Die "Zypern-Rettung" durch die Europäische Union. Eine notwendige Maßnahme?


Bachelorarbeit, 2013

63 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Nicht-technische Zusammenfassung

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Abgrenzung des Themas
1.3 Aufbau und Methodik der Arbeit

2 Kapitel: Verschuldung Zyperns. Ursachen.
2.1 Staatsverschuldung (Maastricht Kriterium I)
2.2 Staatsdefizit (Maastricht Kriterium II)
2.3 Der überdimensionierte Bankensektor
2.4 Niedrige Unternehmenssteuern / Hohe Auslandsdirektinvestition
2.5 Hoher Anteil von griechischem Anlagevermögen am Gesamtanlagevermögen

3 Kapitel: Ziele und Maßnahmen der Zypern-Rettung
3.1 Erläuterung EFSM, EFSF und ESM
3.2 Höhe der Hilfskredite
3.3 Das Memorandum of Understanding zur Zypern-Rettung
3.3.1 Die erste Säule des MoU – Reform des Finanzsektors
3.3.2 Die zweite Säule des MoU – Nachhaltige Haushaltskonsolidierung
3.3.3 Die dritte Säule des MoU – Strukturreformen in Zypern

4 Kapitel: Relevanz der „Zypern-Rettung“ für EU und Euro
4.1 Einwohnerzahl und BIP?
4.2 Verflechtungen mit der EU
4.3 Vertragliche Verpflichtungen aus der EU-Mitgliedschaft
4.4 Erfüllung der Beitrittskriterien der EU
4.5 Außenpolitik/ Territoriale Erweiterung der EU
4.6 Moralische Verpflichtung der EU
4.7 Vertrauen in EU und Euro
4.8 Notwendigkeit für Zypern selbst?

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhangsverzeichnis

Nicht-technische Zusammenfassung

Am 25. Juni 2012 bat Zypern als EU-Mitgliedsstaat die Eurozone um Finanzhilfe, nachdem die zwei größten Banken des kleinen Inselstaates im Zuge der Griechenland-Krise Verluste von ca. viereinhalb Milliarden Euro erlitten hatten. Durch den Zusammenhang zwischen Staats- und Bankensolvenz geriet der zyprische Staat in Folge dieser Ereignisse und der sich zuspitzenden Finanzkrise in Europa in Gefahr sich nicht mehr refinanzieren zu können und somit war die Schuldentragfähigkeit Zyperns nicht mehr gewährleistet. Seither wird in der europäischen Politik und Öffentlichkeit die Frage nach der Notwendigkeit einer Zypern-Rettung erörtert. Die vorliegende Arbeit soll Argumente für bzw. gegen eine finanzielle Rettung Zyperns durch die Europäische Union liefern und in einem Fazit diese Argumente gegeneinander abwägen. Zur Beantwortung der vorliegenden Fragestellung muss in Kapitel 2 zunächst die Verschuldungssituation Zyperns und dessen Ursachen beleuchtet werden. Die sich aus der aktuellen Verschuldungssituation interpretierbaren Ursachen der Krise werden anschließend im dritten Kapitel mit den Zielen der aktuellen Rettungspolitik von Europäischer Kommission, EZB, IWF und der jeweiligen Eurostaaten abgeglichen, um die Absichten der politischen Akteure hinsichtlich der Eurorettung einschätzen zu können. Die Frage nach der Notwendigkeit der Zypern-Rettung durch die Europäische Union orientiert sich ganz maßgeblich an den Zielen der Beteiligten. Auf diese Weise hängt die Notwendigkeit Zypern finanziell zu unterstützen oder alternativ in die Staatsinsolvenz gehen zu lassen, sowohl von ökonomischen wie auch politischen und gesellschaftlichen Aspekten ab. Das vierte Kapitel versucht anhand der zuvor definierten Ziele die Notwendigkeit einer Zypern-Rettung kritisch zu hinterfragen, geht aber über den ökonomischen und gesellschaftlichen Kontext hinaus und stellt auch die Frage nach politischen Pflichten und Motiven der Europäischen Union. Eine exemplarische Frage ist hierbei: Gibt es Gründe, die für oder gegen eine Zypern-Rettung sprechen, die ggf. über den Interessen einzelner Eurostaaten stehen? Zudem hängt die Notwendigkeit der Zypern-Rettung nach subjektiver Würdigung auch vom Verschulden Zyperns an der eigenen Lage ab. Nicht zuletzt interessiert den Betrachter die Frage nach der Notwendigkeit einer Rettung für Zypern selbst. Die wechselseitige Betrachtung von Kosten- und Nutzen für die Europäische Union auf der einen Seite und Zypern auf der anderen Seite soll in einem Fazit letztendlich zusammengefasst werden und eine Empfehlung aussprechen, wie mit Zypern in Zukunft verfahren werden könnte. Einen besonderen Wert legt diese Arbeit nichtsdestotrotz darauf, über den Tellerrand des rein ökonomischen Kontextes hinauszusehen und kritisch moralische wie auch politische Gesichtspunkte in Bezug auf eine mögliche Rettung von EU-Mitgliedsstaaten zu beleuchten. Nur die gesamtheitliche Betrachtung von Europa und dessen Historie, sowie Außenpolitik in Verbindung mit der ökonomischen Betrachtung stiftet Nutzen für die Frage nach der Zukunft Zyperns, Europas und schließlich auch unserer Gesellschaft im Kontext der EU.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zypern: Staatsverschuldung von 2003 bis 2013 in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Abbildung 2: Zypern: Haushaltssaldo von 2003 bis 2013 in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Abbildung 3: Zypern: Bruttoinlandsprodukt (BIP) in jeweiligen Preisen von 2003 bis 2013 (in Milliarden US-Dollar)

Abbildung 4: Zypern: Gesamtbevölkerung von 2003 bis 2013 (in 1.000 Einwohner)

Abbildung 5: Zypern: Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2003 bis 2013 (gegenüber dem Vorjahr)

Abbildung 6: Wettbewerbsfähigkeit und Inlandsnachfrage in Zypern von 2000-2011

Abbildung 7: Home Bias im Staatsanleihen-Portfolio ausgewählter EU-Staaten (In Prozent)

Abbildung 8: Exposure gegenüber dem Heimatstaat ausgewählter EU-Staaten

Abbildung 9: Zypern: Anteile der Wirtschaftssektoren am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1998 bis 2008

Abbildung 10: Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union in jeweiligen Preisen von 2003 bis 2013 (in Milliarden Euro)

Abbildung 11: Das BIP ausgewählter Eurostaaten im Vergleich zum BIP der Eurozone 2012

Abbildung 12: Wirtschaftssektoren nach Ihrem prozentualen Anteil am BIP von Zypern 2013

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Struktur des Zyprischen Bankensystems

Tabelle 2: Makroökonomische Projektionen für Zypern 2012-2016

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Seit im Oktober 2009 die griechische Regierung erklärte, dass ihre Schulden wesentlich höher seien als bekannt und schließlich die EU um Finanzhilfe bat wird Eurozone und ihren Gesellschaften hitzig diskutiert, wie mit in finanzielle Bedrängnis geratenen EU-Mitgliedsstaaten verfahren werden soll. Zuerst wurde am 02. Mai 2009 von der EU eine 110 Mrd. Euro hohe Unterstützung für Griechenland beschlossen, da sich der griechische Staat an den Anleihemärkten nicht mehr refinanzieren konnte und Gefahr lief unmittelbar zahlungsunfähig zu werden. Dann beantragte Zypern Mitte 2012 Finanzhilfe bei der Eurozone. Es stellte sich abermals die Frage nach der Notwendigkeit, Höhe und den Bedingungen für eine mögliches finanzielles Hilfspaket. Die Verhandlungen dauern bis heute an, obwohl sich im Falle Zyperns im Gegensatz zu Griechenland eine Sparbeteiligung ab einem Anlagevermögen von 100.000 € abzeichnet. Ein einheitliches Verfahren gibt es nicht, war man doch bisher auf den Fall von Staatsinsolvenzen innerhalb der Eurozone nicht eingestellt. Unter Betrachtung von ökonomischen, politischen (auf nationaler und europäischer Ebene) und gesellschaftlichen Aspekten soll in dieser Arbeit die derzeitige Zypern-Rettung in Bezug auf Ihre Hintergründe und Notwendigkeiten hinterfragt werden. Das Verfahren mit Zypern wird nicht nur über das Schicksal des kleinen Inselstaates entscheiden, sondern auch über die Zukunft der Europäischen Union, der Existenz Ihrer Bürger und der gemeinsamen Währung, Euro.

1.2 Abgrenzung des Themas

Die Zypern-Rettung als aktuellste Euro-Rettungsmaßnahme wird begleitet von der Umstrukturierung der Finanzhilfefazilitäten für die gesamte Europäische Union und der expansiven Geldpolitik der EZB. Nachdem in den vergangenen Jahren auf uneinheitliche Weise z. B. Irland und Griechenland von der Europäischen Union gestützt wurden, scheint die Zypern-Rettung ein Zeichen hin zu einer einheitlichen Rettungspolitik seitens der EU setzten zu wollen. Es wäre sehr interessant die aktuellen Entwicklungen in Zypern und Ihre wechselseitige Beziehung zu anderen Krisenländern in der EU aufzuzeigen, leider reicht der Rahmen dieser Arbeit dafür nicht aus. Im Fokus dieser Arbeit steht hingegen die Schuldenkrise Zyperns, die spezifischen Maßnahmen der EU hinsichtlich der Zypern-Rettung und die Frage nach der Notwendigkeit solcher Maßnahmen für dieses spezifische Land. Aufgrund der historischen, kulturellen, sowie wirtschaftlichen Nähe zwischen Zypern und Griechenland wird die vorliegende Arbeit auf die griechische Schuldenkrise eingehen, stehen beide Staaten doch in einer starken Wechselwirkung. Wenn auch auf die derzeitigen Entwicklungen in den anderen europäischen Krisenstaaten nur peripher eingegangen werden kann, wird die Zypern-Rettung sicherlich einen Rahmen für zukünftige Rettungsmaßnahmen geben, für den Fall, dass weitere EU-Staaten Gefahr laufen zahlungsunfähig zu werden.

1.3 Aufbau und Methodik der Arbeit

Um dem Leser Erkenntnisse über die Frage der Notwendigkeit einer Zypern-Rettung zu ermöglichen, muss er erst einmal mit den Ursachen der zyprischen Schuldenkrise vertraut gemacht werden. Das zweite Kapitel dieser Arbeit beleuchtet genau die aktuelle Verschuldungssituation Zyperns und ihre Ursachen. Da die Notwendigkeit einen Eurostaat finanziell zu unterstützen maßgeblich von den Intentionen der anderen EU-Mitgliedsstaaten abhängt beleuchtet die vorliegende Arbeit anschließend die Ziele und geplanten Maßnahmen (Kapitel 3) der Europäischen Union in Bezug auf Zypern um anschließend die Frage nach der Notwendigkeit und Angemessenheit dieser Maßnahmen (Kapitel 4) zu stellen. Nicht zuletzt soll in Kapitel 4 auch die Frage nach der Notwendigkeit der Rettungsmaßnahmen für Zypern selbst beleuchtet werden. In einem Fazit (Kapitel 5) wird die Arbeit eine Würdigung der zuvor betrachteten Argumente vornehmen um konkrete Handlungsweisen im Falle der Zypern-Rettung vorzuschlagen.

2 Kapitel: Verschuldung Zyperns. Ursachen.

Mit einem geschätzten BIP von 22,03 Mrd. USD[1] und einer Einwohnerzahl von ungefähr 890.000[2] Menschen ist die Republik Zypern[3] eher als einwohnerschwacher Staat in der EU zu bezeichnen. Der zyprische Staat hat ein ähnliches BIP wie die mittelgroße deutsche Stadt Essen.

2.1 Staatsverschuldung (Maastricht Kriterium I)

Die Staatsverschuldung Zypern im Verhältnis zum BIP wurde vom IWF für 2013 auf 92,61% geschätzt[4]. Zum Zwecke des Erhalts finanzieller Stabilität in der EU wurden 1992 die Maastricht-Kriterien eingeführt. Die Maastricht-Kriterien schreiben einen Bruttoschuldenstand von maximal 60% des BIP vor, um eine Überschuldung der beitretenden und der in der EU vorhandenen Staaten zu vermeiden. Diese Grenze wurde von Zypern sowohl zum EU Beitritt im Jahr 2004 (Bruttoschuldenstand 2004: 70,93% des BIP[5] ) als auch dieses Jahr bei weitem verfehlt.

2.2 Staatsdefizit (Maastricht Kriterium II)

Auch der Blick auf das BIP Wachstum der letzten zwei Jahre und das Haushaltssaldo in Relation zum BIP Zyperns fällt negativ aus. Schätzungen des IWF zu Folge, betrug das BIP Wachstum (im Vergleich zum Vorjahr) 2012: -2,25% und im Jahr 2013: – 0,96%[6]. Das Haushaltssaldo Zyperns in Relation zum BIP (auch Staatsdefizit) betrug 2012 geschätzte - 4,79% und 2013 sogar geschätzte -5,64%[7].

Die Maastricht-Kriterien schreiben hier ein jährliches Haushaltsdefizit von maximal 3% des BIP vor. 2012 und 2013 lag Zypern jeweils deutlich über dem Grenzwert, den die Konvergenzkriterien von Maastricht vorschreiben, aber auch schon im Jahr 2004 bestand in Zypern ein Staatsdefizit von 4,15%.

Wenn ein Staat regelmäßig mehr Geld ausgibt, als er einnimmt, führt dies langfristig zu einem hohen Bruttoschuldenstand und schränkt die staatliche Handlungsfähigkeit erheblich ein. Dies ist am zyprischen Beispiel ersichtlich.

2.3 Der überdimensionierte Bankensektor

Ein weiteres großes Problem ist der überdimensionierte zyprische Bankensektor, welcher derzeit die Zahlungsfähigkeit des zyprischen Staates[8] in Gefahr bringt[9]. Im Mai 2010 war das Anlagevolumen von inländischen und ausländischen Banken in Zypern 176,34 Mrd. Euro, was 1041% des damaligen BIP des Landes entsprach[10]. Die Situation ist heute ähnlich. So umfasst das Anlagevermögen des zyprischen Bankensektors (in- und ausländische Banken) in diesem Jahr ca. 750% des BIP[11]. Zwar hat sich dieses Verhältnis in den drei Jahren relativiert, allerdings nicht aufgrund politischer Maßnahmen, sondern eher durch die rezessive Wirtschaftslage der letzten Zeit im Euroraum.

2.4 Niedrige Unternehmenssteuern / Hohe Auslandsdirektinvestition

Zypern hat mit zehn Prozent eine der niedrigsten Unternehmenssteuern der EU. Mit diesem Vorteil und dem guten Leumund der EU als Währungsunion[12] konnten in Zypern in den letzten Jahren hohe Direktinvestitionen aus dem Ausland, insbesondere Russland angezogen werden.

Der Artikel „Russia: Illicit Financial Flows and the Underground Economy“ aus Februar 2013 von Dev Kar und Sarah Freitas stellt fest, dass der kleine Inselstaat Zypern vom Jahr 2009 bis zum Jahr 2011 sowohl größte Quelle als auch Empfänger russischer Auslandsdirektinvestitionen war[13]. Betrachtet man das Bruttoinlandsprodukt Zyperns von ca. 23 Mrd. US-Dollar hat Zypern alleine in 2011 mit 128,8 Mrd. US-Dollar ca. das Fünffache des eigenen BIPs nach Russland investiert[14]. Vice versa fließt auch viel Geld von Russland nach Zypern.

Dr. Kar merkt in seinem Artikel kritisch an, dass die festgestellten Auslandsdirektinvestitionen oft sehr kurzfristig sind und seiner Ansicht nach dem Transfer von illegalen Geldern von Russland nach Zypern (und anders herum) herrühren. Das mache Zypern zu einer der Hauptgeldwäschemaschinen für russische Kriminelle[15] [16].

Es ergeben sich hieraus aber zwei Probleme: Erstens leidet Zyperns Ruf unter dem Verdacht, ein Steuerparadies für Kriminelle zu sein. Zweitens bleibt das ausländische Geld nicht langfristig im Land und generiert somit keine nachhaltigen Steuereinnahmen, die Zypern dringend bräuchte.

2.5 Hoher Anteil von griechischem Anlagevermögen am Gesamtanlagevermögen

Zentrale Ursache der aktuellen Krise ist der große Anteil griechischen Analagevermögens am Gesamtanlagevermögen in Zypern.

Allein Ende 2010 hatten zyprische Ableger von griechischen Banken Vermögenswerte i.H.v. 46,1 Mrd. Euro in Zypern angelegt, entsprechend 270% des damaligen zyprischen BIP[17]. Die enge wirtschaftliche Verbindung Zyperns zu Griechenland birgt ein großes Gefahrenpotenzial für Zypern und Griechenland zugleich.

Die lokalen Banken Zyperns hielten 2010 im Gegenzug 5,5 Mrd. Euro griechischer Staatsanleihen und ca. 0,5 Mrd. Euro griechischer Bankanleihen und haben durch Filialen und Tochtergesellschaften weitere 23 Mrd. Euro an griechische Unternehmen und Haushalte verliehen[18]. Die zwei größten zyprischen Banken, die Bank of Cyprus und die Hellenic Bank stellen zudem acht Prozent des Gesamtanlagevermögens in Griechenland[19].

Die gegenseitige enge kulturelle und (mithin) ökonomische Verflechtung von Zypern und Griechenland machte den kleinen Inselstaat besonders anfällig gegenüber den wirtschaftlichen Entwicklungen in Griechenland.

Das verhängnisvolle Ausmaß der hohen Investitionen in griechische Staatsanleihen durch den zyprischen Staat und lokale Geschäftsbanken wurde deutlich, als Mitte 2011 alle großen Ratingagenturen griechische Staatsanleihen auf Ramschniveau herunterstuften. Zypern verlor auf einen Schlag einen seiner wichtigsten finanziellen Investitions- und Handelspartner[20].

Doch waren vor allem die zyprischen Banken an der Misere nicht unbeteiligt. Im Dezember 2009 wurde von der Bank of Cyprus noch versichert, man hielte nur ungefähr 100 Mio. Euro an griechischen Staatsanleihen, steigerte sich die Bank in den Folgemonaten regelrecht in einen Kaufrausch und hatte bis Oktober 2010 schließlich griechische Staatsanleihen in Höhe von zwei Mrd. Euro erworben, obwohl der Wertverlust zu diesem Zeitpunkt schon absehbar gewesen war[21]. Ähnlich expansiv agierte in dieser Zeit die Laiki Bank, getrost nach dem Motto des „absoluten Gewinnstrebens“[22]. Scheinbar wurde darauf gesetzt, dass die griechischen Staatsanleihen nicht ausfallen würden.

Zum Jahresanfang 2012 wurde dann im Rahmen eines griechischen Schuldenschnitts ein Schuldenerlass von 53,5% von den privaten Eignern der griechischen Staatsanleihen erwirkt[23].

Zypern hatte darunter in zweifacher Hinsicht zu leiden: Zum einen wurden im Zuge der Finanzkrise viele der griechischen Auslandsdirektinvestitionen in Zypern kurzfristig abgezogen. Zum anderen verloren die zyprischen Banken im Rahmen des griechischen Schuldenschnitts zur selben Zeit viel Geld.

Nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor’s waren Staats- und Bankanleihen zyprischer Banken von Griechenland in Höhe von 6,4 Mrd. Euro betroffen, also 37% des zyprischen BIP[24]. Außerdem hatten die beiden zyprischen Großbanken die Bank of Cyprus und die Marfin Bank darüber hinaus rund 40% ihrer gesamten Kredite in Griechenland vergeben[25].

Die zyprischen Banken liefen durch das unglückliche Zusammenspiel dieser gewichtigen Faktoren unmittelbar Gefahr, sich selbst nicht mehr finanzieren zu können[26].

Zunächst war der zyprische Staat gefragt, die angeschlagenen heimischen Finanzinstitute zu stützen. Doch der Staat nahm durch die Eurokrise ohnehin weniger Steuern ein und sah sich gleichzeitig mit der Aufgabe konfrontiert, einen Finanzsektor stützen, der zehnmal so groß war wie sein eigenes jährliches BIP. Es wurde relativ schnell klar, dass durch die Entwicklungen in Griechenland und der EU nicht nur die Solvenz der zyprischen Banken gefährden würde, sondern dass das Ausmaß der Krise zudem auch die Solvenz- und Handlungsfähigkeit des zyprischen Staates übersteigen würde[27].

Eine Rettung durch die Europäische Union schien unvermeidbar.

Die griechischen Finanzinstitute hingegen wurden ohne Gläubigerbeteiligung mit einem zweistelligen Milliardenbetrag aus dem Eurorettungsschirm[28] gestützt. Solche Mittel standen aber unmittelbar für die zyprischen Banken nicht zur Verfügung. Stattdessen erwog man auf Seite der EU zunächst die Beteiligung der heimischen und internationalen Sparer an den Rettungsmaßnahmen im Falle Zyperns.

3 Kapitel: Ziele und Maßnahmen der Zypern-Rettung

Im Zuge der sich seit 2010 zuspitzenden Staatsschuldenkrise in Europa gerieten die PIIGS-Länder[29] zunehmend unter Druck und die Risikoaufschläge für die jeweiligen Staatsanleihen stiegen kontinuierlich an. Auch ein zur Stabilisierung Griechenlands aufgelegtes Rettungsprogramm konnte das Vertrauen an den Kapitalmärkten nicht nachhaltig wiederherstellen[30].

Die Tragfähigkeit der Schuldenlast eines Staates hängt nicht unbedingt nur von der Höhe seiner Schulden ab, sondern vielmehr vom Vertrauen in den entsprechenden Staat und seine Solvenz[31]. In Griechenland stiegen die Renditen auf heimische Staatsanleihen Ende 2009 zunächst stark an, als bekannt wurde, dass die Staatsverschuldung weit höher war als bislang angenommen.

Anfang 2010 spitzten sich die Finanzierungsprobleme zu. Von Seiten der Politik wurde angenommen, die spekulativen Finanzmärkte wären an der Misere Griechenlands schuld. Allerdings war der drohende Staatsbankrott Griechenlands auf den Verlust des Vertrauens der Anleger hinsichtlich der Solvenz Griechenlands zurückzuführen[32].

Da auch die massiven Anleihen-Käufe der EZB kein nachhaltiges Vertrauen in die Solvenz der europäischen PIIGS-Staaten brachte, berieten die EU-Finanzminister im Mai 2010 über die Vorstellung eines gemeinsamen Europäischen Rettungsschirmes um das nachhaltige Vertrauen in die europäischen Finanzmärkte wiederherzustellen[33]. Am 10. Mai 2010 wurde dann in einer Sondersitzung aus EU-Finanzministern und dem IWF der Rettungsschirm beschlossen, der aus mehreren Mechanismen besteht[34].

3.1 Erläuterung EFSM, EFSF und ESM

Hierzu gehören der Europäische Finanzstabilitätsmechanismus (EFSM), welcher durch den permanenten Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) Mitte 2013 ersetzt wurde und die Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF)[35].

Der EFSM ist ein Euro-Gemeinschaftsinstrument und stellt seit Mai 2010 temporär 60 Mrd. Euro an die in Schieflage geratenen Eurostaaten zur Verfügung.

Der EFSF hat ein Kreditvolumen von 440 Mrd. Euro und gewährt keine direkten Kredite. Er nimmt am Kapitalmarkt Finanzmittel auf, welche er dann an die jeweiligen Krisenstaaten weitergibt[36]. Die Aufgabe des EFSF besteht in der der kurzfristigen Refinanzierung der Krisenstaaten.

Der ESM, in welchen der EFSM seit Juli 2012 schrittweise übergeht, ist hingegen unbefristet vorgesehen und soll die nachhaltige Stärkung des Europäischen Wirtschafts- und Währungsraumes fördern. Das Stammkapital des ESM beträgt 700 Mrd. Euro und die Vertragsländer zahlen in fünf Raten zunächst 80 Mrd. Euro in den ESM ein[37]. Aus dem ESM können nur Mittel erhalten werden, wenn das jeweilige Land einen Fiskalvertrag mit der EU schließt und nationale Schuldenbremsen einführt[38].

3.2 Höhe der Hilfskredite

Im Falle Zyperns sind die Maßnahmen der „Zypern-Rettung“ im „Proposal for a financial assistance facility agreement for the Republic of Cyprus“ des ESM vom 24. April 2013 festgehalten. Zypern soll durch den ESM langfristige Kredite in Höhe von voraussichtlich zehn Mrd. Euro erhalten abzüglich der Beteiligung des IWF von ca. 1 Mrd. Euro[39].

3.3 Das Memorandum of Understanding zur Zypern-Rettung

Die Bedingungen der Finanzhilfe stellt das sogenannte Memorandum of Understanding, kurz MoU dar[40]. Hieran werden die strukturellen Schwächen und der Schweregrad der Defizite Zyperns festgehalten und klargestellt, dass es sich bei der vorliegenden Finanzhilfe an Zypern um ein Darlehen handelt. In dem am 26.04.2013 förmlich zwischen allen Vertragsparteien unterzeichneten MoU wurden als Hauptziele der Darlehensfazilität drei Säulen aufgestellt[41].

3.3.1 Die erste Säule des MoU – Reform des Finanzsektors

Die erste Säule, welche im MoU festgelegt wurde, ist die Reform des Finanzsektors. Hierbei soll der zyprische Finanzsektor verschlankt und umstrukturiert werden, um das konzentrierte Risiko durch den überdimensionierten Bankensektor zu minimieren. Dadurch soll die wirtschaftliche Gefährdung durch die europäische Wirtschafts- und Schuldenkrise reduziert werden.

In der Vergangenheit wurden die Kreditausfallrisiken im zyprischen Immobiliensektor systematisch nicht beachtet um die Kreditausfälle der jeweiligen Finanzierungen hinauszuzögern[42]. Die Überwachungsmechanismen innerhalb der zyprischen Banken sollen deshalb verbessert werden[43].

Ein weiteres Ziel ist die Verkleinerung des im Verhältnis zur Realwirtschaft überdimensionierten Bankensektors[44]. Der einheimische Bankensektor wird immer eine wichtige Rolle in der zyprischen Wirtschaft spielen, macht der Dienstleistungssektor doch einen Großteil der zyprischen Wirtschaft aus. Besonders wichtig ist es also, das Vertrauen der einheimischen und internationalen Anleger wieder zurück zu gewinnen. In diesem Zuge soll der inländische Bankensektor unmittelbar auf die Hälfte seiner jetzigen Größe schrumpfen und sich in den EU-Durchschnitt einordnen[45]. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass der noch im Mai 2010 639% des BIP große einheimische Bankensektor unmittelbar auf 350% des BIP verkleinert werden soll[46]. Hierzu ist geplant, alle Eigentümer und Gläubiger an der Restrukturierungsmaßnahme zu beteiligen, deren Einlage die durch die Einlagensicherung abgedeckte Summe von 100.000 Euro übersteigen. 37,5% und bei Bedarf weitere 22,5% der Einlagen bei der Bank of Cyprus die nicht der Einlagensicherung unterliegen sollen zu Bankanteilen umgewandelt werden um eine „harte Kernkapitalquote der Bank of Cyprus von neun Prozent zu erreichen.“[47] Es ist geplant die Laiki Bank sowie die Cyprus Popular Bank in eine „good bank“ und eine „bad bank“ aufzuspalten, wobei die „good bank“ in die Bank of Cyprus integriert wird um diese zu rekapitalisieren[48]. Hierbei soll die Central Bank of Cyprus, kurz CBC die einzige Abwicklungsinstanz im zyprischen Bankensektor sein. Den Rahmen für diese Maßnahmen schaffte das am 22.03.13 vom zyprischen Repräsentantenhaus verabschiedete Gesetz zur Abwicklung von Kreditinstituten[49].

Die griechischen Filialen der zyprischen Banken hingegen sollen sofort vom zyprischen Bankensektor abgespalten werden und in den griechischen Bankensektor integriert werden. Dadurch ist geplant eine größere Unabhängigkeit von der griechischen Schuldenkrise zu erreichen[50]. Die allgemeine Auffassung ist, dass die Überwachung der griechischen Geschäfte besser durch eine griechische „core-bank“[51] geschehen kann, in welcher alle Anlagen und Verbindlichkeiten überwacht werden[52].

Eine Überwachung der griechischen Geschäfte soll im Zuge der Maßnahmen an den griechischen Bankensektor übertragen werden. Da Griechenlands Banken durch das EU-Hilfspaket Finanzhilfen in Milliardenhöhe ohne Gläubigerbeteiligung erhalten haben, kann zudem der griechische Bankensektor weiter gestärkt werden, ohne dass die Hilfskredite an Zypern in Höhe von zehn Mrd. Euro angebrochen werden[53]. Ohne diese Übertragung wäre der Finanzbedarf des zyprischen Bankensektors wesentlich höher.

3.3.2 Die zweite Säule des MoU – Nachhaltige Haushaltskonsolidierung

Die zweite Säule des MoU wird die nachhaltige Haushaltskonsolidierung darstellen, um den Schuldenstand Zyperns mittel- bis langfristig drastisch zu senken und auch das jährliche Haushaltsdefizit zu verkleinern.

Es ist seitens der Troika geplant, durch das makroökonomische Anpassungsprogramm schon 2020 den Bruttoschuldenstand auf 105% des BIP zu senken[54].

Ziel ist es weiterhin, bis 2017 einen Primärüberschuss von drei Prozent des BIP und 2018 ein Primärüberschuss von vier Prozent des BIP zu erreichen. Diese Maßgabe soll auch in den darauf folgenden Jahren bestehen bleiben.

Weitere Ziele sind die Begrenzung des Ausgabenwachstums, die Erhöhung der Steuern und Verbesserung der Steuereffizienz, sowie einen Haushaltsrahmen nach EU-Vorgaben zu schaffen.

Auf der einen Seite muss zur Haushaltskonsolidierung die Einnahmeseite des Staates gestärkt werden.

Durch Anhebung des Körperschaftssteuersatzes von derzeit zehn Prozent auf 12,5% und die Erhöhung der Zinsertragssteuer kann der Staatshaushalt dauerhaft neue Einnahmen erhalten[55].

Mindestens weitere 75 Mio. Euro sollen durch die Einführung einer Vermögenssteuer eingenommen werden. Die Erbschaftssteuer wurde am 01.04.1997 abgeschafft[56]. Zypern hatte bisher auch noch keine Vermögenssteuer[57].

Die derzeit bestehende Bankenabgabe i.H.v. 0,11% der Einlage wird auf 0,15% erhöht[58]. Von den Einnahmen aus der Bankenabgabe fließen dann ca. 40% (25/60) auf ein Sonderkonto für den Finanzstabilisierungsfonds, welcher in Zukunft in Schieflage geratene Finanzinstitute stützen wird[59].

Außerdem legt die zweite Säule des MoU fest, die Zinsertragssteuer von 15% auf 30% der Zinserträge zu erhöhen. Das ist jedoch nur für steuerlich veranlagte Personen innerhalb Zyperns relevant[60].

Weitere Maßnahmen sind die Erhöhung der Gebühren für öffentliche Leistungen um mindestens 17%, der Veräußerung von Goldreserven i.H.v. ca. 400 Mio. Euro und die Privatisierung zahlreicher defizitärer Staatsbetriebe.

Im Zuge der Einnahmeverbesserung sollen die großen, vor der zyprischen Küste vorhandenen Erdgasvorkommen zur Sanierung des zyprischen Staatshaushaltes verwendet werden. Die Erdgasreserven vor Zypern betragen nach aktuellen Schätzungen rund 255 Mrd. m³ Erdgas, weitere 240 Mrd. m³ Erdgas werden in einem neu erschlossenen Feld vor Zypern vermutet[61]. Nach einer Studie der Royal Bank of Scotland könnte der Wert des zyprischen Öl- und Gasvorkommens „mehr als 600 Mrd. Euro“ betragen, was dem fast zwanzigfachen der zyprischen Staatsschulden entsprechen würde[62].

Auf der anderen Seite sollte die Ausgabensituation des zyprischen Haushaltes massiv verbessert werden.

Zurzeit verhandelt die Republik Zypern zum Beispiel mit Russland über die Konditionen eines im Jahre 2011 geschlossenen Kreditarrangements mit dem Volumen von 2,5 Mrd. Euro. Die Regierung strebt an die derzeit mit 4,5% p. a. bemessene Zinslast durch Verhandlungen zu senken und die Rückzahlung in 500 Mio. Euro Schritten auf fünf Raten zwischen 2018 und 2022 zu verteilen[63].

Eine Verringerung der Ausgabenlast wird zudem durch die Verringerung der Lohn- und Gesundheitskosten umgesetzt. Die Reduktion der Haushaltsausgaben steht in enger Verbindung mit den in Punkt 3.3.1 genannten Strukturreformen und wird im nachfolgenden Punkt näher beschrieben.

3.3.3 Die dritte Säule des MoU – Strukturreformen in Zypern

Die dritte Säule des MoU für die Finanzhilfefazilität durch den ESM umfasst die Strukturreform des zyprischen Staates. Dies betrifft die Privatisierung staatlicher Unternehmen, die Beseitigung von Wettbewerbshindernissen und die Reformierung des öffentlichen Sektors[64].

Die Strukturreformen des Landes dienen der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Landes um von den europäischen Finanzmärkten unabhängiger zu sein und den Dienstleistungs- und Industriesektor weiter auszubauen.

Ziele sind hierbei ein in Zukunft ausgeglichenes Wachstum und die automatische Stabilisierung des Marktes nach makroökonomischen Schocks[65].

Auch eine Reformierung des Lohnbindungssystems ist notwendig um Zypern als Industrie- und Dienstleistungsstandort attraktiver zu machen. Bei rezessiver Wirtschaftslage werden in Zukunft keine Lohnerhöhungen mehr, wie vormals üblich, stattfinden und die Löhne dürfen künftig um maximal 50% der Inflation angeglichen werden[66]. Mithin entstehen niedrigere Arbeitskosten in Zypern die den Wirtschaftsstandort attraktiver machen sollen.

Die dritte Säule des MoU steht außerdem für die Reformierung des zyprischen Rentensystems, d.h. der Anpassung an die aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse. Zypern hat sich im Vergleich zur Größe und Wirtschaftsleistung des Staates ein umfangreiches Rentensystem mit vielen Vorteilen geleistet. Im Zuge der anstehenden Rentenreform wird jetzt ein Abschlag für Frühverrentung eingeführt, sowie die Begrenzung des monatlichen Pensionsaufwandes auf maximal 50% des höchsten Arbeitseinkommens angestrebt[67]. Dieselben Maßnahmen sollen auch auf das Pensionssystem angewendet werden.

Das Gesundheitssystem Zyperns soll reformiert werden und in Zukunft durch ein nationales Gesundheitssystem (kurz NHS) mit neuen, restriktiveren Rahmenbedingungen zur Gesundheitsversorgung ersetzt werden um Synergieeffekte in den Verwaltungsstrukturen zu erreichen und die Kosten zu senken[68].

Es erfolgt außerdem eine Privatisierung staatlicher Industrien oder die Organisation in sogenannten PPPs[69], um den öffentlichen Sektor zu entlasten und zu verschlanken. Zunächst erstellt die Regierung ein Bestandsverzeichnis mit Vermögenswerten des Staates. Anschließend ist geplant viele staatliche Unternehmen in Abstimmung mit dem Repräsentantenhaus zu veräußern, mit einem erwarteten Erlös von 1,4 Mrd. Euro bis 2018[70]. Weitere, neue staatliche Pflichten sollen zukünftig möglichst durch PPPs erfüllt werden um Verwaltungskosten- und Aufwand zu sparen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die zuvor genannten Maßnahmen sind Voraussetzungen für die Überweisung der ersten Kredittranche an Zypern. Der Nettofinanzierungsbedarf aus der derzeitigen Rettungsmaßnahme von maximal zehn Mrd. Euro soll zwischen 2013 und 2016 in Anspruch genommen werden können. Damit ist der zeitliche Rahmen der Hilfskreditinanspruchnahme recht kurz gehalten. In Ihrem Bericht „Assessment of the public dept sustainability of cyprus“ vom 12.04.2013 geht die Europäische Kommission schon ab 2015 wieder von einem geringen Haushaltsüberschuss und einer leicht positiven Inlandsnachfrage aus[71].

[...]


[1] Siehe Abb. 3

[2] Siehe Abb. 4

[3] Wenn nachfolgend von Zypern die Rede ist, bezieht sich dies auf die Republik Zypern ohne die Türkische Republik Nordzypern. Ansonsten wird explizit darauf hingewiesen.

[4] Siehe Abb. 1 (Letzter offizieller Wert für das Jahr 2011. Für 2012 und 2013 existieren bislang nur Schätzungen)

[5] Siehe Abb. 1

[6] Siehe Abb. 5 (Letzter offizieller Wert für das Jahr 2011. Für 2012 und 2013 existieren bislang nur Schätzungen)

[7] Siehe Abb. 2

[8] Auf die Verbindung zwischen Staaten und Bankensolvenz wird in Kapitel 4.2 näher eingegangen

[9] Vgl. Bundesministerium des Finanzen(2013), Fragen und Antworten zum Finanzhilfeprogramm für Zypern, S. 2

[10] Siehe Tab. 1

[11] Vgl. European Commission (2013), Cyprus: Assessment of the risks to the financial stability of the Euro Area (Art 13 of ESM Treaty), S. 2

[12] Vgl. Frankel(2008), In zehn Jahren ist der Euro die Welt-Leitwährung auf welt.de am 22.04.2008:

http://www.welt.de/1926355

Abrufdatum: 14.06.2013

[13] Für mehr Informationen zu dem Thema Russische Geldgeschäfte mit Zypern siehe:

Kar (2013), Russia: Illicit Financial Flows and the Underground Economy

[14] Vgl. Kar(2013), Russia: Illicit Financial Flows and the Underground Economy, S. 40

[15] Eine ähnliche Aussage tätigte unlängst auch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, indem er die auffällig hohen Auslandsdirektinvestitionen zwischen Zypern und Russland am 21.01.2013 im ARD Programm 2 + Leif kritisch hinterfragte

Vgl. Parkin(2013), “Russia-Cyprus Money Flows Imply Laundering, Schaeuble Says” in Bloomberg.com am 21.01.2013:

http://www.bloomberg.com/news/print/2013-01-21/russia-cyprus-money-flows-imply-laundering-schaeuble-says.html

Abrufdatum: 14.06.2013

[16] Vgl. Kar(2013), Russia: Illicit Financial Flows and the Underground Economy, S. 40

[17] Vgl. IMF(2010), Cyprus: Selected issues, S. 2

[18] Vgl. IMF(2010), Cyprus: Selected issues, S. 5

[19] Vgl. European Commission (2013), Cyprus: assessment of the risks to the financial stability of the Euro Area (Art 13 of ESM Treaty), S. 2

[20] Vgl. Kopf(2013), Das europäische Finanzsystem nach dem Zypernprogramm in Wirtschaftsdienst, S. 233

[21] Vgl. Martens(2013), Kaufrausch stürzte Bank of Cyprus in den Ruin in faz.net am 08.04.2013:

http://www.faz.net/-hhu-788gq

Abrufdatum: 15.06.2013

[22] Vgl. Ib.

[23] Vgl. Ib.

[24] Vgl. Höhler(2011), Explosion macht Zypern zum vierten Hilfskandidaten in handelsblatt.com am 13.07.2011:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/unglueck-belastet-staatsetat-explosion-macht-zypern-zum-vierten-hilfskandidaten/4390580.html

Abrufdatum: 15.06.2013

[25] Vgl. Ib.

[26] Vgl. Kopf(2013), Das europäische Finanzsystem nach dem Zypernprogramm in Wirtschaftsdienst, S. 233

[27] Vgl. Kaiser(2013), Malta und Luxemburg: Bankenparadiese fürchten Radikalkur auf SpiegelOnline.de am 27.03.2013:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/malta-und-luxemburg-bangen-um-die-letzten-bankenparadiese-a-891297.html

Abrufdatum: 15.06.2013

[28] Erläuterung der einzelnen Rettungsinstrumente der EU erfolgt in Kapitel 3.1

[29] PIIGS-Länder: Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien

[30] Vgl. Herrmann(2012), Unüberschaubare Haftung der europäischen Krisenpolitik: Bisherige Entwicklung und zukünftige Maßnahmen in KBI kompakt, S. 1 f

[31] Deutsche Bundesbank(2012), Dr. Jens Weidmann: Rede zur Finanzsystemstabilität und nachhaltigem Wachstum vom 29.11.2013 auf:

http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Reden/2012/2012_11_29_weidmann_finanzstabilitaet.html?view=render[Druckversion]

Abrufdatum: 15.06.2013

[32] Vgl. Arghyroua(2011), The EMU sovereign-dept crisis: Fundamentals, expectations and contagion. European Economy, S. 38

[33] Vgl. Brenke(2012), Die griechische Wirtschaft braucht eine Wachstumsstrategie in DIW-Wochenbericht, S. 4

[34] Vgl. Hermann(2012), Unüberschaubare Haftung der europäischen Krisenpolitik: Bisherige Entwicklung und zukünftige Maßnahmen in KBI kompakt, S. 1 f

[35] Vgl. Die Bundesregierung(2011), Euro-Schutzschirm. Was sind EFSM, EFSF und ESM?:

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2011/10/2011-10-24-esm-efsm-efsf.html

Abrufdatum: 16.06.2013

[36] Vgl. Hermann(2012), Unüberschaubare Haftung der europäischen Krisenpolitik: Bisherige Entwicklung und zukünftige Maßnahmen in KBI kompakt, S. 2

[37] Vgl. Die Bundesregierung(2011), Euro-Schutzschirm. Was sind EFSM, EFSF und ESM?:

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2011/10/2011-10-24-esm-efsm-efsf.html

Abrufdatum: 16.06.2013

[38] Vgl. Ib.

[39] Vgl. Bundesministerium der Finanzen(2013), Einholung eines zustimmenden Beschlusses des
Deutschen Bundestages nach § 4 Absatz 1 Nummer 1 und 2 des ESM- Finanzierungsgesetzes, nach § 3 Absatz 1 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes im Rahmen der Haftungsanpassungen nach Artikel 8 Absatz 2 des EFSF-Rahmenvertrages sowie nach § 3 Absatz 1 i. V. m. Absatz 2 Nummer 2 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes vom 13.04.2013, S. 7 f.

[40] Weitere Informationen zu den Zielen, Konditionen und Maßnahmen der „Zypern-Rettung“ sind im Memorandum of Understanding mit Zypern vom 09.04.2013 zu finden. In dieser Arbeit werden lediglich die wichtigsten Maßnahmen des umfangreichen Programms genannt.

[41] Vgl. Europäische Kommission(2013), Vorschlag für einen Beschluss des Rates an die Republik Zypern über spezifische Maßnahmen zur Wiederherstellung von Finanzstabilität und nachhaltigem Wachstum, S. 1

[42] Vgl. Government of Cyprus and IMF(2013), Memorandum of Understanding on Specific Economic Policy Conditionality, S. 2

[43] Vgl. Europäische Kommission(2013), Vorschlag für einen Beschluss des Rates an die Republik Zypern über spezifische Maßnahmen zur Wiederherstellung von Finanzstabilität und nachhaltigem Wachstum, S. 1

[44] Vgl. European Commission(2013), Assessment of the public dept sustainability of Cyprus, S. 3

[45] Vgl. ESM(2013), Proposal for a financial assistance facility agreement for the Republic of Cyprus vom 24.04.2013, S. 2

[46] Vgl. Bundesministerium der Finanzen(2013), Einholung eines zustimmenden Beschlusses des
Deutschen Bundestages nach § 4 Absatz 1 Nummer 1 und 2 des ESM- Finanzierungsgesetzes, nach § 3 Absatz 1 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes im Rahmen der Haftungsanpassungen nach Artikel 8 Absatz 2 des EFSF-Rahmenvertrages sowie nach § 3 Absatz 1 i. V. m. Absatz 2 Nummer 2 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes, S. 5

[47] Vgl. Bundesministerium der Finanzen(2013), Einholung eines zustimmenden Beschlusses des
Deutschen Bundestages nach § 4 Absatz 1 Nummer 1 und 2 des ESM- Finanzierungsgesetzes, nach § 3 Absatz 1 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes im Rahmen der Haftungsanpassungen nach Artikel 8 Absatz 2 des EFSF-Rahmenvertrages sowie nach § 3 Absatz 1 i. V. m. Absatz 2 Nummer 2 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes, S. 3

[48] Vgl. Eurogroup(2013), Eurogroup Statement on Cyprus vom 25.03.2013, S. 3

[49] Vgl. Government of Cyprus and IMF(2013), Memorandum of Understanding on Specific Economic Policy Conditionality, S. 2

[50] Vgl. European Commission(2013), Assessment of the public dept sustainability of Cyprus, S. 9

[51] core-bank: „Kernbank“ zur zentralen, gebündelten und einheitlichen Überwachung der Bankgeschäfte

[52] Vgl. European Commission(2013), Assessment of the public dept sustainability of Cyprus, S. 9

[53] Vgl. Eurogroup(2013), Eurogroup Statement on Cyprus vom 25.03.2013, S. 3

[54] Vgl. Ib.

[55] Vgl. European Commission(2013), Assessment of the actual or potential financing needs of Cyprus, 12.04.2013, S. 4 f.

[56] Vgl. Kesti(2009), European Tax Handbook 2009, S. 158

[57] Vgl. Merati-Kashani(2009), Die Erbschaft- und Vermögensteuer in den EU-Mitgliedstaaten, Australien, Japan, Kanada und den USA in Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages, S. 32

[58] Vgl. European Commission(2013), Assessment of the public dept sustainability of Cyprus, S. 7

[59] Vgl. Ib.

[60] Vgl. Government of Cyprus and IMF(2013), Memorandum of Understanding on Specific Economic Policy Conditionality, S. 19

[61] Vgl. Höhler2013), Schatzinsel Zypern in Handelsblatt.com vom 10.02.13: http://www.handelsblatt.com/politik/international/oel-und-gas-schatzinsel-zypern/7756642.html Abrufdatum: 18.06.2013

[62] Vgl. Sian(2013), Cyprus: The “Poker game” in RBS.com, S. 24: http://www.eurekahedge.com/news/attachments/March_2013_RBS_Cyprus_The_World%27s_Biggest_Poker_Game_Update.pdf Abfragedatum: 18.06.2013

[63] Vgl. Ib.

[64] Vgl. European Commission(2013), Assessment of the public dept sustainability of Cyprus ,S. 7

[65] Vgl. Government of Cyprus and IMF(2013), Memorandum of Understanding on Specific Economic Policy Conditionality, S. 1

[66] Vgl. Government of Cyprus and IMF(2013), Memorandum of Understanding on Specific Economic Policy Conditionality, S. 6

[67] Vgl. European Commission(2013), Assessment of the public dept sustainability of Cyprus, S. 7 i.V.m. Government of Cyprus and IMF(2013), Memorandum of Understanding on Specific Economic Policy Conditionality, S. 17

[68] Vgl. Government of Cyprus and IMF(2013), Memorandum of Understanding on Specific Economic Policy Conditionality, S. 19

[69] Public Private Partnership: Vertragliche Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand und privatrechtlich organisierten Unternehmen

[70] Vgl. European Commission(2013), Assessment of the actual or potential financing needs of Cyprus, S. 4

[71] Siehe Tab. 2

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten

Details

Titel
Die "Zypern-Rettung" durch die Europäische Union. Eine notwendige Maßnahme?
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften)
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
63
Katalognummer
V438660
ISBN (eBook)
9783668794511
ISBN (Buch)
9783668794528
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzkrise, Eurorettung, Eurokrise, Zypern-Rettung
Arbeit zitieren
Frederic Florian Hans-Joachim Fiedler (Autor), 2013, Die "Zypern-Rettung" durch die Europäische Union. Eine notwendige Maßnahme?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438660

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