Heinrich Hertz - Eine Bibliographie


Seminararbeit, 2005

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Biographie von Heinrich Hertz

2. Bewertung des wissenschaftlichen Wirkens
2.1 Die Karlsruher Experimente
2.2 Die Prinzipien der Mechanik

3. Primäre Quellen
3.1 Veröffentlichte Schriften
3.2 Nicht veröffentlichte Schriften

4. Sekundäre Quellen

Schlusswort

Bilder und Bildnachweis

Bild der Titelseite: S. 1 der „Illustrirten Zeitung“, Leipzig und Berlin, 30. Nov. 1889

Vorwort

Heinrich Hertz lebte und wirkte als bedeutender Naturforscher auf dem Gebiet der Physik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in einer Zeit, in der sich Naturwissenschaften und Technik sehr rasch entwickelten. Die Hertzschen Erforschungen betrafen vor allem Teilbereiche der Mechanik und Elektrizität. Das herausragende Ergebnis seiner Forscher- tätigkeit, das auch seinen internationalen Ruf begründete, war die experimentelle Erzeugung von elektromagnetischen Wellen und deren messtechnischer Nachweis in den Jahren 1886 bis 1888. Derartige Wellen waren bereits in der Faraday-Maxwellschen elektromagnetischen Feld- und Lichttheorie vorausgesagt worden. Heinrich Hertz war der erste Physiker, der mit seinen berühmt gewordenen Karlsruher Experimenten die Richtigkeit dieser Theorie beweisen konnte.

Heinrich Hertz entwickelte sich zum berühmten Naturforscher auf Grund einer glücklichen Synthese von persönlicher Veranlagung und äußeren Bedingungen. Bemerkenswert waren sein Fleiß, sein Pflichteifer und seine wissenschaftliche Neugierde, aber auch seine hervor- ragende Förderung durch das Elternhaus. Vor allem die persönliche Begegnung mit Hermann von Helmholtz, dem bedeutenden Gelehrten und Hochschullehrer des 19. Jahr- hunderts hatte entscheidenden Einfluss auf seinen wissenschaftlichen Werdegang.

Die nachfolgend dargestellte Biographie beschreibt den Werdegang von Heinrich Hertz, ausgehend von seiner Geburt über Kindheit, Schule, Studium und Hochschul- und Forscherkarriere bis zu seinem frühen Tod mit knapp 37 Lebensjahren. Heinrich Hertz lebte in einer Zeit starker politischer Veränderungen und sozialer Umbrüche. Deshalb wird in der Biographie ergänzend auch auf bemerkenswerte gesellschaftliche und kultur- geschichtliche Aspekte eingegangen.

1. Biographie von Heinrich Hertz

22. Feb. 1857 Geburt in Hamburg[1]

Geburt als erstes von 5 Kindern des wohlhabenden Ehepaares Dr. jur. Gustav Ferdinand Hertz, Rechtsanwalt und späterer Senator und Anna Elisabeth, geb. Pfefferkorn, Tochter eines Frankfurter Arztes. Heinrich wird auf die Vornamen Heinrich (Großvater) und Rudolf (Taufonkel) getauft, wird aber in seiner Familie mit Heins angesprochen.

1863 bis 1874 Kindheit und Schule in Hamburg

Von Anfang an erhielt Heinrich eine intensive schulische Förderung durch seine Eltern und Lehrer. So besuchte Heinrich die renommierte Privatschule Dr. Wieland Lange. Erst mit der Eingliederung der Stadtrepublik Hamburg als Freie Hansestadt in das Deutsche Reich (1871) erhielt Hamburg öffentliche Volksschulen. Heinrich war vielseitig begabt und interessierte sich für alte und neue Sprachen, aber auch für Zeichnen, Handwerken und naturwissenschaftliche Experimente. Im Keller des elterlichen Hauses richtete er sich schon in frühen Jahren ein eigenes Labor ein. Im März 1872, kurz nach der Konfirmation, verließ Heinrich auf Veranlassung seiner Eltern mit hervorragenden Abschlussnoten die Privatschule. Zur Vorbereitung auf das Abitur erhielt Heinrich dann durch bekannte Pädagogen einen zweijährigen Privatunterricht in Griechisch, Latein und Mathematik.

1874 bis 1875 Abitur in Hamburg

Besuch der Oberprima (=Abiturklasse) des 1529 gegründeten Hamburger Gymnasiums Johanneum. In diesem hoch angesehenen Gymnasium hatte auch Heinrichs Vater das Abitur abgelegt. In Heinrichs Abiturzeugnis steht als ungewöhnliches Berufsziel Bau- ingenieur. Zum Studium des Bauwesens an einem Polytechnikum, von Geisteswissen- schaftlern verächtlich als Klempnerakademie bezeichnet, wäre das Abitur nicht erforderlich gewesen.

1875 bis 1876 Praktikum in Frankfurt[2]

Einjähriges Praktikum in Frankfurt im Bauamt und in einem Architekturbüro. In der Freizeit beschäftigte sich Heinrich intensiv mit Physik und Mathematik.

SS 1876 Ingenieurstudium in Dresden

In Hinblick auf den bevorstehenden Militärdienst absolvierte Heinrich in Dresden ein „Schnupperstudium“ am neu gebauten Polytechnikum mit Schwerpunkt Mathematik. Ergänzend befasste er sich auch mit Psychologie und Philosophie und trat den „Cheruskern“, einer schlagenden Verbindung bei.

1876 bis 1877 Militärdienst in Berlin[3]

Mit dem Beitritt Hamburgs zum Norddeutschen Bund im Jahre 1868 wurde auch dort die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Heinrich Hertz entschied sich für den einjährigen Dienst beim 1. Garde-Eisenbahnregiment in Berlin. Nach der erfolgreich bestandenen Abschlussprüfung wurde er Ende September 1877 entlassen. Für den angestrebten Offiziersrang waren in den Folgejahren noch sog. „Avancement-Übungen“ zu absolvieren.

1877 bis 1878 Studium und Studiumswahl in München

Zur Fortsetzung des Bauingenieurstudiums hatte sich Heinrich zunächst am Polytechnikum (später umbenannt in Technische Hochschule) immatrikuliert, sich aber dann rasch mit Zustimmung des Vaters für ein Physik- und Mathematikstudium an der Universität München entschieden. Neben dem Besuch von Vorlesungen und Kollegien bei Prof. von Jolly verbrachte Heinrich auch viel Zeit mit theoretischen Studien zuhause. Im SS 1878 besuchte er zusätzlich ein physikalisches Praktikum am Polytechnikum bei Prof. Beetz.

WS 1878/79 und SS 1879 Studium in Berlin[4]

Zweisemestriges Studium der Mathematik und Physik an der Friedrich-Wilhelm-Universi- tät Berlin, der größten Universität des Deutschen Reiches mit 3.000 Studenten und den berühmtesten Gelehrten. Heinrich Hertz belegte u. a.Vorlesungen bei Gustav Kirchhoff (Mechanik), Hermann von Helmholtz (Elektrodynamik), Eduard Zeller (Philosophie) und Heinrich Treitschke (Sozialismus) und besuchte Experimentalvorlesungen im neuen, groß- artig ausgestatteten Physikalischen Institut. Dort bearbeitete er unter Verwendung selbst- gebauter Messapparate sehr erfolgreich die Preisaufgabe der Universität: „Ist der Strom- fluss mit Massentransport verbunden?“. Durch die Preisverleihung am 3. Aug.1879 erlangte Heinrich Hertz schnell einen großen Bekanntheitsgrad. Am Ende der Wehrübung wurde er im April 1879 mit 22 Jahren zum Vizefeldwebel befördert.

In den Semesterferien arbeitete Heinrich Hertz an einer mit 100 Dukaten dotierten Preis- aufgabe der Preußischen Akademie. Das Thema der Aufgabe „Die Rolle der Isolatoren in Bezug auf die Maxwellsche Theorie“ konnte Hertz zunächst nur theoretisch bearbeiten. Der experimentelle Nachweis gelang erst acht Jahre später in seiner Karlsruher Zeit mit Hilfe von sehr schnellen elektrischen Schwingungen. Weitere wissenschaftliche Arbeiten: GW I, 1, 14, 3, 4, 5.

WS 1879/80 Studium und Dissertation in Berlin[5]

Neben dem Besuch von Vorlesungen über Optik, Mechanik und Philosophie arbeitete Heinrich Hertz an seiner Dissertationsarbeit mit dem Thema: „Über die Induktion in rotierenden Kugeln“ (GW I, 2). Die 100 Seiten umfassende Dissertationsschrift verteidigte er erfolgreich am 15. März 1880. Davor legte er mit Sondergenehmigung des Kultus- ministers wegen der kurzen Studiendauer mündliche Prüfungen in den Fächern Physik, Philosophie, Elektrodynamik und Mechanik ab mit dem Ergebnis „magna cum laude“.

1880 bis 1883 Assistent in Berlin[6]

Im Juni 1880 wurde Heinrich Hertz mit 23 Jahren in die ehrwürdige „Physikalische Gesellschaft zu Berlin“ aufgenommen, die im 14-tägigen Rhythmus Sitzungen mit Fach- referaten und Diskussionen abhielt. Hertz hielt dort in der Folgezeit zahlreiche Vorträge über seine neuesten Forschungsergebnisse. Als Assistent im Physikalischen Institut der Universität hatte er Praktikas in Mechanik, Akustik und Wärmelehre zu betreuen. Daneben arbeitete er an der theoretischen Arbeit „Über die Deformation elastischer Körper unter Druck“ und experimentierte über die Verdunstung von Flüssigkeiten.

Im Juli 1881 wurde er zum Second-Lieutenant der Reserve ernannt und hatte im Frühjahr 1882 eine 6wöchige Wehrübung zu absolvieren.

Ab Sommer 1882 wendete er sich den Lichterscheinungen in verdünnten Gasen zu und experimentierte mit Glimmentladungen in Geisslerschen Röhren. Als Folge der Arbeiten mit Quecksilberdampf und dem Bau einer 1000 Volt Batterie zog er sich eine Quecksilber- vergiftung zu. Er entwickelte auch eine Theorie zur Flut der Meeresströmung sowie ein neuartiges Hitzedraht-Galvanometer. Weitere Wissenschaftliche Arbeiten GW I, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13.

1883 bis 1885 Privatdozent an der Universität in Kiel

Mit der Annexion Holsteins 1865 gehörte auch das 50.000 Einwohner zählende Kiel zum Königreich Preußen. Am 30. April 1883 habilitierte sich Heinrich Hertz an der kleinen Kieler Universität mit 300 Studenten. Als Privatdozent erhielt er ein „Stipendium“ von 1.500 RM pro Jahr.[7] Die Antrittsvorlesung am 5. Mai 1883 hatte das Thema: „Die mechanische Theorie der Wärme“[8]. In den folgenden vier Semestern hielt Hertz Vorlesungen in allgemeiner Physik, Wärmetheorie, Optik, Elektrizität und Magnetismus und Elektrodynamik und vervollständigte im SS 1883 mehrere in Berlin angefangene Publikationen (GW I, 13, 14, 15). Wegen fehlender Experimentiermöglichkeiten am Institut richtete er sich zuhause ein Privatlabor ein. Nach einer intensiven theoretischen Vorbereitung hielt er im SS 1884 ein Kolleg zum Thema: „Die Constitution der Materie“[9]. Weitere wissenschaftliche Arbeiten sind in den GW I, 16, 17, 18, 19 dokumentiert. Im Dezember 1884 bewarb sich Hertz erfolgreich um eine Professur an der TH Karlsruhe.

[...]


[1] Fölsing, Albrecht: Heinrich Hertz: Eine Biographie. Verlag Hoffmann u. Campe, Hamburg, 1997. S. 18-43

[2] ebd.: S. 44 - 51

[3] ebd: S. 57 - 63

[4] ebd: S. 81 - 130

[5] Fölsing, Albrecht: S. 111 - 130

[6] ebd. S. 131 - 190

[7] ebd. S. 194 - 207

[8] Nachlass Mathilde Hertz

[9] Nachlass Mathilde Hertz

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Heinrich Hertz - Eine Bibliographie
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften)
Veranstaltung
Übung: "Einführung in das naturwissenschaftliche Arbeiten - Quellenkunde und Methodik"
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V62015
ISBN (eBook)
9783638553438
ISBN (Buch)
9783638790161
Dateigröße
848 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heinrich, Hertz, Eine, Bibliographie, Einführung, Arbeiten, Quellenkunde, Methodik
Arbeit zitieren
Dipl. Ing. Herbert Sauter (Autor), 2005, Heinrich Hertz - Eine Bibliographie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62015

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Heinrich Hertz - Eine Bibliographie



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden