Integrationskonzept der fiktiven Gemeinde Multikultisheim


Seminararbeit, 2018
25 Seiten, Note: 1,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Warum leisten wir Integrationsarbeit in Multikultisheim?

3 Wie entstand unser Integrationskonzept?
3.1 Leitsätze unserer Integrationsarbeit
3.2 Demographische Daten

4 Der Bedarf an Integrationsangebote je nach Aufenthaltsdauer

5 Der Bedarf an Integrationsangebote je nach Integrationsphasen
5.1 Ankunftsphase - Gute Wohnsituation
5.2 Orientierungsphase: Bildung und Beratung
5.3 Verfestigungsphase
5.4 Phase des Zurückgebens und der Suche nach Anerkennung

6 Integrationsfelder – Ziele und Maßnahmen
6.1 Integrationsfeld 1. Soziale Integration und Bekämpfung von Diskriminierung und Rassismus
6.2 Integrationsfeld 2. Arbeitsmarkt und Bildung
6.3 Integrationsfeld 3. Bürgerliches Engagement
6.4 Integrationsfeld 4 : Gesundheitsversorgung und Sport
6.5 Integrationsfeld 5: Politische Teilhabe

7 Rolle der Neubürgerinnen und Neubürgern

8 Danksagung und Ausblick

9 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Zwar hat die Kommune keine gesetzgebende Funktion wie der Bund und das Land aber sie spielt eine wesentliche Rolle in der Integrationspolitik. Sie ist nämlich der erste Ansprechpartner für Bürger und Bürgerinnen bei jeglichen Belangen. Somit repräsentiert sie den Staat und hat deswegen die Aufgabe freundlich und kompetent zu agieren um ihren Klienten ein positives Bild des Staats zu vermitteln. Vor allem wenn es sich bei diesen Klienten um Personen handelt, die neu in einer Kommune sind oder um Migranten oder Migrantinnen , die nur seit ein paar Jahren in Deutschland leben, muss die Kommune angesichts deren anfänglichen Uninformiertheit und Desorientierung in der Lage sein sie in den verschiedenen Strukturen der Gemeinde gut einzugliedern und für ein gutes Zusammenleben für alle in der Kommune lebenden Personen zu sorgen. Um dies zu erreichen braucht sie eine genaue Vorgehensweise.

Im Folgenden werde ich anhand eines von mir konzipiertes Integrationskonzept für die fiktive multikulturelle Stadt „Multikultisheim“ zeigen, wie eine solche Vorgehensweise aussehen könnte und anhand welcher Mitteln eine Kommune die Belange ausländischer Bürger und Bürgerinnen zufriedenen stellen könnte.

2 Warum leisten wir Integrationsarbeit in Multikultisheim?

Integrationsarbeit zu leisten ist die Aufgabe aller in einer Gesellschaft lebenden Personen. Sie deckt alle Lebensbereiche eines Menschen und ist auf der einen Seite eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und auf der anderen Seite die Verantwortung eines jeden einzelnen Gesellschaftsmitglieds. Zudem sind deutsche Kommunen nach dem Grundgesetz zur "Daseinsvorsorge" für ihre Bürger verpflichtet. Dies leitet sich aus den Menschenrechten und dem Grundgesetz ab und betrifft ebenfalls Gesundheit, Bildung, kommunale Infrastruktur.1

An Bedeutung gewonnen hat die Integrationsarbeit durch die vielen polarisierende Debatten über Integrationsangeboten für die große Zahl der Asylsuchenden, die in den letzten Jahren nach Deutschland kamen. Wie der Name unserer Stadt verrät, hat der Migrationshintergrund in der Geschichte Multikultisheims schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Menschen mit Migrationshintergrund haben seit Gründung unserer Stadt die kulturelle, wirtschaftliche und soziale Entwicklung mitbeeinflusst. Multikultisheim möchte mit ihrer Integrationspolitik diese Menschen würdigen und ein friedliches Miteinander zwischen aller Multikultisheimerinnen und Multikultisheimer aus verschiedenen Kulturen nachhaltig gestalten. Sowohl die Aufnahmegesellschaft als auch die Zuwanderinnen und Zuwanderer sollen das gesellschaftliche Leben mitgestalten.

Aus diesem Grund wird im Folgenden ein kommunales Integrationskonzept entwickelt. Zielgruppe sind diejenigen, die seit mehreren Generationen in Multikultisheim leben als auch die, die neu zuwandert sind oder die, die temporär die Stadt bewohnen werden.

Grundlegend für das Konzept ist die Definition von Integration. Allerdings gibt es für den Begriff „Integration“ keine allgemeingültige Definition. Je nach Perspektive werden von der Wissenschaft unterschiedliche Dimensionen hervorgehoben. In seinem Buch „ Wie integriert man Migranten“ geht Heckmann (2014) auf drei allgemeine Strukturdimensionen des Begriffs ein. Demnach ist Integration:

- aus einzelnen, unverbundenen Elementen eine Struktur und ein System bilden
- zu einer existierenden Struktur einzelne Elemente hinzufügen und diese mit der existierenden Struktur und dem existierenden System verknüpfen
- die Beziehungen zwischen den Elementen eines Systems stärken bzw. verbessern2

Hartmut Esser betont v.a. die soziale Dimension und definiert Sozialintegration als einen Prozess der Mitgliedschaftswerdung von Migranten und Migrantinnen in der aufnehmenden Gesellschaft. Er unterscheidet vier Dimensionen von Sozialintegration: die strukturelle, kulturelle, soziale und die identifikatorische Dimension. 3

Die Strukturelle Integration beschreibt bei Esser die Eingliederung als Mitglied in zentralen Bereichen der Aufnahmegesellschaft. Als Kernbereichen der Gesellschaft sind: Bildung- und Ausbildungssystem, Wohnungs- und Arbeitsmarkt und die politische Gemeinschaft gemeint. Die kulturelle Integration beschreibt Prozesse, kultureller, verhaltens- und kommunikativer Veränderungen hinsichtlich von Werten, Normen und Einstellungen seitens der Migrationsbevölkerung als auch der Aufnahmegesellschaft. Indikatoren einer erfolgreichen sozialen Integration wiederum sind für Esser beispielsweise das soziale und Kulturelle Kapital (soziale Netzwerke, interethnische Eheschließungen, Freundschaften, Vereinsmitgliedschaften), welches den Migranten zur Verfügung steht. Zuletzt bezeichnet die identifikatorische Integration das Gefühl der persönlichen Identifikation und Zugehörigkeit zur Aufnahmegesellschaft bzw. den regionalen und/oder lokalen Strukturen.

3 Wie entstand unser Integrationskonzept?

Der Multikultisheimer Stadtrat hat die Verwaltung im Januar 2016 beauftragt ein Integrationskonzept und integrationspolitische Leitlinien für Multikultisheim zu entwickeln. Nach zweieinhalb Jahren intensiver Arbeit und mithilfe von sowohl internen als auch von externen Mitarbeitern und vor allem mit aktiver Beteiligung der EinwohnerInnen der Gemeinde von Multikultisheim können wir endlich das Integrationskonzept von Multikultisheim präsentieren. Dieses Handbuch soll für die nächsten 3 Jahre die soziale, kulturelle und strukturelle Integration unserer Gemeinde bestimmen und als Grundlage für die nächsten Integrationskonzepte fungieren. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten im Arbeitsprozess, konnten wir anhand dieses Konzepts feststellen, welchen Erfolg die Zusammenarbeit unabhängig von den Differenzen haben kann. Dies zeigt, dass das was uns verbindet stärker ist als unsere Differenzen, die in einer solch multikulturellen Stadt wie unserer respektiert und diskutiert werden müssen.

Das Integrationskonzept ist das Resultat aus der Zusammenarbeit von gesellschaftspolitischen Gespräche von internen Mitarbeitern der Stadtverwaltung und externen Fachleuten. Die Zusammensetzung dieser Arbeitsgruppe soll zeigen, dass kommunale Integrationspolitik nur erfolgen kann, wenn sie von verschiedenen Akteuren aus verschiedenen Zweigen wie beispielsweise aus der Gesellschaft, Kultur, Bildung, Verwaltung, Wirtschaft, etc…diskutiert wird.

Unser Integrationskonzept ist schließlich am 10 Oktober 2018 vom Stadtrat verabschiedet worden. An dieser Stelle, möchte ich mich im Namen von allen meinen Kollegen bei allen die uns unterstützt haben bedanken. Wir stehen als Ansprechpartner für alle MultikultisheimerInnen zur Verfügung und freuen uns auf Resonanz aus der Bevölkerung.

Leiter des Integrationsbüros

3.1 Leitsätze unserer Integrationsarbeit

Die mitwirkenden Akteure haben sich auf folgende Leitsätze für die gemeinsame Integrationsarbeit geeinigt:

- Gleichberechtigte Teilnahme von Menschen mit Migrationshintergrund am gesellschaftlichen Leben.
- Gleichberechtigter Zugang zu Bildungsinstitutionen und zum Arbeitsmarkt
- Interkulturelle Öffnung der städtischen Institutionen Multikultisheims
- Stärkung und gute Vernetzung der ehrenamtlichen Arbeit
- Bekämpfung von Rassismus und Vorurteilen
- Politische Bildung und Motivation zum politischen Engagement

3.2 Demographische Daten

Für eine erfolgreiche Integrationsarbeit in der Stadt Multikultisheim ist es wichtig einen Überblick über die Zahlen der Menschen mit Migrationshintergrund zu haben. Aktuell leben rund 20390 Personen mit Migrationshintergrund, das sind 26 % der Gesamtbevölkerung der Stadt. Von diesen besitzen 8750 die deutsche Staatsangehörigkeit und 11146 Personen kommen aus dem EU-Ausland. Prozentual lässt dies sich folgend darstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die größten Bevölkerungsgruppen nach Nationalitäten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Insgesamt leben in Multikutisheim Menschen aus 88 Nationen. Bei den meisten handelt es sich häufig um nicht signifikanten kleinen Gruppen mit weniger als 5 Personen oder um Einzelpersonen. Die Gruppen mit den meisten Mitgliedern stammen aus Nicht EU- Ländern. Unter den dreizehn größten Gruppen befinden sich lediglich die Türkei, Russland und Syrien als Nicht-EU-Mitgliedsstaaten. Mit 5601 Personen stellen die Türken die größte ausländische Bevölkerungsgruppe dar, gefolgt von Russland (4200), Italien (3337), Polen (3129) und Syrien (1123). Die Multikutisheimer Bevölkerung mit Migrationshintergrund setzt sich aus Menschen unterschiedlicher Altersklassen zusammen: von Senioren bis Kindergartenkinder, wobei der Großteil aus jungen Erwachsenen und Eltern mit Kindern besteht. Einige von den jungen Erwachsenen leben in der dritten Generation in Deutschland, ungefähr 10 % sind Studenten aus Eu-Ländern und Drittstaaten wie Frankreich, Spanien, Kamerun oder Togo. Die Zahl der Geflüchteten aus Drittstaaten ist im Vergleich zu anderen Kommunen der Bundesrepublik sehr hoch. Dies ist auf die gute wirtschaftliche Lage und der geringen Einwohnerzahl Multikultisheims zurückzuführen. Die Neuzuwanderung von Menschen aus nicht sicheren Herkunftsländern4 wie Syrien, Somalia oder Eritrea ist auf die Masseneinwanderung seit 2010 zurückzuführen. Unter Berücksichtigung der signifikanten Zahl der Neuzugezogenen – unter anderem viele Studierende– und den seit Generationen in Multikultisheim lebenden Menschen mit Migrationshintergrun

(z.B.Ttirkei, Italien, Russland)- haben wir ein vielseitiges Konzept herausgearbeitet, das die Zielgruppe in den verschiedenen Lebenslagen untersttitzt.

[...]


1 Vgl. Art 20 I Grundgesetz

2 Heckmann 2014, S 70

3Vgl. Heckmann 2014, S 72

4 Vgl. §29Abs. 1 AsylG

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Integrationskonzept der fiktiven Gemeinde Multikultisheim
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,3
Jahr
2018
Seiten
25
Katalognummer
V459641
ISBN (eBook)
9783668913363
ISBN (Buch)
9783668913370
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Flüchtlinge, Ausländer, Integration, Assimilation, Interkulturalität, strukturelle Integration, kulturelle Integration, Deutschland, EU, Unionsbürger, Kultursensibilität, Kommune, Gemeinde, Integratiosmanagement, Integrationspolitik, Migration, Migrationspolitik, Kultur, Fremdheit
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Integrationskonzept der fiktiven Gemeinde Multikultisheim, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459641

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