Unterrichtsstunde: Going-To-Future Fragen: What is Santa Claus going to do after Christmas? (6. Klasse Englisch)


Unterrichtsentwurf, 2005
21 Seiten, Note: 2

Leseprobe

1. Bemerkungen zur Lerngruppe

Ich unterrichte die Klasse R 6.2 seit Anfang des Schuljahres 2004/05 eigenverantwortlich im Fach Englisch mit fünf Wochenstunden. Die Lerngruppe besteht aus 10 Schülerinnen und 13 Schülern. Ein großer Teil der Klasse hat viel Freude am Englischunterricht. Die Klasse ist sehr lebhaft, gelegentliche Unruhen sind aber meist konstruktiver Art. Es herrscht insgesamt ein sehr freundlicher Umgang miteinander. Die meisten Schülerinnen und Schüler arbeiten sehr gewissenhaft, interessiert und aktiv am Unterricht mit.

Einige der Mädchen sind sehr schüchtern, insbesondere Sarah, Vanessa, Sally und Susan, die allerdings aufmerksam dem Unterricht folgen. Es muss darauf geachtet werden, dass diese Schülerinnen oft genug zum Sprechen motiviert werden. Tina ist nach den Sommerferien aus einer Gymnasialklasse schräg versetzt worden. Sie ist sehr zurückhaltend, beteiligt sich jedoch seit einigen Wochen zunehmend am Unterricht.

Einige der Jungen äußern ihre Motivation im Unterricht oft sehr lautstark, dazu gehören insbesondere Jack, Brighton, Steve, Harold und Harry. Meist arbeiten sie aktiv im Unterricht mit, lenken sich aber zwischenzeitlich gegenseitig ab. Sie müssen noch verstärkt an ihrer Disziplin arbeiten. Fred, Tony und John sind sehr zurückhaltend und müssen immer wieder ins Unterrichtsgespräch eingebunden werden.

Insgesamt handelt es sich um eine sehr interessierte und motivierte Lerngruppe. Durch häufig wechselnde Unterrichtsphasen und Methoden, die verschiedene Lerntypen ansprechen, soll der gelegentlich aufkommenden Unruhe entgegengewirkt werden. Durch das Spiel in Vierergruppen soll der Redeanteil aller Schülerinnen und Schüler, insbesondere der der stillen Kinder gesteigert werden. Somit möchte ich auch der Kreativität und dem Bewegungsdrang der Klasse entgegenkommen.

2. Didaktisch-methodischer Begründungszusammenhang

Der Lehrplan für das Fach Englisch des Landes Schleswig-Holstein fordert „ the tenses“ unter dem Punkt „Grammatik“ als zu vermittelnde Sachkompetenz.[1] Mit dem „going-to-future“ können z.B. Planungen von Urlaub, Festen oder Freizeit mitgeteilt werden. Die Bildung von Aussagesätzen und Fragen im „going-to-future“ sind in den beiden vorangegangenen Stunden eingeführt worden. Bei der heutigen Stunde, die durch einen Jahreszeitbezug geprägt ist, handelt es sich um eine Übungsstunde. Das zentrale Element in dieser Stunde ist ein selbst konzipiertes Brettspiel. Es ist zwar aufwändig ein handlungsorientiertes Spiel dieser Art zu entwickeln und vorzubereiten, wenn man jedoch einmal eine Vorlage auf dem PC erstellt und gespeichert hat, kann man diese jederzeit problemlos und schnell abwandeln um mit einem ähnlichen Spiel andere Lerninhalte zu üben. Das Spielbrett und die Karten sind laminiert, damit sie noch viele Jahre benutzt werden können und sich der große Aufwand in der Vorbereitung auszahlt. Die Karten können ggf. auch ohne das Spielfeld für Übungen eingesetzt werden. Dieses Spiel ermöglicht in der betreffenden Unterrichtsphase ein sehr schülerorientiertes Üben. Es soll anregend und motivierend sein und dient als „Lernschrittmacher“, denn das Augenmerk der Spielenden gilt zuerst dem Spielziel und nicht der fremdsprachlichen Fertigkeit, die sie zum Erreichen dieses Ziels benötigen.[2]

Zu Beginn jeder Unterrichtsstunde singe ich mit der Klasse ein Lied. Der Gesang ist als Ritual ein fester Bestandteil des Englischunterrichts. Wenn Anfangssituationen und Schlusssequenzen ritualisiert verlaufen, ist es für den Lehrer und auch die Lernenden einfacher den Unterricht gemeinsam zu gestalten.[3] Da sich die Kinder im Laufe eines Vormittags mehrere Male auf andere Unterrichtsfächer und die jeweiligen Fachlehrer einstellen müssen, ist es zudem wichtig, dass ihnen eine Übergangsphase gewährt wird, in der sie sich auf die englische Sprache umstellen können. Zusätzlich schafft ein Ritual Orientierung. Ein weiteres Ritual, das allerdings unregelmäßig zum Tragen kommt, ist das Singen eines Geburtstagsständchens nach Wahl für ein Geburtstagskind in der Klasse, welches es am Tag meiner geplanten Unterrichtsstunde auch geben wird. Das Kind wird als Individuum gewürdigt und geschätzt, während die Mitschülerinnen und -schüler in ihrer Sozialkompetenz gefördert werden. Das Geburtstagskind darf sich heute ein winterliches Lied wünschen, damit eine zur Stunde passende Atmosphäre entstehen kann. Zur Auswahl stehen drei Lieder, die der Klasse bekannt sind („Winter Wonderland“, „Santa Claus Is Coming To Town“ und „Rudolph The Red Nosed Reindeer“). Dazu lege ich eine Folie mit dem Text des gewählten Liedes auf. Lieder haben den Vorteil, dass die Festigung der Fremdsprache über die zusätzliche Stütze von Rhythmus und Melodie erheblich begünstigt wird.[4] Bestimmte Phrasen und Konstruktionen sind durch Lieder selbst nach Jahren oft ein Leben lang im Gedächtnis präsent. Es handelt sich hier um das ganzheitliche Lernen, bei dem „logisch-rationale Denkoperationen mit Reim, Rhythmik, Musik, Emotionen, Assoziationen und Bewegungen verbunden“[5] werden. Durch diesen Lerneinstieg soll ferner eine angenehme und entspannte Lernatmosphäre geschaffen werden.

Nach dem Gesang erzeuge ich auf dem Pult ein Klopfgeräusch und schalte den Overheadprojektor ein. Es sind drei Figuren zu sehen, die allerdings durch den Rahmen eines Schlüsselloches nur teilweise zu erkennen sind. Durch diesen Einstieg soll die Neugier der Schülerinnen und Schüler geweckt werden. Ich sage: „Someone is knocking on the door! Who is it?“ Die Kinder werden Santa Claus, Rudolph und den Engel sicherlich schnell erkennen und benennen können. Dann entferne ich den Rahmen mit dem Schlüsselloch und berichte kurz, dass Santa Claus und seine Freunde im Dezember sehr viel zu tun haben und frage die Schülerinnen und Schüler, um welche Tätigkeiten es sich hier handeln könnte. Die Lernenden benennen diese (z.B. „Santa has to wrap up the presents.“). Diese Phase soll kurz gehalten werden, da sie die Klasse nur auf die Thematik einstimmen soll. Ich erkläre kurz, dass die drei Freunde sich schon auf den Januar freuen, weil sie dann endlich frei haben und tun können, wozu sie Lust haben. Dazu lege ich eine zusätzliche Folie auf die Basisfolie. Um die drei Figuren herum sind nun Bilder verteilt, die den Kindern als Sprechanlässe dienen. Bilder im Unterricht können Angst vor Überforderung und Leistungsdruck abbauen und verhelfen auch schwächeren Schülerinnen und Schülern zu Erfolgserlebnissen. Sie dienen als Merkhilfe, da Bild und sprachliche Einheit assoziativ gekoppelt werden. Als visuelle Komponente unterstützen sie das mehrkanalige Lernen.6 Die Fragezeichen zwischen den Bildern sollen den leistungsstärkeren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben ihre eigenen Ideen einzubringen. Anhand der Folien werden nun die Fragestellung (z.B. „What is Rudolph going to do in January?“) und die Aussagesätze (z.B. „He is going to read a book.“) wiederholt. Zunächst stelle ich die Fragen, nach wenigen Beispielen übernehmen die Schülerinnen und Schüler diese Aufgabe und befragen sich gegenseitig, sodass eine Schülerkette entsteht.

Nach dieser Wiederholungsphase erläutere ich, dass die Schülerinnen und Schüler noch mehr über die Pläne der drei Freunde erfahren können, indem sie ein Spiel spielen, und dass wir zunächst die Regeln besprechen müssen. Ich öffne die Tafel, an deren Innenseite bereits die Regeln und ein Spielbrett befestigt sind, und lasse die Schülerinnen und Schüler die einzelnen Regeln vorlesen. Alternativ hätte ich an dieser Stelle schon die Spielbretter austeilen können, damit sich die Schülerinnen und Schüler auf diesen orientieren können, doch dieses hätte zu sehr von den Regeln an der Tafel abgelenkt. Bei der zweiten und vierten Regel lasse ich jeweils eine Schülerin / einen Schüler nach vorne kommen und eine Karte ziehen um allen zu verdeutlichen, wie sie während des Spieles mit den Karten umgehen sollen. Die Schülerin / der Schüler stellt exemplarisch jeweils eine Frage an die Klasse, welche dann eine Antwort finden muss. Lange und verwirrende Erklärungen kann man sich durch dieses Vormachen somit sparen. Die Regeln verbleiben während der anschließenden Spielphase an der Tafel, damit sie jederzeit sichtbar und nachlesbar sind.

Danach zähle ich die Schülerinnen und Schüler ab. Jeder erhält eine Nummer zwischen eins und sechs. Die Klasse baut sechs Gruppentische auf und ich verteile Zettel mit Nummern auf den Tischen, damit jeder anhand seiner Nummer seine Spielgruppe finden kann. Jeweils ein Gruppenmitglied holt anschließend das Spielbrett und die dazugehörigen Utensilien (Würfel, Karten, Setzsteine), die bereits in einem Säckchen zusammengestellt sind, vom Pult ab, da die Klasse lernen soll sich zunehmend eigenständig ihre Arbeitsmaterialien zu besorgen. Nun beginnen die Schülerinnen und Schüler das Spiel zu spielen. Wenn ein Spieler auf einem Ereignisfeld landet, muss er eine entsprechende Karte aufnehmen. Diese Karten sollen Kommunikation anregen und zudem haptische Lerntypen ansprechen. Der jeweilige Spieler stellt den Mitspielern eine Frage, die von jedem beantwortet werden muss. Alternativ hätte man nur die schnellste Antwort gelten lassen können, sodass die Karten als Punkte gesammelt werden. Durch den Wettbewerb wäre es allerdings zu verstärkter Unruhe und abnehmender Konzentration und durch vorschnelle Antworten zu vermehrt fehlerhaften Aussagen gekommen. Außerdem wären sämtliche Mitspieler weniger häufig zu Wort gekommen. Die roten Karten ergeben Fragen zu Santa Clause und seinen Helfern, während die Lernenden anhand der grünen Karten von ihren persönlichen Weihnachtsplänen berichten können. Diese Karten bringen eine persönliche Ebene in das Spiel, die das Lernen stets begünstigt, denn Inhalte mit persönlicher Bedeutsamkeit und Ich-Bezug unterstützen die Vernetzungen im Gehirn in erheblichem Maße. Das Spielbrett arbeitet mit Symbolen und Farben, um möglichst schnell Orientierung zu schaffen. Es ist mit vielen bunten Weihnachtsmotiven ausgestattet, denn als Spiel soll es natürlich auch Freude (am Lernen) bringen.

[...]


[1] vgl. Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein 1997, S. 18

[2] vgl. Timm: Englisch lernen und lehren, S. 330

[3] vgl. Petersen: Regeln und Rituale, in: Pädagogik 4/02, S. 31

[4] vgl. Timm: Englisch lernen und lehren, S. 119

[5] Timm: Englisch lernen und lehren, S. 346

[6] vgl. Hilger, in: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch 2/99, S. 7

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Details

Titel
Unterrichtsstunde: Going-To-Future Fragen: What is Santa Claus going to do after Christmas? (6. Klasse Englisch)
Veranstaltung
2. Staatsexamen
Note
2
Autor
Jahr
2005
Seiten
21
Katalognummer
V62504
ISBN (eBook)
9783638557344
Dateigröße
996 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Komplette Unterrichtsvorbereitung, weihnachtliches Spiel mit Spielbrett, Spielkarten, Folienvordrucken, Stundenverlaufsskizze, ausführliche Stundenvorbereitung! Fragestellungen im Going-To-Future sollen spielerisch geübt werden!
Schlagworte
Unterrichtsstunde, Going-To-Future, Fragen, Santa, Claus, Christmas, Staatsexamen, Unterrichtsverlauf, Weihnachten, Unterrichtsentwurf, Stundenentwurf
Arbeit zitieren
Stephan Holm (Autor), 2005, Unterrichtsstunde: Going-To-Future Fragen: What is Santa Claus going to do after Christmas? (6. Klasse Englisch), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62504

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