Die Haftung des Wirtschaftsprüfers


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006
20 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

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Abkürzungsverzeichnis

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1 Einleitung

Aufgrund einiger Bilanzskandale in den vergangenen Jahren, wie z. B. von WorldCom und Enron in den USA oder Holzmann und FlowTex in Deutschland ist die berufliche Tätigkeit und gleichzeitig die Verantwortlichkeit des Wirtschaftsprüfers immer mehr in das Licht der Öffentlichkeit geraten. Eine Aufgabe der Wirtschaftsprüfer ist es, Informationen, die von geprüften Unternehmen an die Öffentlichkeit weitergegeben werden auf ihre Korrektheit zu überprüfen, d. h. zu testieren. Es stellt sich die Frage, ob in den o.g. Fällen die bei der Berufsausübung zu beachtenden Pflichten der Wirtschaftsprüfer verletzt worden sind.

In Deutschland führt man schon seit längerem die Diskussion, ob ein intensiveres Risikomanagement betrieben werden sollte bzw. ob man dem Beispiel der USA folgt, wo durchgreifendere Kontrollen der Wirtschaftsprüfer und somit auch die verschärfte Haftung für fehlerhafte Testate üblich sind. Auch der 64. Deutsche Juristentag in Berlin im Jahre 2002 empfiehlt „effektive Maßnahmen zu ergreifen, um die Korrektheit der Abschlussprüftestate sicherzustellen, insbesondere um die Unabhängigkeit der Abschlussprüfer zu stärken und um die Durchsetzung des Bilanzrechts zu gewährleisten (Enforcement).“[1]

Unter Risikomanagement versteht man alle Betriebsamkeiten des Wirtschaftsprüfers zur Verhinderung bzw. Begrenzung von finanziellen Verlusten, Reputationsschäden und Maßnahmen der Berufsaufsicht.[2]

2 Tätigkeit und Pflichten des Wirtschaftsprüfers

Der Tätigkeitsbereich des Wirtschaftsprüfers umfasst betriebwirtschaftliche und handelsrechtliche Prüfungen, insbesondere gesetzliche Jahresabschlussprüfungen und Erteilung von Bestätigungsvermerken.[3]

Der Wirtschaftsprüfer hat die Prüfungsstandards des IDW während seiner Arbeit zu befolgen. Der Wirtschaftsprüfer hat sich diejenigen Informationen einzuholen, die er für eine wahrheitsgemäße Schlussfolgerung benötigt. Darunter fallen bspw. Originaldokumente und buchhalterische Aufzeichnungen. Ferner hat er seine Prüfung nachhaltig zu dokumentieren, um sich im Streitfall von seiner Schuld befreien zu können. Bezüglich seiner Arbeitspapiere, hat der Wirtschaftsprüfer für Übersichtlichkeit, Klarheit und Angemessenheit zu sorgen und sie bestmöglich zu standardisieren, z. B. durch Checklisten oder Standardgliederungen.

Arbeitet der Wirtschaftsprüfer unter Einhaltung festgelegter Anforderungen wie z.B. die Gewissenhaftigkeit, so verringert sich das Risiko einer Pflichtverletzung[4]. Unter einem sog. Qualitätssicherungssystems versteht man alle Maßnahmen, die ein Wirtschaftsprüfer unternimmt, um jegliche Pflichtverletzung zu vermeiden. Folgende Abbildung zeigt auf, dass eine qualitativ hochwertige Arbeit das Risiko einer Pflichtverletzung verringert.[5]

Abb. 1

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Quelle: Die Wirtschaftsprüfung, S. 266

Neben der Pflichtverletzung gehört ebenso der Nachweis eines tatsächlich entstandenen Schadens im Sinne einer Vermögensminderung (vgl. Kapitel 3.1.1) zu den Voraussetzungen falls ein Wirtschaftsprüfer in Haftung genommen werden soll.[6]

Bezüglich des Haftungsumfangs gibt es keine gesetzliche Angaben. Er ist daher generell unbeschränkt, vgl. aber Kapitel 4.2.2. Der Abschlussprüfer hat nicht für Verbindlichkeiten des Auftraggebers zu haften, d.h. der Prüfer hat z. B. keine Steuerschulden des Mandanten zu begleichen, es sei denn dieser tritt in gleichem Zuge als Verfügungsberechtigter gem. § 35 AO auf. In diesem Fall hat er für die o.g. Schulden einzustehen.[7]

[...]


[1] Vgl. Schwintowski, Die Haftung des Wirtschaftsprüfers, S. 1

[2] Vgl. Die Wirtschaftsprüfung, Ausgabe März, 2006, S. 266

[3] Vgl. BGH v. 05.06.2003

[4] Vgl. Anhang

[5] Vgl. Die Wirtschaftsprüfung, Ausgabe März, 2006, S. 266

[6] Vgl. Geib/Gelhausen, WP Handbuch, 2006, S. 165 ff.

[7] Vgl. Geib/Gelhausen, WP Handbuch, 2006, S. 166

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Haftung des Wirtschaftsprüfers
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen, früher: Berufsakademie Villingen-Schwenningen
Veranstaltung
Prüfungswesen
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V56830
ISBN (eBook)
9783638514170
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Haftung, Wirtschaftsprüfers, Prüfungswesen
Arbeit zitieren
Mirjam Baur (Autor), 2006, Die Haftung des Wirtschaftsprüfers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56830

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