Das Potential von Blended Learning Angeboten für die Erwachsenenbildung


Hausarbeit, 2017
14 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Lerntheoretische Grundlagen
2.1 Kognitivismus
2.2 Konstruktivismus
2.3 Konnektivismus
2.4 Lebenslanges Lernen und Erwachsenenbildung

3 E-Learning
3.1 E-Learning Modelle
3.2 Konstituierende Faktoren des E-Learning

4 Blended Learning
4.1 Mögliche Anwendungsszenarien von Blended Learning
4.2 Potentiale des Blended Learnings
4.3 Herausforderungen für Blended Learning Angebote

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 EInleitung

Der gesellschaftliche Wandel, welcher weg von der Einschränkung der Bildungsphase auf die Schulzeit und hin zum lebenslangen Lernen führt, ist allgegenwärtig. Weiterbildung und Qualifizierung in betrieblichen Kontexten und auch die Kompetenzförderung in der privaten Weiterbildung erfahren viel Zuspruch und erfordern eine Anpassung der Bildungsinstitutionen.

Mit der Etablierung der digitalen Medien als Lehr- und Lernmittel entstanden vielseitige Lernmedien wie etwa Sprachlern-Apps, digitale Lernspiele, Online-Seminare und viele weitere Facetten des E-Learnings. Da das E-Learning jedoch wichtige Bestandteile des traditionellen Präsenzunterrichts nicht ersetzen kann, ist es besonders spannend, die Kombination der digitalen Lehr- und Lernmittel mit den traditionellen Lehrmethoden genauer zu untersuchen. Mit der Veränderung der Lehr- und Lernkultur durch die Verbreitung von Blended Learning Arrangements vollzieht sich eine Entwicklung von den klassischen, wissensvermittelnden Präsenzkonzepten zu vermehrt selbstgesteuertem und kompetenzorientiertem Lernen mit neuen medialen Lernkonzepten. Das Ziel dieser Hausarbeit besteht darin, das Potential von Blended Learning Arrangements für die Bereiche der Erwachsenenbildung abzuschätzen und zu untersuchen.

Zunächst sollen zu Beginn der Arbeit die lerntheoretischen Grundlagen in Form der Lerntheorien des Kognitivismus, des Konstruktivismus, und des Konnektivismus sowie Ausführungen zu den Begrifflichkeiten des lebenslangen Lernens, der Weiterbildung und der Erwachsenenbildung dargelegt werden. Anschließend wird das Feld des E-Learnings definiert und es werden beispielhafte Modelle aufgezeigt. Des Weiteren sollen das Konzept des Blended Learnings erklärt und mögliche Anwendungsszenarien erläutert werden. Darauffolgend werden die Potentiale des Einsatzes von Blended Learning Arrangements und die Herausforderungen beim Einsatz solcher Konzepte betrachtet und abschließend ein Fazit gezogen, in wie fern sich Blended Learning Arrangements für die Erwachsenenbildung eignen.

2 Lerntheoretische Grundlagen

Der Begriff des Lernens kann über theoretische Ansätze der Psychologie auf verschiedene Weisen definiert werden. Diese Lerntheorien befassen sich mit den Bedingungen und Gesetzmäßigkeiten des Lernens und sollen Verhaltensweisen bei dem Lernvorgang erklärbar und vorhersehbar machen. Je nach Lerntheorie wird demnach der Begriff des Lernens unterschiedlich definiert (vgl. Bruns 2006, S.17). Im Folgenden sollen der Kognitivismus, der Konstruktivismus und der Konnektivismus kurz umrissen werden. Darauffolgend soll der Begriff des lebenslangen Lernens, die Erwachsenenbildung und die Weiterbildung in ihrer Entwicklung genauer betrachtet werden.

2.1 Kognitivismus

Im Kognitivismus steht der Begriff des Lernens für den Wissenserwerb. Der Wissenserwerb erfolgt durch die Informationsverarbeitung und die Verknüpfung von neuen und alten Informationen. Das bedeutet, dass neues Wissen oder neuer Input auf der Basis des schon vorhandenen Wissens mit kognitiven Prozessen verarbeitet wird, sodass neues Wissen entsteht. Der Kognitivismus bezieht sich auf die kognitiven Vorgänge im Gehirn und berücksichtigt keine Emotionen oder körperlichen Wahrnehmungen.

Er grenzt sich jedoch vom Behaviorismus ab, bei welchem das Gehirn als „Black Box“ bezeichnet wird und davon ausgegangen wird, dass Reaktionen immer durch Reize aus der Umwelt ausgelöst werden, wodurch eine Verhaltensänderung erzielt wird. (vgl. Bruns 2006, S.18ff.)

2.2 Konstruktivismus

Aus der Kritik an dem Kognitivismus oder vielmehr dem Hinzufügen der Ansicht, dass Wissen kein objektives Abbild der äußeren Realität sei, sondern das Ergebnis eines subjektiven Erkenntnisprozesses, entwickelte sich der Konstruktivismus. Demnach gibt es im Konstruktivismus keine objektiv richtige Beschreibung der Realität, sondern jeder Lernende konstruiert durch den Lernprozess seine eigene subjektive Ansicht. Gemein mit dem Kognitivismus hat er, dass das Wissen durch Informationsverarbeitung entsteht. Allerdings ist das Wissen von Lerner zu Lerner aufgrund der verschiedenen Vorkenntnisse verschieden. Nach Bruns sollten die Lernansätze in einem praxisorientierten, realen Kontext eingebunden sein und würden durch Organisation und Strukturierung durch den Lerner lösungsorientiert zu neuem Wissen umgewandelt werden. (vgl. Bruns 2006, S.21)

2.3 Konnektivismus

George Siemens entwickelte 2004 aufgrund der wachsenden Informationsflut den Lernansatz des Konnektivismus. Ihm zufolge werde es neben dem Erwerb von Faktenwissen immer bedeutsamer, zu wissen, wo die jeweilige Information zu finden sei. Träger von Informationen werden im Konnektivismus Knoten genannt. Diese können Personen, Webseiten, Informationsquellen und andere Informationsträger darstellen, welche vernetzt sind. Zu Lernen bedeutet also die Verknüpfung dieser Knoten. Außerdem gewinnt die Fähigkeit Informationen nach Relevanz zu selektieren ebenfalls an Bedeutung. Der konnektivistischen Theorie zufolge hat sich das Lernen damit vom Verständnis einzelner Elemente hin zur Erfassung des großen Ganzen bzw. eines Zusammenhangs gewandelt. (vgl. Bremer 2013, S.36)

2.4 Lebenslanges Lernen und Erwachsenenbildung

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts galt in weiten Teilen unserer Gesellschaft noch die Vorstellung, dass man nach einer (Berufs-)Ausbildung „ausgelernt“ habe und mit allem ausgestattet sei, was man für seinen Beruf benötige, sodass ein „Weiterlernen“ höchstens freiwillig geschah. Diese Ansicht hat sich gewandelt und die Überzeugung, dass eine Bewältigung der modernen Lebenswelt nur durch eine kontinuierliche Weiterbildung möglich ist, gilt als selbstverständlich. Vielmehr, so zitiert Schäfer (2017, S.41) den ehemaligen Direktor des UNESCO Institute for Education Paul Belanger, suche der Mensch immer und überall nach Entwicklungsräumen für sich selbst, um seine persönliche Identität auszuformen und sei bestrebt, dem Leben Bedeutung zu verleihen und in Einklang mit den Fähigkeiten zu gestalten. (vgl. Schäfer 2017, S.41)

Daher macht es Sinn, Lernphasen und Bildungsphasen des Lebenslaufes erneut zu überdenken. Am Anfang des 20. Jahrhunderts sprach man in Deutschland noch von „Volksbildung“, bei der es sich um kollektive Bildungsbemühungen handelte. In den 1920/1930er Jahren berücksichtigte man mit der „Erwachsenenbildung“ eher das Individuum. In den 1970er Jahren wurde diese durch die „Weiterbildung“ abgelöst und darauffolgend wurde die Vorstellung des „lebenslangen Lernens“ populär. Diese Begriffe werden heute oft synonym verwendet, jedoch wird jeweils ein anderer Schwerpunkt angesprochen. (vgl. Schellhammer 2017, S.11f.)

Unter Weiterbildung wird im Grunde die neue Bildungsphase nach dem Abschluss einer ersten Bildungsphase und in der Regel nach Aufnahme einer Erwerbs- und Familientätigkeit gesehen. Dies grenzt das Hochschulangebot, welches sich ebenfalls an erwachsenen Menschen richtet, von der Weiterbildung ab. (vgl. Schäfer 2017, S.45f.)

Lebenslanges Lernen hingegen geht in sofern darüber hinaus, als dass auch das Lernen jenseits formaler Bildungseinrichtungen gemeint wird und auch informelle Prozesse eingeschlossen werden, die für die lebenslange Entwicklung wertvoll sind (vgl. Schellhammer 2017, S.12). Das lebenslange Lernen bezieht sich demnach zwar auf alle Lebensbereiche, dennoch konzentrieren sich die institutionalisierten Angebote zum lebenslangen Lernen vermehrt auf den Weiterbildungssektor (vgl. Schäfer 2017, S.45f.). Mit dem Begriff „Erwachsenenbildung“ wird die besondere biografische Situation des Erwachsenseins hervorgehoben, er wird aber oft synonym oder vermischt mit den zuvor genannten Begriffen verwendet (vgl. Schellhammer 2017, S.12). Die Entscheidung zu einer weiteren Bildungsphase kann ganz unterschiedlich motiviert sein: Berufliche oder private Notwendigkeiten, der Wunsch, etwas zu lernen, wozu zuvor keine Möglichkeit bestand, eine neue Karriere zu beginnen oder eine Spezialisierung auf ein bestimmtes Feld sind nur einige Beispiele. Meist ist der größte Unterschied zum schulischen Lernen die Selbstverantwortlichkeit und Selbstbestimmung der Teilnehmenden und wird beeinflusst durch die reichen Lebenserfahrungen und die aktuelle Lebenssituation der Erwachsenen. (vgl. Schellhammer 2017, S.16f.)

Schäfer sieht für die Bildung von Erwachsenen eine konstruktivistisch geprägte Lernkultur als besonders geeignet, da das Lernen über das Lehren gestellt werde, und sie zum lebenslangen Lernen ebenso beitrage wie zum Erwerb anwendungsbezogenen Wissens und zur Entwicklung von Kompetenzen zur Selbststeuerung, Kooperation und zum Wissensmanagement. Eine Lernkultur, die diesen Prinzipien folge, biete dem Lernenden Freiraum für konstruktive und praxisnahe Aktivitäten. Er fügt außerdem hinzu, dass es gegebenenfalls auch Instruktionen durch die Lehrenden in Form von Hilfestellungen für den Umgang mit Informationen, die Bearbeitung von Problemstellungen und die Zusammenarbeit in Gruppen bedürfe. (vgl. Schäfer, 2017, S. 47)

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Potential von Blended Learning Angeboten für die Erwachsenenbildung
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,0
Jahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V455176
ISBN (eBook)
9783668872301
ISBN (Buch)
9783668872318
Sprache
Deutsch
Schlagworte
blended, learning, erwachsenenbildung, Blendedlearning, Medienpädagogik, Mediendidaktik, Potential
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Das Potential von Blended Learning Angeboten für die Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455176

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