Vokalisationsentwicklung im natürlichen Kontext der vorsprachlichen Kommunikation

Prozedurales Einüben sprachrelevanter Fähigkeiten


Hausarbeit, 2002
24 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Vokalisationsentwicklung im natürlichen Kontext der vorsprachlichen Kommunikation:

Prozedurales Einüben sprachrelevanter Fähigkeiten

Kontrollieren von Grundmechanismen der Lautbildung

Frühe Stimmgebung

Das Schreien Neugeborener wurde in den vorliegenden Analysen nicht untersucht, da es als Distanz- und Alarmsignal auf andere wirkt, jedoch nicht Bestandteil ruhiger Zwiegespräche ist. Stimmliche Kompetenzen, die für das Schreien bereits angeboren sind, müssen in der ruhigen Kommunikation erst erworben werden.

Außerdem löst Schreien bei den Eltern andere Verhaltensweisen aus als ruhiges Vokalisieren des Babys.

Im Repertoire des Neugeborenen lassen sich verschiedene Lautgruppen nach ihrer Entstehung unterscheiden: Einerseits die zufälligen Laute, die als Begleitprodukt von autonomen Reflexen produziert werden, andererseits die stimmhaften Grundlaute, die bei der Ausatmung entstehen, wenn der Stimmtrakt inaktiv ist und keine artikulatorische Bewegung erfolgt. Falls die Stimmbänder aktiviert werden, wird ein Laut mit erkennbarer Tonhöhe hörbar.

Frühe Modulationen

Die beschriebenen Grundlaute bilden die Grundlage für das Erlernen von weiteren phonatorischen und artikulatorischen Fähigkeiten. Der Säugling übt zunächst das Zusammenspiel von Atemmuskulatur, subglottalem Atemdruck und Stimmbandaktivierung.

Nach sechs bis acht Wochen beherrscht er dann die wesentlich wohlklingenderen resonanten vokalartigen Laute.

Im zweiten und dritten Monat kann bereits die Grundfrequenz leicht moduliert werden, die Ähnlichkeit der Laute mit zentralen, mittleren und unteren vorderen Vokalen nimmt zu und es können velare Artikulationen erzeugt werden.

Dies hängt möglicherweise mit anatomischen Veränderungen zusammen.

Spielen und kreatives Erproben des stimmlichen Potentials

Der spielerische Umgang mit der Stimme spielt bis weit ins zweite Lebensjahr hinein eine große Rolle auf allen Ebenen der Lautentwicklung.

Im Zuge der anatomischen Reifung des Stimmtraktes experimentiert der Säugling mit den Möglichkeiten seiner Stimme, z.B. unterschiedliche Tonhöhen, Lautstärken, Rhythmen und Frequenzen. So gewinnt er die Kontrolle über seine Stimme.

Diese Phase des Spiels mit der Stimme ist geprägt von kindlichen Monologen, in denen eigentlich zufällig erzeugte Laute mit viel Vergnügen und Ausdauer mehrfach wiederholt und variiert werden. Auch Bezugspersonen beteiligen sich in vorsprachlichen Interaktionen durch Wiederholen der kindlichen Vokalisation an diesem Spiel und sind außerdem Vorbild, da sie in Umgang mit dem Kind dazu neigen, ihre eigenen Äußerungen zu reproduzieren und zu variieren.

Der erreichte Grad der Kontrolle über seine Stimme lässt sich am Grad der Perfektion ablesen, mit der der Säugling auf- und absteigende melodische Konturen produziert.

Die Grundlage für diese frühe Kontrolle ist offenbar die unmittelbare auditive und visuelle Rückkopplung, die er erhält.

Bald erscheinen Sequenzen, die glottale Verschlusslaute mit vokalartigen Lauten kombinieren. Auch der Vokalraum dehnt sich aus.

In der Phase des Spiels mit der Stimme übt der Säugling Fähigkeiten ein, die später zum Kontrollieren der regulären Silbenfolgen notwendig sind.

Kontrollieren regulärer Silbenfolgen

Zwischen dem sechsten und elften Monat beginnen plötzlich monobsyllabische Silbenketten das Lautrepertoire des Säuglings, besonders in Monologen, zu beherrschen. In Interaktionen kommen sie wesentlich seltener vor, sie stören den Dialog eher.

Die regulären Silben weisen eindeutige Wechsel zwischen Konsonanten und Vokalen auf und erfordern daher die Koordination einer artikulatorischen Verschluss- bzw. Öffnungsbewegung mit Bewegungen, die den Vokal hervorbringen (Aktivierung der Stimmbänder und Änderung der Zungenstellung). Vordere Verschlusslaute und zentrale / vordere Vokale dominieren, da sie besonders leicht zu erzeugen sind.

Das Auftreten der kanonischen Silben steht zeitlich und eventuell auch funktionell in engem Zusammenhang mit der allgemeinmotorischen Entwicklung, wo ebenfalls rhythmischen Stereotypien auftauchen. Außerdem entwickelt sich das Gehirn an für die motorische und die Sprachentwicklung wichtigen Stellen.

Auch taubgeborene Säuglinge beginnen ungefähr zur selben Zeit mit dem Silben-„plappern“ wie hörende, allerdings in Gebärdensprache.

Von den regulären Silben zu Protowörtern und Wörtern

Neueren Untersuchungen zufolge gibt es eine zeitliche, phonetische und funktionelle Kontinuität zwischen dem Silbenplappern und dieser Phase

Hier werden Teile des syllabischen Lautrepertoires als Inventar für die ersten Wörter beibehalten. Silben werden kombiniert und satzähnliche Intonationsmuster eingeübt, und das Kind spezialisiert sich auf phonetische Kontraste seiner Muttersprache.

In dieser Phase der zweiten Expansion ziehen die Kinder tiefe, vordere und zentrale den hinteren und hohen Vokalen vor.

Die Kinder können Wörter zunächst nur mit neutralem Ausdruck sprechen. Das gleichzeitige Operieren von emotionalem und sprachlichem Ausdruckssystem würde sie überfordern.

Kinder, die häufig Emotionen ausdrücken, sind daher langsamer in der Sprachentwicklung. Hier kann die Bezugsperson dem Baby durch einfühlsames Reagieren helfen und sein Erregungs- und Spannungsniveau regulieren, so dass es schneller differenziertere Kommunikationsmittel entwickelt.

Auch die Kommunikation der Mutter gegenüber dem Kind ändert sich in dieser Phase merklich. Damit erleichtert sie das Einüben sich entwickelnder sprachlicher Kompetenzen. Stimulation mit Hilfe von rhythmischen Silbenketten nimmt v.a. im Kontext von erfundenen Spielchen zu und wird z.B. von rhythmischem Klopfen begleitet. Die Äußerungsdauer der Mutter nimmt ab, da sie ihre Sätze vereinfacht; Dialoge werden häufiger. Bedeutungstragende Wörter werden hervor gehoben. Oft greift die Mutter erste sprachlich akzeptable Silben auf und benutzt sie als Wortkerne für erste Protowörter, die sie dann auf besonders auffällige Aspekte der aktuellen Interaktion bezieht. Beim gemeinsamen Bezugnehmen auf einen Gegenstand wird zunächst von der Mutter, später auch vom Kind die Silbe „da“ verwendet.

Das Lexikon der Kindersprache ist in vielen Kulturen gleich, da es an die Fähigkeiten des Säuglings angepasst ist.

Je älter das Kind wird, desto eher verwenden Mütter Wörter aus seiner Sprache, so dass langsam eine Verbindung zwischen kindlichen Silben und der Erwachsenensprache geschaffen wird.

Nachdem Mutter in der vorher gehenden Zeit das Kind v.a. gelehrt hat, wie man artikuliert, nachahmt oder einen Dialog führt, beginnt sie jetzt, Informationen hinzu zu fügen, indem sie Silben Bedeutungen zuordnet.

Abwechseln von Zuhören und Vokalisieren: Entwicklung des Dialogs

Wie kann zwischen Mutter und Kind ein Dialog entstehen, obwohl das Kind noch nicht annähernd über entsprechende Kompetenzen verfügt?

Die Mutter handelt als „Doppelagent“, d.h. sie agiert in ihrem Namen und in dem ihres Kindes. Dabei „versteht“ sie ihr Kind so, als könne es bereits für seine Bedürfnisse eintreten und sich konventionell verständlich machen.

Die Mutter behandelt ihr Kind also wie einen vollwertigen Menschen; sie kann nicht anders, als mit ihm zu kommunizieren. Dadurch entsteht eine quasi-kommunikative Beziehung. Es ist noch unklar, ob die Mutter in ihrem Kind wirklich einen Gesprächspartner mit Absichten sieht oder ob sie sich ein Spiel daraus macht.

Es stellen sich einige Fragen nach dem Beitrag des Kindes zum Kontaktaufbau, seinen Reaktionen auf das Interaktionsverhalten der Mutter sowie ob und wie ein sozialer Austausch stattfindet. Antworten liefert eine

Micro-Analyse einer Dialog-Sequenz von Sylvester-Bradley, ausgewertet von K. Neumann :

- Die Mutter war generell diejenige, die den Dialog initiierte und in Gang hielt, indem sie die Aktionen des Kindes aufgriff und ihre Handlungen danach gestaltete.
- Auch auf Seiten des Kindes gab es abgestimmte Reaktionen, z.T. mit spezifischem Antwortcharakter.

Die Annahme, dass diese Verhaltensakte nicht zufällig oder AAM-gesteuert, sondern organisiert sind, wird folgendermaßen belegt:

Da das Kind in der Studie bei starker Resonanz ein deutliches und differenziertes Sozialverhalten zeigt, während dieses bei fehlender Resonanz abbricht, gilt es als sicher, dass das kindliche Verhalten nicht

zufällig ist. Wäre sein Verhalten AAM-gesteuert, müsste es auf den gleichen Reiz mit dem selben Verhalten reagieren. In der Analyse jedoch reagiert das Kind auf den Anblick des Gesichts seiner Mutter einmal mit Lächeln und einmal nicht. Also liegt hier keine AAM-Steuerung vor.

Statt dessen muss man annehmen, dass das Lächeln des Kindes beim Kontaktangebot der Mutter teilweise erbbedingt ist, aber auch ein Element der Undeterminiertheit besitzt. So ist die Entwicklung eines höheren Organisation sprinzips, das der Steuerung durch sozial-kognitive Bewusstseinsprozesse, möglich: Aus dem Funktionsmuster „Lächelreaktion“ wird langsam ein gesteuertes Handlungsmuster zur sozialen Interaktion.

- Das Kind bringt hohe Aktivität und soziale Anwortbereitschaft mit in den Dialog ein.

Dialogsequenzen zwischen Mutter und Kind entstehen also aus der mütterlichen Kommunikationsfähigkeit und der kindlichen Aktivität und Sensibilität für Sozialkontakt.

Stimmliche Neuerwerbungen erscheinen häufig erst ein bis zwei Wochen nach dem Erwerb in Monologen auch im Zwiegespräch, da das Kind durch das Dialogisieren bereits voll beansprucht wird.

Untersuchungsergebnisse: Stimmliches Abwechseln vom 2. bis 15. Monat

Bei 2-monatigen Säuglingen sind die Dialoge zwischen Mutter und Kind deutlich asymetrisch: Die Mutter spricht häufiger, länger und macht kürzere Pausen als das Kind. Sie erreicht daher eine größeren Vokalisationsanteil pro Interaktionszeit.

Ein echtes dialogartiges Abwechseln existiert also noch nicht, jedoch vokalisierten die Säuglinge in der Studie etwas häufiger (51,7% der Laute) während Sprechpausen der Mutter als außerhalb derer.

Dieser Durchschnittswert ergibt sich jedoch aus verschiedenen Kommunikationsstilen: Bei emotional neutralen Lauten des Kindes und solchen des Wohlbehagens sowie bei Versuchen der Mutter, Blickkontakt herzustellen oder eine Antwort des Kindes auszulösen gab es ein echtes Abwechseln mit seltenen Überlappungen. Umgekehrt dominierten Überlappungen, wenn das Kind Laute des Vergnügens von sich gab (Duettieren) oder die Mutter Unbehagenslaute oder Schreien zu übertönen versuchte.

Mit sieben und neun Monaten wechselten sich Mutter und Kind am seltensten ab; zwischen neun und 15 Monaten wurde die Rate der Sprecherwechsel signifikant höher.

Mit sieben Monaten nahmen auch die kindlichen Vokalisationen, die in Sprechpausen der Mutter fielen, signifikant von 51,7% auf 75,3% zu.

Kontingentes Beantworten kindlicher Laute. Kontingente Reaktionen der Mutter nehmen in Form von Nachahmung, Bestätigen, Pseudodialogen usw. Bezug auf die voran gegangene Vokalisation des Kindes.

In den ersten sechs Monaten wurden ca. ein Drittel der kindlichen Einzellaute kontingent beantwortet.. Der Anteil fiel bis zum neunten und elften Monat, um danach bis zum 15. Monat wieder anzusteigen.

Durch ansteigende Melodien und / oder durch vom Kind bereits beherrschte Lautmodelle und taktiles Beklopfen seiner Lippen wird das Kind zum Dialog animiert.

All diese Verhaltensanpassungen der Mutter bilden den Konversationsrahmen, in dem das Kind Fähigkeiten zum Dialogisieren einüben kann.

Im Rahmen verschiedene Spielchen mit sich ständig wiederholenden Verhaltensabfolgen kann das Kind Erwartungen entwickeln und später selbst mitspielen.

Takt und Timing im mütterlichen Kommunikationsverhalten: Asymmetrien in der frühen Steuerung des Abwechselns

Dass ein dialogisches Abwechseln überhaupt erreicht wird, ist v.a. eine Anpassungsleistung der Mutter, die den Konversationsrahmen zur Verfügung stellt.

Die Mutter kann beim Stillen auch das Abwechseln von Saugen und Pausen des Kindes durch Stimulation beeinflussen.

Die Vokalisationsfrequenz von Säuglingen wird von aperiodischen Faktoren beeinflusst. So erhöht sich diese bei positiver wie negativer emotionaler Erregung sowie bei sprachlicher Stimulation.

Das Kind lernt durch kontingente Antworten und durch ein Abwechseln von Sprechen und Pausen beim Erwachsenen, selbst zu pausieren.

Dreimonatige Säuglinge reagierten auf kontingente sprachliche Stimulation eher mit wohlklingenderen Gurrlauten als mit neutralen Grundlauten. Diese Gurrlaute motivieren den Erwachsenen stark zum Dialog, da er dem so vokalisierenden Kind eine kommunikative Absicht unterstellt.

Interaktionsrahmen zum Einüben des Abwechselns

Etwa ab dem fünften Monat beginnt der Säugling, das Abwechseln zwischen eigener Lautbildung und der Verarbeitung auditiver Wahrnehmung aktiv einzuüben. Mit zwölf Monaten nimmt die Zahl der Überlappungen stark ab und das Kind signalisiert erhöhte Aufmerksamkeit. Die Koordination des Abwechselns übernimmt jedoch immer die Mutter, die sich dabei aber dem Verhalten des Kindes anpasst.

Mit 18 bis 24 Monaten kann das Kind selbst dazu beitragen: Es unterbricht die Mutter seltener und sucht und sendet Blickkontakt am Ende von Beiträgen.

Stimmliches Nachahmen

Nachahmung bzw. Anregung zur Nachahmung ist eine Art des kontingenten Beantwortens und des Abwechselns.

In einer Studie wurden Ähnlichkeiten von benachbarten mütterlichen und kindlichen Vokalisationen sowie mütterliches Nachahmen und Vorsprechen analysiert.

Untersuchungsergebnisse: Stimmliche Nachahmung vom zweiten bis 15. Monat

Reziprokes Nachahmen von Artikulationsmerkmalen. Bei 3-, 5- und 7-monatigen Kindern waren 55,8%, 55.3% und 46,5% aller Vokalisationen Nachahmungen von benachbarten mütterlichen Äußerungen in Bezug auf prosodische und sprachliche Artikulationsmerkmale.

Kinder und Mütter ahmten sich in Interaktionen gegenseitig gleich häufig nach.

Die Nachahmungen wurden mit zunehmendem Alter des Kindes komplexer, sowohl die der Mutter als auch die des Kindes.

Mütterliches Nachahmungs- und Modellverhalten. Der Anteil der kindlichen Vokalisationen, die die Mutter unmittelbar als Gesamtlaut imitiert, ist eher gering, steigt jedoch parallel zur globalen mütterlichen Nachahmungstendenz von 5,9% mit zwei Monaten auf 20,6% mit 15 Monaten.

Die Mütter korrigierten mit zunehmendem Alter des Kindes eher wortähnliche als sinnlose Äußerungen.

Auch nonverbale Nachahmungen nahmen mit dem Alter zu.

Das mütterliche Echo: Interaktionsrahmen zum Einüben der Nachahmung

Die Mutter ahmt von den ersten Interaktionen an kindliche Laute nach und verstärkt sie damit.

Auch die mütterliche Stimulation zum Nachahmen funktioniert besonders gut mit Hilfe von typischen Lauten aus dem Repertoire des Kindes. Sie bildet zusammen mit korrektivem Feedback den Imitationsramen. Darin kann es seine Äußerungen mit den auditiv und visuell wahrgenommenen Imitationen seiner Mutter vergleichen und sie verbessern.

Indem sie Ihre Vokalisation durch Anheben der Stimme, bevorzugt einsilbige Äußerungen mit verlängerten Vokalen und einfachen Melodien denen des Säuglings anpasst, werden Unterschiede zwischen beiden vermindert. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine ähnliche Antwort durch den Säugling.

Funktionen der Nachahmung in der vorsprachlichen Kommunikation

Artikulatorisch korrekte Modelle und korrektives auditives Feedback. Die Mütter wiederholen unaufällige Laute ihres Kindes deutlich artikuliert und der konventionellen Sprache angenähert. Damit erhält es ein visuelles und auditives Feedback. Das fördert basale artikulatorische Fähigkeiten und die Entwicklung der kanonischen Silben.

In anderen Fällen wiederholen Mütter ein Wort aus dem Repertoire des Kindes, um ein Nachahmen auszulösen, dass dann bestätigt oder korrigiert wird. Eine solche kontingente Antwort bzw. die Erfahrung, nachgeahmt zu werden, verstärkt das Einüben neuer Lautmerkmale.

Empathisches Nachahmen. Mütter können emotional motivierte Laute nachahmen, um sich entweder in die Befindlichkeit des Kindes einzufühlen oder diese durch verstärkende oder abgeschwächte Nachahmung zu beeinflussen.

Nachahmen als Ausdruck der Gegenseitigkeit und der Gemeinsamkeit. Nachahmen ist eine frühe Form gemeinsamen Handelns und gibt ein Gefühl des Verstehens und der Gegenseitigkeit. Nachahmungsspielchen befriedigen damit den Wunsch nach Vertrautheit und gegenseitigem Beeinflussen.

Nachahmen als Aushandeln eines gemeinsamen Codes. Durch das gegenseitige Nachahmen entsteht ein gemeinsames „Alphabet“.

Reguläre Silben und Doppelsilben werden als Wortkerne aufgegriffen und beispielsweise den Hauptbezugspersonen, der Nahrungsaufnahme oder Tierspielzeugen zu geordnet. Prustlaute des Kindes werden etwa mit einem Motorengeräusch assoziiert und fortan als gemeinsamer Code für „Auto“ benutzt.

Laute mit entfernter Ähnlichkeit mit regulären Wörtern werden von einigen Müttern aufgegriffen und deren Bedeutung über direkte sensorische Erfahrung vermittelt („ei“ à Streicheln).

Verzögertes Nachahmen. Säuglinge können sowohl Spielsequenzen mit unbekanntem Spielzeug als auch Worte und andere Lautstrukturen gehörter Sprache speichern und Stunden später in Monologen reproduzieren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Vokalisationsentwicklung im natürlichen Kontext der vorsprachlichen Kommunikation
Untertitel
Prozedurales Einüben sprachrelevanter Fähigkeiten
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Psychologisches Institut)
Veranstaltung
Seminar „Kommunikation und Interaktion im Kleinkindalter“ bei Prof. Dr. M. Charlton
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
24
Katalognummer
V495251
ISBN (eBook)
9783346003683
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprache Kleinkinder Training, Üben, Stimme Laute Spiele
Arbeit zitieren
Minka Winkelmann (Autor), 2002, Vokalisationsentwicklung im natürlichen Kontext der vorsprachlichen Kommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495251

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