Körper / Identität. Körper in Zeiten digitaler Selbstvermessung


Referat (Handout), 2015
4 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Körper/Identität

1. Medienkörper/Körper-Medien: Erinnerungsspuren im Zeitalter der „digitalen Evolution“[1]

1.1 Identität im Cyberspace[2]

- geschriebener Text als Grundlage jeglicher Kommunikation im Cyberspace; ebenso beim Entwurf von Identitäten
- Identifikation erschwert, da unendliche Anzahl an Möglichkeiten und Einflüsse anderer, es herrschen keine Garantien = terminal identity
- virtuelle Kommunikation ermöglicht Intimität auf Distanz

è „ikonische Aufmerksamkeit“ (McLuhan), weil Zusammenspiel aller Sinne, im Gegensatz zu anderen, fragmentierenden Medien

è Teletaktilität (Virilio), schreitet immer weiter voran. Für ihn ein Zeichen von Desorientierung des Menschen à Entstehung einer Stereo-Realität

1.2 Genderdebatte (Gendertrouble: Judith Butler)[3]

- laut Butler besitzen materielle Körper eine semiotische Verfasstheit, was bedeutet, dass der Mensch den Körper nur durch Worte erfassen und beschreiben kann und damit selbst von Sprache (Anderer) abhängig ist
- Performativität: Bildung der geschlechtlichen Identität aufgrund von vorherrschenden Normen und deren Wiederholung; Prozess ist nie abgeschlossen, sondern fortwährend
- im Gegensatz dazu und zur Populärkultur im allgemeinen herrscht im Cyberspace klare Definition von Geschlecht, was auf „gelerntes Vorwissen“ zurückzuführen ist à Unterscheidung in männlich und weiblich ist hier bewusst und fundamental
- Wunsch der Menschen nach Ausbruch aus gender-prison und den vorgegebenen „Körperbildern“ , aber gleichzeitig „Normalität“ als Halt im Alltag
- Bezug auf Verilio: Stereo-Realität in Bezug auf Körper und Geschlecht sowie bei Repräsentation und Wirklichkeit; Wahrnehmung derer als zwei unterschiedliche Räume, was bedeutet, dass „man nicht das sieht, wovon man spricht, und man nicht über das spricht, was man sieht“.[4]

wichtig:

- Computer ≠ Befreiung von Identität, bietet aber Möglichkeiten der Veränderung und Konstruktion

2. Digitale Selbstvermessung – Verdatung und soziale Kontrolle[5]

2.1 Verdatung am Beispiel von Fitness-Apps

Verdatung = “mediale Verfahren und Praktiken, die für die Speicherung und Verarbeitung personenbezogener Wissensbestände eingesetzt werden”[6]

è Beispiel Fitness-Apps (Runtastic, Runkeeper, Nike +Running, miCoach, MapMyRun, Endomondo Pro)

-Fitness-Apps verbinden eine Vielzahl von Techniken und Medien, bieten Handlungsanweisungen und Orientierungswissen, Monitoring und Mapping körperlicher Aktivitäten, statistische Auswertungen, Coaching, Fitness-Testverfahren und Pläne zur Gewichtsreduktion; es findet eine Verdatung von Biodaten, also Körper- und Verhaltensfunktionen statt
-Nutzung über Smartphones oder auch “wearables” wie Smartwatches, Datenbrillen, Aktivitäts-Tracker zur Selbstmessung
-Mehrwert wird erst durch “ludic interfaces” entfaltet (=Datenvisualisierung, spielerische Umgebung, Tracking Tool, Wissensvermittlung durch game-based-learning); zentrales Element dafür ist das Dashboard als Mensch-Maschine-Schnittstelle, medialisiere Datenbank und offense Kontrollmedium (= “prozedurale Rhetorik nach Ian Bogost)

2.2 Der “ludic turn”

è Der Spielende nimmt einen zentralen Stellenwert in postmodernen Gesellschaftsstrukturen ein, Joost Raessens verleiht den Protagonisten einen Status des “Homo Ludens 2.0”, spielerische Mediennutzung steht im Vordergrund

è Prozess der Gamification = “Eingliederung von spielerischen Elementen und Funktionen in nicht spielerische Kontexte, alltägliche Prozesse und Objekte”[7]

è Kritik: autoritäre Strukturen in der Spielumgebung, persuasive Interaktion keine individuelle Selbstverwirklichung, sondern Handlungsdiktat (Abarbeiten von vorgegebenen Zielen, um sogenannte Badges (Abzeichen) zu erhalten

[...]


[1] Vgl. Angerer, Marie-Luise (2007), S. 293-308.

[2] Vgl. Angerer, Marie-Luise (2007), S. 294-297.

[3] Vgl. Angerer, Marie-Luise (2007), S. 298-306.

[4] Angerer, Marie-Luise (2007), S. 306

[5] Vgl. Reichert, Ramon (2015), S. 66-77.

[6] Reichert, Ramon (2015), S. 66.

[7] Deterding, Sebastian zitiert nach Reichert, Ramon (2015), S. 69.

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Körper / Identität. Körper in Zeiten digitaler Selbstvermessung
Hochschule
Universität Regensburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
4
Katalognummer
V450295
ISBN (eBook)
9783668846487
Sprache
Deutsch
Schlagworte
körper, identität, zeiten, selbstvermessung
Arbeit zitieren
Sabrina Kaindl (Autor), 2015, Körper / Identität. Körper in Zeiten digitaler Selbstvermessung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450295

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