Die Abgrenzung des Bildungssponsoring von anderen Fördermaßnahmen und gegebene Rahmenbedingungen


Ausarbeitung, 2019

5 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Charakteristika
2.1 Abgrenzung vom Mäzenatentum
2.2 Abgrenzung vom Spendenwesen
2.3 Abgrenzung von Stiftungen

3. Vergleich

4. Rechtliche Rahmenbedingungen

5. Sozial-ethische Rahmenbedingungen

6. Fazit

7. Quellenverzeichnis

Die Abgrenzung des Bildungssponsoring von anderen Fördermaßnahmen und gegebene Rahmenbedingungen

1. Einleitung

Bedingt durch staatliche Einsparungen im Bildungssektor hat das Bildungssponsoring an enormer Bedeutung hinzugewonnen. Laut Umfragen von INRA Deutschland, wird das Sponsoring in der Gesellschaft generell akzeptiert und mehr als 80% der Deutschen befürworten das Sponsoring. Im Jahre 2005 wurden z.B. insgesamt 3,6 Mrd. Euro für Sponsoring Maßnahmen ausgegeben, wovon 300 Mio. Euro auf das sogenannte „Public Sponsoring“ (Bagusat, 2006:20) entfallen. Diese Art des Sponsorings umfasst sowohl Öko-, als auch Sozio- und Bildungssponsoring (vgl. Sponsor Visions 2005:6,11). Das Sponsoring im Bildungssektor steht jedoch auch Vorurteilen gegenüber. Dabei wird oft die „Freiheit der Lehre“ (Bagusat 2006:28) angezweifelt und die Vernachlässigung und Verletzung von pädagogischen Prinzipien befürchtet. Abgesehen davon gibt es verschiedene Formen des Sponsoring, die von der Kindertagesstätte bis zur Hochschule reichen. In der vorliegenden Arbeit soll zunächst auf die Charakteristika des Bildungssponsoring eingegangen werden, darauf hin soll das Sponsoring von anderen Fördermöglichkeiten abgegrenzt und verglichen werden. Abgeschlossen wird diese Ausarbeitung mit einem zusammenfassenden Fazit.

2. Charakteristika

Nach Hermanns (1997:36f.) sei Bildungssponsoring „die Zuwendung von Finanz-, Sach- und/oder Dienstleistungen von einem Unternehmen (Sponsor) an eine Einzelperson, eine Gruppe von Personen oder eine Organisation bzw. Institution aus dem Bildungssektor (Gesponserter) gegen die Gewährung von Rechten zur kommunikativen Nutzung von Personen bzw. Institutionen und/oder Aktivitäten des Gesponserten auf der Basis einer vertraglichen Vereinbarung“ (in: Mayer 2005:27). Die ausgehandelte Vereinbarung sei demnach ein „Geschäft auf Gegenseitigkeit“ (Bagusat 2006:21). Die vertragliche Vereinbarung zwischen Sponsor und Gesponsertem wird als „Sponsorship“ (Hermanns 1997:37) bezeichnet. Dabei wird das Sponsoring aus Sicht des Gesponserten als Finanzierungsinstrument und aus Sicht des Gesponserten als Marketing-Kommunikationsinstrument genutzt (vgl. Bagusat 2006:21f.).

2.1 Abgrenzung vom Mäzenatentum

Der Name leitet sich vom Römer Gaius Clinicus Maecenas ab, der im ersten Jahrhundert vor Christus als Freund und Berater des damligen Kaisers Augusts tätig war und die wichtigsten Dichter seiner Zeit bei ihrer künstlerischen Tätigkeit unterstützte und förderte (vgl. Bortoluzzi Dubach/Frey 2002:15ff.; Bruhn 2003:3). Der Name steht heute für die Förderung der Kultur und des Gemeinwesens aus altruistischen und uneigennützigen Zielen , ohne eine konkrete Gegenleistung zu erwarten (vgl. Haibach 2003:74). Erst Ende des 18. Jahrhunderts trifft der Unternehmen als sogenannter Mäzen in Erscheinung, woraus sich in den Vereinigten Staaten das „Corporate Giving“ (Bagusat 2006:22) und in der Bundesrepublik Deutschland das Spendenwesen entwickelte.

2.2 Abgrenzung vom Spendenwesen

Bei dem Spendenwesen handelt es sich um eine freiwillige Übertragung von Geld-, Sach- oder Dienstleistungen ohne äquivalente Gegenleistung des Empfängers (vgl. Schneider 1996:50). Nach dem Zivilrecht, das im BGB verankert ist, sei eine Spende eine Schenkung, die jede Art eines Leistungsaustausches ausschließe (vgl. Meininger 2000:70). Des Weiteren spielen steuerliche Vorteil für den Geber auch eine maßgebliche Rolle, da dieser die Spende als Förderung steuerlich geltend machen kann (Porter/Kramer 2003:40ff.).

2.3 Abgrenzung von Stiftungen

Im Gegensatz zum Spendenwesen stellen Stiftungen keine einmaligen Förderungen dar, sondern sind Institutionen, die auf Dauer angelegt. Sie werden bei der Gründung von einem Stifter mit Vermögen ausgestattet, womit sie einen wohltätigen Zweck verfolgen, den Stiftungszweck (Haibach 2002:165ff.).

3. Vergleich

Im Vergleich unterscheiden sich diese Förderungsformen vom Bildungssponsoring darin, dass bei den oben genannten Fördermaßnahmen keine vertraglichen Vereinbarungen über eine Gegenleistung der Geförderten getroffen werden. Jedoch kann seitens des Förderers gesellschaftliche Nutzenerwartungen getroffen werden - allerdings ohne Rechtsanspruch an den Geförderten (Haibach 2002; Hermanns 1997:37ff.). Dabei stellt das Bildungssponsoring ein Verfahren der Finanzierung von Bildungsinstitutionen dar (vgl. Bagusat 2006:23). Es handelt sich dabei kein Mäzenatentum, sondern ein Geschäft der Gegenseitigkeit mit kommunikativem Nutzen und Förderabsichten.

4. Rechtliche Rahmenbedingungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich je nach Bildungsinstitution. Für das Schulsponsoring ist in allen Landesschulgesetzen in Deutschland eine Förderung prinzipiell erlaubt. Jedoch muss dabei der Werbeeffekt hinter dem pädagogischen Nutzen zurückbleiben. Reine Werbemaßnahmen seien in allen Bundesländern verboten - mit Ausnahme von Berlin, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt (vgl. Baguast 2006:27). Wichtig dabei ist, dass die Sponsoringmaßnahmen mit dem Bildungs- und Erzieungsauftrag vereinbar sein muss und diese nicht gefährden darf (ebd.)

5. Sozial-ethische Rahmenbedingungen

Gibt es noch andere Rahmenbedingungen, außer der rechtlichen? Ja, die gibt es. Und zwar die sozial-ethischen Rahmenbedingungen, die aus den gegensätzlichen Interessen des Sponsoren und der Bildungsinstitutionen resultieren können. Diese könnten sich maßgebend zum Nachteil auf die „Freiheit der Lehre“ (s.o.) auswirken. Es sind durchweg mehr Aufträge zu verfolgen und vereinbaren, als die des Sponsoren. Hierzu zählen der elterliche Erziehungsauftrag, das Recht des Schülers auf freie Persönlichkeitsentfaltung und der staatliche Bildungsauftrag der jeweiligen einzelnen Bildungsinstitutionen.

Gemäß Artikel 6 GG gilt für Schulen die Pflicht, politisch, weltanschaulich und religiös neutral zu sein. Demzufolge läge ein Verfassungsverstoß vor, wenn eine Beeinflussung der Schüler_innen stattfindet. Das bedeutet, dass Bildungsinteressen Vorrang vor fiskalischen Überlegungen haben müssen. Dies schließt die Freiheit bei der Lehrmethode ein. Außerdem darf sich die Bildungsinstitution in keine finanzielle Abhängigkeit vom Sponsor begeben, was sich auf die Lehrinhalte auswirken könnte. Folglich müssen ethische Grundnormen von beiden Seiten eingehalten werden, sodass die didaktische und pädagogische Qualität der Bildungsangebote gewahrt werden können.

6. Fazit

Zusammenfassend wird ersichtlich, dass durch den Mangel an Finanzmitteln im Bildungssektor eine Kooperation mit der Wirtschaft eine Alternative für Bildungsinstitutionen darstellt. Nach Käckenhoff habe diese Alternative auch zu einem Rückgang der gesetzlichen Einschränkungen geführt (vgl. Käckenhoff 2005:25). Mit Hilfe des Öffnungs- und Modernisierungsprozesses - des Bildungssponsoring - entsteht für Unternehmen unter anderem die Möglichkeit das eigene gesellschaftliche Engagement zu kommunizieren und andererseits an neue Zielgruppen heranzutreten (Stippel 2005:14ff.). Abschließend lässt sich sagen, dass bei der Wahrung von Grundnormen das Bildungssponsoring eine erfolgreiche Kooperation darstellt. Für einen tiefgreifenderen Einblick empfiehlt es sich, sich näher mit den Arten des Bildungssponsorings, den unterschiedlichen geförderten Institutionen und den Rahmenbedingungen zu beschäftigen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Die Abgrenzung des Bildungssponsoring von anderen Fördermaßnahmen und gegebene Rahmenbedingungen
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Pädagogik)
Veranstaltung
Recht und Bildung oder Recht auf Bildung? Kritiken rechtlicher Rahmenbedingungen
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
5
Katalognummer
V493610
ISBN (eBook)
9783346000477
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildungssponsoring
Arbeit zitieren
Gamze Keklik (Autor:in), 2019, Die Abgrenzung des Bildungssponsoring von anderen Fördermaßnahmen und gegebene Rahmenbedingungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493610

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Abgrenzung des Bildungssponsoring von anderen Fördermaßnahmen und gegebene Rahmenbedingungen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden