Methoden in der außerschulischen politischen Jugend- und Erwachsenenbildung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung:

2.) Definitionen:
2.1.) Definition: Politische Bildung
2.2.) Definition: Methoden
2.3.) Definition Medien

3.) Methoden und Medien
3.1.) Methoden und Medien in der Lehreinheit
3.2.) Auswahl der Methode
3.2.1.) Auswahl Teilnehmerkriterium
3.2.2.) Auswahl Inhaltskriterium

4.) Fazit

5.) Literatur:

1.) Einleitung

In einer Zeit, in der das tägliche Leben einem ständigen Wandel und Veränderungen unterworfen ist, ist das lebenslange lernen zu einen notwendigen Muss geworden. Zu diesem lebenslangen Lernen zählt auch die politische Bildung. Sie hat als Teil der Allgemeinbildung die Funktion, die immer komplexer werdenden Zusammenhänge von Politik und Gesellschaft verständlich zu machen. Politische Bildung ist in unserer heutigen Gesellschaft besonders deswegen so wichtiger, weil die Institutionen des Staates immer mehr in die persönlichen Sphären eines jeden einzelnen eingreifen und ihn betreffen. In dieser Hausarbeit werde ich mich mit der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung in der heutigen Zeit beschäftigen und auf die besonderen Merkmale die beim Einsatz und der Auswahl der Methoden zu beachten sind. Ziel dieser Arbeit soll es sein, diese Besonderheiten herauszuarbeiten.

Im Gegensatz zum schulischen Sektor hat die politische Bildung erst seit den 1990er-Jahren eine stärkere Öffnung der Politikdidaktik für die außerschulischen Praxisfelder politischer Jugend- und Erwachsenenbildung erfahren. Die außerschulische Bildung hat es in ihrer Professionalisierung wesentlich schwerer gehabt als die schulische, weil ihr lange eine eindeutige wissenschaftliche Anbindung fehlte. Die Erziehungswissenschaft hat sich bezüglich der außerschulischen Bildung eher auf allgemeine als auf fachbezogene Fragen konzentriert., während die Politikdidaktik, bedingt durch ihre wissenschaftsorganisatorische Verankerung in der Lehrerausbildung, sich lange fast ausschließlich auf den schulischen Politikunterricht konzentrierte.[1] Wichtigste Unterschiedsmerkmal der außerschulischen Bildung zur schulischen ist die freiwillige Mitarbeit der Teilnehmer. Dies muss man auch bei den didaktischen Prinzipien, sowie den Methoden und Medien berücksichtigen.

2.) Definitionen

2.1.) Definition: Politische Bildung

Wenn man politische Bildung heute definieren möchte, so ist dies immer abhängig davon, welchem politischen Didaktiker man folgt. Schwierig ist es eine kurze und knappe Definition zu geben. Den kleinsten gemeinsamen Nenner, dem sich wohl alle Didaktiker anschließen würden, hat Wolfgang Mickel erarbeitet, der eine sehr weit gefasste Definition von politischer Bildung verwendet:

Politische Bildung ist „der Sammelbegriff für ein schulisches oder außerschulisches, institutionalisiertes oder freies, intentionales oder funktionales, aktives oder passives, verbales oder nonverbales, interaktionales Einwirken auf den (Mit-)Menschen, um politisches Verhalten, Handlungsbereitschaft und -kompetenz, demokratische Spielregeln und Grundwerte, Problembewusstsein und Urteilsfähigkeit usw. zu vermitteln.“[2]

Auch Peter Massing sieht ein Problem darin, eine einheitliche Begriffserklärung zu finden, die von allen Politikdidaktikern akzeptiert werden könnte. Er unterscheidet daher in einer formal engen und einer formal weiten Auslegung: „Politische Bildung in einem weiten Sinne ist danach ein Sammelbegriff, der alle Prozesse umfasst, die auf jeden Menschen als Mitglied einer sozialen und politischen Ordnung über unterschiedliche Gruppen, Organisationen, Institutionen und Medien politisch prägend einwirken. Politische Bildung in einem engeren Sinne ist die Sammelbezeichnung für alle bewusst geplanten und organisierten, kontinuierlichen und zielgerichteten Maßnahmen von Bildungseinrichtungen, um Jugendliche und Erwachsene mit den zur Teilnahme am politischen und gesellschaftlichen Leben notwendigen Voraussetzungen auszustatten.“[3]

Diese von ihm verfasste Definition der politische Bildung trifft vor allem in der engeren Auslegung auch auf die außerschulische politische Jugend- und Erwachsenenbildung zu, die auf die Vermittlung und Erweiterung politischen Wissens und der Bereitschaft zum politischen Urteilen und Handeln gerichtet ist. Inhalte und Methoden der politischen Bildung, die in Kursen, Seminaren und ähnlichem vermittelt werden, sind dabei von der jeweiligen Gesellschafts- und Staatsform und den vorherrschenden wirtschaftlichen Interessen sowie Wert- und Normvorstellungen abhängig.

2.2.) Definition: Methoden

Methoden zählen zu den wichtigsten Grundlagen für die Vermittlung von politischer Bildung. Sie sind die praktischen Werkzeuge, um Politik unterrichten zu können. Günther Gugel definiert Methoden folgendermaßen: Methoden sind Verfahren, die ermöglichen sollen, dass sich Lehrende und Lernende mit einer Thematik auf eine Weise beschäftigen, die es ihnen erlaubt, neue Erkenntnisse, Einsichten und Kompetenzen zu erwerben.[4] Eine etwas andere Definition sieht Wolfgang Sander, für ihn sind Methoden interaktionsbezogene Werkzeuge, die Wege des Lernen eröffnen, indem sie Schritte, Abläufe und Regeln für die Begegnung der Lernenden mit dem jeweiligen Gegenstand definieren.[5]

2.3.) Definition Medien

Bei Medien handelt es sich um alles, was als Medium, also als Träger einer Information in Betracht kommt. Hierbei gibt es vor allem die so genannten klassischen Medien wie Zeitung, Tafel, Buch, Flipchart, Radio und das Fernsehen sowie die neuen Medien Zu den neuen Medien in der politischen Bildung zählen alle computergestützten Medien und vor allem das Internet. „Bei der rasanten Veränderung der modernen Industriegesellschaften nimmt das Internet als technische Repräsentanz und Infrastruktur der unter dem Begriff der ,Globalisierung‘ gefassten Entwicklungstendenzen eine zentrale Rolle ein.“[6] Medien sind genauso wie Methoden Werkzeuge, die unerlässlich für die politische Bildung sind. Sie werden als „Arbeitsmittel und Informationsträger in didaktischer Absicht von dem Lehrenden ausgewählt, gestaltet und verwendet [...], um Hilfen zum Lernen zu bieten.“[7] Auffällig ist dabei, dass in der Praxis in einigen der ausgewählten Medien (Zeitung, Rundfunk, etc. ) zugleich die politische Diskussion stattfindet. Diese mehrfache Bedeutung des Medienbegriffes – als Lernmittel, Lernprodukt und Aspekt des fachlichen Gegenstandes selbst – zeigt einen herausgehobenen Stellenwert der reflektierten Auseinandersetzung mit Medien für die politische Bildung. Die Fähigkeit, auf der einen Seite neue Medien aktiv zu nutzen als auch auf der anderen den kritischen Umgang der durch die neuen Medien vermittelten Informationen zu werten, bedarf einer hohen Medienkompetenz der Teilnehmenden und hat angesichts der Veränderungen in der Medienstruktur erheblich an Bedeutung gewonnen. Auch in Zukunft werden die Informations- und Kommunikationstechnologien die politische Weiterbildung wegen der Notwendigkeit der sozialen Kommunikation, der interpersonellen Verständigung und des Lernens im Dialog sinnvoll ergänzen aber nicht ersetzen können.[8]


[...]

[1] Wolfgang Sander, Handbuch politischer Bildung, Bonn 2005 , S. 19

[2] Mickel, Wolfgang: Politische Bildung. In: Nohlen, Dieter (Hg.): Wörterbuch Staat und Politik. Neuausgabe 1995. Bonn, Bundeszentrale für politische Bildung, 1998.

[3] Andersen, Uwe/Wichard Woyke (Hg.): Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 5., aktual. Aufl. Opladen: Leske+Budrich 2003. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2003.

[4] Günther Gugel, Praxis politischer Bildungsarbeit. Methoden und Arbeitshilfen, Institut für Friedenspädagogik Tübingen, 4. Auflage 1996, S. 12

[5] Wolfgang Sander, Handbuch politischer Bildung, Bonn 2005 , S. 29

[6] Michael Kerber, Internet und Intranet – Chancen für den Politikunterricht, in: Politikunterricht im Informationszeitalter, hrsg. v. der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2001, S. 295.

[7] Wolfgang Sander, Handbuch politischer Bildung, Bonn 2005 , S. 30

[8] Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, Überlegungen zur politischen Weiterbildung (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 18.09.1998), online unter http://www.kmk.org/doc/beschl/D42.pdf Stand 20.02.2006

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Methoden in der außerschulischen politischen Jugend- und Erwachsenenbildung
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Veranstaltung
Didaktik der Sozialkunde, Politische Bildung
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V60749
ISBN (eBook)
9783638543378
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Methoden, Jugend-, Erwachsenenbildung, Didaktik, Sozialkunde, Politische, Bildung
Arbeit zitieren
Marco Schmitz (Autor), 2006, Methoden in der außerschulischen politischen Jugend- und Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60749

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