Die islamische Politik


Hausarbeit, 2006

21 Seiten, Note: 1,3

Gottlieb Maure (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die "islamische" Politik

2. Die Muslimbrüder

2.1. Geschichte
2.2. Ideologie und Ziele
2.3. Lokale Politik
2.4. Internationale Politik

3. Die PJD
3.1. Geschichte
3.2. Ideologie und Ziele
3.3. Lokale Politik
3.4. Internationale Politik

4. Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Nach der Revolution in Iran bekam der Islam eine neue Dimension in der Politik und in der Internationalen Beziehungen. Trotzdem außer in Iran und in Saudi Arabien, wo die Religion viele aber nicht alle Aspekte des politischen Leben bestimmt, haben die anderen islamischen Bewegungen es schwer in die Macht zu kommen.

Diese islamischen Bewegungen kann man in 4 großen Gruppen unterteilen, die Politisch Aktivisten, die Militanten, die Zivilgesellschaftlichen, und die zurückgezogenen.

Die Politisch Aktivisten sind die islamischen Parteien bzw. islamisch geprägten Parteien. Die Militanten sind Gruppen die nicht mit friedlichen Mittel in die Macht kommen wollen (können) sondern durch den Gewalt. Die Zivilgesellschaftlichen sind jene die nicht an die Politik interessiert sind aber trotzdem in der Gesellschaft aktiv sind, durch Stiftungen, Organisationen, Sufi-Orden usw. Die Zurückgezogenen sind ein Teil von dem friedlichen Zweig der Salafiyya Bewegung, die weder politisch noch zivilgesellschaftlich handeln will.

In dieser Arbeit möchte ich die erste Gruppe näher untersuchen, am Beispiel von zwei Parteien, die islamisch geprägt sind, die PJD [Le parti de la justice et du développement ] in Marokko, und die Muslimbrüder in Ägypten. Sie spielen in den letzten Jahren eine wichtige Rolle in der Opposition in ihren jeweiligen Ländern, aber ihre Gegner werfen ihnen vor, dass sie keine Konkrete Pläne haben und gar nicht an eine seriöse Politik interessiert sind. Dass sie die "demokratische" Mittel benutzen, nur um in die Macht zu kommen, und die Herrschaft wieder neu zu gestalten, hört man auch oft von ihren Kritikern.

Es ist schwer die Behauptungen der Gegner empirisch zu belegen, da diese Parteien nie regiert haben, aber eine kritische Haltung gegenüber ihren Plänen, ihren Haltungen, ihr politisches Handeln in der Opposition sowie auf der Regionalen Ebene, kann man haben.

Auf Fragen wie, was ist eine islamische Politik? Wie Demokratisch sind diese Parteien? Machen sie Politik oder nur Propaganda? werde ich versuchen zu beantworten. Ich will hinweisen dass es schwer war Literatur über die PJD zu finden, sowie über die Projekte von den Muslimbrüdern, deswegen habe ich viel auf der Selbstdarstellung dieser Parteien mich geschützt aber auch auf unabhängige Zeitungen.

1. Die "islamische" Politik

Die islamische Welt geriet nach dem Zerfall vom Osmanischen Reich in einer Identität Krise, die man versucht hat durch den Nationalismus, zu überwinden,

Westliche Ideologien wurden von Oben durchgesetzt, um die Region zu modernisieren. Diese Modernisierung brachte viele Änderung in der islamischen Gesellschaft. Solcher Progressismus wurde von Linken Bewegungen unterstützt, es war oft der Fall dass man Arabischer Nationalismus mit Sozialistischen Ideologien verbindet wie man es bei dem Nasserismus und Ba'th Partei feststellen kann.

Diese Tendenz war nicht ohne Kritik, schon während der Kolonialzeit erhoben sich konservative Stimmen gegen die kapitalistische Ausbeutung und das immer stark zunehmende Liberalismus der vom Westen importiert ist. Der Ausgangpunkt dieser Westen ablehnenden Haltung war Ägypten, hier entstand die Bewegung der Muslimbrüder unter Hassan Al-Banna. Die Ideologie der Muslimbrüder, die im nächsten Kapitel dargestellt sind, hat die Mehrheit der islamischen Bewegungen geprägt.

Der Islamismus wird in der Literatur häufig so dargestellt: Islamismus bezeichnet die politische Forderung nach Wiedereinführung der klassischen islamischen Gesetze. Er wird auch oft mit Fundamentalismus gleichgesetzt[1]. Die Ziele des Islamismus[2] sind oft in den Medien und im Westen Allgemein die Einführung von der Sharia und die Errichtung von einem Gottesstaat, zwei Begriffe die man näher erklären soll.

Der Begriff Gottesstaat, kommt in der Islamischen Theologie oder Islamische politische Philosophie nicht vor, zumindest nicht wie es in der europäischen Philosophie verstanden ist. Im Islam sieht sich der Herrscher nicht als Statthalter Gottes auf der Erde, sondern als Nachfolger von dem Propheten[3]. Der Begriff Gottesstaat enthält die Absolutistische Doktrin der Christlichen Mittelalter. Auch wenn die islamische Geschichte viele Absolutistische Herrscher gekannt hat, kann man das nicht mit der Staatsvorstellung in den islamischen Quellen gleichsetzen.

Die Übertragung von christlichen Begriffen, die in bestimmten Umständen entstanden sind, auf eine andere Religion, die eine eigene historische Entwicklung hat, scheint mir nicht korrekt.

Der zweite Begriff ist die Sharia. Es wird oft Sharia mit Strafgesetz gleichgesetzt, wenn man bei den Medien erfährt, dass die islamische Bewegung XY für Ziel hat, die Sharia durchführen, dann denkt man sofort an Steinigung, Hinrichtung und andere Körperstrafen. Das ist als ob man die Us-amerikanische Gesetzgebung nur auf die Todesstrafe beschränkt, was ja undenkbar ist.

Die Sharia ist die Auslegung der Rechtsquellen. Sie ist nicht nur Strafrecht, sondern das ist die gesamte islamische Gesetzgebung, die alle Bereiche des Lebens umfasst, auch die Ökonomie und Politik ja sogar die Ökologie haben in der Sharia zumindest Richtlinien.

Außerdem es gibt nicht "die" Sharia, es gibt verschiedene Rechtsschulen, die ständig in vielen Fragen im Wandel sind. Die Sharia ist nicht etwas, was heiliges, was Unberührbares wie manche denken.

Gamal Al-Banna, der Bruder von dem Begründer der Muslimbrüder sagte in einem Interview mit der marokkanischen kritischen und liberalen Zeitschrift "TelQuel":

"-L'islam progressiste, c'est possible ?
-C'est même nécessaire. Et je vous rappelle que c'est l'esprit même qui a fondé l'islam et lui a assuré sa diffusion originelle. Notre situation actuelle est une rétrogradation, un énorme saut en arrière. Regardez par exemple le cas particulier de la femme. Sa situation actuelle, à quelques exceptions près, est terriblement injuste. Elle était infiniment plus avantageuse, plus juste, aux premières heures de l'islam, et cela ne posait de problème à personne."[1]

Eine Vereinfachung und Pauschalisierung der Begriffe, hilft uns nicht weiter zu kommen, um die anders denkenden als wir zu verstehen, und es ist wichtig die Begriffe zu verstehen wie gerade diese islamischen Parteien es tun, damit man eine scharfe Blick auf die Problematik bekommt.

Die Einführung der Sharia ist nicht das Ziel der islamischen Politik, sondern sie gilt als eine Grundlage für diese Politik, sie ist vor-politisch. Das Ziel aber ist eine bestimmte Ordnung, die man romantisiert und idealisiert hat, zu erreichen.

Zum Gegensatz von jedem Ideal gibt es eine Realität, die als Ausgang Punkt gilt, eine Wirklichkeit zu ändern. Die Änderung fällt nicht vom Himmel, sondern man muss handeln, politisch handeln, und zwar in einem schlechten politischen und wirtschaftlichen Zustand, dazu kommt eine Weltordnung, die in Chaos und Anarchie ist.

Die zwei Beispiele die ich hier darstelle, sollen ein Beispiel sein, für wie diese Parteien die islamische Politik in dieser allen Umständen verstehen und praktizieren.

2. Die Muslimbrüder

2.1. Geschichte

Die Geschichte der Muslimbrüder ist vielfältig, eine ausführlich historische Darstellung dieser Bewegung werde ich in dieser Arbeit mich verzichten.

Die Muslimbrüder auf Arabisch "al-ikhw§n al-muslimån" haben ihre Anfänge in der ende der 20er Jahren des 20. Jh. Hassan al Banna der Geistiger Vater der Muslimbrüder gründete im Jahre 1928 in Ismailiyya (Ägypten) die Wohlfahrt Organisation "Die Muslimbrüder Gruppe", sie hatte damals vor allem religiöse und soziale Ziele, man bildete Missionaren[1] aus , baute verschiedene Schule, errichtete Krankenhäuser und Wohnheime. Die Gruppe engagiert sich auch in die Lösung von sozialen Problemen in den Dörfer, indem man Moschee dort baut oder sogar in der Industrie und Handel unternimmt.

Das Politische Engagement fing als die Palästinensische Frage in der öffentlichen Meinung stark diskutiert wurde. Diese Pro-Arabische Palästinenser Haltung brachte die Muslimbrüder immer mehr Sympathie im Nahosten, besonders in Syrien.

Der Arabisch-Zionistische Konflikt wurde von den Muslimbrüdern in Ägypten politisiert, um die eigene Macht zu verstärken. 1948 fiel der ägyptische Ministerpräsident Mahmud Fahmi Nokrashi Pascha einem Attentat eines Mitglieds der Muslimbruderschaft zum Opfer. 1949 wurde Hasan al-Banna im Auftrag des ägyptischen Königshauses ermordet.

Nach einem erfolglosen Attentat auf Staatspräsident Nasser am 26. Oktober 1954 wurde die Bruderschaft verboten und verfolgt. Später wurde dieses Verbot wieder gelockert. In der Zeit bis zum Sechs-Tage-Krieg wurde Sayyid Qutb zum einflussreichsten Denker der Muslimbrüder.

Besonders nach dem Zusammenbruch des "Nasserismus" nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 und durch den "Export" ägyptischer Lehrer und Techniker auf die arabische Halbinsel im Zuge des Ölbooms nach 1973 nahm der Einfluss der Muslimbrüder wieder stark zu.

Die Muslimbrüder sind bis heute nicht als Politische Partei erkannt, und wurden stark von dem Regime verfolgt, aber seit den 90er Jahren sind sie mehr und mehr in der Opposition aktiv und wurden relativ mehr toleriert

[...]


[1] Armin Pfahl-Traughber, Kapitel II / Kleines Islam-Lexikon, S.100

[2] Man kann nicht über einen Islamismus reden, denn die Zielen und Organisationsformen sind unterschiedlich von einer Bewegung zu der anderen.

[3] Al-Mawardi, Kapitel I, S.4

[1] TelQuel Online; N° 218; Freitag 7. April 2006

[1] Missionaren in Islam heißen Du'at : Rufer, Einlader, die zum Islam einladen. Der Begirff Mission und Missionaren im Christlichen Sinn gibt es nicht im Islam

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Details

Titel
Die islamische Politik
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Politikwissenschaft )
Veranstaltung
Nord-Süd-Beziehungen
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V57519
ISBN (eBook)
9783638519670
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die "islamische" Politik. Eine Chance Für die Entwicklung? Am Beispiel von "Le parti de la justice et du développement" und "den Muslimbrüdern"
Schlagworte
Politik, Nord-Süd-Beziehungen
Arbeit zitieren
Gottlieb Maure (Autor), 2006, Die islamische Politik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57519

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