Nachhaltigkeit im Schwellenland Chile - Möglichkeiten und Hemmnisse einer Nation - Die UNO Bildungsdekade am praktischen Beispiel


Seminararbeit, 2006

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Einordnung Chiles als Schwellenland

3. Die Gegenwart resultiert aus der Vergangenheit

4. gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Umstände

5. Schlagwort Nachhaltigkeit

6. UNO Bildungsdekade

7. Indikatoren und messbare Ergebnisse

8. Nichtregierungsorganisationen

9. Programme

10. Resümee

Literaturangaben

Eidesstattliche Versicherung

1. Einleitung

Diese Hausarbeit befasst sich mit der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufenen Dekade für Bildung und eine nachhaltige Entwicklung im Zeitraum 2005 bis 2014. Im Vordergrund dieser zehn Jahre steht der Begriff Nachhaltigkeit und die Aufgabe diesen definitorischen Begriff mit Leben zu füllen. In wiefern diese Begriffsbestimmung für den weiteren Ablauf der Arbeit zweckgerichtet sein wird, macht sich am besten an den jeweiligen Punkten der einzelnen Kapitel deutlich.

Im Besonderen gehe ich in dieser Arbeit in Verbindung mit der Dekade der Vereinten Nationen auf das Land Chile ein. An diesem Beispiel soll aufgezeigt werden, wie sich der Andenstaat in die Statistik von Indikatoren mit anderen von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untersuchten Ländern einordnet. Darüber hinaus wird aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten, aber auch Hemmnisse in diesem Schwellenland Südamerikas auftreten, die einen Wandel begünstigen, aber auch behindern können.

Im ersten Teil versuche ich zu verdeutlichen, dass die Entwicklung eines Landes eng mit seiner geschichtlichen Vergangenheit gekoppelt ist. Chile hat keine geradlinige Demokratieentwicklung aufzuweisen wie beispielsweise die Vereinigten Staaten von Amerika und wurde oftmals durch die Interessen anderer Staaten beeinflusst. Trotz aller Schwierigkeiten ist es Chile gelungen, sich von anderen Ländern des südamerikanischen Kontinentes abzugrenzen und einen eigenen Weg zu gehen. Begangene Fehler und versäumte gesellschaftliche Umbrüche schlagen sich bei dem im Aufbruch befindenden Land nachweislich im besonderen Maße nieder.

Anhand von Daten werde ich untersuchen, dass Missstände auf der einen Seite nicht zwangsläufig mit Fortschritten in anderen Bereichen ausgeglichen werden können. Vielmehr wird klar, dass ein gewisser Standard in allen Bereichen des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebens von Relevanz ist, um eine Gesellschaft mit einem hohen Lebensstandard zu formen, deren Zukunftsfähigkeit sich durch nachhaltige Verhaltensweisen auszeichnet.

Im Ergebnis lässt sich aufzeigen, welche Errungenschaften Chiles hilfreich zugute kommen, aber auch welche Hemmnisse noch zu überwinden sind, um die Kriterien der Dekade der Vereinten Nationen zu erfüllen.

Insgesamt ist die Betrachtung des Andenstaates differenziert zu bewerten, da sich der vollziehende Wandel in Schritten vollzieht, die zum Teil dem Allgemeinwohl dienlich sind, aber auf Grund der alten Machtstrukturen teilweise auf Eigeninteressen ausgerichtet sind.

2. Einordnung Chiles als Schwellenland

Schwellenland ist die Bezeichnung für Staaten, die im Gegensatz zu anderen Entwicklungsländern eine gewisse Weiterentwicklung vorzuweisen haben. Vor allem zeichnet sich diese Entwicklung im Übergang zu einer Industriegesellschaft aus, die sich durch wirtschaftliche Eigendynamiken kennzeichnet. Hier sind unter anderem hohe Wachstumsraten und der Industrialisierungsfortschritt maßgebliche Faktoren für die Einordnung. Als Abgrenzung zu den Industriestaaten, also den Ländern der Ersten Welt sind die sozialen Indikatoren wie Alphabetisierungsgrad und das Gesundheitssystem, eng verbunden mit der Lebenserwartung zu sehen. Darüber hinaus sind die demokratischen Strukturen und die politische Entwicklung aussagekräftige Faktoren für die Einordnung Chiles in die Kategorie der Schwellenländer.

Insgesamt gelten mehr als 40 Staaten als Schwellenländer. Auf dem südamerikanischen Kontinent sind dies neben Chile noch Argentinien, Brasilien und Venezuela. Im Hinblick auf das volkswirtschaftlich ausgerichtete Wachstumsmodell und die Zukunftsfähigkeit ist Chile kein typisches Entwicklungsland mehr. Aber der bislang erzielte Lernprozess auch im Bereich des mangelnden technisch-industriellen Lernens reicht nicht aus, dass dieses Land den Status eines lateinamerikanischen Tigers einnehmen könnten wie zum Beispiel die ostasiatischen Staaten Hongkong, Taiwan, und Südkorea. Als ausschlaggebender Faktor können allein schon die etwa drei Millionen in Armut lebenden Chilenen gesehen werden, worauf im Abschnitt Indikatoren und messbare Ergebnisse in dieser Arbeit noch näher einzugehen ist.

Am Beispiel Chile lässt sich anhand von Daten gut verdeutlichen, dass wirtschaftlicher Aufschwung und eine in den Grundzügen funktionierende Demokratie allein nicht ausreichen, um den Lebensstandard der gesamten Bevölkerung zu heben. Aufgrund der Fortschritte und Bemühungen wird Chile in die Kategorie der Schwellenländer eingeordnet, da es den Stillstand eines Entwicklungslandes überwunden hat.

Der Erfolg in einzelnen Bereichen von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in den Jahren seit der Pinochet Diktatur hat Chile zu einem neuen Selbstbewusstsein verholfen. Dies reichte aber nicht aus, um zum Beispiel den etwa drei Millionen Armen und vor allem zu den laut der Konrad Adenauer Stiftung gehörenden 800.000 extrem Armen eine ausreichende Existenzgrundlage zu gewähren.

3. Die Gegenwart resultiert aus der Vergangenheit

Im Westen begrenzt durch den Pazifischen Ozean und im Osten angrenzend an den längsten Gebirgszug der Erde befindet sich Chile in Südamerika. Die Geschichte des Landes zeigt ebenso wie die geografische Lage auf, dass das aufstrebende Schwellenland Chile sich schon immer in einer isolierten Rolle befand.

Die Funktion Chiles in der Staatengemeinschaft ist zumeist nur eine Zeile in den Statistiken, und hier auch nur am unteren Ende wert. Die Rolle im Vergleich zu anderen Lateinamerikanischen Staaten ist dafür umso gewichtiger. Chile besitzt keine Erdölvorkommen wie die OPEC-Staaten oder eine Außenhandelsbilanz wie die USA, Deutschland oder Japan. Auch kann Chile, geprägt von Einwanderungswellen keine kulturelle Vergangenheit aufzeigen wie die meisten europäischen Staaten. Trotz alledem, das es in keinem der statistischen Indikatoren an der Weltspitze steht, liegt in diesem Land die berechtigte Hoffnung einen Lebensstandard zu erreichen, der sich von dem seiner Nachbarn abhebt. Die Hoffnung einerseits und die gegebenen politischen und wirtschaftlichen Umstände andererseits geben Chile die Möglichkeit zu einem neuen Aufbruch, zu einer neuen Selbstbeschreibung der Gesellschaft. Es besteht die berechtigte Hoffnung für eine bessere Zukunft Chiles, aber der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass derer Chancen in Chile schon vormals verpasst wurden.

Eine dieser verpassten Chancen war die Zeit der fünfzehnjährigen Diktatur unter Augusto Pinochet, deren Ausgangspunkt ein Putsch gegen Salvador Allende und seinen demokratischen Sozialismus war, welcher durch die USA gefördert wurde. Der damalige US-Außenminister Henry Kissinger sagte dazu, dass die USA den Putsch nicht durchgeführt hätten, aber die größtmöglichen Voraussetzungen geschaffen hätten[1]. Durch Allendes Regierungszeit wurde eine Flucht des Wirtschaftskapitals ins Ausland begünstigt. Durch den Putsch des späteren Präsidenten Pinochet wurden dahingegen demokratische Grundwerte verletzt und Menschenrechte außer Kraft gesetzt. Diese knapp zwanzig Jahre haben das Land in vielen Punkten zurückgeworfen und das neue demokratische Zeitalter konnte erst 1989 erneut unter dem Druck der Kirche und der internationalen Politik neu beginnen.

4. Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Umstände

Der Andenstaat verfügt über eine stabile Gesellschaft, welche derzeit nicht mehr von größeren Ein- oder Auswanderungswellen geprägt ist. Die Zusammensetzung der Bevölkerung jedoch lässt erkennen, dass Chile in früheren Jahrhunderten von Einwanderungswellen aus Europa geprägt wurde. Die heutige Bevölkerung setzt sich vor allem aus Mestizen zusammen, einer Mischung von Weißen und Indianern. Der Anteil der ursprünglich indianischen Bevölkerung liegt bei etwa sieben Prozent[2]. Chile hat seit 1810 die Unabhängigkeit von den Spaniern und ist heute eine präsidiale Republik.

Chile ist Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen und zahlreicher anderer Bündnisse, unter anderem auch der Organisation Amerikanischer Staaten und bi- sowie mulilateraler Freihandelsabkommen.

Der OECD gehört Chile allerdings nicht an, aber ein Aufnahmeantrag wurde bereits an die Organisation gestellt. Die Aufnahme durch die OECD steht allerdings noch aus.

Vergleiche mit der OECD zeigen den Nachholbedarf in vielen Bereichen des Landes. Im Pisa-Vergleich zum Beispiel wurde deutlich, dass Chile über einen hohen Alphabetisierungsgrad verfügt, aber die einzelnen Kompetenzen der Schüler sich kaum mit dem internationalen Standard messen lassen können. Die Gesellschaft Chiles ist geschichtet. Nur etwa drei bis fünf Prozent der Bevölkerung gehören zu der Oberschicht, welche über einen maßgeblichen Anteil des Kapitals verfügt. Dieser Schicht ist es immer noch vorbehalten, ihren Kindern eine bessere Ausbildung, gegebenenfalls auch im Ausland zu ermöglichen.

[...]


[1] Sinngemäße Übersetzung nach: http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB123/chile.htm; 12.09.2006; 01:07 Uhr

[2] https://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/ci.html; 12.09.2006; 16:53 Uhr

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Nachhaltigkeit im Schwellenland Chile - Möglichkeiten und Hemmnisse einer Nation - Die UNO Bildungsdekade am praktischen Beispiel
Hochschule
Universität Augsburg  (Philosophisch Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Nachhaltige Umwelt- und Entwicklungspolitik im Spiegel der Vereinten Nationen (Forschungs-/Projektseminar im Bereich der Internationalen Politik)
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V62222
ISBN (eBook)
9783638555029
ISBN (Buch)
9783638848848
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit, Schwellenland, Chile, Möglichkeiten, Hemmnisse, Nation, Bildungsdekade, Beispiel, Nachhaltige, Umwelt-, Entwicklungspolitik, Spiegel, Vereinten, Nationen, Bereich, Internationalen, Politik)
Arbeit zitieren
Steven Ahlrep (Autor), 2006, Nachhaltigkeit im Schwellenland Chile - Möglichkeiten und Hemmnisse einer Nation - Die UNO Bildungsdekade am praktischen Beispiel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62222

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