Armutsrisiko Geschlecht. Armutslagen von Frauen


Hausarbeit, 2019
9 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition Armut
2.1 Ressourcen- und Lebenslagenansatz
2.2 Absolute und relative Armut
2.3 Risikogruppen

3 Armutsrisiko Geschlecht
3.1 Familienmodell im Wandel
3.2 Auswirkungen der weiblichen Armut

4 Ansätze zu besseren Rahmenbedingungen für Frauen

5 Schlussbetrachtung und Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Bundesrepublik Deutschland verfügt über ein soziales Sicherungsnetz, das Bürgerin­nen in sozialen Notlagen auffangen soll. Jedoch fallen Menschen durch die Maschen dieses Netzes, wovon insbesondere auch Frauen betroffen sind. Gründe hierfür sind die Verknap­pung von Arbeitsplätzen und die Arbeitsmarkt-, Sozial- und Familienpolitik des Bundes, die an einem Familienmodell orientiert sind, in dem der Mann immer noch die Rolle des Haupt­ernährers einnimmt und die Frau maximal die Rolle der „Dazuverdienenden“ erhält. Infolge dessen werden Frauen in prekäre und schlechtbezahlte Beschäftigungsverhältnisse ge­drängt. Dies führt zu einem erhöhten Armutsrisiko für Frauen. Im Jahr 2015 fielen 15,7 Prozent der Bürgerinnen der Bundesrepublik Deutschland unter die Armutsgrenze. Von Ar­mut bedroht ist nach der Definition des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales jeder, der weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (2015: 942 Euro) zur Verfügung hat (vgl. NAK 2017, S. 10).

Die vorliegende Arbeit soll darlegen, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden könnten, um Frauen vor dem Risiko der Armut zu schützen. Um diesen Bedingungen nach­zugehen, wird zunächst der Begriff der Armut umrissen und in den Kontext von armutsge­fährdeten Risikogruppen gestellt. Anschließend wird das Thema „Armutsrisiko Geschlecht“ aufgegriffen. Dabei wird gezeigt inwiefern Frauen aufgrund ihres Geschlechts eine von Ar­mut gefährdete Risikogruppe darstellen und welche Ursachen und Auswirkungen diese Zu­ordnung hat. Anschließend werden Ansätze für die schützenden Rahmenbedingungen dar­gestellt. Dabei ist besonders von Bedeutung, zu welchem Zeitpunkt die Maßnahmen anset­zen. Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und in den Bezug zur Sozialen Arbeit gesetzt.

2 Begriffsdefinition Armut

Der Begriff „Armut“ bezeichnet einen Mangel an elementaren Lebensmöglichkeiten, sodass der von Armut betroffene Mensch nicht in der Lage ist, grundlegende Bedürfnisse zu be­friedigen (vgl. Bendel 2015, S. 206). Diese grundlegenden Bedürfnisse bemessen sich da­bei immer an einer von der Gesellschaft festgesetzten Norm und variieren interkulturell von Gesellschaft zu Gesellschaft (vgl. Geißler 2011, S. 202).

2.1 Ressourcen- und Lebenslagenansatz

Es gibt unterschiedliche Ansätze, die die Armutslagen von Menschen bestimmen. „Der Res­sourcenansatz geht davon aus, dass Armut auf einem Mangel an finanziellen Möglichkeiten beruht" (Bendel 2015, S.206). Somit sind diejenigen Menschen arm, welche zu wenig fi­nanzielle Mittel zur Verfügung haben, um die Befriedigung ihrer Bedürfnisse in einem ge­sellschaftlich als notwendig und wünschenswert angesehenen Maß zu gewährleisten. Ent­sprechend ist die Armut eine monetäre Armut, sprich eine Einkommensarmut, die sich durch das Unterschreiten einer gesellschaftlich definierten Einkommensgrenze bestimmt (vgl. Bendel 2015, S. 207).

Der Lebenslagenansatz geht dagegen davon aus, dass die Möglichkeiten der Lebensfüh­rung eines Menschen nicht allein von ihren finanziellen Ressourcen abhängig sind. Die Rahmenbedingungen, in denen sich ein Mensch befindet, sind nach diesem Ansatz eben­falls auschlaggebend für einen niedrigeren oder höheren Ressourcenbedarf (vgl. Bendel 2015, S. 207).

2.2 Absolute und relative Armut

In der Bundesrepublik Deutschland stellen die armen Bevölkerungsgruppen neben Auslän­derInnen die zweite größte Randschicht in der Sozialstruktur dar. Als Randschicht der Ar­men werden im Folgenden diejenigen Menschen bezeichnet, die an oder unterhalb der Ar­mutsgrenze leben (vgl. Geißler 2011, S. 201).

Absolute Armut bedeutet, dass Menschen nicht in der Lage sind, ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen, das sogenannte physische Existenzminimum. Das heißt, sie haben nur wenig oder kaum Zugang zu Essen, Bildung, angemessenem Wohnraum und gesundheitlicher Versor­gung. Relative Armut bestimmt sich durch die Lebensmöglichkeiten, die ihnen im Vergleich zu anderen Menschen einer Gesellschaft zu Verfügung stehen, das sogenannte soziokul- turelle Existenzminimum (vgl. Bendel, 2015, S. 210).

Die Armut in der Bundesrepublik Deutschland ist eine relative Armut. Sie richtet sich also nicht nach der Frage des physischen Überlebens, sondern Lebens abhängig von einer spe­zifischen gesellschaftlichen Norm. Die Armutsgrenze wird durch ein soziokulturelles Exis­tenzminimum markiert (vgl. Geißler 2011, S. 202).

2.3 Risikogruppen

Mit Risikogruppen sind Bevölkerungsgruppen gemeint, welche mit einem besonders hohen Anteil als arm bezeichnet werden und die Zugehörigkeit zu ihnen mit einem hohen Risiko verknüpft ist, an oder unter der Armutsgrenze leben zu müssen (vgl. Geißler 2011, S. 206). Zu den Gruppen mit dem höchsten Armutsrisiko gehören die Alleinerziehenden. Neun von zehn Frauen sind alleinerziehend. Ihre Zahl hat durch den Anstieg der Scheidungsraten und der unehelichen Geburten stark zugenommen (vgl. Geißler 2011, S. 207).

3 Armutsrisiko Geschlecht

Die Armut von Frauen hat viele Gesichter. Ihnen fehlt vor allem das Recht auf Existenzsi­cherung. Die NAK stellt dazu fest, dass „[d]as in Deutschland verwendete Haushaltskon­zept in der Regel Frauen zu Anhängseln von Männern [macht]" (NAK, 2017, S.10). Zwar können Frauen scheinbar von einer Vielzahl von Lebensformen wählen. Weicht ihre Bio­graphie - dazu gehören Ehe und festgelegte Geschlechterrollen - jedoch von der Norm ab, führt dies oft zu Armut. Alleinlebende und geschiedene Frauen sind stärker von Armut be­troffen, als Frauen, die in einer Ehe mit ihren Kindern leben. Auch im Alter haben sie keine besseren Aussichten (vgl. NAK 2017, S. 12).

3.1 Familienmodell im Wandel

In der traditionellen Rolle als Familienoberhaupt hat der Vater im Laufe des 20. Jahrhun­derts stark an Geltung verloren. Verantwortlich dafür sind unter anderem die zunehmende Erwerbstätigkeit der Frau, die sie finanziell unabhängiger macht, sowie die sich angleichen­den Bildungschancen zwischen Mann und Frau durch die Bildungsexpansion in den 70er Jahren (vgl. Peuckert 2012, S. 405). Dennoch wird der Mann im sozialpolitischen Familien­modell noch als der „Haupternährer" angesehen (vgl. NAK 2017.) Mann und Frau sind zwar in der Partnerschaft rechtlich gleichgestellt worden, was zentrale Entscheidungen des Fa­milienlebens betrifft. Jedoch existieren bei der Erwerbstätigkeit und der häuslichen Arbeits­teilung oder der Elternschaft nach wie vor geschlechtsspezifische Rollenmuster (vgl. Ben­del 2015, S. 89).

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Details

Titel
Armutsrisiko Geschlecht. Armutslagen von Frauen
Hochschule
Hochschule Fulda
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
9
Katalognummer
V497282
ISBN (eBook)
9783346013057
Sprache
Deutsch
Schlagworte
armutsrisiko, geschlecht, armutslagen, frauen
Arbeit zitieren
Sanya Lumm (Autor), 2019, Armutsrisiko Geschlecht. Armutslagen von Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497282

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