Aufwachsen unter erschwerten Bedingungen. Kinderarmut und ihre Folgen


Hausarbeit, 2018

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Definition von Armut
2.1. relative Armut
2.2. absolute Armut
2.3.soziokulturelles Existenzminimum

3. Kinderarmut
3.1 kindsbezogener Armutsbegriff
3.2 Betroffenheit und Armutsrisiko
3.3 Merkmale von Kinderarmut
3.4. Ursachen von Kinderarmut

4.Auswirkungen von Kinderarmut
4.1 Auswirkungen auf die schulische Leistung
4.2 psychosoziale Folgen
4.3.gesundheitliche Folgen

5. Strategien gegen Kinderarmut
5.1 Chancengleichheit im Bildungssystem
5.2 Ausbau der KiTas
5.3.Bekämpfung durch sozialpädagogische Maßnahmen

6.Fazit

1.Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Aufwachsen in Armut fokussiert auf die Folgen von Kinderarmut und die Herausforderungen für die soziale Arbeit.

Die soziale Benachteiligung von Kindern aus armen Verhältnissen ist aktuell ein wichtiges po- litisches Thema in der westlichen Wohlstandsgesellschaft und gewann in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Dabei rückt immer mehr in Fokus ob der schulische Erfolg durch das Aufwachsen in Armut beeinflusst wird. Wie in Armut lebende Kinder ihre Alltagswelt be- wältigen und welche Folgen diese frühkindliche Belastung hat ist für die Erziehungswissen- schaften ein interessantes Forschungsgebiet.

„Armut von und Armutsfolgen bei Kindern wurden von der deutschen Armutsforschung ab den 1980er Jahren zunächst nicht als eigenständiges soziales Problem thematisiert“ (Holz, 2005, S.88).

Die Bekämpfung der Kinderarmut ist enorm wichtig, denn durch Aufwachsen in Armut entste- hen schlechtere Bildungschancen und andere Beeinträchtigungen (vgl. Andresen, Galic 2015, S.7). „Dabei ist das Aufwachsen in Armut eine schwere Hypothek, mit der Kinder ins Leben starten“ (ebd., S.7).

Kinder und Jugendliche sind von allen Altersgruppen an häufigsten betroffen, Tendenz stei- gend (vgl. Hock, Holz, Wüstendörfer 2000, S.8). „Am Ende des Jahres 1997 waren 37,2 % der Sozialhilfebezieher Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren“ (ebd., S.8). „Etwa die Hälfte der betroffenen Kinder lebt mit nur einem Elternteil, meist der Mutter, zusammen“ (ebd., S.8)

„Eingeschränkte ökonomische Ressourcen veranlassen viele Eltern, die Kinder möglichst früh von der Schule zu nehmen, um eine finanzielle Entlastung zu erfahren. Ebenso wirkt sich eine ungünstige soziale Lage der Familie auf die Bildungsmöglichkeiten der Kinder aus“ (Schnie- ring, 2006, S.85).

Nicht nur Benachteiligungen in der schule sind Folgen von Kinderarmut sondern auch zuneh- mend gesundheitliche Defizite. „Bei allen Einschränkungen hinsichtlich methodischer und em- pirischer Schwierigkeiten der Sozial- und Gesundheitsberichtserstattung in der Bundesrepub- lik kann als gesichert gelten, dass materielle Armut immer auch Auswirkungen auf die Ge- sundheit hat“ (Butterwegge, Klundt, Belke-Zeng, 2008, S.163).

Die Arbeit beginnt mit den Definitionen von Armut und den kindsgerechten Armutsbegriff. Im 4. Kapitel werden Folgen und Auswirkungen von Kinderarmut vorgestellt. Im 5 Artikel werden Strategien gegen Kinderarmut diskutiert auch mit Hinblick auf die soziale Arbeit.

2. Definition von Armut

2.1. Relative Armut

Laut dem Statistischem Bundesamt ist die relative Armut rein ressourcenorientiert und „defi- niert sich dabei über die Einkommensgrenzen des nationalen bzw. regionalen Durchschnitts- einkommens aller Haushalte. 60 Prozent des Durchschnittseinkommens wird aktuell als Ar- mutsrisikogrenze angesehen“ (Gerull, 2011, S.19). Es wird ein sogenanntes Äquivalenzein- kommen der Haushaltsmitglieder berechnet um ein vergleichbares Pro-Kopf- Einkommen zu- bekommen (vgl.ebd., S.19).

2.1. absolute Armut

„Dem Konzept der absoluten Armut liegt ein rein ressourcenorientiertes Verständnis von Armut zugrunde. Verstanden wird darunter das physische Existenzminimum im Sinne einer Überle- bensgrenze“ (Gerull, 2011, S.14).

Das Geld ist für die betroffenen zum reinen Überleben notwendig (vgl. ebd.,S.14).

2.1. soziokulturelles Existenzminimum und bekämpfte Armut

„Mit den als Rechtsanspruch im SGB2 und SGB4 verankerten Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes soll neben dem reinen Überleben die Teilhabe am Leben in der Gemein- schaft ermöglicht werden“ (Gerull, 2011, S.14).

Dieser Rechtsanspruch ermöglicht eine mit der Würde des Menschen entsprechende Teilhabe an der Gesellschaft (vgl. ebd., S.15).

Als bekämpfte Armut bezeichnet man die Versorgung mit sozialstaatlichen Leistungen wie Wohngeld und Sozialhilfe, durch die Transferleistungen des Staates gilt die Grenze des sozi- okulturellen Existenzminimums als erreicht (vgl. ebd., S.16).

3. Kinderarmut

„Von Armut wird immer nur dann gesprochen, wenn familiäre Einkommensarmut unterhalb der EU-Armutsrisikogrenze liegt“ (Holz, 2010, S.37).

Es gibt 4 Lebenslagedimensionen von Kindern in denen Einschränkungen feststellbar sein können.

Zu einem die materielle Versorgung des Kindes, die meint die Grundversorgung wie Nahrung, Kleidung und Wohnen (vgl. ebd.) “Häufiger kamen arme Kinder hungrig in die Einrichtung und/oder dem Kind fehlte die körperliche Pflege“ (Holz, 2010, S.38). Dann die Lebenslagedi- mension im kulturellen Bereich, dies meint Bildung dazu zählt das Arbeits-, Spiel- und Sprach- verhalten (vgl.ebd.). „Mehr als die Hälfte der armen Mädchen und Jungen waren im Hinblick auf ihr Spiel- und Sprachverhalten auffällig“ (Holz, 2010, S.39). Eine weitere Lebenslagedi- mension ist die im sozialen Bereich, also die soziale Integration und die letzte Lebenslagedi- mension ist die gesundheitliche Lage und meint z.B. die körperliche Entwicklung (vgl. ebd.).

3.1. kindergerechter Armutsbegriff

„Im Rahmen dieser AWO-ISS-Studie wurde der Anspruch formuliert, einen weiteren „Kinder- gerechten“ Armutsbegriff zu entwickeln und empirisch umzusetzen“ (Holz, 2005, S.96).

Folgende Betrachtungsweisen sind wichtig um Armut aus der Perspektive von Kindern sehen zu können:

- „Es ist auf die spezifische Lebenssituation der Altersgruppen einzugehen. Dabei sind die jeweils anstehenden Entwicklungsprozesse zu berücksichtigen. Genauso die subjektive Wahr- nehmung der Kinder und der Sozialraum einzubeziehen“ ( Holz, 2005, S.96).

- Die familiäre Struktur und die Situation im Haushaltes, indem das Kind lebt ist zu berücksich- tigen, denn die kindliche Lebenslage ist von den Eltern abhängig (vgl. ebd.).

- „Es ist ein mehrdimensionales, nicht allein auf das Familieneinkommen bezogenes Verständ- nis von Armut notwendig“ (ebd.).

- „Die spezifische Problemlage „Armut“ darf nicht als Sammelbegriff für alle benachteiligten Lebenslagen von Kindern verwendet werden“ (ebd.).

3.2 Betroffenheit und Armutsrisiko

„Kinder sind vor allem dann risikogefährdet, wenn sie in einer Familie mit einem oder mehreren der folgenden fünf sozialen Merkmale aufwachsen: alleinerziehend, bildungsfern, Migrations- hintergrund, mehr als zwei Geschwister, Lebensort ist ein sozial belastetes Quartier“ (Holz, 2010, S.36). Die Armutsrisikoquote der unter 18-Jährigen beträgt 17,7 % (vgl. ebd.).

2009 war jedes sechste Kind von Hartz 4 abhängig (vgl. ebd.).

Das Armutsrisiko ist seit 2000 bei den unter 18-Jährigen und Paaren mit Kindern gewachsen (vgl. Holz, 2005, S.92).

Laut AWO-ISS-Langzeitstudie waren zwischen 1994 und 2004 17% der Kinder dauerhaft arm, diese dauerhafte Armut ermöglicht Kindern immer weniger ein Aufwachsen in Wohlergehen (Holz 2010, S.41)

3.3 Merkmale von Kinderarmut

Im Folgenden werden ein paar Merkmale von Kinderarmut aufgezählt die sowohl auch als Ursachen eines sozialen Ausgrenzungsprozesses handeln kann.

„Ein Unzureichender Zugang zu Wissen, Bildung und Information, Entwicklungsverzögerun- gen und Gesundheitsstörungen, Gewalt in der Familie, Sozial- emotionale Defizite, Unzu- reichende- berufliche Qualifizierung der Eltern und Fehlen verlässlicher Strukturen innerhalb des Familiensystems sind Merkmale die die Lebenssituation von Kinderarmut beschreiben (Gerull, 2011, S. 176).

Durch die AWO-ISS-Langzeitstudie empirisch erprobt werden einige Merkmale von Kinderar- mut nun aufgezählt. „Das Kind lebt in einer Einkommensarmen Familie und es zeigen sich kindspezifische Armutsformen in Gestalt von materieller, kultureller, gesundheitlicher und so- zialer Unterversorgung“ (Holz, 2010, S.38). Weiterführend sind „die Entwicklungsbedingungen des Kinder beeinträchtigt und die Zukunftsperspektiven des Kindes sind eingeschränkt“ (vgl. ebd.,S.38).

3.4 Ursachen von Kinderarmut

„An erster Stelle der Ursachen für Kinderarmut steht die Arbeitslosigkeit eines oder beider Elternteile, gefolgt von der Alleinerziehung eines Elternparts; einen großen Armutsrisikofaktor bildet speziell der Alleinerziehungsstatus der Mütter. Eine erhöhte Kinderarmutsgefährdung besteht zudem für Elternhäuser mit mehr als zwei Kindern sowie für Familien mit Zuwande- rungshintergrund“ (Feustel, 2007, S.20).

Auch Trennung oder Scheidung gelten als Auslöser von Kinderarmut, denn es existiert nun eine finanzielle Mehrbelastung durch die doppelten Haushaltsführungen (vgl. ebd., S.21).

Zusätzlich können alleinerziehende oft nur zeitlich begrenzt arbeiten da es nicht genügend Ganztagseinrichtungen gibt oder diese zu teuer wären (vgl. ebd.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Aufwachsen unter erschwerten Bedingungen. Kinderarmut und ihre Folgen
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V457634
ISBN (eBook)
9783668874503
ISBN (Buch)
9783668874510
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aufwachsen, bedingungen, kinderarmut, folgen
Arbeit zitieren
Linda Hajzeraj (Autor), 2018, Aufwachsen unter erschwerten Bedingungen. Kinderarmut und ihre Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457634

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Aufwachsen unter erschwerten Bedingungen. Kinderarmut und ihre Folgen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden