Psychosoziale Belastungen bei Zwangserkrankungen

Zusammenfassung der Lehrveranstaltung


Zusammenfassung, 2004
11 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Psychosoziale Belastungen bei Zwangserkrankungen

I Beschreibung der Zwangsstörung nach ICD-10

II Epidemiologie, Verlauf und Nosologie

Demographische Merkmale

III Erklärungsansätze

Persönlichkeitsfaktoren

IV Interventionsansätze

V Fallbeispiel

Erklärung

Literatur

Seminar: Belastungs- & Anpassungsstörungen

Psychosoziale Belastungen bei Zwangserkrankungen

I Beschreibung der Zwangsstörung nach ICD-10

- Wesentliche Kennzeichen: wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen.
- Def. Zwangsgedanken: Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie sind fast immer quälend, der Patient versucht häufig erfolglos, Widerstand zu leisten.
- Die Gedanken werden als zur eigenen Person gehörig erlebt, selbst wenn sie als unwillkürlich und häufig abstoßend empfunden werden.
- Def. Zwangshandlungen oder –rituale: Stereotypien, die ständig wiederholt werden.
- Sie werden weder als angenehm empfunden, noch dienen sie dazu, an sich nützliche Aufgaben zu erfüllen.
- Der Patient erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das ihm Schaden bringen oder bei dem er selbst Unheil anrichten könnte.
- Im Allgemeinen wird dieses Verhalten als sinnlos und ineffektiv erlebt, es wird immer wieder versucht, dagegen anzugehen.

- Wichtig sind also Einsicht und Widerstand.

II Epidemiologie, Verlauf und Nosologie

- meist Zwangshandlungen und -Gedanken gemeinsam (ca. 69%); 25% nur Zwangsgedanken, 6% nur Zwangshandlungen

2.1 Epidemiologie

- Prävalenz: 1-2% (schwierig zu bestimmen wg. Verheimlichung)

Demographische Merkmale

- keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern, unterschiedlichen Schichten und bei unterschiedlicher Intelligenz
- 50% der Zwangspatienten sind unverheiratet; bestehende Ehen werden meist schlecht beurteilt.
- wenig Unterschiede in der regionalen Verteilung und der religiösen Einstellung

2.2 Verlauf

- Vor Auftreten des Zwanges haben 36% der späteren Zwangspatienten neurotische Störungen.
- Chronischer Verlauf häufig a) bei frühem Beginn und b) wenn in der Kindheit Tics und Aufmerksamkeitsstörungen aufgetreten sind.
- durchschnittlicher Beginn: Anfang zwanzig, häufig in der Pubertät. Genauer: Kontrollzwänge (v.a. bei Männern) mit schon mit ca. 18 J., Waschzwänge (v.a. bei Frauen) erst mit ca. 27 J.
- Aufsuchen einer Therapie erst ca. 7,5 J. nach Beginn der Störung. Gründe: Scham è Versuch, die Krankheit zu verbergen; Versuche der Selbstheilung; schlechte psychosoziale Versorgung. Das senkt die Besserungschancen.
- Zwänge treten so gut wie nie im Alter auf.

2.3 Nosologie

- 30% der Zwangspatienten erfüllen Kriterien einer Major Depression; 30% habe soziale Ängste; bei 5,3% geht der Zwang im Laufe der Zeit in eine Schizophrenie über.

III Erklärungsansätze

3.1 Faktoren zwanghaften Verhaltens

Persönlichkeitsfaktoren

- Das Konzept einer „prämorbiden Persönlichkeit“ ist umstritten.

familiäre Aspekte

- Häufung neurotischer Störungen bei Verwandten ersten Grades von Zwangspatienten
- offensichtlich genetischer Einfluss (belegt durch Zwillingsstudien)

life-events

- Live-events liegen in 30% der Fälle vor, es werden v.a. Frustration und Überarbeitung geschildert.

physiologische und biologische Aspekte

- Biochemische Untersuchungen
- Annahme: Depressionen und Zwangsstörungen haben ähnliche biochemische Grundlagen
- Schlafstudien: Schlafmuster von Zwangspatienten anders als bei Gesunden, aber ähnlich wie bei Depressiven. (Interpretationsproblem: Zwangspatienten entwickeln häufig sekundäre Depressionen.)

- Pharmakologische Studien
- Hypothese einer Störung der Serotonin-Synthese (Neurotransmitter) / Störung des Dopamin-Systems: Wirkung von Antidepressiva bei Zwangsstörungen nachgewiesen è Umkehrschluss: ähnliche biochemische Grundstörung
- Anxiolytika zur Behandlung von Zwängen unbrauchbar è Hypothese, dass Zwangspatienten die Senkung des generell erhöhten Erregungsmusters hilft, ist also nicht haltbar.
- evtl. können Neuroleptika helfen, die bei schizophrenen Störungen die stereotypen Verhaltensweisen abzuschwächen

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Psychosoziale Belastungen bei Zwangserkrankungen
Untertitel
Zusammenfassung der Lehrveranstaltung
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Psychologisches Institut)
Veranstaltung
Seminar: Belastungs- & Anpassungsstörungen
Autor
Jahr
2004
Seiten
11
Katalognummer
V495252
ISBN (eBook)
9783346008923
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ICD Zwangsstörung, Therapie Entstehung Theorie Fallbeispiel, Pharmakotherapie VT
Arbeit zitieren
Minka Winkelmann (Autor), 2004, Psychosoziale Belastungen bei Zwangserkrankungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495252

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