Einführung in die Systemtheorie von Niklas Luhmann ''Soziale Systeme"


Hausarbeit, 2005
22 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Biographie und Lebenswerk
2.2. Einblick in die Systemtheorie nach N. Luhmann
2.3. Grundbegriffe und Grundzüge der Systemtheorie
Luhmanns
2.4. Das Funktionssystem Massenmedien

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen der Seminare „Die Gesellschaft und ihre Funktionssysteme“ und „Sozialisationstheorien“ hielt ich ein Referat zu dem Thema „Die Grundbegriffe und Grundzüge der Systemtheorie von Niklas Luhmann“. Damit der Leser einen Einblick in meine Vorgehensweise zur Bearbeitung des Themas erhält, möchte ich im Folgenden mein Vorgehen darstellen.

Zu Beginn dieser wissenschaftlichen Arbeit werde ich die wichtigsten Lebensstationen des Soziologen Niklas Luhmann vorstellen. In diesem Zusammenhang steht ebenfalls die drei Phasengliederung zu seinem Lebenswerk im Mittelpunkt der Betrachtung. Im nächsten Punkt lege ich den Fokus auf die Systemtheorie nach Niklas Luhmann, wobei ich diese Ausführungen mit einem kurzen Einblick beginnen werde. Ausgehend davon stelle ich folgende Grundbegriffe und Grundzüge der Systemtheorie Niklas Luhmanns dar: Systeme, Operieren, System/ Umwelt- Differenz Komplexität, Selbst-/ Fremdreferenz und Autopoiesis. Innerhalb dieser Ausführungen widme ich mich außerdem der Sozialen Systeme, wobei ich auf die Grundbegriffe Interpenetration, Doppelte Kontingenz und Strukturelle Kopplung genauer eingehen werde.

Zur Verdeutlichung der Systemtheorie Niklas Luhmanns stelle ich im darauf folgenden Punkt das Funktionssystem Massenmedien dar, dass sich in folgende drei Bereiche differenzieren lässt: Nachrichten und Berichte, Werbung und Unterhaltung. Nachdem ich einen kurzen Überblick über diese Bereiche gegeben habe, werde ich mich in diesem Zusammenhang auf die Beschreibung von Code Information/ Nichtinformation konzentrieren.

Abschließend erfolgt ein kurzes Resümee, wobei ich eigene Gedanken einfließen lassen werde.

2. Hauptteil

2.1. Biographie und Lebenswerk

Niklas Luhmann war nicht nur als Soziologe, sondern ebenfalls als Pädagoge, Rechts- und Verwaltungswissenschaftler tätig. Er wurde am 8. Dezember 1927 in Lüneburg als Sohn des Brauereibesitzers Wilhelm Luhmann geboren. Seine Mutter, Dora Luhmann, geborene Gurtner war schweizerischer Herkunft und als Hausfrau beschäftigt. Niklas Luhmann besuchte in Lüneburg das Johanneum und absolvierte dort im Jahre 1944 das Abitur. Danach wurde er als Luftwaffenhelfer im Dienst der Deutschen Wehrmacht eingesetzt bis er 1945 kurzzeitig in amerikanische Kriegsgefangenschaft kam. In dem darauf folgenden Jahr nahm Luhmann sein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg im Breisgau auf und promovierte im Jahre 1949 in Jura. Zur Zeit des Studiums begann Niklas Luhmann auch mit dem Aufbau seiner berühmten Zettelkästen. In der Zeit von 1949 bis 1953 absolvierte Luhmann eine Referendarsausbildung in Lüneburg und wurde dann im Jahre 1954 Verwaltungsbeamter am Oberverwaltungsgericht in Lüneburg. In dem Zeitraum von 1955 und 1962 war Niklas Luhmann als Landtagsreferent im niedersächsischen Kultusministerium tätig. Seine berufliche Laufbahn verlief bis hin zum Oberregierungsrat. Von 1960-1961 ließ Luhmann sich zum Studium der Soziologie an der Harvard University beurlauben. Dort machte er die Bekanntschaft mit Talcott Parsons, bei dem er studierte. Zwischenzeitlich heiratete er im Jahre 1960 Ursula von Walter, mit der er die gemeinsame Tochter Veronika bekam und 1963 die Söhne Jörg und Clemens erhielt. In der Zeit von 1962 und 1965 war Luhmann als Referent am Forschungsinstitut der Hochschule für Verwaltungswissenschaft in Speyer tätig. 1964 veröffentlicht Niklas Luhmann sein erstes Buch „Funktionen und Folgen formaler Organisation“. Von 1965-1968 arbeitete Luhmann als Abteilungsleiter an der Sozialforschungsstelle der Universität Münster in Dortmund auf Einladung von Helmut Schelsky. Nebenbei studierte er ein Semester Soziologie an der Universität in Münster. Im Jahre 1966 wurden die Bücher „Funktionen und Folgen formaler Organisation“ sowie „Recht und Automation in der öffentlichen Verwaltung“ als Dissertation und Habilitation Luhmanns an der Universität Münster von Helmut Schelsky und Dieter Claessens angenommen. 1967 unter dem Titel „Soziologische Aufklärung“ hielt Luhmann seine programmatische Antrittsvorlesung in Münster. Von 1968-1969 vertrat Luhmann den Lehrstuhl von Theodor W. Adorno in Frankfurt am Main. Im Jahre 1969 zog Luhmann nach in die Stadt Bielefeld und erhielt dort eine Professur der Soziologie an der neu gegründeten Reformuniversität Bielefeld. 1971 veröffentlichen Habermas und Luhmann gemeinsam ihren Kontroversen-Band „Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie- Was leistet die Systemforschung?“ 1977 starb Luhmanns Frau.

1984 erscheint „Soziale Systeme- Grundriss einer Allgemeinen Theorie“ An Luhmanns 60. Geburtstag, 1987, erschien die Festschrift „Theorie als Passion“. 1988 erhielt Niklas Luhmann den Hegel-Preis der Stadt Stuttgart. Zum Ende des Wintersemesters 1992/93 wurde Luhmann in Bielefeld emeritiert. Seine Abschlussvorlesung vom 9. Februar trug den Titel: » Was ist der Fall« und » Was steckt dahinter? « 1995 bereitete Luhmann seine Studie „Die Politik der Gesellschaft“ vor. Sein Hauptwerk, das Resultat dreißigjähriger Forschung, erschien 1997 mit dem Titel „Die Gesellschaft der Gesellschaft“. 1998 starb Luhmann am 6. November in Oerlinghausen bei Bielefeld.

Als Luhmanns Lebenswerk wird die „Theorie der Gesellschaft“ verstanden. Die Laufzeit dazu betrug dreißig Jahre, es gab aber keine Kosten dafür. (vgl. Berghaus. 2003. S 16)

Niklas Luhmann versteht seine Theorie der Gesellschaft als einen „Beitrag zur Selbstbeschreibung der Gesellschaft“. Berghaus schreibt: „es handelt sich zugleich um eine Beschreibung über die Gesellschaft in der Gesellschaft.“ (Berghaus. 2003. S 16)

Luhmann äußert sich zu diesem Sachverhalt folgendermaßen: „Man kann unmöglich die Gesellschaft von außen als ein Außenstehender beobachten und beschreiben, denn jeder ist ebenfalls Teil der Gesellschaft.“ (Luhmann. 1992. S 137 ff zit. aus Berghaus. 2003. S 16)

Luhmann zeichnet sich in seinen Arbeitsjahren durch eine sehr produktive Arbeitsweise aus. Er verfasste während dieser Jahre mehr als 70 selbständige Schriften und dazu noch mehr als 450 Aufsätze.

Sein Lebenswerk gliedert Luhmann in drei Phasen, dazu kommt noch eine Vorlaufphase.

In der Vorlaufphase Ende der 50er Jahre des letzen Jahrhunderts begann Luhmann mit zahlreichen Veröffentlichungen. Zu seinen frühen Büchern und Aufsätzen gehören: „Funktionen und Folgen formaler Organisationen“ (1964), „Macht“ (1975), „Gesellschaftsstruktur und Semantik“ Band 1 (1980). Außerdem veröffentlicht Luhmann im Jahre 1971 gemeinsam mit Jürgen Habermas: „Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie“. Auch dem Thema Massenmedien geht Luhmann 1975 in dem veröffentlichten Buch: „Veränderungen im System gesellschaftlicher Kommunikation und die Massenmedien“ auf den Grund. Berghaus schreibt, dass Luhmann diese Phase als Probelauf für die Theorie der Gesellschaft sieht: „alles noch Nullserie der Theorieproduktion.“ (vgl. Luhmann. 2001. S 25 zit. aus Berghaus. 2003. S 17)

In der ersten Phase erschien 1984 für Luhmanns Gesamtlebenswerk, das Buch mit dem Titel „Soziale Systeme: Grundriß einer allgemeinen Theorie“. In diesem Buch beschreibt Niklas Luhmann die Grundbegriffe seiner Theorie grundlegend, jedoch relativ abstrakt. Es geht beispielsweise um Begriffe wie System und Funktion, Sinn, Doppelte Kontingenz, Kommunikation und Handlung usw. (vgl. 1984)

In der zweiten Phase beschäftigte sich Niklas Luhmann mit der Anwendung der allgemeinen Gesellschaftstheorie speziell auf konkrete gesellschaftliche Bereiche, d.h. die Funktionssysteme. Luhmann untersucht diesbezüglich uneinheitliche Funktionsbereiche, wie Recht, Wirtschaft, Politik, Massenmedien etc. auf vergleichbare Strukturen. Luhmann stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob man diese Funktionsbereiche in Hinblick auf die allgemeine Theorie des Gesellschaftssystems untersuchen kann. Diese Untersuchungen schreibt Luhmann in einer großen Reihe von Büchern nieder. Dazu gehören unter anderem „Die Wirtschaft der Gesellschaft“ (1988), „Die Wissenschaft der Gesellschaft“ (1990), „Das Recht der Gesellschaft“ (1993), „Die Realität der Massenmedien“ (1996) etc. Berghaus zitiert an dieser Stelle Luhmann, der schreibt, dass sich „bei aller Sachverschiedenheit vergleichbare Strukturen aufweisen.“ (Luhmann. 1995. S 7 zit. aus Berghaus. 2003. S 18)

In der dritten Phase erschien dann im Jahre 1997 „Die Gesellschaft der Gesellschaft“. Luhmann weitet darin seinen Blick auf die ganze Gesellschaft aus. Seine Theorie wird in diesem Buch ausführlicher und weniger abstrakt dargestellt als in „Soziale Systeme“.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Einführung in die Systemtheorie von Niklas Luhmann ''Soziale Systeme"
Hochschule
Universität Lüneburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V64586
ISBN (eBook)
9783638573610
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einführung, Systemtheorie, Niklas, Luhmann, Soziale, Systeme
Arbeit zitieren
Ulrike Werschke (Autor), 2005, Einführung in die Systemtheorie von Niklas Luhmann ''Soziale Systeme", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64586

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