Die Marienerscheinung von Lourdes. Wahn oder Wahrheit?


Hausarbeit, 2019
19 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Marienerscheinungen – Hilfe zum Verständnis

3. Marienerscheinungen in Lourdes

4. Botschaften der Erscheinung
4.1 Das Gottesbild
4.2 Die andere Welt
4.3 Das Gebet
4.4 Die Buße
4.5 Die Versammlung der Christen
4.6 Gottes Zuwendung zu den Armen
4.7 Gesten, Zeichen und Symbole

5. Kirchliche Anerkennung zu den Erscheinungen von Lourdes

6. Medizinische Prüfungen zu Lourdes

7. Kritik

8. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Marienerscheinung in den Medien, in: kleine Zeitung.

Mitten im 21. Jahrhundert ist die Faszination für Wunderglaube noch immer groß. Vor allem Katholiken faszinieren sich schon seit Jahrhunderten für Erscheinungen der Maria Mutter Gottes aus dem Jenseits. Maria soll an verschiedenen Orten überall auf der Welt wie in Fatima, in Lourdes, in La Salette oder auch in Green Bay erschienen sein. Erscheinungsorte wie Lourdes oder Fatima sind bis heute stark besuchte Wallfahrtsorte vieler Menschen. Diese Orte wurden durch die Botschaften der Seherinnen und Seher stark thematisiert und sorgten für große Aufmerksamkeit. Ist es jedoch möglich Maria wirklich zu sehen, bzw. gibt es Menschen, die diese Gnade von Gott erhalten? Ist diesen Visionen zu trauen?

Marienerscheinungen werden unteranderem kirchlich untersucht und auf ihre Echtheit überprüft, aber inwieweit kann man diese Erscheinungen überprüfen und was ist die eigentliche Intention einer Erscheinung?

In der Folgenden Hausarbeit wird geklärt, was eine Marienerscheinung ist, es werden die Erscheinungen in Lourdes thematisiert und dabei genau auf die einzelnen Erscheinungen eingegangen. Nachkommend werden die Botschaften der Erscheinungen erläutert und über die kirchliche Anerkennung der Marienerscheinungen gesprochen.

2. Marienerscheinungen – Hilfe zum Verständnis

Wenn Wesen, Dimensionen, Zustände oder Ereignisse, die nicht zu sehen, nicht zu hören und nicht zu begreifen sind, sichtbar, hörbar und greifbar werden, spricht man von einer Erscheinung. Diese Erscheinungen sind außerhalb der irdischen Erklärbarkeit, deswegen wird davon ausgegangen, dass himmlische Kräfte auf die Erscheinung wirken. Im Kontext der Marienerscheinungen werden die genannten Phänomene, die mit Maria in Verbindung stehen, thematisiert. Die Umstände der Erscheinungen können sehr unterschiedlich sein, oft treten im Zusammenhang der Erscheinung aber Lichtphänomene auf. Die auftretende „Gestalt“ wird außerordentlich variabel wahrgenommen und kann im Erscheinen mit Musik, Gesang, einem Knall, einem Blitz, feinem Geruch oder auch zum Beispiel mit entspringenden Quellen begleiten. Die Erscheinung wirkt also visuell, auditiv und auch im Inneren der Menschen, die sie wahrnehmen. Sinne, wie der Geschmacks-, der Tast- und der Geruchssinn können auch angesprochen werden. Die Orte vieler Erscheinungen wurden für Christen zum Wallfahrtsort, um Maria dadurch zu verehren. Schwierig ist es, die Echtheit bzw. die Unechtheit dieser Erscheinungen zu beweisen, was im weiteren Verlauf der Arbeit thematisiert wird.1,2

3. Marienerscheinungen in Lourdes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Marienerscheinungen in Lourdes, in: Domradio.

Maria ist der 14jährigen Bernadette Soubirous insgesamt 18mal erschienen. Alle Erscheinungen fanden in der Grotte von Massabielle statt. Bernadette stammt aus sehr armen Familienverhältnissen, sie war weder des Lesens, noch des Schreibens mächtig und sie war an Asthma erkrankt.3

Die erste Erscheinung

Am 11. Februar im Jahr 1858 machte sich das Mädchen Bernadette mit ihrer Schwester und ihrer Freundin auf den Weg um Holz zu sammeln. Die drei Mädchen suchten das Holz bei den Felsen von Massabielle am Fluss Gave, da das Holz dort häufig angeschwemmt wurde.4 Abbildung 3 zeigt eine Zeichnung des genannten Orts.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Die Felsen von Massabielle am Gave, in: Novene zur heiligen Bernadette, 1.

Bernadette war zunächst am Ufer zurückgeblieben, wohingegen die anderen beiden Kinder bereits den Fluss überquert hatten. Bernadette vernahm dann plötzlich ein Rauschen, was einem Windstoß ähnlich war. Die Äste und die Blätter der Bäume hatten sich jedoch nicht bewegt, worauf Bernadette auf eine Sinnestäuschung schloss. Danach bemerkte sie einen Lichtschein und nahm eine Erscheinung wahr.5 Sie sah eine weißgekleidete Dame, in überirdischem Licht, die ein weißes Kleid und einen weißen Schleier trug.6

Zusätzlich hatte sie einen blauen Gürtel an und trug auf jedem Fuß eine gelbe Rose. Die Dame schien Bernadette genauso klein und alt wie sie zu sein. Zu beobachten war auch, dass sie ihre Hände, wie zur Begrüßung nach unten geöffnet hielt und den Kopf leicht geneigt hatte. Bernadette war fasziniert, hatte gleichzeitig aber auch Angst, weswegen sie sich nicht rührte.

Dann begann die Dame ein Kreuzzeichen zu machen und Bernadette betete daraufhin instinktiv lautlos den Rosenkranz. Die Erscheinung hielt einen Rosenkranz in ihrer Hand und betete tonlos mit.

Anschließend verschwand die Gestalt wieder, so schnell wie sie gekommen war und Bernadette ging durch das Wasser zu den anderen Mädchen, die die Erscheinung der Dame allerdings nicht mitbekommen hatten. Bernadette erzählte beiden Kindern von ihrem Erlebnis, woraufhin die beiden Mädchen anderen Menschen von Bernadettes Geschichte erzählten. Die Mutter von Bernadette glaubte ihr ihr Erlebnis nicht und verbat dem Mädchen, noch einmal zur Grotte zu gehen.7 In Abbildung 4 ist die erste Erscheinung der Gottesmutter in Form einer Zeichnung abgebildet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Die erste Marienerscheinung in Lourdes, in: Novene zur heiligen Bernadette, 2.

Die zweite Erscheinung

Bernadettes Geschichte wurde von Niemand ernst genommen, auch nicht von dem Pater aus Lourdes, dem sie ihr Erlebnis anvertraut hatte. Am Sonntag, den 14. Februar im selben Jahr verspürte das Mädchen den starken Drang zurück zur Grotte zu gehen und erbat dazu die Erlaubnis ihrer Mutter, welche sie erhielt. Bernadette machte sich mit ihrer Schwester, der Freundin und einigen Erwachsenen auf den Weg zu den Felsen von Massabielle. Im Gepäck hatte sie Weihwasser, aus Angst vor bösen Geistern. Als das Mädchen begann den Rosenkranz zu beten, erschien die Dame. Bernadette warf das Weihwasser auf sie und befahl ihr näher zu kommen, wenn sie von Gott käme. Daraufhin lächelte die Erscheinung und bewegte sich bis hin zum Rand der Grotte, wo sie zusammen den Rosenkranz zu Ende beteten. Danach verschwand die Dame wieder. Die Begleiter von Bernadette konnten die Erscheinung nicht sehen und es wurde berichtet, dass Bernadette während der Anwesenheit der Dame in völlig in Ekstase war.8 Die Begleiter beobachteten außerdem, dass während der Erscheinung das Gesicht von Bernadette in einem völlig neuen Glanz erstrahlte.9

Die dritte Erscheinung

Am 18. Februar machte sich Bernadette und zwei andere Personen wieder auf den Weg zur Grotte, mit einer Feder, mit Tinte und einem Papier in der Tasche, damit die Dame ihren Namen niederschreiben könnte, was eine Frau von Bernadette verlangt hatte. Das Mädchen betete, wie schon bei beiden Erscheinungen zuvor den Rosenkranz worauf die Dame erschien. Bernadette bat sie, ihren Namen aufzuschreiben, daraufhin sprach die Frau das erste Mal zu dem Mädchen, das dies nicht nötig sei, denn das, was sie zu sagen habe, müsse nicht aufgeschrieben werden.

Diese Aussage der Dame hatte mehrere Bedeutungen. Zum einen, machte es für Bernadette keinen Sinn eine schriftliche Botschaft zu erhalten, da sie mit 14 Jahren weder lesen noch schreiben konnte. Außerdem war das, was die Erscheinung zu erzählen hatte, bereits im in der heiligen Schrift aufgeschrieben.10 Sie sprach außerdem zu Bernadette:

„Das was wichtig ist, um mit Gott in Kommunion zu treten, ist nicht, daß man zunächst seinen Katechismus auswendig kann, daß man das Dogma, die Moral und die Bibel perfekt kennt, sondern daß man die zarte und lächelnde Liebe mit Zärtlichkeit und Lächeln entgegennimmt“11

Die Dame möchte klarstellen, dass das wichtigste zwischen der Verbindung mit Gott und dem Menschen nicht eine Angelegenheit der Schrift ist, sondern die Beziehung zwischen Gott und den Herzen der Menschen.12 Bernadette wurde von der Erscheinung gesiezt, was ein Zeichen des Respekts dem armen Mädchen gegenüber darstellte. Das Mädchen fühlte sich von der Dame respektiert und angenommen, trotz ihrer ärmlichen Herkunft.

Weiterhin bat die Erscheinung Bernadette um die Gnade ihres Kommens in den folgenden zwei Wochen, was sehr paradox wirkt, wenn die unbefleckte Erscheinung von Bernadette

Gnade erbittet. Bernadette versprach der unbekannten Frau wieder zu kommen und daraufhin sagte die Dame, dass sie dem Mädchen verspricht sie zwar nicht in dieser Welt glücklich zu machen, aber in der anderen Welt. Mit „der anderen Welt“ wird auf das Evangelium verwiesen, welches die Menschwerdung von Gott und ihre Bedeutung für den Menschen thematisiert. Aufgrund ihres Asthmas und ihren armen Familienverhältnissen war das Leben für Bernadette in dieser Welt nicht leicht, was die Dame auch anspricht. Als die dritte Erscheinung vorüber gegangen war, legte das Mädchen ihre Hände über ihre Augen, weil die Dame so hell war, aber ohne sie dabei geblendet zu haben. So hat Bernadette sozusagen durch die Erscheinung von Maria in ein neues Licht der Erkenntnis treten können und damit den dunklen Raum verlassen können.13

Die vierte Erscheinung

Am 19. Februar lief Bernadette mit ihrer Mutter und ihrer Patentante zur Grotte. Das Mädchen hatte eine Kerze dabei, welche sie vor der Grotte, während der halbstündigen Erscheinung anzündete.14 Die Dame bedankte sich bei Bernadette für ihr kommen und sie beteten zusammen den Rosenkranz. Während der Erscheinung konnte Bernadette feindliche Stimmen von Menschen hören, die anscheinend die Dame vertreiben wollten. Diese Stimmen verstummten aber, je näher sie an Bernadette, die in Ekstase war, kamen, sodass Bernadette den Lärm nicht mehr wahrnahm.15

Die fünfte Erscheinung

Diese Erscheinung am 20. Februar verfolgten viele Menschen. Es wurde beobachtet, dass Bernadette während der Erscheinung oft „ja“ sagte. Zudem zeigte Bernadette zum ersten Mal während einer Erscheinung nicht nur ein freudiges Gesicht, sondern auch einen Ausdruck der Trauer. Das Mädchen bekam von der Dame ein Gebet für ihren persönlichen Gebrauch gelehrt, dass sie niemand mitteilte.16 Maria wollte Bernadette vor Gefahren schützen, die die Aufmerksamkeit der Erscheinungen brachte.17

Die sechste Erscheinung

Diese Erscheinung war am 21. Februar 1858, als Maria Bernadette zu sich herwinkte. Das Mädchen bewegte sich nur auf Knien zur Grotte und hatte Tränen in den Augen.18 Bei dieser Erscheinung erkannte Bernadette, dass die Dame traurig war, weil sie betrübt in die Ferne blickte. Das Mädchen fragte sie, was sie so traurig machte, worauf die Gottesmutter antwortete:19

„Beten Sie für die Sünder, für die kranke Welt.“20

Die Ereignisse an der Grotte wurden in Lourdes stark thematisiert, was die Behörden unterbinden wollten. Am Abend der Erscheinung musste sich Bernadette einem Kreuzverhör des zuständigen Polizeikommissars dem Verhör unterziehen. Das Mädchen wurde unter Druck gesetzt, aber sie konnte in keine Widersprüche verwickelt werden, da sie an ihrer Behauptung festhielt. Der Vater von Bernadette verbat dem Mädchen letztendlich noch einmal zur Grotte zu gehen.

Am 22. Februar zog der Vater sein Verbot wieder zurück und Bernadette lief mittags zur Grotte, wo sie den Rosenkranz betete und weinte. Die Gottesmutter war nicht gekommen.21

Die siebte Erscheinung

Diese Erscheinung fand am 23. Februar statt, bei welcher die Dame Bernadette das erste Mal bei ihrem Taufnamen rief. Maria vertraute ihr ein Geheimnis an, dass nur Bernadette betraf und niemand anderen auf der Welt, außerdem wurde das Mädchen von Maria beauftragt dem Ortspriester mittzuteilen, dass die Dame eine Kapelle in der Grotte errichtet haben will. Bernadette folgte ihrer Anweisung und sprach mit dem Priester. Dieser stellte die Bedingung, dass ein Rosenstrauch bei der Grotte aufblühen sollte, um die Wahrhaftigkeit der Erscheinung zu beweisen.22

[...]


1 Vgl. Hierzenberger / Nedomansky, Erscheinungen und Botschaften der Gottesmutter Maria, 17 – 19.

2 Vgl. Knoblauch, Populäre Religion, 131f.

3 Vgl. Fuchs, Mariologie und Wunderglaube, 26.

4 Vgl. Jehle, Der Mensch unterwegs zu Gott, 290.

5 Vgl. Jehle, Der Mensch unterwegs zu Gott, 290.

6 Vgl. Hierzenberger / Nedomansky, Erscheinungen und Botschaften der Gottesmutter Maria, 210.

7 Vgl. Jehle, Der Mensch unterwegs zu Gott, 290f.

8 Vgl. Jehle, Der Mensch unterwegs zu Gott, 291.

9 Vgl. Hierzenberger / Nedomansky, Erscheinungen und Botschaften der Gottesmutter Maria, 210.

10 Vgl. Jehle, Der Mensch unterwegs zu Gott, 292.

11 Abadie, Erscheinungen, Botschaften und Zeichen von Lourdes, 17.

12 Vgl. Abadie, Erscheinungen und Botschaften von Lourdes, 42.

13 Vgl. Jehle, Der Mensch unterwegs zu Gott, 293f.

14 Vgl. ebd, 294f.

15 Vgl. Hierzenberger / Nedomansky, Erscheinungen und Botschaften der Gottesmutter Maria, 211.

16 Vgl. Jehle, Der Mensch unterwegs zu Gott, 295.

17 Vgl. Hierzenberger / Nedomansky, Erscheinungen und Botschaften der Gottesmutter Maria, 211.

18 Vgl. Hierzenberger / Nedomansky, Erscheinungen und Botschaften der Gottesmutter Maria, 211.

19 Vgl. Jehle, Der Mensch unterwegs zu Gott, 295.

20 Fischer, Lourdes – Das Buch für Pilger, 25.

21 Vgl. Hierzenberger / Nedomansky, Erscheinungen und Botschaften der Gottesmutter Maria, 211.

22 Vgl. Ebd., 211f.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Marienerscheinung von Lourdes. Wahn oder Wahrheit?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Seminar
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V470645
ISBN (eBook)
9783668961098
ISBN (Buch)
9783668961104
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Maria Mutter Gottes, Maria, Mutter, Gottes, Lourdes, Frankreich, Bernadette, Dogma, Gott, Erscheinungen, Erscheinung, Fatima, Glaubensbotschaft, Glaube, katholisch, Marienerscheinung, Heilungen, Heilung, Menschenmengen, Quelle, Beweis, Massabielle, Gave, heilig, Buße, Symbole, Gesten, medizinische Prüfung
Arbeit zitieren
Annalena Keller (Autor), 2019, Die Marienerscheinung von Lourdes. Wahn oder Wahrheit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470645

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