Die Konzeption des Menschenbildes in der frühen Literaturpolitik der DDR anhand Erwin Strittmatters Roman "Ole Bienkopp"


Magisterarbeit, 2004

95 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung / Vorbemerkung
1.1 Der Autor Erwin Strittmatter: Biographisches

2. Literaturentwicklung in der DDR
2.1 Deutschland und die Stunde Null
2.1.1 Vergangenheitsbewältigung
2.2 Die Frage nach zwei deutschen Literaturen
2.2.1 Die unterschiedlichen Ausrichtungen der Literatur
2.3 Die Entwicklung der Literatur- und Kulturpolitik in der DDR
2.3.1 Die Literatur des sozialistischen Aufbaus
2.3.2 Exkurs Sozialistischer Realismus
2.3.2.1 Die Theorie des Sozialistischen Realismus in der Kulturpolitik der DDR
2.4 Vom Tauwetter zum Bitterfelder Weg
2.4.1 Literaturpolitik im Zeichen des Bitterfelder Wegs
2.5 Auf dem Weg zur Entfaltung

3. ASPEKTE DES ROMANS
3.1 Einordnung des Romans
3.1.2 Heimatliteratur, Dorfgeschichte und Bauernroman: Tendenzen für Ole Bienkopp?
3.2 Entstehungshintergrund
3.3 Die Kontroversen um den Roman und seine Rezeption
3.3.1 Die Rezeption des Romans in West-Deutschland

4. Die Darstellung der Menschenbilder im Roman
4.1 Das sozialistische Menschenbild-Verständnis
4.2 Darstellung des Verhältnisses von Individuum versus Gesellschaft
4.3 Zum Problem des Menschenbildes in Strittmatters Ole Bienkopp - Heldengestaltung und Heldenentwicklung
4.4 Konfliktkonstellation
4.5 Die Figurennamen und ihre Bedeutung
4.6. Strukturierende Motive: Das Weltraum- und das Kältemotiv

5. Zusammenfassung / Fazit

6. Literaturverzeichnis
6.1 Primärliteratur
6.2 Quellen
6.3 Sekundärliteratur

7. Anhang
7.1 Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen

1. Einleitung / Vorbemerkung

Wenn die Regierten stets nur gedacht hätten,

was vom Regierenden erlaubt war,
hätte es keine Fortschritte
in der gesellschaftlichen Entwicklung gegeben.[1]
(Erwin Strittmatter)

Widersprüche, seien es innere, oder offen zur Schau gestellte, rücken immer wieder ins literaturwissenschaftliche Blickfeld wenn man die in der DDR entstandene Literatur einer genaueren induktiven Betrachtung unterzieht. Die Beschäftigung mit dem Thema „DDR-Literatur“ impliziert zugleich auch immer eine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen, geschichtlichen und politischen Bedingungen dieses ehemaligen Staates, und offenbart in ihren Strukturen einen Themenkreis von Konfliktfeldern und sozialen Verhältnissen, der das Leben in der DDR in den 40 Jahren ihrer Existenz widerspiegelt. Dadurch, dass das Verhältnis von Literatur und Politik in einen sich bedingenden Kontext transferiert wurde, sahen sich die Autoren mit der, wenn auch politisch fraglichen, aber dennoch anspruchsvollen Aufgabe konfrontiert, in einem ausgeprägteren Maße als bisher, pädagogisch auf die Menschen in ihrem Staat einzuwirken. Diese ungewohnte Dimension der an sie herangetragenen Aufgabe musste schließlich zu Gegensätzlichkeiten zwischen den Gedanken und Absichten der Schriftsteller und den offiziellen politischen Prämissen der regierenden Partei führen.

Mit dem planmäßigen Aufbau des Sozialismus, so kann im Sinne einer objektiven Literaturforschung festgestellt werden, wurde eine Überprojektion des herkömmlichen Menschenbildes durch eine im Sinne der sozialistischen Lehre progressivere Daseinsweise verlangt. Gefordert wurde von der in der DDR allein herrschenden Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands eine Literatur, welche für die Ziele des Sozialismus und den Aufbau der sozialistischen Produktion Partei ergreift, keine modernistischen und formalistischen Experimente durchführt und dem Adressaten zu guter Letzt Identifikationsfiguren liefert. Die Darstellung eines arbeitenden Heldens bei der Meisterung schwieriger Produktionsvorgaben bzw. –aufgaben, beim Aufbau von Industrie und Landwirtschaft und bei der Entlarvung des Klassenfeinds, das sollten die primären Absichten einer solchen Literatur –zumindest in den frühen Jahren der DDR - sein.

Die Überzeugung, dass jede literarische Konzeption auf dieser Grundvoraussetzung basieren musste, ist insofern irrtümlich, als dass individuelle Haltungen kulturpolitische Vorgaben nicht nur subkulturell modifizieren, sondern in besonderer Art und Weise prägen konnten. Die Themenstellung dieser Arbeit bezieht sich auf einen Roman, der eben nicht widerspruchslos in das vorgegebene Raster einzuordnen ist. In Erwin Strittmatters Werk Ole Bienkopp, erschienen 1963, treten kulturphilosophische Subsystemantiken einerseits plastisch hervor, andererseits erhalten sie durch die Einbettung in eine leicht rezipierbare Form eine besondere Gewichtung und Brisanz. Der Leser entdeckt einen Romanhelden, der zu einem Zeitpunkt agiert, „als die Ideale des Sozialismus energischer die Vorstellungen der Menschen bestimmen und die Diskrepanz zwischen Wollen, Können und Vermögen der Individuen ihre Konfliktsituationen ausmacht (...).“[2]

Die theoretischen Voraussetzungen und die konkret-historischen Bedingungen und Entwicklungen, aus denen sich die gesellschaftlichen Umstände im Nachkriegsdeutschland herausbildeten, sind Themenschwerpunkt des ersten Teils dieser Arbeit. Es gilt herauszuarbeiten, inwiefern sich die Literatur, explizit die der DDR, entwickelte, welche Tendenzen und Züge hervortraten. Welche Absichten standen hinter dem gewählten Weg der Kulturpolitik der DDR-Führung; inwieweit beeinflussten die theoretischen Grundlagen des Staates die Arbeit der Schriftsteller; welches Menschenbild sollte der Bevölkerung vermittelt werden und warum? Diesen Fragestellungen wird nachzugehen sein. Die nähere Analyse des Ole Bienkopps soll daraufhin, von der Folie der erörterten Hintergrundbetrachtungen ausgehend, klären, inwiefern diese Ansprüche dort umgesetzt wurden, bzw. welche Aspekte dazu führten, dass gerade dieser Roman zunächst lang andauernde Kontroversen innerhalb der DDR-Literaturkritik auslöste. Ausgehend davon, dass die Menschenbild-Konzeption im Ole Bienkopp unter Einbezug der verschiedenartigen Gestaltung der Charaktere zu verdeutlichen ist, scheint auch das Verständnis der Beziehung von Individuum und Gesellschaft, sowie die Konfliktgestaltung von entscheidender Bedeutung zu sein. Besitzt der Roman „das Vermögen, [die] breite gesellschaftliche Wirklichkeit aufzunehmen und zu erhellen,“ ferner die „weltanschauliche Problematik, das vielschichtige Zueinander von Individuum und Gesellschaft, objektive und subjektive Aspekte des menschlichen Daseins vorzuführen,“ und „mit seinen Möglichkeiten zum positiven Menschenbild-Entwurf, zum Eingreifen in aktuelle Diskussionen, mit seiner Kraft, Zustände und Prozesse, Inneres und Äußeres, Gedanken und Geschehen etc. in einen ästhetisch flexiblen Rahmen zu fügen“?[3]

Der eingehenderen Beschäftigung mit den genannten Gesichtspunkten soll der Vollständigkeit halber zunächst ein kurzer biographischer Überblick über Erwin Strittmatter vorangestellt werden, da sein Leben in vielen Aspekten eng mit der gesellschaftlichen Entwicklung der DDR verknüpft war, und in seiner vielgestaltigen Ausprägung dazu beiträgt, das Schaffen Strittmatters in den konkreten geschichtlichen Kontext einzuordnen.

1.1 Der Autor Erwin Strittmatter: Biographisches

Erwin Strittmatter wurde am 14.08.1912 in Spremberg als Nachkomme slawischer Sorben geboren. Seine Kindheit verbrachte er auf dem Dorf, da sein Vater – von Beruf Bäcker – eine kleine Landwirtschaft in dem Niederlausitzer Dorf Bohnsdorf betrieb. Nachdem er eine Bäckerlehre im väterlichen Betrieb absolviert hatte, war er als Bäckergeselle, Kellner, Tierwärter, Chauffeur, Knecht, Pferdepfleger und Hilfsarbeiter tätig. Während des zweiten Weltkrieges wurde er von der Wehrmacht einberufen, desertierte jedoch gegen Ende des Krieges auf Grund seiner Erlebnisse an der Front und seiner emotionale Abneigung gegen den „vom Faschismus angezettelten Krieg.“[4] Nach der Bodenreform von 1945 erhielt Strittmatter ein kleineres Stück Land, was ihn praktisch und theoretisch dazu führte über eine ertragreiche Möglichkeit der Steigerung der landwirtschaftlichen Fläche nachzudenken und mit verschiedenen Ideen zu experimentieren. Schließlich trat er 1947 in die SED ein und wurde bald darauf Amtsvorsteher für sieben Landgemeinden. Erwin Strittmatter begann seine Erkenntnisse und Erlebnisse aufzuschreiben und wurde „Volkskorrespondent, dann Zeitungsredakteur und Funktionär der Parteipresse. Mit seinen Artikeln suchte er die Menschen für den Aufbau der sozialistischen Gesellschaft zu begeistern und zu aktivieren.“[5] Nachdem sein erster Roman („Ochsenkutscher“) erschienen war, entschied er sich für das Leben als freischaffender Autor. 1954 zog er auf den „Schulzenhof“ in Dollgow, wo er viele Jahre als LPG-Mitglied und Ponyzüchter verbrachte.

Herauszuheben sind im schriftstellerischen Zusammenhang noch seine Tätigkeit als erster Sekretär und später Vizepräsident des Deutschen Schriftstellerverbands 1959 und seine Mitgliedschaft in der Akademie der Künste. Seine Werke wurden mit zahlreichen Auszeichnungen der DDR geehrt, so erhielt Strittmatter z.B. u.a. mehrere Nationalpreise der DDR (1953, 1955, 1964, 1976), den Lessingpreis (1961), den Fontanepreis des Bezirks Potsdam (1966), oder auch den Karl-Marx-Orden (1974). Auch wenn Strittmatter in der DDR als einer der beliebtesten Gegenwartsautoren galt, wurde er nicht selten das Ziel sozialistischer Kritik und politischer Einvernahme: ein Aspekt, der bei der Analyse des Romans „Ole Bienkopp“ noch einmal in den Vordergrund treten wird.

2. Literaturentwicklung in der DDR

2.1 Deutschland und die Stunde Null

Wenn man von der „Literatur der DDR“ spricht, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der (zeitweiligen) Existenz zweier deutscher Literaturen. Hier spielt die politisch-geschichtliche Entwicklung im Nachkriegsdeutschland eine tragende Rolle, da sie die Entwicklungstendenzen der beiden damals entstehenden Teile Deutschlands und somit auch die Identifikationskonzeptionen der Literaturbewegungen maßgeblich beeinflusst und charakterisiert hat.

Mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 08. Mai 1945 und der gänzlichen Besetzung des Reichgebiets durch die ehemaligen Truppen der alliierten Kriegsgegner wurde Deutschland nicht nur von der nationalsozialistischen Diktatur befreit, sondern auch gespalten. Diese schwierige Situation des staatlichen Zusammenbruchs und des notwendigen Neubeginns wurde im negativen wie im positiven Sinne als Stunde Null empfunden: Fast alle materiellen und die immateriellen Werte schienen zerstört. Die unmittelbare Existenzerhaltung als größte Hauptsorge beschäftigte die Menschen, doch gleichzeitig schien die Situation ebenfalls im positiven Sinne völlig offen zu sein: Die Aussicht, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und mit der Gestaltung der Zukunft bei Null anfangen zu können, gab Hoffnung. Das Jahr 1945 stand unter dem Zeichen eines Neuanfangs, der jedoch mit der durch das NS-Regime herbeigeführten „allgemeinen Verrohung, Demoralisierung und Preisgabe humanitärer Normen“[6] zu ringen hatte. Viele der Überlebenden standen dem Regime der Nationalsozialisten noch opportunistisch gegenüber und mussten sich erst der „reinen Gegenwartsbewältigung [zuwenden].“[7] Auf welche Art und Weise ein Neuanfang gestaltet werden sollte und könnte, darüber waren sich die Alliierten in den Westzonen und die sowjetische Militäradministration jeder auf seine eigene Weise einig und Deutschland wurde so „zum Objekt einer anhaltenden Kontroverse zwischen dem westlichen und dem sozialistischen Lager“[8] – eine Divergenz, die schließlich in der Teilung Deutschlands mündete.

Die eigentliche Ursache für die deutsche Trennung lag in der Welteroberungspolitik des Dritten Reiches, die eine äußerst heterogene Allianz zwischen den westlichen Demokratien und der kommunistischen Sowjetunion herbeiführte.[9] Nach dem Sieg dieses Zweckbündnisses über das Großdeutsche Reich im Mai 1945 hielten die Alliierten zunächst offiziell an der politischen und wirtschaftlichen Einheit Deutschlands fest. Grundsätzlich einig waren die Siegermächte sich über einen demokratischen Neuaufbau Deutschlands, wobei sie ihre unterschiedlichen Vorstellungen über Demokratie zunächst jedoch ausklammerten. So ist es nicht verwunderlich, dass das Bündnis der Siegermächte schon in der frühen Nachkriegszeit zerbrach und die inneren Gegensätze der beiden größten Weltmächte - USA und Sowjetunion – sowie deren weltpolitische Zielsetzungen zu internationalen, globalen Gegnerschaften führten. Seit 1946/47 entwickelte sich so ein Spannungsfeld zwischen Ost und West, in dem Deutschland eine zentrale Bedeutung einnahm, da keine Seite der anderen strategisch wertvolles Terrain in der Mitte Europas überlassen wollte. Diese wachsenden Interessensgegensätze während des sogenannten Kalten Krieges führten schließlich zur Etablierung von gegensätzlichen wirtschaftlichen und politischen Systemen in den drei westlichen Besatzungszonen und der sowjetischen Besatzungszone. In der Ostzone wurde der zunächst zugesicherte selbstständige deutsche Weg bald verlassen und der Wille der Sowjetunion für die Gestaltung von Politik und Gesellschaft verbindlich. In den Westzonen zeigte u. a. der Verlauf der Sozialisierungsdebatte[10], dass die USA spätestens ab 1947 die Priorität auf den raschen Aufbau eines privatwirtschaftlich verfassten, mit dem Westen verbundenen westdeutschen Staates legten. Die Konsequenz dieser Entwicklung waren schließlich am 23.5.1949 die Konstituierung der Bundesrepublik Deutschland und am 07.10.1949 die Ausrufung der Deutschen Demokratischen Republik.

2.1.1 Vergangenheitsbewältigung

Die Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit lässt im Verhalten der beiden deutschen Nachkriegsstaaten deutliche Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten erkennen: Als vorrangiges Merkmal diente das negative Zurückschauen auf die NS-Epoche – in der DDR immer als Faschismus bezeichnet – zur normativen Abgrenzung und Legitimation des neuen staatlichen Programms. Die Rechtfertigung für die Gründung eines freiheitlichen Verfassungs- und Sozialstaats wurde auf Seiten der Bundesrepublik dadurch manifestiert, dass man die Erinnerung an den Nationalsozialismus als Teil eines antitotalitären Grundkonsens ansah, der eben diese Neubesinnung forderte. Für die DDR war diese Erinnerung die Basis für einen verordneten Antifaschismus, der beteuerte, mit dem Aufbau einer sozialistischen Gesellschafts- und Herrschaftsordnung alle Wurzeln des Faschismus getilgt zu haben. „Die Sehnsucht, nach dem zerstörten Sinnkonstrukt Nationalsozialismus einer neuen, scheinbar unbefleckten Glücksverheißung zu folgen“ war immens und so eröffnete sich der „Antifaschismus als Legitimationsbonus des Staates DDR.“[11]

Eine direkte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit wurde zunächst in keinem der beiden Staaten geleistet – eine Erkenntnis, die auch heute noch im kulturellen Gedächtnis der Deutschen verankert zu sein scheint: „Die frühe Nachkriegszeit gilt im Bewusstsein vieler Deutscher als Zeit der versäumten Möglichkeiten: die Chancen zu einer sozialen und kulturellen Erneuerung seien nicht richtig genutzt worden.“[12]

2.2 Die Frage nach zwei deutschen Literaturen

Eine konsequente Vermutung wäre mit der Teilung Deutschlands auch zeitgleich eine Differenzierung in zwei unterschiedliche kulturelle Pole anzunehmen – also auch eine Zweiteilung in verschiedene Literaturbewegungen, da man von kontrastierenden Kunstauffassungen ausgehen könnte. Doch tatsächlich wurde zunächst noch halbherzig sowohl von Seiten der Bundesrepublik Deutschland als auch von Seiten der DDR auf nur einer deutschen Literatur beharrt. Die erste Zeit nach der Auflösung des NS-Regimes stand ganz im Bild einer neuen Besinnung auf humanistische Arbeiten des Klassizismus, und zwar in allen Gebieten Deutschlands. Lessing, Goethe und Schiller bestimmten die Spielpläne der Bühnen, denn „mit dem humanistischen Gedankengut von der Versöhnung aller Rassen und Völker (...) versuchte man, den Rassenhaß und die Bestialitäten der Naziepoche zu überwinden.“[13] Hinzu kamen noch die Publikationen der aus dem Exil zurückkehrenden Autoren wie z.B. Bertolt Brecht, Johannes R. Becher oder Erich Weinert.

Der Kern kultureller Tatkraft nach dem Zweiten Weltkrieg war Berlin, wo sich Schriftsteller aus allen vier Besatzungszonen bemühten „ein Wiederaufleben des Faschismus zu vereiteln und beim Aufbau eines demokratischen Deutschlands mitzuwirken.“[14] So herrschte zunächst künstlerische – literarische - Freiheit in Deutschland, im Westen wie im Osten; einer „geistigen Erneuerung“[15] stand nichts im Weg. Schon im Juli 1945 wurde in Berlin der Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands unter der Initiative des gerade aus dem Moskauer Exil heimgekehrten Johannes R. Becher ins Leben gerufen. Sein erklärtes Ziel „eine deutsche Erneuerungsbewegung zu schaffen, die auf allen Lebens- und Wissensgebieten die Überreste des Faschismus (...) zu vernichten gewillt ist und dadurch auch auf geistig-kulturellem Gebiet ein neues, sauberes, anständiges Leben aufbaut“[16], stieß auf breite Zustimmung und erfreute sich schnell einer großen Beliebtheit, obwohl Becher in Absprache mit der KPD und der SMAD handelte. Durch Betätigung und Publikationen im Kulturbund bemühten sich Schriftsteller aus allen vier Besatzungszonen um den Aufbau eines demokratisch ausgerichteten Deutschlands. Auch die sowjetische Militärverwaltung übte sich zunächst in Zurückhaltung auf kultureller Ebene; die im Juni 1945 gegründete KPD trat ebenfalls für die künstlerische Freiheit ein: „Freiheit für Wissenschaft und Kunst bedeutet, dass dem Gelehrten und Künstler kein Amt, keine Partei und keine Presse dreinzureden hat, solange es um die wissenschaftlichen und künstlerischen Belange geht. Über dieses Recht soll der Gelehrte und Künstler uneingeschränkt verfügen.“[17] Unverkennbar wurde dieses Bild von politischen Motiven geprägt, da die wahren Absichten der SMAD, ganz Deutschland längerfristig nach stalinistischem Vorbild zu formen, durch diese Kulturpolitik noch nicht offensichtlich wurden. Wiederum trat Becher sozusagen als ihr Direktor auf, denn er behielt den eingeschlagenen politischen Kurs im Auge und versuchte durch „offensive Sympathiewerbung“ für die sowjetische Besatzungsmacht „unter der deutschen Intelligenz“, durch den „Verzicht auf eine politische Bevormundung und die Inkaufnahme einer bewussten ideologischen Öffnung“ sowie „die Betonung der gesamtdeutschen Gesinnung“[18] die Kontrolle über kulturpolitische Entwicklung zu bewahren. Im Jahr 1947 entzweiten sich die politischen Interessen der Alliierten endgültig: Die Truman-Doktrin, vertreten von den USA und die darauf reagierende von Stalin begründete Zwei-Lager-Theorie[19] führten zu Konflikten, die sich auch auf die Kulturpolitik auswirkten. Zwei verschiedene literarische Ausrichtungen nahmen rasch Gestalt an, nicht zuletzt, weil sich die Spannungen im Kalten Krieg auch auf den Kulturbund übertrugen. Auf dem ersten Schriftstellerkongress im Oktober 1947 kam es zu einer offenen Auseinandersetzung der beiden Interessenparteien. Anstelle der Kooperation der Alliierten kristallisierten sich Antiamerikanismus auf der einen und Antikommunismus auf der anderen Seite explizit heraus. Die Auswirkungen auf den Kulturbund bleiben nicht aus: Eben dieser wurde daraufhin auch schon 1947 in den westlichen Teilen Berlins als kommunistisch eingestuft und daraufhin verboten.

2.2.1 Die unterschiedlichen Ausrichtungen der Literatur

Im Gegensatz zu den Tendenzen in Ostdeutschland bemühten sich die westlichen Alliierten, den kulturellen Bereich von jeglichen politischen Einströmungen freizuhalten und eine relativ freie Entfaltung des künstlerischen Lebens zu garantieren. Autoren der inneren Emigration (z.B. Gottfried Benn) auf der einen Seite und die sogenannte Kahlschlag- und Trümmerliteratur (vgl. z.B. Heinrich Böll, Wolfgang Borchert) auf der anderen Seite sowie die Gründung der Gruppe 47 prägten die Literaturlandschaft in der Bundesrepublik zwischen 1945 bis ca. 1950 maßgeblich. Die Beschäftigung mit den erschütternden Erlebnissen des Zweiten Weltkrieges unterstrich die Notwendigkeit einer geistigen Erneuerung und unterstützte die westlichen Alliierten indirekt in ihrer Absicht des mahnenden Appells zum Aufbau eines neuen politischen Systems. In Diskrepanz zur Situation in Ostdeutschland wurden politische Entfaltungen nicht literarisch aufgegriffen und gerechtfertigt. Besonders die jüngeren Schriftsteller konnten vielfach nur schwer Anknüpfungspunkte finden, denn die Impressionen der zerstörten Städte, die Überkommenheit jeglicher Wertmaßstäbe und die Bilder des Krieges warfen die Frage nach einer richtigen Orientierung auf. Diese Deutungsunfähigkeit führte auch dazu, dass eine literarisch-kritische Auseinandersetzung mit dem Staat erst Jahre später erfolgte.

Auf Seiten der (sich konstruierenden) DDR widmete man sich verstärkt der Auseinandersetzung mit dem Faschismus und dem Krieg. Der Literatur wird eine neue Aufgabe auferlegt: Sie soll die Organismen der kollektiven Wirklichkeit formen, d.h. die Konfrontation der sozialen Schichten darstellen. Mit der endgültigen Teilung Deutschlands kristallisierten sich definitiv systematisierte Identifikations-Tendenzen in der kulturellen Entwicklung des Landes heraus. Kritik an der jeweils anderen literarischen Orientierung ließ nicht lange auf sich warten, so schrieb auf der Seite der Bundesrepublik z.B. Lothar von Balluseck: „Die schwächste Diktatur braucht den totalitärsten Realismus, die dienstbereitesten Autoren: Dichter ohne Dichtung, Dichter im Dienst“[20] und von Seiten der DDR hingegen war man stolz auf die kulturelle Entwicklung, die scheinbar im Kontrast stand zum durch den „verderblichen Einfluß des amerikanischen Monopolkapitalismus herbeigeführten katastrophalen Tiefstand des Kulturlebens in der BRD.“[21] Eine verstärkte, die Erwartungshaltung der Leser in der Bundesrepublik durchbrechende, Rezeption der ostdeutschen Literatur in Westdeutschland sollte erst Jahre später einsetzen, denn lange herrschten Publikationen zur DDR-Literatur vor, die „streng von totalitarismustheoretischen Vorstellungen ausgingen“[22].

Dennoch ist die Frage nach zwei unterschiedlichen Literaturen wohl nur ansatzweise zu beantworten, da sich schnell das Problem einer expliziten Auslegung der Umschreibung Die Literatur eines Landes offenbart: Wie ist eine solche zu definieren, wie kann sie wissenschaftlich exakt abgegrenzt werden? Werner Brettschneider verweist darauf, dass der Begriff Nationalliteratur „immer unabhängig davon [war], ob die Deutschen in einem oder mehreren Staaten lebten. Zur deutschen Literatur gehörte, was in der deutschen Sprache gedacht und geschrieben wurde.“[23] Weiterhin seien Österreicher wie Franz Kafka, Adalbert Stifter oder Hugo von Hofmannsthal und die Schweizer Gottfried Keller und Conrad Ferdinand Meyer schließlich auch wie selbstredend zu ihr gezählt worden und es sei so, dass „nicht Staatlichkeit, sondern allein Sprache Literatur eine oder trenne.“[24] Damit ist eine definitive Abgrenzung einer speziellen, auf ein Land bzw. einen Kulturkreis bezogenen Literatur schon erheblich schwieriger zu leisten. Es bleibt zunächst aber dann noch die Problemstellung gegeben, auf welche Art und Weise verschiedene, z.B. regionale oder auf ein spezielles Genre festgelegte, literarische Werke unter welchen Gesichtspunkten in die eine oder andere Literatur einzuordnen sind. Wären Werke, die z.B. in deutscher Mundart verfasst sind, demzufolge eine eigene Literatur?

Auf die spezielle deutsche Situation zwischen 1945 und 1990 zurückgeführt, müssen auch die Faktoren der unterschiedlichen Lebensarten und die kulturelle Identifikation mit einbezogen werden, die zu den unterschiedlichen Ausprägungen und Themen in der deutschen Literaturgeschichte geführt haben. Selbst von einer generellen Einheit der – an dieser Stelle herausgegriffenen – DDR-Literatur auszugehen, ist zumindest seit den 70er Jahren nicht mehr ohne weiteres möglich, da zu diesem Zeitpunkt viele der damals in der DDR lebenden Autoren von dort auf Grund der politischen Entwicklungen nach Westdeutschland emigrierten oder zumindest ihre Werke nur noch dort publizieren konnten. Eine ausführliche Diskussion der – hier nur kurz angeschnittenen – Kulturproblematik führt an dieser Stelle sicherlich zu weit.[25] Für das Thema meiner Arbeit gilt es, die Literatur des Staates DDR im Kontext der politischen Tendenzen dieses Teils von Deutschland als in dem ihr auferlegten Kontext eines ideologischen Zwecks zu charakterisieren und anzusehen. Wenn im Folgenden der Begriff DDR-Literatur verwendet wird, dann als Bezeichnung für die zeitlich begrenzte Literatur, die in den 41 Jahren der Existenz der Deutschen Demokratischen Republik in diesem Staat entstand.

Die programmatischen Leitlinien der Literaturpolitik in der DDR in den 50er Jahren bis zum Beginn der 60er sollen hier nun explizit herausgegriffen werden, da sie den Hintergrund für den im noch Folgenden analysierten Roman „Ole Bienkopp“ von Erwin Strittmatter und das dort gezeichnete Menschenbild formieren.

2.3 Die Entwicklung der Literatur- und Kulturpolitik in der DDR

2.3.1 Die Literatur des sozialistischen Aufbaus

Schon während der Zeit der sowjetisch besetzten Zone (geographisch SBZ) wurde die Kulturpolitik im Osten Deutschlands von den Vorgaben aus Moskau und den dort praktizierten Entscheidungen gelenkt.[26] Seit 1948 untermauerten die in der SBZ tätigen sowjetischen Kulturfunktionäre die Moskauer Kulturpolitik auch in Ost-Deutschland und verbreiteten die 1946 von Schdanow begonnene Bekämpfung des Formalismus, des Modernismus und der Dekadenz. Dabei gingen die Bemühungen der sowjetischen Militäradministration und die der SED vorbehaltlos und unter Aufteilung der verschiedenen Aufgaben ineinander auf. Der kultur- und literaturtheoretische Weg der späteren DDR wurde vorgeformt und den weitläufigeren Zielen der sowjetischen Besatzungsmacht – eine politische Vorrangstellung in ganz Deutschland zu etablieren - untergeordnet. Mit der Aussage „Es ist doch ganz klar: Es muß demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben“[27] definierte Walter Ulbricht schon 1945 das Statut der Ausgangssituation für die Politik der folgenden Jahre. Der Slogan der antifaschistisch-demokratischen Neuordnung verhüllte die eigentliche Absicht – die Gründung eines sozialistischen Staates – geschickt. „Mit der 1. Parteikonferenz der SED vom 25. bis 28. Januar 1949 beendete die Partei (...) endgültig ihre Maske der Kompromiß- und Konzessionsbereitschaft. Sie bezeichnete sich als »Partei neuen Typus« und Kampfpartei des Marxismus / Leninismus«. Organisations- und Leitungsprinzip wurde der »demokratische Zentralismus«, d.h. die Befehlsstränge liefen nur von oben nach unten, auch in der Kulturpolitik.“[28] So heißt es in der Entschließung dieser Parteikonferenz, dass von den Schriftstellern und Künstlern „eine schöpferische Gestaltung des Lebens der arbeitenden Menschen“[29] erwartet wird. Die wesentliche Rolle, die der Literatur von Seiten der Politik zukommen sollte, tritt an dieser Stelle schon deutlich zu Tage: Literatur als Faktor einer ideologischen Umerziehung.[30]

Der Altkommunist Ulbricht wurde nach dem III. Parteitag der SED 1950 zum Generalsekretär der Einheitspartei gewählt und hielt damit das wichtigste politische Amt der DDR inne. Unter seiner Führung wurde auch 1952 der Aufbau des Sozialismus offiziell verkündet. Fraktionsbildungen wurden strikt untersagt, die Reihen der Partei immer wieder (auch noch in späteren Jahren) auf eventuelle Widerstandsbewegungen hin überprüft und diese gegebenenfalls ausgeschlossen. Die Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit, die Kollektivierung der Landwirtschaft, die Erhöhung von Arbeitsnormen, Ausschaltung und Beseitigung der Selbstverwaltung und vieles mehr charakterisierten die rigorose Transformationspolitik der DDR zumindest bis zum Tod Stalins im Jahr 1953.

Die Künstler bzw. Autoren wurden mit der neuen Richtung dieser Kulturpolitik konfrontiert: Die Politiker der DDR etablierten den Faktor Literatur sehr früh in ihre Pläne und Umsetzungen, die zu einem Aufbau der sozialistischen Gesellschaft führen sollten. Man wandte sich explizit gegen den Formalismus und übertrug stattdessen wirtschaftliche Ziele (z.B. Normerfüllung) auf die Literatur. Eine eigenständige Erneuerung der Literatur wurde somit unmöglich, denn die restriktiven Direktiven seitens der Politik systematisierten die Entwicklung nachhaltig. Da sich das Politbüro die größtmögliche Unterstützung von der Literatur erhoffte und alle eventuellen Proteste, die durch eine Autonomie dieser Literatur entstehen könnten, zu vermeiden versuchte, wurde das geistige Leben der Kunst detailgenau vorherbestimmt. Eine enge Verknüpfung zwischen dem Aufbau des sozialistischen Staates und der Literatur wurde u. a. dadurch erzeugt, dass den Schriftstellern die propagierten Absichten und Richtungspunkte als zu gestaltendes Material vorgegeben wurden, wie z.B.

- die Umsetzung der sozialistischen Pläne in Bezug auf den wirtschaftlichen Aufbau in den 50er und 60er Jahren,
- die Darstellung der sozialistischen, kollektiven Umgestaltung der Landwirtschaft in den frühen 60ern,
- die (positive!) Ankunft im Sozialismus und
- die Aufklärung in Bezug auf das Leben in einer sozialistischen Gemeinschaft.

Dass diese Prinzipien von den DDR-Politikern als erfolgreich umgesetzt betrachtet wurden, lässt auch ein Blick in die Literaturgeschichte der DDR erkennen: „Als Parteimitglieder und Staatsbürger beteiligten sich die Schriftsteller an der Ausarbeitung und an der Gestaltung der Politik der Partei, insbesondere ihrer Kulturpolitik. Von Anfang an wurden die Schriftsteller in die gesamtgesellschaftlichen Aufgabenstellungen einbezogen und waren durch ihre politische und ideologische Arbeit mit den wesentlichen historischen Prozessen verbunden. In diesen wichtigen Formen trat die führende Rolle der Partei in der Literatur in Erscheinung.“[31]

Kultur erhielt somit einen festen Platz in der staatlichen Planung, eine Position, die durch die Einrichtung des „Amts für Literatur und Verlagwesen“ und einer „Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten“ 1951 gefestigt wurde. Die V. Tagung des ZK der SED im März 1951 wies der Literatur in Anlehnung an die Äußerung Stalins, dass Schriftsteller die Ingenieure der menschlichen Seele seinen, die Aufgaben zu, zum einen „die werktätigen Menschen im Geiste des Sozialismus ideologisch umzuformen und zu erziehen“ und zum anderen „die Menschen im Geiste des Kampfes für ein einheitliches, demokratisches, friedliebendes und unabhängiges Deutschland, für die Erfüllung des Fünfjahresplanes, zum Kampf für den Frieden zu erziehen.“[32] Die Theorie des „sozialistischen Realismus“ wurde zum vorrangigen Gestaltungsprinzip ernannt und die DDR-Literatur außerdem scharf von der Literatur der Bundesrepublik abgegrenzt, da sie nun die Basis der nationalistischen Nationalkultur darstellte und eine einheitlich deutsche Literatur damit ausgeschlossen wurde.

2.3.2 Exkurs Sozialistischer Realismus

Der Begriff des Sozialistischen Realismus wurde in den 30er Jahren in der Sowjetunion auf dem Ersten Sowjetischen Schriftstellerkongress (1934) von der KpdSU als maßgebliche und obligatorische Doktrin für das literarische Schaffen im Bereich der Kunst etabliert und proklamiert; erste Gedanken für eine marxistisch ausgerichtete Literaturkultur finden sich allerdings schon in Lenins Abbild-Theorie von 1905 und dem darin enthaltenen Prinzip der Parteilichkeit der Literatur. Die ersten Umsetzungen solcher funktionalisierten Maximen leistete Maxim Gorkij dann auch schon 1906/07 durch die Veröffentlichung seines Romans „Die Mutter“.[33]

Der Sozialistische Realismus gilt als eine kongruente Literaturtheorie der sozialistisch-kommunistischen Länder, die seit ihrer Proklamation durch Maxim Gorkij und deren Annahme auf dem 1. Sowjetischen Schriftstellerkongress 1934 für gültig erklärt worden ist. Unter Stalin wurde der sozialistische Realismus endgültig als verbindliche Gestaltungsweise der Künste im Staat festgelegt, im Bereich der Literatur galten nur noch Werke als vertretbar, die in dieses Schema einzuordnen waren. Die Schriftsteller sollten die Wirklichkeit und ihre revolutionären Züge abbilden, wobei jedoch darauf zu achten war, dass die beabsichtigte Umerziehung des Volkes unter kommunistischen Gesichtspunkten exakt gestaltet wurde. Die weltanschaulichen Positionen der Arbeiterklasse sollten sich in dieser Kunstauffassung wieder finden und als Identifikationsbild dienen. Die enge Bindung an das Volk unter dem Aspekt der Lebensechtheit, die Darstellung des sozialen Kampfes um den Fortschritt und die Beinhaltung sozialer Ideen waren besondere Prämissen des sozialistischen Realismus, genauso wie die Illustration eines positiven Helden und ein hoher Inbegriff von sozialem Optimismus sowie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft charakteristisch waren. Die Darstellung der Wirklichkeit nicht als objektive Wirklichkeit, sondern als die sich entwickelnde, sozialistisch bedeutsame wurde zur vorrangigen Definition. Ein Realismus im eigentlichen Sinne ist in dieser Ideologie nicht mehr erkennbar, vielmehr wird eine utopisch idealisierte Weltanschauung zur Realität erkoren. Der Sozialistische Realismus verstand sich als höchste Form der realistischen Kunstentwicklung, in Anknüpfung an den kritischen Realismus des 19. Jahrhunderts, ergänzt um die sozialistische Perspektive. Das Wesentliche der Wahrheit sollte als Ausgangspunkt genommen werden.

2.3.2.1 Die Theorie des Sozialistischen Realismus in der Kulturpolitik der DDR

In der DDR knüpfte man an diese ideologischen Grundforderungen an, zum einen durch die direktive Führung der sowjetischen Besatzungsmacht dazu veranlasst, zum anderen war es das „programmatische Ziel, eine für alle Gesellschaftsmitglieder relativ homogene Literaturkultur zu errichten.“[34] Vor allem in den 50er Jahren wurden die Künste (Literatur, darstellende Kunst, Musik) radikal mit in die ideologische Propaganda einbezogen. Eine wesentliche Rolle kam dabei auch der deutschen Klassik zu, denn im Kampf gegen den Formalismus – dem man unterstellte, einen abrupten Bruch mit dem klassischen Kulturerbe begangen zu haben – sah man hier die Abgrenzung zum kapitalistischen Westen. Vor einer gewissen Instrumentalisierung des deutschen Kulturerbes schreckte man nicht zurück. So wurde z.B. Goethes Faust als „Prototyp des sich »gesellschaftlich und tätig bewährenden Menschen«“[35] aufgefasst und dieses Bild des tatkräftigen, arbeitswilligen Individuums als optimales Vorbild statuiert. Eine einseitige Interpretation, ausgerichtet auf die Ziele des sozialistischen Aufbaus und nicht mehr anknüpfend an den klassischen Inbegriff des offenen, kreativen und geistig-reichhaltigen Geschöpfes, lassen diese Auffassung grotesk erscheinen. Das traditionelle Erbe mit den fortschreitenden (sozialistischen) Entwicklungen der Gegenwart zu verbinden und weiterzuentwickeln, d.h. mit den wirtschaftlich-politischen Absichten (z.B. Fünfjahresplan) in Einklang zu bringen wurde zur Maxime. „Welchen Beitrag Literatur zur Abstützung der Ideologie und Legitimation des sich im Aufbau befindlichen neuen marxistisch-stalinistischen Einparteienstaates leistete“, wurde zur zentralen Frage, denn „ihre ästhetische Dimension wurde politischen Nützlichkeitserwägungen untergeordnet.“[36]

Die Literaturproduktion wurde systematisch beeinflusst, indem wesentliche Instrumentarien kontrolliert wurden. „Druckerlaubnis gab es nur für Werke, die dem Kanon (...) der DDR-Literatur entsprachen (...). Den Kanon legte die herrschende Partei kulturpolitisch und ästhetisch-ideologisch fest.“[37] Hoch dotierte Preise und materielle Privilegien (z.B. eine attraktive Wohnung – in der Nachkriegszeit durchaus nicht selbstverständlich) bildeten Anreize für die Schriftsteller, sich mit den Vorstellungen der Partei zu arrangieren und im Gegenzug die absolute Beobachtung und eventuelle Zensuren sowie Druckverbote zu akzeptieren. Das Bild des DDR-Schriftstellers schien daran anknüpfend klar umrissen zu sein: Von ihm wurde gefordert, dass er „die Direktiven der Partei vorbehaltlos akzeptiert und propagiert“[38], sich mit dem parteipolitischen Inhalten identifiziert und keine Kritik am Staat oder der Gesellschaft übt. Eine patriarchalische Parteilichkeit der Darstellung wurde zu einer wichtigen erzieherischen und bewusstseinsbildenden Funktion: Sie musste die moralischen Veränderungen der Menschen im Geiste des Sozialismus antreiben, die Liebe zur Arbeit erwecken, eine Bereicherung für das geistige Leben abgeben und rationale und emotionale Anlagen herausbilden. Der Schriftsteller musste seine „objektive“ Stellung in der Gesellschaft akzeptieren und die Aufgabe bewältigen, alles aus der Sicht eines Planers und Leiters zu gestalten. Als Vorbilder literarischer Helden galten die Werke der Sowjetliteratur; die Literaturdoktrin der DDR wollte positive, tatkräftige und nachahmungswerte Helden im Mittelpunkt literarischer Werke vorfinden, die den Leser zur Identifikation anleiten sollten. „Die Tendenz war deutlich: Literatur und andere kulturelle Aktivitäten sollten nicht die menschliche Produktivität im Allgemeinen befördern und das Bewusstsein erweitern, sondern sehr konkret die Bereitschaft zur materiellen Arbeit stimulieren...“[39] Dabei wurde davon ausgegangen, dass eine prinzipielle Interessenübereinstimmung von Arbeiterklasse, Partei und sozialistischen Künstlern bestand. Die Kluft zwischen Kunst und Volk, Kunst und Unterhaltung sollte mit solchen Maßnahmen und durch eine gehaltvolle Verständlichkeit der künstlerischen Werke geschlossen werden. Die drei maßgeblichen Richtlinien der Theorie des Sozialistischen Realismus

1. die wahrheitsgetreue Darstellung der Realität,
2. das Prinzip der sozialistischen Parteilichkeit und
3. die Forderung nach Volksverbundenheit und Volkstümlichkeit[40]

steckten dabei die Grenzen des theoretischen Spielraums und der Individualität jedes einzelnen Schriftstellers ab.

Der Erfolg solcher propagandistischer Bemühungen blieb zunächst aus: Erzeugt wurde durch diesen Funktionalismus vielmehr Stagnation. Die Gründung verschiedener Institute (Amt für Literatur und Verlagswesen (1951), Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten“ (1951), Deutscher Schriftstellerverband (selbstständig ab 1952)) bereicherte die Kulturlandschaft ebenfalls nicht, da sie immer unzertrennlich an die SED gebunden waren. Im Allgemeinen wurden die Autoren angehalten, sich thematisch der Darstellung des neu geschaffenen Heldenbilds des sozialistischen Aufbaus anzunehmen. Als Themen waren vorstellbar: „1. das neue Leben auf dem Land, 2. Aufbau [der] industriellen Schwerpunkte, 3. Wiederaufbau Berlins, die Produktionssteigerung in Zusammenhang mit der Demokratisierung des Dorfes, (...) die Einführung der genossenschaftlichen Arbeitsmethoden, (...) die Verbundenheit der Industrie mit der Landwirtschaft“[41]. Es scheint sich in der Literatur somit die Dringlichkeit einer politischen Renovation widerzuspiegeln; Kunst wird für einen Zweck entfremdet und steht nicht länger für sich selbst. Die systematisierte Identifikation mit dem sozialistischen Aufbau in Ökonomie und Politik war somit unumgänglich. Die Kritik von Seiten der Schriftsteller blieb natürlich nicht aus; dennoch wurde unter den vorgegebenen Bedingungen produziert, da eine gemeinsame konstruktive Aktions- bzw. Protestphase der Betroffenen ausblieb. Gründe dafür lagen wohl in der Gefahr der Denunziation, der Unterdrückung und der drohenden Diffamierung derjenigen, die sich nicht in die vorgegebenen Raster integrierten. Die radikalen Folgen der SED-Politik zeigten sich in zunehmenden Veröffentlichungsverboten, einer Indexliste von verbotenen Büchern[42], abgesagten Theateraufführungen und dergleichen mehr.

2.4 Vom Tauwetter zum Bitterfelder Weg

Mit dem Tod Stalins im März 1953 offenbarte sich für Ulbricht und die SED die Problematik, welcher politische Kurs weitergeführt werden sollte, da es zunächst nicht absehbar war, wie die neue sowjetische Regierung handeln würde: Der Vorbildcharakter der Sowjetunion hatte schließlich zur Adaption des sowjetischen Wirtschaftsmodells geführt. Die Folgen des privilegierten Ausbaus der Schwerindustrie traten zudem deutlich ans Licht: Einschränkungen und beträchtliche Defizite bei der Versorgung mit Konsumgütern waren die Konsequenz und sorgten für zunehmende Unzufriedenheit unter der Bevölkerung. In dieser Atmosphäre kündigte die Regierung auf Anweisung der Sowjetunion einen liberalen Neuen Kurs an. Die Bekanntgabe am 16. Juni 1953, dass trotz der angestrebten Liberalisierung an der am 28. Mai verordneten zehnprozentigen Arbeitsnormerhöhung ohne den entsprechenden Lohnausgleich festgehalten werden sollte, führte zu Demonstrationen und Streiks der Bauarbeiter. Aus ihren zu Beginn rein wirtschaftlichen Forderungen (u. a. Senkung der Lebenshaltungskosten) wurden rasch auch politische: Der Rücktritt der Regierung und neue Wahlen wurden verlangt. Am 17. Juni 1953 schließlich wurde in Ostberlin, am 18. Juni in der ganzen DDR der Ausnahmezustand ausgerufen, da die andauernden Proteste u.a. zu Stürmungen von Parteibüros geführt hatten. Die Regierung Ulbricht sah sich nicht in der Lage, den Aufstand friedlich zu beenden, und so schlugen sowjetische Militäreinheiten die Proteste in Berlin schließlich gewaltsam nieder. Ulbricht konnte seine Machtposition durch innerparteiliche Ausschaltung seiner potentiellen politischen Gegner retten. Im Hinblick auf das Kulturleben in der DDR war ein gewisses Tauwetter nach dem Tod Stalins zu verspüren, doch eine generelle, weitergehende Kritik an dem sozialistischen Machtsystem und dessen Legitimation wurde nicht direkt umgesetzt. Immerhin meldeten sich nach dem 17. Juni vermehrt Schriftsteller öffentlich zu Wort und prangerten die Zustände an, so z.B. Brecht in einem Beitrag im Neuen Deutschland: „Die Kunst ist nicht dazu befähigt, die Kunstvorstellungen von Büros in Kunstwerke umzusetzen. Nur Stiefel kann man nach Maß anfertigen.“[43] Erwartet wurde ein neuer Kurs, von dem allerdings nicht viel zu verspüren war; er zeigte sich lediglich in einer unscheinbaren Entkrampfung der Situation. Mit Neuen Kurs der SED in Bezug auf das künstlerische Leben „mit der unfruchtbaren, kleinlichen Bevormundung und Beengung“[44] in den Bereichen der Wissenschaft und der Kunst Schluss zu machen, verwandelte sich behände in eine Illusion. Indirekt verhalfen auch die Schriftsteller der Festigung des politischen Kurses, indem sie in Zeiten der Unsicherheit ihren Beitrag zur Stabilisierung des Landes leisten wollten und sich den Prämissen der Partei fügten.

[...]


[1] Strittmatter, Erwin: Selbstermunterungen. Berlin/Weimar 1981. S. 121.

[2] Hartinger, Walfried: Die Fragen und Antworten unserer Literatur. Resultate und Probleme ihrer wissenschaftlichen Erforschung. In: Diersch, Manfred / Hartinger, Walfried (Hgg.): Literatur und Geschichtsbewusstsein. Entwicklungstendenzen der DDR-Literatur in den sechziger und siebziger Jahren. Berlin/Weimar 1976. S. 25.

[3] Schlenstedt,Dieter/ Wagner, Frank: Thesen zum deutschen Roman im 20. Jahrhundert. In: Weimarer Beiträge 1/1968. S. 32f.

[4] Kollektiv für Literaturgeschichte: „Schriftsteller der Gegenwart – Erwin Strittmatter“. Analysen, Erörterungen, Gespräche. Berlin 1980. S. 12.

[5] Ebd.. S. 12 f.

[6] Emmerich, Wolfgang : Kleine Literaturgeschichte der DDR. Erw. Neuaufl. Berlin 2000. S. 30.

[7] Ebd.. S. 30.

[8] Ebd.. S. 30.

[9] Für einen detaillierteren historischen Überblick vgl. z.B.: Kinder, Hermann/Hilgemann, Werner: dtv Atlas Weltgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 25. Aufl.. München 2000. S. 485ff.

[10] Ebd.. S. 517f.

[11] Ebd.. S. 38f.

[12] Scherpe, Klaus R./Winckler, Lutz (Hgg.): Frühe DDR-Literatur. Traditionen, Institutionen, Tendenzen. Argument Sonderband 149. Literatur im historischen Prozess Neue Folge 17. Hamburg, Berlin 1988. S. 5.

[13] Zipser, Richard A.: DDR-Literatur im Tauwetter. Wandel – Wunsch – Wirklichkeit. Band 1. Frankfurt a. Main, 1985. S. 17.

[14] Ebd.. S. 18.

[15] Ebd.. S. 19.

[16] Fischbeck, Helmut (Hrsg.): Literaturpolitik und Literaturkritik in der DDR. Frankfurt a.M. 1976. S. 3.

[17] Auszug aus der Rede von Anton Ackermann auf der Ersten Zentralen Kulturtagung der KPD am dritten Februar 1946: „Freiheit der Wissenschaft und Kunst“. Zitiert nach: Schubbe, Elimar (Hg.): Dokumente zur Kunst-, Literatur- und Kulturpolitik der SED. Stuttgart, 1972. S. 55.

[18] Rüther, Günther: „Greif zur Feder, Kumpel“. Schriftsteller, Literatur und Politik in der DDR 1949-1990. Düsseldorf, 1991. S. 30.

[19] Auf eine ausführliche Darstellung und Diskussion dieser beiden Theorien wird an dieser Stelle verzichtet. Einen Überblick verschafft: Treml, Manfred: Das Deutschlandproblem im Rahmen weltpolitischer Konstellationen der Nachkriegszeit. München 1987.

[20] Balluseck, Lothar von: Dichter im Dienst. 2. überarbeitete Aufl.. Wiesbaden, 1963. S. 136.

[21] Zitiert nach Zipser, Richard. S. 20.

[22] Behn, Manfred: DDR-Literatur in der Bundesrepublik Deutschland. Die Rezeption der epischen DDR-Literatur in der BRD 1961-1975. Hochschulschriften: Literaturwissenschaft Bd. 34.

Meisenheim am Glan 1977. S. 2.

[23] Brettschneider, Werner: Zwischen literarischer Autonomie und Staatsdienst. Die Literatur in der DDR. 2. erg. u. verbesserte Aufl., Berlin 1974. S. 13.

[24] Ebd.. S. 13.

[25] Eine ausführlichere Diskussion der Frage nach zwei deutschen Literaturen während der Zweiteilung Deutschlands findet sich u. a. in: Rüther, Günther (Hg.): Kulturbetrieb und Literatur in der DDR. Köln 1987. Vgl. insbesondere darin: Rüther, Günther: Die deutsche Literatur – ein Bindeglied der geteilten Nation? S. 7-36.

[26] Grundlegende Strategien der Konstituierung einer antifaschistisch-demokratischen Bewegung im Sinne einer Arbeiterbewegung entstanden schon in den 30er und 40er Jahren, z.B. auf der Brüsseler Parteikonferenz der KPD (1935) und der Berner Konferenz (1939).

[27] Leonhard, Wolfgang: Die Revolution entlässt ihre Kinder. Köln/Berlin 1955. S. 332.

[28] Groth, Joachim Rüdiger: Widersprüche. Literatur und Politik in der DDR 1949-1989. Zusammenhänge, Werke, Dokumente. Frankfurt/M., 1994. S. 21.

[29] Zitiert nach: Franke, Konrad: Die Literatur der Deutschen Demokratischen Republik. München 1971. S. 27.

[30] Vgl. auch: Hanke, Irma: Alltag und Politik. Zur politischen Kultur einer unpolitischen Gesellschaft. Eine Untersuchung zur erzählenden Gegenwartsliteratur in der DDR in den 70er Jahren. Opladen 1987. S. 40f..

[31] Entnommen aus: Haase, Horst u.a. (Hg.): Geschichte der deutschen Literatur. Literatur der deutschen Demokratischen Republik. Berlin 1977. S. 77.

[32] Entschließung des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands: Der Kampf gegen den Formalismus in Kunst und Literatur, für eine fortschrittliche deutsche Kultur. Zitiert nach Schubbe, Elimar 1972. S. 182f.

[33] Maxim (Maksim) Gorkij selbst verkündete auf dem Eröffnungskongress des sowjetischen Schriftstellerverbands die Kunstdoktrin des sozialistischen Realismus. Eine Begegnung mit Lenin 1905 hatte ihn dazu veranlasst sein Werk in den Dienst der Politik zu stellen. Der sozialistische Realismus verkörperte für ihn den Duktus eines neuen Zeitalters, das die Begabungen der Menschen und die Förderung dieser als vorrangige Vorgabe ansieht.

[34] Scharfschwerdt, Jürgen: Literatur und Literaturwissenschaft in der DDR. Eine historisch-kritische Einführung. Stuttgart 1982. S. 70.

[35] Emmerich, Wolfgang 2000. S. 122.

[36] Rüther, Günther 1991. S. 48.

[37] Thiele, Eckhard: Literatur nach Stalins Tod. Sowjetliteratur und DDR-Literatur. Ilja Ehrenburg, Stephan Hermlin, Erwin Strittmatter, Christa Wolf, Juri Trifonow. Frankfurt/M., 1995. S. 10.

[38] Lamers, Karl (Hg.): Die deutsche Teilung im Spiegel der Literatur. Beiträge zur Literatur und der Germanistik der DDR. Stuttgart 1978. S. 11.

[39] Emmerich, Wolfgang: Kleine Literaturgeschichte der DDR. Darmstadt 1981. S. 76.

[40] Vgl. Rüther, Günther 1991. S. 49.

[41] Zitiert nach Emmerich, Wolfgang 2000, S. 117.

[42] Dieser Index bezog sich nicht ausschließlich auf Publikationen von Schriftstellern der DDR, sondern präsentierte nationale und internationale Autoren, wie z.B. auch Satre, Kafka oder Döblin.

[43] Brecht, Berthold: Gesammelte Werke. Band 19. (Aufsatz „Was haben wir zu tun“). Frankfurt a. Main 1967. S. 545.

[44] Weber, Hermann: Geschichte der DDR. München 1986. S. 246.

Ende der Leseprobe aus 95 Seiten

Details

Titel
Die Konzeption des Menschenbildes in der frühen Literaturpolitik der DDR anhand Erwin Strittmatters Roman "Ole Bienkopp"
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
95
Katalognummer
V66756
ISBN (eBook)
9783638591799
ISBN (Buch)
9783638694599
Dateigröße
840 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzeption, Menschenbildes, Literaturpolitik, Erwin, Strittmatters, Roman, Bienkopp
Arbeit zitieren
Kerstin Runschke (Autor), 2004, Die Konzeption des Menschenbildes in der frühen Literaturpolitik der DDR anhand Erwin Strittmatters Roman "Ole Bienkopp", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66756

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