Nietzsches Herrenmoral und Sklavenmoral


Hausarbeit, 2015

17 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhalt

I. Vorwort

II. Die Zwei Moralen
II.I. Herren-Moral
II.II. Die Sklaven-Moral

III. Nietzsches Wertung Der Moralen
III.I. Nietzsches Motivation & Vorgehensweise
III.II. Nietzsches Wertung Der Herren-Moral
III.III. Nietzsches Wertung Der Sklaven-Moral
III.IV. Fazit

IV. Die Suche Nach Der Wahrheit
IV.I. Die Existenz Der Moraltypen
IV.II. Kritik An Nietzsches Wertung Der Moralen
IV.III. Nietzsches Trennung Der Moraltypen

V. Reflexion

Literaturverzeichnis

I. Vorwort

Bezüglich meiner Hausarbeit zu der Veranstaltung ‚Nietzsche - Zur Genealogie der Moral’ habe ich mich dazu entschieden, mich mit dem Thema ‚HerrenMoral und Sklaven-Moral’ zu befassen.

Dieses Thema spricht mich sehr an, da ich Nietzsches Annahme, es existiere eine ‚Herren-Moral’ und eine ‚Sklaven-Moral’, äußerst interessant finde.

Die These, dass abgesehen von philosophischen Moraleinstellungen, wie z.B. dem Utilitarismus, zwei moralische Denkweisen existieren, nach denen Menschen bewusst oder vor allem auch unbewusst handeln, unabhängig davon, ob sie sich jemals mit dieser Thematik auseinander gesetzt habe, wie es bei philosophischen Moraltheorien notwendig wäre, beinhaltet eine Thematik, mit der ich mich noch nie befasst habe. Deshalb bin ich sehr gespannt darauf, zu erarbeiten, ob Menschen tatsächlich konkreten moralischen Strukturen folgen, derer sie sich selbst zumeist nicht bewusst sind.

Im Verlauf meiner Hausarbeit möchte ich zunächst mithilfe eines Sammelbands der Werke ‚Jenseits von Gut und Böse’ und ‚Zur Genealogie der Moral’ diese zwei nach Nietzsche definierten moralischen Denkweisen erläutern. Im nächsten Schritt werde ich mich mit Nietzsches Wertung ihrer Existenz aus-einandersetzen. Anschließend möchte ich die Überzeugungskraft seiner Argumentation überprüfen. Gibt es diese Moraleinstellungen tatsächlich? Wertet er diese Denkweisen angemessen in ihrem moralischen Gehalt? Sind sie, sofern sie existieren, so deutlich und strikt voneinander zu trennen, wie Nietzsche es darstellt?

Des Weiteren werde ich mich in meiner Analyse betreffend der Glaubwürdigkeit der in dieser Hausarbeit behandelten Theorie von Nietzsche nicht auf andere Quellen stützen, sondern allenfalls einzelne Zitate authentischer Personen anbringen, um meine Argumentation zu stützen.

Ich habe mir im Voraus zum Ziel genommen, eigenständig über diese Annahmen zu philosophieren, wobei hauptsächlich mein Vorwissen über Moral und meine damit einhergehenden moralischen Einstellungen in meiner Argumentation mit einfließen werden.

Nietzsche spricht in seinem Werk ‚Jenseits von Gut und Böse’ von „zwei Grundtypen” (Nietzsche 1999: 208) der Moral, die „Herren-Moral und Sklaven-Moral“ (Ebd.: 208, Hervorhebung getilgt). Im Paragraph §§260 konkretisiert er diese Moralen erstmalig.

II. Die Zwei Moralen

Im Folgenden werde ich zuerst die Herrenmoral und im Anschluss die Sklavenmoral erläutern.

Zudem werden in diesem Kapitel bereits erste Wertungen der Moraltypen mit einfließen, was nicht vermeidbar ist, da Nietzsche diese bereits in ihren Definitionen wertet. Mit dieser Tatsache werde ich mich im hierauf folgenden Kapitel ausführlich auseinandersetzen.

II.I. Herren-Moral

Die Herrenmoral ist nach Nietzsche eine altertümliche Moral (vgl. Ebd.: 211), weswegen sie „ heute schwer nachzufühlen, auch schwer auszugraben und aufzudecken” (Ebd.: 211, meine Hervorhebung) sei.

Des Weiteren formuliert er: „[W]enn die Herrschenden es sind , die den Begriff ‚gut’ bestimmen, sind es die erhobenen stolzen Zustände der Seele, welche als das Auszeichnende und die Rangordnung Bestimmende empfunden werden. Der vornehme Mensch trennt die Wesen von sich ab, an denen das Gegentheil [sic] solcher gehobener stolzer Zustände zum Ausdruck kommt: er verachtet sie.” (Ebd.: 209).

Nietzsche spricht an dieser Stelle von „Herrschenden” (Ebd.: 209). Auch an anderen Stellen in seinem Werk ‚Zur Genealogie der Moral’ hebt er unter anderem den „griechischen Adel” (Ebd.: 263) hervor, benutzt Begriffe, wie „‚die Mächtigen’, ‚die Herren’, ‚die Gebietenden’” (Ebd.: 262), „‚die Wahrhaftigen”’ (Ebd.: 263) oder „die Eroberer- und Herren-Rasse” (Ebd.: 264, Hervorhebung getilgt), wozu er auch Menschen arischer Abstammung zählt (vgl. Ebd.: 264).

Somit scheint das Vorkommen der Herrenmoral sich nur auf Menschen von einem hohen gesellschaftlichen Status zu beschränken.

Weiterführend erklärt Nietzsche, dass die Bedeutung der Begriffe ‚gut’ und ‚schlecht’ hier mit „‚vornehm’ und ‚verächtlich’” (Ebd.: 209) zu übersetzen seien. „Verachtet wird der Feige, der Ängstliche, der Kleinliche, der an die en- ge Nützlichkeit Denkende; ebenso der Misstrauische mit seinem unfreien Blicke, der Sich-Erniedrigende, die Hunde-Art von Mensch, welche sich misshandeln lässt, der bettelnde Schmeichler, vor Allem der Lügner: - es ist ein Grundglaube aller Aristokraten, dass das gemeine Volk lügnerisch ist. “ (Ebd.: 209).

Der Ausdruck „das gemeine Volk” (Ebd.: 209) lässt klar erkennen, dass an dieser Stelle alles Volk, welches keinen nennenswerten gesellschaftlichen Status aufweisen kann, zu dem, was hier in den Begriffen ‚schlecht’ oder ‚verächtlich’ begriffen wird, gehört. Die vorherigen Aufzählungen in dem Zitat weisen auf die Charakteristika hin, die Nietzsche diesen Menschen zuschreibt.

Im weiteren Verlauf formuliert Nietzsche: „Die vornehme Art Mensch fühlt sich als werthbestimmend, [sic] sie hat nicht nöthig [sic], sich gutheissen zu lassen, sie urtheilt [sic]‚was mir schädlich ist, das ist an sich schädlich’, sie weiss sich als Das, was überhaupt erst Ehre den Dingen verleiht, sie ist werthschaffend [sic]. Alles, was sie an sich kennt, ehrt sie: eine solche Moral ist Selbstverherrlichung. Im Vordergrunde steht das Gefühl der Fülle, der Macht, die überströmen will, das Glück der hohen Spannung, das Bewusstsein eines Reichthums [sic], der schenken und abgeben möchte: - auch der vornehme Mensch hilft dem Unglücklichen, aber nicht oder fast nicht aus Mitleid, sondern mehr aus einem Drang, den der Überfluss von Macht erzeugt. Der vornehme Mensch ehrt sich in den Mächtigen, auch Den, welcher Macht über sich selbst hat, der zu reden und zu schweigen versteht, der mit Lust[,] Strenge und Härte gegen sich übt und Ehrerbietung vor allem Strengen und Harten hat.” (Ebd.: 209f., Hervorhebung getilgt) und definiert die Eigenschaften der Menschen, welche die Herrenmoral vertreten somit konkreter.

Anschließend behauptet Nietzsche: „Eine solche Art Mensch ist eben stolz darauf nicht zum Mitleiden gemacht zu sein[.]” (Ebd.: 210).

Fasst man die wichtigsten Aspekte der Herrenmoral zusammen, so handelt es sich nach Nietzsche bei dessen Vertreter also um einen mächtigen Menschen von hohem gesellschaftlichen Rang, der sich dieser Position auch durchaus bewusst sei und diese zu genießen wisse, sowie auf niedere Positionen mit Verachtung herabblicke. Dennoch sei er ebenfalls bereit, schwächeren Menschen von niedrigem gesellschaftlichen Status zu helfen, was jedoch nicht aus einer gewissen Empathie herrühre. Mitgefühl und Mitleid selbst sei etwas negatives für ihn, stattdessen bevorzuge er Stärke und Disziplin.

II.II. Die Sklaven-Moral

Die Sklavenmoral, von Nietzsche oftmals auch „Mitleids-Moral” (Ebd.: 252) genannt, bezeichnet ein Phänomen, welches er mehrfach als einen „Heerdeninstinkt” (Ebd.: 260, Hervorhebung getilgt) beschreibt. Dieser Moraltyp habe immer mehr mehr Einfluss bekommen und die Herrenmoral mittlerweile verdrängt (vgl. Ebd.: 263f.).

„Die Sklaven-Moral ist wesentlich Nützlichkeits-Moral.” (Ebd.: 211, meine Hervorhebung), erläutert Nietzsche weiterführend.

Anhand seiner Definition der Herrenmoral wurde bereits deutlich, dass es sich bei den Vertretern der Sklavenmoral um „ das gemeine Volk” (Ebd.: 209, meine Hervorhebung), also um den durchschnittlichen Bürger, handelt, wie im vorherigen Teilkapitel nachzulesen ist.

Weiterführend formuliert Nietzsche die Frage: „Gesetzt, dass die Vergewal-tigten, Gedrückten, Leidenden, Unfreien, Ihrer-selbst-Ungewissen und Müden moralisieren: was wird das Gleichartige ihrer moralischen Werthschätzungen [sic] sein?” (Ebd.: 211), und konkretisiert die Definition der ‚Sklaven-Moral’ mit seiner selbst gegebenen Antwort auf diese Frage. Seiner Ansicht nach handelt es sich hier um Menschen, welche kaum oder gar kein Vertrauen zu Anderen hegen. Vor allem gegenüber dem Menschen höheren Ranges verhalten sie sich laut Nietzsche äußerst misstrauisch, sie fürchten ihn. Zudem seien sie weder von seinen Moralvorstellungen noch von seinem erfüllten Leben überzeugt, schlichtweg, weil sie nicht davon überzeugt sein wollen. Selbst führen sie jedoch kein erfülltes Leben. Ihr Ziel sei es, ihr Leben mithilfe von Mitleid, welches nahezu ihre einzige Ressource darstelle, möglichst erträglich zu gestalten (vgl. Ebd.: 211). Somit ist das, was sie alle miteinander gemeinsam haben, nach Nietzsche also ein Leben von geringer Qualität, ihr Miss-trauen, welches sich vor allem gegen die Menschen eines höheren gesell-schaftlichen Ranges richtet, und vor allem ihr Mitleid.

Außerdem geht Nietzsche davon aus, dass in dieser Moral, ungleich bei der Herrenmoral, die Gegensätze ‚gut’ und ‚böse’ aus dem Gegensatz ‚gut’ und ‚schlecht’ in dem Sinne entstanden sind, wie die Menschheit sie heutzutage überwiegend versteht (vgl. Ebd.: 211). „[I]n’s Böse wird die Macht und Gefährlichkeit hinein empfunden, eine gewisse Furchtbarkeit, Feinheit und Stärke, welche die Verachtung nicht aufkommen lässt. Nach der Sklaven-Moral erregt also der ‚Böse’ Furcht[.]” (Ebd.: 211), erläutert Nietzsche diesbezüglich. Unter ‚böse’ lässt sich also etwas Gefürchtetes oder „der ‚Böse’” (Ebd.: 211) verstehen, welcher, wie im vorherigen Zitat bereits deutlich wurde, ohne Zweifel der Vertreter der Herrenmoral, der Mächtige (vgl. Ebd. 262, meine Hervorhebung) ist.

Noch deutlicher wird das Verständnis für diesen Gegensatz durch Nietzsches Ausführung: „[N]ach der Herren-Moral ist es gerade der ‚Gute’, der Furcht erregt und erregen will, während der ‚schlechte’ Mensch als der Verächtliche empfunden wird. Der Gegensatz kommt auf seine Spitze, wenn sich, gemäss der Sklavenmoral-Consequenz [sic] zuletzt nun auch an den ‚Guten’ dieser Moral ein Hauch von Geringschätzung hängt - sie mag leicht und wohlwollend sein -, weil der Gute innerhalb der Sklaven-Denkweise jedenfalls der ungefährliche Mensch sein muss: er ist gutmüthig [sic], leicht zu betrügen, ein bisschen dumm vielleicht, un bonhomme.” (Ebd.: 211f., Hervorhebung getilgt).

Kurz gefasst ist der Sklavenmoral nach der Vertreter der Herrenmoral das, was ‚schlecht’ bzw. ‚böse’ meint. Die Herrenmoral hingegen besagt, ‚schlecht’ bzw. ‚verächtlich’ bezeichne den Vertreter der Sklavenmoral. Diese Gegensätze sind also im Bezug auf die hier dargestellten Moraltypen auch vollkommen unterschiedlich, sogar gegensätzlich zu verstehen.

Zuletzt benennt Nietzsche noch „das Verlangen nach Freiheit, [den] Instinkt für das Glück und die Feinheiten des Freiheits-Gefühls” (Ebd.: 212) als wesentliche Merkmale der Sklavenmoral. „[D]as gemeine Volk” (Ebd.: 209) sehne sich nicht nach dem, was „die Herrschenden” (Ebd.: 209) erstreben. Es sehne sich lediglich nach „ Freiheit” (Ebd.: 212), danach, frei zu sein.

III. Nietzsches Wertung Der Moralen

In diesem Kapitel werde ich mich genauer mit Nietzsches Bewertung der Herrenmoral und der Sklavenmoral befassen. Zu Beginn des Kapitels ‚Die Zwei Moralen’ merkte ich bereits an, dass dort schon erste Wertungen der Moraltypen mit eingeflossen sind. Hier werde ich untersuchen, weshalb dies nicht vermeidbar war.

III.I. Nietzsches Motivation & Vorgehensweise

Zu Beginn seines Werkes ‚Zur Genealogie der Moral’ spricht Nietzsche davon, dass er einen „Grundwillen der Erkenntniss [sic]” (Ebd.: 248, Hervorhebung getilgt) besitze, die ihn dazu verleihte, nach der „Herkunft unserer moralischen Vorurtheile [sic]” (Ebd.: 248, Hervorhebung getilgt) zu fragen (vgl. Ebd.: 248).

Weiterführend möchte er sich ebenso mit der Wertung von Moral auseinandersetzen (vgl. Ebd.: 251).

Doch Nietzsche setzt sich nicht zuerst sachlich mit den von ihm definierten Moraltypen auseinander und bewertet diese dann im Anschluss, sondern vermittelt durch seine Formulierungen von vornherein ein klares Bild bezüglich ihres Wertgehaltes.

III.II. Nietzsches Wertung Der Herren-Moral

Bezüglich der Herrenmoral nimmt Nietzsche von Ausdrücken, wie „der vornehme Mensch” (Ebd.: 209), „die Herrschenden” (Ebd.: 209), „‚die Mächtigen’, ‚die Herren’, ‚die Gebietenden’” (Ebd.: 262), „‚die Wahrhaftigen”’ (Ebd.: 263) oder „ Herren-Rasse” (Ebd.: 264) gebrauch, welche allesamt aufweisen, dass es sich hier, wie im vorherigen Kapitel bereits festgestellt, grundsätzlich um mächtige, bedeutsame Personen von hohem Prestige handelt.

Um die Anhänger dieses Moraltypen zu beschreiben verwendet Nietzsche Formulierungen, wie: „die Tugenden des Mächtigen” (Ebd.: 211), oder: „[S]ie weiss sich als Das, was überhaupt erst Ehre den Dingen verleiht, sie ist wertheschaffend [sic]” (Ebd.: 209, Hervorhebung getilgt).

Insgesamt klingt seine Definition dieses Moraltypen aufgrund seiner Wortwahl äußerst positiv, wie die oben angegebenen Beispiele zeigen. An dieser Stelle mag man einwenden, diese machtdarstellenden Ausdrücke klängen eher ein- schüchternd und beängstigend, wie die Vertreter der Sklavenmoral es Nietzsche zufolge empfinden. Dies liegt jedoch daran, dass es die Anderen sind, denen diese Charakteristika zugeschrieben werden. Kaum ein Mensch hätte etwas dagegen einzuwenden, könne er sich selbst mit diesen Ausdrücken identifizieren. Ein Großteil der Menschheit erträumt sich sogar solch eine Macht, Reichtum und Ansehen. Es lässt sich hier also insofern von einer positiven Wertung sprechen, indem die Charakteristika der Herrenmoral Ziele und Träume von Menschen enthalten.

Gegensätzlich und weitere Fragen aufwerfend bleibt hier jedoch die Tatsache, dass etwas von Menschen erhofft oder gar erstrebt wird, was ihnen nicht geheuer ist, sie vielleicht sogar beängstigt, so lange sie es nicht selbst verkörpern und sie diesen Wunsch, dieses Ziel verleugnen, solange sie sich seines Erreichens nicht sicher sein können.

III.III. Nietzsches Wertung Der Sklaven-Moral

Sobald Nietzsche von der Sklavenmoral spricht, verwendet er hingegen negative und äußerst abwertende Bezeichnungen, wie „Mitleids-Moral” (Ebd.: 252), „ Heerdeninstinkt” (Ebd.: 260), „ lügenhaften[r], gemeine[r] Mann” (Ebd.: 263), „die Elenden […], die Armen, Ohnmächtigen, Niedrigen” (Ebd.: 267), „Anarchisten-Hunde” (Ebd.: 125), „die Hunde-Art von Mensch” (Ebd.: 209), „Sklaven” (Ebd.: 211) und viele mehr.

Betrachtet man alle Formulierungen und Beschreibungen Nietzsches bezüglich dieses Moraltypen im Gesamten, wird seine verächtliche Einstellung ihr gegenüber nur noch deutlicher.

An anderen Stellen seines Werkes ‚Zur Genealogie der Moral’ erweist sich diese Einstellung als unmissverständlich. Nietzsche verklärt die Sklavenmoral „als das unheimlichste Symptom unserer unheimlich gewordenen europäischen Cultur [sic]” (Ebd.: 252), sowie „die Gefahr der Gefahren” (Ebd.: 253), wie er auffällig oft in seinem Werk wiederholt. Der „Werth [sic] des ‚Unegoistischen’, der Mitleids-, Selbstverleugnungs-, Selbstopferungs-Instinkte [seien die] gros-se Gefahr der Menschheit” (Ebd.: 252). Nietzsche spricht sogar von einer Art Vergiftung durch die Sklavenmoral (vgl. Ebd.: 269).

Seine Aussage, die Sklavenmoral sei „Wille zur Verneinung des Lebens, […] Auflösungs- und Verfalls-Prinzip” (Ebd.: 207), bringt seine Wertung dieser Moral letztlich auf den Punkt. Die Sklavenmoral sei alles, was das Leben nicht ist, oder zumindest, was das Leben nicht sein sollte.

Nietzsche nimmt an, dass die Entstehung der Sklavenmoral den Juden und den Priestern zuzuschreiben sei (vgl. Ebd.: 267) und redet von „Rachsucht” (Ebd.: 267) und einem „Hass […] der Ohnmacht” (Ebd.: 267).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Nietzsches Herrenmoral und Sklavenmoral
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Geschichtswissenschaften, Philosophie und Theologie Abteilung Philosophie)
Veranstaltung
Nietzsche - Zur Genealogie der Moral
Note
2.0
Autor
Jahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V440997
ISBN (eBook)
9783668795419
ISBN (Buch)
9783668795426
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nietzsche, Zur Genealogie der Moral, Moral, Moralphilosophie, Ethik, Herrenmoral und Sklavenmoral, Herrenmoral, Sklavenmoral, Moraltheorie, Moralkritik, moralkritisch
Arbeit zitieren
Kim Ann Woodley (Autor), 2015, Nietzsches Herrenmoral und Sklavenmoral, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/440997

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