Digitalisierung in der Pflege


Hausarbeit, 2018
22 Seiten, Note: 1.3

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Teil
2.1 Definition: Pflege
2.2 Definition Digitalisierung
2.3 E-Health Gesetz

3 Digitalisierung im Gesundheitswesen
3.1 Digitalisierung im Gesundheitswesen: Status Quo und Gründe
3.2 Digitalisierung in der Pflege: Status Quo
3.3 Herausforderungen bei der Digitalisierung der stationären Pflege
3.4 Stellenwert der häuslichen Pflege und neue Herausforderungen
3.5 Erhöhung der Attraktivität des Pflegeberufs durch Digitalisierung?

4 Praxisbeispiele
4.1 Begriffsdefinition: Assistive Technologien
4.2 Privatwohnungen mit Ambient-Assisted-Living-Systemen
4.3 Akzeptanz Assistiver Technologien bei Senioren
4.4 Assistenzroboter: Robear
4.5 Assistenzroboter Paro

5 Fazit

II Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Nutzung der vier „Fokustechnologien“ nach Arbeitsbereichen

Abb. 2: Digitalisierungsanteil der verschiedenen Wirtschaftsbereiche, 1991/2013

Abb. 3: Assistenzsysteme/AAL-Produkte

Abb. 4: Robear

Abb. 5: Assistenzroboter Paro

1 Einleitung

„Der digitale Wandel ist weitaus mehr als nur eine technologiegetriebene Entwicklung: Er ist vor allem ein sozialer Prozess, der den Menschen mehr denn je ins Zentrum rückt.“[1] Dieses Zitat des Redakteurs Christian Schuldt, lässt den Kernaspekt der Digitalisierung, insbesondere im Bereich der Pflege, deutlich werden. Ich habe mich für das Thema der Digitalisierung in der Pflege entschieden, da in Zeiten der fortschreitenden Technisierung die Problematiken dieses Prozesses, besonders in der Pflege, deutlich werden. Der Mensch bleibt auch bei einer steigenden Technisierung der Mittelpunkt einer pflegerischen Leistung. Sowohl der Pfleger, als auch die zu pflegende Person stehen im Fokus. Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, keine Fragestellung zu beantworten, sondern die Herausforderungen dieses Prozesses zu verdeutlichen, einen Überblick über den Stand der derzeitigen Digitalisierung zu geben und Praxisbeispiele der modernen und aktuellen Pflege wiederzugeben. Im ersten Teil dieser Ausarbeitung werden die Begriffe Pflege 4.0 und Digitalisierung in Form von Definitionen erläutert. Es folgen noch weitere gesetzliche Grundlagen, welche darlegen sollen, dass das Etablieren von technischen Möglichkeiten seit Jahren ein Thema in der Politik ist. Der Hauptteil dieser Hausarbeit bezieht sich auf den derzeitigen Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen, besonders den Stellenwert der häuslichen und stationären Pflege und einhergehende Herausforderungen. Nach diesem zweiten Teil folgen Praxisbeispiele, welche bereits in den laufenden Pflegebetrieb eingegliedert sind. Abschließend folgt ein Fazit über die Digitalisierung in der Pflege und ein kleiner Ausblick auf weitere Maßnahmen der Digitalisierung im pflegerischen Bereich. Ich nutzte bei der Erarbeitung dieses Themas diverse Literaturstudien, aber auch elektronische Publikationen und Zitate. Der Forschungsstand zu diesem Thema ist unterschiedlich. Es existieren zahlreiche Publikationen über das Thema der Digitalisierung, jedoch nur eine begrenzte Anzahl an gesundheitsökonomischen Publikationen und Evaluationen der Mitarbeiter des Pflegeberufs oder pflegebedürftiger Personen, welche die Recherche bezüglich dieses Themas erschwerten.

2 Theoretischer Teil

Dieser Teil dient der Erläuterung von den Begriffen Pflege 4.0 und Digitalisierung. Des Weiteren wird auf die gesetzlichen Grundlagen in Form des E-Health Gesetzes eingegangen.

2.1 Definition: Pflege 4.0

Abgeleitet ist der Begriff Pflege 4.0 von dem Begriff Industrie 4.0. Das Integrieren von digitalen Systemen in den Gesundheits- und Pflegesektor, bezeichnet durch den Begriff Pflege 4.0, wird als die vierte industrielle Revolution bezeichnet. Dabei unterstützen IT– Systeme oder Roboter in den Bereichen Pflege, Therapie oder der allgemeinen Service-tätigkeit, menschliche Fachkräfte bei ihrer täglichen Arbeit.[2] Pflege 4.0 ist eine agile Pflege auf einem digitalen Workflow. Sie beinhaltet drei Kernkomponenten: Smarte Technologien, sprich Pflege-Expertensoftware, schlanke und strukturierte Prozesse und Technologie–Kompetenz. Pflege 4.0 ist also die Antwort auf die Herausforderungen und die sich stetig ändernden Rahmenbedingungen der Pflege von morgen.[3] Anzumerken ist jedoch, dass keine einheitliche Definition des Begriffs der Digitalisierung existiert. Die Digitalisierung in den Pflegeberufen ist generell weiter fortgeschritten als gemeinhin angenommen. So stützt eine Stichprobe der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege aus dem Frühjahr 2017 diese These. In dieser Abbildung werden die vier „Fokustechnologien“ elektronische Dokumentation, Telemedizin, technische Assistenz und Robotik grafisch dargelegt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Nutzung der vier „Fokustechnologien“ nach Arbeitsbereichen

(Quelle: Merda/Schmidt/Kähler [2017], o. S.)

2.2 Definition Digitalisierung

Digitalisierung wird im Allgemeinen als die Umwandlung von analogen Informationen in digital gespeicherte und genutzte Informationen verstanden. Dieser andauernde Prozess ist in vielen Branchen der Industrie, sowie in vielen anderen und Bereichen und auch im privaten Leben auffindbar.[4] Es existiert ebenfalls keine einheitliche Definition für diesen Begriff.

2.3 E-Health Gesetz

Um die Patientenversorgung zu verbessern wurde am 29.12.2015 das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen sowie zur Änderung weiterer Gesetze“ beschlossen und trat am eben genannten Datum, sowie am 01.01.2016 bzw. 01.01.2017, in Kraft. Es regelt die Einführung von digitalen Anwendungen im deutschen Gesundheitswesen mit höchsten Sicherheitsstandards und nutzbringender Anwendungen auf der elektronischen Gesundheitskarte.[5] Bis Mitte 2018 sollten aus damaliger Sicht Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser flächendeckend in ein digitales Netzwerk eingebunden sein, also eine Telematikinfrastruktur, welche im SGB V verankert wurde. Bei diesen Vorhaben wurden klare Fristen, Anreize und Sanktionen gesetzt. Grundsätzlich gilt: Wer mitmacht, wird belohnt, wer sich dem Fortschritt verweigert, muss mit Sanktionen rechnen.[6] Schwerpunkte des Gesetzes sind unter anderem die Fortschreibung der Aufgaben der gematik, welche unter anderem ein modernes Stammdatenmanagement umfassen. Gemeint ist hiermit, die Online-Prüfung und Aktualisierung von Versichertenstammdaten und ein von der Gesundheitskarte abrufbarer Medikationsplan, um Arzneimittelwechselwirkungen zu verhindern. Außerdem wird der Weg in den Einstieg in die elektronische Patientenakte geebnet. Um eine flächendeckende Telemedizin zu ermöglichen, muss sichergestellt werden, dass entsprechende IT-Systeme auch miteinander kommunizieren können, dies ist eine weitere Aufgabe der gematik.[7]

Durch die Innovation des Internets und weiteren technischen Faktoren schreitet die Digitalisierung der Gesellschaft und Industrie immer weiter voran. Mit diesem Gesetz sollen diese Chancen und das Potenzial dieses technischen Fortschritts für eine bessere medizinische und qualitativ hochwertigere Versorgung der Patienten genutzt werden. Die Politik arbeitet an weiteren Gesetzesvorhaben, um dieses Gesetz noch weiter zu verbessern und auszubauen, denn die Technisierung generell, nicht nur im Gesundheitswesen, schreitet in schnellem Tempo voran.

3 Digitalisierung im Gesundheitswesen

In diesem Kapitel wird auf die den Status Quo und die Gründe für den derzeitigen Grad der Digitalisierung des Gesundheitswesens eingegangen, speziell den der Pflege. Es folgen die Herausforderungen bei der Digitalisierung in der stationären Pflege und der Stellenwert der häuslichen Pflege und die entstehenden Herausforderungen dieser Art der Pflege. Abschließend folgt die Frage, ob die Attraktivität des Pflegeberufes durch die Digitalisierung gesteigert werden könne.

3.1 Digitalisierung im Gesundheitswesen: Status Quo und Gründe

„Wir haben die Möglichkeiten für ein digitales Wirtschaftswunder. Die Frage ist, ob es in Deutschland stattfindet.“[8] So kommentierte Bundeskanzlerin Angela Merkel die fortschreitende Digitalisierung in der Welt auf dem IT–Gipfel im Jahr 2014 in Hamburg. Laut einer Studie der Prognos AG im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist der Digitalisierungsanteil in den Jahren 1991 bis 2013 in allen abgebildeten Branchen gesteigert worden. Fast die Hälfte aller Branchen erreichte einen Digitalisierungsanteil von ca. 50%, das Gesundheitssystem lag im Jahr 2013 bei nur 2,3%. In dieser Zeitspanne von ca. 22 Jahren erreichte das Gesundheitswesen lediglich eine Steigerung von ca. 1%, den restlichen Branchen gelang es eine Verbesserung von 25% bis 30% vorzuweisen.[9]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Digitalisierungsanteil der verschiedenen Wirtschaftsbereiche, 1991 und 2013 in %

(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Pfannstiel/Da-Cruz/Mehlich [2017], S. 3ff)

Diese Grafik lässt erkennen, dass das Gesundheitswesen in diesen 22 Jahren ein, im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen, sehr geringes digitales Wachstum erreicht hat. Doch warum ist das Gesundheitswesen selbst im 2013 Jahre so gering digitalisiert? Die Gründe für dieses Phänomen sind vielschichtig. Die hohe Fragmentierung, sowohl auf der Prozessebene als auch auf der Finanzierungsebene, daher sind Lösungen oftmals schwer durchzusetzen und bieten hohe regulatorische Hürden. Des Weiteren werden in Deutschland die meisten Kosten von den Krankenkassen übernommen, daher entsteht eine geringe Investitionsbereitschaft von Seiten der Patienten. In der Pflege, wie auch in den meisten Feldern der Gesundheitsbranche, existiert ein intensiver Patientenkontakt, welcher nur bedingt von digitaler Technik übernommen werden kann.[10] Da es sich bei Patientendaten um sehr sensible Daten handelt, müssen diese extra geschützt werden. Daher spielt der Datenschutz bei vielen Patienten eine entscheidende Rolle. Der Kostenfaktor bei Neuanschaffungen ist generell eine finanzielle Hürde. Zusätzlich zu hohen Anschaffungskosten, Betriebskosten und Kosten für Schulungen für Mitarbeiter, ist die Akzeptanz der Mitarbeiter, vor allem älterer Mitarbeiter, diesbezüglich eher gering. Daher Treten schon beim Initialisieren von digitalen Produkten erste Hürden auf. Denn es ist festzustellen, dass Arbeitnehmer oftmals an bestehenden Arbeitsprozessen festhalten wollen und die Angst groß ist, durch digitale Technik von ihrem Arbeitgeber überwacht zu werden.[11]

[...]


[1] Schuldt [o. J.], S. 1.

[2] Vgl. Die Schwester Der Pfleger [2018], o. S.

[3] Vgl. Der Pflegefuchs [2018], o. S.

[4] Vgl. Bendel, Oliver [2017], o. S.

[5] Vgl. Bundesministerium für Gesundheit, [2018], o. S.

[6] Vgl. Riepe, [2016], o. S.

[7] Vgl. Bundesministerium für Gesundheit [2018], o. S.

[8] Wirtschaftsrat Deutschland [2015], o. S., zitiert nach Merkel [2015], o. S.

[9] Vgl. Pfannstiel/Da-Cruz/Mehlich [2017], S. 3ff.

[10] Vgl. Pfannstiel/Da-Cruz/Mehlich [2017], S. 6.

[11] Vgl. Pfannstiel/Da-Cruz/Mehlich [2017], S. 6.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Digitalisierung in der Pflege
Hochschule
Hochschule Fresenius; Hamburg
Veranstaltung
Pflege- und Rehabilitationsmanagement
Note
1.3
Autor
Jahr
2018
Seiten
22
Katalognummer
V451199
ISBN (eBook)
9783668842199
ISBN (Buch)
9783668842205
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitswesen, Pflege- und Rehabilitationsmanagement, Digitalisierung, E-Health Gesetz, AAL, Pflegeberuf, Gesundheitsmanagement, Assistenzroboter, Ambulante Pflege, Stationäre Pflege, Pflege 4.0, Assistive Technologien, Technikkompetenz
Arbeit zitieren
Jan Wenzel (Autor), 2018, Digitalisierung in der Pflege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451199

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