Das Wetter als Motiv bei Arthur Schnitzlers Novelle "Doktor Gräsler, Badearzt"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018
26 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Doktor Gräsler, Badearzt – kurze Inhaltsangabe

3. Meteorologische Motivik in Doktor Gräsler, Badearzt

4. Kritische Bewertung der Untersuchungsergebnisse & Schlussgedanken

5. Quellenangabe

1. Einleitung

Dass Arthur Schnitzlers Werke reich an Symbolik sind, welche die eigentliche Handlung und Botschaft in begleitender beziehungsweise ergänzender Funktion ausschmücken, ist unverkennbar, sobald man sich einmal tiefgründiger mit Schnitzlers literarischen Hinterlassenschaften auseinandersetzt. So steht etwa in der Monolognovelle Leutnant Gustl (1900) der Säbel des Leutnants, welcher Gustls Standesehre repräsentiert, auf die die komplette Handlung thematisch aufbaut, als zentrales Symbol der Erzählung. Aber auch seine Offiziersuniform als eigentlicher Auslöser des Konflikts nimmt eine prominente Stellung als immer wiederkehrendes symbolisches Leitmotiv ein.

Auch etliche andere, genauer unter die Lupe genommene Werke Schnitzlers offenbaren einen nur schwer zu übersehenden Hang zur Symbolik, so haben beispielsweise Licht und Farben bzw. die Farbgebung im Allgemeinen in zahlreichen früheren Erzählungen eine nicht nur rein szenenbeschreibende Rolle, sondern sind darüber hinaus ein subtiles Hilfsmittel zur schematischen Darstellung und Beschreibung psychologischer Vorgänge und Verfassungen der Hauptcharaktere1, etwa in Sterben (1892), wo die Farbe grau zusammen mit dem häufig wiederkehrenden Adjektiv ‚dunkel‘ mit den wiederkehrenden depressiven Stimmungen des Hauptcharakters Felix einhergehen.2

Auch meteorologische Vorgänge sind darüber hinaus häufig und gerne eingesetzte Motiviken Schnitzlers. Ernest von Nardroff behauptet zurecht, dass es „[…] scarcely a prose work [Schnitzlers gibt] in which there is not at least some passing reference to the state of nature.”3 Dieser Umstand mag den versierten Schnitzler-Kenner vielleicht etwas erstaunen, so liegt mindestens die Hälfte von Schnitzlers literarischer Schaffensperiode doch bereits außerhalb der Blütezeit der literarischen Strömung des Naturalismus, welcher von sinnlich erfahrbaren, und objektiv wiedergegebenen Naturbeschreibungen geprägt ist und der um die Jahrhundertwende allmählich auslief. Nichtdestotrotz kamen einige zeitgenössische Autoren nicht umhin, zu bemerken, dass Schnitzlers Wurzeln „[…]in seinen Anfängen tief im Naturalismus“4 lägen und „die Schule Zolas […] in seinen ersten Werken leicht zu erkennen“5 sei. Es wird also deutlich, dass sich Schnitzler durchaus über die Aussagekraft naturbezogener Erscheinungen im Klaren gewesen sein musste, als er diese als subtile, aber deshalb nicht weniger bedeutungsvolle Kulisse für die agierenden Handlungsträger selbst seiner späteren Werke errichtete. Eine Kulisse, wie Nardroff treffend beschreibt, welche manchmal in einer vagen, aber suggestiven Beziehung zu den Handlungsträgern steht.6

Die vorliegende Arbeit hat es sich deshalb zum Ziel gemacht, die Verwendung und Bedeutung meteorologischer Ereignisse, sprich des Wetters anhand von Schnitzlers Erzählung Doktor Gräsler: Badearzt, welche 1917 erschien und eine gute Vorlage zur Darstellung und Untersuchung meteorologischer Symbolhaftigkeit bietet, zu analysieren, zu interpretieren und die Untersuchungsergebnisse im Anschluss kritisch zu bewerten. Aufgrund der etwaigen Fremdheit dieser Erzählung soll zunächst für die bessere Verständlichkeit eine kurze, aber prägnante Inhaltsangabe der Handlung folgen.

2. Doktor Gräsler, Badearzt – kurze Inhaltsangabe

Emil 7 Gräsler ist 48 Jahre alt und von Beruf Arzt. Eine Zeit lang war er als Schiffsarzt tätig und führte daher ein migratorisches und eher wurzelloses Dasein, das ihn allerdings in alle Regionen der Welt brachte und ihn reich an Erfahrungen und Geschichten aller Art werden ließ. Nach seiner Tätigkeit als Schiffsarzt ließ er sich in der gesellschaftlich, wie medizinisch wenig anerkannten Position des Badearztes nieder, verbrachte die Wintermonate bislang jedoch im warmen Klima Lanzarotes, wo er nun in einem Touristenresort seiner Arzttätigkeit nachgeht, jedoch regelmäßig im Frühjahr über die Sommermonate wieder nach Deutschland zurückkehrt und dort in verschiedenen Badeorten und Sanatorien ärztlich tätig ist.

Die Erzählung beginnt mit der Verabschiedung und der Abreise Gräslers vom Hoteldirektor auf Lanzarote, der ihn beschwört, im Spätjahr zur Saison doch wiederzukommen. Gräslers Abreise ist düster und begleitet von Schock und Trauer, da seine etwas ältere Schwester, die ihn in den letzten 15 Jahren stets als Haushälterin bei seinen vielfachen Reisen und wechselnden Arbeitsorten begleitet hat, einen für ihn völlig unerwarteten Suizid begangen hat. So macht sich Gräsler nun allein auf, sein Sommerdomizil in einem kleinen Kurort mit „Heilquelle“8, in welchem er bereits seit sechs Jahren während der Sommermonate tätig ist, aufzusuchen. Es dauert nicht lange, bis Dr. Gräslers medizinische Dienste in dem seiner Meinung nach „lächerlich[en] kleinen Kurstädtchen“9 in Anspruch genommen werden und so lernt er während einer dieser ärztlichen Hausbesuche in einem etwas außerhalb des Städtchens gelegenen Waldhaus die 27-jährige Sabine Schleheim kennen, die ihn aufgrund ihrer erkrankten Mutter zu sich nach Hause gebeten hat. Die Tochter eines gescheiterten, aber erfolgreichen Opernsängers, die einige Zeit in Berlin als Krankenpflegerin arbeitete und dort mit einem jungen Arzt verlobt war, ehe dieser kurze Zeit darauf unerwartet verstarb, erregt Gräslers Aufmerksamkeit und dies nicht nur aufgrund ihrer „höchst eleganten braunen Halbschuhe aus Wildleder“10, welche ihm „irgendwie verdächtig schien[en].“11 Seine Gefühle für Sabine steigern sich mehr und mehr, bis zu dem Punkt, wo er selbst fest davon überzeugt ist, in ihr die passende Frau für sein Leben gefunden zu haben und durch sie fortan auf sein bisheriges „einsames, sinn- und hoffnungsloses Wanderleben“12 verzichten zu können – bedingt nicht zuletzt auch durch die von ihr angeregte Möglichkeit, ein örtliches, aber heruntergekommenes Sanatorium zu erwerben und dort als festangestellter Arzt zu arbeiten, als dessen Gehilfin und Ehefrau sie sich heimlich bereits sieht. Aus Unsicherheit und mangelndem Selbstvertrauen wagt er es aber nicht, ihr seine Gefühle zuzugestehen und als eine Entscheidung bezüglich des Kaufs des Sanatoriums, sowie einer möglichen Beziehung zu Sabine nicht länger hinauszuzögern ist, flieht er buchstäblich Hals über Kopf aus dem Kurstädtchen in seine „Vaterstadt“13 Wien.

In seiner Heimatstadt lernt er beim Tramfahren schließlich die junge Verkäuferin Katharina Rebner kennen. Als Tochter eines örtlichen Postbeamten stammt sie aus vergleichsweise einfachen Verhältnissen und Gräsler beginnt nun eine Affäre mit der bescheidenen und einfach-zufriedenzustellenden Beamtentochter, die sich zwar durch die Beziehung zu ihm wohl einen „sozialen Aufstieg vom Ladenmädchen zur Ärztegattin“14 erhofft, sich allerdings darüber hinaus auch keine Illusionen „über die mögliche zeitliche Begrenztheit“15 der Beziehung zu Gräsler macht. Zwischenzeitlich plagen Dr. Gräsler Regungen seines schlechten Gewissens bezüglich der Art und Weise, wie er Sabine Schleheim fluchtartig verlassen und in der Luft hat hängen lassen, sodass nach und nach die Erkenntnis in ihm erwacht, dass wohl doch sie die passendste Ehefrau für sein restliches Leben sein möge und erneut flüchtet er vorzeitig und unangekündigt vor Katharina zurück in die Kurstadt. Für ihn war die kurze Affäre zu Katharina ein wie er selbst sagt „hübsches Abenteuer […], dem keinerlei Folge verstattet war“16, nichtahnend, dass die Affäre für Katharina hingegen eine tödliche Folge haben wird, denn sie hat sich an ihm mit Scharlach angesteckt, das er sich bei der Behandlung eines an Scharlach erkrankten jungen Mädchens in der Wohnung über ihm eingefangen hat. Als er erkennen muss, dass alle Hoffnungen, die inzwischen ziemlich kühle und distanzierte Sabine zurückzugewinnen, vergebens sind und er sich daraufhin doch (wieder) für Katharina entscheiden möchte, stirbt diese an der eingefangenen Krankheit.

Nach kurzer Trauer um Katharina, dem „anhänglichen Geschöpf“17, geht Dr. Gräsler nun eine wohl auf Dauer ausgelegte Beziehung zu der Mutter des inzwischen genesenen jungen Mädchens, Frau Sommer, ein, der Witwe eines Geschäftsreisenden. Nur kurze Zeit später brechen er, Frau Sommer (welche „seit dem Tag [der] Abreise Frau Gräsler“18 heißt) und ihre Tochter Fanny nach Lanzarote auf, wo er, wie gehabt, über die Wintermonate seiner ärztlichen Tätigkeit im Hotelresort nachgeht. Die Handlung endet zyklisch, die anfängliche scherzhaft-gemeinte Aufforderung des Hoteldirektors, Gräsler möge im Herbst mit einer „nette[n], kleine[n], blonde[n] Frau“19 zurückkommen, erfüllt sich beiläufig und für ihn unbewusst.

3. Meteorologische Motivik in Doktor Gräsler, Badearzt

Doktor Gräslers Persönlichkeit, so wird in der Erzählung deutlich, ist geprägt von konstantem Schwanken zwischen Unentschlossenheit und Bestimmtheit, Minderwertigkeitsgefühlen und Selbstvertrauen, Verachtung und Zuneigung, Ängstlichkeit und Mut, sowie Lethargie und Tatendrang.20 Auf derselben antonymischen, ambivalenten Struktur beruht auch die Grundthematik der Erzählung, welche mit Hinblick auf eine meteorologische Interpretation der Handlung von Bedeutung sein wird: ein risikoarmes, für ihn kontrollierbares, passives Leben – sicher und geschützt vor den Verantwortlichkeiten eines herausfordernden und erfüllten Lebens auf der einen Seite, der Wunsch nach jugendlicher Erfrischung und beherzter Teilnahme bzw. Teilhabe an einem engagierten, abwechslungsreichen Leben mit beruflichem Aufstieg und gesellschaftlichem Ansehen auf der anderen Seite. Die Erzählung beginnt mit dem bereits erwähnten vollkommen unerwarteten Suizid seiner Schwester Friederike. Nicht nur ihr Tod kommt für ihn jedoch ohne jede Vorwarnung, genauso unerwartet stellt ihr freiwilliges Ausscheiden aus dem Leben auch einen Bruch in seinem sonst so wohlgeordneten und vorausschaubaren Leben für ihn dar21 – einen Bruch, welcher den bekannten zyklischen Lauf der Erzählung in Gang setzt und Gräsler ermutigt, sich hinaus ‚ins Leben‘ zu wagen.22 Sein bisheriges, bequemes und passives Leben war von einer ihm altbekannten, ebenso zyklischen, halbjährlichen Wiederkehr in den Süden bestimmt. Die Kanareninsel Lanzarote, auf die er sich über die Wintermonate immer wieder zurückzieht und deren schwülwarmes ganzjähriges, sonniges Klima vermitteln einen Eindruck von Lethargie und Passivität:

„Doktor Gräsler […] schaute […] zum Ufer der Insel hin, von wo das große Hotelgebäude mit den der Hitze wegen festgeschlossenen weißen Fensterläden grell herüberleuchtete; dann schweifte sein Blick weiter über die verschlafenen gelblichen Häuser und verstaubten Gärten, die im Mittagssonnendunst träge straßaufwärts schlichen […]“23

Die Beschreibungen der „festgeschlossenen […] Fensterläden“ der „verschlafenen gelblichen Häuser […] im Mittagssonnendunst“ und der geographischen Position der Insel weit entfernt vom Festland zeichnen ein Bild der Abgeschiedenheit, eines sicheren Ortes, fern vom alltäglichen Leben und dessen täglichen Herausforderungen.24

Interessant anzumerken ist zweifellos die Tatsache, dass Doktor Gräsler trotz seines sicheren, zurückgezogenen Lebens auf Lanzarote dennoch hin und wieder eine „lebhafte Sehnsucht nach den verjüngenden Frühlingsdüften Deutschlands im Herzen“25 verspürt und ihn seine nun häufiger werdenden Mittagsschläfe zunehmend verstimmen, „weil er mit seinen achtundvierzig Jahren sich versucht fühlte, dies als ein Zeichen abnehmender Jugendfrische zu deuten.“26 Es kommt hier somit erneut die bereits angesprochene innerliche Ambivalenz zum Vorschein, die in ihm tobt und die sich im Verlauf der Handlung auch meteorologisch manifestieren wird.

„Nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin […] [trifft] Doktor Gräsler schließlich an einem schönen Maitag […], der Himmel […] von gleichmäßig milder Klarheit, die Luft frühlingshaft lau“27 in dem Kurstädtchen ein, in welchem er über den Sommer als Arzt praktiziert. Das nördlichere Klima Zentraleuropas steht hier trotz des ebenfalls schönen Wetters in starkem Kontrast zum drückend-heißen Klima auf Lanzarote. Dies zeigt sich bei der ersten Begegnung Gräslers mit Sabine Schleheim, zu deren Familie im außerhalb des Kurstädtchens gelegenen Waldhaus er eines Juliabends gerufen wird: in der „milden Abendluft“28 fährt er zwischen gelben Feldern „im kühlen Hügelschatten“29 und schließlich durch einen „hohen Buchenwald“30 empor zum Waldhaus, welches ihm, „die Abendsonne auf dem rötlichen Dach […][,] freundlich entgegengrüßte.“31 Die daraufhin beginnende ‚Affäre‘ mit Sabine Schleheim steht ganz unter dem Einfluss, den das nördliche Klima, aber auch die Natur auf ihn zu haben scheint, so bemerkt auch Nardroff, dass die Lage des Hauses mitten in der Natur und das generelle mild-kühle Klima der Inbegriff der „northerness“32 seien, die seine bisherige starre und verknöcherte Schale zum Bersten bringe.33 Das ‚Auftauen‘ von Gräslers philiströsem und zurückhaltendem Charakter erfolgt also ironischerweise nicht unter der drückenden Sonne Lanzarotes, sondern im mild-kühlen Wetter Mitteleuropas und erreicht seinen Höhepunkt bei einem kleinen Ausflug in ein Waldstück, das Sabine und ihr Bruder Karl entdeckt hatten und das deren beider Lieblingsrückzugsort darstellt. An diesem von Natur umringten, abgeschiedenen Ort, wo „von den Kurgästen […] keiner so weit [hinkommt]“34, wird das Erwachen aus seiner bisherigen vegetativen Erstarrung in derartigem Ausmaße deutlich, dass ihn seine plötzliche Redseligkeit und Lebhaftigkeit sogar selbst erstaunt:

„Der Doktor […] gab seiner Rede eine Lebhaftigkeit und Laune, die ihm sonst nicht immer zu Gebote standen. […] seine Stimme […] erklang ihm selbst mit einer neuen oder ihm wenigstens fremd gewordenen Weichheit, und er fand sich mit einer Teilnahme angehört, deren er schon lange nicht genossen hatte.“35

Nicht nur sein ganzes Gemüt wird wieder zunehmend agiler, auch die Freude an seinem Beruf, welcher zunehmend unter seinem mangelnden Selbstbewusstsein gelitten hat36, wird wieder geweckt:

„Es war ihm wohl bewußt, daß er, insbesondere in den letzten Jahren, müder und gleichgültiger geworden, seinen Kranken gegenüber es oft genug an wahrer menschlicher Teilnahme hatte fehlen lassen […].“37

„Es wurde ihm leichter, als er gedacht, da sein Beruf ihn auch innerlich wieder zu beschäftigen begann. Er führte nicht nur die Krankengeschichten seiner Patienten auf das sorgfältigste, sondern war auch bemüht, die allmählich entstandenen Lücken seines theoretischen Wissens durch das Studium medizinischer Werke und Zeitschriften so sehr als möglich auszufüllen.“38

Das neu gewonnene Selbstvertrauen veranlasst den ansonsten eher pedantischen39 Doktor Gräsler sogar dazu, ein wenig später, „an einem linden Sommerabend“40, im fröhlichen Beisammensein der Schleheims in ausgiebiger Art und Weise von seinen früheren Reisen als Schiffsarzt zu erzählen und verhilft, wo ihn seine „verblaßten Erinnerungen“41 bezüglich Einzelheiten im Stich lassen, ganz untypisch für sein Wesenszug, seinem Gedächtnis „durch freie Erfindung“42 auf die Sprünge.

Sowohl der klimatische Kontrast als auch die charakterliche Wandlung Gräslers ist im Vergleich zum Beginn der Handlung nun unverkennbar deutlich. Wurde mit dem Wetter auf der Kanareninsel eine allgemeine Trägheit und Verschlafenheit assoziiert, so scheinen nun zum einen die milde[n] und (anfangs noch) „frühlingshaft[en]“43 Lüfte Deutschlands, zum anderen die Begegnung mit Sabine Schleheim, jener selbstbewussten und engagierten Frau44, genau den verjüngenden und erquickenden Effekt auf Gräsler zu haben, den er sich auf Lanzarote hin und wieder ersehnt hat und gewiss: in ihrer Nähe „fühlte er sich ihr gegenüber sicherer, überlegener und vertrauter als je vorher.“45 Sein nun wieder gesteigerter (beruflicher) Tatendrang und die von Sabine ins Leben gerufene Aussicht, das alte Sanatorium zu erwerben und zu restaurieren, in der Absicht, sich dort langfristig beruflich mit ihr niederzulassen, nehmen ihn aufgrund seiner Gefühle für Sabine derart ein, dass für ihn der Erwerb der Institution beziehungsweise der Erfolg dieses Vorhabens schließlich symbolisch untrennbar mit seiner Beziehung zu Sabine, ja sogar mit einer möglichen Vermählung, in Verbindung gebracht wird.46 Diese Verflechtung zeigt sich insbesondere gegen Ende der Erzählung, wo Sabines kühle Zurückweisung bezüglich des nun viel zu spät von ihm hervorgebrachten Interesses bezüglich des Kaufs des Sanatoriums für ihn zugleich auch die Zurückweisung in ihm als Person bedeutet47:

[...]


1 vgl. Alexander, Theodor W.: Aspects of Imagery in Schnitzler: Color and Light. In: Journal of the International Arthur Schnitzler Research Association (Bd. 3, Nr. 2). Lubbock 1964. S. 4-15. Hier: S. 13.

2 vgl. ebd., S. 5.

3 von Nardroff, Ernest H.: Doktor Gräsler, Badearzt: Weather as an aspect of Schnitzler’s symbolism. In: The Germanic Review (Bd. XLIII). New York 1968. S. 109-119. Hier: S. 109.

4 Feigl, Leo: Arthur Schnitzler und Wien. S. 10. Wien 1911.

5 ebd.

6 vgl. Nardroff: S. 109 (sinngemäß ins Deutsche übersetzt).

7 vgl. auch Becker, Sabina: Doktor Gräsler, Badearzt (1917). In: Jürgensen, Christoph & Lukas, Wolfgang: Schnitzler Handbuch: Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart & Weimar 2014. S. 213-218. Hier: S. 214-215.

8 Doktor Gräsler, Badearzt. In: Arthur Schnitzler – Die Erzählenden Schriften. 9. Bis 11. Tausend (Bd. 2). Frankfurt 1961. S. 113-205. Hier: S. 120. (Im Folgenden wird auf diese Quelle mit „Primärtext, S. X“ verwiesen.)

9 Primärtext, S. 138.

10 ebd., S. 119.

11 ebd.

12 ebd., S. 139.

13 ebd., S. 151.

14 Becker, S. 215.

15 ebd.

16 Primärtext, S. 177.

17 ebd., S. 179.

18 ebd., S. 204.

19 ebd., S. 114.

20 vgl. Fliedl, Konstanze: Arthur Schnitzler. Stuttgart 2005. S. 227.

21 vgl. Brinson, C.E.J.: Searching for Happiness: Towards an Interpretation of Arthur Schnitzler’s Doktor Gräsler, Badearzt. In: Modern Austrian Literature (Bd. 16, Nr. 2). London 1983. S. 47-63. Hier: S. 47.

22 vgl. Nardroff, S. 117.

23 Primärtext, S. 113.

24 vgl. Nardroff, S. 111.

25 Primärtext, S. 115.

26 ebd.

27 ebd., S. 117.

28 Primärtext, S. 118.

29 ebd.

30 ebd.

31 ebd.

32 vgl. Nardroff, S. 112.

33 vgl. ebd.

34 Primärtext, S. 127.

35 ebd., S. 128.

36 vgl. Brinson. S. 52.

37 Primärtext, S. 130.

38 Primärtext, S. 133.

39 ebd., S. 145.

40 ebd., S. 135.

41 ebd.

42 ebd.

43 ebd., S. 117.

44 vgl. Becker, S. 215.

45 Primärtext, S. 137.

46 vgl. Brinson, S. 54 & Nardroff, S. 113.

47 vgl. Brinson, S. 54.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Das Wetter als Motiv bei Arthur Schnitzlers Novelle "Doktor Gräsler, Badearzt"
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
26
Katalognummer
V448174
ISBN (eBook)
9783668831735
ISBN (Buch)
9783668831742
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wetter, Arthur Schnitzler, Motivik, Literarische Meteorologie, Doktor Gräsler, Badearzt
Arbeit zitieren
Jannik Streeb (Autor), 2018, Das Wetter als Motiv bei Arthur Schnitzlers Novelle "Doktor Gräsler, Badearzt", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448174

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