Strategische Erfolgsfaktoren von Internationalisierungsprozessen bei KMU


Bachelorarbeit, 2006

39 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kleine und mittlere Unternehmen
2.1 Abgrenzung und Begriffdefinition
2.1.1 Qualitative Betrachtung
2.1.2 Quantitative Betrachtung
2.2 KMU im Wirtschaftsleben
2.3 Spezifischer KMU-Begriff

3 KMU im Kontext der Globalisierung
3.1 Was ist Globalisierung in ökonomischer Hinsicht?
3.1.1 Auslandsdirektinvestitionen als Erklärungsansatz
3.1.2 Internalisierung als Forschungsschwerpunkt
3.1.3 Von der Internationalisierung zur Globalisierung
3.1.4 Gegenwärtiger Stand der Globalisierung
3.2 Internationalisierungsprozesse und KMU
3.2.1 Aktive Internationalisierungsprozesse
3.2.2 Reaktion auf Internationalisierungsprozesse

4 Strategische Erfolgsfaktoren
4.1 Analyse der Internationalisierungsphasen
4.1.1 Erste Phase: Eine neue Niederlassung
4.1.2 Zweite Phase: Die lernende Organisation
4.1.3 Dritte Phase: Die global agierende Organisation
4.2 Strukturierung der Faktoren

5 Quellen

1 Einleitung

Kleinere Wirtschaftseinheiten stehen heute mehr denn je im Mittelpunkt des Interesses in Österreich. Eine weltweite Entwicklung hin zu einem globalen, grenzübergreifenden, Wirtschaftsraum lässt alte Strukturen und Gegebenheiten ins Wanken geraten. Mit dieser Arbeit möchte ich mich im Detail mit der Fragestellung beschäftigen wie sich eine bestimmte Gruppe von Unternehmen, wobei versucht wird im ersten Kapitel hier eine Abgrenzung zu erarbeiten, in Internationalisierungsprozessen, die sie selbst unmittelbar betreffen, verhalten können.

Welche Faktoren sind ausschlaggebend, um nachhaltig und erfolgreich, auch trotz des ansteigenden globalen Wettbewerbdrucks, wirtschaften zu können? Die Forschung im Management hatte bis vor kürzerer Zeit diese Frage noch vernachlässigt, weshalb ich die derzeit aktuellste Literatur dazu einbeziehen werde. Dabei werde ich aber auch einen Überblick über die Entwicklung der Globalisierung geben, durch den die Problematik noch deutlicher vor Augen geführt werden kann. Ich hoffe, dass ich meinen Lesern hiermit eine Analyse bieten kann, die auch ihre praxisnahen Anreize für kleine und mittlere Unternehmen mit sich bringt.

Michael Glitzner im August 2006

2 Kleine und mittlere Unternehmen

2.1 Abgrenzung und Begriffdefinition

Da nicht immer klar ist was unter den in Österreich verbreiteten Begriff „Kleine und mittlere Unternehmen“ fällt, gilt es diesen im Folgenden näher abzugrenzen. Die Begriffe „KMU“, „kleine und mittlere Unternehmen“, „Klein- und Mittelbetriebe“ werden, weil es auch großteils aus der Literatur so hervor geht, synonym verwendet. Im Gegensatz dazu spricht man in Deutschland vor allem vom „Mittelstand“, wobei mit beiden Begrifflichkeiten das gleiche Ziel verfolgt wird, nämlich einen Teil der Wirtschaft zu erfassen. Dabei stehen unterschiedliche Intentionen im Hintergrund, wie zum Beispiel statistische Daten sinnvoll erfassen und auswerten zu können, oder auf der anderen Seite durch staatliche Förderprogramme möglichst die richtige Zielgruppe, in diesem Fall die KMU, zu treffen.

Die Bedeutung dieser „kleineren“ Wirtschaftseinheiten wird auch von der Europäischen Kommission hervorgehoben, die diese „für die Entwicklung der unternehmerischen Initiative und für die Schaffung von Arbeitsplätzen“ als besonders wichtig ansieht (2003a: 37). Unternehmen, die über eine stärker Wirtschaftsmacht als jene der Klein- und Mittelbetriebe verfügen, sollen hier von Förderungen ausgeklammert bleiben, was mit ein Grund war, dass hier auch immer detailliertere quantitative Beschränkungen festgelegt wurden, die die tatsächlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten in Europa widerspiegeln sollen. Darüber hinaus gibt es noch Organisationen, die andere Ziele als die europäische Union verfolgen und deshalb auch in ihren Vorstellungen hinsichtlich des Begriffes KMU differieren.

Neben der Möglichkeit nach quantitativen Maßzahlen eine Einteilung zu treffen, werden auch noch oft qualitative Kriterien betrachtet. Im Folgenden möchte ich hier diese beiden Möglichkeiten näher vorstellen um anschließend zu einer aktuellen und für den weiteren Verlauf dieser Arbeit passenden Definition von kleinen und mittleren Unternehmen zu gelangen.

2.1.1 Qualitative Betrachtung

Eine zentrale Frage ist, was KMU eigentlich von anderen Unternehmenstypen wie multinationalen Konzernen unterscheidet. Es sind sicherlich Größenunterschiede in jeglicher Hinsicht, aber es gilt auch Charakteristika hervorzuheben, die ganz typische für solche Arten von Betrieben, deren Organisation und den Beziehungen zu den Stakeholdern sind. Klein- und Mittelbetriebe werden zum Beispiel nach Pleitner folgendermaßen dargestellt (vgl. Thommen und Achleitner, 2003: 63):

1. Der Unternehmer prägt den Betrieb durch seine Persönlichkeit.
2. Der Unternehmer ist typischerweise zugleich Eigenkapitalgeber und Führungskraft.
3. Persönliche Beziehungen (network) des Unternehmens entscheiden maßgeblich über den betrieblichen Erfolg.
4. Kleinere Unternehmen zeigen in der Regel eine besondere Fähigkeit zur Erstellung von Leistungen nach Maß (individuelle und differenzierte Leistungen).
5. Kleinere Unternehmen zeichnen sich durch intensive persönliche Kontakte zwischen den Mitarbeitern sowie zwischen ihnen und dem Unternehmer aus.
6. Es überwiegt ein organisatorisch zugeschnittenes Einliniensystem mit wenigen Führungskräften.
7. Der Formalisierungsgrad ist gering.
8. Die kurzfristige Orientierung steht im Vordergrund des Denken und Handelns.

Herauszuheben ist hier, dass laut dieser Definition der Kapitalgeber und die Führungskraft in einer Person vereint sind und dadurch der Rahmen für KMU sehr eng gesteckt werden würde. Jedoch wird hier gut sichtbar, dass solche Unternehmen nicht einfach nur „kleine multinationale Unternehmen“ sind.

Eine etwas modernere und ergänzende Charakterisierung haben Bamberger und Evers (1997: 5) vorgenommen, von der hier die im Zusammenhang relevantesten Aspekte vorgestellt werden. In geschwungenen Klammern sind jeweils ein oder mehrere vergleichbare Punkte aus der Darstellung von Pleitner (falls vorhanden) angegeben, um ein direkten Vergleich durchführen zu können:

- Der Unternehmer hat eine zentrale Machtposition inne. {1}
- Das strategische Verhalten ist speziell durch eine (nach mehreren Dimensionen mögliche) Spezialisierung gekennzeichnet. {4}
- Die Stärken des KMU sind seine Flexibilität, die einfache, informelle Beziehungen fördernde Struktur, die intensiven und oft persönlichen Kontakte zu den Kunden {3}, aber auch die „humane Größe“, welche einen inneren Zusammenhalt und ein persönliches Engagement begünstigt {5}.
- Der Verwaltungsapparat ist limitiert. {6, 7}
- KMU weisen Besonderheiten in Bezug auf ihre Ziele auf, sie sind beispielsweise nicht notwendigerweise wachstumsorientiert, während die Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit eine große Bedeutung aufweisen kann.
- Die Ressourcen sind - quasi per Definition – begrenzt.
- Selbstfinanzierungskapazitäten spielen eine wichtige Rolle.
- Ebenso besitzt Zulieferung eine vergleichbare große Bedeutung.
- Produkt/Markt-Strategien können mit Kostenvorteils- und/oder Differenzierungsstrategien gekoppelt sein.

Man erkennt, dass die Vereinigung von Kapitalgeber und Führungskraft in einer Person hier keinen Stellenwert mehr besitzt und stattdessen mehr Gewicht auf die Wachstums- und Marketingaspekte gelegt wurde. Ihre Argumente lassen sich auch treffender mit der wirtschaftlichen Realität der mittleren Unternehmen in Verbindung bringen, was bei Pleitner, trotz der unterschiedlichen quantitativen Betrachtungsmöglichkeiten, in manchen Punkten eher nicht möglich ist.

Diese Definitionsversuche aus der Literatur sollen zeigen, dass auf der qualitativen Seite keine eindeutige Sichtweise zu Klein- und Mittelbetrieben existiert. Es gibt aber sowohl bei Pleitner als auch bei Bamberger und Evers einige, vor allem strukturelle, Betrachtungen in denen Übereinstimmung vorherrscht.

2.1.2 Quantitative Betrachtung

Eine weitere Möglichkeit Unternehmen zu gruppieren, und dadurch vielleicht zu einer Abgrenzung von KMU zu gelangen, ist die quantitative. Dabei werden unterschiedliche Maßzahlen eingesetzt, wie Anzahl der Beschäftigten, Umsatz und Bilanzsumme. Aus einem Vergleich der größten westeuropäischen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen geht aber hervor, dass zwischen verschiedenen Maßzahlen kein direkter Zusammenhang besteht. Eine kleine Beschäftigungszahl bedeutet nicht zwangsläufig einen kleinen Umsatz, weshalb bei der Größeneinteilung von Unternehmen mehrere Merkmale gleichzeitig betrachtet werden. (vgl. Thommen und Achleitner, 2003: 62f)

Auch quantitativ existieren aber unterschiedliche Auffassungen, wie eine Literaturrecherche belegt. Der §221 Abs. 1-3 HGB unterscheidet beispielsweise bei den Größenklassen von Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung) zwischen „Klein“, „Mittelgroß“ und „Groß“. Laut Gesetzestext werden hierbei drei Kriterien betrachtet, wobei zwei von drei Merkmalen nicht überschritten werden dürfen. Zur Berechnung der Mitarbeiteranzahl ist der Jahresdurchschnitt des Unternehmens heranzuziehen, wo von der Arbeitnehmeranzahl an den jeweiligen Monatsletzten innerhalb des Geschäftsjahres ausgegangen wird (Ritz und Grabner, 2005). Hier werden aber andere Unternehmensformen, wie Personengesellschaften oder Einzelunternehmen dezidiert nicht miteinbezogen.

Seit 1. Jänner 2005 ist eine neue Empfehlung 2003/361/EG (basierend auf der Empfehlung 1996/280/EG) der Europäischen Kommission zur KMU-Definition in Kraft, die neue wirtschaftliche Entwicklungen mitberücksichtigen soll und sicherstellt, dass Subventionen nur noch die richtige Zielgruppe erreichen. Viele mittlere Unternehmen scheinen beispielsweise erst dadurch als solche in Statistiken auf, weil sie eventuell Abspaltungen von Großunternehmen darstellen, weshalb sich auch hier die Betrachtung mehrer Maßzahlen durchgesetzt hat. Es wurde eine Abgrenzung zwischen Kleinstunternehmer sowie den kleinen und mittleren Unternehmen getroffen, wodurch auch erreicht werden soll, dass die Europäische Gemeinschaft ihre Maßnahmen nicht auf andere KMU auslegt als deren Mitgliedstaaten. Die Mitarbeiterzahl entspricht laut Europäischer Kommission aber im Unterschied zu den Merkmalen des HGB der Zahl der Jahresarbeitseinheiten (Anzahl der während eines Jahres Vollzeit beschäftigten), wobei Teilzeitbeschäftigte und Saisonarbeitnehmer nur anteilsmäßig berücksichtigt werden (vgl. EU-Kommission, 2003a). Man kann also davon ausgehen, dass hier der Begriff der kleinen und mittleren Unternehmen breiter gesehen wird, da ja vor allem größere Unternehmen eher auf flexible Dienstverhältnisse zurückgreifen.

Sowohl die HGB-, als auch die EG-Definition ähneln sich also, es sind aber unterschiedliche Überlegungen bei der Ausgestaltung dieser Kategorisierungen im Vordergrund gestanden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.: Größenklassen von Unternehmen in Anlehnung an Empfehlung 2003/361/EG (vgl. EU-Kommission, 2003a) sowie §221 Abs. 1-3 HGB (vgl. Ritz und Grabner, 2005).

Nach Betrachtung der Grafik wird auch klar, dass das HGB bei den Maßzahlen viel restriktiver ist als die Europäische Kommission. Es ist davon auszugehen, dass sich die EG-Empfehlung über einen längeren Zeitraum auch in den Mitgliedstaaten bei der Behandlung von KMU zumindest auf Seiten der Förderung durchsetzen wird – so setzen auch schon bekanntlich die regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften, wie zum Beispiel die SFG (Steirische Wirtschaftsförderung), diese Definition als Kriterium ein.

2.2 KMU im Wirtschaftsleben

Ausgehend von diesen unterschiedlichen Betrachtungsweisen macht es Sinn auf die kleinen und mittleren Unternehmen im Kontext des Wirtschaftslebens, vor allem im Hinblick auf das spätere Selbstverständnis in einer globalisierten Welt, einzugehen. So behauptet etwa die Europäische Kommission in ihrer Mitteilung 2003/C 118/03 über die KMU: „Von ihrer Fähigkeit, neue Bedürfnisse der Endverbraucher und der Wirtschaftsakteure zu erkennen, von ihrem Potenzial zur Übernahme neuer Technologien und von ihrem Beitrag zur Lehrlings- und Berufsausbildung sowie zur lokalen Entwicklung hängt ab, wie hoch künftig die Produktivitätssteigerung in der Europäischen Union ausfallen wird und ob die EU in der Lage sein wird, die Ziele zu erreichen, die der Europäische Rat von Lissabon festgelegt hat.“ (EU-Kommission, 2003b). Wieso sind KMU nun aber ein solch wichtiger Bestandteil des Wirtschafts- und aber auch sozialen Lebens, und weshalb wird diesen von so vielen verschiedenen Seiten (EU und in weiterer Folge die staatlichen Wirtschaftsförderungsgesellschaften) Unterstützung angeboten?

Ein Großteil der Betriebe in Österreich und in ganz Europa sind KMU. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit waren im Jahr 2000 in Europa schon rund 99,8% aller Unternehmen dieser Gruppe zuordenbar und 66,3% aller Arbeitnehmer ebenso in diesen beschäftigt. Mugler versucht bei seiner genauen Untersuchung der Betriebswirtschaftslehre der KMU, die Wirkung auf die Wirtschaft und Gesellschaft, auch in Abgrenzung zu den „Großunternehmen“, zu analysieren und dabei zentrale Thesen zu erarbeiten. Die in diesem Zusammenhang am Wichtigsten werden im Folgenden nochmals näher betrachtet:

„Bei den wichtigsten wirtschaftlichen Erfolgsmaßstäben (Produktivität, Wirtschaftlichkeit, Gewinn und Wachstum) können Klein- und Mittelbetriebe oft bessere Ergebnisse aufweisen als Großbetriebe.“ (Mugler, 1995: 38f)

Es ist hier zu beachten, dass Wachstumsraten und Gewinne kleinerer Unternehmen auch viel stärker schwanken. Bei einer aktuellen Betrachtung in Österreich (vgl. Pichler und Bornett, 2005) wird deutlich, dass die Kleinen und Mittleren Unternehmen (lt. EU-Definition) 58% der Gesamterlöse erwirtschaften. Dies täuscht allerdings über die Tatsache hinweg, dass um die 40% überschuldet sind und daher auch kein Eigenkapital besitzen, was auch die an sich sonst doch vertretbare Eigenkapitalquote im Gesamtdurchschnitt von 19% in einem anderen Licht erscheinen lässt. Auch die Ertragslage bei einer Umsatzrendite von 1,6 %, bei der das reale Ergebnis (nach Steuern und Inflation) im Durchschnitt negativ ist, steht doch ein wenig im Widerspruch zur obigen These. Dadurch ergibt sich nämlich, dass 46 % der KMU überhaupt mit einem Verlust arbeiten. Schlussendlich zeigt sich, dass es sich hier um eine wirtschaftlich sehr heterogene Gruppe von Unternehmen handelt.

„Klein- und Mittelbetriebe sind selbständige Wirtschaftseinheiten, die zur Stabilisierung einer pluralistischen Gesellschaftsordnung beitragen. Sie schaffen eine Vielzahl und Vielfalt an Arbeitsplätzen und fördern das selbstverantwortliche Handeln und die Selbstentfaltung der Menschen mehr als Großbetriebe.“ (Mugler, 1995: 38f)

In pluralistischen Gesellschaften wird der Bürger als selbständiger Mensch über einem gesellschaftlich garantierten Sicherheitsnetz verstanden. Die Aufrechterhaltung dieses Systems hängt im Wesentlichen von der Fähigkeit ab, extreme Machtungleichgewichte zu vermeiden. (vgl. Mugler, 1995: 42)

Die Schaffung neuer Arbeitsplätze, auch in den letzten Jahren der schwachen Konjunktur, macht die große Dynamik der KMU deutlich – es konnte von 1995 bis 2003 eine rund 8%ige Steigerung der Beschäftigungszahl in diesen Unternehmen in Österreich registriert werden (vgl. Pichler und Bornett, 2005). Dies zeugt von einer großen Anpassungsfähigkeit der Klein- und Mittelbetriebe, was auch darauf zurück zu führen ist, dass es sich bei kleinen Unternehmen um Organisationseinheiten überschaubarer Größe handelt. In solchen übernehmen die Mitarbeiter selbst mehr Verantwortung für ihr Handeln und können sich auch besser einbringen.

„Klein- und Mittelbetriebe sorgen für ein reichhaltiges und differenziertes Angebot. Sie können individualisierte Bedürfnisse decken und Marktnischen aufspüren.“ (Mugler, 1995: 38f)

Dies lässt sich insofern bestätigen, als dass KMU wegen ihrer Größe und Struktur flexibler sind als Großbetriebe und schneller auf Änderungen von Außen reagieren können, während in größeren Unternehmen die schnelle Veränderung (z.B. der Prozesse) aufgrund der komplexeren Aufbau- und Ablauforganisation eher schwierig fällt. Dafür ist es auf der anderen Seite Großunternehmen möglich, eine Machtposition auszuüben und Economies of Scale zu realisieren.

2.3 Spezifischer KMU-Begriff

Bisher wurde nun versucht, möglichst breit die unterschiedlichen Meinungen und Definitionsversuche für KMU einzufangen. In meiner Arbeit möchte ich allerdings bei der Analyse nur auf eine bestimmte Gruppe von Unternehmen eingehen, für die die Argumentationen und strategischen Empfehlungen auch zutreffend sind. Deshalb lege ich mich hier auf einen „spezifischen“ KMU-Begriff fest, der nur eine Teilmenge aller, in den vorherigen Kapiteln definierten, Klein- und Mittelbetriebe umfasst.

Die Literatur selbst ist sich nicht ganz einig darüber, ob Kleinstbetriebe (weniger als 10 Mitarbeiter) nun wirklich unter die „kleinen und mittleren Unternehmen“, kurz KMU, zu subsumieren sind. Bei meiner Betrachtung möchte ich diese aber nicht mit einbeziehen, auch weil die amerikanischen Autoren in ihren Überlegungen nicht vorrangig auf Kleinstunternehmen abzielen. Dem will ich mich hier anschließen, da es für diese Gruppe von Unternehmen schwierig sein würde, gewisse Strategien umzusetzen. Darum werden mit KMU in quantitativer Hinsicht folgende wirtschaftliche Organisationseinheiten gemeint sein:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.: Verwendete quantitative Definition eines KMU

Dabei handelt es sich aus qualitativer Sicht um Unternehmen, bei denen der Unternehmer den Betrieb durch seine Persönlichkeit prägt und als Autoritätsperson Macht ausüben kann. Das strategische Verhalten ist meist durch eine Spezialisierung gekennzeichnet. Die KMU sind nicht notwendigerweise wachstumsorientiert und die Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit kann einen großen Stellenwert haben, wobei aber die kurzfristige Ausrichtung im Vordergrund steht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Strategische Erfolgsfaktoren von Internationalisierungsprozessen bei KMU
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Institut für Internationales Management)
Veranstaltung
Kontexte des internationalen Managements
Note
1.0
Autor
Jahr
2006
Seiten
39
Katalognummer
V62803
ISBN (eBook)
9783638559898
ISBN (Buch)
9783638793056
Dateigröße
685 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Strategische, Erfolgsfaktoren, Internationalisierungsprozessen, Beispiel, Kontexte, Managements
Arbeit zitieren
Michael Glitzner (Autor), 2006, Strategische Erfolgsfaktoren von Internationalisierungsprozessen bei KMU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62803

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