Unternehmensfusionen. Eine kritische Betrachtung der geplanten Fusion zwischen Bayer AG und Monsanto


Hausarbeit, 2017
21 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der Unternehmensfusion
2.1.Begriffliche Abgrenzung
2.2. Strategische und strukturelle Gestaltung von Unternehmensfusionen
2.3. Vor- und Nachteile von Unternehmensfusionen
2.4. Zusammenschlusskontrolle

3 Fallbeispiel: geplante Fusion Bayer und Monsanto
3.1. Die Unternehmen Bayer AG und Monsanto
3.2. Wirtschaftliche Bedeutung der geplanten Fusion
3.3. Vor- und Nachteile der geplanten Fusion für Bayer
3.4. Einfluss und Bedenken der Kartellbehörden

4 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Investition

Abbildung 2: Absorptionsfusion

Abbildung 3: Kombinationsfusion

Abbildung 4: Die Teilprozesse eines Zusammenschlusses

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Das Wachstum eines Unternehmens sowie die Steigerung des Unternehmenswertes gehören in der heutigen Zeit zu den wichtigsten strategischen Zielen eines jeden Unternehmens.1 Mit Blick auf den stetigen Wandel internationaler Märkte und der immer schneller werdenden Entwicklung neuer Technologien ist die Relevanz der Unternehmenszusammenschlüsse in all ihren Formen zu erkennen. Viele Unternehmen versprechen sich durch Fusionen erhebliche Wachstumschancen sowie das Bestehen in der großen globalen Wirtschaftswelt. Großunternehmen, aber auch kleine und mittlere Unternehmen nutzen Zusammenschlüsse, um Synergieeffekte effizient zu nutzen und dem schnellen Wandel zu trotzen. Hierdurch lassen sich Kosten sparen, Erträge steigern und Marktanteile erhöhen. Jede Unternehmensfusion birgt Chancen aber und Risiken. Diese Chancen gilt es zu nutzen bzw. die Risiken zu vermeiden.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Vor- und Nachteile von Unternehmensfusionen darzustellen, eine Auswahl an Kriterien und Möglichkeiten abzugrenzen und zu verdeutlichen sowie mit einem praktischen Beispiel die Chancen und Risiken kritisch darzulegen.

Diese Arbeit ist im Wesentlichen in zwei Teile gegliedert. Teil 1 befasst sich, auf Basis einer Literaturrecherche, mit den Grundlagen von Unternehmenszusammenschlüssen. Nach einer allgemeinen begrifflichen Abgrenzung in Kapitel 2.1, geht es in Kapitel 2.2 um die Grundlagen einer Unternehmensfusion und den damit in Verbindung stehenden strategischen sowie strukturellen Aspekten. In Kapitel 2.3 wird eine Auswahl an Vor- und Nachteilen sowie die Motive für Unternehmensfusionen dargestellt. Um die Relevanz der Zusammenschlusskontrolle zu verdeutlichen, widmet sich Kapitel 2.4 den theoretischen Grundlagen der Kartellbehörden. Im zweiten Teil dieser Arbeit werden anhand eines praktischen Beispiels die theoretischen Grundlagen der Unternehmensfusionen kritisch dargestellt und betrachtet. Die wirtschaftliche Bedeutung der Fusion zwischen Bayer und Monsanto sowie deren Vor- und Nachteile werden aus Berichten der Praxis fundiert aufgezeigt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieser Darlegung ist der Einfluss der Kartellbehörden auf die geplante Fusion.

2 Grundlagen der Unternehmensfusion

2.1Begriffliche Abgrenzung

Bei einer Investition handelt es sich um einen einmalig ausgehenden Zahlungsstrom, der das Ziel hat, mehrere aufeinanderfolgende Einzahlungen zu erhalten, die im Gesamten höher sind als die Investition selbst.2

Abbildung 1: Investition

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Ein Beispiel für eine Sachinvestition ist die Anschaffung einer neuen Maschine. Die Investition beginnt mit der Auszahlung bzw. dem Kauf der Maschine. In den Folgejahren wirkt sich die Investition positiv auf das Ergebnis des Unternehmens aus. Das Unternehmen spart Prozesskosten durch kürzere Rüstzeiten sowie schnellere Maschinenlaufzeiten und kann eine erhöhte Maschinenauslastung durch Vereinfachung der Prozesse erzielen. Durch diese Optimierung ist es dem Hersteller möglich sein Produkt kostengünstiger am Markt anzubieten und dem Wettbewerb standzuhalten.

Investitionen werden daher nach ihrer Art unterschieden:3

- Sachinvestition
- Finanzinvestition
- Immaterielle Investition

Eine Finanzinvestition ist eine Investition in andere Finanzgüter, wie z.B. Aktien und Kredite. Eine Immaterielle Investition hingegen ist eine Investition in Patente oder Lizenzen.4

Bei einer Unternehmensfusion spricht man von einem Zusammenschluss zweier oder mehrerer Unternehmen. Diese wird in zwei Arten unterteilt. Zum einen die Fusion mit Liquidation, bei der das Vermögen nach Einzelrechtsnachfolge übertragen wird, zum anderen die Fusion ohne Liquidation, bei der das Vermögen nach der Gesamtrechtsnachfolge übertragen wird.5 Bei einer Einzelrechtsnachfolge müssen alle Vermögensgegenstände einzeln nach den geltenden Vorschriften auf den neuen Rechtsträger übertragen werden. Bei der Gesamtrechtsnachfolge geht das Vermögen als Ganzes über.6

Bei einer Fusion ohne Liquidation wird nochmals unterschieden zwischen:7

- Absorptionsfusion
- Kombinationsfusion

Bei der Absorptionsfusion, auch Verschmelzung durch Aufnahme genannt, geht das gesamte Vermögen eines oder mehrerer Unternehmen auf ein bereits bestehendes Unternehmen über.8

Abbildung 2: Absorptionsfusion

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Nach der Fusion agiert ausschließlich das übernehmende Unternehmen. Die wirtschaftliche und rechtliche Selbständigkeit des übernommenen Unternehmens wird vollständig aufgelöst.

Im Gegensatz zur Absorptionsfusion gibt es bei der Kombinationsfusion, auch Verschmelzung durch Neugründung genannt, im Anschluss der Fusion ein neues Unternehmen.

Abbildung 3: Kombinationsfusion

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Die zu fusionierenden Unternehmen werden aufgelöst und die gemeinsamen Vermögen fließen in das neugegründete Unternehmen.9 Ebenso wird die wirtschaftliche und rechtliche Selbstständigkeit aufgehoben und durch das neugegründete Unternehmen neu aufgebaut.

2.2Strategische und strukturelle Gestaltung von Unternehmensfusionen

Jedem Unternehmenszusammenschluss sollte eine eindeutige Strategie zu Grunde liegen. Die Fusion zweier oder mehrerer Unternehmen ist das Resultat strategischer Notwendigkeit des übernehmenden Unternehmens oder Konzerns. Grundsätzlich dienen Unternehmensfusionen in gleicher Weise wie Sanierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen der Wertsteigerung des Konzerns.10 Der Ablauf und die Gestaltung eines Zusammenschlussprozesses unterliegen in der Regel keiner festen Vorgabe. Dennoch lassen sich unter allen notwendigen Aktivitäten Primäraktivitäten der einzelnen Transaktionen zu vier Teilprozessen definieren.11

Der erste Teilprozess bildet hierbei die Transaktionsvorbereitung. Der zweite und dritte Teilprozess widmet sich der Verhandlung und der Entscheidung über das Zusammenschlussdesign. Im vierten und somit letzten Teilprozess wird die Transaktionsumsetzung endgültig durchgeführt.

Abbildung 4: Die Teilprozesse eines Zusammenschlusses

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Sieghold, G., M&A, 1989, S. 97-100

Eine umfassende Transaktionsvorbereitung ist die Voraussetzung für die beabsichtigte strategische Transaktion. Hier werden, wie auch beim klassischen strategischen Planungsprozess, die Ausgangslage sowie die momentane Unternehmensstrategie analysiert und bewertet.12 Die Entscheidung über eine Fusion basiert auf einer Vielzahl von Motiven, die in Kapitel 2.3 genauer behandelt und dargestellt werden. Nach einer Entscheidung für einen Unternehmenszusammenschluss müssen spezifische Anforderungen an die möglichen Fusionskandidaten herausgearbeitet werden (long list). Dieses Anforderungsprofil in Zusammenhang mit den aktuellen Rahmenbedingungen, wie z.B. den wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen, geben dem Unternehmen unter anderem einen Ausblick auf das bevorstehende Ressourcenpotential, welches bei einer Übernahme notwendig ist.13

Innerhalb der Transaktionsplanung, welche auch durchaus parallel zur Transaktionsverhandlung laufen kann, hilft die sogenannte short list die Unternehmen weiter zu selektieren und dem Anforderungsprofil genauer gegenüber zu stellen.14 Der Käufer macht sich in dieser Phase auch Gedanken über die Kontaktmöglichkeit zu dem potentiellen Merger. Der Planungsprozess endet strenggenommen nicht mit der finalen Investitionsentscheidung. Er findet sich unter anderem auch in der Transaktionsumsetzung, insbesondere in der Integration, wieder.

Die Transaktionsverhandlung dient der Schaffung eines rechtlich einwandfreien Vertragswerkes. Vorgelagert ist zunächst die Kontaktaufnahme zu dem potentiellen Unternehmen. Diese Kontaktaufnahme kann durch externe Berater, Investmentbanken oder M&A-Spezialisten erfolgen. Ein solches Vertragswerk beinhaltet die genaue Definition des Transaktionsobjektes, eine Zusicherung einer Exklusivverhandlung, die Kaufpreisbandbreite sowie die Zahlungsmodalitäten und eine Geheimhaltungserklärung.15 Wenn auch diese Phase beendet ist und sich die Vertragsparteien geeinigt haben, erfolgt der Vertragsabschluss (Signing) und anschließend der sogenannte Vollzug (Closing).16

Die Transaktionsumsetzung oder auch Integrationsplanung ist die logische Schlussfolgerung und Konkretisierung aus früheren Phasen. Ziel ist es unter anderem die Management- und Führungsmannschaften effizient zusammenzuführen. Hierzu dienen unterschiedliche Konzepte aus dem emotional-psychologischen Bereich.

Zwei Schlüsselfaktoren sind für die erfolgreiche Integration immer ausschlaggebend: Die Art und Weise wie die notwendigen Veränderungen in die Organisation eingeführt werden, d.h. Takt und Geschick der übernehmenden Führungsgruppe und die sachlichen und persönlichen Vorteile des Aufkaufs für die Mitarbeiter des übernommenen Unternehmens deutlich und verständlich zu machen.17

2.3 Vor- und Nachteile von Unternehmensfusionen

Bei einer Unternehmensfusion müssen betriebswirtschaftliche- und volkswirtschaftliche Vor- und Nachteile betrachtet werden, die die Unternehmen, die Verbraucher und den Markt betreffen. Durch einen Zusammenschluss können Synergieeffekte in unterschiedlichen Unternehmensbereichen genutzt werden. Als Beispiele zählen hier die Zusammenlegung der Produktionsstätten, der Kapitalbasis sowie die Verbesserung der allgemeinen Marktposition.

Durch den daraus resultierenden positiven Kosteneffekt, entsteht eine Marktmacht, die Einfluss auf die Preispolitik nimmt und dadurch negativ auf den Wettbewerb wirkt.18 Jeder Unternehmenszusammenschluss erfolgt aus unterschiedlichen Motiven. Diese Motive können aus strategischer, finanzieller oder persönlicher Natur sein und haben ebenso Auswirkungen auf die Vor- und Nachteile der Fusion.19

Strategische Motive wären z.B. Marktmotive und Leistungsmotive. Die Unternehmen haben hierbei die Absicht einen besseren Zugang auf die Beschaffungs- und Absatzmärkte zu erhalten. Durch die neue Größe des Unternehmens entsteht eine größere Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten und Zulieferern. So wird unter anderem bei Lieferanten zu besseren Preisen eingekauft und dem Endkunden ein günstigeres Produkt angeboten. Bei Leistungsmotiven ist durch den Zusammenschluss eine verbesserte Nutzung betrieblicher Funktionen, wie z.B. Fertigung, Produktion und Controlling, möglich.

Bei einem finanziellen Motiv versucht das Unternehmen durch die neue Betriebsgröße Vorteile zu erzielen. Ziele sind unter anderem die Senkung der Eigen- und Fremdkapitalkosten sowie der Fixkosten. Diese tragen zur Gewinnerhöhung des Unternehmens bei. Zudem entstehen steuerliche Vorteile durch Verlustvorträge. Diese bewirken eine Verringerung der betrieblichen Steuerlast.20

Persönliche Motive sind in ihrer Form spezielle Motive. Sie resultieren meist aus irrationalen, subjektiven und persönlichen Überlegungen und selten aus betriebswirtschaftlichen Gründen. So kann sich z.B. das Management eines Unternehmens für eine Fusion entscheiden, um eigene Beförderungschancen zu erhöhen. Diesen Effekt nennt man Free Cashflow Hypothese. Ein weiteres persönliches Motiv ist, wenn das kaufwillige Unternehmen davon ausgeht über eine gute Markteinschätzung des zu kaufenden Unternehmens zu verfügen und auf Grund dieser Einschätzung einen Kaufpreis über dem regulären Marktpreis zahlt. Dieser Effekt entsteht durch die Selbstüberschätzung des Managements und wird Hybris Hypothese genannt.21

[...]


1 Vgl. Bühner, R., Unternehmenszusammenschlüsse, 1990, S. 1-3.

2 Vgl. Bacher, U., BWL Kompakt, 2010, S. 161.

3 Vgl. Bösch, M., Finanzwirtschaft, 2013, S. 269.

4 Vgl. Becker, H. P., Investition und Finanzierung, 2016a, S. 37.

5 Vgl. Olfert, K., Finanzierung, 2001a, S. 254.

6 Vgl. Prangenberg, A., Aldenhoff, M., Steuerliche Grundlagen, 2005, S. 12-13.

7 Vgl. Boemle, M., Stolz, C., Unternehmensfinanzierung, 2012a, S. 224-225.

8 Vgl. Becker, H. P., Investition und Finanzierung, 2016b, S. 135.

9 Vgl. Boemle, M., Stolz, C., Unternehmensfinanzierung, 2012b, S. 225.

10 Vgl. Eschen, E., M&A, 2002, S. 235-245.

11 Vgl. Gomez, P., Weber, B., Akquisition, 1989, S. 39.

12 Vgl. Berens, W. u.a., Unternehmensakquisition, 1998, S. 48-50.

13 Vgl. Eiffe, F., F., Mölzer, W., M&A, 1993, S. 19-21.

14 Vgl. Jansen, S., A., M&A, 1998, S. 157-159.

15 Vgl. Lutter, M., Absichtserklärung, 1983, S. 42-44.

16 Vgl. van Kann, J., Unternehmenskauf, 2009, S. 30 -31.

17 Vgl. Rädler, A., J., Pöllath, R., Unternehmensakquisition, 1982, S. 92.

18 Vgl. Zeit Online, EU-Kommission, 2017a, o.S.

19 Vgl. Wilplinger, C., Unternehmenskauf, 2007, S.6.

20 Vgl. Olfert, K., Finanzierung, 2001b, S. 253.

21 Vgl. Wirtz, B., Mergers & Acquisitions, 2003, S. 68-70.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Unternehmensfusionen. Eine kritische Betrachtung der geplanten Fusion zwischen Bayer AG und Monsanto
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Frankfurt früher Fachhochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V455172
ISBN (eBook)
9783668871250
ISBN (Buch)
9783668871267
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Investition, Finanzierung, Fusion, Unternehmensfusion, Unternehmensfinanzierung, Unternehmensinvestition, Unternehmensfusionen, Bayer, Monsanto, Agrarwirtschaft, Kartell, Kartellamt, Investition und Finanzierung, Zusammenschlusskontrolle, Strategische Unternehmensfusion, Absorptionsfusion, Kombinationsfusion, Bundeskartellamt, Kapitalbeschaffung, Strategie, Strategisches Management
Arbeit zitieren
Marvin Musel (Autor), 2017, Unternehmensfusionen. Eine kritische Betrachtung der geplanten Fusion zwischen Bayer AG und Monsanto, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455172

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