Mergers and Acquisitions. Chancen und Risiken beim Unternehmenskauf


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017

24 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mergers and Acquisitions (M&A)
2.1 Definition M&A
2.2 Historische Entwicklung von M&A
2.3 Motive, Chancen und Ziele

3 Analyse des M&A-Prozesses
3.1 Ablauf
3.1.1 Vorfeldphase
3.1.2 Transaktionsphase
3.1.3 Integrationsphase
3.2 Risikofaktoren bei M&A-Transaktionen

4 Der Mannesmann-Vodafone-Deal und seine Auswirkungen

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichni

Abbildung 1: Formen von Unternehmenszusammenschlüssen

Abbildung 2: Die sechs Wellen auf dem amerikanischen M&A-Markt

Abbildung 3: Motive des Käufers für M&A-Entscheidungen

Abbildung 4: Stakeholder des M&A-Prozesses

Abbildung 5: Die drei M&A-Phasen

Abbildung 6: Die Mannesmann AG im Jahr 1999

Abbildung 7: Die Mannesmann AG nach der Übernahme durch Vodafone

1 Einleitung

Mergers and Acquisitions (zu Deutsch: Fusionen und Übernahmen) – einer der spannendsten und dynamischsten Teilbereiche der Wirtschaft. Besonders in den letzten Jahren hat der Markt für Unternehmenskäufe und –Verkäufe einen regelrechten Boom erfahren.1 Historisch gesehen verlief das M&A-Geschäft wellenartig, allerdings veränderten sich mit jeder Welle auch die Schwingungsdauer, die Elongation sowie das Volumen der Transaktionen.2 Im Zuge der Globalisierung, der Veränderungen durch die Digitalisierung, die Veränderung der Kapitalmärkte und den Unternehmensstrukturen hat sich die Wirtschaft in den letzten 20 Jahren stark verändert, was erhebliche Marktschwankungen aufweist.

Auch am M&A-Markt sind Marktschwankungen zu beobachten. Diese lassen sich in drei Erklärungsansätzen unterscheiden.3 Die saisonale Schwankung weist jeweils zum Jahresende und zum Frühjahr eine erhöhte Anzahl von Übernahmen auf. Konjunkturelle Schwankungen sind oft in den Branchen zu beobachten, in denen bereits Transaktionen – vor allem mit branchenweiten Auswirkungen – erfolgt sind und zu einer beachtlichen Aktivität auf dem Markt führen. Des Weiteren sind strukturelle Schwankungen bei Veränderungen des Regulierungsumfeldes zu beobachten.4

Aber was versprechen sich Unternehmen von M&A-Transaktionen? Zum einen spielen die Chancen auf Kosteneinsparungen eine große Rolle. Zum anderen müssen sich Unternehmen in der heutigen globalen Marktwirtschaft behaupten können und wettbewerbsfähig bleiben. Sie müssen sich an die sich stetig wechselnden Bedingungen am Markt anpassen können um standhaft zu bleiben.5 Darüber hinaus schaffen sich Unternehmen durch Akquisitionen Zugang zu anderen Märkten, sodass diese noch mehr an Wachstum und Bekanntheit erlangen. Das Hauptziel einer M&A-Transaktion ist die Steigerung des Unternehmenswertes – der sogenannte Synergieeffekt.

Selbstredend stehen – besonders Transaktionen großer oder bekannter Unternehmen – im Mittelpunkt der Öffentlichkeit und werden intensiv und kontrovers diskutiert.6

Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, die Chancen und Risiken von M&A- Transaktionen aufzuzeigen und einen Ausblick in die Zukunft der M&A-Branche zu geben.

Im zweiten Kapitel wird auf theoretische und begriffliche Grundlagen von M&A eingegangen. Anschließend wird die Historie durch die sechs Wellen des M&A- Marktes erläutert. Abschließend werden die Ziele und Motive von M&A- Transaktionen in granularer Form vorgestellt.

Das dritte Kapitel bezieht sich auf den allgemeinen Ablauf des M&A-Prozesses. Es werden die Stakeholder des M&A-Managements vorgestellt, die verschiedenen Phasen einer Transaktion erläutert und abschließend Risikofaktoren einer M&A- Transaktion aufgezeigt.

Nachfolgend wird im vierten Kapitel der im Jahre 2000 stattgefundene Mega-Deal zwischen Mannesmann und Vodafone detailliert erläutert, Kritiken beleuchtet und der Status Quo vorgestellt.

Im letzten Kapitel, dem Fazit, werden die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Arbeit zusammengefasst und interpretiert. Abschließend wird ein Ausblick in die Zukunft des M&A-Geschäfts gegeben.

2 Mergers and Acquisitions (M&A)

2.1 Definition M&A

Den Begriff M&A zu definieren ist nicht leicht, da er nicht einheitlich bzw. konsequent definiert wird.7 Im Rahmen der ersten Übernahmewelle von 1895 – 1904 wurde der Begriff M&A ins Leben gerufen. Erst in den 1980er Jahren wurde M&A in Deutschland stärker thematisiert. Da es keine klare Definition gibt fallen viele Begriffe unter den Terminus M&A, wie z.B. Fusionen, Takeover, Zusammenschlüsse, Strategische Allianz, Outsourcing uvm. Allerdings haben alle diese Fachbegriffe eines gemeinsam – die zentrale Bedeutung der Transaktion.

Durch die Komplexität der Definierung ist es sinnvoller, näher auf die unterschiedlichen Formen von Unternehmenszusammenschlüssen einzugehen. Die Begriffe Unternehmenskooperation und Unternehmensverknüpfungen werden durch wirtschaftliche und rechtliche Faktoren unterschieden.8 Bei Unternehmenskooperationen arbeitet man mit wirtschaftlich und rechtlich selbstständigen Partnern zusammen. Bei den Unternehmensverknüpfungen muss mindestens eines der beteiligten Unternehmen die wirtschaftliche Selbstständigkeit aufgegeben haben.9

Abbildung 1: Formen von Unternehmenszusammenschlüssen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Bieg/Kußmaul, Eexternes Rechnungswesen, 2006 S.345ff.

2.2 Historische Entwicklung von M&A

Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden fünf abgeschlossene und eine laufende Welle des M&A-Marktes dokumentiert. Nachstehende Abbildung soll die sechs Wellen und die jeweiligen Fälle von M&A-Transaktionen auf dem US-Markt darstellen.

Abbildung 2: Die sechs Wellen auf dem amerikanischen M&A-Markt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Jansen, Stephan A., Mergers & Acquisitions, 2008, S. 62

Deutlich erkennbar sind die Zusammenhänge zwischen den Wellen und den Börsen-Konjunkturen und verschiedenen Meilensteinen der Geschichte, wie z.B. die industrielle Revolution oder die Digitalisierung.10

Die erster Merger-Welle fand wie im Schaubild zu beobachten um die Jahrhundertwende statt. Diese lässt sich direkt auf die industrielle Revolution zurückführen. Miteinhergehende Preissenkungen, Massenproduktionstechnologien und Überkapazitäten verstärkten den Effekt zusehends. Des Weiteren entstanden durch Aktienemissionen Unternehmen, die über 60% des Gesamtmarktes einnahmen. American Tobacco hatte nach den Zusammenschlüssen einen Marktanteil von 90%.11 Die Zusammenschlüsse, die vorwiegend horizontal verliefen, welches dem Preisverfall entgegenwirkte, führten zu einer weitreichenden Konsolidierung des Marktes sowie Monopolbildung. Das Ende der ersten Welle war dem Börsencrash 1904 geschuldet, was eine hohe Anzahl von Unternehmen in der verarbeitenden Schwerindustrie zu Folge hatte.

Durch wirtschaftlichen Aufschwung und neue Technologien erfolgte die zweite Welle in den 1920er Jahren – den „Roaring Twenties“. Hier dominierte vor allem die vertikale Integration durch Übernahmen von in der Wertschöpfungskette vor- oder nachgelagerten Unternehmen. Vor allem die Banken-, Versorger-, Nahrungsmittel-, Bergbau- und Chemiebranche waren betroffen. Durch den erneuten Crash an der Börse 1929 – dem „Black Friday“ – endete die zweite M&A-Welle und führte in die Weltwirtschaftskrise.12

In den 1960er Jahren entstanden breit aufgestellte Konglomerate; dies sind Unternehmen, die branchenfremde Unternehmen kaufen und zu Mischkonzernen werden. Die konglomerale Integration ist eine Folge der in den 1950er Jahren entwickelten Portfoliotheorien durch Harry M. Markowitz. Ziel war es sich durch Risikostreuung und Diversifikation durch unverwandte Industrien in neuen und wachsenden Geschäftsfeldern zu positionieren und Synergieeffekte zu nutzen. Während der dritten Welle wurden Transaktionen überwiegend über Aktientäusche abgewickelt. Der Einbruch der Aktienmärkte verbunden mit neuen Steuerreformen beendete diese Welle.

Die vierte – wildeste – Merger Welle, auch „Merger Mania“ genannt fand Mitte bis Ende der 1980er Jahre statt. Folgende drei Treiber führten zu dieser Welle. Zum einen wurden Staatsunternehmen liberalisiert. Zum anderen internationalisierten sich amerikanische Unternehmen zusehends. Als letzter Faktor gelten die Desinvestitionen von Randbereichen.13 Durch die Liberalisierung der Monopolgesetze nahm die Attraktivität der Unternehmenskäufe und -Übernahmen wieder zu. Auch wenn die Anzahl der Transaktionen nicht übermäßig hoch war galt diese Welle als manisch. Sie gilt als Grundpfeiler für die Entwicklung der nächsten 20 Jahre Management-Kultur, da hier die Samen für die globale Shareholder- Value-Orientierung und das Kernkompetenzen-Konzept gesät wurde. Beendet wurde die vierte Welle durch die Rezession im Jahre 1989/1990.

Geprägt war die fünfte Welle vor allem durch die Globalisierung, der Shareholder- Value-Entwicklung und der damit einhergehenden Kapitalmarktentwicklung, der „New Economy“, die Akquisitionsstrategien unter dem Stichwort der technologischen Konvergenz zu Folge hatte. Merkmal für diese Phase waren die bis zu dreimal so hohen Übernahmepreise, als in der vorherigen Welle. Mega- Deals, wie z.B. der Zusammenschluss von Daimler-Benz und Chrysler, prägten diese Welle. Ab dem Jahre 2001 gingen die M&A-Aktivitäten rapide zurück, vor allem durch die Abschwächung der internationalen Konjunktur und nicht zuletzt den Attentaten vom 11. September 2001.

Die sechste – noch laufende Welle – begann ab dem Jahre 2002 und ist von globalen M&A-Strategien aufgrund deregulierter Welt- und Finanzmärkte geprägt, die vormals isolierte Märkte frei zugänglich machten. Eine entscheidende Rolle in dieser Phase spielen überwiegend institutionelle Investoren in Form von Private Equity Gesellschaften und Hedgefonds, die den Großteil der weltweiten Transaktionen finanzierten. Der Einfluss neuer Technologien, die Digitalisierung, sowie die steigende Anzahl stagnierender Märkte galten als Anzeichen für die siebte Welle. Allerdings folgte aus den Unsicherheiten der Weltwirtschaftskrise 2008/209 ein Rückgang der M&A-Aktivitäten.14

Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus, den gefallenen Bewertungen und dem hohen Konsolidierungsdruck vieler Branchen ist davon auszugehen, dass die sechste Welle noch nicht bald beendet wird. Des Weiteren haben sich die Motive und Ziele für M&A-Transaktionen im Laufe der Zeit geändert, wie im nächsten Kapitel erläutert wird.15

2.3 Motive, Chancen und Ziele

Wie in der Einleitung bereits erwähnt verfolgt der M&A-Markt verschiedene Ziele. Motive und Ziele aus Käufersicht sind in drei verschiedene Kategorien einzuteilen. Folgende Abbildung zeigt diese auf und werden im nachfolgenden erläutert.

Abbildung 3: Motive des Käufers für M&A-Entscheidungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Wirtz, Bernd W., 2012, S. 64

Zusammenschlüsse, die Ausdruck der Unternehmensstrategie sind bzw. diese umsetzen werden strategische M&A genannt. Ziel dieser strategischen M&A sind wie anfangs erwähnt Synergieeffekte, sprich Einstellung von Unternehmenszuwachs durch wirtschaftliche Vereinigung von zwei Unternehmen. Bei genannten Synergieeffekten wird zwischen den quantitativen und den qualitativen Einflüssen unterschieden.16 Quantitative Einflüsse sind beispielsweise Economics of Scale und Scope, qualitative Einflüsse werden durch Zeit- und Qualitätseffekte beschrieben.17

Zu den Strategischen Motiven gehören drei Unterkategorien, wie das Marktmotiv. Durch die Internationalisierung der Märkte stehen Unternehmen täglich vor neuen Herausforderungen. Hier nutzen Unternehmen den M&A-Markt zur Absicherung, zum Ausbau ihrer Marktmacht, der Markterweiterung sowie zur Beschränkung der Konkurrenz. Darüber hinaus wirkt sich M&A auch wiederkehrend auf den Beschaffungs- und Absatzmarkt aus. Die Vermeidung von Engpässen und die Gewährleistung gleichbleibender hohen Qualität sind grundlegende Motive im Beschaffungsmarkt. Wie der Name schon verrät, stellt die Förderung des Absatzes bei den Absatzmärkten das Motiv dar. Ferner können hierbei ebenso Wettbewerbsvorteile erzielt werden.18

[...]


1 Vgl. Wirtz, Bernd W., Mergers & Acquisition Management, 2012, S. 6.

2 Vgl. Jansen, Stephan A., Mergers & Acquisitions, 2008, S. 1.

3 Vgl. Jansen, Stephan A., Mergers & Acquisitions, 2008, S. 1f.

4 Vgl. Jansen, Stephan A., Mergers & Acquisitions, 2008, 66ff.

5 Vgl. Wirtz, Bernd W., Mergers & Acquisition Management, 2012, S. 5.

6 Vgl. Glaum, Martin, Hutzschenreuter, Thomas, Mergers & Acquisitions, 2010, Vorwort.

7 Vgl. Wirtz, Bernd W., Mergers & Acquisition Management, 2012, S. 9.

8 Vgl. Wirtz, Bernd W., Mergers & Acquisition Management, 2012, S. 10ff.

9 Vgl. Wirtz, Bernd W., Mergers & Acquisition Management, 2012, S. 14ff.

10 Vgl. Jansen, Stephan A., Mergers & Acquisitions, 2008, S. 62.

11 Vgl. Jansen, Stephan A., Mergers & Acquisitions, 2008, S. 63

12 Vgl. Wirtz, Bernd W., Mergers & Acquisition Management, 2012, S. 96.

13 Vgl. Jansen, Stephan A., Mergers & Acquisitions, 2008, S. 63.

14 Vgl. Wirtz, Bernd W., Mergers & Acquisition Management, 2012, S. 98.

15 Vgl. Wirtz, Bernd W., Mergers & Acquisition Management, 2012, S. 101.

16 Vgl. Wirtz, Bernd W., Mergers & Acquisition Management, 2012, S. 64.

17 Vgl. Wirtz, Bernd W., Mergers & Acquisition Management, 2012, S. 65.

18 Vgl. Wirtz, Bernd W., Mergers & Acquisition Management, 2012, S. 66f.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Mergers and Acquisitions. Chancen und Risiken beim Unternehmenskauf
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,7
Jahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V461318
ISBN (eBook)
9783668908949
ISBN (Buch)
9783668908956
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mergers, acquisitions, chancen, risiken, unternehmenskauf
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Mergers and Acquisitions. Chancen und Risiken beim Unternehmenskauf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461318

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