Digitale Transformation. Chancen und Risiken der Kompetenzentwicklung von Mitarbeitern im Rechnungswesen mittelständischer Unternehmen


Bachelorarbeit, 2018

58 Seiten, Note: 2,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Executive Summary

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Themenstellung
1.2 Aufbau der Bachelor-Arbeit

2 Die Digitalisierung der Wirtschafts- und Arbeitswelt in Deutschland
2.1 Der Einfluss der Digitalisierung auf die deutsche Arbeits- und Führungskultur
2.2 Definition „Digitale Transformation“
2.3 Die digitale Transformation im Rechnungswesen
2.3.1 Theoretischer Hintergrund zum betrieblichen Rechnungswesen
2.3.2 Digitalisierung von Geschäftsprozessen im Rechnungswesen
2.3.3 Entwicklungstendenzen digitaler Lösungen im Rechnungswesen

3 Mittelständische Unternehmen im Kontext der digitalen Transformation
3.1 Theoretische Abgrenzung des Mittelstandsbegriffs
3.2 Wirtschaftliche Bedeutung des Mittelstands für Deutschland
3.3 Die Probleme der digitalen Transformation im deutschen Mittelstand

4 Digitale Kompetenzentwicklung im deutschen Mittelstand
4.1 Definition und Abgrenzung des Kompetenzbegriffs
4.2 Bedeutung von Kompetenzen in der digitalen Arbeitswelt
4.3 Chancen der Kompetenzentwicklung
4.4 Risiken der Kompetenzentwicklung

5 Handlungsmöglichkeiten für die Kompetenzentwicklung in mittelständischen Unternehmen

6 Schlussbetrachtung und Ausblick

7 Literaturverzeichnis

Executive Summary

Die Digitalisierung wird das Leben der Menschen in allen Bereichen in den kommendenJahren entscheidend verändern. Durch die Geschwindigkeit und Vielfältigkeit derdigitalen Veränderungen stehen die Menschen vor der Herausforderung, mit diesenEntwicklungen Schritt zu halten. Auch die deutschen Unternehmen müssen ihrebisherige Denk- und Arbeitsweise überwinden, um neue Wege im digitalen Zeitalter zubeschreiten. Für diesen weitreichenden Umstrukturierungsprozess, auch digitaleTransformation genannt, benötigen die Unternehmen gut ausgebildete, kompetente undselbstorganisierte Beschäftigte, die die Veränderungen in den Unternehmen umsetzen.Die Kompetenzentwicklung ist daher für die Unternehmen von großer Bedeutung, umdie Beschäftigten auf die digitale Transformation vorzubereiten.

Das Ziel dieser Bachelor-Arbeit ist die Darstellung der Chancen und Risiken derKompetenzentwicklung von Mitarbeitern im Rechnungswesen mittelständischerUnternehmen unter dem Aspekt der digitalen Transformation. Dafür wurde zunächst derEinfluss der digitalen Transformation auf die Arbeitswelt und speziell auf dasRechnungswesen mittelständischer Unternehmen untersucht. Es stellt sich heraus, dassder deutsche Mittelstand noch nicht optimal auf die Digitalisierung vorbereitet ist. DenUnternehmen fehlen in der Regel das digitale Fachwissen und eine ausgereifteDigitalisierungsstrategie. Daher ist die digitale Kompetenzentwicklung der Beschäftigtenschwer durchführbar.

Auf der Grundlage der erworbenen Kenntnisse im Rahmen der Erstellung dieserBachelor-Arbeit werden Handlungsmöglichkeiten für die Kompetenzentwicklung in mittelständischen Unternehmen erläutert. Der Fokus liegt für die Handlungsmöglichkeiten nicht mehr auf dem Rechnungswesen, sondern auf demgesamten Unternehmen. Die Kompetenzentwicklung stellt sich im Rahmen dieser Arbeitals eine ganzheitliche Entwicklung heraus, die sich nicht nur auf einen Bereich wie dasRechnungswesen beschränken lässt. Für die mittelständischen Unternehmen ist eszunächst wichtig, die grundlegenden Probleme der Digitalisierung in den Griff zubekommen, zum Beispiel durch die Entwicklung einer eigenen Digitalisierungsstrategie.Anschließend können die Chancen und Risiken der Kompetenzentwicklung für dieEntwicklung und Umsetzung eines ganzheitlichen Kompetenzmanagements verwendetwerden.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Erfolgsfaktoren für die digitale Transformation

Abbildung 2: Prozesskette im digitalen Rechnungswesen

Abbildung 3: Prozess der elektronischen Datenübermittlung an Behörden

Abbildung 4: Digitale Lösungen im Rechnungswesen

Abbildung 5: Ausblick über digitale Lösungen im Rechnungswesen

Abbildung 6: Auswirkungen der digitalen Lösungen auf das Rechnungswesen

Abbildung 7: Einfluss der Digitalisierung auf das Rechnungswesen - Ausblick

Abbildung 8: Herausforderungen der Digitalisierung

Abbildung 9: Unternehmensdefinition nach Beschäftigten und Jahresumsatz

Abbildung 10: KMU-Definition der Europäischen Kommission

Abbildung 11: Unternehmensverteilung in Deutschland nach Unternehmensgröße

Abbildung 12: Umsatzverteilung deutscher Unternehmen nach Unternehmensgröße

Abbildung 13: Beschäftigte deutscher Unternehmen nach Unternehmensgröße

Abbildung 14: Management der Digitalisierung in deutschen Unternehmen

Abbildung 15: Bedeutung von Kompetenzbereichen

Abbildung 16: Motive für betriebliche Weiterbildung deutscher Unternehmen

Abbildung 17: Hemmnisse für betriebliche Weiterbildung deutscher Unternehmen

Abbildung 18: Performance und Motivation eines Veränderungsprojektes

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Der Dialog über die Zukunft der Arbeitswelt in Deutschland wird entscheidend durch diezunehmende Digitalisierung der Wirtschaft und Gesellschaft beeinflusst. WirtschaftlicheProzesse werden durch Weiterentwicklungen und Innovationen im Bereich künstlicherIntelligenz, Kommunikation zwischen Mensch und Maschine sowie Robotik beschleunigtund komplexer. Die Art und Weise, wie die Menschen in Zukunft leben und arbeiten, wirdsich verändern. Smart-Home-Systeme ermöglichen es den Menschen bereits heute dieeigene Wohnung über das Smartphone zu überwachen oder Prozesse innerhalb desHauses, wie die Heizung, unterwegs zu steuern. Sprachassistenten wie „Alexa“ desamerikanischen Unternehmens Amazon assistieren auf Zuruf bei alltäglichen Aufgabenund Bedürfnissen, wie der Erstellung der Einkaufslisten, der Terminplanung oder demAbspielen von Musik. Doch eben jene digitalen Veränderungen erfordern auch einUmdenken der Menschen, um tradierte Denk- und Arbeitsweisen zu überwinden undneue Wege zu gehen, die in der Gesellschaft und Wirtschaft wertschöpfend genutztwerden können.1

Doch die digitale Transformation stellt vor allem den deutschen Mittelstand vor neueHerausforderungen und führt zu großer Verunsicherung hinsichtlich der Vor- undNachteile der Digitalisierung in den Unternehmen. Während internationale Unternehmenmehr auf Themen wie Wachstum auf neuen Märkten und Effizienzsteigerungen setzen,dominieren vor allem in mittelständischen deutschen Unternehmen Themen zurErhöhung der Produktivität oder Kosteneinsparpotenziale. Die aktuellen Megatrends unddamit verbundene Potenziale sind vor allem vielen kleinen Unternehmen nichtvollumfassend bekannt. Es fehlen oft die notwendigen Digitalisierungsexperten und eineneue zukunftsgewandte Führungskultur, die sich proaktiv mit den neuen digitalenThemen auseinandersetzen und die Beschäftigten miteinbeziehen. Um die Aufbau- undAblauforganisation in deutschen Unternehmen Schritt für Schritt an die Veränderungenanpassen zu können, sind selbstbewusste und selbstorganisierte Beschäftigtenotwendig, die mit einem hohen Grad an Selbstkompetenz und Motivation imUnternehmen agieren können.2

Die Personalverantwortlichen der mittelständischen Unternehmen haben daher die Aufgabe, herauszufinden, welche Kompetenzen die Beschäftigten zukünftig benötigen und sicherzustellen, dass diese Kompetenzen erworben werden. Denn trotz der Risiken, die der Kompetenzentwicklung entgegenstehen können, müssen die Chancen der Mitarbeiterentwicklung genutzt werden, um die wirtschaftliche und technologische Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands zu sichern. Durch die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands wird der Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt und der wirtschaftliche Vorsprung auf den internationalen Märkten weiter ausgebaut.3

1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Themenstellung

Der digitale Wandel ist kein neues oder unerwartetes Phänomen für die deutscheWirtschaft und Politik, denn die Digitalisierung hat schon vor vielen Jahrzenten begonnenund ist ein nicht mehr aufzuhaltender Prozess. Doch die steigende Dynamik undBandbreite der digitalen Veränderungen ist für die Menschen eine großeHerausforderung geworden. Aufgrund der stark zunehmenden Verdrängung vonbekannten und gewohnten Arbeitsabläufen durch digitalisierte Arbeitsprozesse wirdbereits von einer Transformation gesprochen. Diese digitale Transformation erzeugtjedoch Ängste und viele Fragen bei den Unternehmen und Beschäftigten, die es zuklären gilt, zum Beispiel der drohende Verlust von Arbeitsplätzen. Dafür müssen jedochalte Arbeits- und Denkweisen überdacht und durch neues Gedankengut erweitert oderersetzt werden.4

Die Digitalisierung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozessen ist ein seitmehreren Jahrzehnten laufender Prozess, doch es ist neu, dass neben einfachenRoutinetätigkeiten auch zunehmend komplexere Tätigkeiten hochqualifizierterFachkräfte von den digitalen Veränderungen betroffen sind.5 Im Rechnungswesenwerden die digitalen Veränderungen vor allem durch die großenAutomatisierungspotenziale der buchhalterischen Aufgaben deutlich. Der Buchhalterwird in Zukunft in vielen Routineaufgaben durch IT-Systeme ersetzt werden können,aber an Management-Aufgaben hinzugewinnen. Die Unternehmen benötigen daherzukünftig nicht nur qualifizierte Beschäftigte, sondern auch Mitarbeiter mitHandlungskompetenzen, die diesen Herausforderungen gewachsen sind undselbstkompetent die erweiterten oder neuen Aufgaben ihrer Tätigkeit ausführen können.Die Kompetenzentwicklung spielt eine entscheidende Rolle bei der betrieblichen Aus-und Weiterbildung der Beschäftigten. Denn um handlungsorientiert und kompetentarbeiten zu können, müssen die Beteiligten nach Bedarf weitergebildet werden.6

Die betriebliche Weiterbildung wird im Mittelstand jedoch durch gravierende Problemegestört beziehungsweise verhindert. In vielen mittelständischen Unternehmen fehlenDigitalisierungsexperten, die das Unternehmen und die Beschäftigten auf dieVeränderungen vorbereiten und die betrieblichen Geschäftsprozesse weiterentwickeln.

Falsche Kostensparansätze verhindern notwendige Investitionen in die digitale Ausstattung des Unternehmens, weil die Vorteile und Möglichkeiten dieser Investitionennicht oder nur unzureichend bekannt sind. Unter dem Vorwand von Sicherheitsbedenkenneuer digitaler Technologien warten die Unternehmen ab und verschieben das für sieproblembehaftete Thema in die Zukunft. Die Digitalisierung erfordert nicht nur dieBereitstellung neuer digitaler Werkzeuge, sondern auch eine Weiterentwicklung derAblauf- und Aufbauorganisation im Unternehmen. Durch starre und unflexibleUnternehmensstrukturen sowie fehlende Szenarien für die Umgestaltung derUnternehmensabläufe wird die genannte erforderliche Weiterentwicklung jedochbehindert. Notwendige Umschulungen, Weiterbildungsmaßnahmen und Programme zurKompetenzentwicklung finden oft nur unzureichend oder mit einem falschen Ansatzstatt. Nicht zuletzt fehlt in den mittelständischen Unternehmen oft eine Führungskultur,die den neuen Entwicklungen offen und proaktiv gegenübersteht, um so denBeschäftigten gegenüber eine Vorreiterrolle einzunehmen.7

Das Ziel dieser Bachelor-Arbeit ist es herauszufinden, welche Chancen und Risiken sichfür die Kompetenzentwicklung des Rechnungswesens im deutschen Mittelstand unterdem Aspekt der digitalen Transformation ergeben. Durch die Betrachtung desRechnungswesens im engeren Sinne und des deutschen Mittelstands im weiteren Sinnewerden gezielt die Herausforderungen der digitalen Transformation herausgearbeitet.Die Identifikation dieser Herausforderungen dient als Grundlage, um eine Einschätzungüber den allgemeinen digitalen Entwicklungsstand im Rechnungswesen abzugeben unddie Auswirkungen für die betriebliche Kompetenzentwicklung abzusehen. Die darausresultierenden Grundlagen werden für die Feststellung der Chancen und Risiken derKompetenzentwicklung verwendet. Basierend auf dieser Feststellung werdenHandlungsmöglichkeiten für ein effektives und ganzheitliches Kompetenzmanagementin den mittelständischen Unternehmen aufgezeigt.

1.2 Aufbau der Bachelor-Arbeit

Das Thema dieser Bachelor-Arbeit lautet: „Digitale Transformation - Chancen undRisiken der Kompetenzentwicklung von Mitarbeitern im Rechnungswesenmittelständischer Unternehmen“ und gehört zum Fachbereich Unternehmensführung.Nach der Einleitung erfolgt im zweiten Kapitel die Betrachtung der Digitalisierung derWirtschafts- und Arbeitswelt in Deutschland. Dafür erfolgt zunächst die Definition desBegriffs „digitale Transformation“ und die Darstellung des Einflusses der Digitalisierungauf den deutschen Arbeitsmarkt. Das Kapital schließt mit einer ausführlichen Darstellungder digitalen Transformation. Die Darstellung der theoretisch möglichen Digitalisierung von Geschäftsprozessen steht im direkten Vergleich zur Untersuchung der aktuellen Entwicklungstendenzen digitaler Lösungen im Rechnungswesen.

Das dritte Kapitel bezieht sich auf die mittelständischen Unternehmen in Deutschland.Es erfolgt zunächst eine theoretische Abgrenzung des Mittelstandsbegriffs alsGrundlage für die weitere Ausführung dieser wissenschaftlichen Arbeit und dieDarlegung der wirtschaftlichen Bedeutung des Mittelstands für Deutschland.Anschließend erfolgt die Darstellung der Probleme der digitalen Transformation für diemittelständischen Unternehmen. Das Kapitel schließt mit der Betrachtung derHerausforderungen der digitalen Transformation im deutschen Mittelstand.

Im vierten Kapitel geht es um die digitale Kompetenzentwicklung im deutschen Mittelstand. Zunächst werden die theoretischen Grundlagen zur Kompetenzentwicklung, die Bedeutung und die Auswirkungen der Kompetenzen dargestellt. Im Anschluss erfolgt eine ausführliche Darstellung der Chancen und Risiken der Kompetenzentwicklung, die den Kern der Themenstellung dieser wissenschaftlichen Arbeit bilden. Die Chancen und Risiken der Kompetenzentwicklung werden nicht nur für das Rechnungswesen betrachtet, sondern auch ergänzend für das gesamte Unternehmen.

Das fünfte Kapitel greift die ermittelten Chancen und Risiken für die Kompetenzentwicklung noch einmal auf und zeigt Handlungsmöglichkeiten für ein effektives Kompetenzmanagement. Die Erkenntnisse der anderen beiden Kapitel zum deutschen Mittelstand, der digitalen Transformation und dem Rechnungswesen fließen in die Überlegungen zu den Handlungsmöglichkeiten mit ein. Die Bachelor-Arbeit endet mit einer Schlussbetrachtung und einem Ausblick für den deutschen Mittelstand hinsichtlich der betrieblichen Kompetenzentwicklung.

2 Die Digitalisierung der Wirtschafts- und Arbeitswelt inDeutschland

Die Digitalisierung der Gesellschaft und Wirtschaft wird das Leben der Menschen und die gewohnten Strukturen im Privat- und im Arbeitsleben nachhaltig verändern. Der Übergang von einer analogen Welt in eine digitale Zukunft wird alle Unternehmen stark beeinflussen und ist ein nicht mehr aufzuhaltender Prozess. Das entscheidende für die Unternehmen wird es sein, die richtige Unternehmensstrategie zu entwickeln und die notwendigen Fähigkeiten sowie Kompetenzen der Beschäftigten einzusetzen, um sich den technologischen Veränderungen anzupassen und die Chancen der Digitalisierung gewinnbringend im Unternehmen einzusetzen. Dafür kommen auf die Unternehmen jedoch signifikante Veränderungen in den Geschäftsprozessen, der Ablauf- und Aufbauorganisation sowie der Unternehmenskultur zu.8

Im folgenden Kapitel geht es zunächst um den Einfluss der Digitalisierung auf dendeutschen Arbeitsmarkt. Darauf folgt die Definition des Begriffs „Digitale Transformation“und die Betrachtung der Digitalisierung im betrieblichen Rechnungswesen. Es werdendie Möglichkeiten der Digitalisierung von Geschäftsprozessen im Rechnungswesendargestellt und die aktuellen Entwicklungstendenzen digitaler Lösungen in diesemBereich erläutert.

2.1 Der Einfluss der Digitalisierung auf die deutsche Arbeits- undFührungskultur

Die Digitalisierung erfordert von allen Unternehmen die Auseinandersetzung mit der eigenen zukünftigen Arbeits- und Führungskultur. Durch die sprunghaften und teils unberechenbaren digitalen Veränderungen brauchen die Unternehmen eine agile, aufmerksame und flexible Kultur der Arbeit und Führung als Gegenwicht. Setzen sich die Unternehmen nicht aktiv mit dem digitalen Einfluss auseinander, kann es im schlimmsten Fall die Existenz des Unternehmens bedrohen.9

Neue Entwicklungen unter dem digitalen Einfluss helfen dabei, Arbeitsprozesse imUnternehmen zu optimieren und können Effizienzsteigerungen ermöglichen. Dietechnologischen Veränderungen können die Arbeit der Beschäftigten erleichtern undRaum für Tätigkeiten geben, die aufgrund der hohen Arbeitsbelastung mit zeitintensivenRoutineaufgaben bisher zu wenig beachtet wurden. Im Rechnungswesen kann zumBeispiel durch den Einsatz verbesserter IT-Systeme die Belastung durch manuelleBuchungsvorgänge gesenkt und dadurch Zeit für das Datenqualitätsmanagement in derBuchhaltung gegeben werden. Auf der anderen Seite führen solche weitreichenden Veränderungen auch zu Verunsicherung bei den Beschäftigten. Durch die Automatisierung von Arbeitsvorgängen mithilfe von digitalen Systemen werden vor allem in der Verwaltung, im Handel und in der Produktion viele Arbeitsplätze wegfallen. Aufgrund des steigenden Digitalisierungsgrad entstehen jedoch auch neue Arbeitsplätze, vor allem im IT- und Projektbereich.10

Die soziokulturelle Betrachtungsebene wird in ihrer Bedeutung von den Unternehmenoft unterschätzt und ist doch als Orientierungssystem im betrieblichen Ablauf sehrwichtig. Durch gemeinsame Regeln, Werte und Ansichten wird das täglicheGemeinschaftsgefüge, wenn auch oft unbewusst, geleitet und der Zusammenhaltgestärkt. Das Soziokulturelle wird durch die Digitalisierung beeinflusst und muss daherin einer überdachten Unternehmenskultur mit gelebten und von den Beschäftigtenakzeptierten Werten umgesetzt werden. Nur wenn die soziokulturelle Kultur alsOrientierungssystem im Unternehmen weiterhin funktioniert, kann auch dieUnternehmenskultur funktionieren. Dafür müssen jedoch die unterschiedlichenBedürfnisse der Beschäftigten bedacht werden. Die Belegschaften der Unternehmensetzen sich aus Mitarbeitern verschiedener Generationen zusammen, die die digitalenVeränderungen und Innovationen unterschiedlich wahrnehmen. Im Mittelpunkt derAufmerksamkeit stehen vor allem die Millenials sowie die Generationen Y und Z. Jedochsind auch die anderen Beschäftigtengruppen nicht zu vergessen, denn das Bedürfnisnach Veränderungen und einem Wandel der persönlichen Werte undLebenseinstellungen vereint sie alle. Das Streben nach flexibleren Arbeitszeitmodellen,einer besseren Work-Life-Balance, der persönlichen Selbstverwirklichung sowie derVerwirklichung im Berufsleben ist bei den Beschäftigungsgruppen ähnlich ausgeprägt.11

Dennoch ist ein pauschaler Ansatz angesichts der unterschiedlichen Tendenzen derBedürfnisse der Beschäftigten irreführend. Die Unternehmen sind jetzt gefordert, dieunterschiedlichen Bedürfnislagen zu beobachten und daraus Erkenntnissebeziehungsweise Ziele für die Arbeitsgestaltung abzuleiten.12 Mitarbeiter, die sich gutaufgehoben und verstanden fühlen, sind motivierter und habe eine stärkere Bindung anihr Unternehmen.

Die Arbeitsgesellschaft von morgen wird durch die Wertvorstellungen der jüngerenGenerationen bereits heute immer stärker beeinflusst. Die ältere Generation, diesogenannten „Babyboomer“ (1946-1963)13, sind eine große Beschäftigungsgruppe, diejetzt nach und nach aus dem Erwerbsleben ausscheiden und große Lücken in denUnternehmen hinterlassen. Diese Lücken müssen durch die jüngere Generation aufgefüllt werden. Die heutigen jungen Arbeitnehmer können die Spielregeln in diesem

Prozess entscheidend beeinflussen, denn in vielen Branchen kann bereits von einemKampf um die besten Nachwuchskräfte gesprochen werden. Die Nachfrage nachFachkräften ist oft größer als das passende Angebot. Die Generation X (Jahrgang 1964-1979)14 befindet sich zwar im besten Alter, ist gut ausgebildet und konnte bereitsmehrjährige Berufserfahrungen sammeln, aber diese Gruppe ist zu klein, um denFachkräftebedarf auch nur annähernd in den nächsten Jahren abzudecken. Daherfokussieren sich die Unternehmen immer stärker auf die sogenannten „Millenials“(Jahrgang 1980-2000), auch als Generation Y bekannt. Denn wie eine Studie derUnternehmensberatung PricewaterhouseCoopers International bestätigt, wird bereits ab2020 fast die Hälfte der weltweit erwerbstätigen Personen dieser Generation Yangehören.15 Die Unternehmen sollten diese Gruppe daher genau im Auge behalten undauf ihre Bedürfnisse eingehen.

Die Führungskultur benötigt im digitalen Zeitalter einen Paradigmenwechsel, um denoben genannten Bedürfnissen und Veränderungen erfolgreich begegnen zu können. Diebisher gelebte Führungspraxis nach dem Prinzip der Regelung und Steuerung ist kaumnoch mit den heutigen Anforderungen durch die Digitalisierung vereinbar. DieLinienhierarchie gilt als veraltet und klassische Führungsinstrumente wieZielvereinbarungen oder das Controlling bieten den Führungskräften nicht mehr dienotwendigen Lösungen wie früher. Es setzt sich immer stärker die Ansicht unter denFührungskräften durch, dass das Netzwerk als Organisationsform im Unternehmenheute am geeignetsten ist. Dadurch versprechen sich die FührungskräfteInnovationssteigerungen, mehr Kreativität, beschleunigte Unternehmensprozesse undden Abbau von Komplexität. Für die Führungsebene erfordert das Denken inNetzwerken gesteigerte Einsichtsfähigkeit und ein höheres Einfühlungsvermögen. Denndas Durchsetzen von Vorstellungen durch Anweisungen ist in Netzwerken schwierigerals in Linienhierarchien. Vorstellungen lassen sich in Netzwerken eher durchsetzen,wenn sie auf positive Resonanzen stoßen. Dafür müssen die Führungskräfte auf die„Resonanzseite“ eingehen können, wozu zum Beispiel die Beschäftigten gehören.Weitere Schlüsselkompetenzen werden für die Unternehmen die kreativeAnpassungsfähigkeit an eine sich stetig verändernde Umwelt und Flexibilität sein.16

Die Arbeitsorganisation der Unternehmen muss zukunftsfähig gestaltet werden, zumBeispiel durch kreativitätsfördernde Arbeitsplätze, die sich durch innovatives Lernen,eine hohe Feedbackkultur und ein starkes soziales Miteinander auszeichnen. Die Mitarbeiter erhalten mehr Spielraum, um ihre Erfahrungen und Expertenwissen voll ausschöpfen zu können. Entscheidungen werden dadurch im Unternehmen dezentralergetroffen. Die Aufgaben der Führungskräfte werden sich dadurch jedoch auchverändern, denn sie müssen für die erfolgreiche Umsetzung den Beschäftigten dennotwendigen Freiraum verschaffen, die Diversität im Unternehmen fördern undOrientierung sowie Vertrauen für die neuen organisatorischen und technologischenEntwicklungen schaffen.

Durch die die technologischen Veränderungen entstehen in den Unternehmen auch neue Kompetenzbedarfe, die gedeckt werden müssen. Das Lernen am Arbeitsplatz wird daher für den Kompetenzerwerb der Beschäftigten noch wichtiger werden und sollte durch das Unternehmen proaktiv gefördert werden. Um den Druck durch die digitale Transformation zu senken, empfiehlt sich für die Unternehmen der duale Weg zwischen Theorie und Praxis. Die digitalen Technologien können für die Aneignung des theoretischen Wissens zum Beispiel durch die Nutzung von interaktiven LernPlattformen genutzt werden. Die Umsetzung des erlernten theoretischen Wissens kann durch praktische Übungen am Arbeitsplatz erfolgen.17

2.2 Definition „Digitale Transformation“

Die digitale Transformation beschreibt die grundlegende Veränderung gesellschaftlicherund wirtschaftlicher Abläufe durch den Einsatz neuer digitaler Technologien, dievorwiegend über das Internet gesteuert und vernetzt werden. DerTransformationsprozess beeinflusst alle unternehmerischen Vorgänge, unter anderemdie Unternehmensstrategie, Geschäftsmodelle und die Unternehmenskultur. DieUnternehmen versprechen sich durch den Einsatz der neuen Technologien dieSteigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und die Verbesserung desUnternehmenserfolgs.18

Der Begriff „Digitalisierung“ ist in diesem Zusammenhang das Schlüsselwort zurBeschreibung der informationstechnologischen Veränderungen in der Gesellschaft undWirtschaft. Die Digitalisierung ist ein komplexer Prozess, um analoge Informationen zuerfassen, aufzubereiten und auf digitalen Speichermedien, wie zum Beispiel Computeroder Server, zu speichern. Das klassische Beispiel für die Digitalisierung sindBibliotheken. Bücher werden weltweit durch große Unternehmen wie Google digitalisiert,um sie möglichst vielen Menschen zur Verfügung zu stellen und um das Wissen ausälteren Publikationen für die Nachwelt zu erhalten. Der Zersetzungsprozess des Buchesdurch Ausbleichen kann durch die Umwandlung nicht aufgehalten werden, aber der Inhalt bleibt durch das digitale Format erhalten und kann durch den Transport auf unzählige Endgeräte, wie zum Beispiel Computer oder Smartphones, erhalten und mehr Menschen für einen längeren Zeitraum zur Verfügung gestellt werden.19

Neue digitale Technologien setzen Trends und nehmen Einfluss auf das menschlicheLeben. Durch Hyperkonnektivität kann fast alles vernetzt werden. Die Vernetzung vonMenschen und Unternehmen über das Internet ist bereits ein alltäglicher Zustand. Immerstärker vernetzen sich jedoch auch Mensch und Maschine miteinander, um sovoneinander zu profitieren. Dadurch werden bestehende Geschäftsprozesse und Regelnerheblich verändert und müssen neu durchdacht werden, zum Beispiel hinsichtlich desArbeitsschutzes von Beschäftigten durch die ständige digitale Vernetzung. Ein weitererTrend ist das Supercomputing. Die Rechenleistungen von Computern nehmen rapide zuund werden durch eine ständige Verbesserung der Verarbeitungsgeschwindigkeit vongroßen Datenmengen immer leistungsfähiger. Durch die hinzukommende Verbesserungder Vernetzung von Dingen und Menschen eröffnen sich neue Geschäftsmodelle, diezusätzliche Arbeitsplätze schaffen und neue Absatzmärkte eröffnen. Cloud Computingstellt den Menschen die dafür notwendige IT-Infrastruktur in Form von Speicherplatzoder Rechenleistung zur Verfügung, die über das Internet abgerufen wird. Es entstehteine „smartere Welt“, die den Menschen immer intelligentere Produkte zur Verfügungstellt, die das Leben vereinfachen und optimieren sollen. 3D-Drucker, Sensoren,künstliche Intelligenz und Robotik werden immer einflussreicher und sind im privatensowie wirtschaftlichen Bereich deutlich erkennbar. Sensoren übernehmen in MaschinenÜberwachungs- und Kontrollfunktionen, um den Menschen wichtige Informationen zuliefern, zum Beispiel über den Wartungsbedarf. „Smart Home“ - Systeme ermöglichenes, die Heizung oder Beleuchtung im Eigenheim aus der Ferne zu regeln und nachpersönlichem Befinden zu steuern. Jede digitale Technologie birgt jedoch Risiken, diegeklärt werden müssen. Daher ist der Datenschutz beziehungsweise Cyber Securityaktuell ein stark diskutiertes Thema, um die Daten, Prozesse und das geistige Eigentumder Unternehmen und Privatpersonen zu schützen.20

Die Herausforderungen der digitalen Transformationen für die Unternehmen dürfen nichtunterschätzt werden. Die bereits vorhandenen IT-Systeme und Geräte auf dem Marktsind noch nicht ausgereift und bieten ein großes Optimierungspotential, zum Beispielhinsichtlich von Sicherheitslücken in der Software oder der Anwenderfreundlichkeit. DesWeiteren sind hohe finanzielle Investitionen in diese Technologien notwendig, um einenreibungslosen Ablauf im Unternehmen sicherzustellen. Jedoch stellt diese finanzielleHerausforderung viele kleine und mittelständische Unternehmen vor eine unüberwindbare Hürde, wenn die notwendigen finanziellen Mittel nicht verfügbar sind.

Zudem benachteiligt es diese Unternehmen gegenüber großen Konzernen, die bereitsdie notwendigen Investitionen in diese neuen digitalen Technologien vornehmenkonnten und einen Schritt voraus sind. Das fehlende Wissen über die Digitalisierungführt zu einer unzureichenden Führungskultur im Unternehmen und dementsprechendfalschen Ansätzen zum Umgang mit digitalen Themen. Die notwendigeVeränderungskultur für die digitale Transformation ist in den Unternehmen oft nichtumsetzbar, weil an traditionellen und unflexiblen Strukturen sowie Prozessenfestgehalten wird. Hinzu kommen unklare Ziele oder Visionen, die irreführend sind. Eineausgereifte Digitalstrategie ist in den Unternehmen oft nicht vorhanden oder nichtausreichend umgesetzt. Aufgrund dieser genannten Herausforderungen ist diebetriebliche Weiterbildung und Kompetenzentwicklung der Beschäftigten vor allem inmittelständischen Unternehmen noch nicht weit vorangeschritten und bietetVerbesserungspotenzial.21 In vielen Unternehmen besteht oft die Fehleinschätzung,dass die digitale Transformation ein kommendes Ereignis ist. Doch der Zug ins digitaleZeitalter ist bereits gestartet und beschleunigt immer stärker.22

Die Ziele der digitalen Transformation eröffnen den Unternehmen attraktiveMöglichkeiten. Durch die zunehmende Sammlung von Kundendaten und verbesserteAuswertungsmöglichkeiten kann der Kundenservice verbessert werden. So wird dieKundenbindung durch ein verbessertes Kundenerlebnis und aussagekräftigererAnalysen erhöht. Des Weiteren sind im Unternehmen Effizienzsteigerungen möglich,zum Beispiel in Form von Kostenreduktion, Produktivitätssteigerungen undQualitätsverbesserungen. Die bereits genannte steigende Datensammlung, auch „BigData“ genannt, liefert den Unternehmen zudem wichtige Informationen über dasKundenverhalten und deren Wünsche. Daraus können wichtige Schlussfolgerungen fürneue Produkte oder Dienstleistungen, die Neuordnung von Geschäftsbereichen oder dieWeiterentwicklung des Produkt-Portfolios gezogen werden. Im Idealfall führen dieseSchlussfolgerungen zu Umsatzsteigerungen im Unternehmen.23

Das folgende Schaubild verdeutlicht die wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Integration der digitalen Veränderungen im Unternehmen:

Abbildung in dieser leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Erfolgsfaktoren für die digitale Transformation24

Die im Schaubild genannten Erfolgsfaktoren für die digitale Transformation könnenjedoch nur ihre volle Wirkung entfallen, wenn die Unternehmensführung Sorge dafürträgt, dass die digitale Umsetzung in allen Unternehmensbereichen erfolgt. Für dieUmsetzung empfiehlt sich die Ermächtigung der Beschäftigten durch dieUnternehmensleitung, besonders im operativen Bereich, beim Kundenkontakt und in IT-Bereichen. Das ist zum Beispiel möglich, wenn mehr dezentrale Entscheidungen durchBeschäftigte getroffen werden dürfen, sodass sie selbstbestimmter und flexibler handelnkönnen. Die stetige Prozessverbesserung muss in allen Unternehmensbereichendeutlich werden. Dafür muss das Vorgehen in allen Unternehmensaktionen agil und flexibel sein, um möglichst schnell hochwertige Ergebnisse präsentieren und umsetzen zu können.25

2.3 Die digitale Transformation im Rechnungswesen

Der digitale Wandel verändert auch das Rechnungswesen der mittelständischenUnternehmen in Deutschland. Klassische buchhalterische Abläufe werden durch neueoder weiterentwickelte digitale Systeme und Vorgänge modernisiert. Mit einerausgereiften Digitalisierungsstrategie kann im Rechnungswesen der Kosten- undZeitaufwand für Routinetätigkeiten erheblich reduziert werden. Die Mitarbeiter werdendadurch entlastet und haben mehr Zeit für anspruchsvollere Aufgaben zur Verfügung,zum Beispiel für die Verbesserung der Datenqualität und Datenkonsistenz in denBuchhaltungssystemen.

In diesem Kapitel wird zunächst der theoretische Hintergrund zum Rechnungswesenerläutert. Anschließend werden die Möglichkeiten der Digitalisierung vonGeschäftsprozessen im Rechnungswesen vorgestellt und die aktuellenEntwicklungstendenzen in diesem Bereich für deutsche Unternehmen eingehenduntersucht.

2.3.1 Theoretischer Hintergrund zum betrieblichen Rechnungswesen

Die wichtigste Aufgabe des betrieblichen Rechnungswesens besteht in der systematischen mengen- und wertmäßigen Abbildung von Leistungsprozessen und Leistungsverwertungen im Unternehmen. Neben der Abbildung werden die Prozesse und Verwertungen ausgewertet, kontrolliert und gesteuert. Somit gehört das Rechnungswesen zum betrieblichen Informationssystem. Die Funktion als Informationssystem ist erfüllt, sobald alle Geschäftsvorgänge lückenlos, vollständig und chronologisch aufgezeichnet werden.26

Das betriebliche Rechnungswesen erfüllt außerdem die Dokumentationsfunktion durchdie Erfassung aller Geschäftsvorgänge, nach Betrag, Art und Zeit. Die Dokumentationbildet die Grundlage für die Informationsfunktion. Eine weitere Funktion ist dieZahlungsbemessung. Das betriebliche Rechnungswesen ermittelt die Höhe desGewinns, der entnommen beziehungsweise an die Gesellschafter ausgezahlt werdenkann. Außerdem kann durch die Ermittlung des Gewinns die Höhe der abzuführendenSteuern des Unternehmens bestimmt werden. Durch die Einhaltung der vom deutschenGesetzgeber vorgegebenen Ansatz- und Bewertungsvorschriften stellt das Rechnungswesen sicher, dass die betrieblichen Schulden durch vorhandenes Vermögen gedeckt werden können und der Gläubigerschutz sichergestellt ist.27

Das betriebliche Rechnungswesen unterscheidet zwischen einem internen und externenRechnungswesen. Der interne Bereich ist für die Bereitstellung von Informationeninnerhalb des Unternehmens zuständig, zum Beispiel durch die Berichterstattung an dieUnternehmensführung. Dafür befasst sich das interne Rechnungswesen mit derWirtschaftlichkeit der Leistungserbringung im Unternehmen. Wichtige Bereiche sind dieKosten- und Leistungsrechnung, Planungsrechnung und die Investitionsrechnung. Dadie aus diesen Bereichen resultierenden Berechnungen nur für unternehmensinterneZwecke verwendet werden, unterliegen diese Daten keinen gesetzlichen Regelungen.Das externe Rechnungswesen ist allgemein als Finanzbuchführung bekannt. DieZielgruppe der aus diesen Bereich bereitgestellten Informationen sind externeAdressaten, zum Beispiel Banken oder andere Fremdkapitalgeber. Durch dieVeröffentlichung des Jahresabschlusses erhalten diese Interessensgruppen einenÜberblick über die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens. Dasexterne Rechnungswesen unterliegt gesetzlichen Vorgaben in Form von Ansatz- undBewertungsvorschriften für die Erstellung der Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanzenund Jahresabschlüsse.28

2.3.2 Digitalisierung von Geschäftsprozessen im Rechnungswesen

In diesem Kapitel werden wichtige Digitalisierungsprozesse im betrieblichen Rechnungswesen erläutert, die dem folgenden Schaubild zu entnehmen sind:

Abbildung in dieser leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Prozesskette im digitalen Rechnungswesen29

Die digitale Buchführung ist einer der größten digitalen Prozesse im betrieblichen Rechnungswesen und hat daher einen besonderen Stellenwert im Unternehmen. In derdigitalen Buchführung werden Papierbelege durch digitale Belege ersetzt. Der digitaleBelegtransfer ist der Kern dieses Prozesses und erfolgt über E-Mails oder vergleichbareIT-Anwendungen. Ein digitaler Beleg kann bereits als Original vorliegen, zum Beispiel inForm einer elektronischen Rechnung. Es kann sich auch um ein Digitalisat handeln,wenn eine Papierrechnung durch einen Scan-Vorgang in einen digitalen Belegumgewandelt wird. Der Gesamtprozess der digitalen Buchführung sieht vor, dass dieBelege digitalisiert werden, falls dies nicht schon der Fall ist. Anschließend werden diedigitalen Belege in den Buchhaltungssystemen gebucht und für Zahlungsläufebeziehungsweise für Auswertungen des Controllings verwendet.30

[...]


1 Vgl. Werther, S., Bruckner, L. (2018), S. 6 f.

2 Vgl. Heyse, V., Erpenbeck J. (2018), S. 13 f.

3 Vgl. Werther, S., Bruckner, L. (2018), S. 5 f.

4 Vgl. Heyse, V., Erpenbeck J. (2018), S. 9.

5 Vgl. Erpenbeck, J., Sauter, W. (2017), S. 67.

6 Vgl. Erpenbeck, J., Sauter, W. (2017), S. 72.

7 Vgl. Heyse, V., Erpenbeck J. (2018), S. 13 f.

8 Vgl. Werther, S., Bruckner, L. (2018), S. 44.

9 Vgl. Werther, S., Bruckner, L. (2018), S. 36 f.

10 Vgl. Werther, S., Bruckner, L. (2018), S. 37 ff.

11 Vgl. Werther, S., Bruckner, L. (2018), S. 44.

12 Vgl. Werther, S., Bruckner, L. (2018), S. 39.

13 Vgl. Werther, S., Bruckner, L. (2018), S. 40.

14 Vgl. Werther, S., Bruckner, L. (2018), S. 40.

15 Vgl. Werther, S., Bruckner, L. (2018), S. 40.

16 Vgl. Werther, S., Bruckner, L. (2018), S. 36 ff.

17 Vgl. Werther, S., Bruckner, L. (2018), S. 26 f.

18 Vgl. Wallmüller, E. (2017), S. 23 f.

19 Vgl. Wallmüller, E. (2017), S. 21 f.

20 Vgl. Erpenbeck, J., Sauter, W. (2017), S. 417.

21 Vgl. Wallmüller, E. (2017), S. 24 f.

22 Vgl. Wallmüller, E. (2017), S. 27.

23 Vgl. Wallmüller, E. (2017), S. 25.

24 Quelle: eigene Darstellung; vgl. Wallmüller, E. (2017), S. 195.

25 Vgl. Wallmüller, E. (2017), S. 196.

26 Vgl. Greulich, S., Riepolt, J. (2018), S. 17.

27 Vgl. Greulich, S., Riepolt, J. (2018), S. 17 f.

28 Vgl. Greulich, S., Riepolt, J. (2018), S. 20.

29 Quelle: eigene Darstellung; vgl. Greulich, S., Riepolt, J. (2018), S. 52 f.

30 Vgl. Greulich, S., Riepolt, J. (2018), S. 52.

Ende der Leseprobe aus 58 Seiten

Details

Titel
Digitale Transformation. Chancen und Risiken der Kompetenzentwicklung von Mitarbeitern im Rechnungswesen mittelständischer Unternehmen
Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands
Note
2,7
Jahr
2018
Seiten
58
Katalognummer
V444067
ISBN (eBook)
9783668812635
ISBN (Buch)
9783668812642
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internet, Transformation, Unternehmen, Mitarbeiter, Digitalisierung, Kompentenzentwicklung, Mittelstand
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Digitale Transformation. Chancen und Risiken der Kompetenzentwicklung von Mitarbeitern im Rechnungswesen mittelständischer Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444067

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Digitale Transformation. Chancen und Risiken der Kompetenzentwicklung von Mitarbeitern im Rechnungswesen mittelständischer Unternehmen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden