Transformation der Musikindustrie. Der Einfluss der Streamingdienste auf den deutschen Musikmarkt


Hausarbeit, 2018
21 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

1. Einleitung
1.1 Ziele der Arbeit
1.2 Methodik

2. Der deutsche Musikmarkt
2.1 Entwicklung
2.2 Umsatz und Absatz in DE (Vergleich der Jahre 2008 + 2017)
2.3 Folgen der Digitalisierung

3. Geschäftsmodell Musik-Streaming am Bsp. von Spotify
3.1 Begriffserklärung
3.2 Erlösmodell
3.3 Bewertung des Geschäftsmodells mit der SWOT -Matrix

4. Umfrage und Auswertung

5.Fazit

LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Umsatzentwicklung der deutschen Musikindustrie 1984 ± 2017

Abbildung 2 Umsatzentwicklung 2008 der europäischen Trägermärkte

Abbildung 3 Umsatz und Absatz physischer Tonträger im deutschen Markt

Abbildung 4 Umsatzanteile aus dem Musikverkauf Physisch/Digital

Abbildung 5 Gesamtumsatz Musikverkauf in der Bundesrepublik Deutschland

Abbildung 6 Umsatzentwicklung der physischen Tonträger

Abbildung 7 Umsatzentwicklung der digitalen Musikverkäufe

Abbildung 8 Anzahl der aktiven Nutzer weltweit

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 SWOT-Matrix

1 Einleitung

Ein Leben ohne Musik wäre unvorstellbar, sie begleitet uns durch unseren Alltag. Auch in der Medienwelt spielt Musik eine große Rolle. Laut ARD Basisdaten, macht die Nutzung von Tonträger in Deutschland zusammen mit radiohören, die Hälfte der täglichen Beschäftigung mit audiovisuellen Medien aus (vgl. Clement, Schusser & Papies, 2008, S. 27).

Früher hat man sein Lieblingsalbum gerne als CD gekauft und sie auf das Handy geladen, doch heute gibt es viel einfachere Wege Musik zu hören, und zwar mit Musik-Streaming-Diensten. Sowie ein Leben ohne Musik unvorstellbar wäre, wäre es auch ohne das Internet. Dank des Internets ist Musik überall verfügbar und schnell auf dem Smartphone abspielbar. Durch die Digitalisierung von Musik steht die Musikindustrie einem Wandel gegenüber (Hasler, 2016) und hat die Wertschöpfungsstrategien der Tonträgerindustrie der Musikwirtschaft verändert (Beck, 2012). Da sich der deutsche Markt erst spät mit den Herausforderungen des digitalen Wandels auseinandergesetzt hat, wird meistens über eine Bedrohung der herkömmlichen Distributionswege gesprochen. Doch was ist, wenn diese "Bedrohungen" keine Probleme, sondern eine Chance für eine bessere Zukunft der Musikindustrie sind?

1.1 Ziele der Arbeit

Das Ziel meiner wissenschaftlichen Arbeit ist es, die Entwicklung der deutschen Musikindustrie zu untersuchen und herauszufinden, inwiefern das veränderte Geschäftsmodell der Streaming- Dienste durch die Digitalisierung, Einfluss auf den deutschen Musikmarkt hat, und ob dieser positiv oder negativ zu bewerten ist. Außerdem möchte ich damit analysieren, ob dieses Geschäftsmodell in der Lage ist, der deutschen Musikindustrie Stabilität und Wachstum zu gewährleisten, und das Zukunftspotenzial einzuschätzen.

1.2 Methodik

Der theoretischer Teil meiner Arbeit beruht auf einer Literaturanalyse verschiedener Quellen, wie Journals und Bücher. Außerdem habe ich in meiner empirischen Arbeit habe eine quantitative Umfrage durchgeführt, um Meinungen anderer zu diesem Thema auswerten zu können.

2 Der deutsche Musikmarkt

Der deutschen Musikmarkt befindet sich in einer Restrukturierungskrise (vgl. Dolata, 2008, S.7). In den letzten 14 Jahren sank der Umsatz von 2,709 Milliarden Euro jährlich auf 1,452 Milliarden Euro (Baus, 2014). Grund dafür ist der Rückgang der Tonträgerindustrie, welche die Industrie in die Richtung der digitalen Distributionswege drängen.

2.1 Entwicklung

Die Entwicklung der Musikindustrie wurde immer von Tonträgerformaten beeinflusst. Die Erfindung der Schallplatte und deren massenhafte Verbreitung im 20. Jahrhundert, war die Hauptursache für die Entstehung der Musikindustrie. Doch was ausschlaggebend für den Musikmarkt war, war die Compact Disk (CD), welche im Jahr 1982 erschienen ist (vgl. Clement, Schusser & Papies, 2008, S.117). Allein die Umstellung von Vinyl auf die Compact Disk hatte die Branche eine Sonderkonjunktur mit prägnanten Umsätzen beschert, da sie sich zwischen 1985 (12,3 Milliarden $) und 1995 (39,7 Milliarden $) verdreifachten (vgl. Dolata, 2008, S.8). Somit hatte der Absatz physischer Musik ein Rekord erreicht und Grund dafür war, dass es zu dieser Zeit noch keine Alternativen gab, Musik zu erwerben. Deshalb war die CD das Standard Musikformat (vgl. Baus, 2014, S.6). Nach der CD wurde Anfang der 1990er Jahre das Datenkompressionsformat MPEG 1/Layer 3 (mp3) entwickelt, welches ein Synonym für digitale Musik geworden ist, da Mp3 die Möglichkeit bot, Audiodateien zu reduzieren ohne ihre Qualität zu verlieren (Ehrenhöfer et al., 2006).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Umsatzentwicklung der deutschen Musikindustrie 1984 ± 2017 in Euro (Quelle: Bundesverband Musikindustrie, Musikindustrie in Zahlen, 2017)

Die Entwicklung sehen wir an der Umsatzentwicklung der deutschen Musikindustrie von 1984 bis 2017. Die Umsätze der Tonträger sind kontinuierlich gesunken, nämlich von 2.308,5 Mio. Euro in 1997 auf rund 63 Mio. in 2017 (Abb. 1). Clement et al. (2008) sind der Meinung, dass die Musikindustrie an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter steht, welches durch die Digitalisierung geprägt wird (S. 37 f.). Dieses Zeitalter wird durch die neuen Geschäftsmodellen geprägt.

Die Transformation zum digitalen Geschäft verläuft in Deutschland im Vergleich zu den anderen Ländern jedoch langsam. In 2008 hatte Großbritannien z.B. einen Rückgang von 23,9 Prozent, Deutschland im Gegensatz einen von 3,6 Prozent (Abb.2). Demnach waren die Verluste auch geringer (vgl. Hasler, 2016, S.17).

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Abb. 2 Umsatzentwicklung 2008 der europäischen Trägermärkte (Quelle: Hasler, 2016, S. 15)

2.2 Umsatz und Absatz in DE (Vergleich der Jahre 2008 + 2017)

Wenn wir uns den Umsatz und Absatz der physischen Tonträger in 2008 angucken, sehen wir, dass dieser deutlich zurückgeht. Jedoch ändert sich nichts daran, dass sie weiterhin 78% aller Erlöse bleiben, somit ist die CD, die wichtigste Umsatzquelle des Marktes (vgl. Hasler, 2016, S. 19). Im Gegensatz zu den physischen Tonträgern, nehmen kostenpflichtige Downloads nur rund sieben Prozent des Gesamtumsatzes ein. In 2008 ist der Umsatz um -8,9% gesunken (Abb. 3).

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Abb. 3 Umsatz und Absatz physischer Tonträger im deutschen Markt (Quelle: Hasler, 2016, S. 17)

Auch in 2017 nimmt der Umsatz und Absatz der physischen Tonträger deutlich ab und Musik Streaming wächst weiter. Trotz dieses kräftigen Wachstus, bleiben Tonträger mit 53,4 Prozent auf dem ersten Platz, was rund 848 Euro entsprechen (Abb. 4).

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Abb. 4 Umsatzanteile aus dem Musikverkauf Physisch/Digital

(Quelle: Bundesverband Musikindustrie, 2017, S.7)

Nach dem Bundesverband Musikindustrie, sorgt der physische Markt in 2017 für nur etwas mehr als die Hälfte der Umsätze, während der Digitalmarkt stetig weiter wächst. In 2017 hat der Musikmarkt insgesamt 1,588 Milliarden Euro Umsatz gemacht (Abb. 5), somit gibt es ein Minus mit -0,3 Prozent gegenüber 2016 (1,593 Milliarden Euro). Wir können auch sehen, dass der physische Musikverkauf in 2017 um -14,3 Prozent mehr gesunken ist (Abb. 5), welches in 2008 nur -8,9 Prozent betrug (Abb. 3). Eine deutliche Steigerung können wir im digitalen Musikverkauf sehen, der um 22,7 Prozent zugelegt hat (Abb. 5).

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Abb. 5 Gesamtumsatz Musikverkauf in der Bundesrepublik Deutschland

(Quelle: Bundesverband Musikindustrie, 2017, S.9)

Trotz des Transformationsprozess von physischen zu digitalen Tonträgern, sind die Verkäufe der Vinyls in 2017 um 5,1 Prozent gestiegen (Abb. 6). Ein Grund für das Comeback der Vinyls könnte der Hype sein, da der Vintage-Trend zurückgekehrt ist. Insgesamt stand Vinyl im Gesamtjahr 2017 für 4,6 Prozent der Umsätze.

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Abb. 6 Umsatzentwicklung der physischen Tonträger (Quelle: Bundesverband Musikindustrie, 2017, S. 10)

Der Markt der Audio-Streams wächst wie gesagt kräftig weiter. Die Einnahmen von bekannten Streaming-Diensten, wie Spotify, Amazon, Deezer, Apple Music etc. überschritten in 2017 im zum ersten Mal die Schwelle von 549 Mio. Euro (Abb. 7) (vgl. Bundesverband Musikindustrie, 2017). In 2008 waren es noch 12 Millionen Euro, somit wird noch einmal deutlich, dass Streaming immer relevanter wird für den deutschen Markt.

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Abb. 7 Umsatzentwicklung der digitalen Musikverkäufe (Quelle: Bundesverband Musikindustrie, S. 11)

2.3 Folgen der Digitalisierung

Wie wir an den Umsätzen gesehen haben, ist nahezu keine andere Industrie momentan so stark in Bewegung wie die Musikindustrie.

Nach einer Studie haben in Deutschland in 2001 17,1 Mio. Personen Musik auf 182 Mio. CDs kopiert und 4 Mio. Personen haben 492 Mio. aus dem Internet heruntergeladen (vgl. Ehrenhöfer et al., 2006, S.50). Der Einfluss und die Auswirkungen der digitalen Revolution führen zu positiven Veränderungen und Neuerungen, aber auch zu Problemen.

Kommen wir zuerst zu den Hintergründen. Nachdem das Internet für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, begann die Digitalisierung der Musik und somit der Umbruch der Musikindustrie. Das erste funktionierende Online-Musik-Portal namens "musicblvd.com", wurde 1997 von Larry Rosen (Vorstandsvorsitzender von N2K Musik) erstellt. Es konnten 15 Lieder von diversen Künstlern für 0,99$ erworben werden. Damit hatte die Musikindustrie eine Ersetzung der CD von den digitalen Downloads erwartet (vgl. Hasler, 2016, S. 48 f). Dies war unteranderem ein Start für den illegalen Austausch von Musik über das Internet. Das Verbreiten von digitaler Musik im Internet wurde das größte Problem des elektronischen Musikhandels. Die Gründung von Napster Inc. in 1999, war der Grund für den großen Aufschwung des kostenlosen Musiktauschs über das Internet (vgl. Dolata, 2008, S. 11). Die Tauschbörse kam aus der Hacker-Szene, sie stellten eine Software zur Verfügung, die es den Nutzern möglich machte sich gegenseitig ihre Dateien zu schicken (vgl. Ehrenhöfer et al., 2006, S. 48). Diese sogenannten "Peer-to-Peer Netzwerke (P2P)", gewannen so eine neue Qualität. In 2001 nutzten weltweit circa 44,6 Mio. Menschen das Napster- Angebot (vgl. Dolata, 2008, S. 16 f).

Dieses Problem der Digitalisierung führte zur Verletzung des Urheberrechts durch illegales kopieren oder tauschen von mp3-Dateien über das Internet. Deshalb forderte die Musikindustrie eine Anpassung des Urheberrechts, welches in den 1990er Jahren in den USA auch passierte. Copyrightverletzungen wurden endlich verfolgt (vgl. Weinert 2012, S.8 f).

Jedoch weist die Digitalisierung nicht nur negative Veränderung hervor. In der traditionellen Musikindustrie war es nicht üblich, dass Plattenlabels direkte Kommunikation mit ihren Kunden hatten, Musik wurde nämlich an eine unbekannte Masse vermarktet. Das Internet macht diese Direktkommunikation durch Email und Webseiten möglich und kann auf einfachen Wegen den Kunden über Neuaufnahmen etc. informieren (vgl. Clement, Schusser & Papies, 2008, S.10). Die große Transparenz ist wichtig für den Konsumenten. Für digitale Musik entfallen Produktionskosten für einen physischen Tonträger und damit die verbundenen Lager- und Logistikkosten. Somit ist die nicht-physische Distribution weitaus kostengünstiger und ihr Angebot ist größer. Ein weiter Vorteil ist, dass die digitale Form den Transport erleichtert, da kein Trägermedium mehr benötigt wird (vgl. Ehrenhöfer et al., 2006, S.8). Auf der anderen Seite gehen damit Differenzierungsmöglichkeiten, wie das Booklet verloren (vgl. Clement, Schusser & Papies, 2008, S. 42).

Doch 2011 passierte etwas unvergessliches in der deutschen Musikindustrie. Lady Gaga hat mit ihrem Song "Born This Way" zum ersten Mal in der Geschichte der Charts den 1. Platz erreicht und das nur durch Downloads (vgl. Hasler, 2016, S. 50).

Die Digitalisierung hatte demnach positive und negative Folgen in der Geschichte der Musikindustrie.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Transformation der Musikindustrie. Der Einfluss der Streamingdienste auf den deutschen Musikmarkt
Hochschule
Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V501684
ISBN (eBook)
9783346043207
ISBN (Buch)
9783346043214
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Musikbranche, Musikindustrie, Spotify, Musik-Streaming-Dienste, Soziale Medien, Digitalisierung, Digital
Arbeit zitieren
Zeyneb Cevik (Autor), 2018, Transformation der Musikindustrie. Der Einfluss der Streamingdienste auf den deutschen Musikmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501684

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