Angst, Risiko und PTBS im Zusammenhang mit Terrorismus

Wie werden Terroranschläge gesellschaftlich wahrgenommen und in welchem Zusammenhang steht PTBS zu dieser Thematik?


Ausarbeitung, 2018
10 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Angst und Risiko: Ein messbarer Faktor?

3. Zum Umgang und zur Verarbeitung von Traumata

4. PTBS: Spuren des Terrors und anderer Traumata im Kopf

5. Das psychosoziale Netzwerk der Bundeswehr und PTBS durch Einsätze

6. Zusammenfassung und Fazit

7. Literaturverzeichnis
7.1. Anhang.

1. Einleitung

Angst, Risiko und Terrorismus. Drei Begriffe, die für viele Menschen eng verknüpft sind. Das ist kein Wunder: Terrorismus zielt auf die Erzeugung von Angst, um die politischen bzw. ideologischen Ziele der Terroristen voranzutreiben (vgl. Waldmann 2003). Ist es daher falsch, Angst zu haben, ist es vielleicht sogar eine Art Niederlage gegenüber den Terroristen? Wie verbreitet ist die Angst vor Terrorismus in unserer Gesellschaft? Wie schätzen Menschen derartige Risiken ein und was bewirkt Terror im menschlichen Geist?

Nicht erst seit den jüngsten Terroranschlägen in Europa (u.a. am 15.11.2015 in Paris mit über 120 Toten und über 350 Verletzten) sind das Fragestellungen, die neben vielen anderen Ländern auch Deutschland konstant beschäftigen und teilweise sogar prägen. Längst sind die Sicherheitsbestimmungen an Flughäfen weltweit verschärft worden, die Polizei trainiert in Deutschland bereits seit Jahren für mögliche Terrorszenarien, auch die Einsatzvorausbildung der Bundeswehr konzentriert sich seit dem Aufkommen von Auslandseinsätzen auf den Umgang mit Terrorismus und irregulären Kräften (wie z.B. Taliban).

Es handelt sich bei der behandelten Thematik also um ein sehr umfangreiches Feld, was die Formulierung einer präzisen Fragestellung für diese Hausarbeit unabdingbar macht: Wie werden die Angst und das Risiko von Terroranschlägen gesellschaftlich wahrgenommen und in welchem Zusammenhang steht PTBS zu dieser Thematik?

2. Angst und Risiko: Ein messbarer Faktor?

Die Angst der Bevölkerung und das statistische Risiko eines Terroranschlags sind Faktoren, die sich anhand diverser Statistiken und Umfangen relativ leicht in Zahlen ausdrücken lassen: In den Jahren 2000 bis 2016 war die Wahrscheinlichkeit in Europa an einem tödlichen Unfall im Haushalt zu sterben 2045-mal größer, als sein Leben bei einem Terrorangriff zu verlieren. Auch ein tödlicher Verkehrsunfall war 814-mal wahrscheinlicher (vgl. Grafik 1). Es ist naheliegend, dass diese europaweite Statistik in Deutschland nicht wesentlich anders ausfallen dürfte, zumal es 2016 in Deutschland wesentlich weniger Terrorangriffe als manchen anderen europäischen Ländern, wie Frankreich oder Großbritannien, gab (vgl. Europol 2017).

Während diese Zahlen vermuten lassen, dass der Terrorismus in Deutschland und Europa als ein verhältnismäßig kleines Risiko wahrgenommen wird, zeichnen repräsentative Umfragen ein völlig anderes Bild. So ist der Terrorismus 2016 und 2017 die größte Angst der Deutschen gewesen (vgl. R+V Versicherung, 2017a). Weiterhin glauben 80% der Deutschen laut einer 2017 erstellten Umfrage, dass es in nächster Zeit zu Terroranschlägen in Deutschland kommen wird (vgl. ZDF Politbarometer 2017).

Bei der Betrachtung der Umfragen und Statistiken zeigt sich also: Obwohl es in Deutschland im Vergleich zu anderen Gefahren sehr unwahrscheinlich ist, Opfer eines Terroranschlags zu werden, handelt es sich hierbei um die am weitesten verbreitete Angst der (wahlberechtigten) deutschen Bevölkerung in den letzten beiden Jahren. Es wird auch klar, dass die Angst und das Risiko von Terroranschlägen zwar messbare Faktoren sind, die aber in der deutschen Bevölkerung eine verhältnismäßig überproportionale Angst auslösen.

Ein Erklärungsansatz zu dieser Wahrnehmung ist die Habituation. Mit diesem psychologischen Mechanismus lässt sich erklären, warum die Menschen in diversen Umfragen alltägliche Gefahren als weniger riskant einstufen: Habituation meint die Gewöhnung an alltägliche Reize (also auch Risiken), was dazu führt, dass diese in unserer Wahrnehmung ausgeblendet werden (vgl. Y-Spezial 2016, S.95). Ein Beispiel sind klassische Gefahren im Haushalt, wie etwa das Risiko auf einer Treppe auszurutschen und sich dabei schwer oder tödlich zu verletzen. Theoretisch kann die Habitualisierung zu einer Gewöhnung an den Terrorismus führen, vorausgesetzt, dass dieser zum Alltag wird, wie es in den 1970igern und in den späten 1990igern beim IRA-Terror in Irland der Fall war (vgl. Y-Spezial 2016, S.95).

In Bezug auf die Risikoeinschätzung von Menschen lohnt sich ein Blick auf die Evolutionstheorie: Terrorismus wird nicht nur als Bedrohung des Einzelnen, sondern als Bedrohung der ganzen „Gruppe“ bzw. des ganzen Umfelds und der Gesellschaft wahrgenommen. Daher ist es evolutionstheoretisch nachvollziehbar und sinnvoll, dass der Terrorismus als größere Bedrohung wie beispielsweise ein Herzinfarkt wahrgenommen wird, da letzteres nur ein einzelnes Leben bedroht und für das Überleben der „Gruppe“ keine direkte Gefahr darstellt (vgl. Y-Spezial 2016, S.94f).

3. Zum Umgang und zur Verarbeitung von Traumata

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Angst, Risiko und PTBS im Zusammenhang mit Terrorismus
Untertitel
Wie werden Terroranschläge gesellschaftlich wahrgenommen und in welchem Zusammenhang steht PTBS zu dieser Thematik?
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Note
1,0
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V441879
ISBN (eBook)
9783668802131
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Terror, Terrorismus, PTBS, Belastungsstörung, Europa, Taliban, IS, Angst, Risiko, Terroranschlag, Terrorwelle, Gesellschaft, Trauma, psychosoziales Netzwerk, psychosozial, Bundeswehr, Auslandseinsatz, Afghanistan, Gefahr, Wahrnehmung, Einschätzung, Kampf, Gefecht, Krieg, statistisches Risiko, Deutschland, 2018, Psychologisch, Habitus
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Angst, Risiko und PTBS im Zusammenhang mit Terrorismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441879

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