Arbeitszufriedenheit und Commitment


Seminararbeit, 2003
11 Seiten

Leseprobe

Arbeitszufriedenheit und Commitment

Arbeitszufriedenheit

Definition Arbeitszufriedenheit

Einstellung zum Arbeitsverhältnis mit allen seinen Aspekten (Gesamtzufriedenheit & Einstellung zu Lohn, Beziehungen zu Kollegen, Tätigkeit etc.)

Nach Bullock (1953): Einstellung, die sich aus Balance und Summierung vieler verschiedener angenehmer und unangenehmer Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis ergibt.

Arbeitszufriedenheit fördert die allgemeine Lebenszufriedenheit, Unternehmungslust und Initiative und wirkt entspannend und entlastend. Aus einer humanistischen Perspektive wird Arbeitszufriedenheit als Indikator für psychische und physische Gesundheit betrachtet.

Arbeitszufriedenheit resultiert nicht nur aus unmittelbarer Befriedigung der Bedürfnisse, sondern kann auch durch eine Senkung des Anspruchniveaus oder Wahrnehmungsverzerrungen unbefriedigender Situationen entstehen.

Zum einen wird Arbeitszufriedenheit als abhängige Variable betrachtet, die sich in Abhängigkeit von der Güte der vorherrschenden Arbeitsbedingungen (z. B. Stress) verändert. Zum anderen wird Arbeitszufriedenheit auch als unabhängige Variable betrachtet, von der man annimmt, dass sie einen Einfluss auf viele weitere arbeitsrelevante Variablen hat, z. B. Abwesenheit, Fluktuation und Arbeitsleistung.

Die Geschichte der Forschung zum Konstrukt der Arbeitszufriedenheit (AZ)

Beginn der Forschungen: „solo status“ der Arbeiten von Roethlisberger & Dickson àKontrast zum Taylorismus; gegen Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts (untersuchten 12 Jahre lang u.a. die AZ in den Hawthorne-Werken der Western Electric Company in Cicero/Illinois)

Hoppock (1935): erste Studie, die sich ausschließlich mit der AZ beschäftigte (Lehrer, AZ und Korrelation zu sozio- und psychographischen Merkmalen)

In den 50ern hauptsächlich drei Arbeiten, die nachhaltigen Einfluss hatten:

- Schaffer (1953): Befriedigung der beiden wichtigsten der 12 Grundbedürfnisse reicht aus, um generelle AZ vorherzusagen.
- Herzberg, Mausner & Snyderman (1959): Zwei-Faktoren-Theorie: Befriedigung des Hygiene-Bedürfnisses führt zu Reduktion der Arbeitsunzufriedenheit (AUZ), Befriedigung der Motivationsbedürfnisse führt zu Erhöhung der AZ.
- Brayfield & Crockett (1955): Sammelreferat über minimale Zusammenhänge zwischen Arbeitseinstellung und Leistung.

Neuere Forschung berücksichtigt individuelle Differenzen beim Erleben der AZ (Schneider, 1985) und thematisiert stärker Person-Situation-Interaktion (Schneider, 1985). Außerdem werden die Auswirkungen unterschiedlicher Organisationsstrukturen auf Arbeitseinstellung und –verhalten untersucht.

Diskrepanz zwischen Antworten und wirklicher Meinung?

Seltsamerweise geben die meisten Personen an, zufrieden zu sein (meist ca. 80%), würden aber nicht noch einmal den gleichen Beruf wählen (z.B. in einer Untersuchung von Kahn (1972) nur 24% der „blue-collar-workers“).

Störgrößen, die zu solchen widersprüchlichen Ergebnissen führen können (Wiendiek, 1980):

- Zweifel an Anonymität der Befragung
- Relativ global formulierte Items, die zu bilanzierenden Antworten verleiten
- Streben nach positivem Selbstbild
- Senkung des Anspruchniveaus
- AZ als Sozialisationsprozess, in dem nur die Ziele und Bedürfnisse entwickelt wurden, die von der vom sozialen System zugewiesenen Position befriedigt werden können

Unterschiedliche Arten von Arbeitszufriedenheit

Es gibt unterschiedliche Arten von Arbeitszufriedenheit.

Sie entstehen durch folgende Prozesse:

1. Befriedigung vs. Nicht-Befriedigung von Bedürfnissen und Erwartungen
2. Erhöhung vs. Aufrechterhaltung vs. Senkung des Anspruchsniveaus
3. Problemlösung vs. –fixierung vs. –verdrängung bei Nicht-Befriedigung

progressive AZ, wenn

- Bedürfnisbefriedigung (à kurz: stabilisierende Zufriedenheit)
- Ausweitung des Anspruchsniveaus
- Zufriedenheitsdefizit, aber weiterhin positive Einstellung, weil frühere Ziele ja auch erreicht wurden

stabilisierte AZ, wenn

- Bedürfnisbefriedigung (à kurz: stabilisierende Zufriedenheit)
- Ausweitung des Anspruchsniveaus, aber auf Bereiche außerhalb der Arbeit
- Bemühen um Aufrechterhaltung der gegenwärtigen befriedigenden Arbeitssituation

resignative AZ, wenn

- keine Bedürfnisbefriedigung (à kurz: diffuse Unzufriedenheit)
- Senkung des Anspruchsniveaus (=Sollwertreduktion)

konstruktive Arbeitsunzufriedenheit (AUZ)

- keine Bedürfnisbefriedigung (à kurz: diffuse Unzufriedenheit)
- Aufrechterhaltung des Anspuchsniveaus
- Einsicht in Lösungsalternativen vorhanden
- Motivation zu Lösungsversuchen mit erweiterten Mitteln / auf neuen Wegen

fixierte AUZ, wenn

- keine Bedürfnisbefriedigung (à kurz: diffuse Unzufriedenheit)
- Aufrechterhaltung des Anspuchsniveaus
- Person sieht keine Lösungsalternativen
- Frustration; pathologische Weiterentwicklung möglich!

Pseudo-AZ, wenn

- keine Bedürfnisbefriedigung (à kurz: diffuse Unzufriedenheit)
- Aufrechterhaltung des Anspuchsniveaus
- fehlende Frustrationstoleranz + Person sieht keine Lösungsalternativen
- Problemverdrängung und Verfälschung der Situation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Studien

Studie 1 von Agnes Bruggemann

Frage: Gibt es in der Qualität der Arbeitszufriedenheit Unterschiede, die mit Geschlecht, Alter, Einkommen, Schul- und Berufsausbildung zusammen hängen?

Stichprobe:

- 2 Abteilungen unterschiedlicher Firmen; 1 x Dienstleistung, 1 x Produktion
- Dienstleitungsabteilung: für Betriebsorganisation und –verwaltung zuständig; z.B. Stenotypistinnnen, Organisations- und Datenverarbeitungs-Spezialisten
- Produktionsabteilung: haupsächlich gelernte und ungelernste ArbeiterInnen, Meister, wenige Spezialisten für Arbeitsorganisation und Montage
- sigifikante Unterschiede zwischen den Abteilungen hinsichtlich Länge der durchschnittlichen Schulausbildung, Qualität der Berufsausbildung und Einkommen der Mitarbeiter

Zuordnung zu einem Typ von Arbeitszufriedenheit aufgrund ihrer Zustimmung zu mehreren Aussagen zum Thema.

Studie 2: Computersimulation eines „Pflegeszenarios“

1. Testung auf Art der AZ /AUZ + Wissenstest
2. Aufteilung in zwei Gruppen, „Pfleger, die Berufsanfänger sind“ und „Stationsleitung“ à unterschiedlicher Tätigkeitsspielraum

Möglichkeit zur Informationsaufnahme über Zustand des Patienten, Charakter des Oberarztes etc. durch Menüs.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Arbeitszufriedenheit und Commitment
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Psychologisches Institut)
Veranstaltung
Seminar Organisationspsychologie
Autor
Jahr
2003
Seiten
11
Katalognummer
V495260
ISBN (eBook)
9783346003676
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bruggemann, Arten der Arbeitszufriedenheit, Interventionen Beeinflussung, Büssing Schüppbach Bindung
Arbeit zitieren
Minka Winkelmann (Autor), 2003, Arbeitszufriedenheit und Commitment, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495260

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