Geschlecht und Herrschaft. Psychosoziale Mechanismen männlicher Herrschaft bei Jessica Benjamin


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

27 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

Einleitung

1. Zum Verhältnis von Psychoanalyse und Geschlechterforschung

2. Jessica Benjamin und „Die Fesseln der Liebe“

3. Geschlecht und Herrschaft bei Jessica Benjamin
3.1. Rationalität und Autonomie
3.2. Polarisierte Geschlechterstruktur
3.3. Die Polarisierung der „Geschlechtscharaktere“ und die Trennung von Öffentlichem und Privatem
3.4. Männliche Herrschaft
3.5. Benjamins Visionen
3.6. Kritik

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Trotz erheblicher Errungenschaften für die Gleichberechtigung der Geschlechter finden weiterhin alltägliche Abwehrkämpfe zum Schutze der bisherigen Ordnung der Geschlechterverhältnisse statt. So beförderte beispielsweise die hitzig geführte öffentliche Debatte über das Thema Vaterschaftstests im Frühjahr diesen Jahres Kontrollverlust-Ängste (von Männern) ans Tageslicht, die den Wert und die Funktion der Familie niedergehen sahen, sollte der Frau das Zugeständnis der informationellen Selbstbestimmung durch das Verbot der heimlichen Kontrolle des Mannes (seiner Frau) gemacht werden. Die Familie, die als „privat“ deklarierter Ort bis vor kurzem als rechtsfreier Raum angesehen wurde[1], ist der Ort, an dem sich z.B. in Form von Kontrolle und/oder häusliche Gewalt männliche Herrschaft manifestiert. Doch welche Mechanismen führen zur Errichtung dieser Herrschaft? Warum scheint es so schwierig zu sein, tatsächlich gleichberechtigte, ohne auf Kontrolle angewiesene Beziehungen zu führen?

In ihrem Buch „Fesseln der Liebe“ legte Jessica Benjamin eine psychoanalytische Erklärung für die Errichtung von männlicher Herrschaft in der modernen Gesellschaft vor. Im Folgenden soll ihrer Argumentation nachgegangen werden. Dabei wird besonderer Wert auf die Frage gelegt werden, an welchen Stellen Benjamins Ausführungen in Zusammenhang gebracht werden können mit Geschlechterforschung, Politik und Religion.

Die Ausgangsthese besteht in der Annahme, dass männliche Herrschaft als Konstrukt Ergebnis der modernen Gesellschaft im Zusammenspiel von innerpsychischen und gesellschaftlichen/ politischen Annahmen und Vorgängen ist, die sich gegenseitig beeinflussen und verstärken. Denn die Dominanz des männlichen über das weibliche ist kein „urwüchsiges“ Produkt unserer Psyche und Gesellschaft (und schon gar nicht der Natur), sondern das Ergebnis eines Jahrhunderte langen bewussten Prozesses der Konstruktion mit eindeutigen Interessen, legitimiert, gefestigt und vorangetrieben durch philosophische, wissenschaftliche, rechtliche, politische und religiöse Anstrengungen. Im Zentrum dieser Arbeit sollen neben Benjamins psychoanalytischer Erklärungstheorie die Vorstellungen und Ideale der Moderne wie Rationalität, Autonomie sowie die angeblich natürliche Einteilung unserer Gesellschaft in öffentliche und private Sphäre und die damit korrespondierende Konstruktion polarer Geschlechterverhältnisse beleuchtet werden, welche die Ausgangsbasis Benjamins Argumentation bilden, um zu einem Verständnis der Verbindungen zwischen gesellschaftlichen und innerpsychischen Mechanismen bei der Herstellung männlicher Herrschaft zu gelangen. Daran anschließend soll die Frage geklärt werden, welchen Ausweg Benjamin aus diesem Mechanismen anbieten kann, und es wird einzuschätzen sein, inwiefern dieser geeignet ist, gesellschaftliche Zustände zu verändern.

Als Einstieg wird kurz auf die Relevanz der Psychoanalyse für die Geschlechterforschung eingegangen, um anschließend ihre Vertreterin Jessica Benjamin und ihre hier untersuchte Publikation mit deren Kernthesen vorzustellen. Das dritte Kapitel bildet den Hauptteil. Es ergründet die These Benjamins zur Herstellung männlicher Herrschaft auf Grundlage der modernen Mythen Rationalität und Autonomie im ersten Teil und der polarisierten Geschlechterstruktur im zweiten. Diese Polarisierung als Kern des Herrschaftsprinzips wird im dritten Teil aufgegriffen, um seine historischen und gesellschaftlichen Hintergründe und die darauf aufbauende Trennung von öffentlicher und privater Sphäre genauer zu beleuchten. Als besonders geeignet erschienen mir hierfür die Ausführungen über die „Geschlechtscharaktere“ Karin Hausens, die die Parallelität der Entfaltung einer bürgerlichen Gesellschaft und Öffentlichkeit als Forderung nach Partizipation und Transparenz, und dem gleichzeitigen Ausschluss der Frauen aus der Öffentlichkeit durch veröffentlichte Meinung und gesetzliche Bestimmungen mit der Begründung der Geschlechterpolaritäten nachzeichnet. Die daraus durch geschlechtsspezifische Arbeitsteilung institutionalisierte Trennung von Öffentlichkeit und Privatheit bildet den gesellschaftlichen Rahmen des im vierten Teil dargelegten innerpsychischen Mechanismus der „umkehrbaren komplementären Herrschaft“ zwischen den Geschlechtern. Welche Vision der Überwindung dieses Herrschaftsmusters Benjamin entwickelt, wird anschließend thematisiert. Im fünften und letzten Teil des Hauptkapitels soll der Versuch einer zusammenfassenden Kritik an Benjamins Theorie unternommen werden. Im abschließenden Fazit wird zur Ausgangsthese zurückgekehrt und ein Ausblick formuliert.

1. Zum Verhältnis von Psychoanalyse und Geschlechterforschung

In der Sozialisationsforschung liefert die Psychoanalyse[2], zumal in ihren fortschrittlichen Ausprägungen, brauchbare Modelle für das Verständnis der unbewussten Herstellung von Geschlechteridentitäten und -verhältnissen. „Die Bindung der individuellen Entwicklung an die Triebgestaltung in Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Forderungen und einer angemessenen Entwicklung der Person, die Gebundenheit dieser Entwicklung an psychodynamische Konzepte der Sexualität/Aggressivität, das Konzept des Unbewussten und der Verdrängung machen sie zu einem idealen Feld der Abarbeitung und Rekonstruktion weiblicher Subjektivität.“[3], so Sabine Scheffler im Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Die Sozialwissenschaftlerin Nancy Chodorow begründet die Relevanz der Psychoanlyse für die feministische Forschung damit, dass die„centrality of sex and gender in the categories of psychoanalysis, coupled with the tenacity, emotional centrality, and sweeping power in our lives of our sense of gendered self, made psychoanalysis, a particularly apposite source of feminist theorizing. […] our experiences as men and women come from deep within, both within our pasts and relatedly, within the deepest structures of unconscious meaning and the most emotionally moving relationships that help constitute our daily lives.”[4]Die Psychoanalyse war und ist zumindest eine Theorie zur Entwicklung einer geschlechtsspezifischen Identität, allerdings sind sie und ihre theoretische Konzeptualisierung von individuellen Entwicklungsprozessen, wie sie in ihren Anfängen von Freud entwickelt wurde, stark Männer-spezifisch geprägt gewesen. 1933 formulierte Freud sogar eine Theorie der weiblichen Entwicklung, welche Frauen als von Natur aus dem Mann gegenüber als minderwertig einstuft:„Das Weib anerkennt die Tatsache seiner Kastration und damit auch die Überlegenheit des Mannes und seine eigene Minderwertigkeit“[5]. Ähnlich wie in anderen Wissenschaften bildeten der männliche Körper und die männliche Sexualität seine normativen Bezugspunkte. Demzufolge definierte er Weiblichkeit über ein Defizit – das Fehlen des Penis – d.h. über einen angeblichen organischen „Defekt[6]. Nachdem zwar bereits in den 1920er und 1930er Jahren Widerspruch zu diesen Ansichten geäußert wurde, kam es zu einer systematischen Neuformulierung von geschlechtsspezifischen Entwicklungsverläufen aus psychoanalytischer und zugleich frauenbezogener Sicht jedoch erst im Kontext feministischer Diskussionen während der 70er und 80er Jahre.[7]Im Zuge dessen formulierte u.a. Chodorow neben Dorothy Dinnerstein eine Theorie der Objektbeziehungen, welche von Jessica Benjamin später aufgenommen und weiterentwickelt werden sollte. „Von der zweiten Hälfte der 70er bis zum Beginn der 90er Jahre war die Beziehung zwischen Feminismus und P.[Psychoanalyse, die Verfasserin]geprägt von einem Klima wechselseitiger Bereicherung.“[8]Hierbei galt das Erkenntnisinteresse v.a. den Differenzen zwischen Männern und Frauen, welche allerdings zur festschreibenden Polarisierung der Geschlechter beitrug, so die Hauptkritik aus heutiger Sicht. Eine Wende in der feministischen Diskussion läutete Jessica Benjamin mit ihrer Studie „Die Fesseln der Liebe“ (engl. „Bonds of Love. Psychoanalysis, Feminism and the Problem of Domination“), welche im Englischen 1988 erschien, ein. Sie deckte auf, dass die bisherigen in der Diskussion verwendeten Konzepte zu einer Verfestigung von Mütterbildern beitragen - sowohl idealisierend als auch entwertend - und entwickelte ein neues Modell individueller Entwicklung, welches einen anderen Blick auf Mütter erlaubt. In diesem werden„Mütter als ‚andere’, als Frauen mit einem eigenen Begehren, mit eigenen, vom Kind unabhängigen Wünschen und Interessen“[9]verstanden, und jene Unabhängigkeit sei, so Benjamin, für die positive Entwicklung des Kindes ebenso wichtig wie „Verschmelzungserlebnisse“ mit der Mutter. Das revolutionäre an dieser Sichtweise ist, dass sie sich gegen eine seit Jahrhunderten betriebene Überhöhung der Rolle der Mutter mit der dazugehörigen Vorstellung einer Symbiose von Mutter und Kind stemmt, deren exklusive Bindung anderen Aspekten im Leben der Frau, etwa dem Beruf, im Weg steht.

Weiterhin verbindet Benjamin in ihrer Analyse der Entwicklung von Geschlechtsidentität Anerkennungs- und Bindungsbedürfnisse einerseits und Autonomiebedürfnisse andererseits mit dem Bedürfnis nach Kontrolle und Unterwerfung als Abwehr von sozialer Bezogenheit und erklärt somit die Entstehung von herrschaftsförmigen Beziehungsgestaltungen, welche ihre Entsprechungen in hierarchisch strukturellen Geschlechterverhältnissen haben.[10]

Im weiteren Verlauf wurden die Denktraditionen der Psychoanalyse zugunsten intersubjektiver, interaktionistischer Positionen erweitert[11]. Jedoch gewannen ausgehend von einer Kritik an der ausschließlichen Orientierung der Psychoanalyse an der Zweigeschlechtlichkeit dekonstruktivistische Perspektiven am Anfang der 90er Jahre zunehmend an Einfluss. Im Zuge der Umorientierung der Gender Studies auf die Erforschung sozialer und kultureller Deutungen und Definitionen verloren die Dimensionen der inneren Entwicklungen an Bedeutung, so dass sich feministische Diskussionen und psychoanalytische Theoriebildungsprozesse auseinander entwickelten. Dennoch leistet die Psychoanalyse weiterhin wichtige Beiträge zum Verständnis der Entwicklung kultureller und gesellschaftlicher Prozesse aus innerpsychischer Sichtweise[12]. Eine Reihe von Studien wandte sich beispielsweise vernachlässigten Aspekten der Entwicklung von Mädchen, deren Aggression sowie Adoleszenz zu.[13]

2. Jessica Benjamin und „Die Fesseln der Liebe“

Jessica Benjamin wurde 1946 in den USA geboren, arbeitet als Psychoanalytikerin und lehrt an der New York University im Postdoctoral Psychology Program in Psychoanalysis. In „Bonds of Love. Psychoanalysis, Feminism and the Problem of Domination“ (1988; dt. „Die Fesseln der Liebe“, 1990) geht sie der Frage nach, wie Abhängigkeitsbeziehungen zwischen den Geschlechtern geschaffen und manifestiert werden. Als Grundlage dafür sieht sie das Denken in polaren Gegensätzen wie Subjekt und Objekt, Autonomie und Bindung, Freiheit und Fürsorge. Sie bewegt sich dabei von der Theorie der Objektbeziehungen aus, einer Richtung der Psychoanalyse,„die die Entstehung, Bedeutung und Dynamik der inneren O.[Objekte, die Verfasserin]untersucht.“[14]und entwickelt die Theorie von Nancy Chodorow zur Relevanz der ersten Bezugsperson zur Prägung unbewusster Bindungs- und Konfliktfiguren der frühen Kindheit sowie des Verhältnisses zum eigenen und anderen Geschlecht weiter. Nach Chodorow und Benjamin werden in den inneren emotionalen Bindungsfiguren Gleichheit und Differenz, Autonomie und Bindung, Symmetrie oder Hierarchie konstruiert –„the selves of women and men tend to be constructed differently – women’s self more in relation and involved with boundary negotioations, separation and connection, men’s self more distanced and based on defensively firm boundaries and denials of self-other connection.“[15], was sich auf die Konstruktion der konkreten Geschlechterverhältnisse und das Verhalten in gender-Beziehungen niederschlägt. Benjamin macht davon ausgehend die aktive Position deutlich, die Frauen bei der Herstellung und Festigung innerer und äußerer Verhältnisse einnehmen. Dabei entlarvt sie die ausschließliche Mutter-Kind-Beziehung als Phantasie, welche die Ohnmacht von Frauen sowie deren Unterordnung manifestiert. Ausgehend von der Hegelschen „Herr-Knecht-Metapher“, um die Dialektik von Macht und Angewiesenheit zu verdeutlichen, leitet sie eine Theorie der Intersubjektivität als Ausweg aus der nicht existierenden Autonomie des Subjekts ab. Indem sie von Bindungsgeflechten ausgeht, in denen Subjektivität entsteht und in denen immer ein Zusammenspiel von Abhängigkeit und Freiheit stattfindet, entlarvt sie den Mythos des freien und unabhängigen Subjekts und revolutioniert das psychoanalytische und psychologische Denken und eröffnet damit den Weg für das postmoderne Denken.[16]

3. Geschlecht und Herrschaft bei Jessica Benjamin

Jessica Benjamin stellt in Bezug auf Geschlecht und Herrschaft u.a. die These auf, dass die Rationalisierung der Gesellschaft die Durchsetzung von männlicher Herrschaft in einer„polarisierten Struktur des Geschlechterunterschieds“[17]bedeutet. Männliche Herrschaft beruht auf der falschen Annahme, dass individuelle Freiheit (Unabhängigkeit von anderen) möglich sei. Der Versuch des Einzelnen, Freiheit zu erlangen muss daher zu der„Flucht vor der anderen oder Unterdrückung der anderen“[18]führen. Die Reproduktion und Verfestigung von hierarchisch strukturellen Geschlechterverhältnissen ist mit der Wahrnehmung der Gleich- oder Gegengeschlechtlichkeit, der Wahrnehmung der (mangelnden) Subjektivität und der sozialen Positionierung der erziehenden Personen in der Entwicklungsdynamik verknüpft[19].

3.1. Rationalität und Autonomie

Rationalität ist eine Form von männlicher Hegemonie. Benjamin zeigt auf, dass Rationalität – ebenso wie „das Subjekt“ keineswegs geschlechtsneutral ist, sondern,„dass das Prinzip der Rationalität, das die Sozialtheoretiker seit Weber zum Merkmal der Moderne erklären – nämlich die Rationalität, die die soziale Welt auf Tauschobjekte, Kalkulation und Kontrolle reduziert – in Wirklichkeit eine männliche Rationalität ist“[20].

Rationalisierung bedeutet die Entmystifizierung (Entzauberung – hier bezieht sich Benjamin auf Weber) des öffentlichen Raumes: an die Stelle von traditionellen oder charismatischen Herrschaftsbeziehungen treten entpersonalisierte Verfahren (Unpersönlichkeit) und formale Rechtsgleichheit (Neutralität). Die formale Gleichheit aller vor dem Gesetz trägt jedoch den konkreten individuellen Unterschieden keine Rechnung und mündet in den ursprünglichen Kampf aller gegen alle. Politische Herrschaft wird nicht mehr durch persönliche Autorität (im Monarchen), sondern in einem System bürokratischer Rationalität, der „Verwaltung“, verkörpert. Indem Herrschaft rational und unpersönlich wird, wird sie auch unsichtbar und erscheint als natürlich und notwendig.[21]

Alle Aspekte des Lebens werden unter die instrumentellen Prinzipien der öffentlichen Welt untergeordnet, wodurch im Zuge der Depersonalisierung„die Werte des Privatlebens“[22]untergraben und„mütterliche Qualitäten“[23]entwertet werden. Die Erzeugung von sozialer Bindung und das Prinzip der Fürsorge werden dabei aus dem öffentlichen Raum verdrängt – was die Logik männlicher Herrschaft beweist, nämlich die Herabwürdigung und den Ausschluss von Frauen. Es kommt zur Konstruktion einer abgetrennten und isolierten Privatsphäre, in der der Versuch einer„regressive[n] Wiederverzauberung“[24]stattfindet: die verlorene Beziehung zwischen den Menschen wird durch das Ideal der Mutterschaft ersetzt.

[...]


[1]Die Vergewaltigung in der Ehe war bis 1997 in Deutschland nicht strafbar.

[2]Def. nach FLAAKE, Karin (2004): Psychoanalyse, in: KROLL, Renate (Hrsg.) (2002): Lexikon Gender Studies/ Geschlechterforschung. Ansätze – Personen – Grundbegriffe, Stuttgart, Weimar, S. 322 – 324, S. 322: „Psychoanalyse (gr. psyche: Seele, Gemüt; analysis: Auflösung). [..] Von Sigmund Freud und seinen Schülern entwickelte Methode zur Erforschung und Therapierung psychischer Vorgänge im Menschen, seiner Motive, Träume, Phantasien, Ängste, die sich zu Obsessionen oder Komplexen entwickeln können bzw. über den Körper somatisiert werden (Hysterie). Das Spezifische psychoanalytischen Denkens besteht in der Annahme eines Unbewußten, d.h. einer Dimension menschlichen Handelns jenseits internationaler und rationaler Erwägungen. Das Unbewußte speist sich aus Wünschen und Affekten, die im Laufe der lebensgeschichtlichen Entwicklung – meist in den ersten Lebensjahren – verdrängt, d.h. aus dem Bewusstsein ausgeschlossen wurden, weil sie als anstößig, nicht erwünscht, verboten und damit als stark beängstigend erlebt wurden (Verdrängung). Unbewußtes drängt jedoch immer wieder in die Gestaltung der Realität, geht immer wieder ein in aktuelles Verhalten und Handeln und prägt es im Sinne einer ‚Wiederkehr des Verdrängten’. Dieses Verdrängte, unbewußt Gemachte aufzudecken, es dem Bewusstsein zugänglich zu machen und dadurch Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten zu erweitern, ist ein wesentliches Ziel psychoanalytischen Denkens und Arbeitens.“

[3]SCHEFFLER, Sabine (2004): Psychologie: Arbeitsergebnisse und kritische Sichtweisen psychologischer Geschlechterforschung, in: BECKER, Ruth/ KORTENDIEK, Beate (Hrsg.): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie, Wiesbaden, S. 540 – 558, S. 542.

[4]CHODOROW, Nancy J. (1989): Feminism and Psychoanalytic Theory, Cambridge, S. 2.

[5]FREUD, Sigmund (1931): Über die weibliche Sexualität, in: ders.: Gesammelte Werke, Bd. 14. London, S. 517 - 537, S. 522.

[6]ebd., S. 526.

[7]vgl. Flaake 2004, S. 322.

[8]ebd., S. 322.

[9]ebd., S. 323.

[10]vgl. Scheffler 2004, S. 545.

[11]vgl. Scheffler 2004, S. 546.

[12]Einen Versuch der Vermittlung unternahm Nancy Chodorow mit ihrem 1999 erschienenen Buch „The Power of Feelings“.

[13]vgl. Flaake 2004, S. 322f.

[14]MUSFELD, Tamara (2004b): Objektbeziehungen, Theorie der, in: KROLL, Renate (Hrsg.) (2002): Lexikon Gender Studies/ Geschlechterforschung. Ansätze – Personen – Grundbegriffe, Stuttgart, Weimar, S. 295 – 296, S. 295.

[15]Chodorow 1989, S. 2.

[16]MUSFELD, Tamara (2004a): Benjamin, Jessica, in: KROLL, Renate (Hrsg.) (2002): Lexikon Gender Studies/ Geschlechterforschung. Ansätze – Personen – Grundbegriffe, Stuttgart, Weimar, S. 38.

[17]BENJAMIN, Jessica (1994a): Die Fesseln der Liebe. Psychoanalyse, Feminismus und das Problem der Macht, Frankfurt/M., S. 177.

[18]ebd., S. 214.

[19]vgl. Scheffler 2004, S. 545.

[20]Benjamin 1994a, S. 178.

[21]vgl. ebd., S. 179f.

[22]ebd., S. 179.

[23]ebd.

[24]ebd., S. 190.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Geschlecht und Herrschaft. Psychosoziale Mechanismen männlicher Herrschaft bei Jessica Benjamin
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Politik, Religion und Gender
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
27
Katalognummer
V53991
ISBN (eBook)
9783638492874
ISBN (Buch)
9783638680387
Dateigröße
584 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschlecht, Herrschaft, Psychosoziale, Mechanismen, Jessica, Benjamin, Politik, Religion, Gender
Arbeit zitieren
Kirsten Freimann (Autor), 2005, Geschlecht und Herrschaft. Psychosoziale Mechanismen männlicher Herrschaft bei Jessica Benjamin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53991

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