Alles unter einem Dach. Vor- und Nachteile eines Wohnhauses mit flexiblen Zimmern


Seminararbeit, 2016
17 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

2 Das Wohnhaus mit flexiblenZimmern
2.1 Beschreibung einesmoglichenKonzepts
2.1.1 Grundkonzept
2.1.2 Zimmerverteilung/-nutzung im festenBereich desHauses
2.1.3 Topographie
2.1.4 Holzrahmenbauweise
2.1.5 OkologischeNachhaltigkeit
2.1.5.1 BiologischeBaustoffe
2.1.5.2 Umweltfreundliche Heizkombination
2.2 Vorteile einesvariablen Wohnhauses
2.2.1 Vielfaltige NutzungsmoglichkeitenderRaume
2.2.2 Anpassungsfahigkeit des Hauses an verschiedene Familienkonstellationen
2.2.3 Praktische Einzelheiten
2.2.3.1 Uberdachte Terrassenflachen
2.2.3.2 Belichteterlnnenhof durchdas Dachfenster
2.3 Nachteile eines flexiblen Wohnhauses
2.3.1 EventuelleProbleme beiderBaugenehmigung
2.3.2 Risiken der Holzrahmenbauweise bei ungenauer
Bauausfuhrung
2.3.2.1 Risiko der Schimmelbildung durch Eindringen von Feuchtigkeit
2.3.2.2 Verrutschen vonDammmaterial
2.3.2.3 Aufwendige Schallschutzdammung

3 AbschlieGendes Fazit

Literaturverzeichnis

Primarliteratur

Sekundarliteratur

Internetadressen

Abbildungsverzeichnis

Anhang

1 FamMie im Wandel der Zeit - Einleitung

Die Familie - was ist das uberhaupt? So einfach wie dieser Begriff klingt, lasst er sich jedoch nicht fur alle Zeit festlegen. Im Laufe der Zeit haben sich die Familienstrukturen vielfach gewandelt.

In der fruhen Neuzeit (15. bis 18. Jahrhundert) gehorten neben der Kernfamilie, bestehend aus Mutter, Vater und Kindern, alle anderen Angestellten des Hauses Oder des Bauernhofes und auch alle dort lebenden, oft allein stehenden Verwandten, zur Familie. Fast alle Haushalte waren patriarchalisch, was bedeutet, dass der Vater eine hohere Stellung als alle anderen Familienmitglieder hatte. Die Frauen halfen in unterschiedlichem MaGe bei der anfallenden Arbeit, hauptsachlich waren sie jedoch fur die Erziehung der Kinder und das Ernahren der Familie zustandig.1

Vor allem durch verschiedene Strukturwandel der Gesellschaft, insbesondere durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert, verandern sich die Familienbilder grundlegend. Das private Familienleben der industriegesellschaftlichen Burger war nicht langer mit der Arbeit verbunden, jedoch war nun die Frau ausschlieGlich fur den Haushalt zustandig und der Mann sorgte so gut es ging fur den Unterhalt. Wohingegen die Manner der armeren Arbeiterfamilien oft nicht genug verdienten, weswegen die Frauen fur geringen Lohn ebenso arbeiten mussten und sich so nicht vollstandig auf ihre hauslichen Aufgaben konzentrieren konnten. Man wohnte nun nur noch mit der Kernfamilie zusammen, in den Stadten oft unter elenden Lebensbedingungen. Die Aufgabenteilung warjedoch weitgehend gleich geblieben.2

Bis heute hat sich Einiges verandert. Wahrend fruher GroGfamilien Gang und Gabe waren, urn die Altersvorsorge zu sichern, sind sie heute fast schon zur Raritat geworden.

In Industriestaaten, wie Deutschland steigt die Zahl der Alleinlebenden immer weiter an. Im Jahr 2015 wohnte bereits in 41% der Privathaushalte nur eine Person, wobei diese Haushalte 1991 nur 34% ausmachten.3

Auch durch die fortschreitende Pluralisierung und Mobilisierung der Gesellschaft ist es moglich geworden, dass sich so viele verschiedene Familienformen entwickelt haben. Phanomene wie alleinerziehende Mutter, Patchworkfamilien Oder Singlehaushalte waren bis vor einigen Jahrzehnten noch undenkbar. Heute sind sie in zahlreichen Varianten und Konstellationen zu finden.

Somit zeigt sich, dass sich die Familie seit Urzeit entwickelt und es somit keine eindeutige Definition geben kann. Damit kommt auch die Frage auf, ob sich ein Haus Oder eine Wohnung nicht auch den sich standig andernden Familienstrukturen anpassen konnen sollte. Diese Arbeit stellt sich der folgenden Frage: Welche Vorteile und Nachteile bringt ein variables Wohnhaus mit sich und welche Seite uberwiegt letztendlich?

2 Das Wohnhaus mit flexiblen Zimmern

2.1 Beschreibung eines moglichen Konzepts

2.1.1 Grundkonzept

Zu Beginn wird das Grundkonzept dieses Wohnhauses mit flexiblen Zimmern naher beschrieben und erklart. Der quadratische Grundriss des Gebaudekomplexes (ca. 15m x 15m) wird von einem groGen Dach, das auf insgesamt 8 Balken steht, abgedeckt. Darunter befindet sich ein fester Wohnblock mit Heizraum, der etwas mehr als ein Viertel der uberdachten Flache einnimmt. Man hat die Moglichkeit auf dem restlichen Platz bei Bedarf noch eine feste Garage zu bauen (Abb. 1).

Die ubrige Flache ist der Teil des Hauses den man individuell gestalten und beliebig umbauen kann. Es gibt verschiedene Moglichkeiten, das Prinzip der variablen Zimmer umzusetzen. Man kann entweder containerartige, fertige Zimmer bauen bzw. bauen lassen, die relativ leicht sein sollten (Holzrahmenbauweise). Somit kann man die Zimmer mit einem Stapler Oder Ahnlichem problemlos verschieben und neu anordnen. Eine andere Variante ware, die Einzelteile, also die Wande, die Boden und die Decken, in verschiedenen Graven zu bauen und die Fertigteile dann beliebig vor Ort zusammenzusetzen. So hat man eine noch groGere Flexibilitat was die ZimmergroGen angeht und man braucht nicht zwingend ein Fahrzeug, urn die Zimmer zu bewegen, sondern kann die Einzelteile einfacher tragen. Dieses Konzept soil es moglich machen, dass sich das Haus, zusammen mit den Veranderungen der Familienkonstellationen Oder der verschiedenen Bewohnern, selbst beliebig und unkompliziert verandern lasst. (Abb. 2, 3)

lm Jahr 2004 konzipierte die Firma Weberhaus zusammen mit dem Architektenburo „bauart“ in Bern ein ahnliches Prinzip namens „Option“. Es besteht aus „kleine[n] kubische[n] Wohneinheiten, die modular erweitert werden konnen"4 und hat ebenso das Ziel eine hohere Flexibilitat des Wohnens zu erreichen.

2.1.2 Zimmerverteilung/-nutzung im festen Bereich des Hauses

Der feste Bereich des Grundstucks entspricht in etwa dem Aufbau eines Einfamilienhauses. Das bedeutet in diesem Fall fur die Zimmerverteilung: Zwei Schlafzimmer, ein Wohn- und Esszimmer, eine Kuche und zwei Badezimmer. Obwohl der Name im Grunde genommen schon festlegt, dass in diesem Haus nur eine „Familie“ wohnt, ist das bei diesem Baukonzept nicht zwingend der Fall. Der Begriff „Einfamilienhaus“ soil in diesem Fall nur bedeuten, dass im festen Bereich des Grundstucks ungefahr 4 Personen leben konnen. Der Eingangsbereich sollte zur Mitte der uberdachten Flache orientiert sein, urn leichter eine Verbindung mit den variablen Zimmern herstellen zu konnen.

2.1.3 Topographie

Laut Definition bedeutet Topographie so viel, wie die „Orts-, Lagebeschreibung, -darstellung"5

Die Topographie eines solchen variablen Wohnhauses ist genauso flexibel wie das Haus selbst. Es lasst sich in fast alien Klima- und Vegetationszonen der Erde erbauen, vorzuglich jedoch in Regionen mit groGem Waldbestand, um weite Transportwege des Holzes, aus okologischen Grunden, zu vermeiden.6

2.1.4 Holzrahmenbauweise

Die Holzrahmenbauweise (auch Holzstanderbauweise genannt) kommt aus Nordamerika. Sie entwickelte sich aus dem traditionellen Fachwerkbau und heiGt dort „Timber-Frame“ (Ubersetzung aus dem Englischen: timber = (Bau-)holz, frame = Rahmen). In den Vereinigten Staaten sind mehr als 90% der Einfamilienhauser Holzrahmenbauten. In Deutschland entwickelte sich der Holzrahmenbau erst in den fruhen 80er Jahren.

Holzrahmenbauten sind aus einem tragenden Holzskelett konstruiert. Dieses wird beispielsweise mit Holzwerkstoffplatten beidseitig beplankt. Die Zwischenraume der Wande werden mit Dammstoff befullt, um einen optimalen Schall-, Warme- und Feuchtigkeitsschutz zu gewahren. Genauso wichtig ist es innen eine Dampfbremse einzubauen, beispielsweise in Form einer OSB-Platte. (Abb. 4)

Der Holzrahmenbau hat vor allem den Vorteil, dass kleinere Wandstarken moglich sind, was ihm ebenso einen finanziellen Vorteil gegenuber dem Massivbau verschafft. Sie wiegen auch weniger und ermoglichen dadurch die unkomplizierte Verschiebung der variablen Zimmer in diesem Wohnkonzept.7

2.1.5 Okologische Nachhaltigkeit

Laut Definition bedeutet okologische Nachhaltigkeit den Jangfristigen und rucksichtsvollen Umgang mit (endlichen) naturlichen Ressourcen" zu berucksichtigen.8 Fur den Bereich Architektur bedeutet das, so weit wie moglich auf nichterneuerbare Rohstoffe, wie zum Beispiel Erdol/-gas, zu verzichten und auch die Produktion und den AusstoG umweltschadlicher Stoffe moglichst gering zu halten.9

2.1.5.1 Biologische Baustoffe

Ein variables Wohnhaus soil naturlich nicht nur fur den Menschen Vorteile haben, sondern auch aus okologischer Sicht tragbar sein. Beim Bau sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden biologische Baustoffe zu verwenden. Der groGte Teil der benotigten Materialien kann mit Holz abgedeckt werden. Dieses sollte aus der Region sein, damit lange Transportwege vermieden werden, die sonst wiederrum durch C02-AusstoG die Umwelt belasten wurden.

Wichtig fur umweltfreundliches Bauen ist auch, dass keine synthetischen Dammstoffe, wie Polystyrolplatten (chemischer Begriff fur Styropor), Polyestervlies Oder andere Kunststoffe10 verwendet werden, sondern zum Beispiel Holzfasern, Zellulose, Hanf Oder sonstige naturliche Isoliermaterialien. Diese aus der Natur kommenden Stoffe konnen leichter abgebaut und auch oft wiederverwertet werden. Bei professionellem Einbau bieten sie einen einwandfreien Hitze- und Feuchtigkeitsschutz und sind vor allem nachhaltig im Gegensatz zu auf Erdol basierenden Kunststoffen.

[...]


1 Vgl. Bauml-Stosiek, D., u.a.: Forum Geschichte 11 - Bayern,2 Berlin: Cornelsen, 2014,

S.42

2 Vgl. Bauml-Stosiek: Forum Geschichte 11 - Bayern, S.100

3 Vgl.: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/ HaushalteFamilien/HaushalteFamilien.html

4 G. Walther: Okohauser fur Energiesparer, 2008, S.90f.

5 Dudenredaktion, unter dem Stichwort: „Topographie“, in: DUDEN - Die deutsche Rechtschreibung, 26Berlin, 2013

6 Vgl. G. Walther: Okohauserfur Energiesparer, o.O., 2008, S.13f.

7 Vgl.: http://www.hausjournal.net/holzstaenderbauweise-schallschutz

8 https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/oekologie_1744.htm

9 Vgl.: http://www.zboe-daemmtechnik.de/ratgeber/daemmtechnik

10 Vgl. H. Konig, P. Muller: Warmedammung - Vom Keller bis zum Dach, 3Berlin, 2002

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Alles unter einem Dach. Vor- und Nachteile eines Wohnhauses mit flexiblen Zimmern
Veranstaltung
W-Seminar Architektur
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V444647
ISBN (eBook)
9783668815964
ISBN (Buch)
9783668815971
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Architektur, Haus, flexibel, Wohnen, Modell, Dach, vielfältig, ökologisch, Wohngemeinschaft, umweltfreundlich
Arbeit zitieren
Marlene Fritsch (Autor), 2016, Alles unter einem Dach. Vor- und Nachteile eines Wohnhauses mit flexiblen Zimmern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444647

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