Die Albufera - Agrargeographische Entwicklung, Strukturen und Probleme


Hausarbeit, 2006
30 Seiten
Anonym

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
1.1 Geographische Einordnung der Albufera
1.2 Naturraumanalyse
1.3 Entstehung der Albufera- Lagune
1.4 Der Naturpark Albufera heute

2. Reisanbau
2.1 Reisanbau in Spanien
2.2 Geschichte des Reisanbaus im Naturpark Albufera

3. Heutiger Reisanbau im Naturpark Albufera
3.1 Folgen des Reisanbaus und weitere Schädigungen

4. Lösungsvorschläge
4.1 Das Eco- Rice Projekt

5. Zusammenfassung

Literaturangaben

Internetquellen (Zugriff auf alle am 14.12.2006):

Abbildungsverzeichnis (der Reihenfolge der Seiten entsprechend):

1. Einleitung

Die Albufera ist ein Naturpark an der Ostküste Spaniens. Er umfasst eine Lagunenlandschaft, die durch einen großen Süßwassersee, den Albuferasee, geprägt ist. Die Seenlandschaft stellt ein Feuchtbiotop dar, das vielen Zug- aber auch heimischen Vögeln einen Lebensraum bietet. Viele Vogelarten, die Deutschland und übrige Teile des nördlichen Europas über den Winter verlassen, nisten im Albufera Naturpark. Eine ganz besondere Bedeutung hat das Gebiet in Bezug auf die vielen seltenen, oder vom Aussterben bedrohten Tierarten. Der Albufera Naturpark gilt seit 1990 als Naturschutzpark im Rahmen der heutigen Europäischen Union.

Das Gebiet der Albufera ist aber auch wirtschaftlich von Bedeutung. Traditionell wird seit Jahrhunderten Reis in der Region angebaut, er wurde von den Mauren eingeführt. Der Reisanbau hatte lange Zeit einen schlechten Ruf und obwohl die Zeiten in denen eine Malariagefahr vom Reisanbau ausging vorbei sind, ist der Ruf des Reisanbaus heute nicht viel besser. Dies steht sicherlich in Zusammenhang mit der Umweltproblematik, die die Albufera- Region zunehmend belastet. An späterer Stelle soll darauf noch näher eingegangen werden. Ein anderer wirtschaftlicher Zweig der Albufera- Region ist der Tourismus, der in den letzten Jahrzehnten stark zunahm, Arbeitsplätze schaffte, jedoch auch für Umweltschädigungen und soziale Konflikte verantwortlich gemacht werden kann.

In der folgenden Ausarbeitung sollen verschiedene kritische Fragen zur landwirtschaftlichen Nutzung des Naturparks Albufera, speziell zum Reisanbau, geklärt werden. Dabei soll zunächst ein allgemeiner Überblick gegeben werden. Zudem wird der Raum geographisch eingegrenzt und beschrieben, um im Folgenden auf die intensive landwirtschaftliche Nutzung und die Folgen dieser Nutzung für das Gebiet einzugehen.

Abschließend soll noch ein Ausblick mit positiven Lösungsvorschlägen sowie ein Projekt präsentiert werden. Dieses Projekt beschäftigt sich mit einem der Umweltprobleme, die durch den Reisanbau entstehen.

1.1 Geographische Einordnung der Albufera

Der Naturpark Albufera ist ein etwa 2.000 ha großer Süß-wassersee mit angrenzendem Feuchtgebiet (hier grün markiert). Das gesamte Albufera- Gebiet befindet sich etwa 15 km südlich von Valencia. Es umfasst eine Fläche von etwa 18.000 ha und wird durch eine Dünenbank vom Mittelmeer getrennt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Gebiet ist von zahlreichen kleineren Ortschaften sowie einigen größeren Städten umgeben, die sich vor allem der Tourismusbranche zugewendet haben. Mehrere Autobahnen und http://www.albufera.com/portal/modules.php?name=My_eGallery

Bundesstraßen grenzen an das

Naturschutzgebiet an.

Durch die unmittelbare Nähe zum Mittelmeer, aber auch durch die besondere Entstehung des Albufera- Gebietes, herrscht hier ein isoliert zu betrachtender Naturraum vor. Man spricht beim Albufera- Gebiet auch von der Albufera- Lagune, die aus einem ehemaligen Meeresgolf entstand.

Diese speziellen Gegebenheiten beeinflussen die Geoökofaktoren, wie zum Beispiel das Klima, Flora und Fauna, Boden und Relief (http://private.addcom.de/soenkehansen/ touren/valencia.htm.). In welchem Maße dies geschieht soll in der anschließenden Naturraumanalyse geklärt werden.

1.2 Naturraumanalyse

Der Naturraum des Gebietes der Albufera wird durch verschiedene Komponenten beeinflusst.

In Bezug auf den zu betrachtenden Reisanbau in der Region sind einige Naturfaktoren von besonderem Gewicht. An dieser Stelle soll keine ausführliche Naturraumanalyse folgen. Es sollen lediglich die für den Reisanbau und den Naturpark bedeutenden Faktoren untersucht werden.

Abgesehen vom Mikroklima des Feuchtgebietes soll zunächst das Mesoklima der Region um Valencia untersucht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

http://www.klimadiagramme.de

Das mediterrane Klima in Valencia ist deutlich zu erkennen. Durch die Verschiebung der ITC noch Norden beeinflussen die Südwest- Passate im Nordsommer die Region und bescheren trockene und heiße Sommer. Die Durchschnittstemperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 16,9°C, wobei die Monatsmittel zwischen 10,2°C im Januar und 24,9°C im August schwanken. Im Sommer sind Temperaturen bis zu 40°C möglich. Im Gegensatz dazu sind die Winter jedoch eher mild, was sich durch den mediterranen Einfluss und die globale Lage erklären lässt. Die Hauptniederschlagsmengen fallen in den Herbst- und Frühjahrsmonaten, jedoch hauptsächlich im September, Oktober und November. Diese Niederschläge werden durch das Balearentief hervorgerufen, das sich im Herbst über dem westlichen Mittelmeer ausbreitet, während sich die iberische Halbinsel abkühlt, und so für ergiebige Niederschläge an der Ostküste Spaniens sorgt. Hinzu kommen heftige Winde und Starkregen, die nicht selten die Ernteerträge der Reisbauern gefährden. Abgesehen von den Jahresmitteln ist für die Keimung von Reis die thermische Situation in den Frühjahrsmonaten von enormer Wichtigkeit. In seiner 15-tägigen Keimungsphase benötigt der Reis eine Mindesttemperatur von etwa 13°C. Diese wird aber frühestens im April erreicht, so dass die Aussaht erst recht spät erfolgen kann (Bahr 1972: 140 ff.).

Zusammenfassend kann man von einem semiariden, mediterranen alternierenden Klima ausgehen, dass vermutlich eher eine spärliche Vegetation hervorbringt.

Im Naturpark Albufera sorgen viele Kanäle und der riesige Süßwassersee ganzjährig für Wasser, so dass man trotz des ungünstigen Klimas eine reichhaltige Vegetation vorfindet und oft von einem Feuchtbiotop spricht. Die ursprüngliche Vegetation der Albufera ist heute allerdings nur noch in kleinen Restbeständen einer Sumpf und Wasservegetation zu beobachten, Röhricht und Schilf umgeben die Lagune und die Kanäle (Bahr 1972: 132 ff.).

Die künstliche Bewässerung erlaubt den Anbau von Reis, Orangen, Aprikosen, Feigen und Mandelbaumkulturen sowie Gemüsefeldern. Man findet aber auch Trockenbaukulturen mit Oliven, Wein oder Schafzucht vor (http://www.dirk-oberschelp.de/regionen.htm).

Ebenfalls künstlichen Ursprungs sind die Baumbestände und die zahlreichen Hecken aus ‚Spanisch Rohr’ (Rattan) um die Reisfelder herum. Sie dienen hauptsächlich als Windschutz und beugen so einer Erosion durch die starken Herbstwinde vor.

Die üppige Flora bringt eine artenreiche Fauna mit sich. Insgesamt nisten viele Vogelarten im Albufera Naturpark. Fische, Insekten, Amphibien und Reptilien leben hier, obwohl ihr natürlicher Lebensraum zunehmend durch die landwirtschaftliche Nutzung dezimiert, beziehungsweise zerstört wird. Ein besonderes Augenmerk ist auf die unzähligen Vogelarten zu richten, die die Albufera als Rast-, Brut- und Überwinterungsplatz nutzen. In der Lagune bieten die beschriebenen Röhrichte einen idealen Nistplatz und die großen Insekten- und Fischbestände eine unerschöpfliche Nahrungsquelle (Bahr 1972: 132-144). Eine weitere Erschließung durch den Reisanbau oder den Fremdenverkehr ist in der Albufera aufgrund des Status eines Naturparks nicht möglich, allerdings kommt es zu zahlreichen weiteren Konflikten zwischen Ökologie und Ökonomie der Albufera, die zu einem späteren Zeitpunkt noch ausführlich behandelt werden.

Der Boden besteht aus angeschwemmten Sedimenten (siehe Entstehung der Albufera) und ist aus dem hohen Grundwasserstand hervorgegangen, der zum Beispiel auch zu einer Versalzung der Oberböden führt. Die Sedimente lagern sich auch heute noch ab, so dass es zu einer stetigen Verkleinerung der Fläche des Albufera- Sees kommt. Aufgrund der Entstehungsgeschichte des Gebietes kann man, abgesehen von den Seen und Kanälen, von einem ebenen Relief in der Albufera- Region ausgehen.

1.3 Entstehung der Albufera- Lagune

Die Landschaft um den Naturpark Albufera sah jedoch nicht immer so aus, wie das Bild unter Punkt 1.2 sie zeigt. Das gesamte Gebiet war einst ein Meeresgolf, der durch ständige Ablagerungen vom Mittelmeer abgetrennt wurde und heute isoliert betrachtet werden muss.

Diese Entstehungsgeschichte ist von enormer Bedeutung in Bezug auf die heutige wirtschaftliche Nutzung in der Region sowie den Lebensraum für Menschen, Pflanzen und Tiere. Im Folgenden soll diese Entwicklung zunächst grafisch dargestellt und dann ausführlich beschrieben werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Grafik 1:

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Grafik 2:

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Grafik 3:

http://www.albufera.com/portal/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=2

(eigene Bearbeitung)

Der Ursprung der Lagune geht bis ins Pleistozän, vor rund 1,8 Mio. Jahren zurück. Das heutige Erscheinungsbild ist das Produkt einer langsamen Verlandung des ehemaligen Meeresgolfes durch Sedimente und der Flutung der niedrigen valenzianischen Ebene (Grafik 1 zu Grafik 2). Die Formung der Küstenschnur, die Grafik 2 zeigt, wurde wahrscheinlich durch die Seeströmung und Hauptwindrichtung begünstigt. Angewehte Materialien aus der Luft (Hauptwindrichtung ablandig) und aus dem Meer lagerten sich hier ab. Hinzu kommen die angeschwemmten Sedimente aus den Flüssen Turia und Júcar, deren Erosionsmaterial sich ebenfalls hier ablagerte. Dadurch, dass heute südlich an Valencias neuem Hafen ein 8 km langer Deich gebaut wurde, werden die Strömungen so gelenkt, dass ein Abtrag durch Wellen an den Stränden der Stadt Saler zu verzeichnen ist (http://www.albufera.com/portal/modules.php?name=Content&pa= showpage&pid=2).

Noch im 18. Jahrhundert nahm die Fläche der Lagune ein Gebiet bis Cullera im Süden ein und erstrecke sich in Nord-Süd Ausdehnung auf einer etwa 30 km langen Fläche (Grafik 2). Im Laufe der Zeit verlandete die Lagune jedoch immer mehr, da die Flüsse Júcar und Turia in ihr endeten und ihr gesamtes mitgeschwemmtes Material hier abgelagert wurde.

Durch die zunehmende Trockenlegung und Kanalbauung wurde dieser Prozess noch unterstützt, sodass man heute wieder von einer zunehmenden Verkleinerung der Albufera- Lagune ausgehen kann. Heute (Grafik 3) hat die Lagune eine unregelmäßige, aber dennoch relativ runde Form mit einem maximalen Durchmesser von etwa 6 km. Der Albuferasee ist durch drei Kanäle mit dem Mittelmeer verbunden, deren Strömungsrichtungen durch Schleusen reguliert werden. So können die zuständigen Behörden eine Niveauänderung des Sees aufgrund der Reiswirtschaft herbeiführen. Auf dem See befinden sich derzeit sechs Inseln, die durch eine undurchdringliche Vegetation gekennzeichnet sind. Die „Dehesa del Saler“ trennt den See vom offenen Meer ab und erstreckt sich über eine Länge von 6 km bei einer Breite von etwa einem Kilometer (http://www.albufera.com/portal/modules.php? name=Content&pa= showpage&pid=2).

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Die Albufera - Agrargeographische Entwicklung, Strukturen und Probleme
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Fachbereich 19 - Geographie)
Veranstaltung
MS Zur Landeskunde NO- Spanien
Jahr
2006
Seiten
30
Katalognummer
V66409
ISBN (eBook)
9783638590099
Dateigröße
739 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Albufera, Agrargeographische, Entwicklung, Strukturen, Probleme, Landeskunde, Spanien
Arbeit zitieren
Anonym, 2006, Die Albufera - Agrargeographische Entwicklung, Strukturen und Probleme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66409

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