sich ein in eine Folge früherer Werke, die sich mit der Transgenderisierung der kollektiven Psyche der Menschheit beschäftigt haben.

Ohne die umfassende Unterstützung meiner Familie hätte es nicht entstehen können.

Dr. Dr. Christoph-Maria Liegener

Einleitung

Jüngere Forschungen haben gezeigt, dass gegenwärtig ein Wandel der kollektiven Psyche der Menschheit stattfindet, der sich über Jahrhunderte erstreckt. Es handelt sich um eine Transgenderisierung vom Schema eines Muttersohnes zu dem einer Muttertochter (Liegener, 2017a, b, c). Dieser Wandel entstand aus einer unbewussten Existenzkrise der Menschheit.

Überraschend ist, dass eine ähnliche Transformation bereits mindestens einmal in der Menschheitsgeschichte stattgefunden hat, nämlich beim Untergang der mykenischen Kultur. Auch dieser Vorgang nahm mehrere Jahrhunderte in Anspruch und man kann die These aufstellen, dass auch er seinen Anfang in einer unbewussten Existenzkrise nahm.

In der vorliegenden Studie sollen die Parallelitäten der beiden Prozesse herausgearbeitet werden und daraus Schlüsse auf die noch weitgehend unbekannten Ursachen des Untergangs der mykenischen Kultur gezogen werden.

Zu diesem Zweck muss der jetzt stattfindende Wandlungsprozess analysiert und die Symptome mit Erscheinungen beim Untergang der mykenischen Kultur zu verglichen werden.

Dass es Parallelitäten zwischen dem Untergang der mykenischen Kultur und den Krisen unserer heutigen Welt geben könnte, war schon von Cline vermutet worden (Cline, 2015). Cline stellt den Untergang der mykenischen Kultur in Zusammenhang mit der gesamten spätbronzezeitlichen Zivilisation, die wohl insgesamt in eine Krise geraten sei. Die Krise habe unter anderem zu einer Dezentralisierung geführt. Dezentralisierung ist ein Symptom einer möglichen Transgenderisierung (Liegener, 2017a) oder aber einer Homosexualisierung, wie weiter unter besprochen werden soll. Das könnte zur Theorie einer Krise der kollektiven Psyche jener Gesellschaft passen. Allerdings betrifft dieser festgestellte Wandel nur die spätere klassische griechische Kultur und spricht für eine Sonderrolle der mykenischen Situation..

Die Transgenderisierung der Menschheit

Die Menschheit als Abbild des Muttersohnes

Wer von einer Transgenderisierung der kollektiven Psyche der Menschheit spricht, setzt voraus, dass man die Entwicklung der Menschheit mit der psychischen Entwicklung eines Individuums vergleichen kann. Dieser Ansatz, das Kollektiv der gesamten Menschheit zum Gegenstand einer psychologischen Betrachtung in Analogie zur Psychologie des Individuums zu machen, ist nicht neu. C. G. Jung hatte auf Grund dieser Annahme der gesamten Menschheit ein Unterbewusstsein zugeordnet, das er das kollektive Unbewusste nannte (Jung, 2011).

Ausgehend davon kann man in der Entwicklung der Menschheit verschiedene Phasen identifizieren.

Die Geburt der Menschheit kann man mit der Entwicklung des Bewusstseins identifizieren. Indem das Bewusstsein sich in den Individuen entwickelte und die Individuen eine Gruppe formten, entstand erstmals eine kollektive Psyche.

Im chinesischen Yin-Yang stellt Yin das Weibliche, Dunkle, Gefühlsmäßige, Unbewusste dar, Yang das Männliche, Helle, Intellektuelle, Bewusste. Setzt man die Entstehung des Bewusstseins als den historischen Beginn der Menschheit an, so ist er gleichbedeutend mit der Entstehung des Yang. Man kann also von der Geburt einer männlichen Wesenheit ausgehen. Die kollektive Psyche der neu entstandenen Menschheit kann als männlich aufgefasst werden.

Die Frühzeit der Menschheit stellt die Säuglingsphase dieser Wesenheit dar. Die Menschheit war in dieser Phase vollständig von der Natur abhängig. Die Natur hatte die Mutterrolle übernommen. Sie war die Urmutter oder „Große Mutter“. Die Früchte der Natur ernährten die Menschen, während die Höhle – der Mutterschoß – ihnen Schutz bot. Die Bindung der Menschheit an diese Mutter kann als übermächtig angesehen werden.

Als nächste Phase in der Entwicklung der Menschheit folgte die Kleinkindphase. In dieser Phase wird beim Individuum die Sprache ausgebildet. Auch das Kollektiv der Menschheit entwickelte in dieser Zeit die ersten Sprachen.

Von Anfang an bis zu ihrer vorpubertären Phase in der Altsteinzeit muss der Zustand der Menschheit als anarchisch bezeichnet werden. Es hatten sich noch keine hierarchischen Strukturen als Organisationsformen herausgebildet. Zwar wird es Kleinsthierarchien gegeben haben, aber keine übergreifenden Hierarchien. Hier zeichnet sich etwas ab, was für die Gegenwart bedeutend ist. Ein Zusammenleben der Menschheit ohne übergreifende Hierarchien ist möglich und – das ist das Besondere: Ohne hierarchische Strukturen gibt es keine Kriege (Barclay, 1982).

In der Kupferzeit begann die Menschheit, sich hierarchisch zu organisieren. In der Varna-Kultur gab es erstmals Hinweise auf eine Oberschicht. Diese war männlich. Die Menschheit war erwachsen geworden. Auch die Tatsache, dass sich überhaupt Hierarchien ausbildeten, weist auf männliche Züge hin. Es ist bekannt, dass Frauen dazu neigen, Netzwerke zu knüpfen, Männer hingegen dazu, Hierarchien zu errichten (Schwarz, 2007, S.235). Hierarchien sind ein Kennzeichen der in all diesen Phasen männlichen Menschheit.

Die psychische Situation der Menschheit in der nun beginnenden und für lange Zeit anhaltenden Erwachsenen-Phase war weiterhin durch starke Mutterbindung und einen fehlenden Vater gekennzeichnet. Die in der Natur verehrte Mutter war allgegenwärtig. Erste religiösen Anrufungen der Menschheit richteten sich an diese Urmutter. Die ersten Götterbilder, unbeholfen gefertigte Idole, waren Symbole der Weiblichkeit.

Ein Vater der Menschheit war zunächst nicht in Sicht. Gottvater wurde erst sehr viel später verehrt. Seine anthropomorphe Verbildlichung entstand aus der Vatersehnsucht einer Menschheit, die ohne Vater dastand. Die gendermäßige Charakterisierung Gottes ist somit verständlich. Wie weit sie tatsächlich notwendig ist, stellt eine theologische Frage dar.

Im Gegensatz zur Mutter galt der väterliche Gott als unnahbar, war den Menschen fern. Oft verwehrte er seinen Gläubigen, sich ein gegenständliches Bild von ihm zu machen. In manchen Religionen durfte nicht einmal sein Name genannt werden.

Enge Mutterbindung und Vaterferne – damit lag für die Menschheit die Konstellation eines Muttersohnes vor (Liegener, 2016a, 2016b, 2017a).

Der Begriff des Muttersohnes ist für Individuen geläufig. Pilgrim charakterisierte den Muttersohn als einen Sohn mit besonders starker Mutterbindung (Pilgrim, 1986), die sich dadurch übermäßig entwickelt hat, dass der Vater in seiner Erziehung kaum eine Rolle spielte, sei es, dass er fern oder abwesend war, sei es, dass er kein Interesse am Sohn zeigte oder sich unnahbar gab. Dementsprechend ist die psychische Situation des Sohnes eng mit derjenigen der Mutter verknüpft. Die Mutter konnte sich in der Männergesellschaft – so war es jedenfalls lange Zeit – nicht frei entfalten und sah in ihrem Sohn die einzige Möglichkeit zur Erfüllung ihrer nicht gelebten Ideale. Dass der Sohn einmal diese Ideale verwirklichen möge, war das Ziel ihrer Erziehung. Auf diese Weise pflanzte sie dem Sohn ein Sendungsbewusstsein ein. Der Sohn wiederum sah sich zu den ihm übertragenen großen Aufgaben berufen, stellte diese seine Mission über alles andere und wurde zum Narziss.

Der erwachsene Muttersohn ist oft ein Eroberer, gern ein Tyrann, immer aber der Besondere, sei es im Guten oder im Bösen. Hitler, Stalin, Napoleon und Alexander der Große waren Muttersöhne, auf der anderen Seite aber auch Jesus.

Im Allgemeinen muss sich die Psyche eines Kollektivs nicht in der Psyche seiner Mitglieder widerspiegeln. Es sind ja die gemeinsam gefällten Entscheidungen, die das Kollektiv kennzeichnen. Im Fall der Menschheit ist es jedoch so, dass bisher tatsächlich meist Männer das Sagen hatten und dass diese Männer sehr oft Muttersöhne waren. Das liegt einfach daran, dass in den meisten Gesellschaften der letzten Jahrtausende die Rollenverteilung der Geschlechter derart festgelegt war, dass der Mann arbeitete und die Familie nach außen vertrat, die Frau dagegen den Haushalt besorgte und sich um die Kinder kümmerte. Die Kinder erlebten daher die Mutter als Bezugsperson und nahmen den Vater als entfernt wahr. Söhne wurden zu Muttersöhnen. Die muttersohnartige Menschheit wurde tatsächlich meist von Muttersöhnen geführt.

Bei genauerer Betrachtung fallen weitere Charakterzüge des Muttersohnes auf, die mit denen der Menschheit übereinstimmen.

Die Mutter der Menschheit, die Urmutter, war zwar in der Natur allgegenwärtig, existierte aber als Person nur in der Vorstellung der Menschen. Sie konnte nicht selbst handeln, nur durch ihren Sohn, die Menschheit. Die Menschheit handelte für sie, in ihrem Auftrag, fühlte sich durch die Mutter autorisiert.

Der daraus folgende Narzissmus der Menschheit zeigte sich in der Rücksichtslosigkeit des Kollektivs seiner Umgebung gegenüber, z.B. bei der Ausbeutung des Planeten und sogar in der Phantasie der Menschheit, wenn in Science-Fiction-Romanen beschrieben wird, wie sich die Menschen ein Zusammentreffen mit fiktiven Außerirdischen vorstellen (Liegener, 2017a, S. 39): Die Außerirdischen sind in der klassischen Science-Fiction-Literatur bis in die 80er Jahre vorwiegend feindlich gesonnen (eine Projektion der eigenen aggressiven Haltung der Menschheit); daraus wird ein Verteidigungsfall für die Menschheit konstruiert, dem eine kriegerische Auseinandersetzung folgt. Diese endet typischerweise mit der völligen Vernichtung der Außerirdischen; damit nicht genug, erbeutet die Menschheit auch noch deren überlegene Technologie und kann damit selbst den Weltraum erobern. In ihren Träumen verrät die muttersohnartige Menschheit ihre geheimen Expansionsgelüste.

Um als Mann durchzusetzen, was seine Mutter als Frau nicht verwirklichen konnte, muss der Muttersohn eine männliche Maske tragen und die ihm von der Mutter mitgegebene weibliche Prägung unterdrücken (Pilgrim, 1986). Diese Zerrissenheit zwischen weiblicher und männlicher Identität ist einer der Faktoren, die dazu führen, dass der Muttersohn zur Selbstzerstörung neigt (Pilgrim, 1986).

Hier zeigt sich nun ein Unterschied zwischen heterosexuellem und homosexuellem Muttersohn. Der homosexuelle Mann muss heute seine weibliche Seite nicht mehr unterdrücken, sondern kann, wenn er will, zu ihr stehen. Allerdings gilt das erst für die heutige Gesellschaft. Lange galt Homosexualität als verpönt, stand zeitweilig sogar unter Strafe. Dass Homosexualität heute ausgelebt werden kann, ist ein Indiz für den Wandel der Welt, der als die Transformation ihrer kollektiven Psyche bezeichnet werden kann und letztlich zur Rettung der Menschheit beiträgt. In jenen früheren Gesellschaften jedoch teilte der homosexuelle Muttersohn das Schicksal des heterosexuellen: Es musste seine weibliche Seite unterdrücken.

Die fatale Disposition des Muttersohnes zur Selbstzerstörung ergibt sich auch aus einer weiteren Betrachtung (Liegener, 2015): Der Mensch neigt evolutionsbedingt dazu, sich immer leicht zu überfordern. Diese Neigung hat er im Zuge der Evolution entwickelt, um seine Leistungsfähigkeit zu steigern. Mit dieser Disposition wird der Mensch seine Ziele im Allgemeinen nur teilweise erreichen, wird sich daher grundsätzlich als unzureichend erleben. Er empfindet dieses intrinsische Versagen, das ihm anhaftet, als eine Art von Schuld, die er mit seiner Existenz verbindet, ohne sie genauer definieren zu können (Liegener, 2015): „Durch die spezifischen Herausforderungen der Umwelt in der Frühzeit der Menschheit wurden hauptsächlich die Menschen selektiert, die sich stets leicht überforderten, dadurch mehr leisteten. Die zwangsläufige Unzulänglichkeit beim Erreichen ihrer zu hoch gesteckten Ziele, die Unfähigkeit, die selbst geschaffenen Ideale zu verwirklichen, führte in der Folge zu Schuldgefühlen bei den so selektierten Menschen.“

Daraus resultiert ein existenzielles Schuldbewusstsein des Menschen, das in der Vergangenheit lange mythologisch verbrämt als Erbschuld bezeichnet wurde.

Zwangsläufig wird also auch der Muttersohn seine überdurchschnittlich hochgesteckten und ihm heiligen Ziele nicht erreichen können. Ein Scheitern kann jedoch der Narziss und Perfektionist nicht hinnehmen. Er sieht in diesem Fall nur einen Ausweg: die Selbstzerstörung.

Das hat Implikationen. Wenn die Menschheit in ihrer Muttersohnähnlichkeit ebenfalls selbstzerstörerisch ist, könnte uns eine katastrophale Zukunft bevorstehen: Die Menschheit würde sich selbst vernichten (Liegener, 2016b, 2017a). Viele Anzeichen dafür ließen sich bis in die jüngste Vergangenheit beobachten (Kalter Krieg, Nuklearer Overkill, menschengemachter Klimawandel, genmodifizierte Viren etc. etc.).

Von der Selbstzerfleischung der Menschheit künden auch unzählige Kriege und Konflikte. Kämpfe überall. Es geht im kleinsten Kreis weiter. Dass der Muttersohnes seine weibliche Seite unterdrückt, äußert sich in der Unterdrückung der Frauen in allen muttersohngeprägten Gesellschaften.

Der Ausweg aus der Selbstzerstörung

Der Ausweg aus der grundlegenden Problematik der drohenden Selbstzerstörung wurde vom kollektiven Unterbewusstsein der Menschheit bereits in Angriff genommen: Es ist die allmähliche Transgenderisierung der Menschheit von einem Muttersohn zu einer Muttertochter. Dieser Prozess hat historisch ungefähr mit der Aufklärung begonnen. Er verläuft schleichend, mit gelegentlichen Rückschritten, und ist derzeit noch im Gange.

Dieser nun eingeschlagene Weg läutet eine neue Phase in der psychischen Entwicklung der Menschheit ein. Es handelt sich um eine Transformation des Muttersohnes, die ihn von seiner selbstzerstörerischen Tendenz befreit. Bisher wurde als einzige Möglichkeit die Transgenderisierung der Menschheit zu einer Muttertochter gesehen (Liegener, 2016a, 2016b, 2017a). Es kommt aber noch eine weitere denkbare Möglichkeit hinzu: die Transformation des heterosexuellen Muttersohnes zu einem homosexuellen Muttersohn. Letzterer kann sich seiner weiblichen Seite stellen und unterliegt daher in einer geeigneten Umgebung nicht der ganzen Problematik des heterosexuellen Muttersohnes.

In der besonderen psychischen Konstellation des Muttersohnes ist es nämlich so, dass der homosexuelle Sohn psychisch potentiell gesünder sein kann als der heterosexuelle. Der Grund liegt einfach darin, dass der homosexuelle Mann sich nicht unbedingt an die Genderrolle des Mannes gebunden fühlen muss und sich frei fühlen kann, weibliche Verhaltensweisen zu übernehmen. Damit entfällt die charakteristische Zerrissenheit des heterosexuellen Muttersohnes zwischen weiblichere Prägung und männlicher Maske. Diese Zerrissenheit war als eine der Ursachen für die selbstzerstörerischen Tendenzen des Muttersohnes ausgemacht worden.

Es ist nun nicht so, dass die Erkenntnis der Problematik des Muttersohnes dazu führen würde, dass die Menschheit sich bewusst verändern würde. Vielmehr hat ein unbewusster Wandel der Menschheit unbemerkt bereits eingesetzt. Ausgelöst wurde dieser Wandel durch einen natürlichen Selbsterhaltungsmechanismus der Menschheit.

Im Unterbewusstsein spürte das Kollektiv bereits seit einiger Zeit, dass es in eine Existenzkrise geraten war. Diese Einsicht gelangte nach und nach ins Bewusstsein, man erkannte die Grenzen des Wachstums (Bardi, 2011).

Es kommt noch etwas Kulturgeschichtliches hinzu: Die Menschheit musste ihre Einsamkeit im All erfahren. Durch Fortschritte in der Astronomie erkannte die Menschheit im Lauf der Jahrhunderte, dass sie nicht Mittelpunkt des Universums war. Das war ein schwerer Schlag für den Narzissmus des Muttersohnes. Ferner stellte die Biologie durch die Evolutionslehre den bisherigen Gottesglauben auf die Probe. Der Mensch war möglicherweise noch gar nicht die endgültige Krönung der Schöpfung. Zweifel an der Bibel kamen auf.

Die Menschheit fand sich allein in einem riesigen, unbekannten Weltall und Gottes Wort schien keine befriedigenden Antworten zu geben. Das Urgefühl der Existenzangst stieg auf.

Diese Angst wurde dadurch noch verstärkt, dass die überkommenen hierarchischen Strukturen im Lauf der letzten Jahrhunderte durch Revolutionen und soziale Unruhen ins Wanken gerieten. Diese teilweise gewalttätigen Prozesse betrafen direkt die kollektive Psyche. Sie wird stärker durch soziale Geschehnisse beeinflusst als durch physische Gewalt. So sind die zwei Weltkriege wohl nicht direkte Einflussfaktoren gewesen. Gewaltige Kriege – sogar länger anhaltende – gab es auch schon früher. Indirekt können natürlich die Weltkriege durch ihren globalisierenden Charakter auch zum Wandel der kollektiven Psyche beigetragen haben.

Bei Existenzangst ruft der Mensch nach seiner Mutter. Er sehnt sich nach weiblicher Geborgenheit. Frauen geben und suchen solche Geborgenheit. Es ist ihre Domäne.

Der Muttersohn tendierte somit zu seiner weiblichen Seite.

Es gibt noch einen weiteren Auslöser der Transgenderisierung. Frauen kommen nämlich mit Überlebenssituationen besser zurecht als Männer. Das ist bekannt (Albrecht, 2008). Da die Geburt eines Kindes zu dem Schmerzhaftesten gehört, was Menschen erleiden können, hatten Frauen die größere Leidensfähigkeit ausbilden müssen. Diese weibliche Resilienz wird nun in der Existenzkrise gebraucht und mobilisiert. Die Menschheit versucht daher, weiblich zu werden, und beginnt, sich zu transgenderisieren. Das ist bei der Menschheit ein psychischer Vorgang.

[...]

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten

Details

Titel
Der Untergang der mykenischen Kultur
Autor
Jahr
2018
Seiten
55
Katalognummer
V436837
ISBN (eBook)
9783668773684
ISBN (Buch)
9783668773691
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mykene, Kollektivpsychologie, Transgenderisierung, Homosexualität, Gesellschaftlicher Phasenübergang, Demokratie, Griechische Antike
Arbeit zitieren
Dr. Dr. Christoph-Maria Liegener (Autor), 2018, Der Untergang der mykenischen Kultur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436837

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