Grundbegriffe der Rechtsphilosophie. Immanuel Kants "Metaphysik der Sitten"


Ausarbeitung, 2017

10 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. ImmanuelKant
2.2. Philosophie Kants und die reine Vernunft
2.3. Die Metaphysik der Sitten (S.211­228)
2.4. Freiheit und Schuld

Fazit

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Kant gilt als der wohl wichtigste Denker der Aufklärung in Deutschland. Geht man von der Frage „Was versteht Kant unter Metaphysik der Sitten?“ aus, so kann man folgende Beschlüsse herausziehen. Für Kant ist die „Metaphysik der Sitten“ ein Teil der Ethik, der unabhängig von Erfahrungen (a priori) versucht, moralische Gesetze aufzustellen und zu begründen.

Die Metaphysik der Sitten soll die Idee und die Prinzipien eines möglichen reinen Willens untersuchen.

Die Idee ist ebenso daraus herausgegangen eine Metaphysik der Sitten zu haben, also einen Versuch was versucht zu erklären was eigentlich moralisch ist, durch eine Metaphysik, also Themen von Begriffen, die nicht aus der Erfahrung beruhen, sondern die auf Vernunftgründen basieren und die für allen möglichen Erfahrungen oder Fälle notwendigerweise gelten.

In meiner Ausarbeitung werde ich zunächst Kant als Person vorstellen und in kurzen Angaben seinen Leben und seine Werke schildern. Darauf wird auf Kants Philosophie eingegangen und in Bezug auf unseren Thema „Metaphysik der Sitten“ erläutert. Die Grundbausteine für das spätere Verständnis von den Begriffen Schuld und Freiheit bildet die inhaltliche Zusammenfassung des Textes „Einleitung in die Metaphysik der Sitten“. Im letzten Teil werde ich Kants Freiheitsbegriff erläutern und die wichtigsten Aspekte zusammenfassen und meinen eigenen Fazit daraus erschließen.

2.Hauptteil

2.1. Immanuel Kant

Immanuel Kant ist als bedeutendster Philosoph der Aufklärung am 22.April 1724 in Königsberg geboren. Er war das vierte Kind eines Riemermeisters. Er besuchte von 1732 – 1740 das streng pietistische Gymnasium Fridericianum in Königsberg. Zwischen 1740 – 1746 studierte er an der Königsberger Universität Philosophie, Naturiwssenschaften, Physik und Mathematik. 1746 brachte er sein Studium ab und unterrichtete als Hofmeister bei unterschiedlichen Familien in Ostpreußen und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer. 1754 nahm Kant sein Studium in Königsberg auf und veröffentliche ein Jahr später seine erste wichtige Schrift „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels. 1770 erhielt er die Stelle des Professors für Logik und Metaphysik in Königsberg. Kant lehrte bis 1796, wurde jedoch oft kritisiert, da seine Lehren nicht mit der Bibel vereinbar seien. 1801 zog er sich aus den akademischen Ämtern zurück und starb drei Jahre später am 12.Februar 1804 in Königsberg.

Die wichtigsten Werke u.a. von Kant sind einmal Werke aus der vorkritischen Periode. Dazu gehört das Werk Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels aus dem Jahr 1755 und die Habilitation „Die ersten Grundsätze der metaphysischen Erkenntnis“.

Die Werke die während der kritischen Periode entstanden sind, sind u.a. Kritik der reinen Vernunft (1781), Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht (1784), Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1785), Kritik der praktischen Vernunft (1788), Kritik der Urteilskraft (1790), Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft (1793), Zum ewigen Frieden (1795) und Die Metaphysik der Sitten (1797).

2.2. Philosophie Kants und die reine Vernunft

Das Zeitalter der Aufklärung im 18.Jahrhundert fand insbesondere in Frankreich, England und Deutschland statt. Es standen nicht nur philosophische Veränderungen im Vordergrund, sondern man strebte auch nach politischen und sozialen Veränderungen.

Immanuel Kant definiert die Aufklärung als „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“1 Kant hat sich mit seiner Kritik mit Metaphysik beschäftigt und sich darüber Gedanken gemacht hat, wie es eigentlich mit der Metaphysik funktionieren kann. Dies fing 1780 mit der Kritik der reinen Vernunft und der sogenannten kopernikanischen Wende an. Die kopernikanische Wende ist der eigentliche große Ansatz für Kant gewesen, wie man eigentlich die Metaphysik betreibt, weil die Metaphysik ist eben auch in diesem zwischen Rationalismus und Empirismus zerliegen worden und Kant versucht diese beiden Strömungen zusammenzubringen indem er sagt, sowohl Erfahrung als auch Begriffe müssen zusammengehen. Deshalb stellt man sich die Frage, ob in der Metaphysik damit besser fortkommt, wenn man annimmt, dass die eher die Gegenstände sich nach den Erkenntnissen richten.

2.3. Die Metaphysik der Sitten (S.211­228)

Kant stellt in seiner Schrift Metaphysik der Sitten beide Teile der Metaphysik der Sitten dar, die Rechtslehre und die Tugendlehre. Jedoch stellt er die „Einleitung in die Metaphysik der Sitten“ allgemein voran, damit ein Überblick verschafft werden kann, in welchem Gesamtkontext sich Kant sieht. Die „Einleitung in die Metaphysik der Sitten“ ist in vier Abschnitte eingeteilt.

In dem ersten Abschnitt „Von dem Verhältnis der Vermögen des menschlichen Gemüths zu den Sittengesetzen“ werden einige grundlegende Begrifflichkeiten der Metaphysik der Sitten erklärt. Hierbei geht Kant besonders auf Begriff wie Begehrungsvermögen, Wille, positive und negative Freiheit ein. Das Begehrungsvermögen ist nach Kant das Vermögen des Menschen, sich selbstständig zu Handlungen zu erwählen, um dies wirklich zu machen, was in der Einbildung enthalten ist. Lust kann empfunden werden, auch wenn kein Begehren in dem Gegenstand verknüpft ist. Hierbei unterscheidet Kant zwischen praktischer Lust und Lust. Die praktische Lust ist notwendiger Weise mit dem Begehren eines Gegenstandes verbunden. Die Lust hingegen ist nicht notwendig mit dem Begehren eines Gegenstandes verbunden. Der Wille ist das Vermögen nach Vorstellungen von Gesetzen zu handeln. Wenn unser Begehren mit dem Bewußtsein der Fähigkeit zur Verwirklichung gefolgt ist, dann beanspruchen wir den Gegenstand. Ist das Begehren hiergegen mit dem Bewusstsein verbunden, dass wir den begehrten Gegenstand unserer Vorstellung nicht bewirken können ist das nur ein Wunsch. Würde der Mensch nur über negative Freiheit verfügen, wäre die Beziehung der Menschen zueinander durch einen permanenten Konfliktzustand widergespiegelt.

Im zweiten Abschnitt geht Kant auf die Gegenstandbestimmung der Metaphysik der Sitten ein. Dabei bestimmt Kant auch hier, dass nur einer Bestimmung aus Prinzipien a priori die für die Metaphysik konstitutive Allgemeinheit und Notwendigkeit beiwohnt. Ebenso geht Kant auf die Pflicht der Sittengesetze ein und lehnt die Konzeption der Sittenlehre als Glückseligkeitslehre. Auch grenzt Kant dies zur moralischen Anthropologie ab.

Im dritten Abschnitt bezieht sich Kant auf die Gesetzgebung. Zur Gesetzgebung gehört das Gesetz und die Triebfeder. Das Gesetz macht die Pflicht zur Treibfeder und die Triebfeder verbindet Verbindlichkeit der Einhaltung des Gesetzes mit dem Subjekt. Eine Handlung kann mit einem Gesetz übereinstimmen oder nicht. Dabei spielt es keine Rolle, auf welcher Triebfeder diese Handlung basiert. Wenn die Handlung mit einem Gesetz entspricht, spricht man von Legalität oder Gesetzmäßigkeit. Wenn aber die Idee der Pflicht, die einer hat, die Rolle bei der Triebfeder eines Aktes spielt, so nennt man dies Moralität oder Sittlichkeit. Trotz dessen kann es in Betracht genommen werden, dass eine moralische Handlung auch mit einem Gesetz, das den Zwang als Triebfeder hat, übereinstimmt.

Im letzten Abschnitt sagt Kant, dass die Freiheit „ein reiner Vernunftbegriff“2 a priori ist. „Verbindlichkeit ist die Notwendigkeit einer freien Handlung unter einem kategorischen Imperativ der Vernunft“3. Der kategorischer Imperativ macht zufällige Handlungen notwendig und ist nicht nur praktische Notwendigkeit, sondern auch Nötigung. Eine pflichtwidrige Tat bedeutet laut Kant eine Übertretung. Kant geht von zwei unterschiedlichen Übertretungen des Gesetzes aus, die vorsetzliche und unvorsetzliche Übertretung. Die vorsetzliche Übertretung (lat. „dolus“) wird als Verbrechen gedeutet. Die unvorsetzliche Übertetung (lat. „culpa“) ist hingegen die Verschuldung. Ebenso erwähnt Kant im Bezug darauf den Grundsatz der Sittenlehre, welcher auch der kategorischer Imperativ ist, welcher besagt „Handle nach einer Maxime, die zugleich als allgemeines Gesetz gelten kann“. Letztendlich bedeutet dies, dass man sich so verhalten soll, dass die Handlung die man durchführt auf die ganze Menschheit anwendbar ist und dies wiederum vernunftorientiert ist. Was jemand pflichtgemäßig mehr tut als man nach Gesetz gezwungen werden kann, wird als Verdienstlicht (lat. „meritum“) gedeutet. Was man tut nur, weil man durch das Gesetz gezwungen wird, wird als Schuldigkeit (lat. „debitum“) gedeutet. Was man weniger tut als wozu man durch das Gesetz gezwungen wird, wird als Verschuldung (lat. „demeritum“) gedeutet. Letztendlich folgt auf Verschuldung Strafe und auf Verdienst Belohnung.

[...]


1 Kan t , Immanuel, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? In: Berlinische Monatsschrift 4 (1784), S. 481–494

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Grundbegriffe der Rechtsphilosophie. Immanuel Kants "Metaphysik der Sitten"
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
10
Katalognummer
V462475
ISBN (eBook)
9783668906501
ISBN (Buch)
9783668906518
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kant, Metaphysik, Rechtsphilosophie
Arbeit zitieren
Büsra Dogan (Autor), 2017, Grundbegriffe der Rechtsphilosophie. Immanuel Kants "Metaphysik der Sitten", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462475

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