Die Völker der Zentralalpen (Lepontier - Räter - Etrusker) in vorrömischer Zeit und ihrer Romanisierung


Seminararbeit, 1995

10 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeines zur Religion in Noricum
1.1 Die einheimischen Gottheiten
1.2 Römische Gottheiten
1.3 Orientalische Kulte

2. Heiligtümer in Kärnten
2.1 Der Ulrichsberg
2.2 Der Magdalensberg
2.3 Virunum

Literatur

1. Allgemeines zur Religion in Noricum

In der Spätantike waren in Noricum vier religiöse Tendenzen verbreitet:

die Anbetung keltisch illyrischer Gottheiten wie der Noreia und des Mars Latobius,

die Verehrung römischer Gottheiten insbesondere der kapitolinischen Trias Juno, Jupiter und Minerva, sowie des Kaisers in Form des Kaiserkultes,

orientalische Kulte , wie die des Mithras und des Jupiter Dolichenus und

das Christentum[1].

1.1 Die einheimischen Gottheiten

Noreia[2] galt nicht nur als Landesherrin, sondern auch als Beschützerin des Herrschers, Schicksalsgöttin, Unterwelts- und Heilsgöttin, sowie als Herrscherin des Wassers. Sie ist mit der Göttin Isis des Mittelmeerraumes vergleichbar und wurde von den Römern auch mit dieser identifiziert. Genauso wie beim Isis-Kult spielte beim Kult der Noreia Wasser eine große Rolle.

Diese Bedeutung des Wassers war an keltische Heilsgottheiten gebunden und rührte nicht nur von der römischen Interpretation her. In vielen Zeremonien glich sich die Verehrung der Noreia aber der Isisverehrung an.

Noreia wurde aber auch mit der kleinasiatischen Kybele, der süditalienischen und sizilianischen Demeter und auch mit Minerva und Fortuna verglichen.

Ihre Heiligtümer in Kärnten wurden in Hohenstein/Glantal, am Ulrichsberg (?), sowie in Baldersdorf/Spital gefunden. Aus Virunum ist eine Noreiastatue bekannt.

Als ihren Partner kann man den Mars Latobius[3] bezeichnen. Seine Heiligtümer lagen meist nahe denen der Noreia.

Mars Latobius war Stammesgott der Latobier, die ursprünglich in der Gegend um Neviodunum an der Save lebten. „Mars“ wies ihn als Gott des Krieges aus. Außerdem war er Kriegs-, Fruchtbarkeits-, Toten-, Berg- und Lichtgott zugleich. Aus der Bedeutung des Wassers in seinem Kult ist zu schließen, daß er auch als Heilsgott fungierte. Das heilige Tier des Mars Latobius war das Pferd.

Heiligtümer in Kärnten standen auf dem Magdalensberg, bei Lendorf/Spital und auf dem Burgstall zwischen St. Paul und St. Margarethen im Lavanttal.

1.2 Römische Gottheiten

Mit zunehmender Romanisierung traten die Einheimischen in engere Verbindung mit dem römischen Staatskult[4]. Man begnügte sich aber weitgehend mit der Verehrung der höchsten Götter, der kapitolinischen Trias Jupiter, Juno und Minerva. Ihr Kult wurde namentlich von den Behörden gepflegt, der Kaiserkult aber war als Loyalitätsbeweis eine selbstverständliche Verpflichtung für alle.

1.3 Orientalische Kulte

Die Orientalischen Kulte kamen hauptsächlich durch das Militär nach Noricum und erlebten in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts ihre Hochblüte. In dem hier besprochenen Raum waren die des Mithras und des Jupiter Dolichenus am bedeutendsten.

Jupiter Dolichenus[5] erfreute sich mit seiner Kultgefährtin Juno besonders bei Soldaten größter Beliebtheit. Über seinen Kult ist aber wenig bekannt, und er dürfte sich in Noricum nicht lange gehalten haben. In Virunum wurde ein Heiligtum gefunden.

Der Mithraskult[6], eine dualistische Erlöserreligion, erlangte in unserem Raum unter den morgenländischen Religionen die größte Bedeutung. Ein berühmtes Kultzentrum war Virunum.

Diese Kulte wurden bis in die Zeit nach der Mailländer Vereinbarung 313 ausgeübt[7]. 324 verbot Konstantin das Aufstellen von Götterbildern sowie Opfer und Orakel und ließ heidnische Denkmäler einschmelzen. 341 erneuerte Konstantin II. das Opferverbot ebenso 353 und 354.

[...]


[1] Andreas Haller, Zu den Quellen des frühen Christentums (Graz 1989) S. 16.

[2] Haller, Christentum S. 16.

[3] Haller, Christentum S. 16f.

[4] Haller, Christentum S. 17.

[5] Haller, Christentum S. 18.

[6] Haller, Christentum S.18.

[7] Haller, Christentum S.29.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Die Völker der Zentralalpen (Lepontier - Räter - Etrusker) in vorrömischer Zeit und ihrer Romanisierung
Hochschule
Universität Wien  (Institu für Alte Geschichte, Altertumskunde und Epigraphik)
Note
1,0
Autor
Jahr
1995
Seiten
10
Katalognummer
V63288
ISBN (eBook)
9783638563703
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Alte Rechteschreibung!
Schlagworte
Völker, Zentralalpen, Räter, Zeit, Romanisierung, Etrusker, vorrömisch, Salzburg, Tirol, Kärnten, Oberösterreich
Arbeit zitieren
Mag. phil. Thomas Haviar (Autor), 1995, Die Völker der Zentralalpen (Lepontier - Räter - Etrusker) in vorrömischer Zeit und ihrer Romanisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63288

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