Jim Jarmusch's Dead Man


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

18 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsangabe

1 Einleitung

2 Kurze Inhaltsangabe

3 William Blake

4 Nobody

5 Todesbilder in Dead Man
5.1 Natur
5.2 Gewalt
5.3 Reise in den Tod
5.4 Bild der Leiche
5.5 Der letzte Blick
5.6 Personifikationen des Todes

6 Amerika-Bild in Dead Man

7 Schlussbetrachtung

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der Tod als beinahe einziges Mysterium, das noch nicht vom Menschen enträtselt worden ist, hat die Kunst seit Jahrhunderten beschäftigt. In den verschiedensten Medien haben sich Künstler ihre eigenen Vorstellungen vom Tod gemacht. So gibt es Bilder, Lieder, Gedichte und Romane, die sich mit dem Sterben und dem Tod auseinandersetzen.

Der Tod als Motiv macht natürlich auch vor den Filmkünstlern nicht halt. Neben den in anderen Künsten bekannten Todesgestalten lassen sich im Film die verschiedensten Todeserfahrungen, Sterbeszenen, Jenseitsfahrten und Todesrituale aufzeigen, die in Variationen auch zu Standardsituationen im Film geworden sind. So setzt sich Jim Jarmusch in seinem Film Dead Man mit dem Sterben eines Mannes und seiner Reise in den Tod auseinander. Schon vor Beginn des Titels weist ein Zitat[1] von Henri Michaux auf den Inhalt des Filmes hin. Im Film selber sind die verschiedensten bekannten Todesbilder, die auch schon andere Künstler z.B. zu deren Bildern inspiriert haben, zu sehen. So gibt es einen Fährmann, den Indianer Nobody, zerstörte Landschaften und Gewalt, welche alle auf das Sterben und den Tod hinweisen.

Ziel dieser Hausarbeit ist es die verschiedenen Todesbilder in Dead Man hinsichtlich ihrer Wirkung und Herkunft aufzuzeigen und zu analysieren.

2 Kurze Inhaltsangabe

Mitte des 19. Jahrhunderts fährt William Blake (Johnny Depp) mit seinem letzten Geld von Cleveland in den Westen Amerikas, in die Stadt Machine. Nachdem er in Cleveland seine Eltern begraben hat, folgt er der Einladung auf einen sicheren Job als Buchhalter in Dickinsons (Robert Mitchum) Metallfabrik. Nach einer sehr langen Zugfahrt endlich in Machine angekommen, erfährt er von dem Bürovorsteher (John Hurt), dass die ihm versprochene Stelle bereits anderweitig besetzt worden ist. Fassungslos, da er fest davon ausgegangen war die Stelle zu bekommen, möchte er mit Dickinson sprechen, der Blake aber sofort mit vorgehaltenem Schrotgewehr aus der Fabrik wirft.

Am Boden zerstört irrt er in die nächste Bar und kauft sich eine Flasche Whiskey. Vor der Bar lernt er das Blumenmädchen Thel (Mili Avital) kennen, die ihn zu sich nach Hause einlädt. Sie schlafen dort miteinander und werden von Thels Ex-Geliebten (Gabriel Byrne), Dickinsons Sohn, überrascht. Es kommt zu einer kurzen Schießerei bei der Thel und Dickinsons Sohn sterben, William Blake wird dabei direkt am Herzen verwundet. Mit der Gewissheit einen Menschen getötet zu haben macht er sich nun auf die Flucht.

Verfolgt von Marshalls und drei Killern (u.a. Lance Henriksen und Michael Wincott), die Dickinson aus Rache wegen seinem getöteten Sohn angeheuert hat, trifft William Blake auf den Indianer Nobody (Gary Farmer).

Mit ihm als Begleiter begibt sich Blake auf seine letzte Reise, die Reise eines toten Mannes, die letzte Reise in das unbekannte Jenseits.

3 William Blake

William Blake verlässt seine Heimat Cleveland um in der Stadt Machine einen neuen Job anzunehmen, da ihn in Cleveland nichts mehr hält. Seine Eltern hat er dort vor kurzem zu Grabe getragen und seine Freundin hat ihn vermutlich wegen eines anderen Mannes sitzen lassen. Es wird auch durch das Anfangszitat von Henri Michaux am vor Beginn des Filmes und durch den Titel des Filmes klar, dass es sich bei Blake um einen toten Mann handelt. Er ist anfangs zwar noch körperlich am Leben, hat aber bereits mit Tod und Verlust in seiner alten Heimat Kontakt aufgenommen. Auch wird der Tod sich in seiner selbstgewählten neuen Heimat weiterhin durch sein Leben und seine letzte Reise ziehen. Schon während der Zugfahrt nach Machine werden die Natur, die Menschen und sein gesamtes Umfeld kälter und unwirklicher. Dieses spiegelt sich auch in seinem Gesicht wieder, da er während des gesamten Films keine Regungen zeigt. Man erkennt nicht, was in ihm vorgeht oder was er denkt. Deswegen wirkt er schon wie ein toter Mann. Auch die Reaktionen der Menschen in seiner Umgebung auf ihn lassen ihn als toten Menschen wirken. Einzig durch zwei Frauen wirkt er für einen kurzen Moment lebendig. Die eine Frau sitzt mit ihm für kurze Zeit im gleichen Zugabteil, die andere, Thel, lernt er in Machine vor einer Bar kennen. Auch der Heizer, der kurz mit William Blake spricht, verheißt nichts Gutes. Er spricht von einem weiten Weg in die Hölle, den Blake vor sich hat, und dass er in Machine sein eigenes Grab finden wird.

In Machine angekommen macht sich Blake sofort auf den Weg zu seiner neuen Arbeitsstelle. Kaum im Büro wird ihm auch schon erzählt, das die ihm versprochene Stelle schon anderweitig besetzt worden ist. Er will sofort den Chef sprechen. Aber selbst hier zeigen sich bei ihm keine Gesichtsregungen. Blake wirkt weiterhin tot. Das Gespräch scheint er auch nur aus mechanischen Gründen, eine Art von Reflex, zu suchen, da ihm die Stelle vorenthalten wird. Man merkt sofort, dass hier, in Machine, die Endstation sein wird. Er hat keinen Job, kein Zuhause und sein letztes Geld gibt er in einer Bar aus. Auch in der Stadt gibt es schon Vorzeichen für seinen baldigen Tod. Er läuft die Hauptstraße entlang, man sieht hier schon Totenköpfe und ein Sarg wird in seiner Gegenwart vor die Tür eines Bestattungsinstitutes gestellt. Der Sarg scheint sogar seine Größe zu haben. Für einen kurzen Moment scheint es allerdings Hoffnung für Blake zu geben. Er lernt Thel, das Blumenmädchen, vor der Bar kennen. Sie nimmt ihn auch mit auf ihr Zimmer, wo beide sogar umgehend miteinander schlafen. Doch die Situation ändert sich plötzlich, als Thels Ex-Verlobter, Dickinsons Sohn, in das Zimmer platzt. Er schießt auf Blake und Thel und Blake erschießt in Notwehr Dickinsons Sohn. Thel und ihr Ex-Verlobter sterben sofort. Blake hat seinen ersten Mord begangen und weitere werden noch folgen, nimmt er doch auf seiner Flucht eine Pistole mit. William Blake wurde bei der kurzen Schießerei selbst am Herzen getroffen. Da es nicht mehr möglich ist, die Kugel zu entfernen, wird er sterben. Das hätte man sich auch schon bei seinem Namen denken können. Er trägt den Namen eines weiteren toten Mannes, den Namen des Dichters und Malers William Blake aus dem 18./19. Jahrhundert. Ihm scheint die Herkunft seines Namens allerdings unbekannt zu sein und nennt sich selber Bill Blake. Eine Verbindung zu seinem Namensvetter findet sich in einem Motiv des Filmes wieder. Blake liegt siechend unter einem Baum. Ein Motiv, das sich in einer Illustration zu Blakes Gedicht „The Poison Tree“ wiederfindet.

Blake trifft auf seiner Flucht Nobody, einen Indianer, der für ihn zu einem Führer in den unvermeidlichen Tod wird. Nobody - sich des Namens des Dichters William Blake bewusst - möchte ihn zur letzten Ruhe geleiten. Auf dieser Reise verändert sich Blake. Von Nobody lernt er Gedichte seines Namensvetters kennen und begeht nun Morde nicht mehr nur aus Notwehr. Nobody zeigt Blake außerdem, was der weiße Mann aus dem Westen gemacht hat. Überall begegnen Blake tote Tiere, tote Natur und tote Menschen. Laut Nobody soll er nun seine Waffe als Zunge betrachten und Gedichte aus Blut sprechen lassen. Kurze Zeit später fragt er dann zwei Marshalls, ob diese seine Gedichte kennen und schießt auf sie. Den einen trifft er tödlich, den anderen verwundet er. Mit den Worten aus einem von William Blakes Gedichten („...Manchen winkt die ewige Nacht.“), tötet er dann auch den zweiten Marshall. In einer weiteren Szene wird sich Blake seines Schicksals bewusst. Er findet ein totes Rehkitz, berührt mit seiner Hand die Wunde des Tieres und vergleicht dann das Blut mit dem seiner Wunde. Anschließend verreibt er das vermischte Blut in seinem Gesicht zu einer Kriegsbemalung und legt sich zu dem Tier. Hier findet eine Symbiose zwischen Mensch und Tier statt. William Blake hat Nobody verstanden und ist bereit für seine letzte Reise ins Jenseits.

[...]


[1] „It’s preferable not to travel with a dead man.“

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Jim Jarmusch's Dead Man
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Filmwissenschaft)
Veranstaltung
Todesbilder in der Kunst
Note
2,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V66890
ISBN (eBook)
9783638592703
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jim Jarmusch, Johnny Depp, Todesbilder, Dead Man
Arbeit zitieren
Stefan Karlegger (Autor), 2004, Jim Jarmusch's Dead Man, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66890

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Jim Jarmusch's Dead Man



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden