Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung der historischen Entstehung der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik


Hausarbeit, 2004

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Historische Beschreibung der Geisteswissen- schaftlichen Pädagogik
2.1.1. Die Geisteswissenschaftliche Pädagogik
2.1.2. Die Hermeneutik
2.1.3. Der hermeneutische Zirkel
2.1.4. Diltheys Lebensphilosophie als Grundlage der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik
2.1.5. Diltheys Geisteswissenschaften
2.2 Zentrale Gemeinsamkeiten
2.3. Zentrale Unterschiede und Begründungen

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Sommersemester 2004 besuchte ich das Seminar „Probleme pädagogischer Wissenschaftstheorie“ bei Prof. Dr. Uhle. Um einen Leistungsschein zu erwerben, bekamen meine Kommilitonen und ich die Aufgabe sich entweder mit Hermeneutik oder Kritischen Rationalismus intensiv zu beschäftigen. Ich informierte mich in einem Lexikon darüber, was diese Themen beinhalteten und entschied mich für die Hermeneutik. Die Hermeneutik beschäftigt sich mit dem Verstehen von menschlichen Handlungen und Erfahrungen. Genauer erkläre ich diesen Begriff aber noch auf den nächsten Seiten meiner Hausarbeit.

In dem Seminar Wissenschaftstheorie beschäftigten wir uns als erstes mit der Wissenschaftsphilosophie. Hierbei wird der Begriff Wissenschaft genauer beschrieben, das heißt, was genau Wissenschaft bedeutet und worin der Unterschied zu dem alltäglichen, den künstlerischen, technischen und anderen Erfahrungen liegt. Zur Wissenschaft gehören die einzelnen Gebiete wie Geistes-, Sozial-, Natur- und Formalwissenschaften.

Das zweite große Gebiet der Wissenschaftstheorie mit dem wir uns im Seminar beschäftigten war das Gebiet der Sprachanalyse und –logik. Sprache dient in der Wissenschaft zur Wahrheitserzeugung. In der Alltagssprache können allerdings Mehrdeutigkeiten und Ungenauigkeiten auftreten. In der Wissenschaftssprache treten diese nicht auf. Außerdem sollen die Erfahrungen in Bezug auf die Sprache rekonstruiert werden.

Das dritte große Themengebiet ist die Methodologie und Erkenntnistheorie. Methodologie ist die wissenschaftliche Methodenlehre, deren Ziel es ist, gesicherte Erkenntnisse zu erhalten. Es gibt unterschiedliche Methoden, zu diesen Erkenntnissen zu gelangen. Zu diesen Methoden gehören das Beobachten, das Erklären und das Verstehen. Das Beobachten und Erklären findet vor allem in den Naturwissenschaften Anwendung. Das Verstehen ist eine Methode, die hauptsächlich in den Geisteswissenschaften angewandt wird. Diese Begrifflichkeiten „Erklären“ und „Verstehen“, welche eine große Rolle in der Hermeneutik haben, werde ich im fortlaufenden Teil meiner Hausarbeit noch genauer erklären.

Meine Hausarbeit habe ich folgendermaßen gegliedert. Zuerst beschreibe ich die historische Entwicklung der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik anhand der Literatur der unterschiedlichen Autoren.

Genauer gehe ich auf die Hermeneutik und den Hermeneutischen Zirkel ein.

Diltheys Lebensphilosophie und Geisteswissenschaften empfinde ich als weiteren wichtigen Punkt in meiner Hausarbeit, um zu einem Gesamtverständnis zu gelangen.

Danach werde ich auf die zentralen Gemeinsamkeiten sowie die zentralen Unterschiede in der Darstellung der Entwicklung der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik anhand der unterschiedlichen Autoren der angegebenen Literatur eingehen. Diese können von inhaltlicher oder methodischer Seite sein. In der anschließenden Begründung versuche ich Gründe in der unterschiedlichen Darstellung der Entwicklung der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik zu finden.

2. Hauptteil

2.1. Historische Beschreibung der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik

2.1.1. Die Geisteswissenschaftliche Pädagogik

Die Geisteswissenschaftliche Pädagogik wird von Klafki als „...eine Richtung der Erziehungswissenschaft...“ (2002, S. 25) beschrieben. Grundlage ist die Lebensphilosophie Diltheys. Klafki beschreibt die Pädagogik als einen Begriff, der von den Vertretern der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik mit zweifacher Bedeutung betrachtet wird. Zum Einen wird Pädagogik als wissenschaftliche Theorie gesehen, das heißt Pädagogik bedeutet wissenschaftliches Nachdenken und erforschen von Erziehungsproblemen, Entwickelung von Lösungsansätzen und methodisch durchdachten Theorien. Zum Anderen wird der Begriff Pädagogik sowohl theoretisch als auch praxisbezogen gesehen. Wissenschaftliche Praxis bedeutet wissenschaftliches Forschen und die Entwicklung von Theorien, die gekoppelt sind mit der Praxis der Erziehung. (vgl. Klafki 2002, S. 25)

Klafki schreibt, dass die Geisteswissenschaftliche Pädagogik zwischen 1918 und 1933 entwickelt wurde, „...im Anschluss an die sogenannte Lebensphilosophie des Berliner Philosophen Wilhelm Dilthey und seine Theorie der Geisteswissenschaften.“ (2002, S. 25)

Krüger ist der Ansicht, dass die Geisteswissenschaftliche Pädagogik in der Zeit der Weimarer Republik ihre Blüte erreichte. (1997, S. 21) Während des Nationalsozialismus kam sie zum Stillstand, da sie von den Nationalsozialisten als liberalistisch und demokratisch angesehen wurde und deshalb nicht erwünscht war. (vgl. Klafki 2002, S. 32) Ab 1945 wurde sie wieder weiterentwickelt bis zu den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts hinein. Klafki, Krüger und auch Bollnow beschreiben sie lobend als „...Strömung die in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg das Gesicht der deutschen Erziehungswissenschaft entscheidend bestimmt hat.“ (vgl. Röhrs/Scheuerl 1989, S. 53)

Sowohl Krüger (1997, S. 18) als auch Klafki (2002, S.29) sehen, dass sich durch die Geisteswissenschaftliche Pädagogik weitere erziehungs-wissenschaftliche Richtungen herausgebildet haben.

Dilthey wird als geistiger Urvater der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik angesehen, unter anderem von Klafki, König, Bollnow, Krüger, Lassahn und Thiersch.

Wilhelm Dilthey (1833- 1911) studierte in Heidelberg und Berlin Theologie und Philosophie. Er lehrte Philosophie an den Universitäten in Kiel, Breslau und Berlin. Laut Klafki (2002, S 30) waren die eigentlichen Begründer der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik Herman Nohl, Max Frischeisen- Köhler, Theodor Litt und Eduard Spranger. Aus Ihnen entstand eine weitere Schülergeneration mit Erich Weniger, Wilhelm Flitner, Otto Friedrich Bollnow und viele weitere. Aus der ersten Schülergeneration entstanden weitere Schülergenerationen welche den Veränderungsprozess vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, maßgeblich mitbestimmten laut Klafki. (2002, S. 32)

Das Problem der Pädagogik als Wissenschaft, sowie die Idee einer Neubegründung der Pädagogik, stand erst nach Ende des Ersten Weltkrieges bei den Begründern der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik im Mittelpunkt. O.F. Bollnow, erklärt dies so: Nach Ende des Ersten Weltkrieges, als viele überalterte Ordnungen zusammenbrachen, kam in der breiten Masse der Bevölkerung ein befreiendes Gefühl für einen Neuanfang auf. Man hoffte durch eine neuere Erziehung einen Menschen zu erschaffen, der freier und glücklicher ist. In Diltheys Lebensphilosophie fand man Ansätze, um dieses Verwirklichen zu können. (vgl. Röhrs/Scheuerl 1989, S. 53)

Klafki beschäftigte sich mit der Frage, welche Beweggründe Nohl, Litt, Spranger, Flitner und Weniger am Ende des Ersten Weltkrieges vorantrieben, die Geisteswissenschaftliche Pädagogik zu entwickeln und „...ob dieses neue und verstärkte pädagogische Engagement auch mit Veränderungen des allgemeinen politisch- gesellschaftlich- kulturellen Bewusstseins der fraglichen Gruppe einherging...“ (2002, S. 35) Er stellte drei Vermutungen, in Bezug auf die Begründer der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik, auf. Als Erstes: „...die nationale Grundeinstellung hat sich als solche nicht prinzipiell verändert.“ (2002, S. 35) Als Zweites meint Klafki, es gab nach Kriegsende keine historisch-politischen Analysen nach der Weltkriegsursache. Und Drittens meint Klafki, dass die Überwindungen bisheriger Unterprivilegierung schwacher sozialer Schichten in Bezug auf die Teilnahme an Kultur und Bildung keine ausreichende gründliche Analyse wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Ursachen ergab.

Laut Klafki (2002, S. 35) haben die Begründer der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik die Notwendigkeit der Reform der Erziehung, im Zusammenhang mit wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Ursachen, nicht erkannt. Krüger hingegen schreibt „Erst die durch den ersten Weltkrieg ausgelösten gesellschaftlichen Transformationsprozesse, die auch die alten Gewissheiten des Obrigkeitsstaates destruierten, setzten Impulse für die Neubegründung pädagogischen Denkens frei.“ (1997, S.20) Die Überwindung der Unterscheidung zwischen Gebildetem und Ungebildetem.

Diltheys Denkansätze wurden relativ spät bekannt, schreibt Klafki (2002 S. 41), erst nach dem Ersten Weltkrieg, da ein Großteil seiner wissenschaftlichen Beiträge erst nach seinem Tode veröffentlicht wurden. Ab 1914 wurde von seinen direkten und indirekten Schülern eine Gesamtausgabe seiner Werke veröffentlicht. 14 Bände sind in dieser Edition bis 1966 veröffentlicht worden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass für die Entwicklung der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nur Diltheys generelle Auffassungen vom Sinn der Philosophie und seine Theorien der Geisteswissenschaften Anklang fand. Die speziellen Arbeiten zu Diltheys pädagogischen Ansichten wurden erst später wirksam, da der vierte Band seiner Gesamtausgabe erst 1934 erschien. Dieser Band beschäftigte sich mit den Untersuchungen zur Geschichte der Pädagogik und zur Begründung und inhaltlichen Ausarbeitung einer Geisteswissenschaftlichen Pädagogik. (vgl. Klafki 2002 S. 41)

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Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung der historischen Entstehung der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik
Hochschule
Universität Lüneburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V64585
ISBN (eBook)
9783638573603
Dateigröße
403 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Darstellung, Entstehung, Geisteswissenschaftlichen, Pädagogik
Arbeit zitieren
Ulrike Werschke (Autor), 2004, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung der historischen Entstehung der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64585

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