Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft. Eine metaanalytische Betrachtung


Hausarbeit, 2019
31 Seiten, Note: 1.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Betrachtung
2.1 Relevante Begriffe
2.2 Aktueller Forschungsstand

3 Methodisches Vorgehen
3.1 Forschungsfrage und Auswahlkriterien
3.2 Literatursuche und Studienauswahl
3.3 Kodierung nach inhaltlichen und methodischen Merkmalen
3.4 Systematische Dokumentation und Befund-Auswertung
3.5 Interpretation und Dokumentation der Ergebnisse

4 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abstract

Im Bereich Informationssicherheit gilt es unter anderem Wissen aus den Bereichen Informationstechnologie, Datenschutz und Recht angemessen schnell, ansprechend und sensibilisierend über jeweils alle nationalen Standorte hinweg zu vermitteln. Hierbei können Unternehmen oft an kapazitive, teils auch finanzielle Ressourcengrenzen geraten. Umso mehr rücken E-Learning-Weiterbildungsmaßnahmen in den Fokus.

Die vorliegende Metaanalyse greift das Thema auf und wurde unter der Prämisse erstellt, einen ersten Eindruck des Lernerfolgs im Sinne eines Wissenszuwachses von Berufstätigen in der beruflichen Weiterbildung im Vergleich von E-Learning- und Präsenz-Weiterbildungsmaßnahmen zu vermitteln. Zu diesem Zweck wurden sechs Primärstudien, die ein quantitatives Forschungsdesign hinsichtlich der Lernerfolgsmessung und zuvor definierte Inklusionskriterien aufwiesen, analysiert. Im Ergebnis zeigt sich, dass im Mittel kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Lehr-/Lernformen festzustellen ist.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Signifikanzunterschiede nach Anzahl Studien (eigene Darstellung)

Abb. 2: Signifikanzunterschiede nach Stichprobengröße n (eigene Darstellung)

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Inklusions- und Exklusionskriterien (eigene Darstellung)

Tab. 2: Angesprochene Datenbanken und Keywords (eigene Darstellung)

Tab. 3: Studie 1L – Ladyshewsky & Taplin (2014). Leadership Development Using Three Modes of Educational Delivery: Online, Blended and Face to Face (eigene Darstellung)

Tab. 4: Studie 2T – Titthasiri (2013). A Comparison of E-Learning and Traditional Learning: Experimental Approach (eigene Darstellung)

Tab. 5: Studie 3G – Gorniak et al. (2011). E-Learning-Modul „Planung experimenteller Untersuchungen“: Entwicklung und Wirkungskontrolle (eigene Darstellung)

Tab. 6: Studie 4K– Khatony, Nayery, Ahmadi, Haghani & Vehvilainen-Julkunen (2009). The effectiveness of web-based and face-to-face continuing education methods on nurses' knowledge about AIDS: a comparative study (eigene Darstellung)

Tab. 7: Studie 5P – Pang (2009). Video-Driven Multimedia, Web-Based Training in the Corporate Sector: Pedagogical Equivalence and Component Effectiveness (eigene Darstellung)

Tab. 8: Studie 6F – Fenton, LaBorde, Radhakrishna, Brown & Cutter (2006). Comparison of Knowledge and Attitudes Using Computer-based and Face-to-Face Personal Hygiene Training Methods in Food Processing Facilities (eigene Darstellung)

Tab. 9: Studie 7R – Rosell-Aguilar (2006). The Face-to-Face and the Online Learner: A Comparative Study of Tutorial Support for Open and Distance Language Learning and the Learner (eigene Darstellung)

Tab. 10: Studie 8J – Johnson, Aragon, Shaik & Palma-Rivas (1999). Comparative Analysis of Online vs. Face-to-Face Instruction (eigene Darstellung)

Tab. 11: Double-check aller relevanten Einzelstudien auf Erfüllung der Inklusionskriterien (eigene Darstellung)

Tab. 12: Kodierungsregeln (eigene Darstellung)

Tab. 13: Kodierung der Primärstudien (eigene Darstellung)

Tab. 14: Aggregation der Ergebnisse der Primärstudien mittels Vote Counting (Eigene Darstellung)

1 Einleitung

In nahezu jedem Unternehmen bilden Daten ein unverzichtbares Gut. Umso mehr gilt es geeignete Maßnahmen zu treffen, einerseits einen gesetzeskonformen Umgang mit den Daten zu etablieren, der Datensparsamkeit und Unternehmensinteressen vereint, andererseits sowohl technische als auch organisatorische Mechanismen zu implementieren, um die Daten vor Verlust, Manipulation und unberechtigten Zugriff (siehe hierzu u. a. ISMS27001, EU-DSGVO) zu schützen, Risiken und letztlich wirtschaftliche Schäden zu vermeiden. Darüber hinaus gilt es, getroffene Maßnahmen kontinuierlich, spätestens nach einem relevanten Ereignis bzw. einer Gesetzesnovelle zu prüfen und bei Bedarf anzupassen. Daraus folgt, dass sich Beschäftigte eines Unternehmens in einem ständigen Bildungsprozess im Allgemeinen und in Bezug auf den Umgang mit Daten im Besonderen befinden müssen. In diesem Sinne bedeutet Informationssicherheit unter anderem Wissen aus den Bereichen Informationstechnologie, Datenschutz und Recht zielgruppengerecht angemessen schnell, ansprechend und sensibilisierend über jeweils alle nationalen Standorte hinweg zu vermitteln. Im Hinblick auf Reichweite und Kosteneffektivität rücken dabei E-Learning-Weiterbildungsmaßnahmen zunehmend in den Fokus unternehmerischer Betrachtungen. Aus Sicht einer qualitativ hochwertigen Wissensvermittlung ist es dabei unabdingbar, sich mit dem Lernerfolg der Teilnehmenden in den unterschiedlichen Lehr-/Lernformen auseinanderzusetzen. Vorliegende Forschungsarbeit setzt daran an und untersucht, ob sich mit E-Learning- gegenüber Präsenz-Weiterbildungsmaßnahmen ein gleichwertiger Lernerfolg oder gar eine Verbesserung des Wissenszuwachses für die Beschäftigten eines Unternehmens erzielen lässt.

Die Struktur vorliegender Metaanalyse ist üblich. Innerhalb der theoretischen Betrachtung (Kapitel 2) werden relevante Begriffe und ihr hiesiger Gebrauch definiert, ebenso der aktuelle Forschungsstand dargestellt. Auf Basis dessen wird das methodische Vorgehen (Kapitel 3) erläutert, das sich der Forschungsphasen von Beelmann (2014, S. 58) bedient und neben der Forschungsfrage auch sämtliche Schritte, die zur Auswahl der Primärstudien, Datenanalyse, Interpretation und Ergebnisdarstellung führten, umfasst. Das Fazit aus den gewonnenen Erkenntnissen wie der Transfer zum Forschungsvorhaben verhilft die Forschungsfrage zu beantworten (Kapitel 4). Gleichzeitig gibt das Kapitel einen Ausblick für künftiges Forschungsgeschehen zu diesem Themenumfeld.

2 Theoretische Betrachtung

Um die weiteren Ausführungen nachvollziehbar zu gestalten, seien an dieser Stelle verwendete Begriffe vorangestellt und zwar in der Auslegung, wie sie in dieser Arbeit Verwendung finden.

2.1 Relevante Begriffe

Face-to-Face Learning (Präsenz-Lernen)

Als traditionelle Lehr-/Lernform ist das Face-to-Face-Learning, im Sinne von Präsenz-Weiterbildungsmaßnahmen insbesondere als Gruppeninitiative charakteristisch. Bei diesen befinden sich sowohl der Lehrende als auch Lernende in einem Raum und können miteinander interagieren. Dabei kann die jeweilige Interaktion sowohl alle als auch nur einzelne Teilnehmenden einer Gruppe umfassen (Arnold, 2018, S. 215).

E-Learning (Electronic Learning)

Im Zuge des technischen Fortschritts und damit der Entwicklung diverser Technologien werden unter dem Begriff E-Learning inzwischen verschiedenartige Lehr-/Lernangebot subsumiert. Insofern definieren die Autoren Arnold, Kilian, Thillosen und Zimmer E-Learning als "ein vielgestaltiges gegenständliches und organisatorisches Arrangement von elektronischen bzw. digitalen Medien zum Lernen" (2018, S. 22), wobei, so sollte an dieser Stelle ergänzt sein, ein Lernen ein Lehren voraussetzt. Da das benannte Arrangement sowohl CBT (Computer Based Training), WBT (Web Based Training), Live-Online-Maßnahmen als auch Blended Learning als Mischform bspw. auch mit virtueller Moderation umfassen kann, können bei nicht näherer Beschreibung sowohl Missverständnisse in der Kommunikation als auch Interpretation von Messergebnissen entstehen. Für vorliegende metaanalytische Betrachtung sollen virtuelle Lernangebote inkludiert, allerdings CBT-Angebote, Live-Online-Maßnahmen sowie alle Formen des Blended Learnings exkludiert sein.

Corporate Learning / Corporate E-Learning (berufliches Lernen)

So wie sich Unternehmen dem stetigen wirtschaftlichen Wandel und entsprechend gesetzlicher Änderungen anpassen müssen, ist es erforderlich, angemessene Weiterbildungsmaßnahmen für ihre Beschäftigten zu etablieren, die sich anlassbezogen nicht auf eine Lehr-/Lernform beschränken. Daraus folgt, dass berufliche Weiterbildung in verschiedener Form angeboten werden kann und sowohl Präsenz- als auch E-Learning- bzw. als Mischform Blended-Learning-Schulungsmaßnahmen umfassen kann. Dabei bleibt die grundsätzliche Aufgabe einer qualitativ hochwertigen Wissensvermittlung erhalten. Allerdings gewinnt das Thema Corporate E-Learning für Unternehmen an Attraktivität, bietet es die Möglichkeit, Beschäftigten ein zeitgemäßes und kosteneffizientes, unumgänglich notwendig qualitativ hochwertiges Schulungsprogramm zur Verfügung zu stellen (Kraemer & Klein, 2001, S. 6). Die Chance bildet gleichzeitig die Aufgabe einer angepassten Ausgestaltung wie auch angemessenen didaktischen/methodischen Aufbereitung. Dabei orientieren sich die Inhalte im Wesentlichen an den betriebsbedingten Aufgaben des Tätigkeitfeldes, prozessualen oder kommunikativen Abläufen und der Unternehmensstrategie.

2.2 Aktueller Forschungsstand

Ausgehend von Lehr-/Lernsituation zum Thema Informationssicherheit in der Weiterbildung ergibt sich nachstehender Forschungsstand.

Informationssicherheit: Zwar findet das Thema Informationssicherheit innerhalb der Literatur mehrfach Erwähnung, allerdings finden sich nur wenige Erörterungen bezüglich Security Awareness in Verbindung mit Lehr-/Lernformen. So umreißen bspw. die Autoren Helisch und Pokoyski in ihrem Buch (2009) zwar die Ansätze der Awareness, setzen dann jedoch weniger ihren Fokus auf einzelne Weiterbildungsmaßnahmen als einen tiefenpsychologischen Schwerpunkt. Was sich, so einem Gespräch mit D. Pokoyski zu entnehmen, aus dem persönlichen Hintergrund erklärt. In der Forschung werden wiederum verschiedene Szenarien betrachtet, die sich bspw. auf unternehmensübergreifende Programme zu Sensibilisierungsmaßnahmen beziehen, z. B. Manke und Winkler (2013) oder auch Merhi & Midha (2012), welche die Wirkung von Schulungen und sozialen Normen auf die Einhaltung von Informationssicherheit betrachten. Studien, die den Lernerfolg im Vergleich von E-Learning- und Präsenz-Weiterbildungsmaßnahmen im Themenumfeld Informationssicherheit – Security Awareness untersuchen, konnten hingegen nicht identifiziert werden.

Erwachsenenbildung: Für den Begriff Erwachsenenbildung finden sich in der Literatur verschiedene Auslegungen. Teils wird er als Oberbegriff für verschiedene Bildungsformen, so auch für Weiterbildung, verwendet, u. a. von Fuhr, Ganon und Hof (2011), mal auch synonym mit dem Begriff Weiterbildung, u. a. von Tippelt und Hippel (2018). Der Deutsche Bildungsrat ordnet wiederum dem Begriff Weiterbildung die Erwachsenenbildung unter (1970, S. 51).

Weiterbildung: Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff Weiterbildung, der sich in der Literatur und Wirtschaft oft in synonymer Verwendung mit dem Begriff Fortbildung findet. Allerdings ist dieses zu undifferenziert. So führt Wennemann dazu aus, dass der Begriff Fortbildung Schulungsmaßnahmen umfasst, die sich auf den Erwerb vertiefender beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten beziehen, welche für die Ausübung erhöhter beruflicher Aufgaben bzw. einen beruflichen Aufstieg qualifizieren (S. 143). Bei einer Weiterbildung muss wiederum kein unmittelbarer Bezug zum ausgeübten Beruf bestehen. Typisches Beispiel ist hier der für viele Bundesländer geltende Anspruch auf Weiterbildungsurlaub. Im Sinne des Forschungsinteresses soll hier der Begriff der Weiterbildung in „beruflich veranlasste Weiterbildung“ spezifiziert werden.

Lerntheorien: Im Zusammenhang mit Weiterbildung finden sich in der Fachliteratur verschiedene Diskurse zu den unterschiedlichen lerntheoretischen Ansätzen, auch im Zusammenhang mit Weiterbildung untersucht. Exemplarisch seien hier ein Beitrag von Siebert zu subjektiven Lerntheorien (2006, S. 43-58) und von Stork zu diverses Lerntheorien unter Berücksichtigung von Lerntypen (1999, S. 38-50) genannt. Die Herausforderung ist, ein dem Lerntyp entsprechendes Schulungsangebot aufzubereiten, was die Basis für einen optimalen Wissenszuwachs bildet.

Lernerfolg: Diverse Studien untersuchen den Lernerfolg in E-Learning- oder Präsenz-Schulungsmaßnahmen, oft in der Hochschullehre oder Berufsausbildung, z. B. Lindemann-Matthies, Meyer und Paschke (2006). Wenigere ziehen eine vergleichende Analyse unterschiedlicher Lehr-/Lernformen innerhalb der Weiterbildung, von denen einige in dieser metaanalytische Betrachtung Eingang finden werden. Andere Studien fokussieren sich statt auf den Lernerfolg auf andere Variablen, bspw. Motivation oder Wirtschaftlichkeit, so u. a. Bartley und Golek (2004). Diese wie auch jene Studien, die sich mit der Lehr-/Lernform Blended Learning auseinandersetzen, z. B. Lim, Morris und Kupritz (2007), wurden infolge definierter In- und Exklusionskriterien (Kapitel 3.1) aus der weiteren Betrachtung ausgeschlossen.

Es zeigt sich, dass die Thematik E-Learning in der Weiterbildung durchaus einen bedeutenden Stellenrang in der Forschung eingenommen hat. Allerdings konnten nur wenige Studien identifiziert werden, die empirisch den Vergleich von E-Learning- bzw. Präsenz-Schulungsmaßnahmen in der beruflichen Weiterbildung untersuchten. Gar unzureichend ist der Forschungsstand hinsichtlich des Vergleiches unter Berücksichtigung z. B. von Inhalt, Berufsbranche, demografischen Aspekten und regionaler Struktur.

3 Methodisches Vorgehen

3.1 Forschungsfrage und Auswahlkriterien

Aus dem aktuellen Forschungsstand (siehe Kapitel 2.2) geht hervor, dass nur wenige empirische Einzelstudien den Lernerfolg im Sinne eines Wissenszuwachses im Vergleich von E-Learning- und Präsenz-Weiterbildungsmaßnahmen messen. Aus dem Blickwinkel der Informationssicherheit (siehe Einleitung) sind jedoch die Kernfragen a) auf welchem Weg eine angemessene schnelle, qualitativ hochwertigen Wissensvermittlung stattfinden kann, die hohe Reichweite und Kosteneffektivität berücksichtigt, und somit auch b) ob sich mit E-Learning-Weiterbildungsmaßnahmen mindestens gleichwertig hohe Lernerfolge erzielen lassen als mit den bereits etablierten Präsenz-Weiterbildungsmaßnahmen. Der Umstand, vorhandener Einzelfallstudien, jedoch seltener Metanalysen, erklärt den Inhalt vorliegender metaanalytischen Betrachtung zum Forschungsinteresse, um im späteren Verlauf Ableitungen für künftiges Handeln treffen zu können.

Daraus ergibt sich folgende Forschungsfrage:

Inwiefern unterscheidet sich der Lernerfolg im Sinne eines Wissenszuwachses bei Teilnehmenden einer beruflich veranlassten E-Learning-Weiterbildungsmaßnahme gegenüber Teilnehmenden einer Präsenz-Weiterbildungsmaßnahme?

An die Auswahl geeigneter Studien sollen Bedingungen geknüpft sein, die zum Ein- bzw. Ausschluss von Studien führen. Das heißt, dass die Studien, die in die metaanalytische Betrachtung eingehen, definierten Kriterien unterliegen, die sich auf die Forschungsfrage beziehen, wesentliche Daten inkludieren und nicht auf das Ziel gerichtete Informationen exkludieren.

Bedingung 1: Die Einzelstudien sollen sich auf Weiterbildungsmaßnahmen für Berufstätige beziehen und den Lernerfolg im Sinne eines Wissenszuwachses messen, d. h. Studien, die sich bspw. auf Studierende oder Berufserstausbildungssituationen beziehen bzw. ausschließlich andere Variablen untersuchen, werden von der weiteren Betrachtung ausgeschlossen.

Bedingung 2: Es werden nur Studien mit einer quantitativen Lernerfolgsmessung berücksichtigt, d. h. Studien mit rein qualitativ gewonnenen Untersuchungsergebnissen kommen zum Ausschluss.

Bedingung 3: Um Zufallsmessergebnisse, die sich u. a. aus Tagesform und äußeren Faktoren ausschließen zu können, soll die Gesamtlänge des Untersuchungszeitraums je Studie 1 Woche nicht unterschreiten und die Stichprobengröße (n) nicht kleiner als 35 Teilnehmende sein.

Bedingung 4: Für eine aktuelle Studien-Betrachtung soll der Verlauf der letzten 10 Jahren dienen, das heißt, in die metaanalytische Betrachtung wurden Studien einbezogen, die in den Jahren 1999-2019 publiziert wurden, aus Gründen der Nachvollziehbarkeit – in den Sprachen Deutsch oder Englisch.

Bedingung 5: Um sich dem Thema zu nähern, müssen die Einzelstudien einen tatsächlichen Vergleich von E-Learning- und Präsenz-Weiterbildungsmaßnahmen beinhalten. Nur wenn Experimental- und Kontrollgruppen in einer Studie betrachtet werden, kann ein tatsächlicher Vergleich hinsichtlich des Lernerfolgs stattfinden. Im Umkehrschluss werden Studien, die sich nur auf eine Lehr-/Lernform beziehen, von der weiteren Betrachtung ausgeschlossen. Damit eine Vergleichbarkeit des Lernerfolgs der Weiterbildungsmaßnahmen möglich ist, der nicht auf Bevorzugung und Neigung beruht, sollte bei den jeweiligen Untersuchungen die Zuordnung der Teilnehmenden auf die Experimental- bzw. Kontrollgruppe bestenfalls per Zufallscharakter geschehen sein (Randomisierung) und die Aufgabe mindestens gleichwertig, optimal identisch sein.

Tab. 1: Inklusions- und Exklusionskriterien (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

UV = unabhängige Variable / AV = abhängige Variable

3.2 Literatursuche und Studienauswahl

Gemäß den zuvor definierten Auswahlkriterien (siehe Kapitel 3.1), schließt sich nun die Phase der Literatursuche und somit Studienauswahl an. Dazu ist es unerlässlich, geeignete Datenbanken und Suchkriterien heranzuziehen.

Der Forschungsfrage dienend sollen in die metaanalytischen Betrachtung Einzelstudien integriert werden, die sich auf eine (beruflich veranlasste) Weiterbildungsmaßnahme von Berufstätigen beziehen und den Lernerfolg im Sinne eines Wissenszuwachses messen.

Dabei erfolgt die metaanalytische Betrachtung auf Basis von Ergebnissen eines Ausschnitts relevanter Primärstudien, die zum Untersuchungsinhalt den Lernerfolg bei Weiterbildungsmaßnahmen sowohl im Präsenz- als auch E-Learning-Bereich hatten. Um die unterschiedlichen Formen gemäß Forschungsfrage unmittelbar miteinander vergleichen zu können, wurden Mischformen mit sowohl Anteilen im Präsenz- als auch E-Learning-Bereich wie beim Blended Learning nicht mitbetrachtet.

Wie bereits im Kapitel 3.1 erwähnt, soll es sich hierbei um vergleichende empirische Studien handeln, das heißt, die sowohl die Daten für eine E-Learning- als auch vergleichend Präsenz-Weiterbildungsmaßnahme liefern. Damit führen Studien, die nur eine Lehr-/Lernform betrachten oder Mischformen (wie Blended Learning) zum Ausschluss, da sie sich zwar thematisch dem Thema nähern, jedoch eine andere Befundlage liefern.

Tab. 2: Angesprochene Datenbanken und Keywords (eigene Darstellung)

- AIS Electronic Library: https://aisel.aisnet.org/
- ERIC: https://eric.ed.gov/
- FIS Bildung: http://www.fachportal-paedagogik.de/literatur/produkte/fis_bildung/fis_bildung.html
- Google Scholar: https://scholar.google.de/
- LearnTechLib: https://www.learntechlib.org

Verwendete Keywords

- betriebliche/berufliche Weiterbildung/Fortbildung (corporate training)
- Präsenzschulung (Face-to-Face)
- E-Learning (e-learning, organization, web-based-training, knowledge-based systems, online)
- Unternehmen (business education, organization, employee)
- Vergleich (comparative analysis, e-learning vs. Face-to-Face, online vs. Face-to-Face)
- Lernergebnisse/Lernerfolg (learning outcomes, learning success)
- Studie/Forschungsergebnisse (study, paper, research results, empirical research, empirical examination)
- Informationssicherheit/Sicherheitsbewusstsein (information security, cybersecurity, awareness, law, privacy, data protection)

Darüber hinaus erfolgte eine allgemeine Suche im Internet.

Alle genannten Keywords (Schlüsselwörter) wurden in unterschiedlicher Kombination gebraucht. Die Gesamtzahl der auf diese Weise gefundenen Studien lag zunächst bei > 100. Allerdings relativierte sich die Anzahl bei Hinzunahme sämtlicher Kriterien, die für die metaanalytische Betrachtung vorgesehen waren (siehe Kapitel 3.1).

Unter den vorgenannten Prämissen (Inklusions-/Exklusionskriterien gemäß Kapitel 3.1) führte eine Vielzahl an Studien zum Ausschluss. So gab es zahlreiche Studien, die zwar sonstige Inklusionskriterien erfüllten, jedoch auf Studierende, Auszubildende oder Lernende allgemein als Teilnehmende fokussierten. Da hier keine Vergleichbarkeit mit Berufstätigen im Weiterbildungsprozess gewährleistet werden kann, mussten diese ausgeschlossen werden. Weitere enthielten zwar Untersuchungsergebnisse aus E-Learning- oder Präsenz-Weiterbildungsmaßnahmen, jedoch fehlte der unmittelbare Vergleich zur Kontrollgruppe. Da sich die Forschungsfrage unmittelbar mit dem gemessenen und somit erzielbaren Lernerfolg im Sinne eines Wissenszuwachses der jeweiligen Lehr-/Lehrmethode auseinandersetzt, führten zwangsläufig auch alle Studien zum Ausschluss, die andere abhängige Variablen als Kriterium benannten. Nach Prüfung aller Ausschlusskriterien blieb eine überschaubare Anzahl an Einzelstudien, die tatsächlich in die metaanalytische Betrachtung einbezogen werden konnten.

Mittels dargestellter Literaturrecherche und anschließender Selektion wurden die folgenden, für den weiteren Untersuchungsverlauf relevanten Studien gewonnen. Ihre Reihenfolge bildet lediglich eine rückwärtige Historie und wird nicht von einer Gewichtung getragen.

Tab. 3: Studie 1L – Ladyshewsky & Taplin (2014). Leadership Development Using Three Modes of Educational Delivery: Online, Blended and Face to Face (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft. Eine metaanalytische Betrachtung
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung)
Note
1.0
Autor
Jahr
2019
Seiten
31
Katalognummer
V469105
ISBN (eBook)
9783668938076
Sprache
Deutsch
Schlagworte
MABM, Modul 1, Portfolioaufgabe 3, Bildung und Medien, FernUniversität, Claudine Hirschmann, Portfolioaufgabe, Hausarbeit
Arbeit zitieren
Claudine Hirschmann (Autor), 2019, Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft. Eine metaanalytische Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469105

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