Praktikumsbericht zu einem Hospitationspraktikum in den Sekundarstufen I und II

Dokumentierung und Bewertung des Hospitationspraktikums an einem Gymnasium


Praktikumsbericht / -arbeit, 2017

16 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beschreibung der Schule

3. Beschreibung des Praktikums
3.1 Allgemeiner Ablauf des Praktikums
3.2 Meine Rolle als Lehrer

4. Der Lernfaktor der Motivation
4.1 Beobachtungen zur Motivation
4.1.1 Beobachtungen der Lehrer*innen
4.1.2 Beobachtungen der Schüler*innen
4.2 Auswertung der Beobachtungen

5. Reflexion der Beobachtungsinstrumente
5.1 Standardisiertes Instrument- KODEK
5.2 Teilstandardisiertes Instrument- IBUS

6. Meine Meinung zum Modul

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Lehrer zu sein ist sicherlich keine leichte Aufgabe und stellt einen vor viele Schwierigkeiten, die einem vorher gar nicht bewusst sind. Aus diesem Grund ist das Hospitationspraktikum wahrscheinlich von solch großer Bedeutung. Man sieht aus einem ganz anderen Blickwinkel, wie der Schulalltag ablaufen kann und wie Lehrer und Schule funktionieren. In Vorbereitung auf das Praktikum wurden in mehreren Seminaren verschiedene Anhalts- oder Problempunkte erläutert und besprochen, welche in diesem Bericht, nach der praktischen Auseinandersetzung, vertieft und ausgewertet werden sollen. Als Schwerpunkt bzw. vertiefte Thematik werde ich besonders über die Motivation von Schülern wie Lehrern schreiben, was natürlich auch andere Gesichtspunkte anschneiden wird, die in diesem Zusammenhang ebenfalls erläutert werden. Ich habe gerade dieses Thema gewählt, da ich mich schon im Vorfeld speziell mit der Motivation in Schulen beschäftigt habe und dies in der Schule, in welcher ich hospitierte, sehr interessante sowie unterschiedliche Anhaltspunkte lieferte und mir somit ein weites Feld der Bearbeitung öffnete. Gerade in der Nachbearbeitung der Praktikumserlebnisse zeichnete sich diese Thematik als sehr aufschlussreich aus und brachte für mich sehr wertvolle Schlussfolgerungen und Ergebnisse, weshalb ich es für sehr geeignet halte, dies als Schwerpunkt zu wählen. Selbstverständlich gibt es dazu bereits einige Forschungsliteratur und viele Artikel, wie zum Beispiel „Interesse wecken“ von Eva-Maria Lankes. In diesen Werken werden zentrale Punkte immer wieder angesprochen und versucht Lösungswege für unmotivierte Schüler zu finden, doch genau in dieser Festlegung einer Gesetzmäßigkeit liegt das Problem.

2. Beschreibung der Schule

2.1 Allgemeine Informationen

In meinem Praktikum besuchte ich das Goethe-Gymnasium N. Wie der Name schon sagt handelt es sich dabei um ein Gymnasium, welches die Klassenstufen 7- 12 beinhaltet, also sowohl Sekundarstufe I und II hat. Man hat dort die Möglichkeit sein Abitur in der 12. Klasse abzuschließen und durch dieses 12- Klassensystem auch eine kleine Besonderheit. Der Schulleiter der Schule heißt Wieland Breuer, jedoch war meine Aufsichtsperson dort eher die stellvertretende Leiterin Anja Priewe. Die Schule wird derzeit von 633 Schülern besucht und hat insgesamt 47 Lehrer, von denen drei Referandar*innen sind und ist somit relativ übersichtlich. In der Schule sind Austauschprogramme zwischen Schulen im Ausland nichts ungewöhnliches. Oft bekommen Schüler die Möglichkeit eine solch tolle Erfahrung zu machen, oder ausländische Schüler werden aufgenommen, was aus eigener Erfahrung sehr herzlich passiert.

Das Goethe-Gymnasium ist außerdem sehr engagiert Flüchtlinge zu integrieren. Einige aus dem Nauener Flüchtlingsheim bekommen die Möglichkeit an einem Gymnasium zu lernen, natürlich nicht ohne jegliche Vorkenntnisse, aber man hat ein klares Gefühl einer gerechten Ausgangslage für jedermann, ohne dass jemand einen Hass hegt, oder rassistische Äußerungen von Lehrer*innen oder Schüler*innen getroffen werden.

Eingewiesen und zumeist betreut wurde ich von der stellvertretenden Schulleiterin Frau Priewe, die auch meine ehemalige Lehrerin ist. Obwohl ich an meiner ehemaligen Schule hospitierte, hatte ich keineswegs den Eindruck, dass dies ein Nachteil für mich darstellt. Jeder meiner ehemaligen Lehrer sah mich als gleichwertiges Mitglied des Kollegiums an und übertrug mir dementsprechend auch gewisse Verantwortungen, wie einen spontanen Unterricht zu leiten, oder zu assistieren, in der Sekundarstufe I, wie in der Sekundarstufe II. Nach den Stunden, wenn Zeit dazu war, wurden gewisse Vorfälle natürlich auch reflektiert und ausgewertet, was auf sehr professioneller aber auch freundlicher Ebene stattfand.

3. Beschreibung des Praktikums

3.1 Allgemeiner Ablauf des Praktikums

Den Ablauf meines Praktikums habe ich größtenteils sehr positiv aufgenommen. Ich bekam zwar nur hauptsächlich nur Stundenpläne für meine Fachbereiche, aber hatte die Möglichkeit, nach Absprache, auch andere Fächer und Lehrer zu besuchen. Ich war somit nicht an einen bestimmten Lehrer gebunden und hatte aufgrund der hohen Anzahl an Hospitationsstunden die Möglichkeit, mehrere Vergleiche und Auswertungen zu bestimmten Aspekten zu machen. So konnte ich zum Beispiel zwischen Lehrern, aber auch Fachbereichen, Altersklassen, der Lehrer*innen und der Schüler*innen, Uhrzeiten und noch vieles mehr vergleichen. Auch die Möglichkeit sich flexibel bewegen zu können war natürlich ein großer Vorteil für die Reflexion der verschiedenen Methodik der Lehrer. Zeitlich gesehen hatte ich also zwar ein Grundgerüst, doch wich ich öfter davon ab um Abwechslung zu bekommen. Ich war auch dazu befugt einige Male unangekündigt den Unterricht zu beobachten, um zu sehen ob eine psychische Vorbereitung einen Unterschied in der Unterrichtsführung macht. Nach Absprache mit der stellvertretenden Schulleiterin wurde beschlossen, dass ich unbeaufsichtigt ein Wahlpflichtfach mit dem Inhalt „Naturwissenschaftliches Arbeiten“ führen dürfte. Da dieses Themengebiet zum studentischen Arbeiten, sowie naturwissenschaftlich gesehen auch zur Biologie gehörte, nahm ich dieses Angebot, welches zwei Stunden die Woche beinhaltete, dankend an. Eingewiesen und zumeist betreut, wurde ich von der stellvertretenden Schulleiterin Frau Priewe, die auch meine ehemalige Lehrerin ist. Obwohl ich an meiner ehemaligen Schule hospitierte, hatte ich keineswegs den Eindruck, dass dies ein Nachteil für mich darstellt. Jeder meiner ehemaligen Lehrer sah mich als gleichwertiges Mitglied des Kollegiums an und übertrug mir dementsprechend auch gewisse Verantwortungen, wie einen spontanen Unterricht zu leiten, oder zu assistieren, in der Sekundarstufe I, wie in der Sekundarstufe II. Nach den Stunden, wenn Zeit dazu war, wurden gewisse Vorfälle natürlich auch reflektiert und ausgewertet, was auf sehr professioneller aber auch freundlicher Ebene stattfand.

3.2 Meine Rolle als Lehrkraft

Wie oben bereits erzählt wurde mir die Möglichkeit gestellt, über einen Zeitraum von vier Wochen ein Wahlpflichtfach zu unterrichten, welches das naturwissenschaftliche Arbeiten beinhaltete. In diesem Kurs gab es eine Anzahl von 28 Schüler*innen, die nochmals in zwei Kurse geteilt wurden, um es möglich zu machen, auf möglichst guter Art und Weise im Informatikraum zu Arbeiten. Da die Schüler der neunten Klasse, die dieses Fach wählen konnten, in diesem Schuljahr eine Facharbeit, bzw. einen anderen Leistungsnachweis, erbringen müssen, ist dieses Wahlpflichtfach eine sehr geeignete Vorbereitung, welche in meiner Schulzeit aus meiner Sicht noch viel zu kurz kam. Daher sah ich meine Aufgabe auch als sehr wichtig an, die Schüler*innen auf einen essenziellen Teil ihres Schuljahres, sowie auf mögliche spätere Hausarbeiten, oder andere wissenschaftliche Arbeiten vorzubereiten. Das Ziel des Kurses ist es ein wissenschaftliches Poster zu erstellen und eine Verteidigung dieses Posters vorzubringen. Dies ist nämlich genau die zu erbringende Leistung in den naturwissenschaftlichen Fächern der Schule und stellt somit für Teilnehmer, die dort ihren anderen Leitungsnachweis erbringen wollen, eine perfekte Vorbereitung dar. Natürlich was es für mich, aufgrund der stark begrenzten Zeit, nicht möglich mit dem Poster anzufangen, doch war ich natürlich, gerade durch die studentische Erfahrung im Fach Geschichte, in der Lage wissenschaftliche Grundbausteine zu vermitteln und den Schüler*innen einen weiteren Horizont ihrer Möglichkeiten darzustellen. Viele schienen auch überrascht oder halbwegs fasziniert, dass sich ein solches Arbeiten aufgrund seiner eigenen Fragestellungen und Perspektiven in ein Spannungsfeld und Konflikten bewegen kann, selbst in naturwissenschaftlichen Gesichtspunkten, die normalerweise festgelegt zu sein scheinen. Ein solches kritisches Denken zu fördern und zu sehen dass Schüler*innen ein Bewusstsein für ihre eigenen Leistungen bekommen, hat mir selber sehr viel Spaß bereitet und mich in meiner Studienwahl erneut bestätigt. Selbstverständlich lief aber nicht alles nach Plan und ich musste mich dementsprechend auch unerwarteten Herausforderungen stellen, denn nicht alle Schüler*innen waren interessiert und respektvoll. Da ich unbeaufsichtigt unterrichtete, konnte ich dabei austesten, welche Maßnahmen am besten funktionieren, bzw. konnte ich sehen, dass jeder anders reagiert und jede Persönlichkeit andere Interessen hat und unterschiedlich behandelt werden muss. In einer Klassengröße von 14 Lernenden ist dies noch zu verwirklichen, doch es war für mich anfangs nicht leicht, eine komplett harmonische Stunde zu leiten, jedoch hab ich das auch nicht erwartet. Mit der Zeit wusste ich wie ich in welcher Situation reagieren muss und bekam ein Bewusstsein dafür wie wichtig die Routine in schulischen Abläufen ist. Am Ende meiner Tätigkeit dort, war ich sehr zufrieden mit mir selber. Ich schaffte es meine anfänglichen Probleme zu meistern und konnte meine Stärken der Vermittlung von den wichtigen Inhalten voll ausleben.

4. Der Lernfaktor der Motivation

Als Schwerpunkt meiner Beobachtungen des Praktikums zu den pädagogischen Gesichtspunkten möchte ich die Motivation beschreiben. Zum Einen traf ich die Wahl, da ich bereits im Seminar dazu ein Programm leiten musste und zum Anderen empfand ich das während meines Praktikums und den von mir geleiteten Stunden als äußerst wichtigen Faktor für das Arbeiten und Lernen der Schüler*innen. Motivation spielt nämlich nicht nur eine einfache Rolle, sondern wird von mehreren Punkten beeinflusst und lässt sich somit in unterschiedlichen Situationen sehr schön vergleichen und interessante Schlüsse ziehen. Bevor ich meine Beobachtungen begann, stellte ich mit diesbezüglich eine Frage, die zwar relativ naiv ist, aber die Ursache der Untersuchungen darstellt. Gibt es eine Formel um alle Schüler*innen gleich stark zu motivieren?

4.1 Beobachtungen zur Motivation

Da ich die Möglichkeit hatte viele verschiedene Klassen und Lehrer*innen zu besuchen, möchte ich in diesem Abschnitt einige Vergleiche ziehen und zunächst die Beobachtungen der Lehrer*innen und Schüler*innen differenzieren.

4.1.1 Beobachtungen der Lehrer*innen

Zu dem Thema Motivation, was natürlich auch viele andere Themen beinhaltet, möchte ich drei verschiedene Lehrer unter die Lupe nehmen. Als Erstes den Geografie und Geschichte unterrichtenden Herr Müller, als Zweites Herr Decke, der Geografie und Sport unterrichtet und als Drittes den Physiklehrer Herr Hase. Warum ich diese Auswahl so getroffen habe, wird im Laufe der Auswertungen noch klar.

Aufgrund meines Erstfachs Geschichte beobachtete ich anfangs oft den Unterricht von Herr Müller. Er ist ein 57 Jahre alter Geschichtslehrer, der nun schon sehr lange an dieser Schule arbeitet und somit ein sehr erfahrener Kollege ist. Zudem übernimmt oft wichtige Projekte der Schule in Organisation und Durchführung und ist somit ein Verantwortungsträger. Ich hatte in meiner Schulzeit nie Unterricht mit ihm, daher hatte ich keine Ahnung was mich erwartet. Zunächst beobachtete ich nur den Unterricht in der Sekundarstufe II. Die Raumordnung war nicht, so wie ich es erwartete, stets auf einen Frontalunterricht ausgelegt. Die Tische im Fachraum für Geschichte waren auch sehr oft in einer doppelten U-Form ausgerichtet. Somit bestand für die Schüler*innen die Möglichkeit eine offene Diskussion zu führen und auch mit anderen Methoden vom Frontalunterricht abzuweichen. Die Frage bestand jedoch darin, inwiefern dies auch genutzt wird. Wie in nahezu jedem Unterricht wurden die ersten Stunden dafür genutzt die Pläne für die Halbjahre durchzusprechen und eine Wiederholung des Vergangenen vorzunehmen. Die Lehrkraft benutzte jedoch zu meiner Enttäuschung nicht nur in dieser sondern auch in anderen Stunden keine anderen Arten des Unterrichts. Alles wurde frontal unterrichtet. Sehr positiv daran war jedoch die Stärke des Lehrers den Stoff sehr genau und sorgfältig zu vermitteln. Die sehr strenge Art, die jede kleinste Störung mit eindringlichen Ermahnungen unterband, sorgte für ein sehr gutes Arbeitsklima und ließ den Lehrer alle Freiheiten seinen Unterricht geplant durchzuführen. Das große Manko bestand jedoch darin, dass der Lehrer nur eine extrinsische Motivation versuchte zu erzwingen, wenn dies überhaupt geschah. Sicherlich haben Schüler in der Sekundarstufe II selbst gewählt, ob sie das machen wollen, aber um als Lehrer die höchstmögliche Produktivität der Schüler*innen zu erreichen, bedarf es mehr als den Satz: „Ihr seid freiwillig hier und macht das für euch.“ Es wurden keinerlei Reflexionen der Leistungen mit den Schüler*innen vorgenommen und kaum Elemente zur Aktivierung der intrinsischen Motivation, wie offene Diskussionsrunden, oder kritische Auseinandersetzungen mit einem geschichtlichem Thema, was den Lernenden ein viel breiteres Feld aufzeigt, gemacht. Unter diesen Umständen gab es zwar die Lehrkraft, die besondere Stärken darin besaß einen klar strukturierten und durch strenge Maßnahmen störungsfreien Unterricht sehr gut zu vermitteln, aber auch eine Klasse unter sich vereinte, die, durch die mangelnde Anregung sich produktiv am Unterricht zu beteiligen, größtenteils keine eigene Motivation zur Geschichte besaß.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Praktikumsbericht zu einem Hospitationspraktikum in den Sekundarstufen I und II
Untertitel
Dokumentierung und Bewertung des Hospitationspraktikums an einem Gymnasium
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
Pädagogisches Handeln in Schulen
Autor
Jahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V486558
ISBN (eBook)
9783668994010
ISBN (Buch)
9783668994027
Sprache
Deutsch
Schlagworte
praktikumsbericht, hospitationspraktikum, sekundarstufen, dokumentierung, bewertung, hospitationspraktikums, gymnasium
Arbeit zitieren
Moritz Klimanski (Autor), 2017, Praktikumsbericht zu einem Hospitationspraktikum in den Sekundarstufen I und II, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/486558

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