Theologische Überlegungen zu menschenwürdigem Sterben


Masterarbeit, 2018
84 Seiten, Note: 1,8

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1. Menschenwürde
2.2. Sterbehilfe
2.2.1. Passive Sterbehilfe
2.2.2. Indirekt-aktive Sterbehilfe
2.2.3. Direkt-aktive Sterbehilfe
2.2.4. Beihilfe zur Selbsttötung

3. Rechtslage zur Sterbehilfe
3.1. Rechtslage in Deutschland
3.2. Rechtslage in Belgien
3.3. Rechtslage in Polen

4. Biblische Perspektive
4.1. Das Alte Testament: „Du sollst nicht töten" (Ex 20,13)
4.2. Das Neue Testament: Das Doppelgebot der Liebe als höchstes Gesetz (Mt 22, 34-40) !

5. Philosophische und Theologische Perspektive
5.1. Peter Baumann - Wann ist Leben freiwillig?
5.2. Marcus Knaup - Sterbehilfe ist kein Ausdruck von Autonomie
5.3. Ulrich Eibach - Forderung nach Sterbehilfe als Folge eines Wertewandels .

6. Zwischenfazit

7. Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe
7.1. Inhalte und Zielsetzungen der Unterrichtseinheit
7.2. Didaktische und Methodische Überlegungen zu den Stunden
7.3. Verlaufsplanungen der Einheit

8. Fazit zur Unterrichtseinheit

9. Persönliche Stellungnahme

10. Literaturverzeichnis

11. Mediale Quellen

12. Anhang

1. Einleitung

Ein Thema, mit dem sich jeder Mensch in seinem Leben auseinandersetzen muss, ist das Sterben. Wie ein Mensch erstmals mit dem Thema Tod in Kontakt kommt, ist von Individuum zu Individuum unterschiedlich; sei es der Tod eines Haustieres, eines Nachbarn, Bekannten, Freundes oder eines Familienangehörigen. Durch die plötzliche Konfrontation mit dem Tod wird die Endlichkeit des eigenen Lebens das erste Mal kog­nitivverarbeitet. Das Bewusstwerden des eigenen vergänglichen Lebens ruft bei vielen Menschen innerhalb ihrer Lebenslaufbahn eine existenzielle Verunsicherung hervor und führt in den meisten Fällen vorerst zu einer Verdrängung der Endlichkeit des ei­genen Lebens.1 Der Tod und somit auch das Sterben ist ein Teil aller lebenden Indivi­duen und gilt für die Menschen als letzte Aufgabe, zu der sie das Leben herausfordert.2 Während die Menschen früher meist einen schnellen Tod durch Infektionen, Lunge­nödeme oder ähnlichem ohne die Möglichkeit einer letzten Beichte oder Buße fürchte­ten, ist seit den 1960er Jahren das Gegenteil der Fall.3 Das liegt an dem enormen Fort­schritt der Intensivmedizin, welche den Sterbeprozess sowohl aufhalten als auch ver­langsamen oder verzögern kann, weswegen viele Menschen einen langandauernden Sterbeprozess fürchten.4 Auch wenn die heutige, fortschrittliche Medizin in der Lage ist Leben zu retten oder zumindest zu verlängern, so existiert gleichzeitig eine Kehr­seite hinsichtlich medizinischer, lebensverlängernder Maßnahmen: Es droht die Ge­fahr eines „überfremdeten Sterbens"5. Damit ist gemeint, dass die rein quantitative Ver­längerung des Lebens eine bloße Leidensverlängerung darstellen kann, wenn das Le­ben qualitativ an Wert verloren hat.6 Viele Menschen, die zum Beispiel gänzlich auf die Hilfe anderer angewiesen sind, empfinden die progressiven Einbußen von Selbstkon­trolle, Kommunikationsfähigkeiten und Entscheidungsunfähigkeiten als menschenun­würdig, zumal auch durch Schmerztherapien nicht alle Schmerzen gelindert werden können.7 Als Folge dessen wächst die Angst vieler Menschen vor einer Leidensverlän­gerung in einem immer länger andauernden Sterbeprozess.

Die erste sich hieraus ergebende Leitfrage dieser Arbeitet lautet daher: Was ist Men­schenwürde und wie äußert sie sich im Sterbeprozess? Um der Frage auf den Grund zu gehen, wird in Kapitel zwei zunächst der Begriff der Menschwürde erläutert. Anschließend wird ebenfalls in Kapitel zwei der Terminus Sterbehilfe differenziert dar­gestellt, indem auf die vier unterschiedlichen Formen der Sterbehilfe näher eingegan­gen wird.

Unter dem Fokus der Rechtslage, der Bibel sowie philosophisch und theologischen An­schauungen wird das Thema Sterbehilfe in den Kapiteln drei, vier und fünf mehrper­spektivisch betrachtet. Das dritte Kapitel greift dabei höchst konträre rechtliche Auf­fassungen dreier Länder auf. Im ersten Unterkapitel wird daher die juristische Per­spektive Deutschlands dargelegt, um einen Überblick über die hiesigen Gesetzesrege­lungen zu geben. Als Verfechter der aktiven Sterbehilfe wird im zweiten Unterkapitel die Gesetzeslage von Belgien ausgeführt, welches als zweites europäisches Land für Erwachsene und als erstes Land überhaupt auch Sterbehilfe für Minderjährige legali­sierte. Um dem eine Kontroverse gegenüberzustellen, wird im letzten Unterkapitel ausgeführt, aus welchen Beweggründen Polen keine der Formen von Sterbehilfe zu­lässt.

Aus den bisher genannten Kapiteln wird sich zeigen, dass anhand Kants Würdebegriffs und aufgrund der deutschen Grundrechte die Frage aufkommen wird, ob das Recht, sich frei zu entfalten und frei über das eigene Lebensschicksal zu bestimmen, auch das Recht über die selbst gestaltete Lebensbeendigung miteinschließt.

In Kapitel vier werden anschließend das fünfte Gebot und das Doppelgebot der Liebe als höchstes Gebot in Bezug zur Sterbehilfe gesetzt und vor diesem Hintergrund inter­pretiert. Da das Thema Sterbehilfe philosophische und natürlich auch theologische Be­zugsfelder aufweist, werden im fünften Kapitel die gegenläufigen Positionen der jewei­ligen Vertreter beider Disziplinen vergleichend gegenübergestellt.

Die Erkenntnisse der Kapitel zwei bis fünf werden in Kapitel sechs zusammenfassend dargestellt, damit sie die Basis für das siebte Kapitel darstellen.

Als angehende Lehrkraft für evangelische Religion mit Schwerpunkt Haupt-/Real- schule ist es außerdem bedeutsam, wie das Thema Sterbehilfe didaktisch und metho­disch im Unterricht aufbereitet werden kann. Um die sich daraus ergebende zweite Leitfrage nach den didaktisch, methodischen Anwendungsbezügen im schulischen Kontext unterrichtsnah beantworten zu können, wurde im siebten Kapitel eine von mir selbst entworfene Unterrichtsreihe mit verschiedenen Arbeitsblättern, die es ermög­licht mit eben diesem Thema im schulischen Rahmen sensibel umzugehen, dargestellt. Die Unterrichtseinheit ist für eine fiktive zehnte Klasse einer Realschule konzipiert. Abschlüßen wird die Arbeit mit einem Fazit zum Umgang mit dem Thema Menschen­würde und Sterbehilfe im evangelischen Religionsunterricht sowie einer persönlichen Stellungnahme zur Sterbehilfedebatte.

Theologische Überlegungen zu menschenwürdigem Sterben interessieren mich nicht nur als angehende Lehrerin, auch in meinem familiären Umfeld wurde ich mehrfach mit dem Thema Tod, Krankheit und Angst vor dem Sterben konfrontiert. Besonders geprägt hat mich der lang andauernde, krankheitsbedingte Sterbeprozess meines Großvaters. Durch seinen Diabetes ging es ihm nach einem schwerwiegenden Schick­salsschlag von heute auf morgen zunehmend schlechter, sodass er nach sehr kurzer Zeit in ein Krankenhaus und anschließend zum Sterben in ein Pflegeheim eingewiesen wurde. Zu sehen, wie ein Mann, der einst mit anderen ganze Häuser baute, immer schwächer wurde, sodass er zum Ende nicht einmal mehr zum Sprechen fähig war, schockierte mich zutiefst. Mehrfach äußerte er sich seit der Einweisung ins Kranken­haus dazu, dass es für ihn jetzt an der Zeit wäre zu gehen. Obwohl sein Geist längst mit dem Leben abgeschlossen hatte, wollte sein Körper sich dem nicht fügen, sodass sein Sterbeprozess schließlich mehrere Monate andauerte.

In dem Ethikseminar im Masterstudium wurde das Thema Sterben erneut auf verschie­dene Weisen aufgegriffen, ich war jedoch der Meinung, dass eine tiefergehende Ausei­nandersetzung mit diese Themen wünschenswert wäre, insbesondere der Sterbehilfe.

2. Definitionen

Dieses Kapitel bildet die theoretische Grundlage für die sich anschließenden Überle­gungen zum Thema menschenwürdiges Sterben, weswegen dieser Begriff im nun fol­genden Unterkapitel erläutert wird. Dazu werden auch die moralphilosophischen Denkmodelle von Singer und Kant gegenübergestellt.

Die Thematik ist von großer Bedeutung, da sich die Medizin beständig weiterentwi­ckelt und Sterbeprozesse immer weiter hinaus gezögert werden können. Vier Formen lassen sich in der Sterbehilfe voneinander beträchtlich differenzieren: Die passive Ster­behilfe, die aktiv-indirekte Sterbehilfe und die direkt-aktive Sterbehilfe sowie die Bei­hilfe zum Suizid. Diese Formen werden im zweiten Unterkapitel genauer beleuchtet.

2.1. Menschenwürde

Um über menschenwürdiges Sterben zu sprechen, wird nun zunächst ausgeführt, was in der vorliegenden Arbeit unter (Menschen-)Würde zu verstehen ist. In den letzten Jahrzehnten wurde der Begriff der Menschenwürde zum Schlüsselbegriff der moder­nen Ethik und der Verfassungsordnung, sodass er auch im Artikel eins des deutschen Grundgesetztes verankert ist.8 Einer der Väter des Bonner Grundgesetzes - Theodor Heuß - bezeichnete den Begriff der Menschenwürde als einen interpretationsbedürf­tigen und -offenen Begriff, welcher seine Interpretation in den Grundgesetzartikeln eins bis fünf erhielte.9 Zu beachten sei hier, dass verschiedene Grundrechte miteinan­der kollidieren könnten.10

Die Sicherung der Menschenwürde setzt sich aus verschiedenen fundamentalen, ver­fassungsrechtlich geschützten Rechten zusammen wie dem Grundgesetz, verschiede­ner Bürger- und Menschenrechte sowie durch internationale und multinationale Über­einkommen zwischen mehreren Ländern.11 Um die Würde eines jeden Menschen zu respektieren, sollte jeder Mensch ungeachtet jeglicher Bewertungskriterien gleichbe­rechtigt und akzeptiert werden.12 Die Menschenwürde setzt voraus, dass „der Mensch Zugang hat, seine notwendigen existenziellen Bedürfnisse zu befriedigen, sein Recht auf Selbstbestimmung und freie Entfaltung der Persönlichkeit gewahrt wird und, dass die notwendige Freiheit hierfür besteht.“13

Ein moralphilosophisches Denkmodell nach dem Philosophen Peter Singer hingegen schreibt einem Menschen erst dann Würde zu, sofern dieser selbstbewusst, rational und kommunikationsfähig ist.14 Die Folgerung dieses Denkens wäre, dass vorgeburtli­ches Leben und sterbende, sowie demente Menschen keine Würde zugesprochen wer­den könnte, da sie ihr Bewusstsein durch den Fortschritt der Krankheiten im Grunde weitgehend verloren haben beziehungsweise noch gar nicht besitzen.15 Der medizinische Menschwürdebegriff hingegen vertritt eine von jüdischen und christ­lichen Traditionen sowie eine von Immanuel Kant geprägte Aufklärungsphilosophie, dass jedem Individuum gleichermaßen Würde gebühre, ohne jegliche Vorbedingungen und Einschränkungen, sodass jedem Menschen Anerkennung, Wertschätzung und Schutz zugutekomme.16 In der theologischen Betrachtungsweise wird die Würde der Menschen von Gott durch sein Schöpferhandeln begründet:17 Dem Menschen „kommt eine von außen her verliehene Würde zu, die - weil sie in der Transzendenz verankert ist - innerweltlich unverfügbar und unantastbar ist."18 Da die Würde in der Gotteseben­bildlichkeit begründet ist, besitzt durch Gott jeder Mensch die gleiche Würde.19 Auch das Arztethos besagt, dass die Würde eines jeden Menschen gleich ist, wobei Ne­bensächlichkeiten wie der soziale Stand oder das Geschlecht des Patienten keine Rolle zu spielen haben.20 Weitergeführt wird dieser Gedanke mit dem hippokratischen Eid, welcher Ärzte dazu verpflichtet zum Wohl aller Patienten zu handeln.21 Immanuel Kant nutze diesen Kerngedanken des Gleichheitsprinzips als Fundament der philosophi­schen Aufklärung: Für ihn sind Merkmale des Menschseins zum einen die Vernunft und zum anderen die Fähigkeit frei und fair zu handeln - durch diese beiden Fähigkeiten grenzen sich die Menschen von anderen Lebewesen ab und bekommen eine besondere Würde zugeschrieben.22 Nach Kant hat die Würde des Menschen für das Leben dieser zwei hervorzuhebende Folgen:23 Erstens ist jeder Mensch schutzwürdig; das heißt, dass jeder Mensch, insbesondere die Schwachen und Hilflosen, welche nicht in der Lage sind sich selbst zu schützen, geschützt werden müssen.24 Zweitens hat jeder Mensch ein Recht auf die Freiheit über sein Lebensschicksal eigenständig zu bestim­men.25 Kant prägt das medizinische Verständnis der Menschenwürde insofern, dass sich das frühere hierarchische Arzt-Patienten-Verhältnis auflöst und die Patientenau­tonomie und die Selbstbestimmungsrechte der Patienten fortan in den Vordergrund rü­cken.26 Früher waren Ärzte nach dem Ablegen des hippokratischen Eids für ihre Pati­enten verantwortlich und durften zu dem Wohlwollen der Patienten deren eigene Mei­nungen und Wünsche ignorieren; besonders der Wunsch nach Beendigungen von Be­handlungen wurde nicht berücksichtigt, da dieser gegen den hippokratischen Eid ver­stoßen hätte.27

Die Definition der Menschenwürde steht im Spannungsfeld zwischen zwei Polen: Ei­nerseits umfasst sie die absolute Selbstbestimmung inklusive der bewussten Beendi­gung des eigenen Lebens sowie andererseits die grundsätzliche Unverfügbarkeit des Lebens, welche es unter allen Umständen zu schützen gilt.28

2.2. Sterbehilfe

Dieses Unterkapitel beschäftigt sich zunächst im Allgemeinen mit der Thematik der Sterbehilfe, bevor dann die vier verschiedenen Formen dieser dargestellt werden. Wie bereits eingangs erwähnt, erzielte die Medizin in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte, wodurch sie die Menschen hinsichtlich des Sterbens vor eine heutige ver­änderte Wirklichkeit stellt: Während die Menschen früher vor allem in ihrem familiä­ren Umfeld Zuhause starben, verbringen die meisten Menschen heute ihre letzten Le­benszeit, was von einigen Tagen über Monate bis hin zu Jahren bedeuten kann, vor al­lem in Krankenhäusern, Altenheimen und Hospizen.29 In der heutigen Zeit zu Sterben heißt einen Tod zu Sterben, welcher durch medizinische Interventionen stark beein­flussbar und oft über Jahre lang kontrollierbar ist.30 Der Begriff Sterbehilfe ist direkt auf sterbende Personen in verschiedenen Lebens- und Altersphasen zu beziehen, wes­halb es sich hierbei um ein komplexes Thema handelt. Betroffen von der Sterbehilfe sind:

- Alte Menschen beziehungsweise Menschen mittleren Alters, welche sich über den Grad ihrer Erkrankung bewusst sind und sich selbst dazu äußern können, die also Urteils- und entscheidungsfähig sind, aber auch nicht mehr ansprechbare Per­sonen dieser Altersklasse,
- Kinder und Jugendliche, die erahnen oder begrifflich verstehen können, dass sie an einer Krankheit leiden, welche für sie tödlich enden wird sowie
- Kleinkinder und Babys, die noch nicht in der Lage sind eigene Entscheidungen zu treffen und ihr Recht auf Selbstbestimmung noch nicht praktizieren können.31

Als problematisch anzusehen ist es jedoch einen objektiven Zeitpunkt zu benennen, ab dem sich ein Mensch im Sterben befindet, weswegen Kriterien für den Vorgang des Sterbens nicht verzichtbar sind.32 Im biologischen Sinn meint Sterben einen „durch Krankheit oder Unfall ausgelösten irreversiblen Designationsprozess der Organsysteme, der den zeitlich absehbaren Todeseintritt zur Folge hat.“33 Im medizinischen Kontext wird von Sterben im Sinne der Terminalphase gesprochen: Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen terminus ab, was mit Grenze zu übersetzen ist.34 Die Terminalphase kann durch verschiedene klinische Anzeichen festgestellt werden und sich über Stun­den, Tage, Wochen oder Monate hinweg ziehen; doch auch hier ist der objektive Zeit­punkt des Sterbens nur unter Vorbehalt zu beurteilen.35 Für die genaue Prognose eines Sterbeprozesses sollte stets ein Konsilium von Ärzten eine individuelle Entscheidung treffen, um die größtmögliche Sicherheit der Patienten zu garantieren.36 In einer Welt, in der die Medizin dazu fähig ist, selbst extrem frühgeborene Kinder mit einem Mindestgewicht von 500 Gramm zu retten, stellt sich die Frage, ob sie dies auch tun sollte.37 Denn schwerwiegende, nicht vor der Therapie abschätzbare Spätfolgen wie chronische Lungenerkrankungen, Folgen von Hirnblutungen und neurologische Schäden können aus diesem geretteten Leben resultieren.38 So finden wir in der heuti­gen Zeit der Medizin zwei Extreme in Bezug auf sterbende Menschen: Zum einen die intensivmedizinische Erhaltung von Lebensfunktionen eines Sterbenden, welche fort­geführt werden und so das natürliche Sterben weiter hinaus zögern und das Leiden verlängern und zum anderen die (aktive) Sterbehilfe, welche einen tödlichen Eingriff in das Leben eines Menschen darstellt und ihn aus einer nicht mehr wünschenswerten künstlichen Lebensverlängerung „befreit".39 Der Terminus Sterbehilfe weist zwei ver­schiedene Perspektiven auf: Hilfe im Sterben und Hilfe zum Sterben. Ersteres meint eine Sterbebegleitung im Sinne von medizinischer, pflegerischer und seelsorgerlicher Be­gleitung (Zuwendung, Körperpflege, Lebensmittelversorgung, so wie Freihaltung der Atemwege, Linderung von Schmerzen) als mitmenschliche Sterbebetreuung.40 Der zweite Begriff impliziert lebensverkürzende Maßnahmen beziehungsweise eine Be­schleunigung des Todeseintritts.41

Innerhalb des zuletzt genannten Verständnisses von Sterbehilfe wird diese in aktive und passive Formen unterteilt: „Diese Unterscheidung bezieht sich stets auf die Beschreibung der Wirkung, welche die Handlung selbst - unabhängig von der Intention der han­delnden Person - auslöst. "42

Im nun folgenden Unterkapiteln werden die vier Formen der Sterbehilfe erläutert: Die passive Sterbehilfe, die aktive Sterbehilfe, welche sich in indirekt-aktive und direkt­aktive Sterbehilfe unterteilt und die Beihilfe zur Selbsttötung.

2.2.1. Passive Sterbehilfe

Umschrieben werden bei der passiven Sterbehilfe zwei Handlungsoptionen: „Den Ver­zicht auf weitere medizinische Maßnahmen und Behandlung mit Hilfe von Medikamenten oder aber den Abbruch einer Behandlung, wenn durch die Fortsetzung bereits begonne­ner medizinischer Maßnahmen ein leidvolles Leben, das absehbar enden wird, nur noch künstlich verlängert würde."43 Zu lebensverlängernden Maßnahmen zählen die Ver­wendung von Geräten und der Einsatz von Handlungen, welche das Leben künstlich verlängern, wie zum Beispiel künstliche Beatmung und Ernährung.44 Diese Sterbehil­feform zeichnet sich durch die Passivität des Arztes aus, welcher den Sterbeprozess des Patienten zulässt - der Sterbegrund ist die Krankheit selbst.45 Durch das Unterlas­sen der ärztlichen Behandlung wird der Patient seinem natürlichen Schicksal überlas­sen, sodass er Sterben „darf'.46 Der natürliche Sterbeprozess soll nicht weiter aufge­halten werden, da der bevorstehende Tod durch medizintechnische Maßnahmen nur hinausgezögert werden würde.47 Palliativmedizinische Versorgung48 und die Sterbe­begleitung durch menschenbezogenen Beistand sind feste Bestandteile der passiven Sterbehilfe.49

2.2.2. Indirekt-aktive Sterbehilfe

Die Schmerzbelastung des sterbenden Patienten steht bei der indirekten Sterbehilfe im Vordergrund:50 Charakteristisch ist die Linderung schwerer Schmerzen mit Hilfe von hohen Dosierungen von Schmerzmedikamenten (zum Beispiel Morphin), wobei eine Verkürzung der verbleibenden Lebenszeit in Kauf genommen wird.51 Ethisch legiti­miert sie sich, weil sie eine actio deplici effectus, also eine Handlung mit einer doppelten Wirkung darstellt:52 Die direkte Intention der Behandlung ist nicht ein vorzeitiger Tod des Sterbenden, sondern eine Nebenfolge der Linderung erträglicher Schmerzen als direkt erstrebtes Ziel.53 Bei der indirekten Sterbehilfe findet eine Güterabwägung statt: „Das Leben ist ethisch und rechtlich ein fundamentales, aber kein absolutes Gut, so dass seine rein quantitative Verlängerung nicht unter allen Umständen, um jeden Preis ange­strebt werden muss. "S54 Es wird hervorgehoben, „dass das Ziel der Aufrechterhaltung von Lebensqualität, also die Ermöglichung einer weitgehend schmerzfreien Sterbephase [...] als humane Pflicht anzusehen ist gegenüber der Aussicht, Patientinnen ein kurzfristig längeres Leben unter großen Schmerzen zuzumuten."55

Auch wenn die Fortschritte der Schmerzforschung rein technisch betrachtet durch eine genaue Medikamentierung dazu in der Lage wäre, bei der Schmerztherapie die Verkür­zung der Lebenszeit zu vermeiden, ist dies in der Praxis noch nicht möglich.56 Die Aus­nahme stellen moderne, optimal geleitete und ausgestattete Palliativstationen dar, doch sind die Ausstattungen und Fachkenntnisse der Ärzte noch nicht so weit ausge­reift, dass man auf die indirekte Sterbehilfe verzichten könne.57

Fachlich korrekt betitelt man diese Form der Sterbehilfe als indirekt-aktive Sterbehilfe, weil die Verabreichung der lebensverkürzenden Medikamente bewusst initiiert wird.58 Gleichwohl wird praktizierenden Ärzten dieser Form der Sterbehilfe vorgewor­fen, aktive Sterbehilfe zu leisten - nach Schätzungen liegt die Dunkelziffer hierbei in­nerhalb Deutschlands jährlich im vierstelligen Bereich.59 Aufgrund von Überlastungen und auch von Schließungen von rechtsmedizinischen Instituten finden jedoch zu we­nige Obduktionen statt, welche die Vorwürfe bestärken oder widerlegen können.60 Festzuhalten ist, dass von außen nicht klar ersichtlich ist, ob Ärzte durch den Vorwand der indirekten Sterbehilfe eine gezielte Lebensverkürzung/-beendigung praktizie­ren.61

2.2.3. Direkt-aktive Sterbehilfe

Die direkt-aktive Sterbehilfe bezeichnet die aktive Handlung einer ärztlichen Person, welche den Tod des Patienten zur Folge hat.62 In diesem Sinn meint aktiv die den Tod verursachende Handlung eines Arztes.63 Bestandteil dieser Form der Sterbehilfe ist die „durch einen Arzt herbeigeführte Tötung eines unheilbar kranken, schwer leidenden oder sterbenskranken Menschen auf dessen Verlangen"64 durch die Verabreichung einer Überdosis von Schmerz- oder Beruhigungsmitteln. Das Ziel der Sterbehilfeform ist also eine gewollte Lebensverkürzung beziehungsweise Lebensbeendigung durch die di­rekte Tötung durch einen Arzt.65

2.2.4. Beihilfe zur Selbsttötung

Die Beihilfe zur Selbsttötung wird nicht als Form der aktiven Sterbehilfe aufgefasst, da die ärztliche Person in dieser Form die tödliche Substanz bereitsteht, aber nicht selbst verabreicht.66 Die Tötungsdurchführung wird vom Patienten eigenständig vollzogen, nicht durch einen Mediziner; das heißt die Tatherrschaft hegt beim Patienten selbst.67 Vom reinen Suizid ist diese Sterbehilfeform lediglich durch die Involviertheit eines Me­diziners abzugrenzen. Aufgrund dessen, dass der behandelnde Arzt dem Patienten die Medikamente zum herbeiführenden Tod besorgt, leistet er Beihilfe und trägt eine Mit­verantwortung.68

3. Rechtslage zur Sterbehilfe

Im ersten Unterkapitel wird zunächst die Rechtslage zur Sterbehilfe in Deutschland ausgeführt, damit die aktuelle Debatte zur Sterbehilfe verstanden werden kann. Er­wähnenswert ist, dass das deutsche Recht eine Mischform aus der Rechtslage der fol­genden beiden Ländern darsteht. Um die Debatte weiter beleuchten zu können, wer­den im zweiten und dritten Unterkapitel zwei in ihrer Haltung grundsätzlich kontro­verse europäische Länder gegenübergesteht: Während das liberale Belgien jede Form der Sterbehilfe rein rechtlich unter den im Unterkapitel zwei ausgeführten Vorausset­zungen erlaubt, ist im katholisch geprägten Polen keine der Sterbehilfeformen legali­siert. Die Begründung dafür wird im dritten Unterkapitel genauer ausgeführt.

3.1. Rechtslage in Deutschland

Die Sterbewünsche von Patienten betreffend umfasst das deutsche Grundgesetz dies­bezüglich drei Artikel, nämlich das Recht der Menschenwürde, das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit und das Recht auf Leben :69

„Artikel 1

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Ver­pflichtung aller staatlichen Gewalt.

Artikel 2

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Per­son ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden."70

Bei der Achtung der Menschenwürde in Artikel eins des Grundgesetzes ist zu beachten, dass diese sowohl ein würdiges Leben als auch ein würdiges Sterben gewährleisten soll.71 Unklar ist jedoch, wie die Würde eines Sterbenden garantiert werden kann be­ziehungsweise soll. Absatz zwei des zweiten Grundgesetzes soll dafür Sorge tragen, dass Patienten optimal in ihrem Sterbeprozess betreut werden sowie vor dem Eingriff Dritter oder des Staates in diesem Prozess geschützt werden, sodass keinem Patienten unwillentlich das Leben genommen werden darf.72 Problematisch zu sehen ist, dass Einzelne teilweise auch vor sich selbst geschützt werden müssen73 (zum Beispiel Sui­zidale, Depressive, Borderliner u.a.). Die freie Entfaltung der Persönlichkeit in Absatz eins des zweiten Artikels im Grundgesetz beinhaltet die allgemeine Handlungsfreiheit eines jeden Menschen. Im Weiteren wird ein Überblick über die (Il-)Legalität der ver­schiedenen Sterbehilfeformen skizziert:

Die passive Sterbehilfe ist nicht nur legal; vielmehr sind Mediziner gar dazu verpflich­tet diese auf den ausdrücklichen Wunsch des Patienten zu leisten.74 Wird entgegen des Patientenwillens die Behandlung fortgeführt, gilt die Weiterbehandlung als Körperver­letzung.75 Ein Abbruch oder der Verzicht einer Behandlung ist dann zulässig, wenn eine (Weiter-) Behand Besserung des Zustandes wäre, sodass das Ziel nur eine möglichst langwierige Aufrechterhaltung des Lebens wäre, was für den Patienten unzumutbar wäre.76 Der Behandlungsabbruch wird juris­tisch nicht als Tötung gewertet, da der Tod unter allen Umständen die Folge wäre.77 Sofern der Patient nicht mehr eigenständig kommunizieren kann oder nicht mehr ein­willigungsfähig ist, müssen die Ärzte dem mutmaßlichen Willen des Patienten berück­sichtigen, welcher durch Angehörige oder durch zuvor mündlich oder schriftlich fest­gelegte Äußerungen, wie zum Beispiel Patientenverfügungen, impliziert wird.78 Ärzte sind ethisch und juristisch dazu verpflichtet, den mutmaßlichen Willen des Patienten zu gewährleisten.79 Problematisch zu betrachten ist, dass in Kliniken aus Rechtsunsi­cherheiten die Möglichkeit einer passiven Sterbehilfe meist ungeachtet bleibt, sodass viele Patienten dennoch weiter behandelt werden und so ihr Selbstbestimmungsrecht missachtet wird.80

Artikel acht der Menschrechtskonvention lautet im Wortlaut:

„Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens

(1) Jede Person hat das Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Woh­nung und ihrer Korrespondenz.
(2) Eine Behörde darf in die Ausübung dieses Rechts nur eingreifen, soweit der Eingriff gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Auf­rechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer."81

Dieser Artikel der Menschenrechtskonvention wirft die Frage auf, warum Patienten zwar autonom entscheiden dürfen, eine Behandlung abzubrechen, sofern der Tod un­umgänglich ist, ihnen jedoch keine Alternativen bezüglich der Art und Weise gelassen wird, wie sie ihr Leben enden lassen wollen:82

„Es ergibt sich die berechtigte Frage, inwieweit der Behandlungsverzicht von Seiten des Patienten überhaupt Sinn ergibt, wenn dieser Wunsch ansich zwar respektiert wird, nicht aber die Konsequenz, in der sich ein Patient bewusst gegen eine Behandlung ent­scheidet, wohlwissend der Tatsache, dass dieses seinen Tod als Folge haben wird? Die

Alternativlosigkeit in Ländern ohne die Möglichkeit der Euthanasie83 stellt die Recht­mäßigkeit der generellen Entscheidungs- und Verfügungsfreiheit über das eigene Le­ben in Frage. Warum also ärztliche Hilfe als Autonomieargument - und nicht Euthana­sie für Autonomie?"84

Als Folge einer medizinisch gerechtfertigten Handlung ist indirekte Sterbehilfe legali­siert.85 Illegal ist jedoch die Verabreichung der schmerzlindernden Medikamente ohne eine begleitete Therapie, sie müssen Teil einer weiteren Behandlung sein. Damit ist in­direkte Sterbehilfe grundsätzlich straffrei.86 Ein Nichtverabreichen schmerzlindernder Medikamente wird hingegen als Strafbestand der Körperverletzung verortet bezie­hungsweise gewertet.87

Beihilfe zur Selbsttötung ist in Deutschland grundsätzlich straffrei, jedoch gilt zu be­achten, dass das Hinterlassen eines bewusstlosen Patienten als unterlassene Hilfeleis­tung gilt.88 Zudem macht sich ein Mediziner gegenüber dem Betäubungsmittelgesetz strafbar, sofern er tödliche Medikamente verschreibt.89

Aktive Sterbehilfe meint Tötung auf Verlangen und ist in Deutschland illegal, auch wenn der Patient den Wunsch ausdrücklich äußert.90

Um den Patientenwillen zu wahren, auch wenn dieser sich nicht mehr dazu äußern kann, spielt die Patientenverfügung in Deutschland eine immer wichtiger werdende Rohe: Sie stellt eine Revolution in Bezug zur Patientenautonomie dar.91 Diese umfasst die Eigenständigkeit des Patienten gegenüber den Personen, welche den Patienten um­geben, in erster Linie den behandelnden Ärzten.92 Sie beruht juristisch und ethisch be­trachtet auf dem Grundrecht des Menschen auf Freiheit und Selbstbestimmung und enthält persönliche Bestimmungen, welche präventiv Verantwortung übernehmen, um möglichst menschenwürdig zu Sterben.93 Diese persönlichen Bestimmungen um­fassen Behandlungsabbrüche, Unterlassen von medizinischen Maßnahmen und Schmerzmedikation für den Fall, dass der Patient aufgrund einer womöglichen späte- ren Verfassung durch den Fortschritt einer Krankheit oder wegen eines Unfalls in Be­zug zu seiner (Weiter-)behandlung nicht mehr auskunftsfähig ist.94 Mit der Patienten­verfügung soll den Patienten Humanität beim Sterben garantiert werden und einen möglichst erträglichen Sterbeprozess ermöglichen.95 Dabei ist jedem Sterbenden selbst überlassen, was für ihn oder sie erträglich beziehungsweise menschenwürdig ist, in welcher Weise sie mit Schmerzmedikamenten therapiert werden wollen, wann die Maßnahmen zur Lebenserhaltung eingestellt werden und wann lebenserhaltende Maßnahmen wie künstliche Ernährung, künstliche Beatmung über einen längeren Zeit­raum gewährleistet werden sollen.96 Patientenverfügungen bieten den Ärzten Orien­tierung darüber, welche Wertvorstellungen ein Patient hatte, sodass sie diese, so wie Dritte entlasten, folgenreiche Entscheidungen treffen zu müssen.97 Durch eine Patien­tenverfügung können Patienten das Recht der Freiheit und Selbstbestimmung des ei­genen Sterbeprozesses nutzen und so von einem fortschrittlichen Rechtsstaat und Ethikverständnis sowie einer auf Menschenwürde, individuellen Menschenrechten und auf die Achtung vor persönlichen Entscheidungen basierenden Verfassungsord­nung profitieren.98 Während früher der Patient ausschließlich Objekt im Behandlungs­prozess war, wird er heute als Subjekt wahrgenommen, welches eigenverantwortlich zwischen verschiedenen Behandlungsmethoden wählen kann.99 Bei der Patientenverfügung sollte darauf geachtet werden, dass sie in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird, da sich die individuelle Lebenssituation sowie die Mög­lichkeiten der Medizin stetig weiterentwickeln.100 Selbst in akuten Notfallsituationen kann der Patient, insofern er noch dazu fähig ist, seine Meinung zu medizinischen Maß­nahmen verbal oder nonverbal durch Nicken oder Kopfschütteln äußern und auch ge­gebenenfalls die Patientenverfügung gemäß seiner aktuellen Wünsche ohne formellen Aufwand anpassen.101 Es handelt sich bei der Verfügung um ein umfangreiches Doku­ment. Deshalb ist es zu empfehlen, einen Vermerk auf dieses mit sich zu führen, sodass im Ernstfall auf die Verfügung zurückgegriffen werden kann. Der Vermerk sollte so­wohl Name als auch die vollständige Adresse von einem selbst sowie von einer Ver­trauensperson und den Aufenthaltsort der Patientenverfügung beinhalten.102

3.2. Rechtslage in Belgien

Nach den Niederlanden beschloss Belgien im Mai 2002 als zweites Land weltweit ein Gesetz, welches die Lebensbeendigung eines volljährigen Patienten auf dessen Verlan­gen durch Ärzte ermöglicht.103 Voraussetzungen, um die aktive Sterbehilfe beanspru­chen zu können, sind die folgenden:

Artikel 3 §1 führt die Bedingungen aus, welche für eine straffreie Praxis der Sterbehilfe vorausgesetzt sind:104 Der Patient muss volljährig und das Verlangen des Patienten ak­tive Sterbehilfe beanspruchen zu wollen muss freiwillig, wohl überlegt, andauernd und unbeeinflusst sein.105 Das bedeutet, dass nach dem Gesetzentwurf von 2002 keine geis­tig behinderten Menschen, Demenzkranke und zunächst auch keine Kinder aktive Ster­behilfe beanspruchen dürfen.106 Seit 2014 dürfen inzwischen auch Minderjährige Ster­behilfe beziehen, sofern die Eltern dem Sterbewunsch ihres Kindes zustimmen oder sie für mündig erklärt wurden.107 Sterbehilfe an Kindern und Jugendlichen zu praktizieren ist bisher ausschließlich in Belgien legalisiert.108 Außerdem muss der Patient einem physischen oder psychischen unerträglichen Leiden ausgesetzt sein, welches andauert und unheilbar ist.109 Nur wenn das Leid nicht gemildert werden kann, darf der Patient aktive Sterbehilfe beanspruchen.110 Zudem muss das Leid aus einem Unfall oder einer Erkrankung resultieren, der Wunsch darf also nicht nur einer bloßen Laune entsprin­gen.111

Durchgeführt werden darf die aktive Sterbehilfe nur durch einen Arzt.112 Nach Artikel 3 §2 sind Ärzte dazu verpflichtet, die Patienten zunächst über palliativmedizinische Möglichkeiten aufzuklären sowie Kontakt zu Angehörigen und gegebenenfalls zum Pflegeteam des Sterbewilligen zu halten, sodass sie sich über den Wunsch des Sterben­den beraten können.113 Der Wunsch aktive Sterbehilfe zu beziehen, muss in den Kran­kenakten schriftlich festgehalten sein; sofern ein Patient nicht mehr selbst dazu in der Lage ist, dieser Voraussetzung nachzugehen, übernimmt eine volljährige Person seiner Wahl die Aufgabe.114

Im Gegensatz zu den Niederlanden muss der Tod nicht in absehbarer Zeit bevorste­hen:115 Es reicht aus, wenn die sterbewillige Person unheilbar krank ist, auch wenn der absehbare Tod noch in zeitlicher weiter Ferne zu sein scheint.116 Sollte dies der Fall sein, müssen zwischen dem schriftlich dokumentierten Sterbewunsch und der Durch­führung der aktiven Sterbehilfe ein Monat Wartezeit liegen.117

Bevor der Arzt die aktive Sterbehilfe durchführt, muss er sich mit einem weiteren un­abhängigen Arzt beraten sowie das Vorhaben einer Bundeskommission melden.118 Ziel der Niederlande und Belgien ist es, durch ihre Gesetzeslage die aktive Sterbehilfe als letzten Ausweg für schwerkranke Menschen, welche einem Leid ausgesetzt sind, das sich nicht mehr anderweitig lindern lässt, transparenter zu gestalten als in anderen Ländern.119

3.3. Rechtslage in Polen

In Polen ist im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern keine der Sterbehil­feformen legalisiert;120 dies lässt sich vor allem auf die katholisch geprägten Einflüsse zurückführen.121 In den 1990er Jahren wurde in öffentlichen Diskussionen über medi­zinische Ethik die Praxis der Sterbehilfe mit der Abtreibung gleichgesetzt:122 Den hand­lungsausführenden Medizinern beider Tätigkeiten wird in Polen vorgeworfen, einen S.120 sowie vgl. Jacob, Nicola: Aktive Sterbe­hilfe im Rechtsvergleich und unter der Europä­ischen Menschenrechtskonvention. S.160. vorsätzlichen Mord zu begehen.123 Polnische Mediziner pflichten zum Großteil der ka­tholisch geprägten Position bei.124 Der katholische Ethiker Pater Professor 'Slipko be­schreibt die in Kapitel zwei definierte Sterbehilfe als „Handlungen, die sich als Tötung und als moralisch eindeutig verwerflich einstufen lassen."125 S

Weiter führt er aus, dass die Praxis der Sterbehilfe vom durchführenden Mediziner das Wollen des Todes eines Patienten mit einschließe.126 Außerdem beschreibt er Sterbe­hilfe als ein von der Transzendenz beraubtes Konzept, welches einem ethischen Rela­tivismus zugrunde liegt.127 Diesen falschen Ansichten des Sterbehilfekonzepts stellt 'Slipko eine christlich-philosophisch geprägte Anthropologie gegenüber, welche vo­raussetzt, dass Personen einen Vorrang vor der Gesellschaft haben, weshalb einem je­den einzelnen Menschen eine besondere Humanität zukäme, welche nicht unter den Zuständigkeitsbereich der Gesellschaft fallen dürfe.128 Dieser Voraussetzung stimmt ein Großteil polnischer Ethiker unstrittig bei.129 Zwei weitere Voraussetzungen für die christlich-philosophische Anthropologie nach 'Slipko umfassen zum einen, dass das Leben als ein besonders sittlicher Wert geachtet wird und zum anderen die Akzeptanz einer sittlichen Ordnung, die der menschlichen Freiheit transzendent sei und selbst dem menschlichen Leiden einen Sinn verleihe und diesen anerkenne.130 Aus der von 'Slipko umschriebenen Anthropologie lässt sich in seinem Sinn schlussfolgern, dass Sterbehilfe aus einer objektiven Position als Tötung beurteilt werden muss, auch wenn sie eine Verkürzung des Leidenszustandes abziele.131 Die Verabreichung von schmerz­lindernden Mitteln wird seitens der katholischen Kirche legitimiert, sofern die Inten­tion der Verabreichung keine Lebensverkürzung darsteht.132 1 99 2 wurde innerhalb des katholischen Kodex der polnischen ärztlichen Ethik nach Artikel 32 die Ausübung aller Formen von Sterbehilfe in allen Fällen ausnahmslos untersagt.133 Auch zuvor be­stand das Verbot, es wurde jedoch zuvor nicht namentlich im Kodex genannt.134 Aller­dings war das Verbot bereits Bestandteil der ärztlichen Deontologie, welche den polni­schen Medizinstudenten vorgetragen wird.135 Die polnische Medizinethik vertritt den Standpunkt das Leben zu achten und dieses in keinem Fall zu werten, um verheerende Folgen wie beispielsweise den Missbrauch der Euthanasie durch Hitler zu vermei­den.136 Der Umgang mit Sterbenden in Polen findet in zwei Formen besondere Aner­kennung: Zum einen die Pflege der Sterbenden in Hospizen und zum anderen die ex­perimentell geführte Pflegepraxis.137 In dieser werden Menschen, welche unheilbar krank sind und deren Tod unmittelbar bevor steht in ihrem Zuhause von Angehörigen gepflegt.138 Zu den Aufgaben der Angehörigen gehört es auch, den Sterbenden schmerzlindernde Medikamente wie Morphin zu verabreichen.139 Laut polnischen Stu­dien trägt dies zu einer veränderten Selbstwahrnehmung Sterbender in Hinblick auf ihr Leid bei, woraus eine Lebensverlängerung der Patienten resultiere.140

4. Biblische Perspektive

Ob und inwiefern die Bibeltradition die Frage nach Sterbehilfe aufgreift, wird Thema des nächsten Kapitels. Dazu wird aus dem Alten Testament im ersten Unterkapitel das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten" hinsichtlich der Übersetzung und Wortbedeutung genauer betrachtet. Im darauf folgenden Unterkapitel wird das Doppelgebot der Liebe als höchstes Gebot aus dem Neuen Testament weiterführend interpretiert. Die Bibel­stellen schienen für diese Arbeit relevant, da beim Tötungsverbot die Frage aufkommt, an wen das Gebot gerichtet und zu welchem Zweck es verfasst worden ist. Das Doppel­gebot der Liebe als höchstes Gebot ist hinsichtlich der Sterbehilfedebatte besonders aufregend, da es die Frage aufkommen lässt, inwiefern sich die Nächstenliebe äußert. Ist es Nächstenliebe jemanden durch den Tod von seinem Leid zu erlösen oder be­schränkt sich Nächstenliebe darin, einem schwerkranken, leidenden Menschen im Le­ben in seinen letzten Momenten beizustehen, wie es auch einige Theologen im fünften Kapitel schildern?

4.1. Das Alte Testament: „Du sollst nicht töten" (Ex 20,13)

Innerhalb der biblischen Tradition scheint es zunächst aus alttestamentlicher Perspek­tive simpel, im Dekalog einen Bezug zur Sterbehilfe zu finden. Zu Beginn der Sinaiperi- kope wird über eine Begegnung zwischen JHWH und seinem aus Ägypten befreiten Volk Israel berichtet.141 Die Perikope umfasst die Kapitel 19 und 20: Damit verbunden ist die Darstellung der ersten beiden Gesetzesoffenbarungen, die Verkündigung des

Dekalogs und die Kundgabe des Bundesbuches.142 Die Perikope mündet im Bundes­schluss zwischen JHWH und Israel, „durch den die aus Ägypten Befreiten auf die zuvor verkündeten Gebote und Gesetze verpflichtet und als JHWHs eigenes Volk angenommen werden."143 Die im Dekalog formulierten Gesetze meinen das „Gesetzte", also festge­schriebene Normen.144 Sprachgeschichtlich lässt sich die Übersetzung auf das griechi­sche nomos zurückführen, was so viel wie Zuteilen oder festsetzen meint.145 Während das griechische nomos ursprünglich das einem einzelnen Dorfbewohner zugeteilte Weideland meinte, entwickelte sich die Bedeutung zur Bezeichnung aller festgesetzten gesellschaftlichen Normen.146

Nomos wurde aus dem hebräischen tora übersetzt, deren Ursprung das hebräischen Wort jarah (werfen) ist.147 Begriffsgeschichtlich sollte zu dem hebräischen tora ange­merkt werden, dass dieser Begriff zunächst die weg Weisung für das Leben von Eltern an ihre Kinder umschrieb, sodass es bibelperspektivisch so gedeutet werden könnte, dass tora die offenbarte Wegweisung Gottes umfasst, welche er seinem Volk für das Leben eines Jeden mit auf dem Weg gibt.148

Um die Gesetze des Dekalogs zu verstehen, muss der geschichtliche Zusammenhang betrachtet werden:

„Voraus geht, nach der Loslösung der nachsintflutlichen Menschheit von Gott [...], der von Gott ausgehende Neubeginn mit der Erwählung Abrahams als Vater eines Volkes, das in besonderer Weise Gottes Volk sein soll (Gen 12f). Gott offenbart sich diesem Volk in einzigartiger Weise in der Rettung Israels aus Ägypten (Ex 1-18) und schließt nun mit Israel einen Bund (hebr. bérit = vertragliche Verpflichtung), in dem er es zu seinem .Eigentum vor allen Völkern' erklärt [...]. Diese Erwählung schließt aber zugleich die Verpflichtung zum Gehorsam gegenüber Gott ein [,..]."149

Als Motiv für den Gehorsam gilt der Dank des Volkes für die Erlösung aus der Sklaverei durch Gott.150 In den Kapiteln 20-30 des zweiten Buch Mose werden die Verpflichtun­gen des Volkes gegenüber Gott wiedergegeben.151 Im fünfteiligen Aufbau des Bundes­buches selbst wird die heilsgeschichtliche Verankerung der Gesetze deutlich:

Abbildung in dieser Leseprob nicht enthalten152

Das fünfte Gebot des Dekalogs Du sollst nicht töten scheint zunächst allgemeingültig formuliert. Jedoch zeigt sich durch eine Wortfelduntersuchung des Alten Testaments der Verwendungsbereich des hier verwendeten hebräischen Verbs razach die Grund­bedeutung des Wortes als gewalttätiges oder schuldhaftes töten,153 was darauf schlie­ßen lässt, dass „im Deutschen die Bedeutung,morden'im Vordergrund steht."154 Das in Vers 13 gebrauchte Verb für,töten' wird ansonsten nur in Ausnahmefähen einmal für die Todesstrafe (Num 35,30), als auch für den Vollzug einer Blutrache (V.27) gebraucht und im Bezug zu Justizmord (lKön 21,8-19).155 In Bezug auf eine Strafe Gottes oder der Tötung von Tieren wird das Verb kein einziges Mal verwendet, genau so wenig wie für das Töten im Krieg.156

Das Verbot des Mordens sowie die beiden folgenden Verbote des Diebstahls und Ehe­bruchs entspringen der prophetischen Kritik, „worauf das Vorkommen der Trias in Hos 4,2 (,Fluchen, Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen breiten sich aus, und Bluttat reiht sich an Bluttat') und Jer 7,9 (, stehlen, morden und ehebrechen sowie falsches Schwören, den Baaien opfern und fremden Göttern nachlaufen, die ihr nicht kennt) hinweißt."157 Der Ursprung des zweiten Dekalog-Teils verdeutlicht, warum das Verbot der Tötung nicht weitergehend - hinsichtlich verschiedener Umstände von Tötungsdelikten wie beispielsweise Sterbehilfe, Kriegsdienst, Selbstmord, Abtreibung oder Notwehr - kon­kretisiert und ausdifferenziert wurde: Durch die Formulierung eines Kurzprohibitives setzt das Verbot an den Fundamenten an; deren Ziel ist Güter zu schützen, also im Fall des Mordverbotes das Gut des Lebens zu schützen.158 Daraus lässt sich weitergehend schließen, dass der an der hier ausgeführten Stehe genutzte Terminus razach, also morden, „den Übergriff auf das Leben als gewalttätig und schuldhaft qualifiziert"159, was so viel bedeutet, als dass der Sinn des Mordverbots an eine gesellschaftliche Übereinstim­mung sowie Rechtssystem gebunden ist.160 Aufgabe der Gesellschaft ist es einen Kon­sens zwischen legal und illegal zu finden.161 Ausschließlich durch eine gesellschaftliche Übereinkunft sei es möglich, differente Tötungsdelikte zu klassifizieren, sodass das Phänomen der Ermordung ausgegrenzt werden könne.162 Erst das in der Gesellschaft verankerte Justizsystem kann eine Differenzierung zwischen Mord und Totschlag ge­währleisten.163 Durch ein allgemein formuliertes Gebot rückten die Verfasser des De­kalogs den Schutz des Lebens von Mensch und Tier in den Vordergrund: So sollte nicht nur ein vorsätzliches, sondern auch ein fahrlässiges Töten eines Menschen verhindert beziehungsweise verboten werden, da jedes Leben unter Gottes persönlichem Schutz steht.164 Der Lebensschutz eines Jeden wird theologisch mit der Gottesebenbildlichkeit der Menschen begründet, wodurch der Schutz jedem Menschen gilt, egal welchem Volk oder welcher Religion er zugehörig sei.165 Es lässt sich folgendes Zwischenfazit ziehen: Das biblisch entspringende Verbot des Mordes dient der Lebenssicherung der Men­schen, da es jedoch an die Gesellschaft gebunden ist, fordert es eine immer andauernde Verständigung über das zu schützende Leben.166

4.2. Das Neue Testament: Das Doppelgebot der Liebe als höchstes Gesetz (Mt 22, 34-40)

Der heilsgeschichtliche Zusammenhang der alttestamentlichen Gesetze schien in den Jahren bis hin zur Entstehung der neutestamentlichen Schriften aus dem Bewusstsein der Menschen zu schwinden: „Im Mittelpunkt der Frömmigkeit Stand das Wissen um die Gabe des Gesetzes als Forderung, deren Erfüllung zur verdienstlichen Vorbedingung für die Anteilhabe am Heil wurde. Damit wurde das Gesetz zur Last (Mt 11,29; 23,4ff). "167 Die biblischen Schriften erzählen von einem Konflikt zwischen den Pharisäern und Jesus, welcher aufgrund der Negativentwicklung der Gesetze ausbrach:

[...]


1 Vgl. Marschütz, Gerhard: Theologisch ethisch nachdenken. Band 2 Handlungsfelder. Würz­burg 2016. S.281.

2 Vgl. ebd.

3 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. Gesundheitsschutz - Selbstbestimmungsrechte - heutige Wertkonflikte. Zweite, vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart 2009. S.252.

4 Vgl. ebd.

5 Vgl. ebd.

6 Vgl. ebd.

7 Vgl. Fenner, Dagmar: Einführung in die ange­wandte Ethik. Tübingen 2010. S.68.

8 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.22.

9 Vgl. ebd.

10 Vgl. ebd. die S.22/23.

11 Vgl. Müller, Malte Johannes: Der Freitod, der Arzt und das Recht. Juristische und andere Betrachtungen sowie Analysen zu Sterbewünschen von Menschen und ärztlichen Handlungs­möglichkeiten. In: Schriften zur Rechtswissen­schaft, Band 157. Berlin 2012. S.31/32.

12 Vgl. ebd. S.31.

13 Ebd.

14 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.23.

15 Vgl. ebd.

16 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.23.

17 Vgl. ebd. S.23.

18 Ebd. S.23/24.

19 Vgl. ebd. S.24.

20 Vgl. ebd.

21 Vgl. ebd.

22 Vgl. ebd.

23 Vgl. ebd.

24 Vgl. ebd.

25 Vgl. ebd.

26 Vgl. ebd.

27 Vgl. S.38.

28 Vgl. Platów, Birte; Böcher, Florian: Vom Tod reden im Religionsunterricht. Göttingen 2010. S.37.

29 Vgl. Marschütz, Gerhard: Theologisch ethisch nachdenken. S.281.

30 Vgl. ebd.

31 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.242.

32 Vgl. Marschütz, Gerhard: Theologisch ethisch nachdenken. S.282.

33 Vgl. Marschütz, Gerhard: Theologisch ethisch nachdenken. S.282.

34 Vgl. ebd.

35 Vgl. ebd.

36 Vgl. ebd.

37 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.242.

38 Vgl. ebd.

39 Vgl. ebd. S.242/243.

40 Vgl. Marschütz, Gerhard: Theologisch ethisch nachdenken. S.282 sowie vgl. Kreß, Helmut: Me­dizinische Ethik. S.243.

41 Vgl. Marschütz, Gerhard: Theologisch ethisch nachdenken. S.282.

42 Marschütz, Gerhard: Theologisch ethisch nachdenken. S.282.

43 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.246.

44 Vgl. Platów, Birte; Böcher, Florian: Vom Tod reden im Religionsunterricht. S.42.

45 Vgl. Marschütz, Gerhard: Theologisch ethisch nachdenken. S.282.

46 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.246.

47 Vgl. ebd.

48 Palliativmedizin meint die Versorgung eines Patienten mit geringer Lebensdauer.

49 Vgl. Marschütz, Gerhard: Theologisch ethisch nachdenken. S.282.

50 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.244.

51 Vgl. ebd.

52 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.244.

53 Vgl. ebd.

54 Ebd.

55 Marschütz, Gerhard: Theologisch ethisch nachdenken. S.284.

56 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.245.

57 Vgl. ebd.

58 Vgl. ebd.

59 Vgl. ebd.

60 Vgl. ebd.

61 Vgl. Fenner, Dagmar: Einführung in die ange­wandte Ethik. Tübingen 2010. S.69.

62 Vgl. Marschütz, Gerhard: Theologisch ethisch nachdenken. S.283.

63 Vgl. ebd.

64 Ebd.

65 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.245.

66 Vgl. Marschütz, Gerhard: Theologisch ethisch nachdenken. S.284.

67 Vgl. ebd.

68 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.245.

69 Vgl. Müller, Malte Johannes: Der Freitod, der Arzt und das Recht. S.109.

70 Deutsches Grundgesetz. Onlinezugriff: https://www.bundestag.de/parlament/aufga- ben/rechtsgrundlagen/grundge- setz/gg_01/245122 (26.05.2018],

71 Vgl. Müller, Malte Johannes: Der Freitod, der Arzt und das Recht. S.110.

72 Vgl. ebd. S.110/111.

73 Vgl. ebd. S.111.

74 Vgl. Platów, Birte; Böcher, Florian: Vom Tod reden im Religionsunterricht. S.42.

75 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.246.

76 Vgl. Müller, Malte Johannes: Der Freitod, der Arzt und das Recht. S.20.

77 Vgl. ebd.

78 Vgl. Fenner, Dagmar: Einführung in die ange­wandte Ethik. Tübingen 2010. S.71.

79 Vgl. ebd.

80 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.247.

81 https://dejure.Org/gesetze/MRK/8.html (Zugriff am 26.5.2018).

82 Vgl. Müller, Malte Johannes: Der Freitod, der Arzt und das Recht. S.20.

83 Euthanasie ist ein anderer Begriff für Sterbe­hilfe. Er wird jedoch weitestgehend in Deutsch­land vermieden, da der Begriff durch Hitler ne­gativ konnotiert ist.

84 Müller, Malte Johannes: Der Freitod, der Arzt und das Recht. S.20.

85 Vgl. Platów, Birte; Böcher, Florian: Vom Tod reden im Religionsunterricht. S.42/43.

86 Vgl. ebd.

87 Vgl. Müller, Malte Johannes: Der Freitod, der Arzt und das Recht. S.19.

88 Vgl. Platów, Birte; Böcher, Florian: Vom Tod reden im Religionsunterricht. S.43.

89 Vgl. ebd.

90 Vgl. ebd.

91 Vgl. ebd. S.38.

92 Vgl. ebd.

93 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.253.

94 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.253.

95 Vgl. ebd.

96 Vgl. ebd.

97 Vgl. ebd. S.254.

98 Vgl. ebd.

99 Vgl. Platów, Birte; Böcher, Florian: Vom Tod reden im Religionsunterricht. S.40.

100 Vgl. ebd. S.'4 6.

101 Vgl. ebd.

102 Vgl. ebd.

103 Vgl. Simon, Alfred: Die Praxis der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden und Belgien. In: Weber, Friedrich: Beim Sterben helfen? Hanno­ver 2006. S.120.

104 Vgl. Jacob, Nicola: Aktive Sterbehilfe im Rechtsvergleich und unter der Europäischen Menschenrechtskonvention. Marburg 2013. S.156.

105 Vgl. Simon, Alfred: Die Praxis der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden und Belgien. S.120 sowie vgl. Jacob, Nicola: Aktive Sterbe­hilfe im Rechtsvergleich und unter der Europä­ischen Menschenrechtskonvention. S.157.

106 Vgl. Kreß, Helmut: Medizinische Ethik. S.271.

107 Vgl Preidei, Caroline: Sterbehilfe in Deutschland. Eine Einführung. S.11 sowie vgl. Jacob, Nicola: Aktive Sterbehilfe im Rechtsvergleich und unter der Europäischen Menschenrechtskonvention. S.156.

108 Vgl Preidei, Caroline: Sterbehilfe in Deutsch­land. Eine Einführung. S.4.

109 Vgl. Simon, Alfred: Die Praxis der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden und Belgien. S.120.

110 Vgl. Jacob, Nicola: Aktive Sterbehilfe im Rechtsvergleich und unter der Europäischen Menschenrechtskonvention. S.157.

111 Vgl. ebd.

112 Vgl. Preidei, Caroline: Sterbehilfe in Deutsch­land. Eine Einführung. Wiesbaden 2016. S.4 so­wie vgl. Jacob, Nicola: Aktive Sterbehilfe im Rechtsvergleich und unter der Europäischen Menschenrechtskonvention. S.157.

113 Vgl. Simon, Alfred: Die Praxis der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden und Belgien. S.121 sowie vgl. Jacob, Nicola: Aktive Sterbe­hilfe im Rechtsvergleich und unter der Europä­ischen Menschenrechtskonvention. S.159.

114 Vgl. Simon, Alfred: Die Praxis der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden und Belgien.

115 Vgl. ebd.

116 Vgl. ebd.

117 Vgl. ebd.

118 Vgl. Simon, Alfred: Die Praxis der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden und Belgien. S.120 sowie vgl. Jacob, Nicola: Aktive Sterbehilfe im Rechtsvergleich und unter der Europä- ischen Menschenrechtskonvention. S.160.

119 Vgl. Simon, Alfred: Die Praxis der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden und Belgien. S.122.

120 Vgl. Joerden, JanC.; Neumann, Josef N.: Medi­zinethik 4. Studien zur Ethik in Osteuropa. 2003. S.9.

121 Vgl. Müller, Malte Johannes: Der Freitod, der Arzt und das Recht. S.23. Nach: Griffiths, John; Weyers, Heleen; Adams, Maurice: Euthanasia and law in Europe. Oxford 2008.

122 Vgl. Joerden, JanC.; Neumann, Josef N.: Medi­zinethik 4. Studien zur Ethik in Osteuropa. S.10.

123 Vgl. Joerden, Jan c.; Neumann, Josef N.: Medi-zinethik 4. Studien zur Ethik in Osteuropa. S.10.

124 Vgl. ebd.

125 Ebd. s.ll.

126 Vgl. ebd. S.ll/12.

127 Vgl. ebd. S. 12.

128 Vgl. ebd.

129 Vgl. ebd. S.12/13.

130 Vgl. ebd. S. 12.

131 Vgl. ebd.. S.14.

132 Vgl. ebd.

133 Vgl. ebd. S.22.

134 Vgl. ebd. S.23.

135 Vgl. ebd.

136 Vgl. Joerden, Jan c.; Neumann, Josef N.: Medi­zinethik 4. Studien zur Ethik in Osteuropa. S.23.

137 Vgl. ebd. S.25.

138 Vgl. ebd.

139 Vgl. ebd.

140 Vgl. ebd.

141 Vgl. Albertz, Rainer: Exodus, Band II: Ex 19­40. Zürcher Bibelkommentar AT 2.2. Zürich 2015. S.31

142 Vgl. Albertz, Rainer: Exodus, Band II: Ex 19­40. Zürcher Bibelkommentar AT 2.2. Zürich 2015. S.31

143 Vgl. ebd.

144 Vgl. Burkhardt, Helmut: Einführung in die Ethik Teil 1. Grund und Norm sittlichen Han­delns (Fundamentalethik). Gießen 1996. S.SS.

145 Vgl. ebd.

146 Vgl. ebd.

147 Vgl. ebd.

148 Vgl. Burkhardt, Helmut: Einführung in die Ethik. S.SS. Nach: H. Egelkraut: Art. Gesetz im AT. In: GBL I.S.452.

149 Burkhardt, Helmut: Einführung in die Ethik.

150 Vgl. ebd. S.S 7.

151 Vgl. ebd. S.S 6.

152 Vgl. Burkhardt, Helmut: Einführung in die Ethik. S.56 sowie Die Bibel. Nach der Überset­zung Martin Luthers. Bibeltext in der revidier­ten Fassung von 2017. S.56-101.

153 Vgl. Dohmen, Christoph: Exodus 19 - 40. Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament. Freiburg in Breisgau 2004. S.122. Nach: Hossfeld, F.-L.: Der Dekalog. Seine späten Fassungen. Die originale Komposition und seine Vorstufen. Fribourg und Göttingen 1982. S.654.

154 Vgl. Dohmen, Christoph: Exodus 19 - 40. S.122.

155 Vgl. Albertz, Rainer: Exodus, Band II: Ex 19­40. Sโ67.

156 Vgl. ebd.

157 Vgl. Dohmen, Christoph: Exodus 19 - 40.

158 Vgl. ebd.

159 Dohmen, Christoph: Exodus 19 - 40. S.122.

160 Vgl. ebd.

161 Vgl. ebd.

162 Vgl. ebd.

163 Vgl. Albertz, Rainer: Exodus, Band II: Ex 19­ 40. S.67.

164 Vgl. ebd.

165 Vgl. ebd.

166 Vgl Dohmen, Christoph: Exodus 19 - 40. S.122/123.

167 Burkhardt, Helmut: Einführung in die Ethik. S.59.

Ende der Leseprobe aus 84 Seiten

Details

Titel
Theologische Überlegungen zu menschenwürdigem Sterben
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
1,8
Autor
Jahr
2018
Seiten
84
Katalognummer
V448882
ISBN (eBook)
9783668832336
ISBN (Buch)
9783668832343
Sprache
Deutsch
Schlagworte
theologische, überlegungen, sterben, sterbehilfe, menschenwürde, würde, knaup
Arbeit zitieren
Jannika Thies (Autor), 2018, Theologische Überlegungen zu menschenwürdigem Sterben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448882

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