Risikomanagement von Fremdwährungsrisiken bei global tätigen Unternehmen


Hausarbeit, 2018
21 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Risikomanagement global tätiger Unternehmen
2.1 Definitionen
2.2 Importanz von Risikomanagement für Unternehmen
2.3 Modelle zur Risikobewertung
2.3.1 COSO - Würfel
2.3.2 Scoring-Modell
2.3.3 SWOT-Analyse
2.4 Bewertung zur Notwendigkeit der Absicherung

3 Globalisierungstreiber nach Rall

4 Fremdwährungsrisiko
4.1 Währungsexposure
4.2 Wechselkursrisiko
4.3 Konvertierungsrisiko

5 Finanzderivate zur Absicherung
5.1 Devisentermingeschäft
5.2 Devisenoptionen

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - COSO Würfel

Abbildung 2 - Risk Management Benchmarking

Abbildung 3 - Fremdwährungsrisikomanagement

Abbildung 4 - Globalisierungstreiber nach Rall

Abbildung 5 - Währungsrisikomanagement Flussdiagramm Abbildung 6 - Devisenoptionen Call/Put Strategien

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Im Zuge der Globalisierung sind Unternehmen stark global vernetzt und betreiben ihre Geschäfte in verschiedenen Ländern, mit wiederum teilweise unterschiedlichen Währungen. Daher ist das absichern möglicher Währungsrisiken ein omnipräsentes Thema bei global tätigen Unternehmen.

Ziel dieser Arbeit wird es sein darzustellen, wann sich für ein Unternehmen ein Finanzderivat zur Absicherung des möglichen Risikos lohnt oder nicht. Dies geschieht durch verschiedene Modelle zur Bewertung und Berechnung von Fremdwährungsrisiken. Denn dies hängt von vielen Faktoren ab, wie der Volatilität der Devise, der Liquidität des Unternehmens, dem Volumen des Geschäfts und auch dem Zeitraum des Geschäfts, aber auch immer von teilweise nicht kalkulierbaren Marktrisiken.

Da die Emerging Markets in letzter Zeit wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung erfahren, werden in den nächsten Jahren bestimme Währungen wieder mehr in den Fokus rücken. Diese Währungen sind jedoch für ihre stärkere Volatilität bekannt als bspw. der Euro oder US-Dollar.

Das interne Risikomanagement spielt bei der Entscheidung, ob und wie eine Absicherung von Fremdwährungsrisiken durchgeführt werden soll, die entscheidende Rolle. Daher werde ich im ersten Teil der Arbeit genau auf das Risikomanagement und die damit verbundenen grundlegenden Modelle zur Risikobewertung eingehen.

Daraufhin werde ich auf die unterschiedlichen Fremdwährungsrisiken eingehen und diese darstellen, sowie den Bezug zum Risikomanagement darstellen.

Am Ende werde ich einige Finanzderivate darstellen mit denen Unternehmen ihre Währungsrisiken absichern können. Daraufhin werde ich eine Beispielrechnung vornehmen, um zu zeigen wie eine solche Absicherung rechnerisch aussieht und welche unterschiedlichen beinflussbare und unbeeinflussbare Faktoren dabei eine Rolle spielen. Infolgedessen wird die Entscheidung gefällt, ob eine Absicherung notwendig ist oder nicht.

2 Risikomanagement global tätiger Unternehmen

2.1 Definitionen

„Risiken sind untrennbar mit jeder unternehmerischen Tätigkeit verbunden und können den Prozess der Zielsetzung und Zielerreichung negativ beeinflussen. Sie resultieren ursachenbezogen aus der Unsicherheit zukünftiger Ereignisse - wobei dies regelmäßig mit einem unvollständigen Informationsstand einhergeht - und schlagen sich wirkungsbezogen in der Möglichkeit negativer Abweichungen von einer festgelegten Zielgröße nieder. Werden Risiken nicht rechtzeitig erkannt und bewältigt, können sie die erfolgreiche Weiterentwicklung der Unternehmung gefährden, sogar in Krisen im Sinne von überlebenskritischen Prozessen einmünden (Unternehmungskrise).“ (vgl. Gabler Wirtschaftslexikon)

Im Rahmen des Risikomanagements werden besonders die möglichen Risiken im Zusammenhang mit Auslandsgeschäften und dem damit verbundenen Geschäften in fremden Devisen.

„Die Grenzziehung zwischen »Nationaler Unternehmung« und »Internationaler Unternehmung« ist sprachlich einfach: Nationale Unternehmen beschränken ihre Aktivitäten auf ein Land bzw. eine Volkswirtschaft, während internationale Unternehmungen in mehreren Ländern bzw. mehreren Volkswirtschaften tätig sind. Diese Begriffsauffassung orientiert sich an der prozessualen Sichtweise der Internationalisierung, indem sie den Blick auf die jeweils grenzüberschreitend tätig werdende Unternehmung richtet (institutioneller Ansatz). Ein internationales Unternehmen liegt demnach dann vor, wenn es - unabhängig von der Art der Auslandsaktivität und von den betrieblichen Funktionsbereichen, die international ausgerichtet sind -Aktivitäten im Ausland durchführt.“ (vgl. Perlitz, 2004)

2.2 Importanz von Risikomanagement für Unternehmen

Das Risikomanagement spielt bei global tätigen Unternehmen eine entscheidende Rolle, nicht nur im Bezug auf den Umgang mit Fremdwährungsrisiken, sondern auch mit Geschäfts- und operativen Risiken. Das Risiko wird in Relation zum erwartenden Gewinn oder Verlust gesetzt. Das Risikomanagement stellt für Unternehmen daher immer eine Gratwanderung dar. Zum einen möchte das Unternehmen nicht zu viel für die Absicherung von Risiken ausgeben, sich zum anderen aber auch nicht unnötigen finanziellen Risken aussetzen. (vgl. Götze/Mikus, 2001) An schlechtem Risikomanagement sind schon viele Unternehmen gescheitert und auch viele bekannte Unternehmen, insbesondere aus der Finanzbranche wurden oft für ihre schlechten internen Kontrollsysteme und das nicht ausreichende Risikomanagement gerügt. Daher wurden in der EU unter anderem die BASEL-Verordnungen zur Bankenregulierung eingefügt, die in weiten Teilen vor allem das Risikomanagement der Banken regulieren.

2.3 Modelle zur Risikobewertung

2.3.1 COSO - Würfel

Interne Kontrollsysteme wie beispielsweise COSO helfen den Unternehmen dabei einen ganzheitlichen Ansatz des Risikomanagements zu gewährleisten. Dieses von PwC entwickelte Kontrollsystem, wurde in den letzten Jahren deutlich erweitert, um alle Unternehmensbereiche abzudecken. Zuvor war der COSO-Würfel rein auf das Finanzrisiko beschränkt und wurde ursprünglich für die Finanzindustrie entwickelt.

„Die vier Zielkategorien - strategisch, betrieblich, Berichterstattung und Regeleinhaltung - sind in den vertikalen Spalten dargestellt, die acht Komponenten durch horizontale Reihen, und die Einheiten einer Organisation durch die dritte Dimension. Diese Darstellung gibt die Möglichkeit wieder, sich entweder auf die Gesamtheit des unternehmensweiten Risikomanagements einer Organisation zu beziehen oder auf Zielkategorien, Komponenten, Organisationseinheiten oder jede Untermenge davon.“ (vgl. COSO - Unternehmensweites Risikomanagement, 2004) Im Folgenden ist der COSO-Würfel graphisch dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: COSO-Würfel, COSO.org - ERM Executive Summary

Dieses Modell soll letztendlich zu einer verbesserten Kapitalallokation führen und die Kapitalausstattung des Unternehmens in aller Gesamtheit beurteilen. Somit können den Managern zuverlässige Risikoinformationen zur Verfügung gestellt werden. Zudem sorgt das Modell für eine Anpassung der Risikoneigung und hilft bei der Entwicklung von Mechanismen zur Risikobewertung- und Vermeidung bzw. Risikoverringerung, Risikoverteilung oder Risikoübernahme.

Die meisten global tätigen Unternehmen haben jedoch zusätzlich noch eigene, individuell auf das Unternehmen angepasste Interne Kontrollsysteme, um auch Unternehmensspezifische Risiken identifizieren zu können. (vgl. Götze/Mikus, 2001)

2.3.2 Scoring-Modell

Das Scoring-Modell auch Nutzwertanalyse genannt, wurde entwickelt als Verfahren zur Alternativenbewertung. Dabei werden die gegeben Alternativen an Bewertungskriterien gemessen, die im Vorhinein vom Unternehmen gewichtet wurden. So wird sichergestellt, dass dem Unternehmen wichtigere Risikofaktoren mehr Relevanz erhalten. Beim Scoring-Modell steht vor allem die Risikobewertung im Vordergrund. Daher wird zur Bewertung oftmals auf, für das Geschäft kritische und risikoreiche Faktoren Bezug genommen.

Zu diesen Faktoren zählen: Währungsrisiken, Transferrisiko, wirtschaftliches Risiko und das Substitutionsrisiko. Am Ende werden dann die Risiken auf einer Skala mit den Alternativen verglichen. (vgl. Zentes/Swoboda/Schramm-Klein, 2013)

2.3.3 SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse, oder auch Stärken-Schwächen-Chancen-Risiko-Analyse genannt ist ein Verfahren zur Gegenüberstellung der relevantesten Faktoren bei Geschäftsentscheidungen. Dabei werden die Vor- und Nachteile, sowie die Marktchancen- und Risiken in einer Vierfelder-Matrix angeordnet. So lassen sich alle positiven und negativen Faktoren in einer Matrix festhalten.

Bei der SWOT-Analyse gilt es zwischen internen und externen Faktoren zu unter- scheiden. Die internen Faktoren stellen die Stärken sowie die Schwächen des Unternehmens dar. Die externen Faktoren hingegen stellen die Chancen sowie die Gefahren dar, die sich aus dem gesamten Unternehmensumfeld ergeben können. Auf die externen Faktoren hat das Unternehmen keinen Einfluss. So stellt die SWOT- Analyse Chancen und Risiken dar, die sich durch eine Veränderung der Unternehmensumwelt ergeben können. (vgl. Müller/Lechner, 2001) Dadurch kristallisiert sich wieder heraus, dass es beim Risikomanagement immer unkalkulierbare Risiken gibt.

2.4 Bewertung zur Notwendigkeit der Absicherung

Bei der Absicherung von Risiken, auch Fremdwährungsrisiken, kommt es immer auf den möglichen zu entstehenden Schaden an. Ist das Volumen eines Geschäfts so gering, obwohl eine mögliche Währungsschwankung finanziell nachteilig für das Unternehmen sein könnte, so ist meistens vorteilhaft dieses Geschäft nicht abzusichern. Da in diesem Fall die Absicherung des Geschäfts teurer als der mögliche zu entstehende Schaden ist. Diese Wahrscheinlichkeiten lassen sich in einer Matrix darstellen, die das Eintrittsrisiko ins Verhältnis zur möglichen entstehenden Schadeneintrittssumme setzt. (vgl. Diedrichs, 2017)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.:2 PwC Risk Management Benchmarking, 2014

Im hell gelben Bereich der Matrix sind die möglichen zu entstehenden Schäden ziemlich gering und können daher „getragen “werden, das bedeutet das Unternehmen geht eine Risikoakzeptanz ein. In den dunkel gelben Bereichen sollten die Risiken „abgesichert“ oder „getragen“. Wird es „abgesichert“ versucht das Unternehmen damit eine Risikoreduzierung vorzunehmen. Im roten Bereich müssen die Führungskräfte des Unternehmens entscheiden, ob das Risiko zu „vermeiden“ oder „abzusichern“ ist. Wird es „vermieden“ geht das Unternehmen eine Risikovermeidung ein. Im braunen Teil der Matrix sollte das Unternehmen immer eine Risikovermeidung eingehen. Im Folgenden ist das ganze zur Übersichtlichkeit noch einmal graphisch dargestellt:

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Risikomanagement von Fremdwährungsrisiken bei global tätigen Unternehmen
Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands  (Fachbereich Wirtschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V442845
ISBN (eBook)
9783668810822
ISBN (Buch)
9783668810839
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Risikomanagement, Globalisierung, Fremdwährungsrisiken
Arbeit zitieren
Alexander Spiecker (Autor), 2018, Risikomanagement von Fremdwährungsrisiken bei global tätigen Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442845

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