Kriminalitätsbekämpfung im Internet: Eine neue Internetpolizei?


Hausarbeit, 2006

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Das Internet ein unkontrollierbarer, virtueller Raum?

2. Zur aktuellen Lage Die Rollen der Beteiligten
2.1. Der Staat
2.1.1. Die staatliche Zensur
2.1.2. Gesetzliche Grundlage
2.1.2.1. Teledienstgesetz
2.1.2.2. Medienstaatsvertrag
2.1.2.3. Jugendmedienschutz – Staatsvertrag
2.1.3. Strafverfolgung
2.2. Die Internet – Industrie, Stichwort: Selbstregulierung
2.2.1. Die angeordnete Selbstkontrolle
2.2.2. Die sanktionierte Selbstkontrolle
2.2.3. Die erzwungene Selbstkontrolle
2.2.4. Die freiwillige Selbstkontrolle
2.3. Die Internet – Nutzer
2.3.1. Medienkompetenz
2.3.2. Filtersysteme
2.3.3. Hotlines

3. Vergleich Selbstregulierung und staatliche Regulierung
3.1. Die Vorteile der Selbstregulierung
3.2. Die Vorteile der staatlichen Regulierung

4. Abschließendes Schlusskommentar des Autors

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung - Das Internet ein unkontrollierbarer, virtueller Raum?

Seit den Anfängen im Jahre 1989, ist das Internet heute zum Alltag aller Menschen geworden. In den Schulen wird kein Referat mehr abgeben, bei dem zur Recherche nicht auf das Internet zurückgegriffen wurde. Suchmaschinen wie „Google“ offerieren in Sekunden das Gesuchte, aus mehr als 35 Sprachen und durchsuchen mehr als acht Milliarden Webseiten (http://www.google.de, 10.Januar 2006). Neben einer riesigen Bandbreite an Informationen, bietet die Technik, auf der das Internet beruht, auch andere Handlungsfelder. Zum Kommunikationsfeld gehören: E – Mail, öffentliche Diskussionsforen, Internet – Telephonie und Videokonferenzsysteme. Neben diesen Möglichkeiten weitgehend anonym, weltweit zu kommunizieren, dient das Internet auch als digitaler Marktplatz, bestes Beispiel: das Online - Markthaus „Ebay“. Ebenso als virtuelle Spielwelt und Simulationsmaschine. Auch die Wirtschaft profitiert in hohem Maße von der Entwicklung des Internets. „So lassen sich etwa 40 Prozent des realen Wirtschaftswachstums in den USA direkt auf den Ausbau des Internets zurückführen “(Magaziner, 2000, S.67). Doch die Möglichkeit für Jedermann seine Meinung und Vorstellung, auch anonym, weltweitem Publikum zukommen zu lassen, birgt auch Gefahren. So wird das Internet von Rassisten und Extremisten, als ihr Organ zur Welt missbraucht. Straftaten, die schon durch das Strafgesetzbuch verboten sind, zum Beispiel Volksverhetzung, Hass und Gewalt-Propaganda gegen nationale oder religiöse Gruppen, Anleitung zu Straftaten: etwa Herstellen von Brandsätzen, Veröffentlichen von verbotenen Symbolen, zum Beispiel Hakenkreuze, SS - Ruhnen, sexueller Missbrauch von Kindern: wenn unter 14 Jahren (Uhlmann, 2004, S.4), können so, eine viel größere Anhängerschaft finden, als durch Demos und Flugblätter. Neben den bekannten Straftaten, ergeben sich aus der Struktur des Internets auch zahlreiche neue kriminelle Handlungen. Dazu zählen Verstöße gegen das Urheber-, Marken- und Wettbewerbsrecht, Wirtschaftssabotage und –Spionage, Betrugsdelikte beim E - Commerce, Fälschungsdelikte, Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz (etwa durch den Verkauf gefälschter Medikamente), Verbreitung von Pornografie sowie sonstiger hierzulande verbotener Dienstleistungen und Waren, Hehlerei (zum Beispiel Angebote von gestohlenen Gütern oder Raubkopien von Software über Online-Auktionen) und Verstöße gegen das Datenschutzgesetz (http://www.polizei-beratung.de, 31.Dezember 2005). Des weiteren beschäftigt sich diese Ausarbeitung mit dem Jugendschutz im Internet. Das heißt, dass nicht nur Inhalte, die strafbar sind, behandelt werden, sondern auch die, die nicht für Kinder geeignet sind. Generell gilt, dass die Kontrolle des Internets nicht mit der, der konventionellen Medien zu vergleichen ist. Radio und Fernsehen unterliegen strenger staatlicher Überwachung, durch Aufsichtsbehörden, und auch Printmedien sind durch ihr physisches Dasein leicht durch die allgemeinen Rechtsvorschriften zu regulieren. Außerdem benötigen die Funkmedien Sendelizenzen, um die bekanntlich begrenzten Frequenzen nutzen zu dürfen. Dies ermöglicht eine zentrale Kontrolle im Bereich Fernsehen und Radio. Das Internet hingegen stellt einen globalen, dezentralen, flexiblen Raum dar, der nur schwer zu regulieren ist. Global, weil es online keine Ländergrenzen gibt. Deutsche surfen auf amerikanischen Webseiten und genauso könnte es die Amerikaner zu deutschen Inhalten verschlagen. Probleme ergeben sich hier durch die verschiedenen länderspezifischen Gesetze und Kulturen. So ergab eine respektive Umfrage in Deutschland und den USA das 61% der Befragten Deutschen, die „Darstellung von Gewalt“ als zu sperren sieht. Hingegen nur 39% der US – Amerikaner stimmten ebenfalls dagegen. Umgekehrt sieht dies bei Internet – Inhalten aus, bei denen nackte Menschen zu sehen sind. 13% der Deutschen sind dafür, diese Inhalte zu sperren. In den USA sprachen sich 43% gegen solche Inhalte aus (Köcher, 2000, S.453). Dezentral bedeutet, dass die Server auf denen die möglicherweise verbotenen Inhalten liegen, überall auf der Welt zu finden sein könnten. Es ist somit unmöglich, das Internet zentral zu steuern. Zu letzt die Flexibilität des Internets. Kein anderes Medium ist so schnell aktualisiert wie das World Wide Web. Aktuelle Geschehnisse, von Reportern gerade erst recherchiert, sind rasend schnell digital aufbereitet und online für Jedermann abzurufen. Doch um Verantwortliche und kriminelle Handlungen zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen, bedeutet dies einen großen Nachteil. So entstehen in den USA jede Woche 20000 neue kommerzielle Web-Sites. Keine staatliche oder private Regulierungsbehörde könnte in der Lage sein all diese Seiten zu kontrollieren (Magaziner, 2000, S.77). Durch die einmalige Struktur des Internets, ergibt sich die Problematik: Strenge staatliche Regulierung auf der einen oder Selbstregulierung der Internet – Industrie und der Internet – Nutzer auf der anderen Seite.

2. Zur aktuellen Lage - Wie und von wem wird besagte Kriminalität bekämpft?

2.1. Der Staat

Das Internet wurde zu Zeiten des Kalten Krieges in den USA entwickelt. Zu Beginn, als das Internet mit rund 160000 Computern noch übersichtlich war, wurde jeder neue Internet – Standard veröffentlicht. Dadurch ergaben sich auch Regeln, die Wissenschaftler öffentlich ins Netz stellten. Mitglieder dieser Gemeinschaft, die sich nicht daran hielten, schlossen sich somit automatisch selbst aus (Hamm, 2001, S.88). Die geläufigen Protokolle wie „smtp“ für E-Mail und „http“ zum Abruf von Webseiten, sind von ihren Anfängen an bis heute einsehbar und manipulierbar. So kam es mit den steigenden Nutzerzahlen zur Ausnutzung dieses Systems und der Schrei nach Regulierung wurde und wird immer größer (Ermert, 2004, S.204).

2.1.1. Die staatliche Zensur

Der Staat hat mehrere Möglichkeiten in die Regulierung des Internets einzugreifen. Erste, wäre die altmodische Art, eine strikte Regulierung, bei der die Öffentlichkeit, sowie die Internet – Industrie keine eigenen Steuerungsmöglichkeiten haben. Für diese Option sprechen sich vor allem die Politiker selbst aus. Dabei wäre zwar den Forderungen der Öffentlichkeit, nach grundliegendem Schutz, genüge getan, doch die freie Meinungsäußerung würde auf der Strecke bleiben. Ein System wie in China, Kuba oder dem Iran, wo nur von dem Staat ausgewählte Personen Zugang zum Internet hätten, ist in Deutschland nicht denkbar (Uhlmann, 2004, S.3 und 12). Überregulierung hemmt ebenso den wirtschaftlichen Wachstum. Das Internet hat sich aufgrund des freien Zusammenspiel vieler kreativer Kräfte positiv entwickelt und nur so können die einzelnen Staaten und jeder Einzelne weiter davon profitieren (Magaziner, 2000, S.72).

2.1.2. Gesetzliche Grundlage

Da das Internet aber auf keinen Fall einen rechtsfreien Raum darstellen darf, hat der Staat reagiert und neue Gesetze verabschiedet. Neben dem allgemeinen Strafrecht, welches natürlich auch im Internet gilt, wurde das Teledienstgesetz und der Medienstaatsvertrag ins Leben gerufen. Ebenso gibt es nun den Jugendmedienschutz – Staatsvertrag, der den Jugendschutz im Internet sichern soll.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Kriminalitätsbekämpfung im Internet: Eine neue Internetpolizei?
Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin
Veranstaltung
Medienethik
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
15
Katalognummer
V52159
ISBN (eBook)
9783638479431
ISBN (Buch)
9783638764650
Dateigröße
575 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kriminalitätsbekämpfung, Internet, Eine, Internetpolizei, Medienethik
Arbeit zitieren
Jörn Hundenborn (Autor), 2006, Kriminalitätsbekämpfung im Internet: Eine neue Internetpolizei?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52159

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