Zwei Nächte - ein Name - Zur Konzeption der Walpurgisnächte in Goethes 'Faust'


Bachelorarbeit, 2006
34 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Walpurgisnacht
1.1 Das Szenario
1.2 Die zentralen Charaktere und ihre Handlung
1.2.1 Mephist
1.2.2 Faust
1.2.3 Hexen

2. Klassische Walpurgisnacht
2.1 Das Szenario
2.2 Die zentralen Charaktere und ihre Handlung
2.2.1 Mephisto
2.2.2 Faust
2.2.3 Homunkulus

3. Vergleich
3.1 Unterschiede
3.1.1 Hexen
3.1.2 Faust und Mephisto
3.1.3 Natur und Welt
3.1.4 Romantik und Klassik
3.2 Parallelen und Gemeinsamkeiten

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Einleitung

Bei der Erstlektüre von Goethes Drama Faust II kommt es unweigerlich zu einem déjà vu, sofern man bereits den ersten Dramenteil kennt: eine weitere Walpurgisnacht ist in die Szenenfolge eingereiht. Doch wie befremdlich und absolut andersartig kommt einem diese sog. Klassische Walpurgisnacht vor, wenn man im Hinterkopf noch immer die Eindrücke ihrer Entsprechung im ersten Teil des Dramas hat.

Scheint die erste Walpurgisnacht noch recht simpel und verständlich zu sein, steht einem im zweiten Dramenteil eine ungemein komplexe Szene ge- genüber. Komplex ist sie durch ihre mythisch-antike Chiffrierung, ihre vielfältige Aussagekraft und ihre interne Vernetzung einzelner Motive auf unterschiedlichste Weise. Diese offensichtlich bewusste Kontrastierung wirft Fragen auf. Warum gibt es zwei Walpurgisnächte im Drama und inwiefern ist diese Bezeichnung für das Meeresfest im zweiten Dramenteil zulässig? Das ist die Fragestellung, die am Ende dieser Arbeit beantwortet werden soll.

Zuerst werden die beiden Szenen einer Analyse unterzogen, die im Wesentlichen anhand der Handlungsstränge zentraler Figuren vollzogen wird. In der ersten Walpurgisnacht sind dies Mephisto, Faust und die Hexen, in der zweiten Walpurgisnacht sind es Mephisto, Faust und Homunkulus. Zudem wird es vor diesem Schritt noch eine Analyse und weitere Informationen zum jeweiligen Szenario geben, womit vor allem Ort und Anlass des Geschehens gemeint sind.

Daran wird ein Vergleich der beiden Walpurgisnächte anknüpfen, der sich der durch die Analyse gewonnenen Erkenntnisse bedient. Dabei soll grob zwischen Unterschieden auf der einen und Parallelen und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Nächten auf der anderen Seite unterschieden werden. Auch die jeweilige Ausprägung dieser beiden Kategorien wird Rückschlüsse über das Verhältnis der beiden Feste erlauben.

Abschließend soll ein Fazit nochmals die wichtigsten Ergebnisse konzentriert zusammenfassen und eine Beantwortung der oben geschilderten zentralen Fragestellung beinhalten.

1. Walpurgisnacht

1.1 Das Szenario

Die Walpurgisnacht ist die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai. Die genauen Ursprünge dieser heidnischen Feierlichkeiten können heute nicht mehr zweifelsfrei geklärt werden1. Klar ist aber, was (schon) der Volksglaube zu Goethes Zeit darunter verstand: „In der Nacht vor der Frühlingsfeier mit ihren Fruchtbarkeitsriten treffen die Hexen von überallher mit ihrem Herrn und Meister, dem Satan, zusammen zu einer wüsten Orgie der Sinnlichkeit, der Hingabe an den Bösen“2. Hexen nehmen dann im Verlauf der Szene neben Faust und Mephisto auch einen wesentlichen Teil der Handlung ein. Auf sie wird später noch genauer eingegangen.

Die Szenerie wird anfangs mit den Worten „Harzgebirge / Gegend von Schierke und Elend“ beschrieben. Hierbei muss man hinterfragen, inwiefern diese Ankündigung bei Goethes Leserschaft eine eindeutige Zuordnung zuge- lassen hat und wer tatsächlich in der Lage war, dieses Areal des Harzgebirges mit dem sagenumwobenen Blocksberg in Verbindung zu bringen. Dass tatsäch- lich dieser spezielle Berg gemeint ist, erfährt man erst in Vers 3956, die direkte Benennung als Blocksberg sogar erst am Ende der Szene (vgl. V. 4221). Der besagte Berg liegt ca. 100km von Goethes langjährigem Wohnort Weimar ent- fernt, was - neben seiner Reichhaltigkeit an Sagen, vor allem in Bezug zu Hexen - zu seiner Verwendung im Faust beigetragen haben mag.

Die Natur wird besonders im ersten Drittel der Szene ausgiebig geschildert. Hier lässt sich eine Entwicklung feststellen. Zu Beginn ist die natürliche Umgebung eindeutig positiv konnotiert; Faust erfreut sich an ihr, indem er zum Gipfel wandert (vgl. V. 3838ff.), obwohl Mephisto Besenstiel oder Bock als Fortbewegungsmittel, wie sie hier auch die Hexen nutzen, anbietet (vgl. V. 3835f.). Im weiteren Verlauf des Dramas wird die Natur aber mehr und mehr menschenfeindlicher, sei es der glühende Boden (V. 3915ff.), die Klippen mit ihren tiefen Abgründen (V. 3938f.) oder die angesprochenen Vögel (V. 3889), die Arens mitunter als „Unheilkünder und Todesvogel“3 interpretiert. Anzumerken ist auch die zeitlich überbrückende Funktion dieser Szene, die sie im Dramenkontext einnimmt. Der Walpurgisnacht entspricht „im dramatischen Fortgang die ganze Leidenszeit Gretchens“4, die vor der Szene frei und nach ihr gefangen ist. Doch auch für die auf Faust bezogene Handlung darf das Hexenfest nicht als nur einmaliges nächtliches Vorkommnis ver- standen werden. „The single night of Walpurgis in Faust I represents symbolically months of nonchalant drifting around and of crude erotic adventures, during which Faust’s conscience has remained entirely dormant”5.

1.2 Die zentralen Charaktere und ihre Handlung

1.2.1 Mephisto

Mephisto scheint sich vor allem am Anfang der Szene nicht wohl zu fühlen. Ihm ist der Weg auf den Brocken zu lang (vgl. V. 3837) und zu umständlich (vgl. V. 3864), die Nacht zu dunkel (vgl. V. 3853). Der Teufel sollte solche Probleme eigentlich nicht haben; schon gar nicht auf dem Weg zu einem Fest, das ihm zu Ehren stattfindet und seine diabolische Welt auf der Erde repräsentiert. So ist es Arens auch möglich, gute Argumente aufzuführen, die dafür sprechen, dass Mephisto diese Hilflosigkeit nur spielt, um ein Irrlicht als Licht spendenden Führer zu rufen (V. 3855ff.). Ausgerechnet ein Irrlicht: „Nach dem Volksglauben führen sie Menschen in die Irre, vor allem in den Sumpf (…). Eine solche spukhaft-trügerische Erscheinung also ist es, die den Weg hinauf zum Hexensabbat leuchten soll“6. Arens sieht hier einen beispiel- haften Vertreter des Widersprüchlichen, das in der Szene vielerorts zu finden ist:

„Hiermit ist zugleich auf die Sinnverkehrung , das Widersinnige in diesem Bereich - wie zuvor in der HK - hingewiesen: Das Irreführende soll den rechten Weg weisen, und von Anfang an geht es ständig empor zur Höhe, während das Ziel in Wahrheit die tiefste Niederung des Menschlichen, das Steigen ein Fallen ist.“7

Noch auf dem Weg zum Gipfel erfolgt Mephistos erster Versuch, Faust zu verführen; hier, indem er ihn auf den Reichtum im Berg, scheinbares Gold, aufmerksam macht. Arens geht davon aus, dass es sich dabei um sog. Katzen- gold, also recht wertloses Gestein mit nur goldähnlichem Schimmer handelt, was zum einen den geologischen Daten des Brockens8 und zum anderen der teuflischen Mentalität der Täuschung in der „Traum- und Zaubersphäre“ (V. 3871) entsprechen würde. Ob es sich tatsächlich um echtes oder falsches Gold handelt, ist letztlich für den Ausgang des diabolischen Versuchs nicht ent- scheidend:

„Wenn es M. Absicht war, F. erst durch den Schein des Goldes, sodann durch sexuelle Lust „auf seinem Wege“ weiterzuführen, so sieht er hier in F.s Worten den Misserfolg: Dieser beschreibt gefesselt ein interessantes Phänomen, mehr nicht.“9

Je näher die Wanderer ihrem Ziel kommen, desto weiter entfernt sich Me- phisto von seiner vermeintlich hilflosen Rolle. So wird er erst zu einer Art Bergführer (vgl. V. 3912, V. 3938) und später zum Hausherrn (vgl. V. 4022). Mephisto zeigt sich mehr und mehr als derjenige, der er eigentlich von Anfang an war: als Herr und Meister dieses Hexenfestes. Am Anfang der Szene versucht er, seine Dominanz durch „gespielte Harmlosigkeit“10 gegenüber dem untergebenen Irrlicht zu kaschieren; während des Festes kommentiert er einzelne Geschehnisse so, dass sie ihn weniger mächtig und dadurch weniger bedrohlich, die Szene auf dem Brocken weniger durch Mephistos Motive durchgeplant erscheinen lassen, sei es die Tollheit der Hexenschar (vgl. V. 4026) oder das „verfluchte Geschnarr“ (V. 4051).

Als Faust sich für das Treiben der Hexen zu interessieren beginnt und „manches Rätsel“ (V. 4040) zu lösen erhofft, ist Mephisto abermals zu einer Täuschung, zu Ausflüchten gezwungen. Arens führt hierzu aus:

„Das ist wiederum die Ausflucht eines, der die Wahrheit nicht sagen, geschweige denn sie zeigen darf, wenn er nicht das Ziel des ganzen Unternehmens gefährden will, die völlige Selbstvergessenheit F.s, sein Aufgehen im niedrigsten Genuß. (…) Er kann F. das begehrte Erlebnis nicht erlauben, weil die Erfahrung des Bösen als einer brutalvulgären Banalität (wie sie seine Diener, die Hexen, zeigen), einer auf Gold- und Geschlechtstrieb reduzierten Menschennatur (…) F. völlig ernüchtert und wieder zu vollem Bewusstsein seiner selbst gebracht hätte“.11

Der Teufel verbindet dieses Ausweichen sogleich mit dem zweiten Versuch einer Verführung Fausts, deren Reiz diesmal die Sexualität statt Gold aus- macht. Der Verweis auf die „jungen Hexchen nackt und bloß“ (V. 4046) ist in seiner Direktheit schon fast plump und Mephistos weitere Ausführungen, die Spaß (vgl. V. 4049) und Kurzweil (vgl. V. 4058f.) der Teilhabe am Hexenfest vorführen, haben ganz offensichtlich einen bewerbenden Charakter. Trotzdem scheint Faust noch zu zögern und Mephisto ist durch die Feilbietungen der Trödelhexe, die Arens als „eindeutige Mahnungen an F.“12 interpretiert, dazu genötigt, in das Geschehen einzugreifen, um eine Besinnung Fausts13 zu ver- hindern (V. 4110ff.).

Während Faust mit der jungen, schönen Hexe tanzt, nimmt Mephisto mit der alten Hexe Vorlieb. Der Teufel erschien bereits in V. 4092 plötzlich sehr alt, so dass die Paarbildung beim Tanz eindeutig als Unterscheidung zwischen Jung und Alt angesehen werden kann. Interessanter sind aber die Differenzen der Eindeutigkeit sexueller Anspielungen zwischen den Jungen und den Alten. Es kann hier nicht geklärt werden, ob Mephisto mit seinem Part (V. 4136ff.) die vorangegangenen Ausführungen des jungen Paares aufgreift und fortsetzt oder ob die Sequenz der Anzüglichkeiten beider Paare als gleichzeitig statt- findend zu denken ist. Mit Sicherheit kann man hingegen sagen, dass die wollüstigen Phantasien der Alten wesentlich derber als jene der Jungen sind bzw. geschildert werden - was letztlich auch der Grund für das konzentrierte Auftreten von Auslassungen, deren Bedeutungen nur durch Goethes hand- schriftliche Notizen überliefert sind14, an dieser Stelle war. Mephisto und die Alte können ihre primitive Triebhaftigkeit in vollen Zügen beschreiben, während die junge Hexe sich an Fausts deutlich zurückhaltender ausfallendem Apfel-Symbol orientieren muss (vgl. V. 4129ff.), um - im Dienst des Teufels - nicht ihrerseits (wie nämlich schon Mephisto selbst, s.o.) Gefahr zu laufen, Faust durch eine Offenbarung der „brutal-vulgären Banalität“15 abzuschrecken und zur Besinnung kommen zu lassen.

Am Ende der Szene versucht Mephisto nochmals, Faust weiter auf dem Kurs der Verführung zu halten, was letztendlich doch scheitert. Die Worte des Proktophantasmisten und die rote Maus haben Faust Schritt für Schritt zurück in Richtung Besinnung geleitet, das Gretchen ähnelnde Trugbild soll Faust komplett zu Verstand kommen lassen, des Teufels Worte (V. 4189ff.) wirken nicht:

„Der Wortschwall M.s - dreifache Abwehrbewegung (…), dreifache Abwertung (…) - zeigt deutlich an, wie gefährlich ihm die drohende Besinnung F.s auf Gr. und seine Liebe zu ihr ihm erscheint. (…) Er vergleicht ihren starren Blick mit dem der Meduse, um F. vom weiteren Anschauen abzuschrecken“16.

Mit der Hinwendung zum Theater (V. 4213f.) gibt Mephisto schließlich seine Bemühungen, Faust zu verführen, auf und gesteht indirekt seine diesbezügliche Niederlage ein.

1.2.2 Faust

Faust ist in dieser Szene, in der die Welt des Teufels herrscht, deutlich passiver und weniger tonangebend als in großen Teilen des bisherigen Verlaufs des Dramas17. Die einzige Ausnahme stellt hier den Anstieg zum Gipfel des Berges dar, den Faust - im Gegensatz zu Mephisto - unbedingt zu Fuß be- wältigen möchte, um „aus den Verwicklungen des Lebens in die Natur“18 zu fliehen. Doch nach Mephistos Berufung des Irrlichts, die hier als Initialisierung der im Folgenden ansteigenden Verwirrung zu sehen ist, ist Faust in „die Traum- und Zaubersphäre“ (V. 3871) des teuflischen Festes „eingegangen“ (V. 3872), vielmehr eigentlich in ihr gefangen; die Naturerfahrung wird zur diabolischen Welterfahrung (vgl. Kap. 1.1).

Dem ersten Versuch einer Verführung seitens Mephistos begegnet Faust nicht etwa mit der intendierten Gier, sondern lediglich mit der Beschreibung der beobachteten Prozesse. Der gelehrte (vgl. V. 354ff.) und beim Volk beliebte (V. 981ff.) Doktor ist an materiellem Reichtum nicht interessiert, er dürfte ein gutes Auskommen haben. Erst als Mephisto durch tieferes Vorstoßen in die diabolische Sphäre des Hexenfests mehr und mehr die Kontrolle über Faust übernehmen kann und dieser sich schließlich von dem Bösen gänzlich führen lässt (vgl. V. 4030), kommt es zum zweiten Verführungsversuch, der diesmal sexueller Natur sein soll. Dieses Vorhaben scheint zuerst aufzugehen, denn tatsächlich ist es Faust, der die Sequenz sexueller Anspielungen beim Tanz eröffnet (vgl. V. 4128ff.). Letztendlich halten ihn vor allem die Ermahnungen des Proktophantasmisten und die Desillusionierung durch die rote Maus (V. 4178) davon ab, sich zu vergessen (vgl. V. 4114) und Mephisto zu erliegen.

Die Vision vom toten Gretchen reißt Faust schließlich vollständig aus der Betörung durch Teufel und Hexen. Der „Vorgang beginnender Befreiung aus der Befangenheit seelischer Entrückung zum Bewußtsein"19 setzt ein und wird durch Erinnerungen an die Vergangenheit gestützt (vgl. V. 4197f.). Eigene „Gefühle tauchen wieder auf“20, wenn Faust auch immer noch benommen scheint und bis zum Schluss der Szene scheinbar nicht gänzlich realisiert, dass es sich wirklich um Gretchen bzw. ihre Projektion handelt (vgl. V. 4188), dass ihm ihr gewaltsamer Tod vor Auge geführt wird (vgl. 4204f.).

1.2.3 Hexen

Neben Faust und Mephisto stellen in der Walpurgisnacht vor allem Hexen das Gros der Beteiligten dar. Sie feiern auf dem Blocksberg die Walpurgis- nacht mit einem ausschweifenden Fest, dass auch die Rahmenhandlung aus- macht. Goethe stellte die Hexen dem Volksglauben entsprechend (s. Kap. 1.1)

dar: sie sind unflätig (vgl. V. 3961), unmenschlich (vgl. V. 3977) und machen relativ eindeutige Bemerkungen sexueller Natur (vgl. V. 4132ff. u. V.4140ff.).

„Sie haben den unwiderstehlichen Drang, sich von allen menschlichen und gesell- schaftlichen Bindungen und Zwängen zu lösen, für eine Nacht wenigstens allen Anwandlungen, Lüsten und Trieben (vom Furzen bis zum sexuellen Exzeß, von dem hier aber gar keine Rede ist) nachgeben zu können, also ’vollkommene Freiheit’, eine Karikatur der Freiheit, da sie nur Trieb ohne Geist, Sittlichkeit und menschliches Empfinden ist.“21

Somit sind die Hexen (auch) Repräsentanten der Welt des Teufels, die durch die wiederholt gezeigte Banalität und Primitivität entwertet wird:

„Dergestalt hat G. die Welt M.s charakterisiert: sie ist niedrig und gemein, ohne Größe, ohne Furchtbarkeit (…) eine kläglich-lächerliche Afterwelt, die niemand erschauern läßt, von der sich freizuhalten für jeden nicht eben triebverfallenen Menschen leicht zu sein scheint (…). Dergestalt hat G. das Böse (…) denaturiert und entwertet, zu einer unzulänglichen Gegenkraft Gottes und des Guten“22.

Auf eine „höchst konkrete Darstellung des Bösen“23, wie sie in den Hexen durchaus möglich gewesen wäre, hat Goethe verzichtet. Aber durch die Hexen „wird das Böse massiv gegenwärtig“24. Sie sind die zweite Böse Kraft neben Mephisto, der durch sein mitunter schalkhaftes Auftreten in der vorange- gangenen Dramenhandlung an essenzieller Boshaftigkeit verloren hat. Als Opfer und dadurch auch Gegner des Christentums sind die Hexen in der Walpurgisnacht daher auch als „Auffrischung“ oder Energetisierung der wahr- haft bösen Kraft zu sehen.

2. Klassische Walpurgisnacht

2.1 Das Szenario

„Der Schauplatz der ’Klassischen Walpurgisnacht’ ist die thessalische Ebene, deren Hauptfluß der Peneios (…) ist“25. Dieses in Griechenland ver- ortete Areal wird im Drama erstens durch die pharsalischen Felder, zweitens durch die Flusslandschaft des Peneios und drittens durch die Felsbuchten kon- kreter dargestellt.

[...]


1 vgl. Arens (1982), S. 366

2 Arens (1982), S. 366

3 Arens (1982), S. 377

4 Witkowski; zit. n. Arens (1982), S. 368

5 Mason; zit. n. Arens (1982), S. 368

6 Arens (1982), S. 374

7 Arens (1982), S. 374

8 vgl. Arens (1982), S. 380

9 Arens (1982), S. 380

10 Arens (1982), S. 374

11 Arens (1982), S. 394

12 Arens (1982), S. 398

13 vgl. Arens (1982), S. 398

14 vgl. Gaier, S. 117

15 Arens (1982), S. 394

16 Arens (1982), S. 408

17 vgl. Arens (1982), S. 393 (Kommentar zu 4037ff.)

18 Arens (1982), S. 372

19 Arens (1982), S. 407

20 Arens (1982), S. 408

21 Arens (1982), S. 382

22 Arens (1982), S. 369

23 Requadt, S. 291

24 ebd.

25 Arens (1989), S. 409

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Zwei Nächte - ein Name - Zur Konzeption der Walpurgisnächte in Goethes 'Faust'
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
34
Katalognummer
V66836
ISBN (eBook)
9783638592253
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zwei, Nächte, Name, Konzeption, Walpurgisnächte, Goethes, Faust
Arbeit zitieren
Martin Hoche (Autor), 2006, Zwei Nächte - ein Name - Zur Konzeption der Walpurgisnächte in Goethes 'Faust', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66836

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Zwei Nächte - ein Name - Zur Konzeption der Walpurgisnächte in Goethes 'Faust'


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden