Mode als Spiegel der gesellschaftlichen Veränderung im Jahr 1918


Seminararbeit, 2018
43 Seiten, Note: 14

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mode als Zeichen der Veränderung 1918/1919
2.1 Drang nach Mode
2.2 Vorstellungskraft als Antrieb für neue Ideen
2.3 Frisuren, Schminke und Accessoires als Zeichen der Veränderung
2.4 Ausgehverhalten und Mode
2.5 Entwicklung der Sport- und Freizeitmode
2.6 Veränderungen der Kinderbekleidung

3 König Wilhelm II von Württemberg

4 Kleiderherstellung und -verkauf
4.1 Einflüsse der Mode auf die Menschen
4.1.1 Bürgerlicher, wirtschaftlicher und politischer Wandel der Mode
4.1.2 „Aus Alt mach Neu“ - Das Modemotto der breiten Masse
4.1.3 Bewusstseinsveränderung durch Mode
4.2 Traum von neuen Formen und Farben
4.3 Das Unternehmen Bleyle
4.4 Das Kaufhaus Breuninger

5 Vergleich damals und heute

6 Abschließende Beurteilung

7 Anhang
7.1 Glossar
7.2 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Es gibt nur wenige Phasen in der deutschen Geschichte, in denen sich in so kurzer Zeit so viele Veränderungen in der Politik, in Gesellschaft und Kultur ereigneten, wie in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg.1

Die Mode ist keineswegs ein zu vernachlässigender Teil der geschichtlichen Entwicklung, wer dieser Meinung ist, verkennt die Tatsache, dass die Kleidermode ein Spiegel der Gesellschaft und deren Veränderung ist.

Die Mode ist ein Spiegelbild des Zeitgeists, der gesellschaftlichen Konventionen und der Ideale einer Zeit. Gewollt oder ungewollt zeigt modische Bekleidung auch die soziale Stellung einer Person innerhalb der Gesellschaft auf. Zudem ist sie auch ein Ausdruck des persönlichen Geschmacks und ein Statement des Trägers.

Menschen überall auf der Welt zeigen ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe durch das Tragen eines einheitlichen Kleidungsstils. Gruppen können sich über das Geschlecht, Alter, ethische Herkunft, politische und religiöse Einstellung definieren. Wer nicht außerhalb einer gesellschaftlichen Gruppe stehen möchte, muss mit der Mode gehen.

Somit ist das Befolgen der Mode und deren Trends in der modernen Gesellschaft ein unverzichtbares soziales Bedürfnis.

In dieser Seminararbeit soll die Veränderung der Mode im heutigen Baden-Württemberg in den Jahren 1918 und 1919 dargestellt und beleuchtet werden.

Hierzu ist zu klären, was in dieser Zeit zu Veränderungen im Bereich der Mode geführt hat, die als Spiegel der gesellschaftlichen Veränderung wahrgenommen werden soll. Es wird dargestellt, wie Mode die gesellschaftliche Entwicklung bestimmt und wie diese Entwicklung von der Mode abhängig ist. Die Jahre 1918 und 1919 stellten im damaligen Königreich Württemberg eine Zeit des Umbruchs dar. Die Monarchie wurde gestürzt und Württemberg wurde eine Republik. Es war der Beginn der ersten deutschen Demokratie, herbeigeführt durch einen revolutionären Akt der Selbstermächtigung des Volkes.2 Die Revolution führte zum Sturz der Monarchie.

Es kam zu einer Selbstbefreiung des deutschen Volkes, welches an Eigenständigkeit und Einfluss gewann.

Die Zeiten, in denen die Kleidung als bloßer Schutz vor Wind und Wetter diente, sind lange vorbei. Während im Mittelalter edles Tuch und farbige Stoffe nur Königen, Adligen und besonders wohlhabenden Kaufleuten vorbehalten waren, wurde die Kleidung seit der französischen Revolution 1789 und dem Aufstieg des Bürgertums im 19. Jahrhundert für immer breitere Schichten zu einem sichtbaren Zeichen der sozialen und wirtschaftlichen Stellung bei Männern und Frauen.

Ausschlaggebend hierfür waren die Entwicklungen der Dampfmaschine, der Spinnmaschine und des mechanischen Webstuhls Ende des 18. Jahrhunderts, als Initialzündung zur industriellen Revolution. Gewaltige Produktionssteigerungen und eine höhere Effizienz in der Produktion führten zu drastisch fallenden Preisen für Garne und Stoffe. Die Erfindung und die rasche Verbreitung der Nähmaschine in den 1850er Jahren tat ihr übriges, um Kleidung für die breite Masse der Bevölkerung erschwinglich zu machen.3

In den 1920er Jahren veränderte sich die Mode radikal. Doch dieser Wandel war kein Zufall, sondern Folge eines drastischen gesellschaftlichen Umbruchs. Vor allem der Eindruck des ersten Weltkriegs brachte unumkehrbare Umwälzungen mit sich, die einen vollkommen veränderten Zeitgeist kreierten. In den zwanziger Jahren erodierten die vergangenen Vorstellungen von Moral. An ihre Stelle traten neue Auffassungen, die gleichzeitig den Aufbruch in die Moderne nach heutigem Verständnis markierten. Die Welt war nach der Katastrophe des ersten Weltkriegs nicht mehr dieselbe wie vor dem Krieg. Die alte europäische Ordnung zerfiel unwiderruflich. Über 10 Millionen Soldaten aller Kriegsparteien waren gefallen oder vermisst, doppelt so viele waren durch den Krieg zu Invaliden geworden.

Neben politischen Erdbeben und wirtschaftlichen Turbulenzen hinterließ der Weltkrieg eine traumatisierte Gesellschaft, die durch die Not und Grausamkeiten des Krieges vieler Illusionen beraubt war.4 Die Katastrophe des Weltkrieges, die im Nachhinein auch zur „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“5 erklärt wurde, wirkte als gewaltiger Kulturschock und erschütterte das Weltbild einer ganzen Generation nachhaltig. Diese Zäsur in der Geschichte des 20. Jahrhunderts führte in vielen Bereichen zu einem radikalen Bruch mit der Vergangenheit und gab neuen Denkweisen und Strömungen Auftrieb, die sich schon vor dem Krieg langsam entwickelten.

2 Mode als Zeichen der Veränderung 1918/1919

2.1 Drang nach Mode

Die Jahre 1918 und 1919 waren dunkel und voller Trauer. Während die Damen am Anfang der Nachkriegszeit zunächst nur mit dunklen Stoffen arbeiten konnten 6 verschwand das Interesse an der Mode jedoch nicht.

Das Kriegsordnungsamt hatte viele Besitztümer beschlagnahmt, darunter auch Kleidung. Die Gründung der „Reichsbekleidungsstelle“ im März 1916 sollte der Bewirtschaftung der Stoffvorräte sowie einer verbesserten Verteilung von Textilwaren an die Bevölkerung dienen. Gleichzeitig wurden Bezugsscheine eingeführt, welche die Zuteilungen von Kleidung und Schuhen regelten und sicherstellten, vor allem aber rationierten. Das bereits bestehende Bekleidungsbeschaffungsamt, das dem Kriegsamt unterstand, stellte die Versorgung des Heeres mit Uniformen und anderen Textilien sicher. Reichsweit entstanden kommunale Kleidungsverwertungsstellen und Sammelstellen für gebrauchte Alttextilien aus privaten Haushalten.7

Im April 1917 beschloss die Reichsbekleidungsstelle eine neue Kleiderordnung, welche eine enorme Einschränkung bedeutete. Unter anderem bestimmte diese Ordnung, dass Frauen nur noch ein Sonntagsgewand und nur zwei Alltagsgewänder zustanden. Außerdem durften Frauen nur je einen Sommer- und Wintermantel, zwei Blusen, drei Schürzen, sechs Taschentücher, ein Paar Winterhandschuhe sowie nur einen Kleiderrock besitzen. Im Gegensatz zu Männern und Kindern gab es für Frauen dazu noch eine Vorschrift, wie viele Paar Schuhe sie besitzen durften.

Dabei handelte es sich 1917 um nur drei Paar Schuhe einschließlich Winterstiefel. Es gab eine einzige Ausnahme: Kopfbedeckungen und Hüte durften unbeschränkt besessen werden. In deutschen Zeitungen stiegen die Werbeanzeigen für Kopfbedeckungen und sanken für jedwede andere Kleidung.

Um die Kleiderordnung für eine Person außer Kraft setzen zu können, benötigte man triftige nachweisbare Gründe, zum Beispiel, dass man aus beruflichen oder krankheitsbedingten Gründen einen größeren Bedarf an Kleidung nachweisen konnte. Schmuck aus Edelmetall sowie Lederschuhe wurden beschlagnahmt.

Der erste Weltkrieg änderte die Mode nachhaltig, da er Frauen in Arbeitskleidung, Uniformen und Trauerkleidung zwang.

Im letzten Kriegsjahr beziehungsweise am Anfang der Nachkriegszeit, wurden im deutschen Reich neue Textilien sogar auf den Schwarzmärkten kaum noch angeboten.

Das Volk war froh, wenn die laut Kriegsversorgungsamt überzähligen Kleidungsstücke aus Privatbesitz nicht beschlagnahmt wurden. Verordnungen in diese Richtung waren seit der Gründung der Reichsbekleidungsstelle 1916 an der Tagesordnung. Dennoch war das Interesse der Damenwelt an der Verschönerung des eigenen Erscheinungsbildes noch nicht ganz erloschen, wie man an zeitgenössischen Zeitungsanzeigen und Illustrierten sehen kann.

Während die Männer an der Front waren, übernahmen die Frauen das Arbeitsleben. So hielt der schnörkellose Militärstil während des ersten Weltkriegs Einzug in die Mode.

Durch die Industrialisierung und der damit verbundenen Möglichkeit, Schuhe auch als Massenware anfertigen zu lassen, wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts Schuhe günstiger und für viele bezahlbar.8 Trotz der günstigeren Fertigungsmöglichkeiten hatten die meisten Menschen oft nur zwei Paar Schuhe: eines für den Werktag und eines für den Sonntag.

Parallel zu den "Fabrikschuhen" gab es natürlich immer noch den Beruf des Schuhmachers, der Schuhe im Auftrag per Handarbeit anfertigte. Die Bedeutung des Schuhs wuchs mit dem Kürzerwerden der Röcke der Damen. Bei den bodenlangen Kleidern waren die Schuhe ja fast gar nicht zu sehen. Sobald die Rockmode kürzer wurde, zeigten die Frauen auch gerne Schuh.

Erst in dieser Zeit begann man zwischen rechtem und linkem Schuh zu unterscheiden und die Schuhe auch für die verschieden geformten Füße anzupassen. Zuvor hatte man Schuhe nicht nach rechts und links unterschieden.9

Die Schuhmode im Jahr 1900 unterschied sich nur wenig von der Mode des vorangegangenen Jahrzehnts. Doch wurde es wichtiger, modische Schuhe zu tragen, weil man sie ja nun auch zeigen konnte. So entstanden viele verschiedene Formen und unterschiedliche Farben sowie Materialien kamen zum Einsatz. Frauen trugen meist Schnür- und vor allem Knöpfstiefeletten. Für die Knöpfstiefel gab es sogar spezielle Knöpfhaken, mit denen das Schließen und Öffnen vereinfacht wurde. Stickereien waren

Abbildung in dieer Leseprobe nicht enthalten

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beliebt, sogar die Absätze schmückte man manchmal damit. Rüschen und Perlen zierten die Schuhe.

Ab 1905 entstand eine Bewegung, die für Füße mehr Freiheit forderte. Schuhe sollten einen Fuß nicht einengen, sondern bequem sein. So gab es auch einfache Schuhe, die ihre Funktion bestens erfüllten und in denen man gut laufen konnte. Was für die Kleidermode galt, galt auch für die Schuhmode. Modisches Schuhwerk leisteten sich nur die reichen Leute, die ärmeren Leute waren froh, wenn sie überhaupt ein Paar Schuhe an den Füßen tragen konnten.

Schuhdesigner versuchten, Langschaftstiefel anzubieten und zum Modetrend zu machen. Sie waren damit allerdings nur mäßig erfolgreich. Solche Stiefel ähnelten Reitstiefeln und als solche kamen sie auch zum Einsatz. Die Alltagstauglichkeit dieses Schuhs stellten die meisten Frauen in Frage.

Abbildung in dieer Leseprobe nicht enthalten

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Neu in den 1920er Jahren war vor allem, dass die Kleider keine Taille mehr zeigten und dass diese immer tiefer rutschte. Diese Kleider waren sehr gerade geschnitten, wodurch die Taille nicht mehr betont wurde.

Die Kleiderlänge variierte von waden- bis knielang. Schärpen und Schleifen schmückten die Kleider. Sie waren hochgeschlossen und zeigten keinen Ausschnitt. Oft hatten sie einen Bubikragen12. Die gerade Linie blieb modisch bis 1933.

In wirtschaftlicher Not schneiderte man sich seine Kleidung selbst. Das war nach dem Ersten Weltkrieg genauso wie nach dem Zweiten Weltkrieg. Stoffe waren wesentlich billiger als fertige Kleidung und Schnittmuster gab es ebenfalls zu kaufen oder kostenlos als Beilage in Zeitschriften. Man gab sie auch an Freundinnen oder Nachbarinnen weiter. Nähmaschinen waren in vielen Arbeiterhaushalten vorhanden. Sie waren jedoch noch nicht elektrisch, sondern wurden mit dem Fuß bedient.13

Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges verdrängte allmählich der Schlafanzug das Nachthemd. Auch Männer trugen vorher Nachthemden. Wohlhabendere Herren griffen zum Pyjama aus Seide, ansonsten waren auch Modelle aus Baumwolle erhältlich.

2.2 Vorstellungskraft als Antrieb für neue Idee

Das Motto hieß: “Neue Kleidung, alte Stoffe”.14

Der Ressourcenmangel war in der Gesellschaft deutlich sichtbar. Das Bürgertum konnte es sich nicht leisten, Geld für neue Oberbekleidung auszugeben. Die Modebranche hatte in dieser bestehenden Nachkriegssituation und dem vorherrschenden Ressourcenmangel schwer um ihr Überleben zu kämpfen.

Um modisch mithalten zu können, und das mit möglichst geringen finanziellen Mitteln, mussten Frauen alte Kleidungsstücke umarbeiten. In Zeitungen und Zeitschriften gab es regelmäßig Anzeigen und Artikel, wie man ein altes Kleidungsstück in neue Topform bringen kann. Die Ideen wurden immer kreativer und irgendwann gab es nicht mehr nur Nähanleitungen für Frauen und Kinder, sondern auch für Männer. Darunter waren beispielsweise Ideen, wie man aus Stoffresten einen Anzug nähen kann. Besonders viel Fantasie wurde auf Umarbeitungsmöglichkeiten bei getragener Kleidung und Accessoires wie Hüte und Gürtel verwendet.

Sehr stoffaufwendige Kleidungsstücke wurden für die Modewelt uninteressant. Kleidung sollte einfach und mit wenig Mitteln herstellbar sein und dazu auch noch praktische

Abbildung in dieer Leseprobe nicht enthalten

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Eigenschaften besitzen. Ganz anders als vor dem Krieg war die Mode jetzt durch Einfachheit bestimmt. Durch die Stoffrationierung der vergangenen Jahre war man gezwungen, auf alles Überflüssige zu verzichten. Nun wurde konsequent die Schlichtheit der Kleidung propagiert, die nun zum Modeideal avancierte.

Zunehmende Stoffknappheit, steigende Preise und die Rationierung von Stoffen, die zunehmend nur noch auf Bezugsschein erhältlich waren, bedingten das Ende der verschwenderischen Kriegskrinoline ab dem Frühjahr 1917.

Ende 1913 tauchten die ersten Krinolinen in Form von kleinen zarten Überröcken auf, die sich in den folgenden Jahren bis zur Kriegskrinoline weiter entwickeln sollten.16 Paul Poiret war der maßgebliche Schöpfer dieser neuen Silhouette und vor dem Ersten Weltkrieg einer der einflussreichsten Modeschöpfer seiner Zeit.17 Seine exotisch, orientalisch angehauchten Kreationen mit Humpelrock und Krinoline bestimmen die Mode des Frühjahres 1914 - dem Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Kriegskrinoline wurde während der Kriegsjahre getragen und barg an dessen Ende nur noch schmerzhafte Erinnerungen. Dazu war sie eintönig, da jede Frau ein sehr ähnliches Modell besaß.18 Stattdessen wurde das Kittelkleid unentbehrlich für jede Frau, da es chic und praktisch war. Die meisten Modejournale und Handarbeitszeitschriften boten in der Zwischenkriegszeit ihren Leserinnen zusätzlich zur präsentierten Mode die passenden Schnittmuster an, die mehr oder minder einfach zu Hause an der eigenen Nähmaschine oder durch eine professionelle Schneiderin nachgeschneidert werden konnten. Führend im Vertrieb von Schnittmustern war in Deutschland der Berliner Ullstein Verlag, der die Modezeitschriften „Die Praktische Berlinerin“ und „Das Blatt der Hausfrau“ herausgab. Beide Blätter richteten sich vornehmlich an die breite Masse der deutschen Hausfrauen. Im Gegensatz dazu sprach die im selben Verlag erscheinende Zeitschrift „Die Dame“ die betuchte Frau von Welt mit höchstem Anspruch und erlesenem Geschmack an.19 Kleider in Boule-Form, Ballonkleider oder der sogenannte Tonnenrock mit bauschiger Stofffülle um die Hüfte, aber engem, schmalem Saum nahmen den Platz der Krinoline ein. Die Röcke wurden zum Saum hin wieder deutlich enger geschnitten, wogegen die Betonung der Hüfte bestehen blieb. So wurde der Begriff Tonnenrock für die derartige Rockform geprägt. Das Tragen von Überwürfen förderte diese neue Form der Kleider. Auch Tuniken, die 1914 den Höhepunkt erfuhren, erfreuten sich eines neuen Aufschwungs.

Um noch mehr Stoff zu sparen, wurden die Aufmachungen und Kleiderschnitte vereinfacht, unnötiger Aufputz und Zierrat verschwand. Diese neue Einfachheit, die vorrangig aus der Not heraus entstand, wurde zu einem neuen Leitbild der Mode im Krieg und weit darüber hinaus.

Die Kleider selbst waren lose und weit geschnitten. Folglich erforderte die derartige Silhouette keine übermäßige Akzentuierung der Taille. Trotzdem wurden Korsetts weiterhin getragen. Die Taille selbst war jedoch noch sehr hoch, knapp unterhalb der Brust, angesetzt und ließ den Körper sehr kurz und schmächtig erscheinen. Im Deutschen Reich gab es seit 1916 eine „Vereinigung für Deutsche Mode“, die sich zum Ziel gesetzt hatte, gegenüber der bisher bestimmenden französischen Haute Couture eine völlig eigenständige, deutsche Mode zu entwickeln und zu propagieren. Deshalb setzte sich die in Frankreich und Italien vorherrschende, insgesamt weich fallende und ungezwungen wirkende Linie und die Befreiung der Frau vom einzwängenden Korsett im

[...]


1 Vgl. Stuttgart in den Roaring Twenties, S. 11

2 Vgl. Vortrag Herr Pyta, Universität Stuttgart

3 Vgl. Mundt, Barbara (1977): Metropolen machen Mode - Haute Couture der zwanziger Jahre

4 Vgl. Vortrag Herr Pyta, Universität Stuttgart

5 Kennan, George F., The Decline of Bismarck's European Order. Franco-Russian Relations, 1875-1890, Princeton 1979, S. 3.

6 Bauer-Feigel, Gabriele und Gohl, Ulrich (2013): Für Kleider Leben, Textilherstellung im Stuttgarter Osten

7 Vgl. Heinze, Karen (2000): Geschmack, Mode und Weiblichkeit

8 Vgl. Bauer-Feigel, Gabriele und Gohl, Ulrich (2013): Für Kleider Leben, Textilherstellung im Stuttgarter Osten

9 Vgl. Bernard, Christopher (2004): Fashioning London, Clothing and the modern metropolis

10 Vgl. Modemuseum Ludwigsburg

11 Vgl. Modemuseum Ludwigsburg

12 siehe: Glossar

13 Zahnenbenz, Günter (1984): Stuttgart als Industriestandort 1850 bis 1982, S. 38

14 http://www.mode-frueher.de/mode-1918/ 16. Januar 2018

15 Bild links: https://fashion-world.biz/?p=9859 und rechts: https://www.galatea-ziss.de/img/ schuerzenkleid-1922_m.jpg

16 Vgl. Marion, Die Krinoline ist wieder da!, in: Elegante Welt Nr.49 (2), 1913, S. 17-18

17 Vgl. Worsley, Harriett (2012): Fashion: Mode von 1900 bis heute

18 Knötel, Richard (1998): Handbuch der Uniformkunde 1880-1921

19 Vgl. Axel Springer Verlag (2002): Presse- und Verlagsgeschichte im Zeichen der Eule, 125 Jahre Ullstein, S. 62-69

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Mode als Spiegel der gesellschaftlichen Veränderung im Jahr 1918
Note
14
Autor
Jahr
2018
Seiten
43
Katalognummer
V446876
ISBN (eBook)
9783668832596
ISBN (Buch)
9783668832602
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mode, spiegel, veränderung, jahr
Arbeit zitieren
Janna Peleikis (Autor), 2018, Mode als Spiegel der gesellschaftlichen Veränderung im Jahr 1918, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446876

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