Zwischen Sesamstraße, Löwenzahn und Co - Kinderfernsehen in Deutschland


Seminararbeit, 2001

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die fünfziger Jahre

3. Die sechziger Jahre

4. Die siebziger Jahre
4.1 ARD
4.2 ZDF

5. Die achtziger Jahre
5.1 ARD
5.2 ZDF

6. Schluss

7. Literatur

1. Einleitung

Fast jeder kennt Sendungen wie „Löwenzahn“ und „Die Sendung mit der Maus“, die nun beinahe dreißig Jahre, mit großen Erfolg, im Fernsehprogramm laufen.

Hier werden den Kindern in einer verständliche Art die alltäglichen Dinge vertraut gemacht. Ihnen wird zum Beispiel erklärt, wie man Bleistifte und Papier herstellt, oder warum die Luft schwer ist.

Die Kinder lernen dabei, auf eine so einfache Weise, dass sie es selbst kaum merken, denn sie werden gleichzeitig auch unterhalten. Kein Wunder also, dass die Kinder diese Sendungen nach wie vor lieben.

Doch wie es dazu gekommen ist, dass diese Serien auf den Bildschirm laufen, wissen nicht viele.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Geschichte des Kinderfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland aufzuzeigen. Dies geschieht in chronologischer Reihenfolge und beginnt mit der Entstehung des Kinderprogramms in der ARD. Im Folgendem werden die wichtigsten Probleme und Entwicklungen, in der ARD und später auch im ZDF, dargestellt.

Allerdings können nicht alle Aspekte benannt werden, da dies sonst den Rahmen der Arbeit überschritten hätte.

Diese Arbeit lehnt sich an die Dokumentation von Michael Schmidbauer „Die Geschichte des Kinderfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland“, der über dieses Thema 1987 ein Buch veröffentlicht hat.

2. Die fünfziger Jahre

Das Kinderfernsehen hatte seine Geburtsstunde in den frühen fünfziger Jahren. So wurde am 25.04.1952 von der Fernsehkommission eine „Stunde für die Jugend“ gefordert.

Knapp ein Jahr später, am 17.03.1953, wurde die erste Kindersendung „Fernsehkinderfunk mit Dr. Ilse Obrig“ vom NWDR ausgestrahlt. Als Zielgruppe galten zu der Zeit die Vier- bis Zwölfjährigen, für die diese Sendung gedacht war..

Doch anstatt, wie gefordert, eine Stunde für die Kinder Programm auszustrahlen, reichte es zu Beginn nur für 30 Minuten.

Allerdings war hiermit der Anfang gemacht.

Nur wenige Monate später konnte verkündet werden, dass die Kinderstunde „zweimal in der Woche aus Berlin, zweimal aus Köln und zweimal aus Hamburg“[1] kommt. Auch der Hessische Rundfunk sendete eine Kinderstunde in der Woche.

Schon bald versuchte man das Kinderfernsehen auf bundesdeutsche Anstalten auszudehnen, doch dies war mit Schwierigkeiten verbunden. Folgendes gab es zu bewerkstelligen:

1. Das Kinderfernsehen sollte im Nachmittagsprogramm gesendet werden. Doch der Vertrag der ARD bezog sich zunächst ausschließlich auf das Abendprogramm. Das Senden eines Nachmittagsprogramms, speziell für Kinder, Jugendliche und Eltern, war somit eine freiwillige Leistung der ARD. Dies hatte zur Folge, dass für die Produktion nur wenige finanzielle und organisatorische Mittel zur Verfügung standen.
2. In den Jahren 1951 sowie 1954 wurden zwei neue Gesetze geschaffen: das „Gesetz zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit“ und das „Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften“. Diese Gesetze hatten zur Aufgabe „energisch den Einfluss des „neuen Mediums Fernsehen“ auf die Kinder“[2] abzuwehren.
Die Folgen waren, dass Kinder unter sechs Jahren nicht mehr ins Kino gehen durften und daraufhin von den ARD – Verantwortlichen entschieden wurde, dass zukünftig auch keine Sendungen mehr für diese Altersgruppe im Angebot waren.
3. Das Kinderfernsehen bekam bereits sehr früh Konkurrenz und zwar durch das Werberahmen – Vorabendprogramm. Zuerst wurde dies nur vom Bayrischen Rundfunk, später auch von allen anderen Anstalten ausgestrahlt.

Es richtete sich zwar nicht speziell an Kinder, doch durch „jene kunterbunte Mischung aus Werbespots, ‚interludierenden’ Trickfiguren, spannenden Serien und regionalen Magazinen“[3] wurde die vorabendlichen Fernsehzeit, zum ‚heimlichen’ Kinderprogramm.

Der Grund dafür war, dass hier Serien liefen, wie „Flipper“ und „Lassie“, die zwar nicht in das Konzept des Kinderprogramms passten, von den Kindern aber geliebt wurden.

Wie schon erwähnt, standen für die Produktion nur geringe finanzielle Mittel zur Verfügung, diese beliefen sich auf etwa 10 bis 20% des Etats, der dem Abendprogramm zustand. Dennoch nahmen ab dem 01.04.1956 sechs Anstalten am Kinderprogramm teil. Dadurch wurde das Kinderfernsehen immer umfangreicher und je umfangreicher es wurde, desto mehr debattierte man über die Inhalte dieser Sendungen. Es wurde mehr Unterhaltung statt Bildung, Information und Belehrung gefordert.

„Im deutschen Fernsehen herrscht das Bestreben vor, Kinder mit Hilfe eines Programmes zu bilden und zu beeinflussen. Zu kurz kommen bei dieser Tendenz leichte und unbeschwerte Unterhaltungsprogramme, von denen die Kinder nichts weiter haben sollen, als einen angenehmen, vergnügten Nachmittag. Leichtigkeit muß ja nicht unbedingt schädlich sein und hat gegenüber den rein informativen Sendungen den Vorteil, nicht anzustrengen und nicht zu belasten.“[4]

Allerdings fand dieser Einwand bei den Verantwortlichen zu der Zeit nur wenig Beachtung und wurde erst in den sechziger Jahren wieder aufgenommen.

[...]


[1] Schmidbauer: Die Geschichte des Kinderfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland, S.11

[2] ebd., S.12

[3] ebd., S.13

[4] ebd., S. 20 f.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Zwischen Sesamstraße, Löwenzahn und Co - Kinderfernsehen in Deutschland
Hochschule
Universität Paderborn
Veranstaltung
Kinderfernsehen
Note
1,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
12
Katalognummer
V58707
ISBN (eBook)
9783638528306
ISBN (Buch)
9783656524939
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zwischen, Sesamstraße, Löwenzahn, Kinderfernsehen, Deutschland, Kinderfernsehen
Arbeit zitieren
M.A. Sabine Lüke (Autor), 2001, Zwischen Sesamstraße, Löwenzahn und Co - Kinderfernsehen in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58707

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Zwischen Sesamstraße, Löwenzahn und Co - Kinderfernsehen in Deutschland



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden