Kriegspotential Wasser. Ist Wasser die Ressource mit dem größten Kriegspotential?


Facharbeit (Schule), 2019

10 Seiten, Note: 12


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Inhaltsverzeichnis

Einleitung:

Warum wurden und werden Kriege geführt?

Wieso ist Wasser die Ressource mit dem größten Kriegspotential?
Wassermangel im Irak
Situation am Nil

Was spricht gegen einen Krieg um Wasser?

Fazit

Bibliographie
Bildquellen
Textquellen

Einleitung:

"The next war in the Middle East will be fought over water, not politics"1

Boutros Boutros Ghali 1985 behauptete Boutros Boutros Ghali, der sieben Jahre später Generalsekretär der UN wurde, der nächste Krieg im Mittleren Osten würde nicht aufgrund der Politik, sondern für Wasser geführt werden. 2003 behauptete er, in diesem Jahrhundert würde Wasser wichtiger werden als Öl.

Wie abhängig wir von Wasser sind, hat jeder im Sommer 2018 erneut vor Augen geführt bekommen. Vor Allem in Norddeutschland sorgte die große Hitze gepaart mit den ausbleibenden Niederschlägen für wochenlange Dürreperioden. Die Folgen waren Ernteeinbußen, Wasserknappheit und Waldbrände.2 Der Wasserspiegel des Rheins näherte sich dem Rekordtiefstand von 2003. Dadurch war er nur noch stellenweise schiffbar und auch dann nur mit Schiffen, die einen Bruchteil dessen geladen hatten, was sie normalerweise transportiert hätten.3

Große Hitze in Verbindung mit Dürre ist aber kein lokales Problem, das lediglich Deutschland trifft. Ein weiteres Beispiel für eine Gegend mit starkem Wassermangel ist Las Vegas im US Bundesstaat Nevada, wo es sogar eine Spezialeinheit der Polizei gibt, die Wassercops, die Wasserverschwender aufspüren und bestrafen.4

Es wird deutlich: Wasser ist eine wichtige Ressource. Aber ist sie so wichtig, dass sie der Grund für Kriege sein kann?

Warum wurden und werden Kriege geführt?

Betrachtet man die Kriege der letzten 350 Jahre, so wie es der britische Professor Richard Ned Lebow getan hat, erkennt man wieso Krieg geführt wurde. Lebow ist Professor für politische Theorie und lehrte einst Strategie. Heute hat er eine Stelle am Londoner King’s College in der Abteilung War Studies inne. Überraschenderweise stellte er fest, dass Sicherheit und materielle Interessen in den meisten Kriegen kaum eine Rolle spielten. Ansehen und Rang, meist Eitelkeiten, lösten dagegen die meisten Kriege aus, ungefähr zwei Drittel.5

In den letzten Jahren ist eine neue Art des Krieges entstanden: Der Krieg gegen der Terror. Viele verschiedene radikale Gruppierungen deren Motivationen von extremistisch-religiösen Motiven bis hin zu Rechts- und Linksradikalismus reichen, versuchen Land zu beanspruchen, Angst auszulösen oder wollen sich schlichtweg bereichern. Ein Beispiel für Letzteres wären erpresste Lösegelder. In Zusammenarbeit mit anderen Nationen oder im Alleingang versuchen alle Nationen Terroranschläge zu verhindern und Gruppierungen auszulöschen. Dieser Krieg unterscheidet sich insofern von allen anderen Kriegen, als dass es nicht einen klar festzumachenden Gegner gibt, wie zum Beispiel eine Nation, sondern viele verschiedene Gruppierungen, die sich zum Teil koordinieren und zum Teil verfeindet sind. Das Ganze erinnert an den Kampf der Amerikanischen Polizisten gegen die sog. Gangs. Nur in globalem, extremerem Maßstab.

Es wäre denkbar, dass es irgendwann in den nächsten Jahren zu einer Art Ressourcenterrorismus kommen könnte, d.h. es würden Gruppierungen entstehen, die aufgrund einer Knappheit Anschläge verüben würden. Denkbar wäre, beispielsweise, dass ein Land einen Staudamm baut, oder ein Flussbett umlenkt, sodass ein weiter flussabwärts gelegenes Land vom Wasser abgeschnitten wäre. Um diesen Eingriff in die Natur zu verhindern, könnten Terroristen Anschläge auf die Baustelle verüben.

Schon in diesem einfachen, wenn auch zurzeit eher unwahrscheinlichen Beispiel, kann man das Konfliktpotential von Wasser erkennen.

Wieso ist Wasser die Ressource mit dem größten Kriegspotential?

Zudem haben Menschen seit jeher ihre Konflikte in Form von Gewalt ausgetragen und Staaten haben Kriege begonnen um Zugang zu seltenen Rohstoffen zu erhalten wie Gold, Öl und Diamanten. Bisher gab es zwar noch keinen Krieg aufgrund von Wasser. Da viele Anzeichen aktuell darauf hindeuten, dass es in den nächsten Jahren immer wertvoller werden wird, zeichnet sich auch an dieser Stelle das Konfliktpotential ab. Dass dieses Potential zunehmen wird, hat bereits eine Studie des US-Außenministeriums6 gezeigt, die zwei Faktoren an Gründe für diese Entwicklung nennt: der Klimawandel und Bevölkerungswachstum.

Ungefähr drei Prozent des Wasserhaushaltes der Erde bestehen aus Süßwasser, wovon ein Großteil in Gletschern gebunden ist.7 Die Bevölkerung der Erde wächst.8 Jeder Mensch braucht Nahrung und Wasser. Außerdem braucht man um die Lebensmittel herzustellen ebenfalls Wasser. Das Problem ist erkennbar: es gibt eine limitierte Menge einer bestimmten Ressource, hier Wasser, und es wird immer mehr benötigt. Der Schluss liegt nahe, dass das Konfliktpotential dieser Ressource groß genug ist, um Kriege auszulösen.

Wassermangel im Irak

Rechts ist eine Karte abgebildet, die die Lage der Flüsse Tigris und Euphrat zeigt. Die beiden Zwillingsflüsse entspringen in der östlichen Türkei und fließen durch Syrien in den Irak, wo sie in den Persischen Golf münden.

Im Sommer 2018 war die Dürre im Irak so groß, dass die Hälfte der Agrarflächen nicht genutzt werden konnten, weil das Landwirtschaftsministerium den Anbau von Reis verboten hatte. Die Begründung des Landwirtschaftsministeriums war, dass die Flüsse Tigris und Euphrat einen zu geringen Wasserstand hätten, obwohl der Irak eigentlich ein „sehr wasserreiches Land“9 ist. Doch der besonders heiße Sommer, der wahrscheinlich durch den Klimawandel verursacht wurde, gepaart mit dem Verhalten der Türkei verursachte den niedrigen Wasserstand in den Flüssen. Die Türkei baut bereits seit Jahren immer mehr Staudämme am Oberlauf der Zwillingsflüsse. Es wird bereits davon gesprochen die Türkei hätte den Oberlauf „mit Dämmen verbaut“10. Außerdem ist die Türkei zusammen mit Indien, Pakistan, Usbekistan, Bangladesch und China einer der wichtigsten Produzenten für Baumwolle, deren altmodischer Anbau immense Mengen an Wasser verbraucht. Dabei werden Felder flächendeckend mit Wasser überflutet. In Pakistan durchgeführte Untersuchungen11 zeigen, dass mehr als 90% der Wassermengen, die aus dem Indus entnommen werden, für die Langwirtschaft vorgesehen sind. Gewissermaßen verbraucht die Landwirtschaft auch dieses Wasser. Aber nicht indem die pakistanischen Bauern ihre Felder auf ineffiziente Weise bewässern, sondern indem zwei Drittel des entnommenen Wassers auf dem Weg verdunstet oder durch marode Bewässerungskanäle versickert. Aus diesem Grund entnehmen pakistanische Bauern bereits jetzt ein Drittel des benötigten Wassers für die Bewässerung der Baumwollfelder aus dem Grundwasser.12

Durch den voranschreitenden Bau von Staudämmen am Oberlauf der Zwillingsflüsse, hat die Türkei eine immer stärker zunehmende Kontrolle über das Wasser. Diese Kontrolle kann als politisches Druckmittel verwendet werden. Zurzeit ist es eher unwahrscheinlich, dass der Irak der Türkei den Krieg erklärt, weil er mit innenpolitischen Problemen zu kämpfen hat. Zumal der Irak der Türkei wahrscheinlich unterlegen wäre und den Krieg verlieren würde. Die Gefahr lokaler Konflikte zwischen Bauern und Stämmen ist deutlich größer. Diese Konflikte könnten bis auf nationale Ebene heranwachsen, sodass am Ende innerstaatliche Konflikte wie Bürgerkriege entstehen könnten. Außerdem würde die Austrocknung ganzer Landstriche zu mehr Migration führen, was sich vor Allem auf Europa auswirken würde.

[...]


1 https://www.sourcewatch.org/index.php/Water_wars (02.01.2019).

2 vgl. https://www.welt.de/wirtschaft/article177217410/Wasserversorgung-In-Deutschland-herrscht-die-groesste-Duerre-seit-15-Jahren.html (02.01.2019).

3 vgl. https://www.wz.de/nrw/krefeld/pegel-rhein-naehert-sich-rekord-tiefstand_aid-33834683 (02.01.2019).

4 vgl. https://www.n-tv.de/panorama/Wasser-Cops-drehen-Las-Vegas-den-Hahn-zu-article15939596.html (03.01.2019).

5 vgl. https://www.tagesspiegel.de/politik/warum-kriege-gefuehrt-werden-ruhm-und-ehre-statt-sicherer-grenzen/10311746.html (03.02.2019).

6 vgl. https://www.welt.de/politik/ausland/article108412963/Der-Krieg-der-Zukunft-geht-ums-Wasser.html (12.01.2019).

7 vgl. https://www.deutschlandfunkkultur.de/kriege-um-wasser-neues-konfliktpotential-im-nahen-osten.979.de.html?dram:article_id=426523 (05.01.2019).

8 vgl. http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52699/bevoelkerungsentwicklung (10.01.2019).

9 https://www.deutschlandfunkkultur.de/kriege-um-wasser-neues-konfliktpotential-im-nahen-osten.979.de.html?dram:article_id=426523 (10.01.2019).

10 ebd.

11 vgl. https://www.wwf.de/themen-projekte/fluesse-seen/wasserverbrauch/wasser-verschwendung/ (11.01.2019).

12 vgl. ebd.

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Details

Titel
Kriegspotential Wasser. Ist Wasser die Ressource mit dem größten Kriegspotential?
Hochschule
Enztal-Gymnasium Bad Wildbad
Note
12
Autor
Jahr
2019
Seiten
10
Katalognummer
V585311
ISBN (eBook)
9783346166692
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wasser, Kriegspotential, Krieg, Ressource, Krieg um Ressourcen
Arbeit zitieren
Dominik Koop (Autor:in), 2019, Kriegspotential Wasser. Ist Wasser die Ressource mit dem größten Kriegspotential?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/585311

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